Museum des 20. Jahrhunderts: Schätze, wenn wir lange genug leben, werden wir uns nochmal schrecklich schämen für unsere Zeit – wenn wir es nicht längst tun. Dieses ewige Geschachere und auf jeden Miniaspekt Rücksicht nehmen ist letztlich das totale Biedermeier und führt zu Kompromisslösungen, bei denen man nicht einmal mehr erkennen kann, was es ursprünglich mal sein sollte. Wirklich extrem unschön.
Beethoven op. 109 als Material verwenden: Das kann ich hier brauchen, das dort. Würde wahrscheinlich sogar ein gutes Stück ergeben. Was einem eben gerade so auffällt. Vor allem, wenn Schnabel spielt. Könnte man gerade so kopieren. Klingt nämlich überhaupt nicht so, wie es geschrieben ist, wenn ich das hier mal festhalten darf.
Wenn es dann richtig weh tut, wird es in gewisser Weise wieder angenehn. Ist nur die Frage, wie man dahin kommt. Auf jeden Fall Zwang/Selbstzwang/Disziplin, glaube ich. Angenehm unerträglich. Jetzt geht es endlich los.
Schweigen ist auch Arbeit, klar. Nachdenken auch, bis zu einem gewissen Grade. Aber nicht richtig. Ist zu interessant. Ablenken natürlich nicht. Echte Langeweile ist superviel Arbeit. Existiert kaum noch. Ausgestorbene Spezies, zumindest akut gefährdet.