Sieht gut aus, sieht aber nicht gut aus.
Hadid: Let’s face it, Improvisation/Spontaneität als Wert an sich ist komplett überbewertet. Es kann nur das Ergebnis zählen, nicht das Verfahren. Auf der anderen Seite braucht es schon eine gewisse egomane Größe, um aus einer spontanen Bleistiftzeichnung ein komplettes Gebäude abzuleiten. Ich hätte trotzdem den Verdacht, dass es im wesentlichen darum geht, durch ein Festhalten am ersten Entwurf weitere Entscheidungsketten zu vermeiden. Man könnte auch sagen, dass es immer dann leicht ist, zu improvisieren, wenn das Detail ohnehin keine wesentliche Rolle für das Gesamtergebnis spielt und im stilistischen Rahmen komplett aufgehoben ist. D.h., es muss natürlich entschieden werden, wie bestimmte Elemente verteilt werden, aber es gibt keine harten Argumente für die eine oder die andere Lösung. Denoch wäre auch hier die Frage, ob man das Ergebnis nicht doch optimieren könnte, wenn man verschiedene Lösungen gegeneinander abwägt, auch wenn die endgültige Entscheidung nicht durchbegründet werden kann. Merkwürdige Arbeitsweise: Etwas ausprobieren, etwas anderes ausprobieren, das eine verbessern, das andere verbessern, plötzlich eine dritte Möglichkeit sehen, usw., um am Ende vielleicht doch zum ersten Entwurf zurückzukehren. Was entscheidet denn da: Das Auge? Der Verstand? Das Gefühl? Nutzung als Entscheidungshilfe/Inspiration: Erstmal die Anforderungen durchrechnen und schauen, was sich ohne weiteres Zutun aus ihnen ergibt.
Eine spontane Eingebung? Dafür ist es aber echt gut!
Fieberkurve, Riverside Museum of Transport/Glasgow: Ist das nicht genau das, was man vermeiden will, eine spontan wirkende Signatur, eine zeichenhafte Setzung? Wäre es nicht viel schöner, die Expressivität aus der Konstruktion zu entwickeln?