Die merkwürdigen Pinselstriche im Hintergrund bei Velazquez, die aussehen, als ob irgendwelche Wasserpflanzen im Bild schweben würden. Superschön, aber auch wirklich sehr eigenartig.
Juan de Nisa Valdés Leal
Zurbaran, Schweißtuch: Nüchterne Totalsubtilität.
Ernsthaftigkeit im scheinbaren Kitsch/Kitsch als Arbeit: Ist dann vielleicht gar kein Kitsch. Extremer Realismus als Kitschbezwinger.
Castorf: Im Grunde radikal am Stück vorbei handlungsbetont, die Handlung scheint das einzige zu sein, was ihn an einem Stück interessiert, jedenfalls der Punkt, an dem er mit seiner Arbeit ansetzt. Er verarscht dann letztlich auch nicht das Stück, sondern die Handlung. Deswegen kann er dann auch im Unterschied zu anderen Schauspielregisseuren so gut Oper inszenieren: Er macht das Gleiche, was er immer macht, muss sich nicht verbiegen, setzt auf die Handlung auf, macht die vielleicht sogar deutlicher, als sie in der Oper wäre, und bleibt ganz trocken auf seiner Ebene, ohne die Musik weiter zu stören. Letztlich sogar ein populistischer Ansatz, weil ihn jeder verstehen kann, egal ob er die Oper kennt oder nicht. Insofern echtes Prolltheater und deswegen so erfolgreich trotz seiner Extremsperrigkeit.
gagokbounce
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