Chor

Poppea: Extrembeispiel für reine Text/Tonhöhe-Arbeit und relativ eindeutig zu monolithisch. Das rezitativische Prinzip wird nie durchbrochen, weder in Richtung reine Musik, noch in Richtung reiner Text. Das Ausfüllen des Notentextes durch die Schauspieler/Sänger genügt nicht, um den unangenehmen Eindruck eines in sich geschlossenen, nicht reaktionsfähigen Systems aufzubrechen. Im Prinzip von der Problemstellung nicht grundsätzlich verschieden von unserer aktuellen Situation: Das Entlangkomponieren am Text als grundsätzliches Übel.

Und auch mein geliebter Lully: Wenn man ehrlich ist, ist das ohne das ganze Spektakel auch nicht SO spannend, Sololinien gegen homophone Chöre, immer am Text entlang, natürlich toll gemacht, natürlich fantastisch mit dem Sprachgestus umgegangen, aber auch da fehlt doch etwas, oder etwa nicht? Im Grunde immer das gleiche Problem: Wie bringt man das Ganze in eine musikalisch bestimmte Struktur, ohne den Text und seine dramaturgische Idee zu verlassen. Meinetwegen könnte man den Text ruhig zerstören, missachten, zerstückeln, und was sonst nicht, aber am Ende muss er doch irgendwie sinnvoll durchscheinen und nicht einfach nur ein Vorwand für die Musik gewesen sein. Kann aber sein, dass das schon wieder ganz falsche Fragen sind, viel zu ernst genommen, einfach machen, ausprobieren, und wegwerfen, wenn es nichts geworden ist, das müsste jetzt die Methode sein.

Sprache
Stimme
Gesang

UO: Eher der Sound, als das Stück.

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