Und dann

Linke über Furrer: Sprache ist nicht da, um etwas zu sagen, allenfalls um etwas auszudrücken. Das stimmt, und ich halte es ja für ausgemacht, dass das eine Schwäche ist. Man könnte aber natürlich auch sagen, dass es eine Stärke ist, endgültig mit den unzähligen zwecklosen Versuchen, Sprache trotz aller Schwierigkeiten verständlich zu machen, gebrochen zu haben. Nur: Es ändert sich ja gar nicht so viel im Vergleich zu diesen gescheiterten Versuchen, man versteht weiterhin nichts, der einzige Unterschied: man weiß jetzt, dass man nichts verstehen soll. Aus unverständlichen Worten wird Atmosphäre. Immerhin.

Sciarrinonochnichtmehr

Keine Zeit: Nur ausführen, wenn es keine Mühe ist.

Das Ausführen und Mühe geben hat leider immer etwas sehr Spießiges. Besonders bei Texten ein Problem. Man muss versuchen, so lange zu arbeiten, bis die Mühe wieder verschwindet. Oder warten, bis die Dinge von selbst kommen. Erfindungsmaschine. Externe Vorgaben, die einen Teil der Arbeit abnehmen und die Nachvollziehbarkeit der Mühe einschränken oder sogar restlos zerstören.

Das Schlimmste im Film, das, was am schwierigsten auszuhalten ist, ist die Idylle. Funktioniert perfekt. Das perfekte Signal, um anzuzeigen, dass gleich etwas Schlimmes passieren wird. Selbst, wenn es das dann gar nicht tut. Dann halt das nächste Mal. Bewusstes Spiel mit dem Zuschauer, beidseitig: der Zuschauer WEISS, dass mit ihm gespielt wird, kann aber nicht anders als mitzuspielen. Ist das die Angst vor dem eigenen, ereignislosen Leben? Welche Erfahrung kommt da durch? Dass man sich nie sicher fühlen kann/soll/darf? Jedenfalls wahnsinnig unangenehm, egal, wie genau man weiß, welches Spiel gespielt wird. Zeichen: es geht ihm schlecht, den Kindern geht es schlecht, also wird er etwas Schreckliches tun. Fester Baustein, millionenfach eingesetzt. Funktioniert trotzdem, oder gerade deswegen. Wie Vordersatz/Nachsatz.

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