Ultrazynismus as a fuckin’ asset.

Höre ich einen Namen, so habe ich immer das Gefühl, als könnte ich den Menschen, dem er gehört, leibhaftig vor meinen Augen sehen. Bekomme ich ihn aber wirklich zu Gesicht, so sieht er meist anders aus.

Es sind immer nur die Leute aus der Provinz, die einem antworten, als hätten sie alles zutiefst erfasst. Gerade dann, wenn man etwas wirklich versteht, sollte man wortkarg sein, und man sollte schweigen, solange man nicht gefragt wird.

Fast jeder liebt nur das, was seinem eigentlichen Beruf fernliegt. Die Priester streben nach der Beherrschung militärischer Künste, und die Landritter verstehen von der Kunst des Bogenschießens nichts, tun aber, als kennten sie sich in der buddhistischen Lehre vorzüglich aus, sie schmieden Kettengedichte und musizieren gern.

Was keinen freien Raum mehr vor sich hat, ist seinem Zusammenbruch nahe.

Wie viele, die eine Kunst oder Wissenschaft erlernen, denken am Abend träge, er komme ja auch noch ein Morgen, und am Morgen, der ganze Abend stehe für die Arbeit zur Verfügung, und so bleibt es stets bei dem bloßen Willen zum Lernen. Warum es wohl so furchtbar schwerfällt, einen Entschluss auf der Stelle auch auszuführen?

In schwierigen Situationen trifft man beim Spielen den Ball gut, aber wenn man beruhigt glaubt, nun sei es kinderleicht, fällt er sicherlich zu Boden.

Man darf die Würfel nicht in der Absicht werfen zu gewinnen, sondern man muss mit dem Vorsatz spielen, nicht zu verlieren. Man denke nach, welcher Zug wohl schneller zum Verlieren führen wird, unterlasse ihn dann und tue den, mit dem man voraussichtlich am spätesten verliert.

Wenn Neuerungen keinen Vorteil bringen, ist es besser, nicht zu ändern.

Sich in keinerlei Wettstreit einlassen, sondern nachgeben, sich selber im Hintergrund halten und die anderen sich nach vorn drängen lassen ist bei weitem das beste.

Wer sich in die menschliche Gesellschaft einreihen will, muss vor allem auf die guten Gelegenheiten achten. Wählt er einen ungünstigen Zeitpunkt, so widerstreben die Ohren derer, zu denen er spricht, er macht sie ärgerlich, und die Sache misslingt. In diesem Sinne muss man also auf die Gelegenheiten achten.

Yoshida Kenko, 1283-1350

Comments Off on Ultrazynismus as a fuckin’ asset.

Filed under Literatur, Philosophie, Politik

Comments are closed.