Geiseln der Menschheit

Reg’ dich doch nicht so auf!

Kunstfilm (Pedro Costa, Colossal Youth): Je länger die Einstellung, desto mehr wird jedes Detail, jede zufällige Veränderung bedeutsam. Ob ein Blatt vom Baum fällt oder ein Vogel sich im Hintergrund bewegt, alles wirkt wie inszeniert. Das Problem: Man fängt irgendwann an zu verstehen, dass man die Welt tatsächlich so anschauen kann, gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass der Film ganz von alleine so funktioniert. Fluch und Segen der Aufzeichnungsmedien: Irgendwas passiert immer, und ist dann auch automatisch interessant – weil es gar nicht uninteressant sein kann -, und die Kamera zeigt da tatsächlich etwas, was wir sonst nicht sehen würden. Auf der anderen Seite ist die Bedeutung aber geschenkt, es ist von vornherein klar, dass es nicht schief gehen kann, da die Bedeutung ja schon da ist und nur abfotografiert werden muss. Gleichzeitig ist die Bedeutsamkeit auch eine fast unerlaubt wirkende Verschönerung der Realität, eine Beschönigung, die allein dadurch, dass etwas gefilmt wird, stattfindet. Irgendwann fängt man an, sich nach einer reinen Studioproduktion zu sehnen, in der alles entschieden künstlich ist.

Same goes for electronic music: Relief/Tiefenschärfe. Intention. Es ist immer nur das Ergebnis, wo man doch auch einmal einen Bruch zwischen –

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