Berlin braucht mehr Prostituierte

It’s that ain’t I deep listening music that I really abhor.

De Chirico: Expressive Titel gegen antiexpressive Objekte. Rätselhaftigkeit der Kombination und der Montage. Sandgebäck. Bilderrahmen. Gerüst. Aber eben auch keine übertriebene Verrätselung, eher eine echte Liebe zur Bildkonstruktion, zur Oberfläche. Metaphysische Komposition, 1916. Ferrara. Super Idee, Dinge zusammenzustellen, die überhaupt nicht zusammengehören, aber nicht so, dass ihre Fremdheit betont wird, sondern als ob sie schon immer zusammengestanden hätten. Wodurch das Geheimnis viel größer wird. Absolute Selbstverständlichkeit. Bleibt die Frage, wo die vielen Winkel, Dreiecke und Latten eigentlich herkommen – sind das wirklich alles nur Rahmenhölzer? Hat das einfach nur so rumgestanden? Sind ja sowas wie der Kit der Bildkonstruktionen. Und wären die materielle Konstruktion des Bildträgers – nur, dass das nicht wirklich viel bringt, es tut nicht wirklich etwas zur Sache. Außer, dass der Kosmos des Malers dadurch in den Vordergrund gerückt wird und die Bildwelt letztlich zusätzlich hermetisiert wird. Alles Externe wie ein Bildzitat. Dazu passen dann auch die vielen Mannequins als Teil der internen Studiowelt. Echtes Gebäck auf Schautafeln montiert. Auch interessant: Auch die besten Bilder kann man sich nicht wirklich merken, könnte man niemals nacherzählen oder beschreiben. Vielleicht weil sie so wenig demonstrativ und didaktisch sind: Es gibt nichts, was man wirklich verstehen könnte, und daher auch keine Gedächtnishilfe. Extrem viele überragende Werke in Privatsammlungen.

Ganz scheußlich: Rezensionen, die mit einem einzelnen Adjektiv als Zusammenfassung enden. Z.B.: Beklemmend. Auch sehr hässlich: Schwarze Hemden, tiefrote Hemden, also die vermeintlich besonders geschmackvolle Entscheidung.

Christina Olson, 1947
Faraway, 1952
Young Bull, 1960
The Virgin + Study, 1969
My Young Friend, 1970
Barracoon, 1976
The Clearing, 1979

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