ZWEI

Nur vom Auftrag, von den Rahmenbedingungen her denken: 16 Stimmen. Was passiert dann?

Ohne erkennbaren Grund an einer einzigen Stelle mp statt mf. Keine systematische Entscheidung, sondern nach der Natur gemalt. Fühlt sich richtig an. Wenn man es ändert, systematisiert, angleicht, fühlt es sich falsch an. Wie unsystematische Entscheidungen in System überführen?

Die schlechte Nachricht: Ich glaube es geht nicht. Man kann nicht individuelle Entscheidungen durch systematische Entscheidungen ersetzen. Jedenfalls nicht, wenn man gleichwertige Resultate haben will.

Die Optionen, wie man mit diesem Befund umgehen kann, sind ziemlich klar, denke ich: man kann ihn ignorieren, man kann versuchen, so gut, wie es geht, damit umzugehen, d.h. kaschieren, emulieren, nachbessern, oder man kann daraus ein eigenes Konzept machen, die Schwächen des Systems betonen, Fehler nicht verstecken, sondern herausstellen, deutlich machen, dass eine solche Musik nur durch einen systematischen Ansatz, der das Detail vernachlässigt, zustande kommen kann. Klar machen, dass es in gewisser Weise mehr auf die Operation, als auf das Ergebnis ankommt. Den Qualitätdruck herausnehmen. Und damit natürlich auch die Spießigkeit des gut gemachten vermeiden. Bernhard Lang wäre wahrscheinlich ein Kandidat für einen solchen Ansatz.

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