Oper als einfach nur Text verstanden.

Das ist eigentlich Form: Die Disposition von verschiedenen Werten auf verschiedenen Ebenen in der Zeit und ihre Beziehung zueinander.

Natürlich Form im konventionellen Sinn. Die Frage wäre aber, was Feldman (als einziger Gegenzeuge) wirklich dagegen vorbringen kann. Muss auf jeden Fall ein Thema bleiben, kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Nur: Jetzt muss ich erstmal von der Oper zur Form zurück.

Was Stücke wie Maurizio oder auch M.B.R.M.M.P.P. betrifft: Wenn das Material und seine Grunddisposition feststeht – was es tut, wenn ich bei dem Konzept der quasi wörtlichen Übertragung bleibe – kann nur seine VERFORMUNG Gegenstand der formalen Strategie sein. Das wäre so etwas wie Filtern auf analoge/instrumentale Techniken übertragen, d.h. nicht die elektronischen Techniken nachahmen, sondern ihren Einsatz, ihre Verwendung. Allmähliche Veränderung, plötzliche Veränderung, Bass wegnehmen, Bass wieder einführen, wieviele Instrumente, wieviele Stimmen, wieviel Geräusch, wieviel Ton, wieviel Höhenanteil im Geräusch, wieviel Tiefenanteil im Geräusch, etc.

Also zum Teil doch direkte Übertragung von DJ-Techniken auf Instrumentalbesetzung. Die reine Transkription der Filtertechniken der Originale dürfte nicht ausreichen, um die Transkription zu strukturieren, da die Filterung in der Transkription durch den im Wesentlichen gleichbleibenden Klang der Instrumentalbesetzung eingeebnet wird. Natürlich auch, weil die Tonhöhen der Transkription im übertragbaren Bereich nur einen Teil des Originals wiedergeben.

Allmählich Instrumente wegnehmen, allmählich Instrumente hinzufügen, allmählich sul ponticello einführen, allmählich sul ponticello wieder wegnehmen, etc. NICHT Spieltechniken auf die Lautstärkegrade des Originals übertragen – Effekt ebnet sich über das Stück hinweg zu sehr ein. Daran schließt sich die Frage an: Lautstärken doch auch großformal einsetzen – also nicht nur abhängig von der Transkription des Originals. Sonst vielleicht zu eintönig, zu vorhersehbar. Wahrscheinlich auch zusätzlicher Einsatz von Pausen, Verzögerungen u.ä. notwendig – das akustische Material wird anders funktionieren als das elektronisch definierte.

tollste Musik: einen einzigen Akkord wiederholen (Reggae, Dub-Raum, u.ä.)

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