Hilfe Tod Erbrechen

Der Wedding war in ein glitzerndes Hochhaus-Paradies umgebaut worden, wie ein schöneres und prächtigeres Manhattan in Berlin. Zwischen zwei Hochhäusern eingeklemmt sah man die hohe, dunkle Fassadenmauer eines altdeutschen Domes, verschlossen wie eine Festung. Irgendwo inmitten des Lichtspektakels sollte es einen dunklen Hügel geben, vielleicht ähnlich wie der Kreuzberg am anderen Ende der Stadt, dessen Areal man besser nicht betrat, da hier eine nicht näher erklärte Gefahr lauerte. Im Karstadt am Leopoldplatz, das sich merkwürdigerweise nicht wesentlich verändert hatte, war entlang einer der Seitenwände des Gebäudes im Erdgeschoss eine Notenabteilung eingerichtet worden, in der ich Miniaturausgaben von Pauset und ein Manuskript von Berlioz fand. Die Miniaturausgaben waren kleiner als normale Taschenbücher und ließen sich leicht in einer normalen Jackett-Tasche verstauen. Während ich dies prüfte, machten sich zwei Gauner in zerlumpten Anzügen an mich heran und versuchten halb mit List, halb mit Gewalt, mein Portmonaie zu stehlen, auf das ich verzweifelt meine Hand hielt. Die Noten des Berlioz-Manuskriptes waren auf eine stoffartige, gestrickt oder gehäkelt wirkende Unterlage aufgebracht. Ich stellte mich in eine Ecke und begann, den Stoff des Berlioz-Manuskriptes langsam aufzudröseln.

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