Komponieren heißt nicht, etwas zusammenzusetzen, sondern etwas in einen Zusammenhang zubringen.
Ganz klar symphonischer Zusammenhang, Verschmelzung von Stimme und Klavier in einem Feld. Verschmelzung von drei Texten in einem Feld. Text blitzt durch, wenn man ihn kennt, an einigen Stellen sogar ziemlich deutlich, an anderen gar nicht. Die Rufgeste kann man sicherlich nur mit Erklärung als Textausdeutung verstehen. Es stimmt aber tatsächlich, dass die Texte bei näherem Hinsehen eine starke Präsenz haben, obwohl man erst enttäuscht ist, dass sie letztlich vermieden worden sind.
Frage wäre sicherlich, warum ein Stück, dass auf der offensichtlichen Ebene nicht funktioniert, letztlich doch überzeugt. Vielleicht, weil es absolut ernst ist. Weil das Wort Gefahr am Ende einschließlich Klavierstretta tatsächlich als Aussage funktioniert. Als ob das ganze Brimborium davor nur daraufhin komponiert wäre.
Gleichzeitig muss die Frage erlaubt sein, warum es nötig ist, Texte so ineinander zu verzahnen, dass man sie nicht mehr verstehen kann, wenn man sie nicht in ihren Bestandteilen auswendig gelernt hat. Klar könnte man sagen, dass die Detailarbeit auf allen Ebenen, also auch der Textebene, gleichwertig sein muss, auf der anderen Seite ist Text eindeutig kein musikalisches Material und kann nur als solches behandelt werden, indem man ihn als Text zerstört.
Ein Mann mit einem riesigen Geschwulst auf der rechten Backe steht in der Konditorei vor dem Eistresen, genau an der Stelle, die zur Toilette führt. Ich bleibe stehen und warte darauf, dass er mich vorbei lässt. Er rührt sich nicht und schaut mich fragend an. – Hilfe!