Wenn man Musik vor allem als Körperaktivität, oder als Formalisierung von Körperaktivität betrachten würde, könnte man vielleicht sagen, das Instrumente besonders sensible Vergrößerer und Verstärker von Körperaktivität sind. Natürlich eine sehr spezialisierte Körperaktivität, aber definitiv Bewegungen des Körpers. Was wir körperliche Musik nennen, ist in dieser Hinsicht meistens eher uninteressant und vereinfachend. Auch die normale Popvirtuosität ist meistens so sehr auf einen bestimmten Aspekt der Bewegungsmuster reduziert, dass die Bewegungen selbst nur in ihrer Geschwindigkeit, aber nicht in ihrer Subtilität eine Rolle spielen. Bei klassischer Musik bin ich mir da nicht so sicher, weil die unverstärkten Instrumente die körperliche Anstrengung viel deutlicher machen. Und die Instrumente selbst so ausgelegt sind, dass sie im klanglichen Ergebnis eine extrem genaue Vorstellung von der Art ihrer Berührung vermitteln. In der elektronischen Musik fällt dieser Aspekt logischerweise komplett weg, in der elektronischen Popmusik wird er durch das Samplen oder Nachbauen von akustischen Instrumenten zumindest nachgebildet, in der elektronischen Neuen Musik findet er höchstens als musique concrete, also eigentlich gar nicht statt. Hier kann Körperlichkeit nur noch im Klang selbst liegen, nicht mehr im Nachvollzug der Bewegungen auf den Instrumenten.
Miguel Gomez, REDEMPTION
S1A: Ich denke, für die elektronische Fassung wird es absolut essentiell sein, Passagen zu haben, die auf nachvollziehbare Weise (entweder alle Parameter oder ein großer Teil der relevanten Parameter) völlig stabil sind, so dass das Eingreifen der Elektronik verständlich und sinnvoll wird. Letztlich, damit es auch Spaß macht, dem nerdigen Stöpseldrehen zuzuschauen. Im Grunde sehr lange Fermaten des Stillstands oder der Wiederholung, innerhalb derer alle Veränderung auf der Ebene der Elektronik stattfindet.
Chicken Noodle Soup: Aint no fuckin’ composition…
Oper muss die Welt darstellen, wie sie zerplatzt.
Ritualmusik: Reine Zeitmessung, Zählen.
Den gesamten Bühnenapparat benutzen, um ins Publikum zu schauen. Oder die Bühne vom Publikum zu trennen. Das wäre definitiv eine interessante Oper. Untersuchung. Labor. Hermetik. Abgeschlossener Bereich.
PLAGIAT: Eigentlich superschön, diese Nachbauten, gerade, wenn man sie vom Original nicht unterscheiden kann und nur WEISS, dass sie nicht echt sind.
sehr laut gespielt, sehr leise abgespielt/
sehr leise gespielt, sehr laut abgespielt, obviously
alles wird geschlagen
SHUNGA
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