GO AWAY!

Ehrgeiz: Kann man definitiv auch zuviel haben. Wenn jede Faser des Gesichts und des Körpers EHRGEIZ schreit, ist etwas schiefgegangen. Geht gar nicht. Tut weh anzuschauen.

Gesang auf 5-Linien-System, Sprechen auf 1-bis-3-Linien-System, quasi Schlagzeug, insgesamt Doppelsystem. Damit spielen. Leise/laut.

Die Idee, dass durch Notation der verschiedenen Parameter des Spiels in eigenen Systemen das Instrument selbst in seiner Identität aufgespalten wird, ist eigentlich Unsinn und nimmt das Notenbild zu wörtlich. Die Mühe des Spielers, Dinge, die normalerweise automatisch ineinander greifen, einzeln zu behandeln, ist offensichtlich. Das Ergebnis ist aber meistens enttäuschend, weil die Aktion im Klang wieder vereinheitlicht wird und kaum eine Spur von Aufspaltung bleibt. Höchstens die Entfremdung des Spielers zu seiner Arbeit ist spürbar – die durch Automatisierung erarbeitete Unmittelbarkeit des instrumentalen Spiels fällt weg, die Bewegungsabläufe müssen neu zusammengesetzt werden.

Hier geht es aber nicht um eine Auftrennung der internen Synchronisation der Ausführung, sondern um eine graphische Repräsentation dessen, was alle hören: dass zwei grundsätzlich verschiedene, klanglich entgegengesetzte Stimmtechniken einander abwechseln und den Text bis zu einem gewissen Grade auftrennen. Gleiche/ähnliche/verschiedene Dynamik kann den Effekt verstärken, aber nicht einebnen.

Dinge, die keine Konsequenz haben: auch schön. Dinge auf sich beruhen lassen. Nicht gleich etwas ändern, weil etwas mit etwas anderem zusammenfällt. Einfach miteinander zusammenstoßen lassen.

Comments Off on GO AWAY!

Filed under Neue Musik, Oper, Uncategorized

Comments are closed.