Symphonie mit Knabenchor

Horror Vacui: die Angst vor der Entscheidung. Gleichzeitig ist Dichte eine gewisse Garantie für Intensität.

Und es spricht erst einmal nichts dagegen, ein Stück dichter zu schreiben, als es wahrgenommen werden kann. Der Überschuss wird immer spürbar sein, wenn er nicht elegant/professionell integriert ist. (Wie z.B. oft bei Ferneyhough: die Dichte ist so sehr in der Geste aufgehoben, dass sie eigentlich keine Rolle mehr spielt, es sei denn auf dem Papier. Da ist es wahrscheinlich dann eher eine Selbstüberredung, dass man die einfache Geste erst stehen lassen kann, wenn sie auf dem Papier kompliziert aussieht. In diesem Fall wäre Komplexität also sogar ein Weg zu Einfachheit.)

Problem: Wenn Du willst, dass bestimmte Dinge wahrgenommen werden, musst Du die Wahrnehmung steuern, und das kannst Du nur durch Vereinfachung/Auslassung.

Farben Streicher/Bläser: Es ist offensichtlich, dass Streichinstrumente spieltechnisch zu einer viel größeren (und im Gegensatz zu den Bläsern in jeder Hinsicht kontrollierbaren) Klangfarbendifferenzierung fähig sind als Blasinstrumente. Auf der anderen Seite müssen die Streicher aber auch Klangfarbenkontraste produzieren, um in einem dichten Satz unterscheidbar zu bleiben, während die Bläser von vornherein ein durch und durch heterogenes Feld darstellen und also die Klangfarbendifferenzierung schon automatisch mitbringen. Sie ist nur nicht – oder nur mit Mühe – ausschaltbar. That might be the problem. Insofern sollte man vielleicht weniger darüber nachdenken, wie man die Klangfarben der Bläser differenziert, sondern wie man sie homogenisiert, aneinander annähert.

Es könnte also sein, dass der Versuch, die Bläser ähnlich differenziert wie die Streicher zu behandeln, nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern auch von vornherein Unsinn ist, weil zu einfach, zu sehr auf Gleichheit/Symmetrie bezogen. Gerechtigkeitswahn.

Gilt möglicherweise auch für Klavier: Griffe/Akkorde

Farben

Comments Off on Symphonie mit Knabenchor

Filed under Methode, Musiktheorie

Comments are closed.