Methode Aufzeichnung Erkenntnis: Viel kreative Energie fließt in das Ausarbeiten von Aufzeichnungssystemen, nicht für die Musik selbst, sondern für ihre Konstruktion. Wie stelle ich die Konstruktion, ihre Parameter, dar, damit ich mit der Darstellung möglichst direkt, intuitiv arbeiten kann. Manchmal denke ich, dass mit der richtigen Darstellung der Parameter schon die halbe Arbeit getan ist. Was natürlich so nicht stimmt. Aber erst dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Und wenn die Darstellung geglückt ist, gibt es eine gewisse Sicherheit, dass die Arbeit nicht mehr missglücken kann. Allerdings: Ziemlich viele Darstellungsmethoden für ein einziges Stück notwendig. Besonders für DIESES. Erst wenn ALLE geglückt sind, kann die Arbeit beginnen. Ach ja, vielleicht noch das: Wenn die Arbeit erst einmal begonnen hat, sind auch Fehler willkommen.
Lustig, so daherzureden, etwas zu meinen, aber nicht wirklich zu verstehen: Aber da IST etwas! Ich sehe es ganz GENAU!
Was ist eigentlich mit den ganzen Mikroerkentnissen, wo du für eine Millisekunde ahnst, dass etwas so oder so sein könnte? Schreibt da jemand mit? Sind die für etwas gut?
Meinungen nicht als falsch oder richtig, sondern als Meinungen, also als etwas, das von jemandem gemeint wird, darstellen. Als eigenen Gegenstand, Realität, beschreiben. Was jemand meint, ist genauso Realität, also Gegenstand der Darstellung, wie der Gegenstand, über den er etwas meint. Tatsächlich kein Unterschied. Don’t judge. Wenn eine Meinung verworfen wird, ist dies auch wieder nur eine Meinung von vielen, ein Gegenstand wie alle anderen Gegenstände (Houellebecq).
Hipster und Anti-Hipster als Anti-Anti-Hipster: Grundsätzlich gibt es ja kaum etwas Dooferes, als Tristan für die beste Wagner-Oper zu halten, einfach weil es so offensichtlich und deswegen phantasielos/unoriginell ist – und so natürlich auch nur auf einer ziemlich primitiven Ebene stimmt. Trotzdem ist es hilfreich, wenn jemand von außen, ohne Bescheidwiss-Zwang, kommt und einen ganzen Film auf Tristan aufbaut. Zeigt, wie völlig bizarr dieses Stück ist und aus allem herausfällt, was wir unter Musik verstehen. Ein Musiker dürfte das niemals machen. Würde aber eben auch anders mit der Musik umgehen, sie raffinierter, indirekter, bescheidwisserischer, und deswegen uncooler einsetzen. Effekt fällt leider sofort wieder weg, wenn man es sich als normale Musik anhört – auch wenn es dann immer noch stimmt. Offensichtlichkeit, Direktheit oft hilfreich, aber nicht jedem erlaubt. Oberschlau geht gar nicht.
Spieltechniken als einfache Pedale, die einander überlagern: Feld von Möglichkeiten
Tristan als Totenhaus (Melancholia): Vielleicht würde die Tristan-Musik zu einem anderen Sujet viel besser passen. Musik der Verzweiflung? Musik der Trostlosigkeit? Schwärze. Aber Musik der Liebe? Und umgekehrt: Janácek viel zu harmlos für sein Sujet.