December 21, 2013 · 8:05 pm
Was wäre denn, wenn die Instrumente einfach etwas ganz anderes machen würden? Tonhöhen und Register, rhythmisches Verhältnis zu Stimmen entsprechend Planung, ansonsten aber völlig frei eingesetzt.
Nur warum/wie genau?
Material Stimmen/Instrumente: g/ä/v?
Wäre interessant mit Vorgreifen/Nachgreifen. Dann müssten die Phrasen wirklich fest und eindeutig zugeordnet werden (Anfang/Ende/Überschneidung).
Schlagzeug: Auch unbestimmte Instrumente den Registern zuordnen? Dann müssten Instrumente und ihre Register im Voraus ausgewählt/zugeordnet werden.
Was bedeutet das eigentlich genau, wenn man etwas als unsinspiriert bezeichnet? Ist es einfach nicht gut genug, fehlt ihm die Intensität, hat es keinen Fluss, wirkt es zu sehr erarbeitet? Geistlos, ideenlos? Es fehlt die Überraschung, das Besondere. Der Punkt, an dem es in etwas Neues, Eigenes umschlägt.
December 21, 2013 · 8:03 pm
Modell 3 für Stammheimer/Stockhausen/Heidegger oder Chorszenen? Matta Clark vs. Parlando. Das würde heisen, dass Trio und Chor auseinander genommen und neu zusammengesetzt werden müssten. Synchrone vs. Asynchrone Passagen.
still
sanft
in sich gekehrt
langsam, weitgespannt
Schrei-e Schrei-e Schrei-e Schrei-e
Schlä-ge Schlä-ge Schlä-ge Schlä-ge
absolute Kontinuität
ununterbrochenes Klangband
Duette vollständiger Gegensatz zu Terzetten
December 21, 2013 · 7:50 pm
yes, sure
Man denkt, man kann etwas nochmal so machen, wie man es schon gemacht hat. Vielleicht hofft man es auch. Ist aber nicht. Geht überhaupt nicht. Ist genau das, was gar nicht geht. Soviel zu: Etwas gelernt haben. Vielleicht ist das eine Bedeutung von Personalstil: Das abarbeiten, was man gelernt zu haben glaubt. Und was danach übrig bleibt.
quäl dich!
mach ich doch!
das nennst du quälen?
nur gestimmtes Schlagzeug? dadurch eine Art Kontinuität erzeugen? möglicherweise Brüche nicht durch Instrumentenwechsel, sondern durch Registersprünge erzeugen?
reiben
streichen
oder einfach an/schlagen?
Die Instrumente sprechen zusammen mit den Stimmen, nehmen den Sprachgestus vorweg oder lassen ihn nachklingen. Das wäre eine Sichtweise und eine Begründung.
Das Gegenteil wäre ein rein instrumental gedachter Satz, in den die Stimmen eingepasst werden.
Dritte Möglichkeit: Instrumentaler und vokaler Satz, unabhängig voneinander konzipiert und ohne nachvollziehbare Synchronisation übereinandergelegt.
Werfen
Nochmal werfen
Nochmal werfen
Bis es dir gefällt
Bis du zufrieden bist
December 21, 2013 · 7:46 pm
(Nach H. Zengler)
Und manchmal steht dein Ich im Raum von Bühnen,
Wo Spieler eine Wirklichkeit gestalten,
Die dich erinnert. Und in ihren Mienen
Und Gesten und wie sie Gewänder halten,
Triffst du das Eigne als das Angeschaute
Und siehst dein Wesen: Volk aus einem alten
Moriskenstück, das nie ein Dichter baute.
Du spielst und folgst dem Spiel und mühst dich reiflich.
Dann fällt mit einem sonderbaren Laute
Der rote Samt. Und gar nichts war begreiflich.
Für H. Zengler,
Luckenwalde, 12.9.1972
Peter Hacks
December 21, 2013 · 7:44 pm
es interessiert mich gar nicht
es ist überhaupt nicht, was ich will
Pause/Pause/Pause/Pause/Pause/Pause: Keine Kontinuität (Vorspiel)
December 21, 2013 · 7:41 pm
Ludwigslust
Wittenberge
einfaches, schlichtes Stück: warum nicht einfach komplette Verdopplung (mal abgesehen davon, dass die Besetzung das nicht hergeben würde)?
Angst
Entschlossenheit
Demut
Bescheidenheit
Begleitfiguren: Don’t forget. Wäre doch eigentlich auch toll.
Stimmt.
Zeitüberbrückung
Stimmt.
komplette Indifferenz
Stimmt auch.
schnell, in Einem durch
Stimmt.
some live, some die – ist das unfair? ist das unfair, dass das nicht unfair ist?
Stimmt nicht.
Ich habe es genau gesehen, doch jetzt finde ich es nicht mehr.
Stimmt.
Zeitraffer
Zeitdehnung
Ja, stimmt.
Tier/animalisch
Stimmt.
darkness/light
Stimmt auch.
black
white
Stimmt.
December 21, 2013 · 1:42 am
Quasi durcheinanderreden.
g: Anfang und Ende synchron, dazwischen Abweichungen möglich. Quasi Block.
ä: Silbenüberschneidung
v: Wortüberschneidung
Staccato/Portato/Legato/Verbindungen & Aufteilungen
Stimmen und Instrumente immer gleiches Material? Wäre dann eindeutig von den Stimmen und damit vom Text bestimmt. Hätte den Vorteil, dass Stimmen und Instrumente klar und eindeutig aufeinander bezogen sind, die Stimmen führen und die Instrumente begleiten. Würde auch die zeitlichen Verhältnisse zwischen Stimmen und Instrumenten, die Zuordnung, eindeutig klären.
Könnte man als langweilig ansehen, würde aber auch den ziemlich unangenehmen Aspekt von Ausdeutung aus der Begleitung nehmen. Begleitung ist quasi ein technischer Vorgang, der die musikalische Struktur erweitert, aber keine eigenständige Schicht darstellt, sondern die vorhandene Schicht stützt. Quasi eine komplexe Vortragshilfe.
Die einzige Musik, in der dieses Verhältnis anders definiert ist, ist ja im übrigen tonale Musik, die das Verhältnis zwischen Melodie und Begleitung harmonisch definiert. Alle ähnlichen Verhältnisse davon abgeleitet. Klar, dass wir solche Musik nicht mehr schreiben, auch dann nicht mehr schreiben könnten, wenn wir tonale Musik schreiben würden.
Mittelalterliche und Renaissancemusik 100% homogen in Bezug auf das Verhältnis von Stimmen und Instrumenten. Erst wenn die tonalen Verhältnisse geklärt sind, kann eine gewisse Heterogenität entwickelt werden, die dann instrumentale Textausdeutung zulässt.
Gleichzeitig bekommt das Material dadurch, dass es von den Stimmen mit Text in die textlosen Instrumente überführt wird, eine neue Bedeutung, auch dann, wenn es sich um eine instrumentale Variante, eine instrumentale Imitation handelt.
Gefühlsmäßig ein reines Verfolgen der Stimmen durch die Instrumente interessanter als ein flexibleres Verhältnis.
Verwunschene Ecken, vergessene Plätze: Nicht immer, aber oft Orte, an denen man das Gefühl hat, dass sie schon lange niemand mehr betreten hat. Irgendwie auch Kindheitsorte, atmosphärische Erinnerungen. Frage wäre, ob die Wahrnehmung bei verschiedenen Personen gänzlich verschieden ist, oder ob sich Ähnlichkeiten, Gefühlsmuster ergeben würden. Hat, glaube ich, auch etwas mit heimlich/unheimlich zu tun.
December 21, 2013 · 1:41 am
Akustik: Dumpfheit/Ferne/Hall
Dinge, die wirklich gelungen sind, sind rücksichtslos.
Ihr Startpunkt liegt auf einer unbefestigten Straße (Wasser).
C C C E FIS FIS FIS FIS /h /h /h /a /g /fis E E E E
Lustig, wie schwierig es sein kann, von den reinen Tonhöhen auf die Melodie zurückzuschließen.
I’m not there.
Actually, you aren’t.
December 21, 2013 · 1:40 am
Erster Teil langsame Impulse, viele Pausen, einzelne, komplexe Schläge, Strukturierung durch Pause. Vielleicht sogar mehr Pause als Klang.
Zweiter Teil ursprüngliches Konzept, kontinuierliche Transkription, großer, homogener Klangblock, Strukturierung durch Verdopplungen und Auslassungen. Letztlich komplette Darstellung des Materials mit wenig Eingriffen.
Dritter Teil komplexe Überlagerungen, dynamische Muster, sehr schnelle Ein-/Ausblendungen. Verschiedene dynamische Muster in regelmäßigem und unregelmässigem Wechsel, Behutsamkeit in der Mechanik. Aufscheinen lassen und verschwinden lassen. Sekundenbruchteile. Absolute Präzision über sehr langen Zeitraum. Totale Erschöpfung.
Zu 1: Tiefe Lage, grummeln, langsam nach oben gehen, Ambitus ausbreiten. Zu 2: Mittlere Lage. Zu 3: Ganz gespreizt. Harte Schnitte, Pausen.
Ca. 10 – 20 – 20.
December 21, 2013 · 1:39 am
ineluctable modality of the visible/audible
Register nach Entfernung
Weite Register im Oktavabstand näher als benachbarte Register
Ausgangspunkt immer führende Stimme
Gleich wäre allerdings wirklich gleiche Töne, nicht einfach nur gleiches Register
Riesige Palette von Abstufungen zwischen ähnlich und verschieden.
3 hoch, 1 runter, 1 Pause, Quintole 5:4
December 20, 2013 · 10:45 pm
Bühne/Ensemble/Dirigent/Noten/Notenständer/Rückwand/Leuchten/Projektor/Lampen/Instrumente/Scheinwerfer/Monitor/Screen/Leinwand/Publikum
Langsamer, sanfter Schnitt: Abwägen zwischen Schwarz und Weiß, weicher, aber trotzdem schnittartiger Übergang.
weiß Schnitt schwarz Schnitt weiß Schnitt schwarz Schnitt weiß
Auf weiß Zu schwarz Auf weiß Zu schwarz Auf weiß Zu
Zu weiß Auf schwarz Zu weiß Auf schwarz Zu weiß Auf
Zu weiß Zu schwarz Zu weiß Zu schwarz Zu weiß Zu
Auf weiß Auf schwarz Auf weiß Auf schwarz Auf weiß Auf
Oder eben: Register absolut und/oder relativ festlegen ohne Rücksicht auf mögliche Intervalle. Erst danach Intervallkonstellationen festlegen. Auch Instrumente wie Stimmen behandeln.
Überlagerungen/Engschneiden
Auf schwarz Auf Schnitt Auf schwarz Auf Schnitt Auf schwarz Auf Schnitt
Auf weiß Auf Schnitt Auf weiß Auf Schnitt Auf weiß Auf Schnitt
Zu weiß Auf Schnitt Zu weiß Auf Schnitt Zu weiß Auf Schnitt
Zu schwarz Zu Schnitt Zu schwarz Zu Schnitt Zu schwarz Zu Schnitt
Zu weiß Zu Schnitt Zu weiß Zu Schnitt Zu weiß Zu Schnitt
Auf weiß Zu Schnitt Auf weiß Zu Schnitt Auf weiß Zu Schnitt
Auf weiß Auf Schnitt Auf weiß Auf Schnitt Auf weiß Auf Schnitt
Auf schwarz Auf Schnitt Auf schwarz Auf Schnitt Auf schwarz Auf Schnitt
Zu schwarz Auf Schnitt Zu schwarz Auf Schnitt Zu schwarz Auf Schnitt
Zu weiß Zu Schnitt Zu weiß Zu Schnitt Zu weiß Zu Schnitt
Zu schwarz Zu Schnitt Zu schwarz Zu Schnitt Zu schwarz Zu Schnitt
Auf schwarz Zu Schnitt Auf schwarz Zu Schnitt Auf schwarz Zu Schnitt
Register
Intervalle
Tonhöhen
Wenn das Weiße weggeht, kommt dann automatisch das Schwarze, oder wie ist das?
December 20, 2013 · 10:06 pm
Ziemlich krass, was man nicht wahrnimmt, weil man zu wissen glaubt, dass es nicht sein kann. Es war immer so, also kann es jetzt nicht anders sein. Selbst bei offensichtlichen Problemen wird das, was man zu wissen glaubt, erst zuletzt – oder nie – überprüft. Macht ja auch grundsätzlich Sinn. Man kann nicht alles auf einmal überprüfen, also prüft man zuerst dort, wo die Lösung am wahrscheinlichsten scheint. Trotzdem irrsinnig, wie dadurch Offensichtliches übersehen wird. Wie weit man sich durch vermeintliches Wissen von der Realität entfernt.
Angst kann sehr real sein – und deine Welt verändern.
Man spricht erst darüber, wenn man das Gefühl hat, auf der sicheren Seite zu sein. Wenn es also vorbei ist.
and then it’s oh-ver
der sprichwörtliche Täter und der Tatort
Ist heute Freitag?
Nein, heute ist Mittwoch.
Ach so.
December 20, 2013 · 9:56 pm
Ruccola
Kautschuk
Oktave
Quinte
Prime
Quinte
Oktave
Prime
Quinte
Quinte
Prime
Oktave
Oktave
Prime
Sekunde
Sekunde
Prime
Wiederholung teilt
December 20, 2013 · 9:55 pm
Auch super: Wie schnell die Stimmung umschlägt. Kaum siehst du auch nur den Hauch einer Chance, schon bist du wieder die Zuversicht selbst.
Die Instrumente sezieren die Stimmen, zeigen, was die Stimmen tatsächlich tun. Prozess. Wahrscheinlich müssen wir irgendwoher einen in sich geschlossenen Prozess generieren. Damit die Musik nicht einfach so am Text entlangfährt.
totale Eindeutigkeit/absolute Verzweiflung/die Sehnsucht nach der Oktave
Verbrennt/Glimmt/Leuchtet/Strahlt/Flackert/Blitzt/Dämmert
Was man alles verschweigt. Und worüber man auch wirklich nicht reden sollte. Weil es sinnlos ist. Eine merkwürdige Linie, die man immer mal wieder ein bisschen übertritt, weil man denkt, dass man dies sich oder anderen schuldig wäre. Stimmt aber nicht. Ist immer falsch. Pathos, das nicht hilfreich ist.
Was ist eigentlich mit der absoluten Stummheit, der totalen Dämpfung, der völligen Finsternis: Haben wir die auf dem Schirm? Können wir die überhaupt auf dem Schirm haben?
die dunkle Wolke
December 20, 2013 · 9:52 pm
Ist es zu kompliziert? Ist es zu einfach? Warum glaube ich da jetzt gerade nicht dran? Was muss ich tun, um daran glauben zu können?
Zuversicht als künstlerisches Problem: Um etwas zu verkaufen (Auftrag, Aufführung), musst du zuversichtlich sein, um an den Punkt zu kommen, wo du ein gutes Stück schreiben kannst, musst du alle Zuversicht hinter dir lassen.
Einfach ein schlechtes Stück schreiben. Ein schlechtes Stück akzeptieren, um ein gutes Stück schreiben zu können. Küchenpsychologie. Aber trotzdem nicht falsch.
durchziehen, als ob du es nicht könntest – du kannst es ja auch wirklich nicht
Erst Pause, dann Ton: Pausendauer bestimmt Tondauer, nicht umgekehrt.
Pause: Bisschen auch wie eine Farce – gleich geht’s weiter.
Kameraposition – die Position des Beobachters, der Ort der Bilderzeugung: Was wäre das denn genau?
Binnenpause = Artikulation
Einheit: Note(n) + Pause
Artikulation um jeden Preis!
December 20, 2013 · 9:48 pm
Verzweiflung
Jederzeit alles möglich. An jeder Stelle. Erst am Ende wird zusammengebaut.
Ziemlich kurze Wellen von Konzentration und Erschöpfung. Wie immer Notwendigkeit der Entscheidung als höchste Anforderung an Konzentrationsfähigkeit, kontinuierliche Serie von reinen Entscheidungsakten führt am schnellsten zu Erschöpfung.
Anfälle von Begeisterung, herrliches Wetter, quasi Idylle, sehr friedlich. Lustig, dass Autofahrer sich grundsätzlich ungeschickt verhalten, dass das Autofahren offenbar zu Ungeschicktheit zwingt. Wirkt aus der Vogelperspektive ziemlich lächerlich, im Verkehr selbst eher ärgerlich, dumm, und vor allem rücksichtslos. Rücksichtslosigkeit wahrscheinlich immer nahe an Dummheit, es sei denn, es handelt sich um echte Bosheit.
Das Bild/Bilder: Jede Einheit für sich, als Bild betrachten. Absolute Flexibilität, totale Austauschbarkeit der Versionen. Jedes Bild ein Problem für sich.
Alles ersetzbar. DIES statt DAS, JENES statt DIESES. An Stelle DESSEN lieber DAS.
Material IMMER verdoppeln? Quasi homogenes Ensemble, das nur INNERHALB seiner Homogenität modifiziert wird?
Gleichzeitig: Absolute Kontinuität. Immer IRGENDWAS klingen. Ausfüllen. Lücken ausfüllen. Unterbrechungen strategisch platzieren. Erschrecken. Teppich. Abschneiden. Durchschneiden. Reißen. Reißt.
December 20, 2013 · 9:45 pm
Pause
Arpeggio + Reibeholz: E.M.M.A.
Absurde Arpeggio-Ketten: Wäre schön. Wäre doch toll!
In dem Moment, in dem mehr als eine Stimme da ist, musst Du Dich entscheiden.
I like that. I’m beginning to see the potential.
Alles Unisono/Pseudo-Unisono?
Arpeggio als Gegenstand: Kriechen, quälend, in Nicht-Bewegung/Anti-Bewegung pervertiert.
sieht alles absolut phantastisch aus (durch die Straßen gehen)
Horrorfilm: Kameraposition und Timing (?)
December 20, 2013 · 9:43 pm
Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem erwähnenswert: Vor der Erfindung der Fotographie war Malen natürlich auch eine Gedächtnisleistung, und wahrscheinlich auch eine Art Abstraktion von der Zeit, Zusammenfassung. Man konnte nicht einfach den Himmel fotographieren und dann abmalen, sondern musste sich entweder möglichst genau merken, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte, wenn einem dieser Zeitpunkt besonders wichtig war, und etwa in einer schnellen Skizze, einer Art Kurzschrift, festhalten – die aber auch schon eine längeren Moment zusammenfassen würde, da sie ja nicht die quasi ausdehnungslose Belichtungszeit der Fotographie, sondern einen gewissen Zeitraum der fortschreitenden Skizzierung benötigen würde. Oder man musste das Typische eines bestimmten Himmels, vielleicht auch eine gewisse Emotionalität, die der Himmel haben sollte, konstruieren, und damit einen deutlichen Abstraktionsschritt vom tatsächlichen Himmel weg vollziehen, auch wenn das nicht unmittelbar offensichtlich, weil nicht nachprüfbar, und dem Maler wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war.
Nicht Stimmigkeit, sondern Unstimmigkeit, die Produktivität birgt. Altes Problem: Man kann nicht absichtlich unstimmig sein. Vielleicht kann man so lange an etwas arbeiten, bis es unstimmig wird. Ich meine damit allerdings nicht, dass etwas lebendig wird, sondern dass es tatsächlich nicht mehr zusammenpasst, und dadurch Bewegung erzwingt.
Schlagzeug: Nur Riffelung, oder fast nur Riffelung, verschiedene Grade, verschiedene Geschwindigkeiten, quasi Mikrorhythmus, regelmäßige Mikroimpulse in unterschiedlicher Dichte. Sonst ausschließlich gedämpfte Schläge, ebenfalls unterschiedliche Dämpfungsgrade und Dämpfungsmethoden.
Schwestern verdoppelt, spiegelbildlich auf Boden ausgestreckt, leicht gekrümmt, Rücken an Rücken. Eine sieht etwas kräftiger aus als die andere, gesünder, vielleicht auch jünger.
meinetwegen ruhig ins Extrem gehen, was Ausdruck, Dynamik, Tempo etc. betrifft, aber subtil = traurig
Völlig surrealer Sommer: Heiß/Kalt, Sonne/Regen, Heuschnupfen/Klarsicht. Man duckt sich so ein bisschen weg, hilft aber nicht wirklich. Einzige Option: So gut es geht arbeiten.
Eine Ecke, eine Kante, ein Hindernis übersehen: Dumpfer Knall, Bewusstlosigkeit
December 19, 2013 · 2:50 pm
Silben vereinzeln, Parameter je Silbe, Satz vertikalisieren.
Reihenfolge/Abstand/Bindung/Taktend-Pausen/Endtakt-Pausen
Aufteilung immer Bindung
Intelligenzleistung beim Entziffern von Vexierbildern
So how the fuck are things?
Are you gonna –
I mean –
December 19, 2013 · 2:49 pm
… tout cet univers mystérieux est froid. Je ne ressens pas de chaleur dans le vide de l’au-delà. D’ailleurs, c’est l’insensible que j’essaie de transformer en matière. Et cet insensible ne peut être que froid.
Chirico est le premier peintre qui ait pensé à faire parler la peinture d’autre chose que de peinture.
About Group: Ein interessanter Punkt bei lang ausgehaltenen Vokalklängen ist, dass man sich tatsächlich fragt, wie lang sie dauern werden. Bei Instrumentalklängen fällt dieser Aspekt weitgehend weg. Brüchigkeit, Fragilität, Begrenztheit der Stimme.
Fine tunen, immer weiter fine tunen, man denkt, man kann immer weiter fine tunen, und dann ist es plötzlich aus.
Stil vs. Idee: Hadid/Liebeskind/Koolhaas/Sanaa
Kurze gequetschte Silben, schnell, mehr Geräusch als Tonhöhe, quasi Verzierung, am Ende bewegungslos liegenbleiben, quasi tot stellen. Maschinell.
Bermudas vs. Shorts
December 19, 2013 · 2:48 pm
Journalismus
U-Bahn: Hörgerät klemmt an Wandknopf
1 Ornament/2 Silbe/3 Silbe/4 Bindung/5 Bindung/6 Bindung
1 Anzahl Einheiten/2 Dauer gesamt/3 Aufteilung/4 Pause/5 Gesamt/6 Bindung
Grundsätzliche instrumentale Kontinuität etablieren, dann unterbrechen, aber nicht zerstören.
Aufteilung kann Ersatz für Anzahl Elemente sein.
Aufteilung immer gebunden.
Pause Takt
Pause Zeile
Pause Phrase
Man versteht es nicht, wenn man es nicht systematisiert. Und wenn man es nicht versteht, kann man nicht damit arbeiten.
Konzept als Möglichkeitsraum: Alle Möglichkeiten offen halten und damit auch nahelegen/denkbar machen.
Don’t let the air conditioning fool you, son. You are here, too. You ARE suffering.
Festspiele als Mediamarkt der Kultur: Pop als preiswerter Köder, um die Leute ins Haus zu bekommen und ihnen dann die teure Weiße Ware (Waschmaschinen = Hochkultur) verkaufen zu können). Ziemlich fieses Konzept – aber alle sind glücklich: Let’s fuckin’ survive. Even if we don’t.
December 19, 2013 · 2:46 pm
Einzelne Szenen/Teile auscharakterisieren oder das gesamte Stück monolithisch behandeln? Melismen als Addition und Melismen als Division getrennt behandeln. Register. Artikulation.
Your question seems to imply that there is some necessity to use these means in this historical moment. And I think the possibility to think so alone might be reason enough not to use it, because there is nothing we should doubt more than a generally accepted opinion – like that you have to use these means nowadays, basically because they are there and are supposed to stand for some contemporaneity. But: If everybody does it anyway, why should you, too? It’s ridiculous to think that everybody has to follow the same path, just because the path is there and seems to be – at least in technological terms – the most recently invented. I even doubt the notion that it is able to stand in more than the most banal sense for contemporaneity or being up to date.
Leitartikel-Musik, Populismus: Läuft doch letztlich immer auf Adolf H. hinaus, oder?
December 19, 2013 · 2:45 pm
Aber auch: Figur, Darstellung
Überstrapazierte Form
historische Grausamkeit
Schönheit
Die Danke-Lüge: Nur weil wir ratlos sind, heißt das ja noch lange nicht, dass wir uns in den Schutz der Religion flüchten müssen. Vielleicht will der liebe Gott ja sehen, dass wir unsere Ratlosigkeit aushalten können. Überhaupt eine irrsinnige Idee der Religionen, dass sich der liebe Gott dafür interessieren könnte, ob man an ihn glaubt oder nicht.
Liebe ist die Gabe dessen, was man nicht hat, an jemanden, der es nicht will. Ist das so? Klingt ein bisschen zu schlüssig, zu gut, um wahr zu sein.
December 19, 2013 · 2:21 pm
Instrumentale Dramaturgie: Ja, klar, logisch, letztlich doch noch größere Unterschiede als im vokalen Bereich. Auf der anderen Seite Stimmen eher identisch mit der Persönlichkeit der Sänger, insofern stärkere Rückkopplung/unmittelbarere Wirkung.
Verschwinden
Abschied
Ease not. And ease is. And they weren’t.
Tänzer als Schauspieler
Handicap als Behinderung
Dunkel als Angst
Licht als Rhythmus
Sprache als –
Funktioniert deswegen so gut, weil die Körper wirklich behindert sind, wenn ihnen bestimmte Aufgaben gestellt werden. Das Handicap wird also nicht dargestellt, sondern ist wirklich da. Die Körper erzählen ihre Geschichte als Körper, so dass es fast unvermeidlich ist, sich mit ihnen (ebenfalls als Körper) zu identifizieren.
December 19, 2013 · 2:20 pm
schleimiges Monster in der Schwarzteekanne, weniger Qualle als intelligentes, aggressives Plasma, plumpst aus der Tülle
Stimmen g/ä/v
Instrumente g/ä/v
Stimmen/Instrumente g/ä/v
– kann man das so sagen?
– ja, ich finde schon, das kann man so stehen lassen.
natürlich ist die Anspannung groß
wieviele Instrumente, wann, wo?
v zu expressiv
ratlos/Ratlosigkeit
Verharmlosung
ordne your Gedanken
antiintuitiv
December 19, 2013 · 2:19 pm
Maybe a little too secure, a little too confident.
Motivation einfach, dass irgendetwas gehen MUSS.
Parallelmontage geht allerdings wirklich überhaupt nicht mehr. Völlig nervendes Kunstmittel.
Synchrone und sukzessive Einsätze: Gestische Bedeutung der Tonhöhe verändert sich komplett. Man könnte fast sagen, dass der gleiche Ton nicht die gleiche Tonhöhe ist.
Das Gefühl, plötzlich sterben zu müssen. Jetzt, hier, auf der Stelle. Völlig klar, warum hat man das bloß nicht früher verstanden. Allerdings, was hätte es geändert, wenn man es verstanden hätte. Heidnischer Aberglaube. Hysterie.
Akkorde als Pathosgeste. Nicht bestimmte Akkorde, sondern der Akkord an sich, drei oder mehr verschiedene Töne gleichzeitig. Merkwürdige Idee.
Romantischer Brutalismus: So würde ich auch gerne heißen. Paul Rudolph.
Es muss schnell gehen, sonst ist es nicht toll.
December 19, 2013 · 2:18 pm
No clue. Irgendwas stimmt nicht. Es fühlt sich nicht richtig an. Und es läuft natürlich auch nicht flüssig, klar. Also versucht man es anders. Und dann nochmal anders. Weil man keine bessere Idee hat, versucht man etwas völlig Unsinniges. Geht eigentlich gar nicht. Geht vielleicht doch. Plötzlich ist man auf einer anderen Stufe. Geht das ganze natürlich wieder von vorne los.
Homeland: Tue ich jemandem Unrecht, wenn ich sage, dass das fast grotesk langweilig ist? Und dass hier die Spannung wirklich nur darin besteht, dass man sich fragt, wann es endlich weitergeht? Dennoch selbst hier der Serien-Effekt, dass man sich, ob man will oder nicht, in die Figuren hineindenkt, etwas hinzugibt, was sie eigentlich nicht haben, höchstens suggerieren.
Bei aller Schwäche, trotz des völlig durchschaubaren Plots, fragt man sich trotzdem, wie es weitergehen wird, wie die Figuren sich entwickeln werden. Die Geschichte an sich treibt, auch wenn sie noch so doof ist, auch wenn sie noch so dürftig erzählt ist. Vielleicht hat die Figurenkonstellation einen gewissen Wert, eine gewisse Faszination, die über das Banale hinausgeht.
Filed under Film, Methode
December 19, 2013 · 2:17 pm
begrenzte Lebenskraft/Werk (Machaut)
Dynamik
Dämpfung
Akzente
Justin Timberlake: Tunnel Vision
Akra: Tunnelvision
Man starrt auf die Aufgabe und hat nicht die geringste Ahnung, was man tun soll. Zeichen, dass man noch ein bisschen schrauben muss, nachjustieren, einrichten, ordnen, aufräumen, Gedanken klären, ausprobieren, verwerfen, neuansetzen, etc.
Wie ist das eigentlich, kann man alles ernsthaft behandeln, z.B. auch Unsinn? Macht das Sinn? Einen super Text über einen völlig bescheuerten Gegenstand schreiben? Etwas darin finden, was eigentlich nicht da ist?
A long-ass time ago. Back when I could still piss in a straight line.
December 19, 2013 · 2:16 pm
Impuls: Damit es vorbei ist.
Spannung: Wann ist es endlich vorbei?
Immer
Alles
Zusammen
nach dem Gefühl entscheiden: wenn das Gefühl stimmt
bis zur Erschöpfung: emotionale Leere
warst du offen?
warst du konzentriert?
hast du alles gegeben?
December 19, 2013 · 2:15 pm
Sport: Ist es vielleicht auch hier so, dass die Dauer, die Zeit und die Langeweile, die damit verbunden ist, das Wissen, das man bis zum Ende durchhalten muss, eben auch als Zuschauer, zur Spannung beiträgt? Ist zum Beispiel ein Tennismatch nur dann wirklich spannend, wenn man als Zuschauer wirklich jeden einzelnen Punkt durchleidet, wenn man auch alle langweiligen Punkte mitnimmt, um am Ende das Ergebnis emotional verstehen zu können? Steigt die Spannung mit der Langeweile? Braucht das Erleben tote Momente, um echte Spannung aufbauen zu können? Jetzt muss ich noch dies aushalten, jetzt muss ich noch das aushalten, noch zwei Spiele usw., ist ja letztlich nicht anders als im Horrorfilm der dunkle Gang, das drohende Unheil, der lange Weg zum Showdown, eben die gesamte Strecke, die nicht verkürzt werden kann.
Müsste man sich auch bei Beethoven noch mal genauer, ausschließlich auf Dramaturgie bezogen, anschauen.
Trash Humpers: Vielleicht viel besser, als man denkt. Vielleicht ja tatsächlich Porträt einer Haltung, eines Lebensgefühls, das wir sonst nicht kennen. Extreme Betonung von Nutzlosigkeit und Normalität. Leben ohne jede Transzendenz. Realität. Möglicherweise wirklich nur sichtbar in der extremen Randexistenz, aber auf alle zutreffend.
Jeden Takt teilen? 1/1, 1/2, 1/3, 1/4, 1/5: Etwas passiert in der Mitte des Taktes. Bruch, Schnitt, Schweigen.
December 19, 2013 · 2:14 pm
Sehr langes Stück für 6 Solostimmen. Kompakter Klang, eng strukturiert/gegliedert.
Spiegel trennen, aber unterscheiden nicht. Geometrische Elemente.
Dass man dann plötzlich irgendwo anders ist. Ortswechsel. Tatsächlich merkwürdig: Die Bestandteile sind bekannt, die genaue Zusammensetzung nicht. Die Regeln sind ähnlich, aber nicht gleich. Man findet sich zurecht, versteht es aber nicht. Es sei denn, zurechtfinden wäre schon verstehen, und alles andere wäre nur Detail, Zugabe.
Muss man halt auch sagen: Dass eine sogenannte Karriere die Möglichkeit, bestimmte Dinge zu denken, von vornherein beschneidet. Denn wenn man sie nicht sagen kann, warum sollte man sie dann denken? Insofern intellektuelle Profile auch immer Abbildungen der sozialen Situation, in der sich die jeweilige Person befindet. Es kann ja z.B. auch absolut opportun sein, gegen bestimmte Dinge zu opponieren, wenn man sich in einer bestimmten Situation befindet. Interessant wird es erst, wenn du gegen die Situation, in der du dich selbst befindest, opponierst. Oder, viel besser, unabhängig von ihr bleibst. Dich nicht von ihr beeindrucken lässt. Auch riskierst, wieder zu verlieren, was du dir erarbeitet hast. Die revolutionäre Geste kann in der richtigen Umgebung ein ganz normales Karriere-Instrument sein.
Toll, wie sehr wir heute wieder einer Meinung sind.
October 7, 2013 · 12:17 am
Pop/Klassik: Zeitung/Roman
Chateaubriand
Ryan Gosling
Auf die Spitze geklettert, über die Spitze gelehnt und balanciert: Starke, strudelartige Schwindelgefühle.
Rejected
Ganz schön unangenehm, etwas gar nicht im Griff zu haben. Am liebsten würde man sich sofort zurückziehen, um sich die Erniedrigung des Wartens zu ersparen.
Geige
Bratsche
Alt
Countertenor
Absolut still stehen, in exakt vorgegeben Zeitabständen lösen und sofort kurze Tonfragmente singen, die von der nächsten Körperstarre abgeschnitten werden. Nicht theatral, sondern formalistisch verstehen.
Kolik: Staccati auflösen, lange Noten unterteilen.
Staccati: Einfache und doppelte Glissandi.
Menschen, die glauben, etwas verstanden zu haben, und daran festhalten, weil es ihnen so schwer gefallen ist, dorthin zu kommen.
Und / so \ wei \/ ter / und \ so /\ wei / ter /\ und \/ so / fort \ und / fort \/
Langeweile als rumdudeln: Noch ein bisschen dies, noch ein bisschen das, noch ein bisschen fast das Gleiche, mal ein bisschen schneller, mal ein bisschen langsamer, mal ein bisschen dunkler, mal ein bisschen heller. Allerdings muss dafür das Material auch schon von Anfang an dudelig sein, sonst funktioniert es nicht. Kind of Qual. Was für eine Art von Qual ist eigentlich Langeweile genau? Tut ja nicht weh, und tut dann eben doch weh, auf eine gar nicht so subtile, eher sehr konkrete Art. Punkt ist vielleicht: man weiß nicht, ob es langweilen soll, oder ob es einfach langweilig ist, deshalb fehlt die direkte Konfrontation mit dem Aggressor.
Filed under Countertenor, Film, Gesang, Klassik, Kolik, Material, Oper, Philosophie, Pop, Schlachten 2: Motette, Stücke
October 7, 2013 · 12:13 am
Neues Arpeggi-Stück schreiben: Stellar OM Source, aber auch The Knife, usw.
nur reine Intervalle
a-h-c-e: elektrische steel drums, Überleitung
einschließlich Unisono
das Produkt
die Entscheidung
DEKORDER
Schock des Einschlafens: Unwillkürliche (innere) Bewegung. Schlag.
no Zweifel
Armin Schuster
Cada dia tus ilusiones cruzan con las nuestras.
With Love: Klingt wie das erste Meisterwerk des Jahres
Verlust: Irre, wie traurig man ist, wenn man etwas verloren hat, was man mochte. Auch wenn es nicht wirklich wichtig war. Oder gerade dann. Das wichtig sein relativiert sich da ziemlich. Nützlich ist da z.B. ganz schnell gar nicht mehr wichtig.
Superinteressant das Problem des Schnitts, wenn er unorganisch, gegen das Material gesetzt ist. Wie bekommen wir heraus, ob die Wiedergabe korrekt ist, wenn es keine Anhaltspunkte gibt, wie der Schnitt gemeint ist? Soll er völlig falsch klingen, soll er einfach nur als Schnitt wahrnehmbar sein, oder soll er quasi überblendet werden? Gilt allerdings nur für elektronische Musik. Das Instrument normalisiert jeden Schnitt und lässt ihn dadurch verschwinden.
October 7, 2013 · 12:11 am
Gewerkschaftsbosse als die schlimmeren Unternehmer: Fettleibigkeit ohne Risiko. Kann ich leider nicht wählen, sorry.
Elektrische Panflöte. Auch toll, natürlich.
Beethoven: Bewusster und vorgeführter Eingriff in die Struktur. Zeigen, dass es auch anders geht. Es hätte auch ganz anders sein können. Gerade in tonaler Musik möglich, weil es eine Grammatik gibt. Gleichzeitig ist Musik verzeihender als andere Medien, weil sie nicht gegenständlich ist. Deswegen handelt es sich um reine Grammatik, reine Dramaturgie, und nicht die Anordnung, den Abbruch von Gegenständen. Es gibt keine Provokation, die auf das Leben direkt zugreifen würde. Diese Einschränkung vorausgesetzt geht Beethoven so weit, wie man nur gehen kann, alle neue Musik eingerechnet. Man muss erst einmal eine Grammatik haben, um sie einreißen zu können, daher sicher auch das strikte Festhalten an der zugrundeliegenden Periodik.
wie kriegt man etwas noch hässlicher hin? wie macht man etwas wirklich hässlich?
Warme Sonne, wenig Wolken, die Luft fühlt sich gerade noch kühl auf der Haut an. 20 Grad. Leichtes Frösteln im Schatten. Quite pleasant.
Alles, was einem irgendwann einmal wichtig genug war, aufzuschreiben, stehen lassen.
Auf eine gewisse Art tatsächlich die Funktion, etwas zu bezeugen: Dass man da war, dass man etwas gesehen hat.
Nö, finde ich nicht.
Doch, sehe ich auch so.
October 7, 2013 · 12:06 am
Klang Klang Klang Klang Klang. – What the fuck is it? How do I notate it? (Beethoven)
Ultramodernismus vs. Lesbarkeit/Jelinek: Straff gespannte Oberfläche. Der Wille, die Pointendichte stabil zu halten. Also kein Abfall, kein Anstieg. Anti-dramaturgische Ästhetik, total nachvollziehbar, aber irgendwie eben doch falsch. Das Problem, selbst Spaß zu haben. Und das Publikum darüber zu vergessen. Nicht sich selbst darstellen, sondern seine Performance. Quasi das eigentliche Thema: Ich kann die Spannung halten. Was ja automatisch nicht stimmt, by the way. Frage wäre eher: Wie kann ich aus dem Stück heraus die Spannung variieren? Nicht, um es interessanter zu machen, sondern, um es besser zu machen, um die Frage zu akzeptieren: Kann es nicht-konventionelle Dramaturgie überhaupt geben?
Ein bisschen so, als ob man wach bleiben müsste, um zu überleben. Als ob man der Held wäre, wenn man die Intensität durchgehend gleich hoch halten könnte. Was nicht der Fall ist. Man hält die Intensität gleich hoch, indem man sie variiert. Grindcore/Death Metal.
Wiley Wiggins
All I’m saying is, if I ever start referring to these as the best years of my life, remind me to kill myself.
Homogener Track, der plötzlich in eine andere Richtung geht: Funktioniert fast immer, erfreut fast immer, ist aber eigentlich ein ganz einfacher Trick. Was ist das eigentlich: Zwei Stücke, die direkt aufeinander folgen, oder ein Stück mit plötzlichem Charakterwechsel? Warum ist es tatsächlich etwas anderes, wenn es ein Stück ist?
October 7, 2013 · 12:02 am
What the fuck am I doing?
Volker hat recht, Pultbeleuchtung muss in Lichtkonzeption einbezogen werden: Vielleicht wie ein Funzeln, Aufglimmen, das Licht entsteht mit der Musik, aber die Musik lässt das Licht entstehen (was faktisch/technisch ja wahrscheinlich wirklich so sein wird). Weißes Licht als Licht-Licht. Einfache Leuchten oder gefilmte/projizierte einfache Leuchten. Klingt einfach, ist aber wahrscheinlich ziemlich kompliziert.
Künstler/Verantwortung: Bad idea. Kann nicht gut gehen.
So verschwurbelte Stimmungen, geistige Verkrampfungen, aus denen man meint, niemals mehr herauskommen zu können. Und dann plötzlich einfach weg, vergessen. Ein bisschen wie Krankheiten, die entsetzlich sind, wenn man sie hat, aber vergessen, wenn vorbei. Hat bei Stimmungen meist mit Umgebung oder Aufgaben zu tun, dann totale Panik, wie, wenn ich da nicht mehr herauskäme, wie, wenn ab sofort alles so bleiben würde, wie es jetzt aktuell ist, nämlich schrecklich? Klar sagt die Lebenserfahrung, dass das vorbeigeht, die Vernunft sagt, glaub der Erfahrung, aber es fühlt sich eben nicht so an, als ob es so wäre. Die unmittelbare Evidenz sagt das Gegenteil. Sie sagt: Das ist von nun an Dein Los. Wie konntest Du nur so unvorsichtig sein, Dich hier hinein zu begeben? Gleichzeitig gilt real weiterhin, dass man nicht alles auslassen kann, was einem unangenehm ist, dass man nur lernt, wenn man den Hirn- und Gefühlskrampf riskiert. Oft stärkste, aber nicht unbedingt wichtigste Eindrücke. Eher Ergänzung als wesenhaft.
Chor/Ockeghem: Verlängerter Atem, über die offensichtliche Metapher des ins Unendliche fortgesetzten hinaus natürlich auch eine körperliche Metapher, fast schon eine Beschreibung eines tatsächlich nicht möglichen Zustandes, über den Atem hinaus getragen. Macht tatsächlich Sinn: Schwerelosigkeit, Auflösung der lebenswichtigen Körperfunktionen, Sieg über den Tod. Religiöse Phantasie.
October 6, 2013 · 11:58 pm
Francois de Nomé
Schwerpunkt 3: Menschen/Maßnahme 3.2
Reincken, Hortus Musicus: Schnelle, virtuose Hauptstimme und langsame, begleitende Nebenstimme. Warum bleibt das interessant? Warum funktioniert das so verdammt gut? Was ist genau der Trick?
Sieht aber Super aus: Wie sollte das kein Argument sein? Glauben wir ernsthaft, dass wir Dinge besser nach ihren inneren Werten beurteilen können?
es / ist / alles / e / gal: Kein Geheimnis, aber trotzdem interessant, welche Silben man auseinandernimmt, und welche nicht. Und für einen Moment fühlt es sich so an, als ob es gar nicht anders sein könnte. Zwei Stunden später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Labilität des Geschmacksurteils. Oder des Gefühls. Oder des Ausdruckswillens. Wie war denn das? Wie hat es sich angefühlt? Notat. Innere Emotionalität.
Sprachklang: Fast unmöglich, den systematisch zu behandeln, ohne sich in die totale Hysterie-Welt zu verfangen. Funktioniert eigentlich nicht. Erbe des Serialismus.
Acting cool: Acting as if you would have all the time in the world. Acting as if you were immortal.
– That’s cool, indeed.
– But you aren’t.
– Well, fuck it, anyway.
– That’s the spirit.
Kolik
Licht A Capella
Hear Your Brother Hear
Im Kinderzimmer/Im Kino: Piece Of Shit
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October 6, 2013 · 11:52 pm
Gelassenheit/Entspanntheit: auch nicht schlecht, besonders wenn man sich die ganzen verbiesterten Gesichter anschaut.
Überprüfbarkeit
Vergleichbarkeit
Machart
Suggestion
Den Programmtext einfach mitlaufen lassen. Nur: Dann musst du den wieder erklären.
Rausgeflogen: O.k., und was machen wir jetzt? Träum’ fuckin’ weiter!
Was Du Dir vorstellen kannst, und was Du Dir nicht vorstellen kannst. Etwas ganz einfaches, einfach nur Achtel. Ich fühle das halt nicht. Ich glaube nicht daran. Nur als Parodie.
but, you know, you never know
warum ist das gut, und warum will ich das nicht?
der macht das: DER macht DAS. Personen als Instrumente. Einerseits totale Beschränkung, es geht dann eben nur mit DIESER Person und keiner anderen, andererseits Feindifferenzierung aus Erfahrung, die sonst nicht möglich wäre. Der macht das nämlich, der macht immer das, deswegen kennt er sich dabei so gut aus. Er hat seine eigene Sprache entwickelt, die sich aber auch auf genau dies beschränkt. Hong Chulki.
Das Licht der Herrschaft/Herrlichkeit.
Die Scheinwerfer der Macht.
Interessant, was einem alles nicht gefällt. Und zwar gar nicht. Z.B.
October 6, 2013 · 11:26 pm
was noch?
Pause
Kontrast
Zitat/Sample
kind of fuckin’ poor
ist die reine Substanz
bitte lieber Unsinn
bitte, lieber Unsinn
lieber Unsinn, bitte
Das zu liebevolle, zu gut gemeinte, zu engagierte möchte man natürlich auch nicht haben, selbst dann nicht, komischerweise, wenn das Ergebnis perfekt oder zumindest nahezu perfekt ist. Irgendwie hat man zu sehr das Gefühl, dass um die nächste Ecke gleich der ganze private Horror wartet, dass es gar nicht anders sein kann, als das das Projekt bei der nächsten Gelegenheit frontal gegen die Wand fährt. Nicht schön. Keine angenehme Vorstellung. Ein bisschen professionelle Distanz wirkt da Wunder. Mach etwas gut, aber nicht zu gut. Versuche nicht, deinen persönlichen Traum zu bauen. Eigenheim.
Schnelle Koloraturen, gutturale Attacke, enden alle auf einem langgestreckten Ton, möglicherweise immer demselben.
Brummen, immer wieder Brummen, leises Brummen, möglicherweise immer derselbe Ton – oder nur leichte Abweichung.
Motette: gleichzeitig – versetzt – allein/gar nicht
Normal, aber weird, das wäre doch eigentlich die Lösung heute, oder?
Vins Toni gelabert
Torre des canonge
Vi blanc 2010
das geliebte Fleisch
October 6, 2013 · 11:19 pm
Vor meinem geistigen Auge:
Raum, exakt wie dieser, nur leer.
Ich sehe das Licht, den Boden, die Unebenheiten der Bohlen, Staub, Dreck, alles andere ist weg, leergeräumt.
Musik läuft. Wollen wir nicht ein bisschen Musik hören? Läuft doch. Oh, stimmt.
Lächeln in der Stimme: Das ist so traurig. Das ist so erschütternd. Worüber freut die sich denn so?
Aus Fernen, aus Reichen.
Unglaublich, wie schnell man aus etwas draußen ist, wie schnell man aber auch wieder rein kommt: Wie habe ich das nur gemacht? Absolut keine Ahnung. Ach so, ja, genau. Ja, so war das. Eigentlich ganz einfach. Irre. Welten dazwischen. Irgendwie auch traurig. Ausgeliefert. Auch wenn es eigentlich immer funktioniert.
Grundbedingung: Man muss verstehen, wie viel Arbeit es ist, etwas zu tun. Wie viel mehr Arbeit, als man jemals für möglich halten würde, in vergleichsweise einfache Ergebnisse gesteckt werden muss. Man muss es selbst machen, um es zu verstehen, und man vergisst es sofort wieder, wenn man es nicht mehr macht. Deswegen kann man es auch niemandem erklären. Der Invest. Hilfe.
gut, o.k.
Der Vorteil, Entscheidungen nicht mehr zurücknehmen zu können, und das zu wissen. Es muss halt alles passen, und wenn es nicht passt, muss es auch passen. Lernen. Weitergehen.
Shoegaze Punk
ja, schon
Dinge immer dann tun, wenn man gerade NICHT will, warten, bis es nicht mehr anders geht, bis man es nicht mehr vermeiden kann, könnte exakt der richtige Moment sein, um neues/anderes Material einzuführen, so lange herauszögen wie nur möglich, und dann eben doch liefern, KANN gar nicht falsch sein.
Beruf: problem solving
Wie im echten Film: Ist der kleine Junge wirklich gerettet, oder wird der böse Riese zurückkommen?
October 6, 2013 · 11:15 pm
Unisono: Das ist so dermaßen lustig, das muss man einfach machen. Tja, leider sind offensichtlich gute Ideen meistens ziemlicher Schrott. So auch hier.
never/older
Frage wäre, was interessiert, was hält das Interesse, wenn nichts passiert. Allerdings auch: Was würde das überhaupt heißen, dass nichts passiert. – Wirklich gar nichts?
Geduld/Tugend/Laster
Grundmodus Faseln
mur Rauschen
eigentlich nur Rauschen
Schläge zusammensetzen: Totale Staccato-Verpixelung
Rad-An1: Schöne Idee, irgendwann, aber auf keinen Fall in der Mitte des Tracks, ganz wo anders hinzugehen.
einfach nochmal lesen, anders auslesen, die gleichen Daten anders auslesen
zynisch, deprimierend, deprimierend zynisch
ready when you’re ready
ready when you’re not ready
:always ready
tot stellen
nicht bewegen
hell wach
This is fuckin’ symphonic!
October 6, 2013 · 11:06 pm
ihr müsstet dringend daran arbeiten, Dinge gut zu finden, die euch nicht gefallen
Wenn Du schon gleich einen bestimmten Ausdruck hineinlegst, kann es nicht mehr wirklich ausdrucksvoll werden. Dann ist es einfach vorgekaut, vorverdaut. Schnittchen. Kauf. Let it fuckin’ speak for itself.
Schwarzer Pfeffer/Leder
strenger, böser
Instrumentation Dvorak Cellokonzert zum Teil ziemlich perfekt im Sinne von glatt-effektiv-geschmacklos – so ein bisschen wie bonbonfarbener Sextraum. Sollte man sich mal genauer anschauen.
Fernsehen ist wie einen 100-Euro-Schein anzünden und zuschauen, wie er verbrennt. Und der 100-Euro-Schein ist dein Leben. Vorteil: Kurz und schmerzlos. Nachteil: Man hat nicht sehr viel davon. Eigentlich hat man gar nichts mitbekommen.
Lustig, dass mit einer bestimmten Tonhöhe Teile des Registers automatisch ausgeschlossen sind. So dass man sich dann zwischen Tonhöhe und Register entscheiden muss. Ich will aber … Geht halt nicht.
Aussitzen können. Warten können. Ist natürlich wirklich eine eigene Qualität. Wirst du nicht ganz ohne auskommen können.
No worries, just shame.
Okay. Let’s have fun.
October 6, 2013 · 11:02 pm
Torjubel und Tröte auf gleicher Tonhöhe: Quasi-O. Interessant. Hört der denn nicht mehr auf zu jubeln? Klingt wie durchgedreht.
There’s too much drone in the World. Oder etwa nicht? Ist doch merkwürdig, dass man sich drone after drone after drone anhören kann. Klingt erstmal alles gleich, und ist dann eben doch total verschieden. Und ziemlich schwer, den Finger drauf zu legen. Qualitätsbeurteilungstechnisch. Wirkt sehr geschmacksabhängig, fast wie Essen. Ich mag dies, ich mag das, das mag ich aber überhaupt nicht.
Kunst als Konsensprodukt. Merkelismus oder so. Dass auch/gerade Kunst, die kritisch sein will, erstmal schaut, was das Stammpublikum will oder wollen könnte, und dementsprechend liefert. Mag auch mit Fördermechanismen etc. zu tun haben, sitzt aber, glaube ich, tiefer. Sicherheitsgefühl, auch auf Seiten des Publikums, aber erst recht auf Seiten der Künstler. Wäre es nicht schön, man macht mal was, wo niemand kommt? Man produziert was, und niemand geht hin? Theater ohne Publikum? Wäre wahrscheinlich viel spannender. Etwas, das gut ist und abstößt. Nicht gemacht ist, um abzustoßen, sondern einfach von Natur aus abstößt. Sogenanntes Rätselraten.
Kritische Kunst zum nach Hause tragen. Das bedeutet dies, das bedeutet das, damit ist jenes gemeint. So wohltuend verständlich.
I just happened to be there.
angenehm trist
geil traurig
Trauer, traurig, Linie, getragen, anheben
ich dachte, ich hätte das schon …
October 6, 2013 · 10:58 pm
Leere ist natürlich auch toll, klar.
Ist ja übrigens dann so etwas wie vollumfänglich realisierte direkte Demokratie, wenn die Politik wesentlich damit beschäftigt ist, herauszubekommen, welche Positionen sie beziehen muss, um Wahlmehrheiten zu beschaffen. Sozusagen den Willen des Volkes vorweg genommen. Leider nicht so wahnsinnig befriedigend.
jetzt sag nicht, das hatten wir schon
Wenn’s das Wort schon gibt, muss es das Ding ja auch schon geben, oder?
Auch interessant, dass man so wenig wirklich versteht. Dass man ahnt, das könnte so oder so sein, dass man aber im Wesentlichen im Dunkeln stochert. Viel später wird dann manchmal klar, ob man recht hatte oder nicht. Es sieht dann nicht unbedingt so aus, als ob alles ganz offensichtlich gewesen wäre, eher ist es so, dass man seine Ahnungen im Nachhinein besser analysieren und einordnen kann. Der Gegenstand hilft, wenn er verstanden ist, Ahnungen aufzuklären, eher nicht umgekehrt.
Alcácer Do Sal: Fuckin’ diversity all over the place (actually not quite). Kanten, die nicht aufeinander stehen können. Statik optisch ignorieren/negieren. Wenn größtmögliche Variabilität zur Norm geworden ist, ist reine Serialität die neue Abweichung. Der nächste Zug.
Millionen Melodien für Millionen: Der Nachklang. Jeder hört etwas anderes. Gehört zu den Phänomenen, deren Wahrnehmung definitiv nicht kontrollierbar ist. Und das hat auch damit zu tun, dass man weiß, dass er nicht manipuliert werden kann. Wenn dies doch geschieht, hört man anders zu.
Testton-Brummen
Testton-Piepsen
Audiosculpt: Ein bisschen wie die Putzfrau, die die Fettecke wegputzt. Man hat etwas Schönes, will es noch schöner machen, und bleibt mit leeren Händen zurück.
wenn/wo möglich, Unisono
October 6, 2013 · 10:54 pm
Heute, hatte ich gedacht, essen wir die Suppe auf, hat er gesagt.
Stimmung: Äh, na ja, wie ist denn die Stimmung? Rauschen, Kratzen, Knistern.
selbstverliebt
Absolute Towers, Mississauga: Interessante Aufgabe, einen ondulierenden Turm zu bauen, und dann im Nachhinein einen zweiten Turm zu entwerfen, der den ersten abwandelt und ergänzt. Würde mich interessieren, wie sie da ran gegangen sind.
Luhmann als Prosagedicht
Unschuld
unschuldig
schuldlos
was ich höre
ich höre seit längerer Zeit
seit einigen Takten
Sag mal, kann das sein, dass du mir meinen Cursor weggenommen hast?
Rechtsperonist
Ich bin grundsätzlich unangepasst: Gibt es etwas angepassteres als Rockmusik?
I’m a patriarch type motherfuck. So now you lay flat from cash tray while I fall back and execute my plan with patience. Shit I’ve been praying so long hopin’ that the god come save me. On my knees meditatin’. I ain’t seen the motherfuckin’ blessing yet. Straight patriarch type nigger. That’s who the fuck I be.
ziemlich schwierig auf Schlagzeug umzuschalten
October 6, 2013 · 10:24 pm
Falsche Entscheidungen, Fehlentscheidungen: Toll! Alles total falsch, alles total anders gekommen, und gerade deswegen interessant. Die besten Stellen fallen einfach weg. Und das Lustigste ist: Du weißt überhaupt nicht, was stattdessen kommt.
Komplett gegen jede Planung. Und das ist im Übrigen ja auch etwas, was Planung interessant macht: Dass man sie nicht beherrschen kann. Dass man aber sehen kann, dass man sie nicht beherrscht. Dass die Abweichung deutlich wird. Und dass sie uns dadurch zwingt, etwas zu tun, was wir eigentlich nicht tun wollten. Und auch nicht hätten tun können. Notwendiger Umweg oder so.
Komisch, dass es so befriedigend ist, gegen sich selbst vorzugehen. Jedenfalls, wenn es einem gelungen ist. Man hat selten so sehr das Gefühl, das Richtige getan zu haben.
– Ich mag es, wenn die Dinge einfach so liegen bleiben
– Na, da wird mir manches klar. Deswegen ist es hier immer so unordentlich.
– Ich lasse gerne alles hängen. Und wenn ich was Neues aufhängen muss, hänge ich es einfach drüber.
– Manchmal muss man aber auch was abhängen.
where would you like to live?
how would you like to live?
in what kind of space would you like to live in?
what are your –
fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck fuck.
please!
please!!!
Lustig: Wenn man sich mal entscheidet, nicht von vorne nach hinten zu arbeiten, entscheidet die Konstruktion, dass man es doch tun muss. Wenn man hinten etwas ändert, kann man nicht mehr sehen, wie es vorne hätte sein sollen.
October 6, 2013 · 10:19 pm
O Gott ist der unsympathisch! Hilfe! Bitte sterben! Ich! Was am besten den Gefühlszustand wiedergibt. Heulen wollen! Blankes Entsetzen.
Das realistische Theater setzt sich mit der realen Situation im Theater auseinander? Stimmt vielleicht sogar.
Bitte keine Gehässigkeiten.
Ganz leises Klingen, hohes Register, Glockenartig, auf jeden Fall Metall, fast nicht da, fast nicht hörbar, eigentlich nicht hörbar. Woher weißt du, dass es überhaupt da ist? Eigentlich nur, wenn es irgendwann lauter wird, deutlicher wird, und das ist schade: Dass das Undeutliche nicht undeutlich bleiben kann und trotzdem klar ist, dass es da ist. Wobei das natürlich die Definition von Undeutlich ist: Dass es nicht klar ist. Es ist klar, dass es undeutlich ist. Es ist klar, dass seine Undeutlichkeit beabsichtigt ist. Was meinst du denn überhaupt? Den hohen Ton, oder das Rauschen, das Klingeln, oder das Rascheln? Nein, ich dachte eigentlich, es wäre ein leises Ticken. Oder Kratzen. Das ist doch nur die Klimaanlage, oder die Heizung, oder so.
Wenn du es lauter machst, hörst du auch viel mehr. VIEL mehr. Oder näher ran gehst.
Nur Sprechen
Sprechen + Singen
Sprechen + Singen + Musik: Schnitte
Sprechen + Singen + Musik: Keine Schnitte
Einschränkung Anzahl Stimmen vs. keine Einschränkung
Musikstück als solide Masse vorstellen: Es darf keine Pause geben, sonst bricht es auseinander. Alles muss fest miteinander verbunden sein. Gegenteil: Pausen, in die Musikstücke hineingeworfen werden.
October 6, 2013 · 10:09 pm
Frisches Schwarzbrot merkwürdigerweise erfrischend – how the fuck come? Knusper, Feuchtigkeit, Elastizität, saurer, leicht fruchtiger Nachgeschmack – was noch?
Melodie und Begleitung kann ein tolles Konzept sein – vgl. Doo Wop. Warum funktioniert das da so verdammt gut? Vielleicht tatsächlich die extreme Einfachheit des Satzes, in der dann jede Mini-Abweichung ein Ereignis ist. Lustig, dass da auch das Klimper-Klavier wie ein exterritoriales Ereignis wirkt. Übrigens zum Teil tatsächlich wie Samples arrangiert: Ein bisschen Schlagzeug hier, ein bisschen Klavier da, ganz wenig Saxophon dort, bloß nicht zu viel wovon auch immer. Super Idee. Ziemlich professionell gedacht.
Hat eigentlich schon mal jemand drüber nachgedacht, wie Titel in der textlosen Popmusik funktionieren? Oder ob sie überhaupt funktionieren? Wenn es keinen konkreten Bezug gibt (z.B. Textsample), ist der Titel ja mindestens so arbiträr wie in der Neuen Musik. Ein ganz normaler Techno-Track mit revolutionärem Titel: Ich meine, ich verstehe schon, dass damit eine bestimmte Stimmung erzeugt wird, auch für den Produzenten selbst, aber, naja, das war doch schon mit Text schwierig, wie soll es denn dann ohne gehen?
Man könnte sagen, dass im Pop die Person des Produzenten enger mit dem Stück verbunden ist als in der Neuen Musik, dass sie mehr für das Stück, für die Haltung des Stücks steht, dass die kultivierte Anonymität vieler Elektronik-Produzenten gerade wieder eine persönliche Haltung ist, die zu Stück und Titel dazugehört, aber das ist ja letztlich auch nur eine Art Stimmungsbild, dessen konkreter Nutzen sehr begrenzt ist.
Letzter Versuch: Der Titel ist die Message des Stückes, das Stück wird geschrieben, um den Titel zu transportieren. Nicht undenkbar, vielleicht wirklich eine Art Gleichwertigkeit zwischen Titel und Stück, die sich gegenseitig rechtfertigen. Das müsste dann letztlich auch für Stücke gelten, die einfach nur durchnummeriert sind: Unknown 001, #001-004. Der stärkste Ausdruck, der in diesem Zusammenhang mit einem Titel zu erzeugen war?
Lenin-Museum Bischkek: Als ob die Steinplatten nur abgelegt wären. Schöne Idee.
October 6, 2013 · 8:20 pm
Eins
Zwei
Viele
oder eben doch:
Eins
Viele
Lustige Idee: Stück/Platte ist eigentlich schon zu Ende, dann wird einfach noch mal kurz auf- und wieder abgedreht. Man dachte, vielleicht geht es doch noch mal weiter, tut es aber nicht. Keine komplett neue Idee natürlich, aber so ausgeführt, dass man tatsächlich kurzzeitig an einen Neuansatz glaubt. Wahrscheinlich eine Frage des Timings – und der Dynamik (V. Hold, Antagions).
Schnitte vs. Stimmen
macht doch Sinn, oder?
Filed under Form, Oper, Pop
October 6, 2013 · 8:18 pm
öffentliche Rede: Interessant, was alles nicht geht, nämlich eigentlich gar nichts. Sofern es nicht um Fakten, die referiert werden müssen, geht, muss sich öffentliche Rede im Wesentlichen darauf beschränken, Fehler zu vermeiden, und das ist nicht Schuld der Redner oder des Publikums, sondern Notwendigkeit des Mediums. Es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu sagen, sondern, dass überhaupt etwas gesagt wird. Sozusagen ein Pro-Forma-Sprechen, ein Erfüllen des öffentlichen Auftrags der Rede. Auch angeblich provokante Reden erfüllen genau diesen Auftrag: Er war dann eben anders gestellt. Publikumsbeschimpfung, Tabubruch, etc.: Alles Handlungsweisen, die zum Auftrag der Künstlerrede gehören. Eher eine Missachtung des Auftrags, wenn sie nicht erfüllt werden. Die Frage wäre, was passieren würde, wenn der Auftrag wirklich gebrochen würde, bzw. ob das Medium tatsächlich so stark ist, dass der Auftrag gar nicht gebrochen werden kann. Dass der Selbstschutz des Redners jedes Durchbrechen des Auftrags automatisch neu kodiert um zu signalisieren: Keine Angst, ich rede nur. Ich bin nicht gefährlich. Hier droht keine Gefahr. Und alles andere als pathologisch betrachtet würde.
Insofern kann man Politikern auch nicht unbedingt vorwerfen, dass sie lügen, denn in gewisser Weise können sie gar nicht lügen, da sie performen, und die Suggestion der Authentizität, also der Möglichkeit der Lüge, gehört zur Performance dazu. Lustigerweise haben sich Politiker in der Zwischenzeit so sehr in ihre Rolle eingearbeitet, dass man ihnen die Möglichkeit der Lüge eigentlich nicht mehr abnimmt – weil man sie in keiner Weise mehr für authentisch hält. Das wäre dann aber ein klares Zeichen von schlechter Performance. Und in gewisser Weise zu großer Authentizität, was ihre Rolle betrifft. Sie zeigen zu deutlich, dass sie nur eine Rolle spielen. Die zahllosen persönlichen Unvollkommenheiten, die Politiker in ihre Rolle einbringen, ändern im Übrigen nichts daran, dass es sich um eine Rolle handelt, im Gegenteil helfen sie, der Rolle ein authentisches Gesicht zu geben. D.h. ja übrigens auch, dass Politiker nur zu einem ganz kleinen Teil ihre Rolle selbst gestalten können, und der weitaus größte Teil von ihrer Funktion vorgegeben wird.
Das Durchschaubare der Nichtauthentizität macht Politik im Übrigen so abartig langweilig. Da müsste definitiv an der Performance gearbeitet werden.
Müsste man noch weiter auseinander dividieren.
Lustigerweise direkte Demokratie schon längst praktiziert: Die Politiker lauschen dem Volk seine Wünsche von den Lippen ab, um wiedergewählt zu werden. Komplette gegenseitige Fremdsteuerung, geschlossenes System ohne Entscheidungsfreiheit.
October 6, 2013 · 8:16 pm
Verletzte, die auf der Straße herumliegen. Grobschlächtiger Mann mit Kopfwunde wird unter Auto hervorgezogen: Wie geht es Ihnen denn?
Künstlichkeit: Offensichtliche Eingriffe, quasi Fehler, zum Beispiel Abwürgen des Klangs, dann fortsetzen und Ende, tatsächlich körperlicher Schock, wäre durch instrumentale Pause nicht herzustellen. Das Mechanische als das Künstliche. Wobei das Mechanische hier natürlich das Digitale ist, witzigerweise. Übrigens auch mechanisch, hör mal auf Deine Festplatte.
Wenn’s bei die nicht rasselt, rasselt’s halt woanders.
aaa aaa aa aaa aaa aa: tonwiederholungen, Bruchstücke einer Melodie, Telefonsignal im Hintergrund, ist es da, ist es nicht da? Eindeutig Lautsprecherklänge.
Wäre interessant, jetzt einfach alles wegzunehmen. Einfach alles wieder abzutragen, was man aufgebaut hat. Alles einzuebnen. Eine blanke Fläche gegen alle Details.
do I lie?
Funktionen der Eingrenzung: Anzahl Stimmen, Ausschnitt Vorbild, Ausschnitt Abbild
und dann gleichzeitig, alles zusammen, alle zusammen
October 6, 2013 · 8:12 pm
Übertriebene Konstruktionsarbeit: Haus über sich selbst kragen lassen durch extremen Einschnitt. Macht keinen Sinn, sieht aber toll aus.
Erlösungsphantasien: Die Hoffnung, dass auf einen Schlag alles vorbei ist. Well, no problem about that. You just wait.
Brummen (Frau)
Brummen (Mann)
Brummen Erdung/Feedback
Piepsen Feedback
Oh fuckin’ kay/oh/oh fuckin’ kay.
hello hello – – hey.
Oceania/Coil Up: Schwereloser Orgelklang
off-cells 60/40
grollen
grummeln
dröhnen
es WIRD eine zweiter Zustellungsversuches geben
Geräusch wie Gaze vor alle Klänge legen: Sanftes Breitwand-Rauschen
Aneinanderreihung von Miniaturen
zartes Pfeifen/Seufzen
plötzlich alle Glissandi weglassen (ergibt automatisch einen Notenwert mehr für den Endpunkt, also Rhythmusverschiebungen)
tiefes Brummen, breit, fast Rauschen
October 6, 2013 · 8:00 pm
Alinea: Absolute Zartheit. Gespinst, quasi nicht vorhanden. Gewebefaden, ins Leere gezogen. Hässlichkeit der Fragilität. Abfall, Dreck, Staub, Spinnenweben.
Es hatte zu lange keine Bedeutung mehr gehabt.
Reim: Unmittelbare Überprüfbarkeit.
Das könnte übrigens ein wesentliches Merkmal des Zwanzigsten Jahrhunderts sein: Ständiger und systematischer Entzug der Überprüfbarkeit. Immer, wenn Du denkst, Du hast verstanden, was ich mache, ändere ich die Regeln. Was Du verstehst, kann nicht gut sein. In diesem Sinne wäre der konventionelle Roman definitiv nicht Zwanzigstes Jahrhundert. Und man könnte sage, Film wollte nie Zwanzigstes Jahrhundert sein. Wollte eher das Neunzehnte Jahrhundert in eine neue Technik überführen. Und was macht das Einundzwanzigste? Sagt es: Bitte versteh mich? Ich will auch ganz brav sein. – Wie versteckt man Unverständlichkeit?
Traum-Archetyp: Raum hinter dem Raum, Welt hinter der Welt, die offen sichtbaren, bekannten Vorgänge sind nur eine Fassade für die eigentliche Mechanik der Welt. Fließender, anstrengungsloser Übergang.
Flunkern: Dann passt’s besser. Viel besser.
Pieps-Elektronik: DJ Rashad, Drums Please
October 6, 2013 · 7:55 pm
gleiche Stimme mehrmals gleichzeitig verschieden interpretieren
Trommel: Rim Shot/Schnarrsaiten/Dämpfen
So, wie die Vertikale flexibel eingeschränkt und wieder erweitert wird, schließlich auch die Horizontale einschränken: Du hast nur Platz für zwei/einen/halben Schlag etc. Zusätzliche Frage: Wo soll dieser Ausschnitt in Bezug auf den Takt und in Bezug auf das Sample liegen? Ist der Takt ignorierbar? Ist das Sample ignorierbar? Synchrone Ausschnitte gegeneinander verschieben? Asynchrone Ausschnitte ihrer ursprünglichen Lage entsprechend spielen? Asynchrone Ausschnitte übereinander legen? Vollständigkeitswahn. Ausschließen.
Ruhe: Ruhe – na ja.
Takt vs. Sample: Takt greift aus Sample gegebene Dauer ab. Dauer maximal Sample-Länge. Dauer über Takt fällt weg. Schweller oder Schnitt. Forte-Ausbrüche mit Wiederholungen auffüllen.
Kann mir mal jemand erklären, warum Konservative so irrsinnig niveaulos sind? Die deutschen Konservativen e.V.: Danke, Papst Benedikt!
Im Traum Angst gehabt, einzuschlafen, dann aufgewacht. Echt passiert!
October 6, 2013 · 7:51 pm
Piece of Shit: Konsonanzstudie
Alle Schläge umstellen, Folgen je Abschnitt definieren
Kontinuität revisited
tonale Kontinuität: hat etwas ziemlich Schales, besonders in ihrer Spätzeit, als ob sie, obwohl sie ständig hinterfragt wird, zu einer Commodity geworden wäre. Es zwickt und zwackt, aber gerade deswegen kann man sich auf sie verlassen. Ein Sicherheitsnetz, aus dem man, selbst wenn man wollte, nicht ausbrechen könnte. Frage wäre, ob Atonalität tatsächlich der Ausbruch gewesen ist. Oder nur eine Erweiterung der Sicherheitszone. Und wahrscheinlich hat die ganze Misere tatsächlich mit der fehlenden technischen Optionen zur Fortbildung zu tun: Trennung kann nur noch gestisch gedacht, nicht mehr strukturell erarbeitet werden, Kontinuität ist unausweichlich geworden. Daher der Eindruck des hilflosen Gestikulierens, der so viele Formbildungsversuche begleitet.
Französische Cembalomusik: Im Grunde ein unglaublich prächtiger, mit allen Mitteln hinausgezögerter und immer noch weiter fortgesetzter, extrem raffinierter Lärm. Clusterartige Obertonexzesse. Ziemlich toll also. Würde ich auch gerne können.
Portal: Differenzierter Lärm. Einfach immer weiter machen. Hier aber natürlich auch genau das Problem: Die einzige mögliche Gliederung ist die formale Geste, der deutliche Zugriff von außen, sonst läuft das einfach so durch. Klar hätte man lieber eine Gliederung von innen, oder?
Piece of Shit, zweiter Teil: Jeder Schlag kleine Sekunde nach oben. Ausgenommen die beiden Forte-Stellen. Die eher repetitiv-blockhaft auffassen.
Enggestrickter Rhythmus, quasi Lärm: Anschläge sind so eng zusammen gezogen, dass sie quasi eine Geräuschfrequenz entwickeln, die man als eigene Ebene (Vordergrund oder Hintergrund) wahrnehmen kann.
Lärm Lärm Lärm: toll
October 6, 2013 · 7:46 pm
grammatikalische Fehler im atonalen Raum
Zucker auf Zucker, z.B. Marmelade auf Honig: Geht überraschend gut
Abschattierungen zwischen Ton und Rauschen + Rauschen im gleichen Rhythmus
DAFÜR sollen wir die Goldmedaille bekommen?
Nun ja, wir mussten INTENSIV schlagen.
Bassarie murmeln
Orgelsolo
und noch mal überarbeiten
und noch mal überarbeiten
bis es eben stimmt
letztlich völlig egal, womit man angefangen hat
October 6, 2013 · 7:44 pm
Großes Beduinenzelt, strahlend weiß, Federn, Hollywood Gesellschaft, Billy Jean King kommt rein, meine Mutter ruft ihr entgegen: Hast du Panzer?
Schatten/Geräusch: Alle tonalen Elemente geräuschhaft verdoppeln, wenn der Vordergrund aussetzt, bleibt der Hintergrund alleine zurück (und wird zur eigentlichen Information).
Pause/Geräusch: Weißfilm/Schwarzfilm
Interlocking Patterns
Lustig, wenn sich hohe Geschwindigkeit plötzlich schleppend anfühlt. Die Impulse springen in einen anderen Rhythmus/anderes Metrum.
Abwehrmechanismen/Ohrendruck
– Dass alles, was man nicht kennt, als Bedrohung empfunden wird, heißt natürlich auch, dass es mit der Zeit immer mehr Dinge gibt, die einen bedrohen, und der eigene Bereich demgegenüber immer kleiner wird und schließlich verschwindet.
– Wieso das denn? Ist doch genau umgekehrt!
October 6, 2013 · 7:40 pm
tolle, angenehm grobe Konstruktion
6/7: Welche Nie Nicht?
Instrumentation:
1.) Volumen Spielraum
2.) Position Spielraum
3.) Positionierung im Spielraum
Ein riesiges, vielgliedriges, hässliches Krustentier, das über die Landschaft hinwegrollt.
Formeln
Beschwörungen
Zaubersprüche
Wenn du ein Wort dafür findest, ist es weg.
Schämen: Auch hier können beide recht haben. Egal, was du machst, du wirst dich dafür schämen. Es gibt keine Möglichkeit, hier herauszukommen, ohne sich dafür zu schämen.
Idee ausgeschwitzt
Pulsschlag verloren
Maurizio/Licht: Einstimmig beginnen, langsam reinschleichen, quasi Mahler 10
Regelmäßige Aussetzer + Dämpfung = Schwarzfilm (Schedelbauer)
Abbildung und Gegenstand langsam gegeneinander verschieben
Taktbruchteile
Am Ende ganz aus dem Raster fallen (oder gerade wieder hineinrutschen)
October 6, 2013 · 7:37 pm
Schnitt gegen den Schlag: größer/kleiner/gegen den Schlag/in sich verschoben
Untrue überarbeiten: Fassungen Einleitung gegeneinander schneiden, 8tel-Pausen als Trennzeichen, Differenz vs. Unisono. Vielleicht Oktaven verstärken (Kontrabass).
Wahnsinn: Alles komplett schwachsinnige Lüge. Völlig grenzdebil. Irrsinnige Absurdität.
Block und Schnitte: Weiche Fugen
Abbildung eines Klangs: Was wäre das denn genau? Ja wohl nicht einfach nur seine Wiedergabe. Unterschied zwischen Foto und Klangaufnahme: Bei der Klangaufnahme hat man tatsächlich immer den Eindruck, dass es sich um den Klang selbst handelt (auch wenn das so natürlich nicht stimmt).
Davon stirbt man nicht: Du vielleicht nicht, ich schon.
October 6, 2013 · 7:35 pm
Gedicht: Erstaunlicherweise wirklich möglich, dass man ein Gedicht ganz genau liest und am nächsten Tag dennoch kaum wiedererkennt. Als ob nur die oberflächlichsten Merkmale gleich bleiben würden. Als ob man Buch führen müsste über das Gedichtelesen. Ist das vielleicht sogar ein Kriterium für ein gutes Gedicht? Sprachkonzentration.
Merkwürdiges Ideal, eine Musik zu schreiben, die vom Instrument losgelöst ist. Könnte man gegen sich selbst wenden, indem man für Schallwellen schreibt. Elektronische Musik, zunächst als Verwirklichung der Unabhängigkeitsidee, dann als endspezifische Musik, exakt ausdefiniert, unabhängig von jeder Apparatur. Letztlich Sample, Aufnahme. Diese Aufnahme ist das Stück. Basta. Das Instrument existiert gar nicht mehr, außer als Sample/Foto. Das war das Instrument, damals.
Knacksen
Brummen
Rauschen
Piepsen
Krachen
Summen
Knistern
Knacken
Surren
Donnern
Rollen
Knarren
Schnarren
Klirren
Knattern
Schleifen
Rattern
Quietschen
Zischen
Einrasten
Scheppern
Wobbeln
Wabern
Surren
Kratzen
Schaben
Klacken
Pluckern
Zupfen
Streichen
Streifen
Reißen
Stecken
Schließen
Schlagen
Platzen
Knallen
Pressen
Drücken
Fallen
Plumpsen
Kullern
Ausspringen
Rollen
Reiben
Schleifen
Bahn: a-e-c-h-a/h-c-cis-d
October 6, 2013 · 7:31 pm
Dass irgendjemand irgendetwas spielt, ist schon Begleitung. Vorausgesetzt, es ist nachgeordnet/flächig. Warum funktioniert das so gut?
Einfach gar nichts.
Noch nicht einmal peinlich.
Litanei.
Piece of shit: Alles komplett nur Drone? Würde sicher gehen/wäre eine Möglichkeit. Alles leise. Totale absolute Kontinuität.
Das schöne an Dingen, die einfach so durchlaufen, ist natürlich, dass sie einfach so durchlaufen: Man muss nicht wirklich darüber nachdenken, wie es weitergehen soll.
Cembalo: Sinnlichkeit der ultrapräzisen Attacke oder Attackenfolge.
absurd und irgendwie trotzdem o.k.
October 6, 2013 · 7:26 pm
Lustig, dass Dauerintensität/Aufgeregtheit auch wahnsinnig nerven können. Man würde sich dann ein bisschen Strenge, ein bisschen Formalismus, irgendwas, was über den puren Einfallsreichtum hinausgeht, wünschen. Einfach mal leer lassen. Einfach mal echte Härte zeigen. Nicht dauernd zeigen, wie wahnsinnig brillant man ist. Da wirkt das traditionelle Material übrigens auch ziemlich klugscheißerisch/bescheidwisserisch.
Orchester: Frage wäre, warum das alles so gleich klingt, warum der resultierende Ausdruck auch immer so wahnsinnig ähnlich ist. Selbst wenn man ihn total überdehnt.
Oktaven und Mikrotöne. Lustig, dass letztere als direkte Abweichungen eigentlich immer weinerlich klingen. Kann man nicht mehr machen. Was müsste man denn tun, damit das Orchester nicht mehr wie Orchester klingt?
Alles, was zu viel ist, ist gut. Loving the too much.
Elektronik mit Schlagzeugakzent, Schlagzeug löst Elektronik aus, Elektronik löscht Schlagzeug aus.
Keine gute Idee: Videoarbeiten, die eigentlich Kurzfilme sind. Noch schlimmer: Videos, deren Storyline man zusammenfassen kann. Tatsächlich finde ich, dass Narrativität komplett gegen das Medium geht.
Gleiches Objekt, zwei leicht gegeneinander verschobene Perspektiven gleichzeitig. Schnitt/Naht in der Mitte.
Zwei Schirme, gleiches Objekt, gleiche Perspektive, zeitlich leicht gegeneinander verschoben.
Cluster in den Goldberg Variationen.
Interessanter, wenn man nicht weiß, ob überhaupt etwas passiert, als wenn dauernd etwas passiert.
Riesiger, kahler Bogen, durch dessen Ruine man in den dunkelblauen Nachthimmel starrt.
Blind: Liste von Zitaten ist Gedicht.
October 6, 2013 · 7:20 pm
Nationalismus: Die Überzeugung, dass man zu siegen VERDIENT, auch wenn man schlecht spielt. Also so etwas wie angeborene Unfairness.
Produktion
Reproduktion
Weißes Rauschen
Weißes Rauschen
Weißes Rauschen
Elektronik
Klingt von draußen besser als von drinnen.
Die sterben ja wirklich. Das ist ja überhaupt kein Spiel.
Schreien formalisieren: Jede Silbe andere Dynamik. Flüstern. Stimmhaft/stimmlos.
Entschiedenheit als Routine ist keine Entschiedenheit, weil es nichts mehr zu entscheiden gibt.
Die Pause festlegen, BEVOR man die nächste Zeile kennt: Durchlaufendes Versmaß/Metrum vermeiden. Hebungen/Senkungen.
A$AP Rocky: Interessant, wie extrem einfach der Sprechrhythmus ist. Man merkt es natürlich, vor allem das Eintönige des Vortrags, aber dass es tatsächlich am Rhythmus liegt, versteht man erst, wenn man darauf achtet. So einfach KANN es gar nicht sein.
Heidegger vielleicht doch verfremden – zumindest, wenn er begleitet ist?
Lopatin
Hecker
October 6, 2013 · 7:17 pm
Noch mal zu Magie: Es erinnert ja ein bisschen an den Verbrecher, der immer wieder zum Tatort zurückkehrt, wenn ein Komponist, dessen Arbeit wie keine andere magische Momente abruft, immer wieder davon spricht, dass das magische Moment zerstört/vermieden werden muss. Ein normaler Instrumentalsatz hat nichts magisches, ein tonaler Satz letztlich auch nicht, ein Satz, der die Tonproduktion als Geräusch vorführt, aber eben doch. Auch das Ausstellen von tonalen Versatzstücken hat etwas magisches, als ob man sich mit den Köpfen der getöteten Gegner schmücken und dadurch seine eigenen Kräfte vermehren wollte. Nichts daran ist verwerflich, es ist nur das Gegenteil der offiziellen Verlautbarungen.
Sich seiner Schwäche schämen.
Sich seiner Fehler schämen.
Sich seines Pechs schämen.
Z.B. sich schämen, dass man sein Fahrrad nach Hause schieben muss – was natürlich kompletter Unsinn ist. Als ob wir vollständig unverletzbar und unangreifbar sein/scheinen wollten.
Rauschen
Knacksen
Schrapsen
Piepsen
Quietschen
Mikrophon
Irgendjemand muss irgendetwas spielen.
July 1, 2013 · 8:08 pm
Teil x: Nur tiefe Lage
Anfang Teil a/Teil b: Ohne Begleitung
Groß Alt 7 \
Trompete: Große Sprünge/quasi verbunden/quasi Geräusch
X und X reimt sich nicht: Interessant, dass sich der Effekt des Reims nicht einmal andeutungsweise einstellt, er fällt einfach völlig weg, wenn man die Variation durch die Wiederholung ersetzt. Umdeutung des Klangs. Akkord.
MIT dem Text oder GEGEN den Text. Oder NEBEN dem Text (Rhythmus).
unregelmäßige Rhythmusfolgen auf regelmäßige Einsatzfolgen runter/hochbrechen
schneiden/schneiden/schneiden – bitte!
Loft Music
Life Of The Party
Gone
Heaven Or Las Vegas
Next
normal böse
sehr böse
gar nicht böse
durch und durch böse
July 1, 2013 · 8:05 pm
Absolut erschreckend, wie Pop zwei Jahre später klingen: Im Grunde erkennt man nichts wieder. War das wirklich diese Platte? Hat die wirklich so geklungen? Perfektes Beispiel für Zeit: Wir spüren nichts, aber plötzlich sind wir ganz wo anders. Und offensichtlich alle anderen mit uns. The world has fuckin’ changed. Wo bin ich? Absoluter, kompletter Riss bei etwas, von dem man dachte, dass man es genau kennt. Und von dem man weiß, dass es sich nicht geändert haben KANN. Also MUSS man sich selbst verändert haben, und zwar durchaus tiefgreifend. Immerhin sind das deine Ohren, ist das dein Herz. I don’t like that anymore. Keep away from me. Please! I don’t wanna hear that! I don’t wanna see that! Wo ist die Wärme hin? Wo ist die Tiefe? Das sind ja plötzlich nur noch Töne! Immer wieder interessant dabei, dass Sachen, die zu ihrer Zeit direkt, ohne Verzögerung, eingeschlagen haben, am schnellsten veralten. Tendenziell lächerlich wirken. Wäre allerdings ziemlich bescheuert, das für eine tiefere Gerechtigkeit zu halten.
Größte Tragik, zumindest für den Zuschauer: Wenn eine Figur glücklich ist, eigentlich aber unglücklich sein müsste. Wir wissen schon, dass der Zustand des Glücks nicht mehr lange bestehen wird. Es ist aber nicht nur die Fallhöhe von Glück zu Unglück, die die Situation so tragisch wirken lässt, sondern die Ahnungslosigkeit der Figur, die Schutzlosigkeit, mit der sie in ihr Unglück geht. Glück macht schutzlos. Und wir wissen, dass die Erinnerung an das falsche Glück, die Erkenntnis, dass das Glück nur ein Irrtum war, das Unglück noch viel schlimmer machen wird. Sicher auch Scham und Wut, dass man die Situation nicht gleich richtig erkannt hat. Dass man sich fälschlich in Sicherheit gewiegt hat (Mad Men wieder von vorne).
Ziemlich toll, das einfach im Raum stehen zu lassen, überhaupt nicht zu erklären: Sie ist glücklich, er ist großzügig, und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Scham: Schaut man sich da selbst zu, oder geht man davon aus, dass man beobachtet wird? Geht man GRUNDSÄTZLICH davon aus, dass man beobachtet wird? Was ich sehen kann, kann auch jeder andere sehen – kann auch EIN anderer sehen. Ich nämlich.
July 1, 2013 · 8:03 pm
Man muss sich klar machen, dass man ja wirklich jeden Tag schläft, jeden Tag in eine Welt hinabsteigt, die man nicht kontrollieren kann, und von der man in der Regel nicht weiß, dass man in sie hinabgestiegen ist, während man sich in ihr befindet. Mord.
Was wir wichtig fanden – und wie lange es her ist. Was wir können, und was wir nicht können.
Laufen lassen vs. Schneiden, zum Beispiel. Der Eingriff.
Ehem, what, where?
Schwarzfilm = Weißes Rauschen
Verschiedene Grade von weißem Rauschen
Knacksen
Sprechen: 16tel
Singen: 8tel
July 1, 2013 · 8:01 pm
Auch die Bösen sind unschuldig. Well, I’m not so sure. Maybe.
Tropfen: Hihat, gedämpft, immer auf die Eins.
Medien: Interessant, wenn ein Weltbild ausschließlich aus Klischees besteht. Im Grunde völlig irre, was einem da ständig präsentiert wird.
Evil Voices
This is is IS IS/Pain/
THEFAINT
möglicherweise Orgel
Konnte nicht mit der Schuld leben.
The Money Store
The Drawbar Organ
Saint Vitus
Cicconia
Landini
New Age
im Raum schwebend
entspannt schwingend
rasch vibrierend
warm und gerade
aggressiv übersteuert
E-Piano
WARUM/KLINGT/DAS/HEUTE/ALLES/SO/ABGESCHMACKT?
July 1, 2013 · 7:59 pm
Dagegen macht Humor eben fast immer Sinn: Staatstragender als Ernst.
Keywords: Operngesang
Sea of Vapors
Streichquartett: Letztlich Tonsatz, in Klang getrieben.
Visitenkarte Selbstausbeutung: Fertiges Material.
Rearrangement. Richter-Sampler.
Ton wird gehalten, Schauspieler spricht, singt einzelne Wörter auf Tonhöhe, Ton verändert sich, entsprechend verändert sich die Tonhöhe der einzelnen gesungenen Wörter. Unter Umständen extrem schnell gesprochen und extrem schnell gesungen, also extrem schneller Wechsel zwischen Sprechen und Singen.
Keine Pointe
Keine Narration
Text, der dann auch bedeutungsfrei gemacht werden kann, wo der Klang wichtiger als die Erzählung, die Folge der Wörter ist. Vielleicht Wörter umstellen?
Monolog auf mehrere Stimmen verteilen
Ort
Bühne
Auftritt
Abtritt
July 1, 2013 · 7:58 pm
Hupe: Lang. Langgezogenes Hupen
Klarinette, Fagott, Horn.
Solovioline: Selbstzerfleischung. Hass II.
Das wichtigste ist, dass es so doof wie möglich ist. So doof, dass man es nicht mehr verstehen kann. Stimmt tatsächlich: Wenn es Sinn macht, ist es fast immer Schrott. Politik.
July 1, 2013 · 12:59 pm
Nicht zu schlau sein wollen. Stehen lassen.
Kaum sprichst Du es aus, ist es weg. Was war das noch mal? Was wollte ich damit sagen? Was war der verdammte Punkt? Strange: Bedeutung als Gefühl.
Ganz schön pathosselig/Welcome to Morricone-land. Und da dann auch ein bisschen dünn. Wird dann, ehrlich gesagt, wieder zum Effekt degradiert. Merkwürdigerweise gerade, wenn es gut gespielt ist. Weil es dann so durchsichtig ist. Offensichtlich. Deutlich. Man versteht es sofort. Trompeten 1-4 à 4.
Everybody knows everything. Stimmt nicht.
Auch gut: einfach Brummen (ER, Osaka). Warum nicht ein Stück schreiben, das so funktioniert?
Plattenrauschen/Knistern: Deutlich interessanter, wenn es aufgenommen ist (auch unbeabsichtigt), als wenn man sich wirklich damit herumschlagen muss.
Too much.
I like.
Yes.
I do.
Ich bin dafür da: Interessante Aussage. Vielleicht ist das wirklich so.
Wie der Schlaf sich herabsenkt. Tut er das? Schnee.
Being Beauteous: Anti/Gegen-Henze – gleiche Besetzung? Sopran, Harfe, 3 Bratschen, 3 Celli
Boris Charmatz
Xavier Le Roy
Laurent Chétouane
July 1, 2013 · 12:53 pm
Spezialisten für Spannung: Es genügt, dass sich jemand, von dem wir wissen, dass er bedroht ist, in eine auch nur ganz vage gefährliche Situation begibt, um die Spannung ins Extrem zu steigern. Dazu gehört bestimmt eine gewisse Sympathie für die Figur, der Wunsch, dass ihr nichts zustößt, und eine grundsätzliche Glaubwürdigkeit oder zumindest Denkbarkeit der Situation. Frage wäre, ob das schon reicht, oder ob die Wirkung durch andere Kunstgriffe verstärkt werden muss, um effektiv zu sein. Unberechenbarkeit der Situation, verschiedene Gefahrenoptionen zur gleichen Zeit hätten bestimmt eine Verstärkung der Wirkung zur Folge. Kommt er von da oder kommt er von dort, schlagen diese zu oder schlagen jene zu. Auf der anderen Seite kann aber auch das Warten auf eine Aktion, deren Ausgang man schon kennt, unerträglich spannend sein. Schutzlosigkeit, Ahnungslosigkeit der bedrohten Person ist dabei sicherlich hilfreich. Aber auch das Gegenteil, eine wehrhafte Figur, die sich ihrer Lage völlig bewusst ist, kann die Spannungskurve in ein Extrem führen. Ziemlich unübersichtlich. Wäre interessant, das mal komplett durchzudeklinieren.
July 1, 2013 · 12:51 pm
Ganz interessant, wie man immer wieder allmählich zu wählerisch wird und sich das dann wieder abgewöhnen muss, davon wegarbeiten muss, oder warten, bis es vorbei ist, bis diese Haltung von alleine zusammenbricht
Felswände, schroff, eigentlich eine riesige Höhle, oder ein Überhang, der in seiner Schwere über uns zu schweben scheint: Bild, Screen, Bewegung, Leinwand.
Nee, das geht jetzt wirklich gar nicht: Alles, was man auslässt, weglässt, was wegfällt, weil es nicht passend scheint oder weil es nicht aussprechbar ist. Es bleiben nur die Reaktionen, Antworten, Anschlüsse, die noch nicht einmal unbedingt auf die Fehlstellen verweisen, erst recht nicht auf das, was fehlt. Eher scheinen sie auf sich selbst zu verweisen, mit sich selbst zufrieden zu sein. Schweben im Raum.
Wie wäre das: Streichquartett tritt auf, setzt sich, spielt einige Takte, und steht gleich wieder auf, um hinter der Bühne zu verschwinden. Nach einigen Minuten kommt es zurück, spielt diesmal etwas längere Taktfolge, und tritt sofort wieder ab. Und so fort: Dauer der Auftritte und Dauer der Pausen exakt auskomponiert, keinerlei Reaktion auf das Publikum, kein Verbeugen, kein Warten, bis das Publikum ruhig ist, keine Rücksicht auf Applaus. Auch zuletzt einfaches Abtreten und dann, vielleicht nach vorherbestimmter Zeit, letzter Auftritt für Applaus, um die Gesamtdarstellung des Stückes zu definieren. Etwa 40 Minuten, wie Zwei/2240. Quasi Parallelstück. Auf keinen Fall auf der Bühne bleiben, kein pathetisches Warten, keine Ungeduld, keine Bedeutung. Könnte auch in der Zwischenzeit etwas anderes passieren (Interpreten/Publikum), nur die exakten Zeitabstände müssen eingehalten werden.
July 1, 2013 · 12:49 pm
Mad Men nochmal angeschaut: downward spiral als dramaturgische Form. Das Lächeln von Don Draper als verzweifelter Versuch, innerhalb des Strudels, der ihn hinabreißt, Haltung zu bewahren. Bleibt übrigens auch immer relativ gleich, egal, was passiert, fast egal, ob es gerade gut oder schlecht läuft. Ziemlich ausgeprägter Fatalismus. Egal ob geniales Casting, exakte Regieanweisung oder schauspielerische Leistung, ziemlich perfekte Besetzung. World of Doom. Auch so etwas wie glanzvoll untergehen. Glanz heißt dann, im Elend gut auszusehen, aber dennoch das Elend auszudrücken (auch wenn der Figur selbst das vielleicht gar nicht bewusst ist).
Vielleicht so etwas wie die Zeit, die an den Menschen entlang nach unten fährt, oder, genauer, die Menschen langsam nach unten drückt. Und Don weiß das auf irgendeiner Ebene, was ihn zum Protagonisten/Helden macht. Bis zu einem gewissen Grad scheinen es allerdings alle Figuren zu wissen. Und deswegen mit einer gewissen Würde in den Abgrund zu schweben, wie im Vorspann als Bild/visuelle Metapher ausgeführt.
Zeitriffelung: Anschläge je Schläge je Instrument
July 1, 2013 · 12:43 pm
Unterteilungen:
/1-
/7
SW: Ganz schön viel Wut. Klar Testosteron-gesteuert, aber trotzdem gut/ernstzunehmen.
Gebläse. Weeknd. Wieder gehört. Immer noch super. Gottseidank.
It might be enough to do anything at all as long as it is anything at all and not just nothing. Seriousness. Whatever that fuckin’ is. Which is actually not true.
Pakistanisches Staccato: Durchlaufende Impulse, schnelle Ablösungen, leichte Beschleunigungen und Verlangsamungen, kurze Pausen, kurze Einwürfe, sozusagen alles an diesen Pulsen aufhängen. Können alles aufnehmen. Einzelne, doppelte oder dreifach Impulse, plötzlich extreme Beschleunigungen, dann auslaufen, fast gar nichts, einzelne Silben oder Silbenfolgen, lange Pausen, vielleicht auch plötzlich alles viel langsamer. Dann wieder Ausbruch von Impulsfolgen, einige Silben werden übernommen, quasi verdoppelt oder wiederholt, die meisten aber einfach weitergesponnen, einzelne Wiederholungen auch innerhalb der Phrase, fast immer Überlappung von Phrasen, merkwürdiger Wechsel von langen und kurzen Phrasen, einzelnen Verdopplungen und unvorhergesehenen Pausen. Natürlich auch: Zwei verschiedene Phrasen, die nebeneinander herlaufen. Das aber eher selten, meisten behält eine der beiden Phrasen die Oberhand über die andere und löst sie schließlich ab/ersetzt sie. Kurzer Singsang. Phrasenbewegungen hoch/runter/wellenförmig. Tolle Binnenrhythmen.
July 1, 2013 · 12:41 pm
Tonhöhe als Geste bzw. Definition von Gestik: Die Bewegung wird enger/weiter, springt weit, dann eng, oder umgekehrt, usw.
Verzierungen ultraschnell
Gesang
Lully
Verzierungen Streicher: Streichquartett
Alles voller Verzierungen
Abel Tesfaye
Wischen
Verzierung ignorieren, so tun, als ob sie nicht da wäre: Expressive Geste.
Schreien auf Tonhöhe
In eine Position bringen, in der du nicht mehr nachdenken kannst. It’s too fuckin’ complicated, oder so. Oder eben nicht. Entscheiden, dass es auch so gehen muss.
Der liebe Gott ist Überforderung. Just CAN’T get it.
Fuck voting.
Fuck liking.
July 1, 2013 · 12:40 pm
MMM: schlechte Witze aber subtil = gute Witze
1.) Anschläge/Takt vs. Anzahl Töne
2.) Unterteilungen/Takt vs. Anzahl Anschläge
Verhältnis Anzahlt Töne/Anzahl Anschläge:
Wenn 1 Tendenz zu Tonwiederholungen
Streichquartett: Viel zu viele Töne, vielleicht aber auch o.k., muss dann total durchgeknallt werden als Stück.
Unterteilung/Schlag hochrechnen auf Unterteilung/Takt – was dann heißen würde, dass es nur eine Unterteilung je Takt je Stimme geben kann. Abgesehen von Subunterteilungen = Verzierungen
Komisch, dass es im Fernsehen immer um Verrat geht. Muss mit der Dauer zu tun haben.
Mehrklänge NICHT als Sammlung von Tonhöhen behandeln
Verzierungen als
Binnenrhythmus
Körperrhythmus
Gesten
July 1, 2013 · 12:39 pm
Rust
Remnants
Rails
Unterteilungen Schläge/Takte: ein vernünftiges Argument, Unterteilungen auf Takte zu beziehen, wäre, dass die Takte dann in ihrer Funktion mehr sind als reine Materialspeicher, sondern tatsächlich auf einem durchgehenden Schlag beruhen – wenn auch u.U. in verschiedenen Stimmen unterschiedliche Schläge.
Gegenargument: Die Vergleichbarkeit der Unterteilungen je Schlag fällt weg, da der Bezugsrahmen der Taktlängen sich ständig ändert. Einzige Möglichkeit wäre hier, auf Schläge bezogene Unterteilungen proportional auf Takte umzurechnen (was sicher ziemlich wilde Unterteilungen zur Folge haben würde), oder die Unterteilungen nicht grundsätzlich auf 4tel, sondern auf den jeweiligen Nenner des Taktes zu beziehen, so dass sich ausschließlich komplette Schläge ergeben, die dann auch identisch je Takt unterteilt werden könnten.
Vorteil dabei wäre, dass die Unterteilungen flexibel zwischen den Instrumenten ausgetauscht werden könnten.
Tremolo-Rhythmus gegen linke Hand-Rhythmus
July 1, 2013 · 12:37 pm
Das gilt natürlich auch, und eigentlich noch mehr, für die anderen Textbänder: Perfekte Inszenierung von Magie.
Eher ein Meister im Einsatz von Magie (mehr als klassische Komponisten, bei denen das magische Moment viel mehr in die musikalische Gesamtkonstruktion eingebunden ist) als ein Zerstörer von Magie. Vielleicht – allenfalls – ein Isolierer, ein Vorführer von Magie. Aber ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass das wirklich im Vordergrund steht – dazu ist der Einsatz von magischen Elementen letztlich zu schamlos.
Das Vorführen und Nachspielen von körperlichen Extremzuständen ist ja letztlich auch nichts anderes als ein Abrufen von magischen Momenten, die sich direkt auf das Publikum übertragen sollen.
Ist das ständige Ich sagen nicht auch ein magischer Akt, der Versuch einer magischen Behauptung/Beschwörung?
Styropor-Chor: Nichts anderes als der völlig unverdeckte Einsatz eines magischen Moments. Und das könnte einen eben auch stören: Dass die Dramaturgie nicht nur durchschaubar, sondern offensichtlich auch planbar ist. So ein bisschen Hollywood im Schwabenland. Zauberkiste. Handgemachte CGI.
Will jetzt nicht darauf herumreiten, aber die ständige Suggestion, dass ein Klang einen anderen auslöst, insofern sie unmittelbar aufeinanderfolgen und der erste den zweiten anzustoßen scheint, ist ja auch nichts anderes als das Postulat einer magischen Verknüpfung der Ereignisse – die in Wirklichkeit nichts anderes miteinander zu tun haben, als dass sie aufeinander folgen. Also das Ursache-Wirkung Prinzip, das die gesamte Dramaturgie Lachenmanns prägt, als magisches Postulat.
Und DAS ist, wenn man ehrlich ist, ein bisschen zu einfach als Trick. Und das Fiese – und auch ein bisschen Unlautere, weil man seinen Partner, hier das Publikum, ja wirklich über den Tisch zieht – an Tricks ist, dass sie eigentlich immer funktionieren. Man muss schon sehr viel Misstrauen auf sich ziehen, damit sie nicht mehr funktionsfähig sind.
Auch das lange Stehenlassen einzelner Klänge und das atmosphärische Ausinstrumentieren sind in einem dramaturgisch-expressiven Zusammenhang nichts anderes als absichtlich hergestellte Momente magischen Ausdrucks.
Sopran-Unisoni: Damit kann ja nur die Magie der Oper gemeint sein.
Der Sho-Teil und auch der abschließende Zwei-Piano-Teil als totales Vertrauen in die Magie der fremden/merkwürdigen Instrumentalklänge. Die Leistung besteht hier eher darin, sich der Magie der Klänge voll anzuvertrauen, als sie zu brechen. Und klar, darin liegt natürlich auch eine grundsätzliche ästhetische Gefahr, einerseits in der Tendenz zu schön Arrangierten, die allerdings immer gebrochen wird, andererseits in dem gewaltsamen Willen zur Überwältigung, der mindestens für die späteren Werke Lachenmanns auf offensichtliche Weise charakteristisch ist. Manchmal so obsessiv, dass man den Eindruck hat, er muss sich selbst von irgendetwas überzeugen. Dass er dies ist, dass er jenes nicht ist.
Filed under Neue Musik, Oper
July 1, 2013 · 12:34 pm
Bricht Lachenmann Magie – oder nutzt er sie nicht eher besonders geschickt aus? Anfang Schwefelhölzer ist doch eigentlich nichts anderes als atmosphärische Zauberei.
Aufteilung von Textsilben/Phonemen auf verschiedene Stimmen: Funktioniert eigentlich gar nicht, weil die einzelnen Stimmen viel zu individuell bleiben, um sich wirklich in ein homogenes Ganzes einzupassen. Und wenn die Anzahl der Stimmen so groß ist, dass sich keine Einzelstimmen mehr unterscheiden lassen, verschwimmt die Artikulation so stark, dass es unmöglich ist, einen atomisierten Text wieder zusammenzusetzen. Und es klingt eben auch überhaupt nicht, als ob es so gemeint wäre. Interessantes Problem. Ein bisschen vielleicht doch eine Kopfgeburt, eine Hilfestellung, die sich um das eigentliche Problem herumdrückt.
Auch das falsche Zusammensetzen des Texten in erkennbaren, aber leicht durcheinander gemischten Einzelsilben und Lauten bedient doch eigentlich eine ganz einfache Form von Magie: Die Lust am Nachvollziehen, am Erraten, am Wiederherstellen von Ordnung.
Selbst die beiden Soprane müssen zwar Aktionen ausführen, die auf der Opernbühne nicht alltäglich sind, werden aber in ihrem Nimbus als Opernstimmen nicht nur nicht angetastet, sondern eigentlich sogar verstärkt, weil nur die Essenz, die hohen, puren, expressiven Töne als Ausdruck zugelassen werden.
Insofern könnte man sagen, dass Lachenmann nicht etwa Magie zerstört, sondern im Gegenteil wie kein anderer Komponist (außer vielleicht Sciarrino auf ganz andere Art) Magie benutzt, um seine Musik zu definieren. Er scheut dabei auch nicht vor einfachen Effekten und direkter Ansprache zurück.
Das gilt letztlich auch für das Ensslin-Zuspiel: Man könnte zwar sagen, dass die bruchstückhafte Einspielung den Text musikalisiert und die offenbar nicht exakt gesteuerten Ausschnitte eine besondere Spannung hervorbringen, man könnte aber auch sagen, dass hier nur noch der Sound der Revolution nachgespielt wird, während der Sinn längst verschwunden ist – ein bisschen wie ein Che Guevara-T-Shirt: Es ist ja nicht so, dass das nichts transportiert – aber es ist letztlich nur noch die Haltung, die hier evoziert wird, während der Inhalt allenfalls als Provokation eine Rolle spielt.
Abgesehen davon ist es natürlich eine super Idee, Text unhörbar durchlaufen zu lassen und nur ab und zu kurz anzuspielen. Funktioniert auch besser als in Accanto mit Mozart, weil Text halt in jedem kleinsten Fragment auch dann inhaltsbezogen ist, wenn man absolut nichts versteht, und daher das abreißen viel wirkungsvoller ist als mit einem Mozartband, das ohnehin nur als Hintergrund durchläuft.
Filed under Neue Musik, Oper
July 1, 2013 · 12:31 pm
Anzahl Anschläge je Schlag
Anzahl Unterteilungen horizontal
Anzahl Unterteilungen vertikal
Verzierung keine/alle
Anzahl Anschläge Verzierung
Unterteilungen Verzierung
Overruling
Ist eine Skala eine Verzierung?
Filed under Form, Material
July 1, 2013 · 12:30 pm
Was soll das eigentlich sein? Gibt es ja tatsächlich, dass Landschaften etwas auszudrücken scheinen, auch wenn das real eher Unsinn ist. Ganz interessant dann aber, wenn man sich eine Landschaft vorstellt oder von ihr träumt, wenn sie also nicht mehr real ist, sondern auf realen Vorbildern aufbaut. Was macht denn da die Seele mit der Landschaft? Werden da reale Empfindungen vor echten Landschaften rückimaginiert, werden da z.B. Bedrohungen, die einer echten Landschaft innewohnen könnten, rückgeschlossen, werden also z.B. Ängste durch Bedrohungen, die von einer imaginierten Landschaft ausgehen könnten, bebildert? Ist wahrscheinlich noch ein bisschen komplizierter, viele Erfahrungen, die in einem Bild zusammenfließen. Nochmal komplizierter übrigens, wenn eine reale Landschaft imaginiert wird: Die Empfindungen von damals oder die Empfindungen von heute oder – am wahrscheinlichsten – ein Gemisch, eine Verquickung. Ähnliches Problem: Bild einer realen Landschaft vs. Bild einer imaginierten Landschaft. Die Seele. Lustig. Könnte aber tatsächlich eine Funktion von Landschaftsmalerei sein: Die Seele erkunden.
Der stramme Marxist hat halt wenig Ahnung von den feineren Verflechtungen der Seele, wie alle, die grundsätzlich davon ausgehen, dass sie recht haben.
Landschaft natürlich auch Urbild von Material, Reservoir.
July 1, 2013 · 12:29 pm
War das die richtige Entscheidung?
Was tue ich hier?
Wie komme ich hier wieder raus?
Toll fieses Gefühl.
Psychologisch gefangen.
Natürlich auch
Sozialdruck.
December 31, 2012 · 5:55 pm
Leider nicht so toll wie letztes Jahr, sorry. Nichts, was einen wirklich umhauen würde. Nichts, was wirklich alles auf den Kopf stellen würde. Vielleicht WOLD. Vielleicht Andy Stott. Aber eben nicht wirklich.
Grau
Gelb
Hellgrün
Hellblau
Dunkelblau
Rot
Top of the Pops
LANG
1. Wold: Freermasonry
2. Andy Stott: Luxury Problems
3. Death Grips: The Money Store
4. Hype Williams: Black Is Beautiful
5. Scott Walker: Bish Bosch
6. Traxman: Da Mind Of Traxman
7. Chromatics: Kill for Love
8. Burial: Kindred EP/Truant/Rough Sleeper
9. Jason Lescalleet: Songs about Nothing
10. Jam City: Classical Curves
11. Aesop Rock: Skelethon
12. FAY: DIN
13. Daphni: Jiaolong
14. Young Smoke: Space Zone
15. Internet Club: Final Tears
16. Dragged Into Sunlight: Widowmaker
17. je suis le petit chevalier: An Age of Wonder
18. Le1f: Dark York
19. Loincloth: Iron Balls of Steel
20. Holly Herndon: Movement
21. Arca NYC: Stretch 1/Stretch 2
22. The Shins: Port Of Morrow
23. YYU: TIMETIMETIME&TIME
24. ahnnu: Pro Habitat
25. How To Dress Well: Total Loss
HONORABLE MENTION
Ab-Soul: Control System
Bambounou: Orbiting
Barker & Baumecker: Transsektoral
BODYGUARD: Silica Gel
Claro Intelecto: Reform Club
Eli Keszler: Catching Net
Miguel: Kaleidoscope Dream
Monky: Hotel Infinity
Robag Wruhme: Olgamikks
Will Guthrie: Sticks, Stones & Breaking Bones
KURZ
Aardvarck: Nubian
AlunaGeorge: You Know You Like It
Bandshell: Dust March EP
Bass Clef: Dawn Chorus Pedal
Eats Everything: Jagged Elbow EP
George Fitzgerald: Child EP
Helium Robots: Jarza (Theo Parish Translations)
Jacques Greene: Ready EP
Jets: Jets EP
Joy Orbison: Ellipsis
Karenn: SHEWORKS004
Kevin McPhee: In Circles
Machinedrum: SXLND EP
Manni Dee: Shifting
Monty Luke: Tomorrow EP
Pariah: Rift EP
Percussions: Bird Songs/Rabbit Songs
Rrose: Artificial Light
Shlohmo: Vacation EP
The Blank: Suburban Dreamer EP
TMSV: Stress/Lost
Trimbal: Confidence Boost (Harmonimix)
U (12): Eah
Unknown: #001-004
Walter Ego: Shadows
Nichts
Nichts
Hass: Kälte
nicht zu viel Sinn
Traktat über das Ein Kind seiner Zeit sein
November 26, 2012 · 11:23 am
Der heilige Raf.
Häh?
Na ja, ich meine, wer denn sonst, oder?
Paraguay: Es macht keinen Sinn, sich nur kurz zu bedienen und etwas einfach zu benutzen, um einen kurzen Effekt zu erzielen. Die Idee ist ja doch, einen Stil durchzuziehen und auszuschöpfen, nur so kann er seine Kraft und Ernsthaftigkeit entfalten, ansonsten bleibt er einfach Feature, das genauso gut wegfallen könnte. Stimmgeeiere.
Richter 1/50: Alle Kanten auch extra stellen. Überlagerungen.
November 26, 2012 · 11:22 am
It ain’t what you got, it’s what you do with what you have, you understand?
And it ain’t what you do, it’s how you do it.
I agree. Do I?
Als Komponist muss man ein Gefühl dafür entwickeln, wann es sich lohnt, ein Stück nochmal zu überarbeiten, und wann eben nicht. Das ist sicher auch eine Erfahrungssache, hat aber auch damit zu tun, dass man versteht, was man gerade erreichen kann, dass man ein Gefühl dafür entwickelt, was für ein Potential in einem selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt steckt. Es geht nicht immer darum, das optimale Stück zu schreiben, sondern eher darum, dass man für sich selbst, für das, was man jetzt gerade kann, das Optimale herausholt. Dass man nicht zu früh aufhört, aber eben auch nicht zu spät. Dass man nicht schludert, dass man das Potential ausschöpft, dass man dem Stück aber auch eine gewisse Frische lässt, dass man es nicht überschreibt. Der eine gibt zu früh auf, der andere kann nicht los lassen. Und die richtige Entscheidung hat nicht nur mit dem Stück zu tun, an dem man gerade arbeitet, sondern auch damit, wie man sich weiterentwickelt: Wenn man immer zu kurz tritt, wird man sich nicht angemessen entwickeln können, wenn man sich ständig verrennt, natürlich auch nicht. Hat sicherlich auch mit Personalstil zu tun: Es wird zur Signatur, zum Erkennungsmerkmal, in welchem Zustand man seine Partituren hinterlässt.
Aha. Ist das so?
November 26, 2012 · 11:21 am
Es ist eben letztlich völlig egal, was da passiert, Hauptsache es passiert überhaupt etwas. Oder eben gar nichts. Ist ja auch was. Die Reihe für den Moment. Die Pause für den Moment. Die Nicht-Aktivität. Total gegeneinander schneiden. Wie die Doofen. Impro. Soviel davon, in der Lage, mit den Instrumenten usw.
Und das Gegenteil davon wäre der Übergang. Der Schnitt auf den Schnitt. Was ist von da nach da passiert? Was bedeutet das? Fläche gegen Punkt.
Klar fühlt man sich sicherer, wenn man weiß, wo es hingegen soll.
November 26, 2012 · 11:19 am
Keine Arbeit: Es ist natürlich interessanter, wenn es keine Arbeit ist. Oder?
Ausgewählte Samples vs. systematische Samples
Damit könnte man doch?
the day Wakamatsu died
Können wir das bitte noch harmloser haben? Nee, ich meine total harmlos, ich meine, absolut total harmlos, so dass es absolut niemandem wehtut. Nee, noch harmloser. Ja, ja – super! Bitte nicht wehtun. Bitte niemandem wehtun. Geht doch. Ist doch super.
self sample
Interessant, dass beim Essen winzige Portionen genügen, um den Hunger zu stillen. Man isst dann meistens weiter, weil man das Gefühl hat, es lohnt sich nicht, so wenig zu essen.
wahnsinnig ruhig
der falsche Schnitt ist immer der schönste: Schnitt als Schnitt
es geht eigentlich nicht so sehr darum, zu gewinnen, sondern gut zu sein
gewinnen ist eher sowas wie ein Zubrot
aber gut sein ist der Hauptgewinn
November 26, 2012 · 11:18 am
Form: Das Geordnete und das Ungeordnete
Das, was sich von selbst ergibt.
Anhaltende Aktivität
Ich will mehr davon und weniger davon.
Das will ich hier und das will ich dort.
Und das hier dazwischen.
Nein viel weniger davon, mehr davon.
Aktivitäten gegeneinander schneiden.
Und davon nur ganz wenig.
Nur ganz wenig hierein.
AO
Abstraktes Gemälde
Abstrakte Form
Konkreter Inhalt:
Aktivität
Die tun da was. Die machen da was. Und dort? Ja, da auch. Und dort? Nee, da nicht. Da passiert nichts. Da ist nichts los.
Z.b. Melodie als Aktivität. Muss ja jemand was machen. Bläst sich ja nicht von selbst.
November 26, 2012 · 11:17 am
Gegenstände
schamlos
Antihermetik
Frage wäre ja, wie lange etwas überhaupt erkennbar bleibt.
total offenlegen
ich mache Dinge, die ich nicht tun sollte
na ja, und sonst so?
eigentlich gerade eben kein neues Material daraus machen, sondern so lassen, wie sie sind
einfach hinstellen
was passiert, wenn man sie?
komplett alles reinwerfen
alles offen
allerdings nicht einsetzen, nicht auf etwas zielen, nicht einfach nur benutzen
November 26, 2012 · 11:16 am
Es ist natürlich klar, dass sich Form nicht immer selbst generieren muss. Man könnte auch einfach sagen, das will ich hier, dies dort haben. Wie man vielleicht einen Raum einrichten würde. Auch wenn das dann eher in Richtung Geschichte erzählen geht.
Toll natürlich, wenn Form und Material miteinander identisch sind. Aber eben nicht die einzige Möglichkeit, Zeit zu strukturieren. Das Gegenteil wäre dann wahrscheinlich flächiger, deutlicher, auch gröber. Klare Materialformen, die gegeneinander gesetzt werden.
regelmäßiger Schlag ist an sich schon Wiederholung
Ganz lange etwas beibehalten, und dann plötzlich umschlagen lassen. Wie manche Dancetracks: Eine rohe, ultradeutliche Form. Nerven behalten.
Kurze Geistesblitze, die sofort wieder verschwunden sind. Wenn du sie nicht sofort aufschreibst, sind sie weg. Subtilitäten des Denkens. Kurzzeitig die Dinge in einem anderen Licht sehen. Für eine Sekunde etwas verstanden haben. Oder glauben, dass man etwas verstanden hat. Hätte sich ja auch als kompletter Unsinn herausstellen können, wenn man es aufgeschrieben hätte.
da stell ich dies rein, und da stell ich das rein
könnten wir nicht?
wollen wir?
November 26, 2012 · 11:15 am
Parallelismus
Traum
uneigentlich
hoffend, dass der kommende Tag nicht so fürchterlich sein möge wie der vergangene
als Haltung natürlich auch authentizistisch: darauf achten, dass
alles ganz leise: wo laut war, muss leise werden
you have reached the limits of control
alles doppelt: Kaum zu glauben, dass Graphik so effektiv sein kann
self-sample: Schnitte nicht am Taktstrich, also materialgemäß, sondern taktübergreifend. Neues Material durch unsachgemäßes Sampling generieren
November 26, 2012 · 11:14 am
Einfach kopieren, und zwar wörtlich, was wäre das? Erstmal wäre es eigentlich keine Kopie, sondern das Original, denn es geht ja um Noten, nicht um Töne, und Noten verändern ihren Sinn nicht, wenn sie von anderer Hand geschrieben sind. Es würde sich also z.B. nur der Name des Komponisten ändern, oder der Titel, oder die Auswahl der Sätze. Aber es wäre eben keine Stilkopie, und auch kein Zitat, sondern etwas anderes. Ich zitiere einen ganzen Satz. Ich zitiere eine komplette Satzfolge. Es gibt keinen Rahmen für das Zitat, sondern eben nur das Zitat.
and then it’s o-ver
Spectrum/Captain Memphis: Total vernoiset, ganz geil.
TEMPS
L’HABITUDE
Zeit
Langeweile
Folter
Doku
Don/Richter: Wäre interessant, auszuprobieren, was da passiert. Unterschiedliche Zeitfenster. Du hast jetzt nur Zeit für. Da muss jetzt alles rein. Oder weglassen. Was da nicht reinpasst, fällt weg. Wird abgeschnitten. Nachvollziehbar, spürbar allerdings nur, wenn das Material über diese Schnitte hinausstrebt (Bewegungsenergie, unterbrochene Wiederholungsschleifen oder implizite Proportionen).
Exponentialfunktion: Viel viel vs. viel wenig
November 26, 2012 · 11:13 am
Sound: Tatsächlich ja doch ziemlich entscheidend dafür, ob wir etwas mögen oder nicht, wenn der Sound nicht stimmt, ist es ziemlich schwierig, dennoch überzeugt zu sein. Bisschen vielleicht wie ein Fingerabdruck, nicht wirklich manipulierbar, nicht wirklich kontrollierbar, definitiv keine intellektuelle Entscheidung.
absolute Kontinuität, totale Intensität, dumpfes Pulsen: Wahrscheinlich nur mit Klangmanipulationen, die individuellen Ausdruck verhindern, auf Instrumenten möglich (luxury problems). Verdecken, nur halb durchscheinen lassen.
Kontinuität: Nur Rauschen, ganz leichte Andeutungen von Ton. Studie. Den GEGENSATZ zwischen Ton und Rauschen absolut vermeiden. Ja nicht das Eine aus dem Anderen entwickeln. Rauschdreiklang. Immer wieder. Anschwellen/abschwellen. Zu schnell. Was machen die da überhaupt?
Na ja, ist ja klar: Wenn’s läuft, sind alle zufrieden, dann hat man alles richtig gemacht, wenn nicht …
hätte schreiben können
die vielen Stücke
die man
ganz lustig, dass, wenn ein Stück fertig ist, man wirklich in einer anderen Welt steht
November 26, 2012 · 11:12 am
Geräusch Aufnahmepegel zu empfindlich eingestellt
Nichts, Hegel, Tod: Immer wieder faszinierend, wie viele Leute sich einfach nie angesprochen fühlen, in jedem Fall davon ausgehen, dass sie unmöglich gemeint sein können. So auch JH: Ist doch völlig klar, dass sich jeder in einer ähnlichen Situation im Wesentlichen gleich oder, viel wahrscheinlicher, schlimmer verhalten würde, völlig unverständlich, wie über die Leere der Figuren, ihre Dummheit und Unfähigkeit gesprochen wird, wo man doch in Wirklichkeit ziemlich lange suchen müsste, um unter den Entsetzten wenigstens gleichwertiges Personal zu finden. Ist aber natürlich ein eigenes Talent, sich selbst grundsätzlich für unverdächtig zu halten. Macht unweigerlich dumm, weil der Faktencheck schon an der Lebensbasis ausgeschaltet ist.
Parallelgeschichten: Ganz interessanter Gegensatz zwischen einer Konstruktion, in der Lebensgeschichten nebeneinanderher erzählt werden, ohne sich zu berühren, und einer Konstruktion, in der viele Figuren in einer Lebensgeschichte auftreten, um dann aber in der Mehrzahl der Fälle sofort wieder zu verschwinden und nicht mehr wiederzukehren.
Interessant, dass auch im Sport die eigentlichen Punkte/Tore dramaturgisch gar nicht so wichtig sind. Oft ist es sogar psychologisch enttäuschend, wenn ein Spiel sich entscheidet. Auch wenn der Spielzug selbst brillant ist.
Ensemble als Abspielgerät (quasi Samples)
November 26, 2012 · 11:10 am
Was ist denn das hier, was passiert da?
untrue, Einleitung: Versionen ineinanderschneiden.
Größte Bewegungsdichte festlegen, dann auf verschiedene Schlagtempi runterrechnen.
Das Fade
Das Staubige
Text komplett setzen und dann cutten.
mehr Glück für alle
work of fuckin art
November 26, 2012 · 11:09 am
iTAL tEK, nebula dance: Keine besonders tolle Musik, aber interessant in ihrer zeittypischen Hektik, eigene Form von Schnelligkeit. Das Zuschnell in Form von wiederholungsartigen Strukturen organisieren, nicht Inhalte wiederholen, sondern Gesten wiederholen, Einsätze wiederholen, Abstände wie Schubladen strukturieren: Hier das hinein, dort dies, hier jenes.
Ausschnitte viel besser als das komplette Bild: Also das komplette Bild malen und dann einen Ausschnitt nehmen? Und alles andere weglassen. Eben nicht aufheben und vorzeigen und erklären. Niemand darf es wissen.
Wiederholung/Fläche/Masse: Synchronisation
Filed under Form, Kunst, Pop
November 26, 2012 · 11:08 am
Ausdrucksdaddelei zum sterben langweilig. Interessant, dass das dar nicht mehr geht. Andererseits gibt es eben schon daddelartige Musik, die dann doch funktioniert, meinetwegen Black Bananas. Als ob da das Gedaddel beherrscht wäre, ausgearbeitet wäre, als Komposition funktionieren würde. Bisschen wie eine Intelligenzentscheidung gegenüber einer Gefühlsentscheidung. Auch das Überspitzte funktioniert dann viel besser. Echtes Überspitzen ist vielleicht auch eher eine Frage der Konstruktion als des direkten Ausdrucks.
Medienwechsel: Bisschen problematisch, wenn es nur darum geht, Dinge zu zeigen, die man sonst auf der Bühne nicht sehen könnte. Interessanter wäre ein unnötiger Medienwechsel um des Wechsels willen. Also willkürlich, nicht vernünftig. Nicht praktisch.
Nicht unbedingt die Frage, warum folgt b auf a, sondern was ist zwischen a und b. Was passiert da?
Wen man so will: Was ist da, wo der Punkt steht? Was passiert zwischen zwei Sätzen? Letztlich eine tote Zone. Einfach Dinge aneinanderkleben. Zukleistern. Dann merkt man’s nicht mehr. Rhythmus z.B. könnte eine Lösung sein. Prosa. Und das Objekt der Gegenstand.
Die Löcher zwischen den Sätzen. Alles nur Kleber.
Oder: Das dazwischen, und das, wozwischen es ist, trennen. Auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Sozusagen die Kanten extra komponieren.
November 26, 2012 · 11:07 am
Ganz interessant, dass man beim Leiselesen alles versteht, wenn man schnell liest, aber den Rhythmus nur als Sinnrhythmus mitbekommt, wenn man anfängt, langsamer zu lesen, allmählich der Sinn verschwindet, aber der Rhythmus deutlicher wird, und wenn man anfängt, laut zu lesen, der Rhythmus deutlich bleibt, aber in seiner Bewusstheit verschwindet, und der Sinn wie von selbst wieder aufzutauchen scheint, als Aktion gewissermaßen, selbst wenn man nichts versteht. Auch hier so etwas wie: You can’t have the cake and eat it, too. Wie immer, schade. Und anstrengend, wenn man beides haben will.
Auch interessant, dass man beim Lautlesen durch Betonung und Melodie leicht suggerieren kann, man hätte den Text, den man liest, verstanden, auch wenn dies gar nicht der Fall ist. Selbst, wenn man einen Text tatsächlich weitgehend verstanden hat, ist es ziemlich leicht, ihn so zu lesen, als ob man ihn noch viel besser verstanden hätte, als dies eigentlich der Fall ist: Tatsächlich erübrigt sich beim Lautlesen auf merkwürdige Weise die Frage des Verstehens. Vermutlich große Hilfe für Schauspieler, die ihre Texte aufzusagen haben. Ein merkwürdiger Ausdeutungsautomatismus des Sprechens.
Hat vielleicht auch damit zu tun, dass für das Sprechen die Satzkonstruktion mit ihren Bezügen nicht so wesentlich ist wie für das gedruckte Wort. Es ist nicht nötig, den gesamten Satz im Gedächtnis zu behalten, um ihn richtig zu betonen, es kommt eher darauf an, die einzelnen Satzglieder vernünftig darzubieten, der Gesamtsinn ergibt sich dann von selbst im Gedächtnis der Zuhörer. Oder eben auch nicht. Selbst dafür ist der Betonungsgestus der einzelnen Satzglieder wichtiger als das Beziehungsgeflecht des Gesamtsatzes. Und trotzdem bemühen wir uns, auch in der echten Rede, die Satzkonstruktionen sauber zu halten, und sind irritiert, wenn uns das nicht gelingt. Irgendeine Sprechinstanz checkt das also doch nochmal durch.
Vielleicht also so etwas wie die Voraussetzung für das dann nicht mehr wichtig sein. Es ist halt schön, wenn es den korrekten Hintergrund gibt, aber nicht essentiell für die gelungene – ja was denn? Ja wohl nicht Kommunikation.
Geheimnisverrat.
Lustig, was sich da so schreibt.
November 26, 2012 · 11:06 am
Die Bühne wird in tiefe Melancholie gehüllt sein. Trauer sinkt auf das Publikum herab. Langsames Stampfen.
4.10. 12:23
5.10. 15:52
3 Tage
7 Monate
9 Jahre
Lustig ist eine Kategorie des Geistes
Merkwürdig, wenn dann ein Entzündung einfach so wieder verschwindet.
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
nom
form follows energy: Was wäre das denn in Musik? Was wären denn Regeln, die innerhalb eines bestimmten Aspekts/Parameters Sinn ergeben, die man aber normalerweise nicht verwenden würde, weil sie alle anderen Parameter bizarr verformen würden? Und genau das wäre dann das Tolle daran: Das man einen einzelnen Parameter auf Kosten aller anderen Parameter durchgesetzt hat, und das Ergebnis exakt dadurch sinnvoll-sinnwidrig und deswegen interessant ist. Dass man das Ergebnis nachvollziehen, aber dann eben doch nicht nachvollziehen kann. In gewisser Weise etwas gegen jedes gute Benehmen/Geschmack durchsetzen und eben dadurch eine höhere Form von Geschmack beweisen. Für den Moment.
alles böse
alles schlimm
alles schlecht
alles egal
still
leise
halb laut
laut
ganz laut
November 26, 2012 · 11:05 am
notwendige Fehler/die Fehlermaschine: Wäre doch toll, wenn man Fehler einfach vorausprogrammieren könnte, und zwar so, dass man nicht weiß, welche Fehler genau eintreten werden, und auch nicht, wann, dass man aber sicher sein kann, dass irgendwelche Fehler auf jeden Fall auftreten werden – und wenn nicht, dies dann eben der Fehler wäre. Fehlende Synchronisation. Die Maschine reagiert gerade nicht auf das reale Geschehen, sondern vollzieht ihre vorgeschriebenen Handlungen, egal, was passiert. Müsste aber noch toller sein: Dass es eben doch eine Reaktion gibt, dass die aber in einer großen Anzahl von Fällen einfach falsch ist, weil sie nicht passt. Regler hochfahren, wo nichts da ist. Regler runterfahren, wo etwas passieren müsste. Das Rauschen der Maschine. Rückkopplung. Falsche Einsätze. Falsche Schnitte. Viel zu laut. Viel zu leise. Vielleicht aber noch mehr. Eindringen in die Struktur. Die Struktur selbst darstellen. Eine Struktur gegen eine andere Struktur setzen, aufeinander bezogen, aber doch gegeneinander versetzt.
Verstärkung willkürlich ein- und ausschalten, womöglich mit Knacks. Darauf müsste die Musik allerdings dann wohl doch reagieren, sonst zu offensichtlich.
Gesamtes Stück im voraus aufnehmen und gegen die eigentliche Aufführung halten, wie ein Foto, das gegen sich selbst verschoben ist. Würde das Problem lösen, dass Klang immer nur dann bearbeitet werden kann, wenn er gerade klingt oder schon verklungen ist. Das Nachgeordnete der Live-Elektronik. Andererseits natürlich eine ziemlich künstliche Prozedur. Könnte sogar interessanter sein, wenn man es instrumental auskomponiert.
November 26, 2012 · 11:04 am
Schnelligkeit: Nicht nur Schnelligkeit im schnellen Wechsel von verschiedenen Aktionen, sondern auch Schnelligkeit im Sinne von viel vom Gleichen. Dass eine bestimmte Art von Material in einen so engen Zeitrahmen gepresst wird, dass die vielleicht in einem normalen Zeitrahmen ohne Schwierigkeiten ausführbare Handlung gerade noch/gerade nicht mehr ausführbar wird, und sich dadurch nicht auskomponierbare, aber kalkulierbare Ungenaugkeiten einschleichen. Oder dass die resultierende Ergebnisabfolge sich so schnell bewegt, dass sie gerade noch/gerade nicht mehr nachvollzogen werden kann, und sich dadurch eine Ungenauigkeit in der Wahrnehmung ergibt, gleich ob die Ausführung genau oder ungenau ist. Im Wesentlichen: Schneller spielen, als man hören kann. Die Ohren überholen. So dass sich die Ohren im Überholtsein/Überholtwerden einrichten müssen.
Das wäre doch echt schön, oder etwa nicht?
Dazu gehört auch: Die zu schnelle Figur als EINEN Baustein zu betrachten, ein in sich geschlossenes Bruchstück, das nicht weiter aufgespalten werden kann. D.h. die Bewegung nicht als zusammengesetzt, sondern als einfach behandeln, auch wenn die Notation das Gegenteil suggeriert. (Smithson/Matta-Clark)
Irgendwann schreibt man’s dann halt auf.
November 26, 2012 · 11:03 am
Schrei
Verzierungen: gliss hoch/gliss runter/gliss hoch und runter
Triller als Verbindung zwischen zwei Tönen
Gerätschaften/Vorschläge
Extrem schnelle Verzierungen extrem leise.
Verzierungen in andere Register hinein.
Art Weak
November 26, 2012 · 11:02 am
Denken Denken Denken Wiederholen Akkord: Keine Harmoniewechsel
Gong stark dämpfen, weicher Schlägel: klingt wie Brett.
Extrem starke Bearbeitung des Tons im Nachklang
Letztlich sehr gewalttätig
Mehr Geräusch als Ton, dennoch intendierter Ton immer klar auszumachen
Durchgehend am Steg gespielt, viel Attacke
Zum Ton hin/vom Ton weg
Schlagzeug: Reibstöcke, Kontrabassbogen, Schlägelköpfe, Rute, Hand, Fingernagel
Aneinanderreiben
Formen der Variation
Haupttöne/Nebentöne
Hand tanzt auf Saiten
Deswegen Saiten freischwingend, ohne Griffbrett
Geräusch als Verzierung
Verzierung als Geräusch
Störung
Verunreinigung
Das Signal muss klar sein, damit die Verunreinigung als solche erkannt werden kann.
Ansonsten Haupt- und Nebentöne gleichwertig/nicht unterscheidbar/eine Ebene
Oberfläche
Lange Glissandi, wo dann wirklich nicht mehr klar ist, welcher Ton ursprünglich gemeint war.
Aufhebung des Tongefüges
November 26, 2012 · 11:01 am
Klarinette nach unten ausfransen lassen.
Wie kriegt man die Entfremdung ins Instrument zurück? Dass das Instrument das Instrument bleibt und trotzdem kaputt ist. Reine instrumentale Geste und trotzdem totale Entfremdung.
Oder gar nicht spielen lassen: Auch toll.
Alles unisono, auch mehrstimmig. Alles verdoppeln, Instrumente total vermischen, nicht mehr als einzelne Instrumente erkennbar. Aber: Gesten erkennbar. Satz erkennbar. Von Instrumenten getrennt.
Virtuosität: Das viel zu schwer, das dann in etwas anderes umschlägt: Eine andere Qualität, ein anderes Material. Ganz schnell, und deswegen nicht mehr nachvollziehbar. Auch akustisch nicht: Schneller spielen, als man es hören kann.
November 26, 2012 · 11:00 am
Folge von Melodien und nichts anderes. Als Musik ziemlich merkwürdige Idee. Extrem schwer erinnerbar, besonders im langsamen Tempo. Im schnelleren Tempo dann deutlicher. Melodiewechsel so etwas wie Tonartwechsel, schon allein weil die Häufigkeit der Töne anders verteilt ist.
Lustig, dass die Lautstärke immer gleich, nämlich sehr laut, sozusagen volles Rohr bleibt.
Mit schnellerem Tempo werden die Teile immer kürzer. Gleiche Zahl von Tönen/Schlägen/Wiederholungen?
Schläge langsam (gesteuert) ausklingen lassen. Quasi Echo.
4-4-4-8-8-8-8
November 26, 2012 · 10:59 am
Lustig, dass Chefs für tausend Sachen ihr Gesicht hinhalten müssen, von denen sie keine Ahnung haben.
Melodie
Sehr laut
Sehr langsam
Tonfolge
Wirkt eher wie ein abstrakter Satz
November 26, 2012 · 10:59 am
an eternal error has occured
Ein extrem langweiliges Buch schreiben, das Langeweile als Weg zur Erleuchtung zum Thema hat. Am Ende bist Du erleuchtet.
Ein extrem unterhaltsames Buch schreiben, das Unterhaltung als Weg in die Selbstauslöschung zum Thema hat. Am Ende bist Du …
Das Buch als reale Verwirklichung des Themas des Buches.
Instrumente: Glissandi in Liegetöne einpassen, quasi Verzweigungen. Intensiver Stillstand.
sound of the machine: Nicht nachregelbare Elektronikeingriffe als unberechenbare Verstärkungsanlage, immer als Fehler, als Überreaktionen des Systems auf das Original
nicht übel
träum’ weiter
November 26, 2012 · 10:58 am
Flügel und Flipper: Ein großer, jugendherbergsartiger Kellerraum mit zwei Flügeln und mehreren Flippern. Ich schlurfe umher, Münzgeld in einer halben Plastikschachtel, wie die, in denen man früher Pflaster kaufte, nur kleiner. Offenbar will ich Flipper spielen, aber jedesmal, wenn ich kurz davor bin, eines der Flipper-Geräte zu erreichen, fällt das Münzgeld aus der halben Plastikschachtel auf den Boden und ich muss es mühselig wieder zusammenklauben. Dann mache ich mich auf den Weg zum nächsten Flipper-Gerät, und wieder fällt das Münzgeld aus der halben Plastikschachtel.
ad infinitum
Gezählt
Gewogen
Geteilt
Als Blasinstrumente gelten in Korea alle Instrumente, die den Ton halten können, also neben den Oboen Piri und den Querflöten Daegeum auch die gestrichene Zither Ajaeng und die Spießgeige Haegeum, im Gegensatz zu den verklingenden Zupfinstrumenten.
orte taten tage
heroin
tomorrow
happiness
Motette: Langgezogener Teppich, ins Geräuschhafte gehen, quasi Ausbuchtungen von Geräuschhaftigkeit, tendenziell alles leise, vor sich hin kriechend
November 26, 2012 · 10:57 am
Really happened. Not funny.
Fein schneiden und wie rasante Akkordwiederholungen mit minimalen Abweichungen ablaufen lassen.
Kappacher: Als ob nur das, was in der Erinnerung stattfindet, wirklich stattfände. Und wenn dann wichtige Informationen fehlen, waren sie eben in der Erinnerung nicht enthalten. Aushalten, dass etwas wichtiges fehlt. Schreiben als Metapher für Erinnerung.
Wenn es passt, liest du es. Wenn es nicht passt, lässt du es stehen.
November 26, 2012 · 10:56 am
Klarinette
Schlagzeug
Violine
Viola
Violoncello
schleichend
schleppend
abgedämpft
Kolik: Bass
Schlachten A: Bariton & Kleines Ensemble
Schlachten B: Sopran, Mezzo, Alt & Kleines Ensemble
Heiliger Krieg A: Counter, Tenor & Großes Ensemble
Heiliger Krieg B: Chor & Orchester
Stampfen: Streichorchester
East India Youth/Total Strife Forever: Beeindruckende Akkordwiederholungen
Bob Ostertag: Think of Zwei/2240
November 26, 2012 · 10:55 am
Agustí Torelló Mata
Reserva 2008
Jaume Codorniu
JC 019377
Jungeun Cho
November 26, 2012 · 10:55 am
Unversehrtheit
Liquidation
Beobachten statt genießen: Spielverderberei
Dissonanz: Widerspruch
Nachsommer
Ensslin: Erhängte zum Frühstück
Präsenz der Bilder
Der Künstler hat gar nichts zu sagen, er hat etwas zu machen.
Schönheit ist der Anfang des Schrecklichen.
Schönheit ist die Möglichkeit des Endes des Schreckens.
November 26, 2012 · 10:54 am
Ives: Das Überflüssige, Stehengelassene, Sinnlose, Übriggebliebene. Bestimmt nicht so gemeint, aber superinteressant. Der völlig irrsinnige Aufwand für fast nichts. Das Ausbluten, Auseinanderfallen, Wegbrechen der einzelnen Sätze. Die Werkspuren, die natürlich gesetzt sein müssen, obwohl sie völlig widersinnig klingen. Es kann nicht so gemeint sein, es muss aber doch auf igendeiner Ebene gesehen und stehengelassen worden sein, weil man es unmöglich übersehen kann. Denn es ist natürlich GEMACHT. Die Noten fallen ja nicht von selbst aufs Papier.
überaus
gefährdet
JH=RG
ist doch klar, oder?
sieht das wirklich niemand?
oder will da niemand drüber sprechen?
und plötzlich bist du vor lauter dies hier und jenes dort überhaupt nicht mehr da
November 26, 2012 · 10:53 am
oder sagte ich das schon?
I am as good as dead – well who isn’t?
nach der Szene ist vor der Szene
und nach dem Stück ist vor dem Stück
in der Zeit zu Hause sein
yeah, it’s a fuckin’ paradise, actually
November 26, 2012 · 10:52 am
Die Idee ist ja eigentlich, ein Recht darauf zu haben, anstrengungsfrei durchs Leben zu gehen.
Interessante Vorstellung.
Nicht zu genau hinhören, Sorgfalt kann auch nerven: Einfach mal weghobeln.
Formalisieren: Um Gottes Willen keinen Naturalismus! Die singuläre expressive Geste.
so schön rund
so toll gemustert
after death = before death:
well, don’t be too sure
Kolik, 9. Szene, Vierer-Gruppen: Bratsche, 2 Akzente, Ponticello
Skulptur
November 26, 2012 · 10:51 am
Elektronik imitiert Instrumente und Instrumente imitieren Elektronik.
es drängte sich auf
es ging gar nicht anders
Nebenmelodien
schön
unvorstellbar
November 26, 2012 · 10:50 am
Elektronik: Original und Kopie werden auf die gleiche Leinwand projiziert, wobei auch das Original bereits wie eine Kopie behandelt werden kann. Zusammenfallen & geringfügig verschieben. Abstand steht fest, egal welches Tempo angeschlagen wird. Du kanst deine Kopie nicht überholen.
Bestimmte Art von Leichtigkeit im Instrumentalmusik nicht machbar: Beispielsweise Hintergrundsklang, lange gehalten, langsame, kontinuierliche Veränderung, wird immer entweder expressiv oder bewusst zurückgehalten, also immer ausdrucksvoll klingen, statt einfach nur da zu sein und dadurch letztlich viel überraschender zu wirken.
Last Days: Unglaublich, wie eigenartig ein Film ohne Vorspann wirkt, letztlich vermisst man die ganze Zeit, wahrscheinlich bis zum Ende des Films, die Überschrift. Wirkt wie ein Amateurfilm, fast wie zufällig aufgenommen, der vielleicht gar nicht dazu bestimmt ist, von einem nicht Eingeweihten gesehen zu werden. Im Umkehrschluss heißt das natürlich auch, dass der Vorspann unsere Wahrnehmung entscheidend prägt, unsere Erwartungen an einen Film wesentlich beeinflusst, auch wenn wir das nicht bemerken. Ein Film ohne Vorspann ist ein bisschen, wie wenn jemand in einen Raum kommt und sofort zu reden anfängt, ohne darauf zu achten, ob überhaupt jemand im Raum ist und was die Anwesenden gerade machen. Insofern eine super Idee.
September 13, 2012 · 1:11 am
Unterschied zwischen Bewegung und Nicht-Bewegung
Lüge: Nur 0 und 1?
CW: Man könnte denken, dass man diese Bilder nur im Original wirklich sehen kann, eigentlich ist es aber so, dass man sie auch im Original nicht erkennen kann, der Punkt ist nur, dass man genau das nur erkennen kann, wenn man das Original sieht. Auf eine technisch gar nicht so geheimnisvolle Weise verliert das Bild seinen Ort.
in sich hineinhorchen: stimmt das so? kann man das so lassen? muss da noch etwas geändert werden? macht es Sinn, hier noch etwas zu ändern?
Entscheidungsfindung
Gefühlsfrage
die Theorie für den Moment
lebt noch
betrübt
Seele
well, it’s amazing tennis
it’s been amazing tennis
September 13, 2012 · 1:09 am
Man kann ja eigentlich nicht ernsthaft bezweifeln, dass es wichtig ist, dass sich Leute innerhalb der Gesellschaft für bestimmte Ziele, die allgemein akzeptiert werden, einsetzen, im Zweifelsfall eben auch ehrenamtlich. Warum wirkt es dann so lächerlich, wenn diese Personen in ihrer Aufgabe völlig aufgehen und sie ohne jede Distanz zum Mittelpunkt ihres Lebens machen? Vielleicht einfach, weil es falsch ist, weil eine solche Aufgabe nicht der Mittelpunkt Deines Lebens sein kann. Gleichzeitig kann man aber nur mit dieser völligen Auflösung seiner eigenen Person in der Sache bestimmte Dinge gesellschaftlich durchsetzen. Insofern ist diese Form der Zweckidotie unbedingt notwendig, um Dinge zu verändern. Eines der Probleme dabei ist sicherlich, dass man natürlich immer, zu jedem Zeitpunkt, fragen muss, ob das, was man macht, sinnvoll ist. Man kann nicht einmal entscheiden, dies mache ich, und von da an blind durch die Gegend rennen und alles dem einmal definierten Ziel unterordnen. So eine Art Soldatengehorsam sich selbst gegenüber.
Dialog der Woche:
– Lass dich doch nicht so gehen.
– Es ist so heiß hier.
– Dann geh wenigstens aus dem Bild.
– Kolik ist fertig.
– Ooops! Wie das denn?
– Weiß auch nicht. So halt.
September 13, 2012 · 1:08 am
Stimmt eigentlich nicht.
nicht zurückschauen
every hand a different problem
kurze Euphorie-Phase, dann wieder Stillstands-Marter, beide gleich unsinnig
CW: Interessante Entscheidung, sein Leben der Produktion zu verschreiben. Fast wie Kollektionen, eine Bildgruppe nach der anderen Bildgruppe. Wirkt bei einem so konzentrierten Maler natürlich viel anstrengender als bei jemandem, der spielerischer mit seiner Arbeit umzugehen scheint, auch wenn die Anstrengung vielleicht die gleiche ist. Themen, die wieder aufgegriffen werden, wirken fast wie Versuche, sich selbst zu beweisen, dass man nicht mit jeder Werkgruppe alles neu machen muss.
Girl With Curious Hair: so brilliant you wanna cry.
September 13, 2012 · 1:07 am
Abriß
der
Gesellschaft
#
mehr
mehr Geld
mehr Macht
mehr Zeit
… Liebe
… heitswahn
Sperrfrist
Selbstverachtung der Gesellschaft
September 13, 2012 · 1:06 am
liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden
Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.
Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.
Shredderklang
Schmeckt ein bisschen wie Milch.
Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.
– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.
Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.
wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.
September 13, 2012 · 1:05 am
Nachspiel: Skelett. Nur noch Konsonanten. Nur noch Geräusche. Macht logischerweise Sinn.
Wo gehört es denn hin?
Vorspiel: Fleisch. Nur Vokale. Ton.
Wie willst Du erinnert werden?
Es geht hier nicht um Dankbarkeit, oder irgendetwas in diese Richtung, sondern darum, ob es ein Bedürfnis gibt, ob ein echtes Interesse besteht, und wenn nicht, hat sich die ganze Sache von alleine erledigt, ist doch eigentlich klar, oder?
Unwichtiges wichtig, gerade weil es unwichtig ist.
Zeit als Ziffernfolge, Menge von Anschlägen: Eindeutige Zuordnung von Ereignis und Zeitabschnitt.
Nicht sparen, darauf ankommen lassen. Wenn es am Ende nicht reicht, hat es eben nicht gereicht. Nicht haushalten. Es sei denn: Haushalten als Verschwendung. Haushalten als künstlerisches Ziel.
Filed under Methode, Oper, Text
September 13, 2012 · 1:04 am
dass sie sich überhaupt bewegen, einfach so
na ja, klar, und dann sind sie plötzlich weg
Frage ist, was dann übrig bleibt
Entweder es bleibt etwas, oder eben nicht. Klar, dass das Schreiben da nicht viel helfen kann. Die Erinnerungen. Etwas liegt in der Luft. Und verschwindet dann. Ausschließlich festgehalten in der Schrift. Ganz banal als Material, das ein wenig länger hält. Dann schreibt jemand über die Schrift. Alles völlig banal. Überhaupt kein Geheimnis.
Krg Wt rgr Whnsnn Klk Schlchtn
ie u Ä e a i o i a e
Zersetzungen
rot/grau – gelb/dunkelblau – hellgrün/hellblau
geschafft
nichts wie hin
Rest
Weinen
September 13, 2012 · 1:03 am
Walden/Mekkas: Voyeurismus, aber eben auch echtes Leben, daher wirklich interessant. Dokumentationsfähigkeit: Wesentliche Eigenschaft des Mediums perfekt genutzt, gerade auch in der Nähe zum Amateurfilm. Unangestrengte Narration: Mehr als nur Avantgardefilm.
Guerin: The environment and the figure. The figure comes with the image, the environment with the sound. (…) To search those simple, even tiny, motifs that reveal themselves as complex only through cinema.
fühlt sich plötzlich alles ganz anders an – nicht unbedingt besser, aber mehr nach Arbeit
falls das nicht ohnehin klar ist: Neue Musik hat natürlich auch die Aufgabe, Klassische Musik zu kritisieren, das Zopfige, Bräsige, Bequeme, das einen so oft dazu bringt, Aufnahmen nach einem kurzen Moment wieder auszustellen, wegzunehmen, einen anderen, weniger reaktionären Klang zu etablieren. Auch in dieser Hinsicht ist es also völlig kontraproduktiv, wenn sich Neue Musik an Klassische Musik, an den klassischen Orchesterapparat und an die Hörgewohnheiten des Klassik-Publikums anpasst. Ist ja übrigens auch klar, dass die Alte Musik-Bewegung, die absurderweise gerade von den Neue Musik-Protagonisten so oft – und meistens völlig zu Unrecht – gescholten wird, ganz viel geholfen hat, das Klangbild der Klassischen Musik zu entfetten, so dass man irgendwann dann auch die Musik wieder erkennen kann. Eindeutig reaktionäres Verhalten der Neue Musik-Protagonisten, genau wie aller anderen Reaktionäre: Wir haben aber gelernt, dass …
September 13, 2012 · 1:01 am
looking for trouble vs. looking for pain
VS: Gott, lass meine Seele vor der Ernte reifen. Slut.
aggressiv leise
Household
eine merkwürdige Sprache
eine merkwürdige Sprachmelodie
Eins Eins Eins Eins
einerseits Tonbewegung, andererseits Intervall, andererseits Klanggeste im Registerraum
Casting: Ein visionärer Architekt – sieht aber gar nicht so visionär aus – na ja, ich meine, wie würde denn ein visionärer Architekt aussehen? – Alles klar, alles gegessen, aber warum habe ich trotzdem ein Problem damit? Muss man so oder so aussehen, um eine bestimmte Sache machen zu können/machen zu dürfen? Ehrlich gesagt ja, natürlich hat dein Aussehen eine Aussagekraft. Auf der anderen Seite: Heute nicht gut drauf, heute kein anderes T-Shirt gehabt, kein Geld, keine Zeit, krank, Sorgen, kein Interesse, kein Talent, so viele Möglichkeiten, falsch auszusehen. Und logischerweise schaust du jemanden, den du kennst, anders an als jemanden, den du nicht kennst.
Natürlich gehst du nicht nur vom Äußeren aus. Aber du versuchst beide zusammenzubringen. Du denkst, sie müssen etwas miteinander zu tun haben. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Und plötzlich musst du ganz anders hinschauen, weil er/sie etwas gesagt hast, das du nicht erwartet hast. Soso, jemand, der so aussieht, kann also so etwas sagen. Warum sagt der sowas? Wie geht das zusammen? Widerspricht sich das nicht?
I’ve come to the conclusion that it is better not to live at all, not to eat at all, not to … well, you name it.
September 13, 2012 · 12:59 am
A lot of doubts are coming my way.
Zeile als Takt als Kasten: Irgendwo hier muss das rein, irgendwo hier muss das vorkommen. Fast egal wo. Zeitspanne, innerhalb derer etwas passieren muss. Zeit zwischen Zeitspannen. Zeit innerhalb Zeitspannen.
Temperatur in der Küche möglicherweise ein ähnlicher Parameter wie Raum in der Musik: Ist immer da, ist auch jedem klar, wirkt aber schnell banal, wenn er bewusst ausgeschöpft wird. Heiß-kalt als gern genutzter, nicht sehr subtiler Effekt, Abstufungen dazwischen wirken schnell wie einfach nur lau, oder sogar unbeabsichtigt. Was natürlich auch daran liegt, dass lau schnell kalt wird und dann einfach kühl wirkt. Die Beherrschbarkeit des Effekts ist also nur bedingt gegeben. Auch im Kalten verschiedene Abstufungen nur bedingt einsetzbar: Wird ziemlich schnell zu kalt, um überhaupt essbar zu sein. Und die berühmte Stickstoff-Küche ist ja einfach nur schockgefroren und tendenziell sogar eher lau als kalt, weil natürlich nicht durchgefroren. Verschiedene Texturen im Kalten da wesentlich evidenter.
I understood nothing.
I didn’t realize that I understood nothing.
Love Exposure: Ziemlich weit ausgespielt, das Szenario, zwischen Klamauk und Tiefe. Interessante Strategie, den Film aus vielen einzelnen Geschichten, die in sich geschlossen sind, aber dennoch logisch aufeinanderfolgen und aufeinander aufbauen, also nicht einfach nur aneinandergereiht sind, zusammenzusetzen. Serienepik im Kinofilm. Deswegen natürlich auch so lang.
There is no time to waste (Kusama). Probably true.
Melismen, um den verdammten Sprachrhythmus zu zerstören.
September 13, 2012 · 12:58 am
Der sieht aber verschlagen aus: Was wäre, wenn uns bewiesen würde, dass er der ehrlichste Mensch der Welt ist – könnten wir das überhaupt glauben?
Elektronik: Silkscreen. Den Ort verschwinden lassen. Der Ort der Produktion ist nicht mehr erkennbar, eigentlich tatsächlich nicht mehr vorhanden. Das könnte ein sinnvoller Einsatz von Elektronik sein.
Zeitverschiebung: Einzige eindeutige Kennzeichnung von elektronischem Eingriff.
Demo: Klingt wie Hitler – merkt das eigentlich niemand? Stört das niemanden? Be a Nazi für die gute Sache!
Ganz interessant, dass man immer, ausnahmslos, von dem ausgeht, was man schon kennt, was man kann. Wovon sollte man auch sonst ausgehen? Alles, was neu ist, ist anstrengend.
Wenn der Computer droht, seinen Geist aufzugeben, merkst du, dass du keine echten Probleme haben musst, um echte Probleme zu haben.
September 12, 2012 · 4:24 pm
Männer haben wirklich eine bescheuerte Art, sich auszudrücken.
Anri Sala: Einsatz Material Aufwand. Man kann nicht alles gleichzeitig sehen, weil man nicht in beide Richtungen gleichzeitig schauen kann. Entscheidung. Mit anderen Worten: Man kann nicht vermeiden, dass man etwas verpasst. Platzierung der Leinwände. Statt der Frage, schaut man es sich ganz an, stellt sich die Frage, schaut man es sich zweimal an. Und dann eben auch wieder nicht: Plötzlich nur eine Leinwand. Aber es KÖNNTEN mehrere sein, weiß man. ANGST es könnte etwas passieren. Durch exzentrische Positionen Beobachterplazierung erzwingen. Bildschirm entspricht nicht Spielort. Unerklärt. Bisschen aufgemotzt natürlich.
Wolkenschichten übereinander: Diffus, klar umrissen, homogen, zerfasert, Streifen, Fächer, Decke, Tupfen, Kräusel, Wellen.
September 12, 2012 · 4:23 pm
Helen Levitt: In the Street (1948)
Terry Adkins: Nutjuitok (Polar Star), After Matthew Jensen 1866 (2011)
Neil Beloufa: Untitled (2010)
Clemence Torres: Dans le vide, l’horizon disparait (2012)
Desire Machine Collective: Residue (2011)
The Future is your Enemy.
September 12, 2012 · 4:21 pm
Kader Attia, La Piste d’Atterrissage (2003)
Projektorgeräusch
Arabpop
Gespräch
Transvestiten
Belly Dance
Trommeln
Camille Henrot: Cut/Delay (Coupé/Décalé)
Wäre ja vielleicht gar keine schlechte Idee, eine Aufführung und ihre Verstärkung minimal gegeneinander zu verschieben, vielleicht auch Abstände zu verändern, 1 Sekunde, 2 Sekunden, eine halbe Sekunde, etc.?
Auch wenn sich das Ensemble anzupassen versucht, bleibt der Abstand gleich – nur das (Gesamt-) Tempo verändert sich.
Eigentlich das perfekte Medium dafür. Könnte auch mit sich selbst multipliziert werden, so dass die Verschiedenheit größer wird, wenn der Abstand größer wird, und verschwindet, wenn die Schichten zusammenfallen: Replay mit dem aktuellen Geschehen multiplizieren. Problem: Könnte immer gut/immer schlecht klingen, also eigentlich bescheuert sein.
Was ist denn eigentlich das Problem? Das Problem ist, dass die Instrumentalmusik keine Elektronik und die Elektronik keine Instrumentalmusik braucht. Und man beides wahnsinnig leicht verwenden kann, um das andere aufzupeppen. Und wahrscheinlich bei einer intelligenten Lösung die Instrumentalmusik absolut minimal sein müsste. Und ob man das will, logischerweise.
Komisch, dass das Unentschiedene plötzlich so ein Gewicht bekommt.
September 12, 2012 · 4:20 pm
Direkter Effekt: Schielen
He Said She Said 2001
Last Year Helloween Fell On A Weekend 2004
320 x 243,8 cm
Abbildung neu zusammensetzen, falsch zusammensetzen, verschieben, digital/analog, und dann nur noch Abbildung, hässlich, digital aufgerauht, Geste, das Verschmieren digitalisieren, digitaler Staub, Cut, Knacksen, leichter Bruch, Ausschnitte wie Bilder, So You Do Not Like It, Farbe, Foto, verkleinern, zusammenrücken, neue Farbe, Spachtel, digitales und analoges Wischen, Streifen zusammensetzen, Überlagerungen, Markierungen, Gedächtnis, Erinnerung: War ein Bild.
Noch mal drüber
Und noch mal drüber
Und noch mal drüber
Polaroid-Erinnerungen
Arbeitsschritte
Falsch
September 12, 2012 · 4:19 pm
Mode: Könnte es sein, dass alles IMMER da ist, dass man es nur die meiste Zeit nicht SIEHT? Plötzlich sehen einige Leute, dass eine bestimmte Farbe interessant ist, dann sehen es immer mehr, schließlich fast alle, nur die, die es zuerst gesehen haben, sehen schon eine andere. Nur bedingt beeinflussbare, eigengesetzliche Massenprozesse. So etwas wie eine romantische, verklärende Sicht auf Mode. Türkis. Orange.
Auch interessant: Dass man so vieles nicht einfach sich ausdenken kann. Das Denken ist eigentlich nur dafür da, Szenarien zu entwerfen, wie etwas funktionieren könnte, was man ausprobieren sollte, also das Interesse zu steuern, für alles andere ist das Sehen, Schmecken, Hören zuständig.
Lesen/Denken: Merkwürdige Zwischenstellung – einerseits läuft die Kontrolle doch im Wesentlichen über das Sehen, über die Schrift, andererseits ist das Ergebnis am nächsten an dem, was das Ganze eigentlich kontrollieren soll, dem Gedanken. Allerdings nein, das stimmt nicht ganz: Sinneswahrnehmungen werden eigentlich nicht durch den Gedanken kontrolliert, sondern durch sich selbst, durch das Abschmecken, Vergleichen, letztlich auch Wissen. Das Denken dient dabei nur als Verknüpfungsmaschine.
riecht nach Fruchtjoghurt: Im konventionellen Fruchtjoghurt muss etwas sein, was wahrscheinlich weder Joghurt, noch Frucht ist, aber die sofortige Assoziation Fruchtjoghurt auslöst.
Filed under Essen, Mode, Theorie
September 12, 2012 · 4:16 pm
7 fuckin’ years.
Wahrscheinlich geht das wirklich nicht, dass man einem Text einfach Noten zuordnet. Wirkt lächerlich, fast ironisch. Würde vielleicht als Sprechrhythmus gerade so durchgehen. Weil das Sprechen nicht so deutlich zwischen akustischer Haupt- und Nebeninformation unterscheidet wie das Singen. Also allenfalls Abstufungen – oder eben gar nicht.
Es hilft auch nichts, wenn der Rhythmus komplex ist – wirkt fast noch komischer/deplazierter. Als ob man sich einen Ort anmaßt, der einem nicht zusteht. Weil er nichts mehr bedeutet. Sonst müsste man das Genre insgesamt akzeptieren. Wozu man logischerweise keine Lust hat.
Vielleicht genau das Gegenteil: Völlig mechanisch mit dem Text umgehen. Diese bescheuerte Einfühlung/Ausdeutung weglassen. Denn auf die Sprachmelodie eingehen ist ja letztlich nichts anderes als ausdeuten.
Nullausdehnung, horizontal und vertikal: Es gibt keine horizonale Nullausdehnung ohne vertikale Nullausdehnung, es sei denn: Staccato-Akkord, Staccato-Klang, statt Staccato-Ton.
Wenn der Einsatzabstand kleiner als die Ausdehnung ist, überlappen sich die einzelnen Elemente. Wäre bei Wörtern eine lustige, ziemlich formalistische Verzerrung.
Lieblingsfilme ever:
Wild Bunch
A Touch of Zen
Krieg: Sich selbst überholen, an den Rändern ausfransen
Szenen verzahnen
Silben
Worte
Zeilen
canon for one voice
September 12, 2012 · 4:15 pm
Achtung:
ABSOLUTES IRONIE-VERBOT
Keyboard, Streichtrio, Saxophon?
Eins in Auftakt umdeuten/Takt verlängern? Würde bedeuten, dass man den Puls nicht verliert, aber den Schlag versetzt. Tatsächlich wirkt der Auftakt im festen Metrum ziemlich erzwungen. Oder Metrum immer mit zusätzlichen Silben verlängern? Vielleicht ist die Idee eines regelmäßigen Metrums grundsätzlich falsch?
Interessant, wie Ideen, an die man ein, zwei Tage glaubt, sofort wieder zerstäubt werden, wenn man sie wirklich auf die Probe stellt, schaut, ob sie der Realität der Ausarbeitung standhalten. Manchmal kommt etwas Neues, Anderes dabei heraus, manchmal gar nichts.
kurz/lang
schnell/langsam
nicht nach Gefühl entscheiden
INNERHALB des Tempos nochmal schnell/langsam
32tel sehr schnell
16tel schnell
8tel mittel schnell
4tel mittel langsam
2tel langsam
1tel sehr langsam
BF
SS
CC
EM
GA
BP
MS
IX
It’s a fuckin’ showdown.
September 12, 2012 · 4:14 pm
Problem Auftakt: Taktinkontinenz. Wäre dann eher der Strich, die Grenze, als das Gebiet.
Instrumente, um Zeitmaß klar zu machen? Ist das die Funktion der Begleitung? Minimaleinsatz Pulsstütze.
Auf Zwischenakzente verzichten: Entweder ja oder nein.
Alles vom Schlag her denken, auch das Material. Das Material ist sozusagen ein mehr oder weniger raffinierter Schlag.
Das Ensemble ist ausschließlich dafür da, die Stimme zu unterstützen.
Takt wahrscheinlich doch als Sinneinheit GEGEN Stimme.
Keyboard als Controller für das komplette Elektronik-Geschreddere (Anfang Kolik).
Ensemble Mosaik: Elektronik und Video. Kein Schlagzeug. Kein Klavier.
Schlachten: Vater und Mutter/Schwestern auseinandernehmen und erst am Ende wieder zusammensetzen? Also: ABCDE? Wäre wahrscheinlich nicht doof.
September 12, 2012 · 4:12 pm
Das eigentliche Problem ist doch, dass wir nichts verstehen, und dass wir auch nichts verstehen werden, so dass wir absolut keinen Zugriff auf die Wirklichkeit haben. Wir kratzen ein bisschen an der Oberfläche. Finden uns zurecht. Wägen ab, was als nächstes zu tun ist. Haben keinen Schimmer, wo das Ganze hinführen soll. Kann man natürlich auch gerade toll finden. Ziemlich viele Kräfte, die auf jeden einzelnen Punkt einwirken. Das Beunruhigende dabei ist letztlich, dass keinerlei Aufklärung in Aussicht gestellt werden kann. Es ist dann halt irgendwann vorbei. Das ist alles. Bestenfalls kann man sich einbilden, etwas verstanden zu haben.
September 12, 2012 · 4:11 pm
Das große Problem von Short Stories ist, dass sie immer eine Pointe haben. Wenn nicht, besteht genau darin die Pointe. Bringt das Format mit sich. Wenn man das unterlaufen könnte, würde man das Genre neu erfinden.
Schlag: Regelmäßige oder unregelmäßige Rasterung der Zeit, auf die das Material ausgerichtet oder nicht ausgerichtet gelegt werden kann.
Takt: Gruppierung von Schlägen mit gleicher oder ungleicher Gewichtung als Struktureinheit oder einfache Zähleinheit.
Betonung im Material/Betonung im Schlag
Kontrolle durch das Auge: Wenn Du den Cursor nicht siehst, bewegt er sich nicht.
alle Silben betonen/keine Silbe betonen
laut singen, ohne zu betonen
leise singen, aber trotzdem betonen
Faktisch ist bei lautem Singen quasi alles betont, nur die Begleitung/das Metrum differenziert zwischen betont und unbetont.
Nochmal anders gesagt: Betonung ist überhaupt nur eine Frage der Lautstärke, des Schalldrucks.
etwas sinnvolles tun, wie z.B.
September 12, 2012 · 4:09 pm
Ich war zu einer Theater- oder Opernvorstellung nach Süddeutschland gefahren. Angekommen, lief ich ein wenig in der Stadt herum, ging dann zum Theater, und war so müde, dass ich ein wenig schlafen musste. Nachdem ich aufgewacht war, traf ich als erstes Thomas, der ein wenig hektisch schien und mich halb belustigt, halb entgeistert anschaute. Irgendwann begriff ich, dass die Vorstellung gerade anfing. Ich wollte mich unbedingt noch umziehen, suchte einen Raum, konnte aber keinen finden, da alle belegt waren. Schließlich entschloss ich mich, mich auf dem Flur der Hinterbühne umzuziehen. Mir ging durch den Kopf, dass es doch eigentlich bescheuert sei, extra für diese Vorstellung hierher zu fahren, und dann den Anfang zu verpassen. Ich hatte das Gefühl, die falschen Sachen eingepackt zu haben, und wusste nicht, was ich anziehen sollte. Ich entschied mich dafür, mein Hemd, das ich bereits zusammengefaltet hatte, wieder anzuziehen, darüber einen hellblauen Anzug mit dünnen weißen Streifen. Dazu fielen mir nur Sandalen ein, besser völlig bescheuert als nur halb daneben, dachte ich mir.
Auf einem Fensterbrett saß eine junge Frau mit kurzen Haaren, die zum Theater zu gehören schien. Sie hatte mir offenbar die ganze Zeit zugeschaut, und lobte meine T-Shirt-Auswahl. Ich holte triumphierend ein ziemlich abgetragenes T-Shirt aus meinem Koffer und sagte, dies sei das beste T-Shirt überhaupt. Sie fragte, woher ich es habe, was ich nicht mehr wusste. Ich schaute mir das T-Shirt genauer an und entdeckte zu meiner Bestürzung, dass es mit goldenen Louis Vuitton-Logos bedruckt war, die allerdings ziemlich verblichen waren. Ich murmelte etwas davon, dass ich wohl mal einen ganzen Stapel davon billig bekommen hätte. Aus irgendeinem Grund zeigte ich ihr dann noch voller Stolz ein Sweatshirt, das von einem anderen süddeutschen Stadttheater stammte und mit der Graphik zu einer dortigen Aufführung bedruckt war. Ich hielt ihr also das Sweatshirt hin, sah sie über das ausgebreitete Shirt an und verstand im gleichen Moment, dass ihr Name auf dem Sweatshirt abgedruckt war. Sie war die Autorin, zumindest aber die Regisseurin des Stückes gewesen, und hatte mir das Shirt nach der Premiere geschenkt. Sie hatte sich nicht verändert, trotzdem hatte ich sie nicht erkannt.
September 12, 2012 · 4:08 pm
Mark Fell, Ten Types Of Elsewhere: Feinstgradierung. Was wäre, wenn man in die kleinstmögliche rhythmische Abstufung noch einmal eingreifen würde? Würde der Rhythmus dann einfach verzerren, nicht mehr erkennbar sein? Als ob das Abspielgerät kaputt wäre?
GF: Meisterwerke sind stumpfsinnig.
Die Ränge füllen sich, allein die Athleten fehlen noch.
betont/unbetont
lang/kurz
fuck!
Bigg Jus/El-P vs. Death Grips/Jam City: Die reine Wut funktioniert nicht mehr. Du musst Deine Aussage schärfen, um bestehen zu können. Ein bisschen Eleganz hier, ein bisschen Struktur dort. Einfachheit als Schönheit als Zynismus. Reduktion. Den Standpunkt sichtbar machen. Verdeutlichen. Eigentlich schade: Ich fand es immer ganz schön, einfach nur sauer zu sein. Aber das wirkt jetzt dezidiert altmodisch, eigentlich sogar faul.
Filed under Oper, Pop, Text
September 12, 2012 · 4:07 pm
Der Wedding war in ein glitzerndes Hochhaus-Paradies umgebaut worden, wie ein schöneres und prächtigeres Manhattan in Berlin. Zwischen zwei Hochhäusern eingeklemmt sah man die hohe, dunkle Fassadenmauer eines altdeutschen Domes, verschlossen wie eine Festung. Irgendwo inmitten des Lichtspektakels sollte es einen dunklen Hügel geben, vielleicht ähnlich wie der Kreuzberg am anderen Ende der Stadt, dessen Areal man besser nicht betrat, da hier eine nicht näher erklärte Gefahr lauerte. Im Karstadt am Leopoldplatz, das sich merkwürdigerweise nicht wesentlich verändert hatte, war entlang einer der Seitenwände des Gebäudes im Erdgeschoss eine Notenabteilung eingerichtet worden, in der ich Miniaturausgaben von Pauset und ein Manuskript von Berlioz fand. Die Miniaturausgaben waren kleiner als normale Taschenbücher und ließen sich leicht in einer normalen Jackett-Tasche verstauen. Während ich dies prüfte, machten sich zwei Gauner in zerlumpten Anzügen an mich heran und versuchten halb mit List, halb mit Gewalt, mein Portmonaie zu stehlen, auf das ich verzweifelt meine Hand hielt. Die Noten des Berlioz-Manuskriptes waren auf eine stoffartige, gestrickt oder gehäkelt wirkende Unterlage aufgebracht. Ich stellte mich in eine Ecke und begann, den Stoff des Berlioz-Manuskriptes langsam aufzudröseln.
Doktus
Scribd
Soundcloud
September 12, 2012 · 4:06 pm
everything is way too convenient
Musikalität unterbinden/verhindern
Doku = Zeit
Vokalklänge und Instrumentalklänge ununterscheidbar machen: Würde voraussetzen, dass die Darstellung absolut ironie- und pointenfrei ist, dann könnte man tatsächlich auf den Reichtum der Klanggebung reagieren und nicht einfach nur den normalen Gebrauch der Werkzeuge negieren. Totale Verschmelzung und gleichzeitig doch ein vorsichtiges Auseinanderhalten, eine minimale Differenz, die Instrumente und Stimmen voneinander absetzt. Basis müssen Geräusche sein, die nur ausnahmsweise den Bereich der Tonhöhen berühren. Vielleicht aber auch, dass sich die Stimmen von den Geräuschen zu den Tonhöhen vorarbeiten, und umgekehrt die Instrumente von den Tonhöhen zu den Geräuschen.
hall of fuckin’ shame
Ist doch toll: Du musst nur einen einzigen Buchstaben hinzufügen, und schon sieht es aus wie ein richtiges Wort.
3 Bläser, 3 Streicher, 6 Sänger, alle mikrophoniert:
fck y!
fck d!
there’s a lot of signals you don’t wanna send
Vielleicht auch Schlagzeug/Klavier? Wäre doch auch schön, oder? Kann ich noch ein bisschen … ? Oder vielleicht … ?
September 12, 2012 · 4:04 pm
Less Talk
More Action
Charaktere, die in der Erinnerung zusammenfließen: Lateinlehrer/Französischschüler. War der nun so und der so oder andersherum oder waren sie vielleicht wirklich beide gleich/ähnlich?
Warnpiepsen Mikrophonpfeifen
Elektronik als Zitat: Wäre eine Möglichkeit, ein Instrument daraus zu machen.
It’s all much worse than you think.
PR: Ich verändere Material, indem ich es unverändert wiederhole. Die Aussage ist: Das Verhalten des Materials zur Häufigkeit seiner Wiederholung.
Bild mit Ton hier wesentlich prägnanter in der Wahrnehmbarkeit von Schnitt und Wiederholung – auch wenn sie gegeneinander verschoben sind.
September 12, 2012 · 4:03 pm
Blu: Einzelne Silben herausdrücken (portato crescendo), andere fast verschlucken (staccatisso pianissimo). Möglicherweise zwei verschiedene, unabhängige Rhythmusebenen.
Betonte und unbetonte Silben auf zwei verschiedenen Rhythmusebenen.
Ungereimtheiten Kathedrale
e-g-e-g-e-f-d-f-d-e-c-g-e-d-g-g
Wovon ich schwärm’: Der Lärm.
Zeichen der Zeit: Monothematische Bands. Verengung der Perspektive. Verdeutlichung der Aussage.
Who knows how deep that hole is – maybe it has no bottom at all.
Oktave als Überraschung: Plötzlich ist das Gleiche obendrüber (oder untendrunter). Wie kann das denn sein?
Nicht für selbstverständlich nehmen.
September 12, 2012 · 4:01 pm
Was machen die denn da?
Jetzt machen die das. Und jetzt …
Instrumentation gegen Material verschieben. Material homogenisieren.
Artikulation = Material oder so.
Oder eben kontinuierliche Materialveränderung auf plötzliche Instrumentationswechsel legen. Hard Edge vs. Soft Edge.
Etwas bleibt gleich, und etwas ändert sich total, und zwar egal, was die Struktur nahelegen würde. Oder: bleibt auch gleich, aber an ganz anderer Stelle. Zwei völlig verschiedene Strukturen aufeinander gelegt. Oder: Ähnliche Strukturen, aber stark gegeneinander versetzt, oder sich gegeneinander verschiebend.
September 12, 2012 · 3:58 pm
Untrust/Gordon Matta-Clark: Rohheit der Natur, Struktur des Nützlichen, Geometrie des Eingriffs, Brutalität der realen Gefahr.
Vorbereitete Struktur nutzen, ohne sie ernstzunehmen. Z.b. Akkorde und Struktur frei gegeneinander verschieben. Sinn der Struktur komplett ignorieren. Instrumentation verwenden, obwohl sie vollständig sinnlos geworden ist. Sozusagen eine Ruine als Neubau.
Und dann, am Ende, sich die Ruine vielleicht doch aneignen, vielleicht doch in die Ruine einziehen.
Dream/Weeknd: Pathos als Gewicht/Ballast. Es genügt nicht nur nicht, recht zu haben, es hilft auch überhaupt nicht. Was dann letztlich auch bedeutet, dass man nicht recht hat.
Untrust: Homogene, aber strukturierte Massen.
September 12, 2012 · 3:57 pm
I want my Robert Smithson piece back!
Can I please have my Robert Smithson piece back!
Please give me my Robert Smithson piece back!
Klavierstück über minimale Arpeggi schreiben
vorher/nachher als Thema – Zeit
dicke Schichten von Verzierungen
rhythmisierte Triller
If you have problems with a song, take out what you like most. (PJ Harvey)
Agamben, Textausdeutung: Problem, wenn man jeden Text auf seine Etymologie hin abklopft, ist ja eigentlich, dass man die Texte überhaupt nicht mehr wörtlich nimmt, sondern nur noch in ihrer Tiefenstruktur nach Bedeutung sucht. Ganz offensichtlich damit Text tatsächlich vom Autor und seiner Intention abgelöst. Das Unangenehme, Falsche dabei ist, dass der so untersuchte Text eigentlich immer recht hat, immer Recht haben muss, er wird quasi wie eine Heilige Schrift behandelt. Exegese: Es wird im voraus davon ausgegangen, dass der Text recht hat, und nur noch nach seiner korrekten Ausdeutung gesucht. Textauswahl und Textreihenfolge bleiben unbegründet. Insofern scheint die Untersuchung für sich selbst auch den Status der Unanfechtbarkeit zu reklamieren. Die Exegese der Heiligen Schrift ist ebenfalls heilig. Das Lustige dabei ist, je mehr der Text auf diese Weise ernstgenommen wird, desto mehr verliert er für sich an Bedeutung, da fast alles in ihn hineingetragen werden kann, je nach Intention des Ausdeuters. Was noch nicht einmal mit Böswilligkeit zu tun haben muss, sondern einfach mit der Methode notwendig verbunden ist. Man sieht nur das, was man sehen will, wenn man die Oberfläche verlässt. Oder sogar: Was immer man sehen will.
I would like to …
please no genre
September 12, 2012 · 3:56 pm
I think it’s boring. And you?
Noch einmal zum Seh/Hör-Problem: Akustische Aufnahme kann in der Regel als angemessene Dokumentation gelten, visuelle Aufnahme nie, selbst bei Standkamera, weil es so viele andere mögliche Perspektiven gegeben hätte. Visuelle Aufnahme quasi immer Montage, auch wenn gar keine Montage stattfindet.
Ganz interessant, dass im Text vollständige Sätze ein bisschen so wirken, wie besonders deutliche Aussprache bei Politikern: Es kommt immer ein bisschen zu pompös daher, man hat letztlich immer das Gefühl, dass da jemand etwas zu verbergen hat, zumindest eben Probleme mit der Aussprache/dem Satzbau. Es wirkt zu abgezirkelt, zu perfekt, vielleicht aber vor allem zu abgesichert, um glaubwürdig zu sein. Deswegen haben ausformulierte Texte so leicht die Tendenz, über das Ziel hinauszuschießen: Die übertriebene Korrektheit der Formulierung überträgt sich auf den Inhalt.
Letztlich laufen alle Korrekturen darauf hinaus, den Text wieder einzufangen, die Formulierung einzukochen, das Umständliche zu streichen. Insgesamt also den Text schneller, zielführender, direkter machen. Falsches Pathos.
Derrida
Agamben
Didi-Huberman
Distinktionswahn
eigentlich unfassbar schön
September 12, 2012 · 3:55 pm
Jede Stufe einzeln charakterisieren? Eigentlich nicht, warum nicht Entwicklungen nebeneinanderher laufen lassen?
Spieltechniken einander überlagern, quasi eigene Stimmen, die in der Überlagerung die Struktur verdichten? Wenn zwei verschiedene Spieltechniken gleichzeitig, dann automatisch auch mehr Aktion? Eigentlich unmöglich, aber lustige Idee.
Oder aber unabhängige Entwicklungen, die so lange dauern, wie sie vorgesehen sind, und sich gegenseitig überlagern und auslöschen. Also nicht verdichten, sondern unkenntlich machen.
Visuelle Hindernisse als Blenden in tracking shots, quasi Montage-Ersatz.
Ich würde gerne –
I would like to –
Please, let me –
But – of course!
The whole day it felt later than it actually was. Strange, huh? So tell me, why is that? How can it be?
September 12, 2012 · 3:51 pm
Nochmal zu Montage: Gerade wenn ein Film quasi ausschließlich aus langen tracking shots besteht, wie Satantango, wird deutlich, wie wenig die Filmtechnik unserer normalen Art, die Welt anzuschauen, entspricht. Es ist eigentlich so, als würde man die ganze Zeit mit größter Aufmerksamkeit starren, und den Blick nur ganz langsam von einem Objekt abwenden und einem anderen Objekt zuwenden – als ob der Raum zwischen den beiden Objekten genauso wichtig wäre wie die Objekte selbst. Als ob wir also eigentlich gar kein Interesse an diesen beiden Objekten haben, sondern quasi zufällig unseren Blick vom einen zum anderen schweifen lassen würden. Ein quasi objektiver, interesseloser Blick auf die Welt. Als künstlerisches Mittel natürlich absolut sinnvoll, wenn diese Art des Blickes evoziert werden soll, und in einem Film wie Satantango in der Verweigerung von Emphase auch wieder emphatisch, aber unserer Art zu schauen grundsätzlich entgegengesetzt, also betont künstlich, im Gegensatz zu der scheinbar naheliegenden Annahme, dass Montage künstlich, weil zusammengesetzt, und tracking shot natürlich, weil einfach ist. Ein schneller Kameraschwenk wirkt ja im Übrigen wie eine Montage, außer daß dem Weg als optisches Phänomen mehr Bedeutung zugewiesen wird, als dies im realen Blickwechsel der Fall wäre. Noch einmal also: Montage ist die perfekte Methode, unseren Blick auf die Welt abzubilden – wenn man das wirklich will. Vielleicht ist es eben gerade interessant, etwas anderes zu tun. Nur das Argument der Einfachheit, Natürlichkeit ist absoluter Unsinn. In Wirklichkeit ist der tracking shot extrem künstlich.
Fuck Überlegenheit.
Destroy Distinktion.
September 12, 2012 · 3:50 pm
Bela Tarr, Satantango: Ziemlich perfekt durchgeführt, wie ausgerechnet, eigentlich keine Schwächen und vor allem auch keine Peinlichkeiten, immer wieder überraschend, wie brutal ein Schnitt einschlägt, wenn er nach einer langen Einstellung an einen anderen Ort/eine anderen Zeitpunkt springt. Man fühlt sich eigentlich um das, was dazwischen liegt, betrogen, als ob es gewaltsam aus dem Ablauf herausgenommen wäre. Auch der Schnitt selbst, der exakte Zeitpunkt, an dem zwei Einstellungen aufeinandertreffen, bekommt eine eigenartige Virulenz, als ob rein optisch etwas passieren würde, das man eigentlich nicht versteht – so schnell nicht nachvollziehen kann. Als ob das Auge nach der langsamen Entwicklung der langen Einstellung sich nicht so schnell auf das optische Phänomen des Schnitts einstellen könnte, als ob nur die Überblendung dem Auge die nötige Zeit gegeben hätte, sich auf die nächste Einstellung vorzubereiten, den Übergang von einer Einstellung zur nächsten zu verstehen. Insofern Schnitt als Raub, als brutaler Eingriff, als Fehlstelle. Totaler Gegensatz zur Montage, in der das Auge den Schnitt gar nicht bemerkt.
Lange Stücke und sehr lange Stücke.
Durch das Streichquartett führen.
September 12, 2012 · 3:49 pm
Ich weiß nicht wie, aber ich hatte ein Probespiel beim London Symphony Orchestra bestanden und einen Platz in der Cello-Gruppe gewonnen. An meinem ersten Arbeitstag kam ich mit meinem alten Cello an und setzte mich auf meinen Platz. Ich benutze das Cello normalerweise nur, um Spieltechiken auszuprobieren, dementsprechend ist es ein absolut minderwertiges Instrument, das von einem russischen Geigenbauer aus drittklassigen Materialien zusammengesetzt wurde. Wie üblich, rutschten mir beim Einstimmen die Wirbel aus der Halterung, und es gelang mir nicht, die a-Saite wieder festzuklemmen. Ich musste also ohne a-Saite spielen. Berlioz’ Romeo et Juillet sollte geprobt werden. Da ich nie Cello-Unterricht hatte und auch kein anderes Streichinstrument spiele, war es für mich unmöglich, die richtigen Töne im vorgeschriebenen Rhythmus zu spielen, geschweige denn, einen angemessenen Klang zu erzeugen. Da dies sehr schnell deutlich wurde, zog ich mich irgendwann aus der Cello-Gruppe zurück und setzte mich hinter das Orchester, um den Proben-Ablauf weiter beobachten zu können. Dabei dachte ich fieberhaft darüber nach, wie ich es anstellen könnte, bis zur nächsten Probe Cello spielen zu lernen. Nach der Probe bemerkte ein Bekannter, der ebenfalls seinen ersten Arbeitstag gehabt hatte, dass alles so fürchterlich britisch sei. Um von meinem eigentlichen Problem abzulenken, antwortete ich, ja, es wäre schon ein Unterschied, ob man als Tourist nach England komme, oder hier wirklich arbeite.
Auswahlkriterium: Aufschreiben oder nicht aufschreiben. Wenn es aufgeschrieben ist, kommt es auch rein.
September 12, 2012 · 3:47 pm
Glas, wo kein Glas ist. Spiegel, wo kein Spiegel ist. In sich ähnliche Räume, die aussehen, als ob sie gespiegelt wären, aber real sind. Leere Rahmen unterscheiden sich nicht wesentlich von gefüllten Rahmen.
Nachdenken über Dinge, die man nicht sieht, die abwesend sind: Ist doch toll, dass das überhaupt geht. Fuckin’ Gedächtnis!
Spannung kommt ausschliesslich dadurch zustande, dass du nicht weißt, was passiert. Wenn du weißt, was kommen kann, kannst du keine Angst haben. Es sei denn, du findest das, was kommt, so fürchterlich, dass du schon im Voraus weißt, dass du es nicht aushalten kannst. Entspannung, wenn du glaubst, dass du weißt, was passiert. Wenn du glaubst, dass du den Rahmen, in dem sich das Ganze bewegt, verstanden hast.
Und mal wieder die Frage, was kommt um die Ecke – jetzt – gleich …
Da ist sie schon. Am schlimmsten natürlich das Warten, dass du nichts tun kannst, dass du nur warten kannst.
Figuren, die gar nichts sagen: Die Frau mit dem Schleier. Einzige Funktion: Schrecken. Zwei zur einen Seite und dann ganz weit zur anderen Seite.
Wenn du weißt, dass etwas da ist, denkst du auch, dass es alle sehen können.
Your Security is our concern, but is your responsibility.
XO/XR: Sing ein Lied.
September 12, 2012 · 3:46 pm
Inkonsequenz als Qualität: Es führt zu nichts, und gerade deswegen ist es gut.
2:15 ohne Pause
dann gehen die Leute auf Klo
dann fangen die Leute an, aufs Klo zu gehen.
Timing
Langeweile
Atem schöpfen
Leerlauf
Auf der Bühne
Timing aus der Hand geben
Von der Bühne aus inszenieren
Timing während der Aufführung auf der Bühne
Wie zeigt man eigentlich Langeweile ohne zu langweilen
Durch alle Höhen und Tiefen gegangen
Erleben der Zeit
Körperlich gefangen
Anti-Timing
Eigene Qualität
Herrschaftsgeist
Ihr müsst das jetzt aushalten
Kein Ergebnis
Prozess
Wir wünschen uns ein Theater, das gar keine Premieren mehr macht, das gar kein Publikum mehr hat.
Freibrief zur Unaufmerksamkeit
Aufforderung etwas zu verpassen
Tragik beruht darauf, dass das Publikum weiß, dass die Helden am Ende sterben werden. Es geht auch darum, eine Zeitdauer auszuhalten vor dem bekannten schrecklichen Ende.
Damit experimentieren, wie Aufmerksamkeit generiert wird.
September 12, 2012 · 3:45 pm
Nicht zu viel Sinn machen. Might be a problem. Schauen, was passiert, nicht vorausplanen. Nicht versuchen, vorauszusehen, was alles passieren kann. Dennoch: Unmöglichkeiten vermeiden oder akzeptieren? Ausrechnen und streichen oder stehen lassen?
Wenn es zu ordentlich wird: Hilfe!
Eigenschaften gegeneinander verschieben.
Alles klein-klein, eng, bewegungslos. Alles zu sehr auf Nummer Sicher: Ordentlich, gut gemacht, risikolos. Muss man gar nicht mehr anprobieren, passt eh.
Ziemlich bizarre Entscheidung klassischer Veranstalter, die Akustik der Säle durch elektronische Hilfmittel aufzupolieren. Wesentliches Motiv, ein klassisches Konzert zu besuchen, kann eigentlich nur die Präsenz des instrumentalen Klangs sein, wie sie sich elektronisch nicht vermitteln lässt – und zu der Unausgeglichenheit an verschiedenen Punkten im Raum notwendig gehört. Auch wenn man die elektronische Verbesserung nicht bewusst erkennt, wird man nicht vermeiden können, die fehlende akustische Präsenz des Klangs wahrzunehmen – und unbewusst enttäuscht sein. Letztlich klingt es dann doch so wie zu Hause auf der Stereoanlage, nur schlechter: Elektronik nur einsetzen, wenn man sie als solche auch hören soll.
Filed under Klassik, Methode
September 12, 2012 · 3:42 pm
danger
money
food
stars
usefulness
supply + demand + magic
Tonale Musik: Dass Nachvollziehbarkeit ein wesentlicher Vorteil tonaler Musik gegenüber atonaler Musik sein soll, ist wahrscheinlich Unsinn. In Wirklichkeit klingt sie einfach angenehmer als atonale Musik. Allerdings ist es richtig, dass Fehler in tonaler Musik sofort erkannt, also nachvollzogen werden können, in atonaler Musik meistens nicht.
REDE
TRAKTAT
GESANG
oder hatten wir das schon?
Parameter: Grad der Variation
Wie jetzt – soll alles gleich bleiben, aber alles anders werden? Wie denn das jetzt?
Na, ist doch klar – was hast Du denn gedacht?
Stimme durch Wand: Rhythmus und Bewegung
September 12, 2012 · 3:41 pm
Niemand sagt, dass es leicht sein soll. Aber es muss auf irgendeiner Ebene eben doch Peng machen, das ist es. Es darf nicht NUR mühevoll sein. Und dazu macht ein vereinheitlichtes Konzept eben doch Sinn. Das AUSDENKEN hat so etwas leicht Widerwärtiges: Dass man sich fragt, was man will, und das dann auch macht/ausführt. Ist halt nicht gerade das, was man Überraschung nennt. Und ist überhaupt nicht KALT. Vorschrift, auch unsinnig: Bitte ausführen.
Vernünftig sein/Zusammenpassen: Einerseits bescheuert, andererseits könnte es bei bestimmten Anforderungen die einzige Möglichkeit sein, überhaupt etwas zustandezubekommen. Bestimmte Dinge KÖNNEN halt nicht zufällig aufeinandertreffen, weil sie unausführbar sind. Also müssen sie von vornherein vermieden/verhindert werden. Regeln könnten da nützlich sein. Nur: Ab einem gewissen Grad von Komplexität der Aufgabe müssen die Regeln notwendigerweise so kompliziert werden, dass sie als Regeln nichts mehr taugen. Regel sollen ja vereinfachen, Entscheidungsprozesse verkürzen, nicht einfach nur die Sachlage beschreiben.
Mal wieder so eine Frage: Gefällt es mir nicht, weil ich nicht weiterkomme, oder komme ich nicht weiter, weil es mir nicht gefällt? Arbeite ich schlecht, weil ich deprimiert bin, oder bin ich deprimiert, weil ich schlecht arbeite?
Dynamik an Spieltechnik koppeln: Macht Sinn, ist aber verdammt spießig.
Das Ausdenken möglichst verhindern.
September 12, 2012 · 3:38 pm
Ganz angenehm, wenn Dinge, die man tut, Konsequenzen haben, selbst dann, wenn sie unangenehm sind. Es ist dann leichter, daran zu glauben, dass, was man tut, nicht völlig egal ist. Das gilt logischerweise auch für die kompositorische Arbeit: Wenn es für ein Stück letztlich egal ist, ob Du Dich so oder so entscheidest, warum machst Du es dann überhaupt?
Bleed: Verdeppt. Zu viel Bass.
Breth/Lulu: Wo steht denn eigentlich geschrieben, dass man Opern nicht anfassen darf? Was ist denn das für ein braves Nachbeten von Dingen, die angeblich so perfekt sind, dass man sie in keiner Weise modifizieren darf?
War doch gut. Ist doch gut. Wird doch gut. What a fuckin’ lie.
Black Metal. Dark Soul.
September 12, 2012 · 3:36 pm
Gibt natürlich viele verschiedene Formen von Entscheidungen. Die bewusst getroffenen, die unbewusst getroffenen, die, deren Konsequenzen man sich bewusst ist, und die, deren Konsequenzen man sich nicht bewusst ist, Entscheidungen ohne weitere Bedeutung, und Entscheidungen, die den Rest eines Lebens bestimmen, weil sie nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Das muss gar nicht so dramatisch sein, wie es sich anhört, es kann sich beispielweise um eine einfache technische Irreversibilität handeln.
Melodien für Millionen: Das Rauschen
Klangfarben-Dramaturgie
Ich bringe mich in Situationen, in denen ich nicht anders kann, als –
vorurteilsgesteuerte Textautomaten
– You can never escape your fate. Submit with honour to a duel with my son.
– I agree.
September 12, 2012 · 3:34 pm
Die Entscheidung ist der eigentliche und einzige Punkt, an dem sich das Ich zeigt – letztlich, weil es sich da auch nicht zeigen kann, aber deutlich wird, wie sehr es im Kern von seiner Umgebung definiert wird. Quasi überpersönliches Ich. Ich will in einer Komposition die Entscheidung hören, ansonsten bleibt sie marginal.
Bei Entscheidungen wird das Individuum in die Ecke gezwungen. Und dadurch definiert. Deswegen sind sie so interessant. Auch wenn es persönlich nichts mit dem Thema zu tun hat, ist das Individuum die überhöhte Entscheidung.
September 12, 2012 · 3:33 pm
Ich schäme mich so. Das hätte niemals passieren dürfen. Ich. Will. Alles. Wissen. Dass man gar nicht anders hätte handeln können, dass es aber trotzdem falsch ist. Eine unverzeihliche Schwäche. Mir ist übel.
Alles, was geschieht, ist in sich schlüssig. Sonst würde es nicht geschehen könne. Warum fühlt sich der Protest so falsch an? Wo er doch, wenn er nun einmal geschieht, die gleiche Schlüssigkeit wie jedes andere Geschehen hat. Natürlich manipulieren immer unzählige entgegengesetzte Kräfte den tatsächlichen Verlauf. Warum willst Du nicht eine diese Kräfte sein? Warum glaubst Du, dass die Position des Zuschauers, die gar nicht anders kann, als ebenfalls zu manipulieren, indem sie nicht eingreift, wo sie eingreifen könnte, die einzige akzeptable Position ist? Weil Du nicht weißt, wie es besser gemacht werden könnte, weil Du kein Ziel siehst, das eine eindeutige Verbesserung wäre. Trauer. Gebet.
nicht nachdenken, kein persönlicher Geschmack, jedenfalls nicht mehr, als unbedingt notwendig
September 12, 2012 · 3:31 pm
Indie Classical: Ziemlich merkwürdig, dass dabei dann plötzlich ländliche Dudelmusik heraukommt, die weder an Indie, noch an Klassik anknüpft, eher an instrumentale Volksmusik. Ihrer absoluten Harmlosigkeit wahrscheinlich kein bisschen bewusst. Auf schlechte Art Unterhaltungsmusik, Blubbermusik, aussagelos, als ob es nur darum ginge, möglichst niemandem wehzutun. Als ob Harmlosigkeit die höchste denkbare Tugend wäre. Interessant auch, dass hier die Klänge wirklich nur abgerufen werden, absolut nichts Eigenes hinzugefügt wird, als ob es schon eine Leistung wäre, die richtige Note auf dem Klavier zu finden.
Dabei lebt Pop doch eigentlich vom persönlichen Ton, dass man singt/spielt, wie es kein anderer tun könnte. Also das Problem, dass die Musik nicht mehr von einem selbst, sondern von anderen gespielt wird, noch nicht einmal erkannt, und deswegen natürlich auch keine Lösung dafür gefunden. Einfach alles Standard. Klassik ist dann, dass es klingt wie ein klassisches Instrument, mehr nicht. Ziemlich übel. Eigentlich das Schlechteste aus beiden Welten, und zutiefst konservativ/reaktionär. Und unsere Freunde aus der Pop-Abteilung scheinen es noch nicht einmal zu merken.
Stimme: Ganz enge Stimmbereiche definieren, z.B. nur ganz tief, nur mittlere Lage, nur ganz hoch etc. Sechs Unterteilungen je Stimme/Stimmtyp? Evt. Kombinationen, evt. komplette Rollen nur in einer Stimmlage singen lassen – oder dann überraschend wechseln. Dadurch automatisch deutliche Charakterisierung, quasi unvermeidlich. Also eigentlich nicht Singstimme auf Sprechstimme reduzieren, sondern deutlich unter Sprechstimmen-Ambitus bleiben. Japan. Akira Sakata.
Oder: Ambitus ständig neu definieren, gleitende Registergrenzen, aber auch Sprünge. Ständig in Bewegung, aber immer eingeschränkt. Wandern durch die Register. Phrasen durch Ambitus und interne Bewegungsmöglichkeiten definieren.
Kunst kommt nicht von Können, sondern von Nicht-Können. Wenn Du etwas kannst, kannst Du schon sicher sein, dass es keine Kunst mehr ist.
In jedem Moment bei Null anfangen. Auch das, was Du schon gemacht hast, neu erarbeiten.
Filed under Klassik, Oper, Pop
September 12, 2012 · 10:08 am
Burde, Wolfgang (Hrsg.): Korea, Einführung in die Musiktradition Koreas, Mainz 1985
Chung, Kyo-Chul, Matthias R. Entreß (Hrsg.): Pansori, Die gesungenen Romane Koreas, Bd. 1: Gesänge von Liebe, Treue und listigen Tieren, Thunum 2005
Hahn, Man-Young: Kugak, Studies in Korean Traditional Music, Seoul 1990 (Gagok)
Heyman, Alan (Hrsg.): The Traditional Music & Dance of Korea, Korean Traditional Performing Arts Centre, Seoul 1993
Jang, Yeonok: Korean P’ansori Singing Tradition, Development, Authenticity, and Performance History, Lanham 2014
Jeon, Kyung-wook: Korean Mask Dance Dramas, Their History and Structural Principles, Youlhwadang Publisher, Gyeonggi-do 2005
Killick, Andrew P.: The Invention of Traditional Korean Opera and the Problem of the Traditionesque: Ch’angguk and its Relation to P’ansori Narratives, Washington D.C. 1998
Kim, Daihyun: P’ansori als Aufführungskunst, Trier 1997
Lee, Heung-gu: Korean Court Dance, As Seen in Historical Documents, Korea Foundation, Korean Culture Series 14, Seoul 2010
Lee, Mee-Jeong: Le Pansori, Un art lyrique coréen, Paris 2002
Lee, Wha-Byong: Studien zur Pansori-Musik in Korea, Frankfurt/Main 1991
Nam Sang-suk, Gim, Hae-suk: An Introduction to Korean Traditional Performing Arts, Minsokwon Korean Studies Series 4/music, Seoul 2009
Park, Chan E.: Voices from the Straw Mat, Toward an Ethnography of Korean Story Singing, Hawai’i 2003
Pihl, Marshall R.: The Korean Singer of Tales, Cambridge 2003
Rockwell, Coralie: Kagok, A Traditional Korean Vocal Form, Providence 1972
Shim, Joon Hee (Hrsg.): Pansori, Commemorating Designation as a Masterpiece of Oral Tradition and Intangible Heritage of Humanity by UNESCO in 2003, Seoul 2004
Song, Bang-Song: The Sanjo Tradition of Korean Kommun’go Music, Seoul 1986
Um, Haekyung: Korean Musical Drama, P’ansori and the Making of Tradition in Modernity, Farnham 2013
Willoughby, Heather Alane: The Sound of Han: P’ansori, Timbre, and a South Korean Discourse of Sorrow and Lament, New York 2002
July 5, 2012 · 1:08 pm
Letztlich ist der Entscheidungsprozess natürlich auch ein Lernprozess, bei dem man am Ende mehr weiß als am Anfang. Konsequenterweise müssten dann die ersten Entscheidungen weniger sachkundig sein als die späteren. Darüber nachdenken, wie man damit arbeiten, wie man diese Dynamik ausnützen kann, um das Stück zu stärken, oder ob es sinnvoll ist, den Entscheidungsprozess mit sich selbst kurzzuschließen, und so die einzelnen Entscheidungen immer wieder neu zu überprüfen, um so den Informationsspielraum immer weiter zu verkleinern.
Hat mich von Anfang an interessiert. Letztlich ist die Wiederholung wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, der Entscheidungsdifferenz musikalisch auszuweichen.
Streichquartett 1984: Ein Jahr lang versucht, einen musikalischen Gedanken fortzuspinnen, um dann eine Folge von variierten Wiederholungen an einem Nachmittag auszuarbeiten. Eine mögliche Option: Den Entscheidungs- und Ausarbeitungsmoment radikal verkürzen.
born
dead
dying
young
tonal
atonal
traditional
modernistic
not
true
in
painting
somehow
und noch einmal zurück zu
XXXXXXXXXXXXX HIER ZU XXXXXXXXXXXXX
July 5, 2012 · 1:06 pm
gelbbraunes Sofa, grober, leinenartiger Stoff, flache, rechteckige Kissen, Stil 1950er oder 1960er Jahre
Moodymann: Auch Schwäche zulassen. Du kannst nicht in jedem Takt genial sein wollen. Du kannst nicht in jedem Takt alles geben. Oder: Wenn du es versuchst, bist du es nicht. Wenn du es versuchst, machst du alles kaputt. Gelingt es dir gerade nicht. You know what I mean. Schwächen stehen lassen. Die dann oft zu den besten Stellen werden, gerade weil sie die Oberfläche des Stückes aufbrechen.
unbeherrscht/unbeherrschbar
Das hat wahrscheinlich tatsächlich etwas mit dem Leben zu tun. So sehr du dich auch bemühst, ein perfektes Stück zu schreiben, kannst du nie alle Entscheidungen zum gleichen Zeitpunkt treffen. Und wenn du sie nacheinander triffst, wirst du eine gewisse Inkonstistenz auch bei größtem Bemühen nicht vermeiden können. Du veränderst dich einfach, während du Entscheidungen triffst, und durch jede einzelne Entscheidung.
Kann sein, dass in der Malerei, wo man immer das Ganze vor Augen hat und am Ganzen arbeitet, oder in der Literatur, wo die Sprache in gewisser Weise einen festen Rahmen vorgibt, sich diese Probleme so nicht stellen. Selbst in der tonalen Musik mit ihren tonalen Formen dürfte der Halt so groß sein, dass jede Abweichung dankbar akzeptiert wird. Aber in der atonalen Musik scheint das Problem unvermeidbar zu sein – und gleichzeitig eine perfekte Metapher für ein abstraktes Leben abzugeben. Den Serialismus und seine Nachfolgestrategien könnte man als eine gigantische Maschine ansehen, mittels derer das Problem negiert werden soll. Denn lösen kann man es natürlich nicht einfach dadurch, dass man die Entscheidungsprozesse formalisiert und dadurch ihre zeitliche Ausdehnung verleugnet. Man könnte denken, dass dadurch ein wesentliches Problem der Neuen Musik, aber auch ein Punkt, an dem sie lebensrelevant werden könnte, weil sie zumindest auf einer technisch-kompositorischen Ebene lebensrelevante Fragen behandelt, bewusst verschwiegen oder einfach ignoriert wird.
Das Leben zeichnet sich in jeder Zeile ab: Was war möglich/was war nicht möglich.
July 5, 2012 · 1:03 pm
Oresteia: gute Idee, ein Instrument (Solocello) die Choraltöne abnehmen zu lassen. Begleitung und eigenständige Gestik, Gegensatz zwischen vokaler und instrumentaler Linie.
Monteverdi-Fanfare als mit sich selbst identische Markierung
Regelmäßiger Ansatz, verschieden lange Pausen je nach Länge des Satzes/der Phrase
Two Lovers: Wie die Entscheidungen fallen. Und man kann nicht davon ausgehen, dass der Schluss falsch ist, dass der Protagonist sich einfach nur in sein Schicksal fügt. Vielleicht ist er ja wirklich glücklich. Selbst ein so offensichtlicher Betrug wie das Weiterverwenden des Rings muss nicht unbedingt ein Betrug an der Befindlichkeit sein.
July 5, 2012 · 1:02 pm
Erniedrigte
Ad Pop vs. Klassik: Könnte man vielleicht sagen, dass Pop in Bezug auf Realität und Realitätsdarstellung überlegen ist, und Klassik in Bezug auf Musik als Musik? Und das wäre nicht unbedingt eine Schwäche, ist aber dennoch etwas, worunter alle klassischen Komponisten leiden, weswegen sie verzweifelt versuchen, Realität in ihre Arbeit hereinzuholen, in welcher Form auch immer. Daher eigentlich die ständige Forderung nach politischer Musik: Weil sie scheitern muss, weil es sie nicht geben kann, weil sie im Medium nicht vorgesehen ist. Daher die ständige Selbstkreuzigung der klassischen Musiker einschließlich myself: Wir wollen – natürlich – etwas haben, was wir nicht kriegen können, wie jedes intelligente Kind.
Und die einzige realistische Hoffnung: Dass sich an dieser Selbstquälerei unsere Arbeit schult.
Noch eine Frage dazu: War das immer so verteilt, oder war populäre Musik früher vielleicht auch tendenziell apolitisch? Bedeutet die Erfindung des Pop vielleicht die Erfindung der politischen Musik wie wir sie kennen? Und ich würde vermutlich sagen, dass auch Pop-Pop politischer ist als klassische Musik, weil er die Realität abbildet, ob er will oder nicht (und gerade, wenn er versucht, sie zu verleugnen). Deswegen ist es völlig bescheuert, sich darüber lustig zu machen.
Natürlich will jeder politisch sein, weil jeder wichtig sein will, jeder will etwas bedeuten in der Welt. Allein das sollte Grund genug sein, nicht von sich selbst zu behaupten, dass man politische Musik schreibt. Was für ein Selbstbetrug: Was wir tun ist SO bedeutungsvoll! Forget it. It doesn‘t even EXIST in the world. Und egal, wieviel Eitelkeit du hineinlegst, es wird nicht bedeutender werden.
Vorsicht
Kaktus
Angelsteg
Einfach irgendwas
July 5, 2012 · 1:00 pm
Komisch, dass das Ausführen von Dingen so langweilig ist. Nicht nur für den Autoren, sondern auch für den Leser. Als ob es interessanter wäre, nur anzudeuten. Als ob das Ausführen eine pedantische Angelegenheit wäre, da es eh schon klar ist, was man sagen will. Als ob man eine Sache verschließen würde, die besser offen bleiben würde. Gleichzeitig ist es natürlich auch sehr bequem, offen zu halten, nur anzudeuten, nicht zu erklären: Es klingt besser, cooler, es ist letztlich nicht widerlegbar, und man sieht selbst nicht die Schwächen der Idee. Die Ausführung ist ja oft schon die Widerlegung. Wenn man nicht lügt.
Gleichzeitig: In der Kunst ist das nicht ganz so, da ist die Ausführung viel wichtiger, die Idee weniger wichtig. Es kommt mehr darauf an, wie es gemalt ist, nicht was. Da kann die Ausführung für den Maler extrem langweilig sein, für den Betrachter jedoch spannend. Am liebsten hätte man natürlich beides zusammen.
Frage: Warum ist das so langweilig? Alles soll immer interessant sein. Nie mehr Quälen. Aber vielleicht geht es ja tatsächlich gerade um die Langeweile, um die Quälerei. DFW.
Und die Kurznotiz kann eben genau so nerven wie die ausführliche Beschreibung. Man muss nur genug/zu viel davon hineinstellen.
July 5, 2012 · 12:58 pm
Vorbereitung
ohne Vorbereitung
In gewisser Weise NUR die Vorbereitung interessant, NICHT die Erfüllung. Die eigentliche Tat ist dann eher eine Erleichterung, weil man endlich weiß, was passiert. Je länger die Vorbereitung, je länger die Ungewissheit, desto länger der Kitzel. Man hat nur Angst vor dem, was man nicht weiß. By the way: Gilt das auch fürs echte Leben? Kein ganz unwichtiger Punkt, auch arbeitstechnisch.
Glaubwürdigkeit
Vorurteile
Casting: Interessant, dass NICHT alles möglich ist. Gelungenes Casting ist meistens Erfüllung von Vorurteilen mit geringfügigen/wenigen Abweichungen. Wenn die gesamte Besetzung den Erwartungen entspricht, kann ein Charakter völlig herausfallen und damit vielleicht auch die anderen Charaktere in ein neues Licht setzen. Gleichzeitig verschieben sich sicherlich auch Erwartungen, Abweichungen werden zu neuen Erwartungen, von denen wieder abgewichen werden muss, um das Ganze lebendig zu halten. Einmal akzeptiert, wird eine Abweichung sofort normal, gehört zum Repertoire und kann auch entsprechend bedient werden. Trotzdem unwahrscheinlich, dass man eine Besetzung aus lauter Abweichungen zusammenstellen könnte. Wäre aber interessant, was passieren würde. Es dürfte natürlich nicht zu unwahrscheinlich werden, aber die meisten unserer Erwartungen haben eher mit Typen als mit erkennbaren Fähigkeiten zu tun, so dass Abweichungen ohnehin schwer zu widerlegen sind. Es hat also wirklich mehr mit Akzeptanz, Vorstellungsvermögen, als mit Durchschauen, Nachrechnen zu tun. Was wäre, wenn der bescheurt Aussehende der Intelligenteste wäre? Wenn der brutal Aussehende der Feinsinnigste wäre? Usw.
Auch das hat natürlich ziemlich viel mit dem echten Leben zu tun: Dass wir bestimmten Leuten auf Grund ihres Äußerens, aber auch auf Grund ihres Benehmens bestimmte Dinge nicht zutrauen, sowohl im Positiven, als auch im Negativen. Und wir völlig vor den Kopf gestoßen sind, wenn sie es dann doch tun. Das hätte ich niemals gedacht. Es reicht ja eine Bemerkung, die man nicht erwartet hätte, und unser Weltbild gerät für kurze Zeit aus den Fugen.
Was aber natürlich nicht heißt, dass wir auf unsere Vorurteile verzichten könnten: Sie helfen uns, Dinge einzuordnen, nicht alles ständig neu zu überprüfen, kürzere Wege zu gehen, die wahrscheinlichere Option zu ziehen.
Und, ganz klar: Das Set der Erwartungen mag für die meisten ähnlich sein, gleich ist es ganz sicher nicht. Man versteht oft an Nebenbemerkungen, dahingeworfenen Beobachtungen, dass unsere Selbstverständlichkeiten überhaupt nicht mit den Selbstverständlichkeiten anderer Leute übereinstimmen müssen.
July 5, 2012 · 12:54 pm
Schon auch interessant, was man vergisst. Dafür sind diese Aufzeichnungen ja auch da: Um zu prüfen, wieviel eine Notiz, die im Moment der Niederschrift glasklar ist, tatsächlich transportieren kann, wenn ihr unmittelbarer Zusammenhang weggefallen ist. Wieviel Erinnerung sie speichert, wieviel neue Zusammenhänge sie herstellen kann – oder auch nicht. Der Leser ist dann derjenige ohne spezifische Erinnerung. Und der Schreiber wird langsam, allmählich zum Leser.
Neue Musik auf Alten Instrumenten – na ja, ist es ja immer, oder?
July 4, 2012 · 1:41 pm
In a string quartet you more or less know everything. So you have to CREATE THE UNKNOWN. Was interessiert, ist das, was man nicht weiß, logischerweise.
Mikroton-Abweichung = Polyphonie? Also daraus eine STIMME machen? Analysieren. In EINER Stimme ist die Abweichung klare Absicht: Eindeutigkeit.
Womit anfangen? Was ist die Hauptstruktur – wenn es überhaupt eine gibt?
Vielleicht geht es ja gerade um die Dinge, die man NICHT hört?
etwas abmalen vs. etwas konstruieren
July 4, 2012 · 1:39 pm
Wie ist das: Ist Tonhöhe noch der entscheidende Parameter, der uns eine Struktur als einstimmig oder mehrstimmig wahrnehmen lässt? Wahrscheinlich.
Ist dann letztlich gar nicht so viel, was man auf einer einfachen Ebene parametrisieren kann.
Geisteskraft: Wenn du müde bist, kannst du keine Entscheidungen treffen. Entscheidungen sind keine Frage der Vernunft, sondern der verfügbaren Kraft. Kunst besteht fast ausschließlich aus Entscheidungen, deshalb muss man ausgeruht sein, um arbeiten zu können. Oder sich gerade die Entscheidungskraft wegarbeiten.
Zu wissen, wie das Ergebnis aussehen soll, bedeutet noch lange nicht, dass man auch weiß, wie man da hin kommt. Normalerweise braucht es viele verschiedene zusätzliche Motivationen, um eine Struktur auch wirklich ausführen zu können.
Anfang Streichquartett: Was hält mich hier außer der Grundidee am Laufen, was kann ich zusätzlich machen, um die Dinge am Laufen zu halten? Im Grunde Tricks, private Überzeugungsarbeit, die hier gefragt ist.
Technik als Überzeugungsarbeit.
July 4, 2012 · 1:31 pm
Gibt es einen Übergang vom Ton zum reinen Rauschen (Maurizio)?
Unendliche Abstufungen zwischen Ton und Rauschen (NICHT entweder/oder, höchstens Mischung als Abstufung)
Streichquartett nicht aus Schattierungen, sondern aus distinkten Stufen (die dann aber gegen unendlich verkleinert werden können) konstruieren
Ist das Gleiche für die Oper möglich: Einheit Text, Einheit Wort, Einheit Silbe?
Matrix auf Text anwenden?
distinkte Abstufungen der Stimmfarbe (s.a. Bläser): warum nicht?
An irgendeinem Punkt Entitäten überlappen lassen, verschwimmen lassen, ununterscheidbar machen: Grenzen verschwinden lassen, auch wenn sie die KONSTRUKTION nach wie vor bestimmen.
July 4, 2012 · 1:29 pm
Anfang mit einzelnen, von Pausen getrennten Impulsen als Entitäten perfekt, um das Stück in Gang zu bringen und die einzelnen Parameter in Arbeit zu setzen.
Schauen, was kommt, und dann ändern.
Das möglichst lange Festhalten an einer Form von Material (mit internen Varianten) und schließliche Umkippen in eine andere Form von Material ist natürlich auch eine Form von Spannungserzeugung = Suspense. Ich halte es nicht mehr aus. Saugt Luft durch die Zähne ein.
Wie lange bleibt eine Variante eine Variante, ab welchem Grad von Veränderung kippt sie um in etwas Neues?
Auch Spieltechniken in der Zeit erfinden. Du musst nicht alles gleich am Anfang wissen. Teil der Arbeit, nicht der Vorarbeit.
Binnendramaturgie
Binnenvarianten
July 4, 2012 · 1:27 pm
Was ist die Grundeinheit?
Matrix des Stückes zusammen mit dem Stück selbst entwickeln: Buchführung, Rechenschaftsbericht, Selbstkontrolle. Das Interesse ändert sich, der Fokus ändert sich, die bespielten Parameter ändern sich.
Es kann klare, es kann aber auch nur ungefähre, verschwimmende Formgrenzen geben. Einheiten können klar getrennt sein oder auch miteinander verschwimmen. Verschwimmende Formgrenzen müssen nicht den Charakter eines Prozesses haben. Ich schreibe gerade die Matrix für den Moment. Entscheidungen in der Zeit – am offenen Herzen operieren. Tatsächlich verschwimmen die Formgrenzen, wenn Parameter an jeder Stelle unabhängig voneinander ausgetauscht werden können. Es könnte sich herausstellen, dass gerade die Parameter, die gerade nicht bearbeitet werden, für die Form des Stückes am wichtigsten sind, weil sie unverändert bleiben und den jeweiligen Abschnitt zusammenhalten/seinen Charakter bestimmen.
Wie eine Matrix mit ständig wechselnden, voneinander unabhängigen Parametern schreiben?
Eigentlichkeit brechen. Who did it? Beethoven? Feldman? Spahlinger? Wenn etwas für etwas anderes steht, beispielsweise für ein Konzept, ist es dann uneigentlich? Intellektueller Gehalt.
July 4, 2012 · 1:24 pm
uneigentliche Musik = intelligente Musik?
Immer nur eine Veränderung oder Zahl der Veränderungen pro Wechsel eigener Parameter? Grad der Veränderung vs. Zahl der Veränderungen.
Wird ein Stück durch exzessive Vordisposition uneigentlich? Und ist das die Qualität, die wir suchen?
Mehr als 4 Veränderungen möglich d.h. mehr als eine je Ton/Aktion? Element = Aktion, d.h. Doppelgriff ist quasi 1 Ton.
Das würde aber bedeuten, dass der Veränderungs-Parameter quasi der führende Parameter ist, der nicht erweitert werden kann, sondern den gesamten Abschnitt/das gesamte Stück reguliert.
Könnte auch die gesamte Form regulieren – muss aber nicht: Form-Grenze könnte mit besonders hoher Zahl an Veränderungen zusammenfallen, könnte aber auch einfach Anwendung der Veränderung auf einen besonders wichtigen, bis dahin unveränderten Parameter bedeuten.
Wie gesagt, Parameter können auch ausgetauscht werden und so Formgrenzen markieren. DAS ist JETZT der wesentliche Parameter, das SIND jetzt DIE wesentlichen Parameter: Können ad hoc-Entscheidungen sein.
July 4, 2012 · 1:17 pm
Tapemusik finde ich eigentlich ziemlich unspannend, obwohl alles, was ich den ganzen Tag höre, vom Band kommt. Und Pop auf Band viel besser funktioniert als im Konzert. Also eigentlich Tapemusik ist. Aber immer ein akustisches Original suggeriert, auch wenn es nie existiert hat.
Mir am liebsten bei elektronischer Musik: Wenn sie die Apparatur zum Thema macht, wie z.B. Tudor, oder wenn sie eine Form von Lärm produziert, die offensichtlich elektronisch ist, wie z.B. Xenakis. Also klanglich dreckige Elektronik. Wahrscheinlich habe ich das Gefühl, dass die Sauberkeit des Versuchsaufbaus durch die Dreckigkeit des Klangs aufgehoben werden muss. Oder die Perfektion der Apparatur durch Betonung der Fehler zerstört werden muss.
Lav Diaz: Langsamkeit als Gegensatz zur modernen Welt aufzufassen, ist ein bisschen naiv. Natürlich muss das Lebensgefühl, und damit dann wohl auch das Zeitgefühl, auf dem Land anders sein als in der Stadt. Aber Langsamkeit muss etwas anderes als einfach nur ein Lebensgefühl beitragen, um relevant zu sein. Vielleicht das Detail: Zeit als mikroskopischer Blick. Aber auch das zu banal.
Was ist eigentlich mit langen Romanen? Lesbaren, weil spannenden, und nicht lesbaren, weil nicht spannenden (was nicht das Gleiche ist wie langweilig)? Was ist da Zeit, wird da Zeit spürbar, vermittelt, und wenn ja, auf welcher Ebene? In der Beschreibung, im Material, oder in der puren Lesezeit? Die Möglichkeit und Notwendigkeit der Unterbrechung beim Lesen bedeutet ja nicht automatisch, dass man die Lesezeit nicht als Ganzes empfindet und wahrnimmt.
Eigentliche und uneigentliche Spieltechniken? Resultat von Handlung abkoppeln? Handlung nicht deckungsgleich mit Resultat.
Kann es einen uneigentlichen Klang geben, oder kann Klang nur im Verhältnis zu seiner Hervorbringung uneigentlich sein?
Notwendigkeit von Dramaturgie/Kontrast vs. Lächerlichkeit/Durchschaubarkeit
July 4, 2012 · 1:13 pm
Streichquartett Variantenoptionen Anfang:
wer spielt/wie viele spielen
Mikrotonhöhe/Nebentonhöhe/Tonhöhenwechsel
Spielweise/Abweichung von Spielweise
Geräuschhaftigkeit/Tonhaltigkeit/Abschattierung in der Instrumentation
u.U. rhythmische Abweichung innerhalb Homorhythmik/Abweichung von Homorhythmik
Tonhöhenverlauf, quasi Modulation, quasi Melodie
Tonhöhe muss schwierig zu erkennen bleiben: Ungenauigkeit der Wahrnehmung, Undeutlichkeit, Zweifel am Ohr, Nebenprodukt oder Hauptsache, Fehler oder Absicht. Dann überdeutlich, quasi Oktave.
stabiler Zustand/Verlauf/Prozess
Antiespressivo als Espressivo/Antipoesie/sehr lange kein gestrichener Ton/dann Ultraespressivo
Climax vs. Schnitt: Stabiler Zustand = retardierendes Moment = Climax? Mit Tempo und Dynamik unterstützen.
Quasi weiche Parameter, Parameter, die das Material modellieren, können aber logischerweise auch zu harten Parametern werden. Zwischen weichen und harten Parametern hin und herspringen, umschalten. Der Fokus ist immer der harte Parameter.
Dinge müssen nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben, um zusammenzupassen. Naivität der Überleitung, des Zusammenhangs. Satz als Satzteil. Umspringen als Form.
durchgehend einstimmig gedacht, Mehrstimmigkeit nur als Abweichung
jeder neue Parameter überlagert die alten Parameter und erweitert sie
July 4, 2012 · 12:49 am
Jetzt ist halt die Frage: Was ist das Objekt, was ist die Verarbeitung? Muss das Objekt vollständig dargestellt werden, um überhaupt dargestellt werden zu könne? Würde es bei einer vollständigen Darstellung Sinn machen, Frequenzbänder auszutauschen, also konventionell gesprochen Umkehrungen innerhalb des Objekts herzustellen? Das könnte dann beispielsweise heißen, dass breite Frequenzbänder mit viel Tonbewegung aus dem Bassbereich in den Sopranbereich wandern, und enge Frequenzbänder mit wenig Tonbewegung aus dem Sopranbereich in den Bassbereich. Vom Gefühl her klingt das ein bisschen zu simpel, ein bisschen zu mechanistisch überlegt, ein bisschen zu manipulativ, genau das könnte aber natürlich auch ein Vorteil sein.
Vom Gefühl her erfolgsversprechender scheint mir aber zu sein, aus einem vollständigen Klangobjekt einen bestimmten Frequenzbereich herauszunehmen und diesen dann nach oben oder nach unten zu versetzen. Das könnte dann heißen, dass eine Tonhöhenstruktur, wie sie innerhalb des Originalobjekts im Sopran erscheint, plötzlich im Bassbereich auftritt (Liegetöne mit geringer Tonhöhenveränderung), oder eine Tonhöhenstruktur, wie sie innerhalb des Originalobjekts im Bass erscheint, plötzlich im Sopranbereich auftritt (expressive Linie mit großen Intervallsprüngen). Allerdings: Schon in der Beschreibung fühlt sich das nicht wirklich natürlich an. Wiederum andererseits: Wer sagt denn, dass es sich natürlich anfühlen muss?
Letztlich sprechen wir bei Umkehrungen natürlich über Oktavtranspositionen. Bei der Herausnahme von einzelnen Frequenzbändern oder Frequenzbereichen wäre nicht unbedingt klar, ob nicht auch andere Transpositionen außer der Oktave angewendet werden sollen, z.B. um eine bestimmte Tonlage eines Instrumentes oder einer Singstimme herauszubringen. Allerdings eher weniger sinnvoll, innerhalb des gleichen Objekts gleichzeitig verschiedene Transpositionen einzusetzen. Es sei denn, es ginge darum, das Objekt vollständig zu verfremden.
Ein Spezialfall der Transposition wäre in diesem Bereich der Frequency Shift oder die Kombination von Frequency Shift und Transposition. Frequency Shift ist sozusagen eine in Hertz gerechnete Transposition, die für unsere Ohren das Ausgangsmaterial verzerrt, nämlich bei Shift nach oben dehnt und bei Shift nach unten staucht, so wie Transposition sozusagen eine in Cent gerechneter Frequency Shift ist. Die Kombination von beiden kann beispielsweise zu der paradoxen Situation führen, dass ein Frequenzbereich nach unten geshiftet und nach oben transponiert wird, bis er im ursprünglichen Tonhöhenbereich stark gestauchte Tonhöhenbewegungen aufweist, oder nach oben geshiftet und nach unten transponiert, so dass er im ursprünglichen Tonbereich stark gedehnte Tonbewegungen aufweist.
July 4, 2012 · 12:37 am
Problemstellung: Du musst nicht alles nehmen! Du musst Dein Objekt nicht komplett abbilden!
Tatsächlich hast Du, wenn Du mit Soundfiles arbeitest, feste Objekte, auf die Du Dich beziehst. Es sind feste, fertige Objekte, die, auch wenn Du sie selbst aufgenommen hast, quasi außerhalb der Komposition stehen, nicht TEIL der Komposition sind, sondern OBJEKT der kompositorischen Darstellung. Die Komposition KONSTRUIERT das Objekt nicht, sondern sie STELLT ES DAR.
Dabei gilt für die aufgenommenen Klangobjekte grundsätzlich, dass die Frequenzbänder in Hertz gerechnet gleichmäßig und homogen über das gesamte Spektrum verteilt sind, d.h. dass der Ambitus und die Bewegungsart der Frequenzbänder in allen Bereichen des Spektrums in Hertz gerechnet homogen ist, dass aber aus genau diesem Grund Frequenzbänder, die in Cent umgerechnet werden, also letztlich dem Wahrnehmungsvermögen unseres Gehörs angepasst werden, nach oben immer enger und, auch wenn sie in Hertz wilde Sprünge vollziehen, in Cent im Wesentlichen auf Liegetöne reduziert werden.
Wenn man also die Frequenzbänder eines Klangobjekts in ihrem ursprünglichen Frequenzspektrum belässt, ist es unvermeidlich, dass die größten und auffälligsten Tonbewegungen im Bassbereich stattfinden, und dass die Tonbewegungen nach oben, in den Sopranbereich hinein, immer geringfügiger werden, bis sie schließlich völlig verschwinden und in das Erscheinen und Verschwinden von Liegetönen übergehen. (Das entspricht dann im Übrigen von Ferne der Bewegungsverteilung im Generalbass.)
July 4, 2012 · 12:31 am
Das ist eigentlich Form: Die Disposition von verschiedenen Werten auf verschiedenen Ebenen in der Zeit und ihre Beziehung zueinander.
Natürlich Form im konventionellen Sinn. Die Frage wäre aber, was Feldman (als einziger Gegenzeuge) wirklich dagegen vorbringen kann. Muss auf jeden Fall ein Thema bleiben, kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Nur: Jetzt muss ich erstmal von der Oper zur Form zurück.
Was Stücke wie Maurizio oder auch M.B.R.M.M.P.P. betrifft: Wenn das Material und seine Grunddisposition feststeht – was es tut, wenn ich bei dem Konzept der quasi wörtlichen Übertragung bleibe – kann nur seine VERFORMUNG Gegenstand der formalen Strategie sein. Das wäre so etwas wie Filtern auf analoge/instrumentale Techniken übertragen, d.h. nicht die elektronischen Techniken nachahmen, sondern ihren Einsatz, ihre Verwendung. Allmähliche Veränderung, plötzliche Veränderung, Bass wegnehmen, Bass wieder einführen, wieviele Instrumente, wieviele Stimmen, wieviel Geräusch, wieviel Ton, wieviel Höhenanteil im Geräusch, wieviel Tiefenanteil im Geräusch, etc.
Also zum Teil doch direkte Übertragung von DJ-Techniken auf Instrumentalbesetzung. Die reine Transkription der Filtertechniken der Originale dürfte nicht ausreichen, um die Transkription zu strukturieren, da die Filterung in der Transkription durch den im Wesentlichen gleichbleibenden Klang der Instrumentalbesetzung eingeebnet wird. Natürlich auch, weil die Tonhöhen der Transkription im übertragbaren Bereich nur einen Teil des Originals wiedergeben.
Allmählich Instrumente wegnehmen, allmählich Instrumente hinzufügen, allmählich sul ponticello einführen, allmählich sul ponticello wieder wegnehmen, etc. NICHT Spieltechniken auf die Lautstärkegrade des Originals übertragen – Effekt ebnet sich über das Stück hinweg zu sehr ein. Daran schließt sich die Frage an: Lautstärken doch auch großformal einsetzen – also nicht nur abhängig von der Transkription des Originals. Sonst vielleicht zu eintönig, zu vorhersehbar. Wahrscheinlich auch zusätzlicher Einsatz von Pausen, Verzögerungen u.ä. notwendig – das akustische Material wird anders funktionieren als das elektronisch definierte.
tollste Musik: einen einzigen Akkord wiederholen (Reggae, Dub-Raum, u.ä.)
July 4, 2012 · 12:23 am
Montage: Müssen wir jetzt die Regie übernehmen? Und was wäre Regie: Form, Montage, Dramaturgie?
A Touch of Zen: Interessante Form, in der die Abfolge von Ruhe und Bewegung, Gegenwart und Rückblende quasi unabhängig voneinander durchgeführt werden. Die Mönche, auf die der Titel anspielt, erscheinen erst in einer relativ späten Rückblende, gehören aber dadurch, dass sie in dieser Rückblende auftauchen, an den Anfang der Geschichte, rahmen also in der erzählten Zeit die Geschichte tatsächlich ein, nicht aber in der erzählenden Zeit.
Ruhe/Bewegung
Vergangenheit/Gegenwart
Erzählstränge, die im Wesentlichen mit den verschiedenen Figurengruppen, aber auch mit Orten verbunden sind, in diese Struktur eingewoben.
Sollte man mal genauer untersuchen.
Filed under Film, Form, Stücke
July 4, 2012 · 12:22 am
Was brauchen wir jetzt hier (bei M.B.R.M.M.P.P.), was würde dem Stück helfen, was will es? Ist es nur eine Nervenschwäche zu denken, es könne nicht einfach so weitergehen? Wenn sich das Material verändern soll, wie könnte das sinnvoller Weise geschehen? Oder wenn anderes Material eingeführt werden soll, wo könnte es herkommen?
Das gleiche anders anschauen. Hm. Ist das noch eine sinnvolle Vorgehensweise? Auf der anderen Seite: Das einfache Entlangspazieren wirkt so irrsinnig spießig, oder? Noch einmal anders gefragt: Was ist das Statement? Wird das Statement durch Abwandlung eingelöst, oder wird das Statement durch Beibehalten eingelöst? Noch einmal anders: Was soll das Stück denn sein? Es war doch eigentlich klar, dass es ein homogenes Stück sein soll, quasi monolithisch, das nur EINE Idee, nur EINE Art von Material präsentiert.
(Was für die Oper ja im Übrigen ÜBERHAUPT NICHT geht! OPER KANN NICHT MONOLITHISCH SEIN. Oder eben gerade.)
Gut, dann haben wir hier das Problem im ganz kleinen: Wie aus der Falle herauskommen, woher den Gegensatz, das Andere, nehmen? Wenn Schnitte, dann gleich von Anfang an? Gleich den ersten Takt isolieren? Braucht Instrumentalmusik vielleicht diese Art von brutalem Schnitt, weil die Aufführung (Instrumente, Spieler, Raum, Publikum, Lebenszeit) das Stück ohnehin homogenisiert? Spannungsaufbau, Spannungsabbau (Lachenmann) – warum ist der in elektronischer Musik nicht notwendig? Oder gilt das nur für Pop? Und wenn ja, warum? Weil sich das Material so gut von selbst trägt? Weil das Material keine Erklärung braucht, sich selbst genügt? Ist Erklärung, Verarbeitung in populärer Musik vielleicht gerade schlecht, hinderlich, nicht angebracht, falsch?
Das Charakterstück: Notwendigerweise kurz. Mir wird es schon nach vierzehn Takten zu viel. Wie würde dann ein langes, oder sogar extrem langes Charakterstück (Maurizio) funktionieren, wie hält man es am Laufen? Alles letztlich Feldman-Fragen, die merkwürdigerweise niemand anderes so klar gestellt hat.
July 4, 2012 · 12:18 am
Tja, jetzt sind wir schon früher beim Thema Montage/Verarbeitung, als wir es wollten. Selbst M.B.R.M.M.P.P. scheint nicht ohne Montage zu funktionieren. Hier hätten wir dann letztlich eine ähnliche Konstellation wie in der Oper: Eine extrem lineare Vorgabe als Material, und das Problem, wie damit umgehen, wenn man nicht einfach entlang laufen will. Was kann hier Form sein? Letztlich wieder eine Frage von Kontinuität und Diskontinuität. Schnitt könnte hier nur a) Reihung, b) Pause, oder c) Unterbrechung darstellen. Ein behutsamer Schnitt wäre Abwandlung, am behutsamsten als kontinuierliche Abwandlung. Frage: Wäre Wiederholung nicht die einzige Möglichkeit, eine vernünftige Basis für Abwandlung herzustellen? Was bedeuten denn nun die ganzen theoretischen Montagemöglichkeiten in einem extrem linearen, aber eben auch extrem homogenen Material? Und was hat Kontinuität bei Ockeghem bedeutet? Einfache dramaturgische Eingriffe wie plötzliche Generalpause o.ä. wahrscheinlich wirkungsvoll, aber sicherlich sehr plump.
Man muss das Objekt erst festgehalten haben (= Wiederholung oder zumindest ISOLIERUNG), um es dann abwandeln zu können, um überhaupt damit weiterarbeiten zu können. Oder liege ich da komplett falsch? Was könnte denn Form sonst sein? Klar, wir hatten so etwas wie kontinuierliche, meist nicht gerichtete, Deformation mit dramaturgisch geplanten Sprüngen in den gleich/ähnlich/verschieden-Stücken. Allerdings mit komplett anderem Material. Genau wie die Schnitte in Fehlstart sich auf Material beziehen, das von vornherein als schneidbar definiert ist, da es sich aus internen Wiederholungen zusammensetzt. Übrigens innerhalb der Schnitte bei Fehlstart natürlich auch kontinuierliche Verformung.
July 3, 2012 · 12:31 am
Verarbeitung muss natürlich irgendwie an Bedürfnisse der Sänger angepasst werden – oder Sängerbesetzung an Erfordernisse der musikalischen Struktur anpassen? Wäre sicherlich die deutlich weniger voraussehbare Variante, möglicherweise aber auf der Bühne zu chaotisch, zu unübersichtlich in der Verteilung des Textes auf die Sänger. Soll die Identität von Sängern und Figuren ansatzweise intakt bleiben oder ganz aufgelöst werden (Linearität beibehalten, Identität auflösen)?
Soll Heidegger immer vom gleichen Sänger (in diesem Fall Sprecher) gesungen/gesprochen werden, oder soll sein Text auf verschiedene Sänger/Sprecher verteilt werden? Was dann heißen würde, dass nicht EIN Heidegger, sondern MEHRERE/VIELE Heideggers auf der Bühne stehen würden.
Was bei Szenen mit wenigen Personen sicherlich durchführbar wäre. Man könnte auch Text/Zeilen/Wörter zwischen den Gesprächspartnern austauschen. Was ist aber mit den Chorszenen, in denen die Identität der Figuren ohnehin nur andeutungsweise vorhanden ist – was würde szenisch passieren, wenn die Identität der Büger/Mädchen/Soldaten völlig aufgegeben würde und auf die einzelnen Chorsänger frei verteilt würde?
Wäre kompositorisch wahrscheinlich einfacher, weil man wirklich ein abstraktes System anwenden könnte.
Das wäre dann eine echte Dekonstruktionsoper, gerade weil ein linearer Text verwendet wird und dadurch die vollständige Fragmentisierung des Textes und der Figuren wirklich in Erscheinung tritt, deutlich spürbar wird.
Abstrakte Struktur, abstrakte Dauern, und dann soviel Text, soviel Struktur, wie eben passt? Ziemlich radikaler Eingriff. Fühlt sich aber lustig an. Die ganze langweilige Behutsamkeit im Umgang mit dem Text wäre dann einfach weg.
Die Inszenierung müsste dann auch, dem Text entsprechend, so linear wie möglich sein, um den destruktiven, meinetwegen dekonstruktiven, Charakter der musikalischen Struktur als Gegensatz klar hervortreten zu lassen. Also auf keinen Fall mit der Inszenierung die Musik verdoppeln.
Schwarzblende/Weißblende: Pause? Weißes Rauschen? Extremer Lärm?
July 3, 2012 · 12:30 am
Diskontinuierliche Verarbeitung von kontinuierlichem Material: Dann macht es endlich auch Sinn, Ausschnitte zu verwenden, einzelne Bereiche herauszunehmen, ein einzelnes Frequenzband zu analysieren, was an sich schon eine Vergrößerung durch Konzentration der Aufmerksamkeit darstellt, und möglicherweise zusätzlich zu vergrößern (Intervallstruktur), vielleicht sich auch die hohen Frequenzbereiche anzuschauen, damit zu spielen, hohe und tiefe Frequenzbereiche einander gegenüberzustellen oder einfach übereinanderzulegen und dabei die Mitte wegzulassen, vielleicht auch weit entfernte Frequenzbereiche in die gleiche Lage zu transponieren und so einander zu überlagern. Am Ende dann auch eine einzige Bewegung, ein einzelnes Glissando verwenden, vergrößern, umkehren, abwandeln.
Frage: Sollte es dafür eine systematische Grundlage geben, also eine äußere Form, Regeln? Wäre vielleicht nicht schlecht, gerade als Gegengewicht gegen die Übermacht des linearen Textes auf der Benutzeroberfläche. Muss man wahrscheinlich ausprobieren – vielleicht ist ja auch das direkte Arbeiten im Material geeigneter als ein von außen aufgesetztes System.
Was wird aus der rhythmischen Struktur? Muss wahrscheinlich in der vorliegenden Form verlassen werden, um das freie Applizieren des Textes auf die musikalische Struktur zu ermöglichen. Trotzdem als Grundlage weiterverwenden oder neue Grundlage (z.B. abstrakte Abschnittsbildung) erarbeiten?
Möglicherweise in einigen Szenen bisherige Vorgehensweise beibehalten, um die extrem einfache Struktur (Chorszenen, besonders Mündige Bürger) nicht zu gefährden.
Festlegen: Dauer von Zeilen?
Festlegen: Wörter je Zeile?
Festlegen: Zeilen zusammenfassen?
July 3, 2012 · 12:29 am
Einzelne Silben/Laute als Grundlage der Verarbeitung des Textes.
Vergößerung/Verkleinerung ja auch im Programm selbst möglich (zunächst einmal allein auf der rein graphischen Ebene): Details kommen zum Vorschein, die zuvor absolut nicht da waren (sie waren nicht nicht zu sehen, sondern sie waren wirklich nicht da, dank der Darstellung auf dem Bildschirm), Details verschwinden in einer Weise, dass neue (graphische) Berechnungen und dadurch neue, nur in der Annäherung identische Daten entstehen.
Frage bleibt natürlich: Wie können die Kompositionsprozesse aussehen? Welche Eingriffe sind geeignet, welche Manipulationen sind erlaubt, um diese Art von Material zu verarbeiten? Und vor allem: Wie kann/soll die Oberflächenstruktur dieser Arbeit aussehen (repetitiv, bruchstückartig, kontinuierlich, homorhythmisch, heterorhythmisch), was soll quasi dabei herauskommen, und wie müssen die kompositorischen Prozesse beschaffen sein, um zu diesem Ergebnis zu kommen?
Was wahrscheinlich opernhaft bleiben würde: Reizworte als Grundmaterial bleiben auf einzelne Szenen oder sogar Szenenabschnitte beschränkt, die dadurch quasi motivisch zusammengefasst werden. Wenn dieses quasi motivische Material nicht über die Szenengrenzen transportiert wird, handelt es sich um eine lockere Abfolge von Szenen, die zwar durch die Art des Materials und möglicherweise durch gleiche oder ähnliche Verarbeitung, nicht aber durch konkrete motivische Übernahmen miteinander verbunden sind. Dazu muss man allerdings sagen, dass das Material vermutlich so amorph sein würde, dass eine effektive Trennung der Szenen durch unterschiedliche Materialgrundlagen kaum wahrscheinlich ist. Wiederum andererseits: Durch die konsequente Verarbeitung des Materials wäre es schon denkbar, dass das Material in seiner Wiederholung und Veränderung so plastisch wird, dass die Abschnitts- und Szenengrenzen deutlich wahrnehmbar werden.
Wird dadurch die Linearität des Textes aufgebrochen? Ehrlich gesagt: Ja, ich glaube, die Linearität des Textes ist dann nur noch eine Äußerlichkeit, die auf eine vertikale, nicht- oder sogar anti-lineare Struktur aufgelegt und durch sie musikalisch aufgehoben wird. Hopefully.
July 3, 2012 · 12:28 am
Die vokale Verarbeitung des Textes ins Instrumentalensemble legen.
Software-Prozesse, die auf physikalischen Grundlagen beruhen, aber in der Transkription nicht mehr nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen: Transposition/Rückung, Dehung/Stauchung, vertikal/horizontal asymmetrische Verzerrung, beliebige Vergrößerung/Detail, dynamische Prozesse der Verarbeitung (immer kleiner/immer größer, immer tiefer/immer höher etc.).
Bei einem solchen Kompositionsprozess wäre es dann möglicherweise fast egal, wie der endgültige/vollständige Text am Ende auf die Musik gelegt wird, und aus dieser Egalität der Textverteilung/Unterlegung könnte die MUSIKALISCHE Qualität der Komposition hervortreten.
Frage wäre dann noch, ob die Auswahl der Soundfiles aus dem Text, und die damit erzeugte Bezogenheit der Soundfiles auf den Text nicht möglicherweise rein formal ist und genauso gut weggelassen bzw. durch andere, nicht mit dem Text verbundene Soundfiles ersetzt werden könnte.
Nicht sicher: Die vokale Gestik eine Reizwortes, der Verlauf dieser vokalen Geste könnte schon einen Teil des expressiven Gehalts des Textes transportieren und in die musikalische Struktur überführen. Vielleicht könnte hierdurch sogar eine ziemlich starke Verbundenenheit von Text und Musik entstehen, durch die Herausarbeitung der gestischen Eigenschaften des Kurzsamples im musikalischen Prozess vielleicht sogar eine deutlich stärkere Verbindung als durch das einfache mit dem Text mit- und am Text entlanglaufen.
Die Auswahl der Reizwörter im Text wäre auch eine starke Strukturierung des Textes und ein erster spürbarer Eingriff in den Text. Eigentlich schon eine Rhythmisierung des Textes, ein Zusammenfassen von Zeilen zu Abschnitten.
Kleiner Nebeneffekt: Die reine Arbeit, die Maloche, das stupide Abarbeiten als Transkribieren wird natürlich viel weniger, wie Kompositionstechnik IMMER Arbeit spart. Und die Arbeit macht mehr Sinn, weil sie Eingriffe/Kritik/Veränderung/Entscheidungen erlaubt und erzwingt/voraussetzt.
July 3, 2012 · 12:27 am
Kann Vertikalität bei Textvertonung also nur in die Musik gelegt werden? Könnte man bei der Verarbeitung von Soundfiles die Vereinzelung der Wörter auf den musikalischen Satz übertragen und den eigentlichen Text vordergründig intakt lassen? Einzelne Wörter, Reizwörter oder auch ganz beliebige Wörter, aus dem Text herausnehmen, diese wiederholen und verarbeiten, und darauf dann den gesamten linearen Text, der diese Wörter enthält, aber nicht aus ihnen besteht, legen: Dadurch würde zumindest so etwas wie eine echte kompositorische Arbeit entstehen.
Man könnte sich dann endlich einmal überlegen, wie sich Musik und Text über die grundsätzlich gegebene technische Bezogenheit hinaus zueinander verhalten sollen, und müsste nicht einfach nur die linearen Vorgaben des Textes akzeptieren und nachfahren. Die Reizworte wären gewissermaßen die Motive, die der Text in die Musik trägt, und würden zur Grundlage der kompositorischen Arbeit.
Czernowin: Zaide/Adama
July 3, 2012 · 12:24 am
Soundfiles offensichtlich zu 100 Prozent lineares/horizontales Material. Vertikalität kann nur durch Schnitt eingeführt werden, wie im Lichtblitz-Fragment exzessiv in den instrumentalen Zwischenspielen vorgeführt. Was Oper betrifft nicht wirklich befriedigend, wenn Vertikalität in die Zwischenspiele quasi ausgelagert wird, und die eigentliche Textbehandlung rein linear/horizontal bleibt. Reine Horizontalität letztlich langweilig: Polyphony sucks. Der Eingriff ist immer vertikal. Soundfiles selbst bringen zwar, da im Original einstimmig, grundsätzlich eine gewisse Vertikalität als strukturelle Homogeneität ein, die sich dann aber in der instrumentalen Transkription wieder auflöst.
Text als Text immer linear, vertikales Schneiden des Textes macht keinen Sinn. Das Aufbrechen des Textes durch Verteilen auf mehrere Sprecher/Sänger/Chor kann nicht ernsthaft als Vertikalisierung des Textes bezeichnet werden. Vielleicht die Andeutung der Möglichkeit einer Vertikalisierung, aber eigentlich nur Infragestellung der Identität der Personen auf der Bühne mit den von ihnen gespielten Figuren.
Text: Linear definiert, selbst wenn er nur aus einzelnen, scheinbar semantisch nicht oder nur lose miteinander verbundenen Worten besteht wie D.I.E. Das Wort selbst, der einzelne Textbaustein, ist klar linear angelegt. Wenn wir das aufbrechen, wird es unverständlich. Und Verständlichkeit war unser oberstes, wenn auch in der Praxis (Lichtblitz) nicht wirklich eingelöstes Ziel.
Jedes einzelne Wort von jemandem anderen sprechen lassen: Total öde, bleibt ja eine lineare Reihung. Text kann nicht permutiert werden, wenn er verständlich bleiben soll. Wiederholen/Stottern/Stammeln: Ziemlich verbrauchte Mittel, die die grundsätzliche Linearität in keiner Weise aufbrechen.
Das Textfeld als Versuch, linearen Text in statische Vertikalität zu überführen – und dabei auf einzelne Reizwörter zu reduzieren.
March 14, 2012 · 10:25 pm
A Ambitus Phrase
B größte Bewegung Stimme
C kleinste Bewegung Stimme
D max. Anzahl Bewegungen pro Silbe
E min. Anzahl Bewegungen pro Silbe
F max. Dauer Bewegung
G min. Dauer Bewegung
Dauer 0 = Staccato, kürzest mögliche Artikulation, dann Abstand zwischen Einsätzen entscheidend.
Kein Abstand: Extrem schnelles parlando, größerer Abstand: Einzelne Silben quasi ausgespuckt.
Keine Bewegung, Dauer > 0: Gehaltener Ton, quasi gesungen.
Je größer die Bewegung, desto näher am Sprechen. Einzelne Silben, einzelne Worte, einzelne Halbsätze, einzelne Sätze reines Sprechen. Durch verschieden große Bewegungen Übergang zwischen Singen und Sprechen. Möglicherweise unterm Atem singen als weitere Möglichkeit des Übergangs. Dabei Lage innerhalb des Stimmumfangs entscheidend.
Frage: Bewegungen innerhalb Silbe immer unmittelbar aneinander anschließend oder auch Sprünge erlaubt?
Phrasen innerhalb Szenen ähnlich behandeln usw.: Szenen/Akte/Rollen.
Dialog Einzelstimme/Chor, Verhältnis Stimme/Sänger
Bühnenbild: Perspektivplanung durchrechnen, leicht verziehen, auf bestimmte Punkte hin fokussieren (Fremd).
In der Oper wird immer gefragt, warum die Personen auf der Bühne singen, aber mit dem gleichen Recht könnte man fragen, warum sprechen die Personen im Schauspiel? Denn niemand verhandelt alles, was er tut, sieht und fühlt in der Sprache, außer eben Bühnenpersonen. Wenn es darum geht, eine Geschichte zu erzählen, macht das auch absolut Sinn, denn es ist unmöglich, auf der Bühne all die kleinen Gesten, Mienen, Ersatzhandlungen so darzustellen, dass sie als solche deutlich werden und die innere Geschichte der Personen verständlich machen. Dies ist Aufgabe des Films, der durch den Rahmen exakt das zeigen kann, was er zeigen will, so dass der Fokus der Erzählung eindeutig und unmissverständlich ist. Insofern gilt, dass die Bühne im Gegensatz zum Film eine textbasierte Kunst ist, und nur für Genres wie Tanz oder Pantomime, in denen die Bewegung per definitionem zum ausschließlichen Bedeutungsträger wird, auf Text verzichten kann.
March 14, 2012 · 10:24 pm
Claude: Landschaft zusammensetzen, komponieren, Vorder/Mittel/Hintergrund, den Blick führen, dadurch eine deutlichere zeitliche Ebene als in vielen gegenständlicheren Darstellungen.
Landschaftsrhythmus gegen Bildrhythmus. Das Auge folgt der Landschaft, tastet die Landschaft ab, und wird gleichzeitig durch die Bildkomposition geführt.
Die Hellen und dunklen Zonen klarer zuordnen.
Ferne/Nähe, Hell/Dunkel, Landschaft/Motiv
Dichte der Bewegung: Notwendigkeit der Entzifferung, um das Auge zu führen.
Tiefe Durchblicke: Collage
Montage, damit letztlich auch Schnelligkeit/Bewegung des Auges.
Details, um das Auge zu zwingen, Details, um Aufmerksamkeit zu erzwingen: Das Bild lesen.
Die Nuance vs. die Karikatur.
Rhythmus: Wasser/Land, hell/dunkel, offen/geschlossen.
Montage vs. Überblendung
Monticelli
Cézanne
Van Gogh
Daniel Richter Labermaschine.
Singen statt sprechen.
Vokalise statt Text.
Formatdenken: Wenn von vornherein klar ist, dass es ein Gedicht werden soll, ist es eigentlich schon vorbei.
Die lassen sich’s gut gehen hier.
Wie man’s nimmt.
March 14, 2012 · 10:22 pm
Cage: Zeit-Aspekt als Seriositäts-Moment.
Reisen: Totale Panik, kaum hast du den Fuß über die Schwelle gesetzt völlig entspannt. Ziemlich neurotisch, würde ich mal sagen.
Du stirbst, und kein einziges Problem ist gelöst. Alles geht weiter. Aber du wirst nie erfahren, wie es weitergegangen ist, logischerweise.
Entzifferung: Spiegel = Ring
Alte Frauen im Hintergrund
Dream of Weltkarte
Die Hunde werden größer.
Text als Binnenstruktur/Gliederung/Spielanweisung
March 14, 2012 · 10:21 pm
Durée
Lenteur
Nuance
Bas volume
Pas de big statement
Rien sophistiqué
Rien intelectuelle
Tous les processus sont contenu dans le titre.
(ER)
Chris Sharma: Das Verlangen, eine Route zu schaffen, kann genauso gut zu dem werden, was uns den Erfolg verwehrt.
March 14, 2012 · 3:53 am
Bei abstrakter/atonaler Musik eigentlich die Besetzung der Raum, die Möglichkeit und ihre Aussparung. Der Raum ist leerer, wenn zehn Instrumente nicht spielen als wenn nur eines nicht spielt. Der reale Raum ist vergleichsweise ziemlich banal.
Lustiges Problem bei nicht homogenen Besetzungen: Natürlich ist die Aufstellung auf der Bühne (oder auch im Gesamtraum) eine Art Theater, der Klang kann von hier kommen, von dort kommen, oder von überall gleichzeitig. Auf der anderen Seite, wenn nicht alle Instrumente, oder zumindest alle Instrumentengruppen gleich sind, lässt sich nie entscheiden, ob der Klang von dort kommt, weil er aus dieser Richtung kommen sollte, oder weil er von diesem Instrument gespielt werden sollte. Letztlich interessantes Ineinanderfließen von Klangfarbe und Klangrichtung, unentscheidbar, wenn die spezifische Klangfarbe nicht aus jeder Richtung hätte kommen können.
March 14, 2012 · 3:52 am
Wenn es so wäre, wäre es logischerweise total normal.
Stimmt auch wieder.
reasonable doubt version: reasonable, weil es so vernünftig ist, die Besetzung zu reduzieren, doubt, weil ich meine Zweifel habe, dass es eine gute Idee ist, vernünftig zu sein. Also: Vernünftigkeit gleich wieder zerstören. Das ist doch mal eine gute Idee.
redoubtable version
HIMMLISCHER/GOTT/ERHÖHE/AGB
not bad, actually: AGORA
March 14, 2012 · 3:51 am
Du denkst, dass etwas schmerzhaft ist, weh tut, und in Wirklichkeit merkt es gar niemand. Was aber nicht heißt, dass es nicht stattgefunden hat, nicht heißt, dass es keine Bedeutung, keine Wirkung hat. Der Unterschied zwischen stattfinden und nicht stattfinden ist eindeutig, er teilt sich nur nicht als Veränderung mit, weil die Entscheidungen getroffen werden, bevor du auf die Bühne gehst. Die Entscheidung wird nur im Ergebnis, als Position deutlich. Stop crying.
gefühllos, weil dumm = gut (Entscheidung)
March 14, 2012 · 3:50 am
auf dem yueyang-turm
hörte oft vom dongting-see
heute steig ich auf den turm
wu und chu sind hier geschieden
tag und nacht im spiegelbild
keine zeile von zu hause
alt und krank in einem boot
rosse schnauben noch im norden
oben lehne ich und heul
Du Fu 768/Martin Winter 2008
If you talk about the future, do you talk about your wishes or about your fears? Do you fear your wishes may come true? Do you wish your fears may come true?
angewandte Musik: Darf ich dich mal kurz anwenden, bitte?
March 14, 2012 · 3:49 am
Direkte Verstärkung hat den Vorteil, dass man zumindest ansatzweise nachvollziehen kann, was passiert – Atem der Interpreten.
Jeder Einzelne erweckte den Eindruck er führe Böses im Schilde.
Es muss absolut furchtbar, unerträglich sein.
Nicht im Traum geweint, sondern geträumt, dass ich im Traum geweint habe.
Leider alles umsonst.
March 14, 2012 · 3:48 am
Hipster-Bashing: Mal abgesehen von der Hipster-Karrikatur, die da zum Gegner erklärt wird, was ist die Alternative? Was soll daran schlecht sein, möglichst viel wissen zu wollen? Logischerweise kann das Wissen je Einzelgegenstand nur in Ausnahmefällen tiefgehend sein, in der Breite muss es oberflächlich bleiben. Aber soll man sich deswegen nur noch mit seinem eigenen kleinen Spezialgebiet beschäftigen? Und außerdem: Was für eine Möglichkeit haben wir denn, zu verstehen, wohin wir uns bewegen, wenn wir uns nicht mit den vielen Mini-Veränderungen unserer Welt beschäftigen? Der Gelehrte ist da sicher nicht das Gegenmodell. Ganz abgesehen davon, dass der Anti-Hipster natürlich der neue Hipster ist, der plötzlich alles schon immer viel besser gewusst haben will. Eigentlich auch ein ganz unangenehmes Besserwissertum, viel schlimmer als das originale Hipstertum.
Immer wieder Fehlfunktionen: Elektronik ist eigentlich nur interessant, wenn sie – scheinbar oder tatsächlich – nicht funktioniert. Wenn die Koordination zwischen Elektronik und Instrumenten aufgehoben oder bewusst verhindert wird. Wenn das Aussetzen eines Lautsprechers zum eigentlichen Thema der Übertragung wird. Immer wieder ein Knarzen, eine Andeutung von Klang – aber sonst nichts.
If you have nothing to hide, you’re almost certainly an idiot.
March 14, 2012 · 3:46 am
1. gleich
a) weniger
die nahen behalten, die entfernten weg
b) gleich
alle behalten
c) mehr
alle behalten, die nahen dazu
2. ähnlich
a) weniger
die nahen behalten, die entfernten weg
b) gleich
alle behalten
c) mehr
alle behalten, die entfernten dazu
3. verschieden
a) weniger
alle weg, die entfernten dazu
b) gleich
alle weg, die entfernten dazu
c) mehr
alle weg, die entfernten dazu
Zahl: ja
Nummer: nein
Loincloth: My music is not my job. My music’s my garden. Ziemlich extreme Einstellung zu Arbeit und Produktion. Love it.
Wold: Totale Aggressivität und absolute Ruhe, nicht als Gegensätze, sondern in einem Punkt zusammengebracht. Konzentration.
Filed under Form, Methode, Pop
March 14, 2012 · 3:45 am
Reg’ dich doch nicht so auf!
Kunstfilm (Pedro Costa, Colossal Youth): Je länger die Einstellung, desto mehr wird jedes Detail, jede zufällige Veränderung bedeutsam. Ob ein Blatt vom Baum fällt oder ein Vogel sich im Hintergrund bewegt, alles wirkt wie inszeniert. Das Problem: Man fängt irgendwann an zu verstehen, dass man die Welt tatsächlich so anschauen kann, gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass der Film ganz von alleine so funktioniert. Fluch und Segen der Aufzeichnungsmedien: Irgendwas passiert immer, und ist dann auch automatisch interessant – weil es gar nicht uninteressant sein kann -, und die Kamera zeigt da tatsächlich etwas, was wir sonst nicht sehen würden. Auf der anderen Seite ist die Bedeutung aber geschenkt, es ist von vornherein klar, dass es nicht schief gehen kann, da die Bedeutung ja schon da ist und nur abfotografiert werden muss. Gleichzeitig ist die Bedeutsamkeit auch eine fast unerlaubt wirkende Verschönerung der Realität, eine Beschönigung, die allein dadurch, dass etwas gefilmt wird, stattfindet. Irgendwann fängt man an, sich nach einer reinen Studioproduktion zu sehnen, in der alles entschieden künstlich ist.
Same goes for electronic music: Relief/Tiefenschärfe. Intention. Es ist immer nur das Ergebnis, wo man doch auch einmal einen Bruch zwischen –
March 14, 2012 · 3:44 am
Das Gespräch mit Toten.
Geräusch/Krach: Gewalt. Was macht das Geräusch zum Krach? Wohl vor allem die Lautstärke. Ab einem bestimmten Punkt kann sie nur unangenehm sein, also Krach. Ist das so? Nicht jedes Geräusch kann Krach werden, oder? Eingeschriebene Aggressivität, die sich aber bei niedriger Lautstärke versteckt. Kann Klang zu Krach werden? Oder wird er vorher zu Geräusch? Wenn die Lautstärke in die Verzerrung gehen muss, um im Krach zu landen, wäre Krach wohl immer Geräusch. Akustischer, nicht verstärkter Krach nur unter extremen Bedingungen vorstellbar: Große Maschinen, große Besetzungen, etc. Im musikalischen Bereich hat er aber auch dann noch etwas hübsches, fast niedliches. Nachteil von elektronischem Krach: Leichte Herstellbarkeit und Abrufbarkeit, der Aufwand ist ein wenig zu klein für die Wirkung. Bei akustischen Instrumenten genau das Gegenteil: Der Aufwand ist riesig, und es wird doch kein echter Krach. Übrigens könnte die Dauer auch eine Rolle spielen, ab welchem Punkt man etwas als Krach empfindet: Die Insistenz der Lautstärke. Letztlich Harmlosigkeit auf beiden Seiten. Der Tinnitus ist da kein Argument: Jeder Idiot kann dir das Trommelfell durchschießen.
Dass das Problem eben nicht eine stürmische Bewegung in den Abgrund, sondern ein ewiges Verharren wäre. Irgendsowas.
March 14, 2012 · 3:43 am
HYBH: Alles, was dich schon immer interessiert hat, einfach hineinwerfen in das Stück.
disambiguation
Aufschreiben ohne Frage auch ein Abhaken, Erledigen, Wegdrücken als Selbstschutz. Damit ich nicht mehr drüber nachdenken muss. Kann man gut oder schlecht finden. Vergegenwärtigen und Auslöschen.
Bassdrum: Schnitt/Auslöschen/Schwarz – schnelles Crescendo vs. radikales Decrescendo
Rothmann, Der Hunger der Vergesslichkeit: Interessante Strategie, eine Pointe so zu unterspielen, dass sie fast verschwindet und das Unterspielen der Pointe zum eigentlichen Ereignis – und realen Erkenntnisgewinn – des Textes wird.
nothing ever changes: Was, wenn sich wirklich gar nichts ändern würde? Wenn wir nur das Gefühl hätten, dass sich etwas ändert, aber in Wirklichkeit in einer Art Zeit-Gallert stecken würden, der nur minimale Hin- und Rückbewegung als Zittern erlaubt? Illusion einer Bewegung: Träum’ weiter!
March 14, 2012 · 3:39 am
Ernst Busch
Mozart, Preussische Quartette: Once more without feeling. Was bleibt, wenn das Gefühl, die Intensität weg ist? Eigentlich ist (fast) alles da, (fast) alles stimmt, super Ideen, aber plötzlich wirkt es retrospektiv, als ob, was vorher da war, rekonstruiert werden müsste. Als ob wir nicht mehr wirklich dabei wären. Kitschig ausgedrückt: Das Herz ist nicht mehr dabei. Warum auch immer, vielleicht einfach aus Erschöpfung. Es tritt aber auch keine neue Qualität hinzu, außer eben die Abwesenheit, die leere Stelle, wo vorher etwas war. In gewisser Weise viel schöner, weil abstrakter, als die Haydn-Quartette, aber definitiv weniger beeindruckend, eigentlich auch ein wenig bedrückend, weil man spürt, dass etwas auf dem Weg kaputt gegangen ist. Wie gefroren. Auf einer Ebene, die nicht unmittelbar an die Musik gekoppelt ist, extrem traurig.
ensemble HAND//WERK
Leiden ist nur echt, wenn es echt ist, übrigens, by the way, wenn du nicht wirklich am Boden bist, ist dein Fake Kitsch, sorry. What you see is what you see.
March 13, 2012 · 3:14 am
Ausnahme/Einschnitt/Auslösendes Ereignis: Ausnahme wäre, wenn an einer Stelle etwas passiert, dies aber folgenlos bleibt, danach ist alles wie zuvor; Einschnitt wäre eine Überschreitung, an einer bestimmten Stelle sind wir plötzlich in einer neuen Umgebung, der Einschnitt ist eigentlich die Grenze zwischen dem Alten und dem Neuen; auslösendes Ereignis wäre, wenn an einer Stelle etwas passiert, und danach ist alles ganz anders, allerdings nicht wie das Ereignis selbst. Ausnahme und Auslösendes Ereignis sind kurze, begrenzte Ereignisse, der Einschnitt hat kein eigenes Material, sondern wird nur durch das Vorher und das Nachher definiert.
And then it’s oh-ver.
March 13, 2012 · 3:12 am
Auch das übrigens eine Frage von Gedächtnis: Dass du weißt, wo du die Füße hinsetzen musst, wenn du schon nicht mehr hinschaust (funktioniert eben auch im Gelände). Gilt erst recht für Vierbeiner, bei denen der Kopf längst vorbei ist, wenn die Hinterbeine aufsetzen. Und die, sozusagen, die beiden Beinpaare gleichzeitig im Kopf behalten müssen.
Kann es sein, dass Bescheidenheitsgesten IMMER, AUSNAHMSLOS Unbescheidenheit ausdrücken? Denkbare Ausnahme wäre vielleicht, wenn es sich um zwingende Etikette handelt. Wenn ich wirklich bescheiden bin, muss ich das ja wohl nicht betonen.
Stimmt. Mein Vater hatte mal sehr schöne Handschuhe, bei denen die Nähte nicht nach außen, sondern nach innen gedreht waren.
Lichtblitz: 16 Stimmen, 16 Streicher, wieviele Bläser? Was für eine Funktion hätten Schlagzeug, Klavier und Harfe?
2/2/2/2//2/2/0 (Haydn)
2/2/2/2//2/2/0 (Mozart)
2/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 1/2/7/8)
2/2/2/2//3/2/0 (Beethoven 3)
1/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 4)
3/2/2/3//2/2/3 (Beethoven 5)
3/2/2/2//2/2/2 (Beethoven 6)
3/2/2/3//4/2/3 (Beethoven 9)
2/2/3/2//2/1/1 (Strauss)
Nochmal nachschauen, nochmal überlegen.
March 13, 2012 · 3:10 am
Gegenwart:
1.) Zeitprodukt
2.) Voraussetzungslosigkeit
3.) Immer wieder bei Null anfangen
In der Oper fand ich schnell langweilig, dass der Zeitablauf immer von vornherein feststehen sollte: Kleine, auch winzige Module, frei umstellbar, frei kombinierbar, frei kürzbar, frei wiederholbar. Genannt Zeilen. Gar keine schlechte Idee.
Jede Zeile eigenes Tempo. Partitur mit Zeilensprung. Verhältnis Text-Musik für jede Zeile neu bestimmen (z.B. Silbenzahl/Dauer, wieviele von wievielen Silben, etc.).
Was ist dann mit den Stimmen? Die müssten ja doch feststehen, bevor die Proben anfangen, andernfalls müsste nach jeder Probe ein neuer Stimmensatz hergestellt werden. D.h. an irgendeinem Punkt, wahrscheinlich vor Probenbeginn, müssten Auswahl und Reihenfolge festgelegt werden. Es sei denn, die Stimmen wären selbst auch modular angelegt, was aber wahrscheinlich wegen der Menge des Materials nicht möglich weil komplett unpraktisch wäre (jeder Spieler kriegt eine große Kiste mit Blättern, auf denen je eine Zeile abgedruckt ist). Oder man findet tatsächlich einen Weg, Stimmen schnell nachproduzieren zu können.
March 13, 2012 · 3:08 am
Bevor ich den Ball überhaupt bekomme, weiß ich, was ich mit ihm machen will.
Analyse: Das Problem ist eigentlich nicht, den Gegenstand zu verstehen, sondern eine Methode zu finden, wie man ihn darstellen (und damit verstehen) kann.
Der Ausschnitt sagt nichts über das Ganze. Bzw. bevor man das Ganze kennt, kann man nicht wissen, ob der Ausschnitt etwas über das Ganze ausgesagt hat oder nicht.
Ist doch logisch, oder? Vielleicht hat er ja im letzten Takt etwas ganz anderes gemacht.
Du machst einfach etwas und schaust, was dabei herauskommt.
March 13, 2012 · 3:06 am
Musik drinnen, Demonstration draußen
Turban, Vollbart, schwarze, glatte Daunenjacke, helle Jeans, grauer Satinrock, neue Adidas-Sneakers: Modetechnisch 1a, but certainly not meant as such.
Meinungen Meinungen Meinungen Meldungen
the good die young, but the great survive
Merkur: Ist es nicht verdammt konformistisch, bei einem Heft über Nonkonformismus mitzumachen? Oder: Wer über Nonkonformismus schreibt, ist ein emphatischer Konformist.
Balance zwischen Ton und Geräusch: Es könnte eine Tonhöhe sein, es könnte aber auch ein Geräusch sein. Im Unterschied zu angemalten Tonhöhen.
Z.B.: Alle spielen einen Takt, dann wechseln einige oder alle die Position, dann spielen alle den nächsten Takt, wieder Positionswechsel, nächster Takt, usw.
Kein Stück.
March 13, 2012 · 2:58 am
Danilo Duenas
Textmenge (Silben, Wörter), Dauer (Sekunden) und Tempo (Schläge/Minute) als voneinander unabhängige Parameter behandeln, möglicherweise auch abgekoppelt vom Text. Müssen nur noch die Figuren aufgeschnitten werden. Frage wäre, wie die Parameter dem Text zugeordnet werden, welche Eigenschaften bleiben als Rahmen erhalten und werden übernommen, welche nicht. Verteilungen des Textes auf die Münder.
Mayhem
Was ist denn das geiler für ‘n Spruch?
Auch nicht schön, wenn Sachen, die man geliebt und bewundert hat, plötzlich alt und öde wirken. Was war denn, was hat man denn daran toll gefunden?
March 13, 2012 · 2:56 am
Orgel: Objektiv betrachtet unglaublicher Lärm, eigentlich grotesk, ein riesiges, dröhnendes Gebläse mit gigantischem Resonanzkörper, in dem die Zuhörer dann gleich mit drin sitzen. Man hört den Klang blasen, über die Lippen streichen. Gleichzeitig ganz weit weg, absolut indirektes Musizieren. Echt krass. In seiner Absurdität natürlich toll.
Opernproblem Texttreue/Handlungstreue: Was Opernaufführungen häufig so langweilig macht, ist ja nicht nur das Entlanglaufen der Musik am Text, sondern auch das Entlanglaufen der Handlung am Text. Und da ist es dann eigentlich auch egal, ob die Ibszenierung dem Text entspricht oder nicht, so lange sie am Text aufgehängt ist und ihn begleitet, kann sie über das zwanghafte Abarbeiten von Text nicht hinwegtäuschen. Das könnte auch mit einer übertriebenen Folgerichtigkeit zu tun haben, dass der Regisseur sich gezwungen sieht, eine sachlich stimmige Inszenierung zu erarbeiten, die dem Text zwar möglicherweise entgegentritt, ihn aber als durchgehendes Gerüst beibehält und ihm so etwas wie eine zweite Ebene überzieht. Was wäre aber, wenn es einfach gar nicht passte, wenn etwas ganz anderes eingeführt würde, was weder mit dem Text, noch mit einem durchgehenden Inszenierungskonzept zu tun hat, sondern einfach den Text und die Handlung unterbricht, anhält, zerstückelt, etwas wirklich anderes, unvorhersehbares daraus macht. Vielleicht kommt man zurück zum Text, vielleicht nicht – das Publikum dürfte das nicht schon im Voraus wissen, sondern müsste wirklich überrascht sein, wenn plötzlich der ursprüngliche Handlungsablauf wieder auftritt. Das Ganze müsste auf allen Ebenen viel durchbrochener sein, mal viel zu lang, mal viel zu kurz, zum Beispiel auch mal mitten in der Szene etwas ganz anderes. Bausteine, die umgestellt werden können. Einfach irgendwas aus einer Szene herausnehmen, z.B. auch mit einer anderen Szene kombinieren. Man merkt, es gehört zusammen, aber es passt irgendwie nicht. Plötzlicher Ausbrechen in ein anderes Idiom. Und wieder zurück. Sätze in Sätze montieren. Das Problem ist komplizierter, als man auf den ersten Blick denkt. Es scheint irgendwie klar zu sein, was stört, aber es ist nicht so klar, wie man wo anders hinkommt. Macht doch mal was anderes. Hier da ausbrechen, dort hier ausbrechen, verschiedene Ebenen an verschiedenen Punkten ausbrechen lassen, chaotischer Umgang mit Bühne. Es müsste einen komplexen Bezug zur Bühne geben. Schlüssiges Libretto in dieser Hinsicht völlig falsch. Viel zu klar, viel zu wenig verwirrend. Bloß nicht Dinge suchen, die passen. Eher Dinge suchen, die nicht passen. Oder passt einfach alles – automatisch? Es gibt nichts, was wirklich stören könnte? Schnitt Schnitt Schnitt Schnitt Schnitt, Synchronizität als Montage. Und bloß nicht die Ebenen einzeln komponieren, damit sie in sich stringent werden. Alles zusammen. Und schnell. Sehr schnell.
Filed under Klassik, Oper, Pop
March 13, 2012 · 2:53 am
Here comes Miss Morphine, bringer of bad dreams and less pain.
Fliege Arm Schnitt Gesicht Kamera Fokus Rhythmus
WHAT HAVE
Es gibt keine Kritik.
WE LEARNED
Oper: Tempo an Sprechtheater messen. Verhältnis.
Schneller oder weniger: Ausschnitte an Zeit und Tempo entscheiden.
Oder eben extrem langsam.
Kadenz
March 13, 2012 · 2:46 am
The Birds: Seriema-Herde.
Gone: Sanftes Handy-Brummen.
Rescue You: The Knife
Notbrot
Nuku Hiva
You better be
Discordance Axis
Infinite Jest
Tonhöhen verschrumpeln lassen, akustische Störungen, die nur noch als winzige Markierung wahrnehmbar sind. Tonhöhenabfall.
24 Töne plus: wipe out/reset. Vielleicht genügt das sogar zur harmonischen Strukturbildung. Einmal ganz durchzählen und dann von vorne anfangen.
C.S. Lee: Super Idee, einen einzelnen Namen flackern zu lassen. Alle anderen straight. Wie kommt es zu so einer Idee? Arbeiten, bis es stimmt. Bis es wirklich sitzt. Auf eine nicht ausrechenbare Art. Whatever it is I like it.
March 13, 2012 · 2:43 am
Arbeitstechniken: Oft genügt es, etwas einmal gesehen zu haben, einmal ausgearbeitet zu haben, um zu wissen, dass es so nicht geht, dass man in eine andere Richtung weiterarbeiten muss. Das Merkwürdige dabei ist, dass die Fakten oft schon vorher auf dem Tisch gelegen haben, dass es eigentlich möglich gewesen wäre, die gleichen Schlüsse ohne diesen Zwischenschritt zu ziehen, dass es aber einfach nicht geht, dass man quasi den Fehler abarbeiten muss, um in eine andere Richtung gehen zu können. Die Vorstellungskraft ist nicht konkret genug, um das logisch offensichtliche Resultat des falschen Schritts anschaulich vorwegzunehmen. Danach muss man sich das Ergebnis kaum mehr anschauen, man hat es eigentlich schon während der Ausarbeitung abgehakt und darüber nachgedacht, in welche Richtung der nächste Schritt gehen muss.
The Zone: Einstimmige Piano-Melodie, dann zweiter Ton dazu/einstimmige Piano-Melodie, dann einzelner Ton durch Artikulation einer zweiten Stimme zugeordnet. Nic/Mann.
Filed under Methode, Oper
March 13, 2012 · 2:41 am
Mein Herr, ich bitte Sie um Verzeihung, ich tat es nicht mit Absicht.
Ach ja, was ich noch sagen wollte: Es gibt ja so Bücher, die ihren Gegenstand erschöpfend behandeln, und zwar nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Das Fiese dabei ist, dass auch damit nichts erreicht ist, außer eben, dass dieses Buch geschrieben ist. Niemand wird sich mit dem Thema jemals wieder so intensiv beschäftigen wie der Autor, es sei denn, man schreibt ein neues Buch zum gleichen Gegenstand. Man weiß, dass das Thema erledigt ist, aber das ist alles. Wahrscheinlich auch für den Autoren: Denn auch er selbst wird nie wieder das gleiche Verständnis für den Gegenstand entwickeln wie zum Zeitpunkt der Niederschrift. Auch ein Wiederholen hilft da logischerweise nichts: Die Erkenntnis verblasst. Ich frage mich, ob sie vielleicht nur exakt zum Zeitpunkt der Niederschrift, also wenn das Buch formuliert wird, wirklich vorhanden ist. Oder möglicherweise nur in der Formulierung, in der Schrift, existiert, nirgendwo sonst.
Die Präsentation hat AUCH die Funktion, den Zeitverlauf der Nahrungsaufnahme zu steuern. Und der Zeitverlauf bestimmt die Wahrnehmungsoptionen.
March 13, 2012 · 2:39 am
The decent to hell is the same from every place.
Sun Ma Sze Tsang/Tang Wing Cheung
Wer früher stirbt, ist länger tot.
Totgesagte leben länger.
Stefano Pilati
Jonathan Ive
Stimmt in diesem Fall leider nicht.
March 13, 2012 · 2:37 am
Methode Aufzeichnung Erkenntnis: Viel kreative Energie fließt in das Ausarbeiten von Aufzeichnungssystemen, nicht für die Musik selbst, sondern für ihre Konstruktion. Wie stelle ich die Konstruktion, ihre Parameter, dar, damit ich mit der Darstellung möglichst direkt, intuitiv arbeiten kann. Manchmal denke ich, dass mit der richtigen Darstellung der Parameter schon die halbe Arbeit getan ist. Was natürlich so nicht stimmt. Aber erst dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Und wenn die Darstellung geglückt ist, gibt es eine gewisse Sicherheit, dass die Arbeit nicht mehr missglücken kann. Allerdings: Ziemlich viele Darstellungsmethoden für ein einziges Stück notwendig. Besonders für DIESES. Erst wenn ALLE geglückt sind, kann die Arbeit beginnen. Ach ja, vielleicht noch das: Wenn die Arbeit erst einmal begonnen hat, sind auch Fehler willkommen.
Lustig, so daherzureden, etwas zu meinen, aber nicht wirklich zu verstehen: Aber da IST etwas! Ich sehe es ganz GENAU!
Was ist eigentlich mit den ganzen Mikroerkentnissen, wo du für eine Millisekunde ahnst, dass etwas so oder so sein könnte? Schreibt da jemand mit? Sind die für etwas gut?
Meinungen nicht als falsch oder richtig, sondern als Meinungen, also als etwas, das von jemandem gemeint wird, darstellen. Als eigenen Gegenstand, Realität, beschreiben. Was jemand meint, ist genauso Realität, also Gegenstand der Darstellung, wie der Gegenstand, über den er etwas meint. Tatsächlich kein Unterschied. Don’t judge. Wenn eine Meinung verworfen wird, ist dies auch wieder nur eine Meinung von vielen, ein Gegenstand wie alle anderen Gegenstände (Houellebecq).
Hipster und Anti-Hipster als Anti-Anti-Hipster: Grundsätzlich gibt es ja kaum etwas Dooferes, als Tristan für die beste Wagner-Oper zu halten, einfach weil es so offensichtlich und deswegen phantasielos/unoriginell ist – und so natürlich auch nur auf einer ziemlich primitiven Ebene stimmt. Trotzdem ist es hilfreich, wenn jemand von außen, ohne Bescheidwiss-Zwang, kommt und einen ganzen Film auf Tristan aufbaut. Zeigt, wie völlig bizarr dieses Stück ist und aus allem herausfällt, was wir unter Musik verstehen. Ein Musiker dürfte das niemals machen. Würde aber eben auch anders mit der Musik umgehen, sie raffinierter, indirekter, bescheidwisserischer, und deswegen uncooler einsetzen. Effekt fällt leider sofort wieder weg, wenn man es sich als normale Musik anhört – auch wenn es dann immer noch stimmt. Offensichtlichkeit, Direktheit oft hilfreich, aber nicht jedem erlaubt. Oberschlau geht gar nicht.
Spieltechniken als einfache Pedale, die einander überlagern: Feld von Möglichkeiten
Tristan als Totenhaus (Melancholia): Vielleicht würde die Tristan-Musik zu einem anderen Sujet viel besser passen. Musik der Verzweiflung? Musik der Trostlosigkeit? Schwärze. Aber Musik der Liebe? Und umgekehrt: Janácek viel zu harmlos für sein Sujet.
March 13, 2012 · 2:33 am
Endlichkeit und Schuld: Selber schuld. Formalismus: Interessant, wie gerne wir uns diesen Schuh angezogen haben. Direkt übernommen.
Streichquartett aus Pausen: Kürzere und längere Abschnitte, durch kürzere und längere Pausen voneinander getrennt. Quasi Abstände der Sätze voneinander auskomponiert. Don Winslow.
Mesostichon: EGEGEFDFDECGEDGG
Parameter für Wiederholungen?
Parameter für Abweichungen?
Parameter für Einschübe?
Kurze Momente des Verstehens: Das Verstehen braucht einen Anlass, der zugleich seine Dauer bestimmt. Z.B. habe ich heute morgen einige Beethoven-Tracks (Mengelberg 1940, ziemlich super) gesplittet. Dabei ist mir zum ersten Mal wirklich klar geworden, wie Beethoven mit seinen Anschlüssen operiert. Dieses Verstehen hat aber nicht wesentlich länger gedauert als das Splitten selbst. Jetzt ist es nur noch eine Erinnerung. Natürlich kann ich erklären, nachvollziehen, untersuchen, aber das ist nicht das Gleiche. Lustigerweise kann man diesen Moment auch nicht heraufbeschwören: Wenn ich mich jetzt im Nachhinein mit einer Partitur hinsetze, um nachzuschauen, was da passiert, wird nicht viel mehr dabei herauskommen, als man in jeder Beethoven-Bibliothek nachlesen kann. Totes Wissen. Let’s float.
ficki ficki machen
scheiß Fieberkurven
March 13, 2012 · 2:30 am
2001: A Space Odyssey
Solaris
Melancholia
BWV 639
a communication outburst
Stück ganz aus Wiederholungen aufbauen, die aber niemand erkennt/erkennen kann: Heimliche Wiederholungen/Versteckte Wiederholungen.
Tonhöhenkonstruktion nicht auf Ensemble, sondern auf einzelne Instrumente beziehen?
Handwerker, nett, freundlich, intelligent, gutes Gespräch, gegenseitige Zuneigung. Irgendwann merkst Du: Du kannst keine Freunde haben, es ist völlig unmöglich, wie soll das gehen? Hüttenweg 14.
well-lighted
Zufriedenheit
Sorglosigkeit
ZEIT
WELT
March 13, 2012 · 2:27 am
Benehmen
Anstand
Herz
Ehre
Oopsala
Oops
Upsalla
Uppsala
Tonhöhen als Aufhängung der Konstruktion, die dann die übrigen Parameter im Detail beeinflusst, aber nicht entscheidend prägt. Die Geste hat natürlich eine andere Bedeutung, wenn sie einen großen oder einen kleinen Ambitus hat, wenn sie auf einem hohen Ton oder auf einem tiefen Ton ausgeführt wird, bleibt aber grundsätzlich die gleiche. Stimmt das? Gilt das auch für das Hinzufügen oder Wegnehmen von Tonhöhen?
Was ich meine, ist Folgendes: Wenn die Orte, an denen etwas eingetragen wird, feststehen, und überall das Gleiche eingetragen wird, ist es logischerweise egal, wie man es einträgt, weil das Resultat in jedem Fall identisch sein wird (in einem quasi digitalen Schriftsystem). Warum hat man dennoch das Gefühl, die Einträge auf eine bestimmte Art und Weise ausführen, ihnen sozusagen eine unsichtbare persönliche Prägung geben zu müssen? Der für das Resultat irrelevanten Aktion eine Bedeutung geben zu müssen?
March 13, 2012 · 2:24 am
frame: Alles, was gezeigt wird, sieht automatisch bedeutsam aus.
Konvention
Erwartung
Sonst würde man es ja auch nicht zeigen
Logik
Gottfried Eimer
sich selbst überlisten
Leyland Kirby: Synthesizer & Klavier
Bill Evans: Fender Rhodes
Immer 3er-Gruppen, auch wenn es keinen Sinn macht: Aberglaube, dass die Reihenfolge des Auftrags auch bei einer völlig regelmäßigen Oberfläche eine Rolle spielt. Dass die Aktion zählt. Aber: Eine Partitur ist kein Gemälde.
Der Beruf Promi bildet ja wohl die scheußlichsten Charaktere heraus, die sich vorstellen lassen. Das Problem dabei: Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das Gegenstück dazu, der Bewunderer, weniger hässlich ist.
March 13, 2012 · 2:22 am
I admit.
I confess.
I agree.
Selbstbewusstsein ist toll, macht aber leider dumm.
fühlt sich nicht gut an
hm –
na und jetzt?
Ich nicht XIV: Nicht ich
Imi Knoebel
Achtzehn Farben
9 von 24 Farben: Für Blinky
Man kann nicht alles auf einmal falsch machen. – Sicher? Wirklich nicht?
Da komme ich jetzt nicht mehr raus, aus der Kiste: Heldenhafte Entscheidungen.
vielleicht kam er einfach nicht mehr von der Säule runter
March 13, 2012 · 2:19 am
and then
I killed myself
and then
well, I forgot
Saubermann
Krämerseele
all over: Gleichmäßige Verteilung, Saturierung, Anti-Dramaturgie
American art in the 20th century: The tradition is much less interesting than the anxiety.
March 13, 2012 · 2:18 am
Synchronisation Text/Musik
Sprechstimme/Singstimme komplett synchronisieren: Stockhausen/Stammheimer
Das, was nicht mehr kontrollierbar ist, ist dann das Stück.
Bisschen erschreckend, was so alles durch einen Kopf hindurchzieht pro Tag. Schon die Spuren sehen hinterher nach unglaublich viel aus, sind aber gar nichts im Vergleich zu der Datenmasse, die tatsächlich bewältigt wird.
Durchlässigkeit
Aus den Wolken fallen Gegenstände auf die Erde.
March 12, 2012 · 3:16 am
Sieht gut aus, sieht aber nicht gut aus.
Hadid: Let’s face it, Improvisation/Spontaneität als Wert an sich ist komplett überbewertet. Es kann nur das Ergebnis zählen, nicht das Verfahren. Auf der anderen Seite braucht es schon eine gewisse egomane Größe, um aus einer spontanen Bleistiftzeichnung ein komplettes Gebäude abzuleiten. Ich hätte trotzdem den Verdacht, dass es im wesentlichen darum geht, durch ein Festhalten am ersten Entwurf weitere Entscheidungsketten zu vermeiden. Man könnte auch sagen, dass es immer dann leicht ist, zu improvisieren, wenn das Detail ohnehin keine wesentliche Rolle für das Gesamtergebnis spielt und im stilistischen Rahmen komplett aufgehoben ist. D.h., es muss natürlich entschieden werden, wie bestimmte Elemente verteilt werden, aber es gibt keine harten Argumente für die eine oder die andere Lösung. Denoch wäre auch hier die Frage, ob man das Ergebnis nicht doch optimieren könnte, wenn man verschiedene Lösungen gegeneinander abwägt, auch wenn die endgültige Entscheidung nicht durchbegründet werden kann. Merkwürdige Arbeitsweise: Etwas ausprobieren, etwas anderes ausprobieren, das eine verbessern, das andere verbessern, plötzlich eine dritte Möglichkeit sehen, usw., um am Ende vielleicht doch zum ersten Entwurf zurückzukehren. Was entscheidet denn da: Das Auge? Der Verstand? Das Gefühl? Nutzung als Entscheidungshilfe/Inspiration: Erstmal die Anforderungen durchrechnen und schauen, was sich ohne weiteres Zutun aus ihnen ergibt.
Eine spontane Eingebung? Dafür ist es aber echt gut!
Fieberkurve, Riverside Museum of Transport/Glasgow: Ist das nicht genau das, was man vermeiden will, eine spontan wirkende Signatur, eine zeichenhafte Setzung? Wäre es nicht viel schöner, die Expressivität aus der Konstruktion zu entwickeln?
March 12, 2012 · 3:14 am
Wenn dir etwas gefährlich wird/werden kann, ist es dann automatisch dein Feind?
Totale Störgeräusche, dumpfes Rumpeln, ziemlich interessant, besonders wenn es echt sein KÖNNTE.
abc:
Julije Knifer
Scott Lyall
Elodie Seguin
Haegue Yang
Dichte prioritär — äh, was ???
March 12, 2012 · 3:11 am
Auf der anderen Seite wäre natürlich vieles komplett weg, wenn man es nicht aufschreiben würde, z.B. Arbeitsnotizen: Einzige Möglichkeit, weggehen zu können, wiederzukommen, und zu wissen, wo man gewesen ist.
everybody’s talkin’ ’bout
Lichtstrahl tanzt in der Mitte: Ihr seid alle Spastis, Ihr wollt alles viel zu einfach haben, Ihr wollt euch nicht anstrengen, Ihr wollt alles vorgekaut bekommen, Ihr seid alle Idioten, Gott strafe Euch!
Das bürgerliche Lager: Interessant, auf was für einem ultra-prolligen Niveau die sogenannten bürgerlichen Parteien im Wahlkampf agieren. Als ob sie sagen wollten: Wer intelligent ist, wählt uns ohnehin nicht. Oder: Wir wollen von gar niemandem gewählt werden, der nicht völlig bescheuert ist. Oder: Wer intelligent ist, wählt uns nicht wegen unseres Wahlkampfes, sondern wegen der persönlichen Vorteile, die er davon hat.
March 12, 2012 · 3:09 am
essential killing: toller Anfang, toller Schluss, dazwischen sosolala. Am Anfang die Grundfrage aller Horroreffekte im Kino, was lauert hinter der nächsten Ecke, perfekt auf den Punkt gebracht, auch die Aufnahmen aus der Luft extrem plastisch. Wenn man weiß, dass der Hubschrauber animiert ist, meint man es auch zu sehen, wenn man es nicht weiß, ist die dreidimensionale Raumauffächerung extrem überzeugend – allerdings ein bisschen larger than life, wahrscheinlich würde es in Wirklichkeit doch nicht so aussehen – oder man würde es zumindest nicht so sehen. Den ganzen Film lang fragt man sich, wie will er da wieder rauskommen, ist doch völlig klar, dass der Protagonist absolut keine Chance hat. Den Tod selbst dann gar nicht zu zeigen, sondern nur Pferd ohne Reiter im Schnee als Metapher einzusetzen, ist ziemlich genial und absolut überrachend. Sozusagen überhaupt kein Abtritt, einfach weg. Interessant in der Schlusssequenz die extrem sparsame Musik: Sie ist eigentlich gar nicht da, nur ab und zu zwei drei Töne, die sich mit dem Bildton mischen, trotzdem wäre es etwas komplett anderes, wenn die Musik wirklich nicht da wäre. Muss da irgendeine Metapher besetzen, die wir alle verstehen, aber nicht erklären können. Mal abgesehen davon, dass ich mir Gallo immer gerne anschaue, nicht SO hervorragend gespielt/besetzt. Ein bisschen in den Film hineingesetzt.
Parameter für Unvorhergesehenes: Immer da, wo er Einsätze markiert, passiert etwas, das man nicht erklären kann. Abgesehen davon, dass ohnehin alle Parameter Setzungen sind, also nicht erklärt werden können. Die anderen arbeiten aber KONTINUIERLICH, dieser nicht.
HIER GESCHIEHT ETWAS UNVORHERGESEHENES. HIER WIRD ETWAS UNVORHERGESEHENES GESCHEHEN.
HOTEL WINDERMERE
Henry C. Baigelman
666 West End Avenue
Corner 92nd Street
New York, N.Y. 10025
(212) 724-8200
March 12, 2012 · 3:04 am
Was ich eigentlich so toll finde an der Idee von Krieg als Oper? Warum ich darauf so extrem fixiert bin? Und was allein schon daran ein Problem sein könnte? Im Grunde habe ich eine Art überhöhtes Sprechtheater im Kopf, in meiner Vorstellung müsste der Text sozusagen musikalisch verstärkt werden, um seine Wirkung auf der Bühne entfalten zu können, wenn ich den Text lese, habe ich automatisch eine musikalische Wirkung im Kopf, die sich im reinen Sprechtheater nicht entfaltet, weil das Schauspiel den Text zu sehr konkretisiert. Könnte man natürlich auch sagen, ist doch gerade toll, dass der Text sich quasi gegen das Sprechen durchsetzen muss, ist es ja auch, ist aber nicht automatisch die beste Möglichkeit, den Text umzusetzen.
Ich stelle mir eigentlich vor, dass der Text durch seine musikalische Behandlung freier werden müsste, ungebundener, und letztlich auch direkter, eigentlich so, wie er auf dem Papier steht, direkt in den Kopf geht. Das würde aber wahrscheinlich heißen, dass ich extrem nah am Text bleiben und ihn sozusagen 1:1 in Musik umsetzen müsste, genau wie ich das bisher auch versucht habe. Dass das gar nicht funktioniert hat, ist inzwischen klar, und man muss sich hier auch fragen, ob eine direkte Umsetzung des Textes in Musik erstens überhaupt denkbar ist und und zweitens wirklich wünschenswert sein kann. Ist ja ziemlich offensichtlich, dass dies ein einfaches am Text entlang schreiben bedeuten würde, so ziemlich das ödeste, was man sich vorstellen kann.
Letztlich auch interessant, dass dieses den Text als Text präsentieren in der Musik schnell hölzern und umständlich wird, eigentlich ein mühseliges Abarbeiten, das dann auch genau so klingt. Und dagegen das Eingreifen in den Text, Verkürzen, Verlängern, Zerstückeln, Zerdehnen etc. Grundsätzlich dramaturgisch unterscheidbar in Eingriffe, bei denen der Text als Text verständlich bleibt, Eingriffe, bei denen der Text als Sprachmaterial erkennbar bleibt, und Eingriffe, bei denen der Text auch als Sprachmaterial verschwindet. Könnte man nach Figuren oder nach Szenen (oder beides) organisieren. Entscheidend wäre dabei, ob es gelingt, das Gefühl von Schnelligkeit und Unmittelbarkeit, um das es eigentlich geht, zu bewahren.
Damit wäre dann stilistische Einheitlichkeit ziemlich weitgehend aufgegeben – was wahrscheinlich gut ist.
Im Übrigen ganz interessant, dass auch im radikalen Sprechtheater der Text als solcher eigentlich nie angetastet wird, sicherlich auch deswegen, weil die technischen Mittel dazu fehlen. Natürlich wird er mal unverständlich, weil sich selbst überlagert, oder gestottert, geschrien, gespuckt, etc., aber im Grunde sind das immer nur Kindergeburtstags-Witze, voll o.k., aber viel zu einfach, viel zu durchschaubar, viel zu leicht abrufbar, um als Technik wirklich interessant zu sein. Es geht da dann tatsächlich entweder um den unmittelbaren Ausdruck der Körper auf der Bühne, oder um ein Spiel mit dem Einfachen, Blöden, Lächerlichen, Misslungenen als Zerstörung des Textes.
Ruhig auch mal richtig doofe Witze machen, z.B. alle Konsonanten weglassen = zahnlos oder so.
Vertikale: Szenen
Horizontale: Personen
Säulen in der Zeit
Mein Glück
Isa Genzken: Wirkung nicht herstellen, sondern einsetzen.
Filed under Kunst, Oper, Text
March 12, 2012 · 2:59 am
Wenn ich mal kurz was fragen dürfte: Die vielen Sachen, die man sich gerne merken würde, aber unmöglich merken kann, die alle super interessant sind, aber zu wenig Bezug zum realen eigenen Leben haben um im Hirn die Bereitschaft zu erzeugen, sie abzuspeichern. Bei mir z.B. französische Barockmusik, würde ich gerne alles wissen, alles verstehen, gerne auch unwichtige Fakten, aber hat viel zu wenig Bedeutung für meine Lebenswelt – auch als Komponist -, so dass ich nicht mal den Hauch einer Chance habe, sie mir zu merken. Als Musikwissenschaftler wäre die Sache anders, weil mein Leben anders wäre. Aber so haben die Dinge keine echte Bedeutung in meinem Leben, für meine Arbeit. Was macht man nun mit all den Dingen, die man liest, gerne abspeichern würde, aber genau weiß, dass man sie sich niemals merken wird? Markieren gibt einem das Gefühl, wenigstens etwas getan zu haben, wenigstens eine Spur hinterlassen zu haben, aber die Hoffnung, dass damit auch dem Gedächtnis geholfen wird, täuscht fast vollständig. Die vielen Markierungen, von denen man später gar nicht mehr weiß, warum sie überhaupt an dieser Stelle stehen, im Moment aber wichtig gewesen sind. Exzerpieren geht in die gleiche Richtung, man hat etwas getan, man weiß, wo man nachschauen könnte, wenn man müsste, aber viel mehr ist es eben auch nicht. Nicht ganz unähnlich die Notizen, die ich hier mache, und auch nicht sicher, ob ich die Ideen, die ich aufschreibe, festhalten oder loshaben will. Tendenziell haben sie keine wesentliche Bedeutung mehr, wenn sie einmal aufgeschrieben sind, und könnten auch vergessen werden.
Könnte man natürlich auch für eine Gnade halten, dass das Gehirn sofort ausfiltert, was man brauchen kann und was nicht, bleibt aber dennoch die Frage, wofür man die Massen von Material aufnimmt, wenn man sie sofort wieder vergisst. Vielleicht um einen Eindruck zu haben – was stimmt: Der Eindruck, den man von einem Buch, einem Artikel hat, bleibt. Sicherlich auch, weil man immer hofft, dass etwas dabei ist, das man sich wirklich merken kann, weil es sich zu merken lohnt. Mit anderen Worten: Jagen und sammeln, logischerweise findet man in den meisten Fällen nichts und muss weiter suchen. Trotzdem eine ziemlich merkwürdige Lebensweise.
March 12, 2012 · 2:58 am
Protagonisten:
Ich
Ich
Ich
Ich
Ich
Ich
Ich
Nein
Wie immer
I don‘t know.
I really don‘t know.
I‘m sorry, I really don‘t know.
Auch interessant, wie Ideen entstehen und vergehen, wenn Leute in einem Raum sind und miteinander sprechen. Gespräch als Ideenproduktions- und Ideenvernichtungsmaschine.
Anal Cunt: Ganz lustig, quasi aus Witz zu sammeln, was provoziert, und daraus dann tatsächlich etwas Interessantes zusammenzubauen. Wenn das wirklich so wäre, wäre es ein gutes Beispiel für Intelligenz, die Unmittelbarkeit ersetzt, und dabei eine merkwürdige Ernsthaftigkeit zweiter Ordnung erzeugt. Es ist nicht wirklich zu entscheiden, ob es unmittelbar oder distanziert zu betrachten ist. Mal abgesehen davon, dass man etwas distanziert produziertes natürlich auch unmittelbar wahrnehmen kann.
Teil I: Absolute Diskontinuität
Teil II: Absolute Kontinuität
March 12, 2012 · 2:53 am
Evgenii Bauer, After Death, 3-minute tracking shot plus reaction shot: Interessant, dass man quasi mit Gewalt die Augen aufhalten und auf den Helden fixieren muss, um wirklich sicher zu sein, dass die Einstellung nicht zwischendurch geschnitten wurde. Vielleicht finde ich es deswegen angemessener, Szenen zu montieren als in einer Einstellung zu filmen: Weil wir das, was wir sehen, ohnehin aus einzelnen Blicken zusammensetzen, und nie mit starrem Blick ein einziges Gesichtsfeld beobachten. Allein der Wimpernschlag ist ja schon ein Schnitt, woher wollen wir wissen, dass nicht ausgerechnet in diesem Augenblick etwas Entscheidendes passiert ist? Auch wenn wir etwas mit größter Aufmerksamkeit beoabachten, gehen wir aus Erfahrung davon aus, dass wir im Blinzeln nichts verpassen, tatsächlich sind das aber einzelne Blicke mit winzigen Unterbrechungen, die wir zusammensetzen, weil wir wissen, dass wir eine kontinuierliche Bewegung verfolgen. Im Grunde würden dem winzige jump-cuts im Film entsprechen. Im Film können wir aber eben nicht entscheiden, ob nicht doch ein kleiner Schnitt stattgefunden hat, da wir wissen, dass dies – im Unterschied zur nicht aufgezeichneten Realität – möglich wäre. Wir können also, wie gesagt, gar nicht entscheiden, ob wir einen ungeschnittenen tracking shot, oder einen tracking shot mit jump cuts gesehen haben, wenn wir nicht unsere volle Konzentration darauf gerichtet haben, keine Millisekunde des Filmes zu verpassen. Und deswegen finde ich, dass der tracking shot als künstlerisches Mittel eigentlich obsolet, weil theoretisch, ist. Man nimmt ihn eh nicht als solchen wahr.
In der Musik ist dies übrigens anders, weil man seine Aufmerksamkeit von einem akustischen Signal nicht völlig abwenden kann, und ein Schnitt immer als Veränderung, also als explizites Ereignis aufgefasst würde. In der Tonaufzeichnung kann man den Schnitt natürlich verstecken, aber nicht überhören, wenn er überhaupt hörbar ist. Mit anderen Worten: Die akustische Realität ist kontinuierlich, die visuelle Realität ist zusammengesetzt, und genau deswegen ist der Film mit seiner Montagetechnik ein so geniales Mittel, die visuelle Realität darzustellen: Er emuliert und überhöht unsere Art, die Welt zu sehen.
March 12, 2012 · 2:52 am
Wie ist das eigentlich: Ein nervendes Bild ist toll, ein nervender Klang nervt – ist doch so, oder? Und warum?
Peter Eicher
Türme Rätsel auf Rätsel.
on growth and formth – – – ooops?!
(Posenenske)
Baby für Streichorchester bearbeiten
Illangelo
Filed under Baby, Kunst, Pop, Stücke
March 12, 2012 · 2:50 am
Weltmusik: Wenn es nicht langweilig ist, ist es nicht echt, oder so…
aborigines: toller klick-klack-Takt
bali: wahnsinniger Lärm
baka: Schaukel-Gesänge
Mikro-Heterophonie auf Liedzeilen
alles einfach klauen, 1:1, gar nicht erst versuchen etwas zu verändern
Takt/Puls geben, auch wenn gar nichts passiert: Leerstelle markieren.
Meinungen: Wir gehen normalerweise davon aus, dass wir mit dem nötigen guten Willen und einem gewissen Maß an Vernunft schließlich alle zum selben Schluss, zur gleichen Meinung kommen würden, dass es so etwas wie eine Notwendigkeit in der Meinungsbildung gibt, dass wir einfach noch nicht den korrekten Zugang gefunden haben, oder dass es zu viele Partikularinteressen gibt, die den Weg versperren, aber dass wir unter idealen Bedingungen zu einem Punkt kommen würden, an dem jede Argumentation notwendigerweise zu einem Schluss kommen würde, auf den sich alle beteiligten Parteien einigen können, und zwar nicht als notwendiger Kompromiss, sondern aus Überzeugung. Alles, was sich dem entgegenstellt, ist böser Wille, Eigennutz, und Desinformation. Wir gehen im täglichen Leben immer noch von einer Utopie der Aufklärung aus: Wenn die Leute über ihre wahren Interessen, über die tatsächliche Sachlage aufgeklärt würden, würden sie sich wie von selbst in die richtige Richtung bewegen, korrekt handeln, korrekt wählen, korrekt – Was aber, wenn es überhaupt keine absolute Argumentation geben KANN, wenn das ewige Hin- und Hergeschachere nicht in erster Linie mit persönlichen Unzulänglichkeiten zu tun hat, sondern mit einer grundsätzlichen Unfähigkeit, Dinge zu erkennen, bzw. mit einer grundsätzlichen Abwesenheit von etwas, das als Wahrheit erkannt werden könnte? Was, logischerweise, heißen würde, dass das Geschachere immer weiter gehen muss, ohne jede Aussicht, irgendwann einmal an einen Punkt zu kommen, an dem Probleme tatsächlich GELÖST sind.
Was nicht heißt, dass das Geschachere umsonst ist, sondern, dass es notwendig ist, um eine einigermaßen brauchbare Sicht der Welt zu konstruieren, dass es unsere Methode ist, mit der Welt Schritt zu halten. Gleichzeitig wird natürlich die ganze Zeit Welt generiert, die dann wieder in die Debatte mit einfließen muss.
Wolfgang Voigt, Kafkatrax: Wieder toll geworden, gratuliere!
ja – ja – ja – ja – ja – ja
kurz – kurz – kurz – kurz – kurz – kurz – laaaaaaaaaaaang
January 7, 2012 · 3:32 am
1. The Flaming Lips: 7 Skies H3
2. The Weeknd: House Of Balloons
3. Oneohtrix Point Never: Replica
4. Bill Callahan: Apocalypse
5. Bon Iver: Bon Iver
6. Drake: Take Care
7. M83: Hurry Up, We’re Dreaming
8. Tim Hecker: Ravedeath, 1972
9. Shabazz Palaces: Black Up
10. Frank Ocean: Nostalgia, Ultra
11. Wolfgang Voigt: Rückverzauberung 4
12. Akira Sakata & Jim O’Rourke With Chikamorachi: And That’s The Story Of Jazz
13. SBTRKT: SBTRKT
14. NGUZUNGUZU: The Perfect Lullaby
15. Main Attrakionz: 808s & Dark Grapes II
16. Machinedrum: Room(s)
17. Richard Youngs: Amplifying Host
18. Africa Hitech: 93 Million Miles
19. Xhin: Sword
20. Bill Orcutt: A New Way To Pay Old Debts
21. Afrikan Sciences: Means And Ways
22. Hecker: Speculative Solution
23: Kate Bush: 50 Words For Snow
24. The Dream: 1977
25. Kate Wax: Dust Collision
November 24, 2011 · 2:54 am
(körperliche) Schwäche genießen/auskosten
and then
she
fuckin‘
died
after a good life
alone
(Hüttenweg 14)
Evgenii Bauer, Twilight of a Woman‘s Soul: Interessant und völlig überraschend, wenn eine 100% konventionelle Geschichte, die eindeutig auf ein Happy End hinsteuert, unerwarteter Weise schlecht ausgeht. Könnte man so heute unmöglich machen, würde wie ein Witz wirken. Kann eigentlich nur heißen, dass 1913 diese Konventionen nicht im gleichen Maße ausgebildet waren. Was merkwürdig ist, denn die Notwendigkeit des Happy Ends scheint sich ja eigentlich durch die Jahrhunderte zu ziehen. Möglich, dass der Film als damals junge Kunstform einerseits unbekümmerter mit Konventionen umgehen konnte, andererseits Geschichten extrem schematisch und für uns konventionell erzählen musste, was für unsere Augen hundert Jahre später nicht mehr zusammen passt.
things that happen
twice
November 24, 2011 · 2:53 am
Architektur: Lustig, wie sich Ideen durchsetzen und damit selbst erledigen – je schneller durchgesetzt, desto schneller erledigt. Boxen schief übereinander stapeln dürfte sehr bald überhaupt nicht mehr gehen. Auch, weil die ikonische Wirkung so eindeutig ist und sich immer selbst ähnlich bleibt.
Gleichzeitig immer wieder erstaunlich, wie dann jemand komplett Kind seiner Zeit ist, alle Ideen verwendet, die für eine bestimmte Periode typisch sind, und es trotzdem schafft, einen eigenen Dreh zu finden, ein bestimmte GEFÜHL in der Formsprache zu verwirklichen, das nur ihm eigen ist (Steven Holl). Gutes Beispiel für jemanden, der sich nicht um übergreifende Kohärenz in seiner Arbeit zu bemühen scheint und sie dennoch – oder gerade deshalb – herstellt. Kohärenz der Arbeitshaltung im Unterschied zu stilistischer Kohärenz, die nur öde ist.
Das ist das Problem bei BIG: Dass zwar Beweglichkeit und Offenheit explizit im Zentrum der Arbeit stehen, die Herangehensweise und die Art der Ideen aber eigentlich immer gleich bleibt. Ist natürlich trotzdem toll, bleibt aber tendenziell pauschal, und man hat das Gefühl, dass zu wenig Risiko eingegangen wird, obwohl genau das ja eigentlich der Fokus ist. Es ist aber immer die gleiche Art von Risiko. Ein bisschen mehr Verletzlichkeit würde wahrscheinlich helfen.
Was nie geht, ist, wenn eine Form aus einem anderen Bereich in die Architektur hineingenommen wird, also quasi Gegenständlichkeit, eine bekannte Form wird DARGESTELLT. Wirkt eigentlich immer billig und unangemesse mit dem Medium umgegangen. Letztlich funktionieren die Fassaden-Bedruckungen der 90er und 0er Jahre auch nur sehr begrenzt, nämlich nur so lange, wie sie das Dogma der Schmucklosigkeit durchbrochen haben. In dem Moment, in dem die Idee normal wurde, wurde sie nicht nur langweilig (s.o.), sondern eben auch als dem Medium fremd durchschaubar.
Architektur wird interessanter, wenn man sieht, dass sie gut ist, aber nicht genau versteht, warum sie es ist. Gerade, was die Formsprache betrifft. BIG sind da ein bisschen Taschenspieler: Man versteht tatsächlich nicht, wie die Form zustande kommt, man spürt aber, dass es ein einfaches Kalkül ist, das die komplexe Form hervorbringt.
November 24, 2011 · 2:52 am
Kann man machen, sieht ok aus, hilft aber nicht.
Hilft nicht?
Kickt nicht, bringt uns nicht weiter.
Aha.
How are you?
Fine.
And now?
How is your day today?
Good.
And how is it now?
Rücksichtslos sein, vor allem gegen die eigenen Ideen. Wenn es so nicht geht, muss es eben anders gehen. Nicht um jeden Preis festhalten an Dingen, die man für gelungen hält.
Genießer sind natürlich auch schrecklich, genau wie Nicht-Genießer. Man kann’s nicht nur nicht jedem recht machen, sondern keinem.
Do you wanna cry or do you wanna shout?
wütend, extrem wütend
November 24, 2011 · 2:51 am
Man kann übrigens nicht wirklich sagen, dass klassische Musik im Gegensatz zu Popmusik keine rhythmische Prägnanz hat, in gewisserweise ist der gebrochene Rubato-Rhythmus der Klassik viel aufdringlicher als der durchlaufende Beat der Popmusik. Könnte sogar sein, dass genau das ein Grund für die Randdasein von Klassik ist: Die Inkompatibilität des klassischen Rhythmus mit dem alltäglichen Leben.
Die Auswahl muss in irgendeiner Weise konsistent sein, damit man die Brüche wahrnehmen kann.
Solange über etwas nachdenken, bis man nicht mehr weiß, was man tut.
Ganz interessant, dass es immer wieder vorkommt, dass man nach vielen Versuchen zur ersten Idee zurückkehrt. Man dachte, man muss das genauer machen, man muss sorgfältiger damit umgehen, aber am Ende stellt sich heraus, dass es das beste ist, dass Konzept knallhart durchzuziehen. Mit allen Härten.
Sich anstrengen als Eigenschaft? Verdienst? Erziehung? Etc.
Keine gute Bedeutung.
Filed under Klassik, Methode
November 24, 2011 · 2:50 am
Schwarzblende – Weißblende – Farbblende: Wenn Schwarzblende Nichts ist, Abwesenheit, Auslöschung, reine Unterbrechung, wenn Weißblende Überintensität ist, in die Sonne schauen und deswegen nichts sehen, vielleicht aber auch Verblassen, Ausbluten, was ist dann Farbe? Stimmung, Atmosphäre, Emotion, Gegenstand, Wand, Tafel? Jedenfalls eher Etwas als Nichts. Jede Fläche könnte auch etwas bedeuten, überführt werden in Bedeutung durch Verknüpfung, aber das ist nicht der Punkt. Das Gefühl, wenn nichts mehr zu sehen ist und doch etwas da ist. Und klar eine Bedeutung, eine Funktion hat, die man eigentlich auch sofort versteht. Wenn es funktioniert.
Pulp, His ,N‘ Hers/Different Class/This Is Hardcore: Völlig over the top, ins Extrem produziert, alles in Großaufnahme. Habe ich damals gar nicht gemerkt, obwohl für mich This Is Hardcore wahrscheinlich sogar DAS Album der End-90er war. Ich glaube, ich habe den Pulp-Sound damals für ganz normal gehalten, eben genau richtig, habe damals alles voll ernst genommen, gar nicht überdreht, bin auch nicht sicher, ob es nicht tatsächlich so gemeint war, obwohl gerade musikalisch alles extrem überproduziert ist. Glaube nicht, dass das einfach so passieren kann, könnte ironisch sein, könnte aber auch einfach ganz weit aus dem Fenster gelehnt sein. Mit anderen Worten: Toll, Respekt, ganz große Oper.
Streichquartett: Tonhöhen nicht absolut setzen, sondern in Beziehung zu den Instrumenten, vieleicht sogar zu den Taktdauern. Möglicherweise nicht Instrumente, sondern Stimmen als führender Parameter, also Tonhöhen auf Stimmen auf Instrumente durch Taktdauer – oder so ähnlich. Das kann eigentlich nur heißen, Stimmen und Tonhöhen als je eigener, unabhängiger Parameter.
I‘m not well – well, who is?
November 24, 2011 · 2:49 am
BIG: Vernunft/Nutzung auf der einen Seite, Formsprache als nicht begründete Stilentscheidung auf der anderen Seite (zeitgenössische Folie als nicht ausgesprochener, aber unverzichtbare Voraussetzung). Begründung als fadenscheinige Motiviation im Voraus feststehender Geschmacksentscheidungen. Nicht schlimm, aber auch nicht völlig überzeugend – halt zweite Generation. Wäre schöner, wenn es besser wäre, logisch. Trotzdem lehrreich und unterhaltsam, angenehm doof zusammengefasst. Nur der Angeber-Aspekt, mit dem ja dann auch noch zusätzlich kokettiert wird, nervt ein bisschen – sehr. Bewusstes Kokettieren mit Charakterschwächen macht unangenehme Eigenschaften nicht automatisch erträglicher. Usw.
Ich kann und möchte nicht glauben, dass ich gehört habe, was ich da gerade gehört habe. Ich soll – was?
Bisschen aufpassen bitte, Genauigkeit, Präzision, Wahrhaftigkeit kann natürlich auch zum Tic, zum Spleen, zum Wahn werden.
drifting in and out of control – kind of strange technique
November 24, 2011 · 2:48 am
Das Ende der Verheißungen: Jetzt wissen wir alles.
I am very content.
I am very content.
I am very content.
I am very
Oh, shit! How could that happen???
November 24, 2011 · 2:47 am
Bei allen Regeln, bei allen Strategien, die man sich ausdenkt, ob klug oder dumm, intelligent oder bescheuert, ist natürlich immer entscheidend, dass sie ausführbar, also PRAKTISCH sind. Letztlich das entscheidende Kriterium. Und dass herauskommt, was herauskommen soll, vorausgesetzt, das ist bestimmbar. Alles andere ist Verzierung.
Untrust: Absolute Musik mit Text. Einfach so schreiben. Warum eigentlich nicht. Später arrangieren, wenn sinnvoll. Dinge zusammenbringen, die eben NICHT zusammengehören.
Patience has become my second nature.
Formale Metapher: Filmriss (fffff)
Dynamik als wesentliches dramaturgisches Steuerungselement
this is true, but not good: shame on you – don‘t excuse yourself with honesty
Dramaturgien übereinander legen, einander überlagern.
Boys don‘t cry: Ziemlich wirkungsvoll, wenn die Katastrophe von Anfang an allen komplett klar ist, wenn man nur noch mitleidet und irgendwie hofft, dass sie vielleicht, gegen jede Wahrscheinlichkeit, doch nicht eintritt. Hängt natürlich vom Mitgefühl mit der Hauptfigur ab. Letztlich relativ geniale Tragödienkonstruktion. Absturz – down, down, down. Unausweichlichkeit.
Manche Witze werden tatsächlich dadurch lustiger, dass man sie wiederholt. Und zwar nicht variiert, sondern einfach nochmal macht. Wie ein Baby. Die Variation kommt schon dadurch zustande, dass man sie nicht exakt wiederholen kann, bzw. dadurch, dass die Wiederholung dem Witz etwas neues hinzufügt. Und zwar jedesmal. Einzige Frage, ob es dann der Witz ist, über den wir lachen, oder seine sinnlose Wiederholung – ist die Wiederholung der eigentliche Witz geworden? Irgendwie schon, auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass das nicht mit jedem Witz geht: Eher Gesten, kurze Pointen, Sinnlosigkeiten, als Witze, die man wirklich erzählen muss. Die ja eigentlich sowieso fast immer doof sind. Forget Witzeerzähling.
November 24, 2011 · 2:45 am
Im Prinzip kontrolliert ja schon die Eingrenzung des zur Verfügung stehenden Materials die möglichen Veränderungen innerhalb eines bestimmten Abschnitts. Insofern müsste der Grad der Veränderung nicht unbedingt zusätzlich kontrolliert werden. Vielleicht könnte die Variabilität des Materials überhaupt als Grundparameter zur Kontrolle aller anderen Parameter eingesetzt werden.
Variabilität eingrenzen – verengen – stecken bleiben – I hear you – I feel you
0 Variabilität = Wiederholung
Dafür müsste allerdings tatsächlich im Voraus geklärt werden, welche Parameter überhaupt die Konstruktion bestimmen sollen.
Der Takt ist die Einheit, ganz klar.
Innerhalb der einzelnen Abschnitte je Parameter NIE wesentliche Veränderungen, damit die Abschnitte in den anderen Parametern deutlich werden können?
In der Regel tut man zuviel.
Nicht alles ausformulieren: Wo sinnvoll, Parameter frei lassen und nur Möglichkeiten je Abschnitt festlegen, damit Parameter in der Ausarbeitung aneinander angepasst werden können.
g/ä/v als erste Vorstrukturierung für ALLE Parameter? Auch dafür müssen aber erst die Parameter festgelegt werden, logischerweise. Oder eben gerade nicht: Abstrakte Vorstrukturierung, u.U. auch ohne Rücksicht auf Zeitverlauf.
Irgendwo hier, zwischen A und B, muss etwas passieren.
Etwas tun, was man nicht kann, ist auch eine Art von Verstellung.
sudden drop in temperature
Na dann streck dich mal ein bisschen!
November 24, 2011 · 2:44 am
Richard Youngs, Amplifying Host: Going in and out of phase with itself, quite beautifully. Use that.
It‘s a new situation.
Why? In terms of what?
Zahl der Töne
Dissonanzgrad
Nicht den Grad der Veränderung, sondern die Veränderung selbst bestimmen, dann soviel wiederholen wie möglich. Einfach ausführen. Don‘t think, just do it. Don‘t get …
überambitioniert
give up/gib auf: Lustig, dass manche Dinge einfach zu schwer zu denken sind, um ausgeführt werden zu können. Man kann sie denken, man kann sie sich vielleicht auch vorstellen – SO könnte es sein, DAS wäre toll – aber dann geht es nicht mehr weiter, die Ausführung übersteigt schon in der Detailkonzeption die individuellen Fähigkeiten. Egal, wie lange man daran herumprobiert, irgendwann muss man einsehen, dass man es nicht kann. Es geht einfach nicht. Und
Relax – it‘s only
a ghost
das dürfte schon besser sein würden
November 24, 2011 · 2:43 am
Ganz enges Raster ziehen, ultraschnell (tocatissimo) oder ultralangsam (Regentropfen).
Wiederholungen, Schnitte, Störungen einbauen, auf einzelne Impulse, aber auch auf Impulsgruppen bezogen.
Stimmen herausnehmen, Teile herausnehmen, Akkorde auseinanderziehen.
Cheap
Artikulationen mischen: Innerhalb eines Akkordes, zwischen den Stimmen, zwischen den Instrumentengruppen. Aber natürlich auch von Impuls zu Impuls.
Zahl der Stimmen, Zahl der Instrumente.
Mendelssohn oder so.
Toccata und Anti-Toccata
Rhythmus mit/gegen Abnahmepunkt
Der Hada Meister, Bundi
Drei Kota-Meister
Nainsukh
Mattes Theaterschwarz
Schalldämpfender Bodenbelag
Kosuth: Schnelligkeit von Kunst zerstört, Langsamkeit erzwungen durch Text. Text als Bild. Text als Text. Bild als Text.
Text, den man nicht sinnvoll überfliegen kann: LANGSAM lesen.
The beauty of it.
Cheap as hell.
Quite beautiful.
Totale Verlangsamung.
November 24, 2011 · 2:41 am
Zufällig Punkte abgreifen vs. Umkehrpunkte verwenden.
Umkehrpunkte im ursprünglichen Rhythmus vs. neuen Rhythmus auf Umkehrpunkte legen.
Artikulation: staccato – portato/tenuto – legato.
Neu vs. noch einmal anschauen.
Ich: Akkordeon, Streichquartett, Schlagzeug, 3er-Takte, 5er-Takte, Klöppeln, Toccata.
just an idea, sorry
Interessant, wenn Spannung langweilig wird, möglicherweise, weil immer wieder die gleichen Knöpfe gedrückt werden, vielleicht auch, weil die Art der Story, wenn auch nicht ihre Detailentscheidungen, zu voraussehbar ist. Eben auf der Sinnesebene wie auf der Entscheidungsebene immer wieder die gleichen Reize.
A glorified parlando, which was, after all, not what I was hoping for.
Two laws of presentation
From
Aspects of temporality
Antony McCall 1975
Aber
Echt
Echt
Also
Das Wäre sehr
So verzweifelt bin ich nun auch wieder nicht.
Gemeinschaftssinn, Vision einer besseren Zukunft: Leider ohne mich, sorry. How come I don’t believe in it?
November 24, 2011 · 2:40 am
Wiederholen/Stottern auf einem Ton: Punkte (Instrumente). Möglichkeit, zusätzliches Material zu generieren.
Chor wie Orchester behandeln: Zahl der Stimmen vs. Zahl der Instrumente (mögliche Zahl der Instrumente durch jeweilige Situation bestimmt, immer > 1, um Solisten abzugrenzen) –
vs. Orchester, logischerweise.
Schnelligkeit = Querlesen
Stichwörter
My Name is Gold.
Really?
No.
November 24, 2011 · 2:39 am
Ich
ich
ich
NUR die Situation
KEIN Text
und die Situation bleibt notwendigerweise undefiniert
Klavier
Mann
Staffelei
Antivernunft, gottseidank:
Handlung, Geschichte, ist so furchtbar vernünftig.
Murmeln/Sprechen: Regisseur
ad libitum
November 24, 2011 · 2:38 am
Stemann: Vielleicht wäre es tatsächlich besser, mit einem offenen Text zu arbeiten, oder mit dem vorgegebenen Text viel freier umzugehen. Feste Anzahl von Sängern, unbegrenzte Anzahl von Rollen, keine feste Zuordnung. Freie Behandlung des Textes, freie Behandlung der Musik. Keine feste Zuordnung Text-Musik. Verschiedene Textarten, verschiedene Vortragsarten, verschiedene Musikarten. Das Problem einer Geschichte (und sei es nur die Syntax des Textes): Sie wird durch die Musik so extrem verlangsamt, dass man sich fragt, warum sie überhaupt noch erzählt wird. Wir haben doch schon längst kapiert, worum es geht. Ja, und das ist der Hauptgrund für die Verlangsamung, warum wird der Text überhaupt gesungen? Ist er nicht wichtig? Ist er besonders wichtig? Oder gehört es sich einfach nur so? Ist ja nun mal ne Oper. Bitter bitter bitter: Die Gedanken sind einfach viel schneller, als eine Oper je sein könnte. Das Gefühl von Schnelligkeit kann nicht nur körperlich sein (Tempo), es muss auch wirklich etwas passieren (Text).
Wenn der Komponist der Regisseur ist, was macht dann der Regisseur? Wenn die Inszenierung schon fertig ist, was wird dann inszeniert?
Sätze als Wörter, Wörter als Silben,
Silben als Wörter, Wörter als Sätze.
Was ist interessanter: Ein vollständiger Satz oder seine Bruchstücke?
Jedes zweite, jedes dritte, jedes vierte Wort.
Alle Wörter.
Nur die wichtigen Wörter, nur die unwichtigen Wörter,
nur die betonten Wörter, nur die unbetonten Wörter.
Sprechen ist vollständig, Singen ist unvollständig.
Von
an
alles
Schnitt
Sprung
Verbindung
Filed under Oper, Text, Theater
November 24, 2011 · 2:37 am
Nochmal zu Erinnerung/Gedächtnis: Bewusste Erinnerung beschränkt sich meistens auf das, was du auch in Worten beschreiben kannst. Eine Wohnung, die du in größeren zeitlichen Abständen mehrfach besucht hast: Es mag sein, dass deine Beschreibung korrekt ist, dass du mit einiger Anstrengung auch eine große Zahl von Details korrekt wiedergeben kannst, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung, wenn du sie das nächste Mal besuchst, doch ganz anders sein wird, als du sie beschrieben hast. Selbst, wenn du die Höhe der Decke korrekt angegeben hast, wird sie in Wirklichkeit höher oder niedriger scheinen, der Flur wird breiter oder schmaler wirken, und die Atmosphäre, die Stimmung wird ganz anders sein, als du sie in Erinnerung gehabt hast. Ein kleiner, fast unbewusster Schrecken, aber doch ein wahrnehmbarer Schrecken. In Wirklichkeit ist immer alles ganz anders, als wir es uns gedacht haben. Nur die Gewohnheit, die alltägliche Wiederholung, lässt uns darüber hinwegsehen.
Natürlich sind das nur Feinheiten, und selbstverständlich können wir uns nicht an jedes Detail erinnern, aber ist das ein Grund, nicht beunruhigt zu sein? Mach eine Probe: Versuche, dich an einGesicht zu erinnern, das du jeden Tag siehst – du wirst über Banalitäten nicht hinauskommen, vielleicht auch deshalb, weil wir jeden Tag anders aussieht.
Details in der Zeit.
Stehen in der Zeit.
From time to time you die.
Giacometti.
Kind of bad taste.
November 24, 2011 · 2:34 am
Poppea: Extrembeispiel für reine Text/Tonhöhe-Arbeit und relativ eindeutig zu monolithisch. Das rezitativische Prinzip wird nie durchbrochen, weder in Richtung reine Musik, noch in Richtung reiner Text. Das Ausfüllen des Notentextes durch die Schauspieler/Sänger genügt nicht, um den unangenehmen Eindruck eines in sich geschlossenen, nicht reaktionsfähigen Systems aufzubrechen. Im Prinzip von der Problemstellung nicht grundsätzlich verschieden von unserer aktuellen Situation: Das Entlangkomponieren am Text als grundsätzliches Übel.
Und auch mein geliebter Lully: Wenn man ehrlich ist, ist das ohne das ganze Spektakel auch nicht SO spannend, Sololinien gegen homophone Chöre, immer am Text entlang, natürlich toll gemacht, natürlich fantastisch mit dem Sprachgestus umgegangen, aber auch da fehlt doch etwas, oder etwa nicht? Im Grunde immer das gleiche Problem: Wie bringt man das Ganze in eine musikalisch bestimmte Struktur, ohne den Text und seine dramaturgische Idee zu verlassen. Meinetwegen könnte man den Text ruhig zerstören, missachten, zerstückeln, und was sonst nicht, aber am Ende muss er doch irgendwie sinnvoll durchscheinen und nicht einfach nur ein Vorwand für die Musik gewesen sein. Kann aber sein, dass das schon wieder ganz falsche Fragen sind, viel zu ernst genommen, einfach machen, ausprobieren, und wegwerfen, wenn es nichts geworden ist, das müsste jetzt die Methode sein.
Sprache
Stimme
Gesang
UO: Eher der Sound, als das Stück.
Filed under Klassik, Oper, Pop
November 24, 2011 · 2:32 am
Aufschreiben im Grunde ja genau das Gegenteil von Erinnern: Alles, was man aufgeschrieben hat, kann man getrost vergessen. Stimmt allerdings nicht immer: Aufschreiben, um daran zu denken vs. Aufschreiben, um den Gedanken los zu werden.
ERFAHRUNG des Singens: Was bedeutet das eigentlich, wer macht das? Ist ja offensichtlich kulturell geprägt, Klangschönheit und Reinheit als europäisches Ideal, und genau das gilt dann immer als Grunderfahrung des Gesangs. Der gesamte mehrstimmige Chorgesang, der ja so ein tolles Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen soll, wäre ohne dies nicht denkbar und würde wohl auch keinen Sinn machen. Abweichungen sind nur als Dekonstruktion des Chorideals zu verstehen, nicht als aus sich heraus entwickelte Komplexe. In ihrer Abweichung verweisen sie unmissverständlich auf das Ideal als Ausgangspunkt. Man müsste das miteinberechnen in seine Arbeit, fragen, wo Mehrstimmigkeit wirklich sinnvoll ist, und wo nicht, und zwar vielleicht sogar ÜBERHAUPT NICHT. Was könnte Stimmen zusammenhalten, die gleichzeitig, aber nicht mehrstimmig singen? Was wäre ein sinnvolles Modell, das nicht einfach nur klassische Chorsatz-Muster abarbeitet? Wie kann man eine neue Qualität aus dem eigentlich ja auch immer ein bisschen peinlichen Format Chormusik entwickeln?
Da kommt dann natürlich irgendwann – und zwar eigentlich ziemlich schnell – Text und Verständlichkeit ins Spiel.
Stimmen zusammenfassen – Stimmen trennen
homogenisieren – antagonisieren
gleich/ähnlich/verschieden
kein Kontrast!
August 12, 2011 · 3:42 pm
Over, vorbei, vergessen: Interessant, wie etwas völlig verschwindet, wenn wir es vergessen. Möglicherweise denken wir noch eine Weile, da war doch was, was wollte ich noch tun, hätte ich es doch bloß gleich aufgeschrieben, und irgendwann ist es dann ganz weg. Oder es war von Anfang an sofort weg. Wenn es uns wieder einfällt, kann es sein, dass wir uns erinnern, dass wir den Gedanken schon mal hatten, oder eben auch nicht. Dann ist eine Idee neu, obwohl wir sie schon einmal hatten. Frage wäre auch, ob wir uns an die Idee erinnern, oder ob wir in einer ähnlichen Situation die gleiche Idee haben. Das spurlose Verschwinden und das mögliche Wiederkehren, vielleicht aber eben auch nicht. Logischerweise wissen wir nicht, können wir gar nicht wissen, was wir schon alles vergessen haben. Auslöschung, einfach weg. Aufschreiben als Versuch, dagegen anzuarbeiten.
In der Erinnerung umformulieren: Ist das dann noch die gleiche Idee, oder eine andere/neue? Ohne Frage ändert sich die Idee mit ihrer Ausformulierung. Im Extremfall verschwindet die Grundidee in der Ausformulierung, hinterlässt höchstens Spuren, Indizien, wie sie einmal gemeint war.
Ein Archivsystem oder ein Reaktionssystem. In der gleichen/ähnlichen Situation reagiert er/sie immer gleich/ähnlich. Oder hatten wir das schon?
Im Dunkeln stochern. Was uns auffällt, was uns nicht auffällt. Woran wir uns erinnern, woran wir uns nicht erinnern. Bruchstücke aus einem Kontinuum.
dk-dk-dm-dm tk-tk-tk-tk ti-did ti-did ti-did ddl-ddl-ddl-ddl tit-dad-dad-dad-tit ti-te-to-ta tk-tk-tk-tk didl-didl-didl-didl bum taka-taka-did-did bip-bip-bip-bip-didld-did-did dudl-dudl-dudl-dudl did-didld-did-did did-didld-did-did drrrrrrrrrrrrrrr bab-bip-bab-bip bab-bip-bab-bip bip-bab-bab-bip bip-bab-bab-bip tktk did-did-did-did tktk dad-dad drrrrrrr bab-bab-bab takatakatakataka tokotokotokotoko tukutukutukutuku
SBTRKT
Never ask for what should be offered.
rural america: maybe too much of a story
IN CASE YOU CARE
August 12, 2011 · 3:39 pm
Just when it was going so well …
Eine riesige Mülldeponie, die nach hinten hin steil ansteigt. Dort, am Hang, ein alter Mann, möglicherweise ein Arbeiter, vielleicht auch ein Penner auf der Suche nach brauchbaren Abfällen. Von oben wird ein großes Doppelbett herabgelassen, goldfarben, wahrscheinlich Messing, das wie frisch bezogen aussieht, und auf einer Ecke schräg senkrecht zu stehen kommt. Unter der Bettdecke zeichnet sich ein länglicher Gegenstand ab. Als der alte Mann die Decke zurückzieht, sieht man einen Leichnam, steif und gerade, mumienartig eingewickelt, dessen bleiches Gesicht an Jack Nance in Eraserhead oder vielleicht auch an Jack White von den White Stripes erinnert.
Es bleibt tatsächlich nichts übrig.
Finde dich damit ab.
August 12, 2011 · 3:36 pm
yes is more: not that stupid
eine Geschichte umständlich erzählen/eine Geschichte ZU umständlich erzählen
Ganz normal, dass Leute Fehler machen. In einer Geschichte wirken Fehler aber unglaubwürdig, wie billige Kunstgriffe des Erzählers, um einen bestimmten Ausgang zu erzwingen. In der Geschichte müssen also auch Fehler motiviert sein, es sei denn, man würde sich sehr viel Mühe geben, das Zufällige eines Fehlers zu betonen (und damit zum Thema der Geschichte machen). Frage wäre, ob das tatsächlich unsere Weltsicht ist, oder ob das einfach nur eine Art Abkommen mit dem Erzähler ist, dass wir eine Geschichte nur dann interessant finden, wenn wir das Geschick des Erzählers, den Fortgang seiner Geschichte durchzumotivieren, bewundern können. Der eigentliche Held wäre dann tatsächlich der Erzähler, und es ginge in einer gelungen Geschichte nicht um eine realistische, glaubwürdige Weltsicht, sondern um die geschickte Erfüllung einer hermetischen Erzählhaltung.
Oder geht es eigentlich darum, durch eine sinnvolle Erzählung die Welt als sinnvoll darzustellen, die so sinnvoll gar nicht sein kann?
Das aufstrebende Bürgertum – auweia, nichts wie weg. Besitz = Bürgertum? Sieht ein bisschen danach aus. Wäre schon ein Debakel.
Was sagt Dein Herz?
Ich will ein bisschen …
Bitte auch Kopf aufräumen!
Wo soll ich den denn hinstellen?
August 12, 2011 · 3:33 pm
Musik ist auch nur ein Geräusch (Dylan Nyoukis).
Die gleiche Papiertüte an die Wand geheftet und in meiner Hand sieht so verschieden aus, dass ich mehrmals hin und her schauen muss, um sicher zu sein, dass das Design identisch ist. Unbefuckinlievable.
Schon oft gesagt, aber ich sage es gerne noch einmal: Schade, dass man bei Filmen so schnell das Bild über die Story vergisst. Schade, dass man nicht beides haben kann. Für einen wirklich tollen Film müsste man eigentlich beides haben. So what are we gonna do? Das einzige, das für den Verlust des Bildes entschädigen kann, ist Emotion/Tiefe, by the way. Otherwise the film gets shallow. Nur eine öde Nacherzählung, mehr oder weniger spannend und bald vergessen. Gib der Story Tiefe, gib der Story Bilder, ansonsten vergiss es. Der Spannungswert und der Schauwert allein machen es nicht, soviel ist klar.
Leggins in Strumpfhosen-Ocker (I wanna have).
August 12, 2011 · 3:28 pm
Komponieren heißt nicht, etwas zusammenzusetzen, sondern etwas in einen Zusammenhang zubringen.
Ganz klar symphonischer Zusammenhang, Verschmelzung von Stimme und Klavier in einem Feld. Verschmelzung von drei Texten in einem Feld. Text blitzt durch, wenn man ihn kennt, an einigen Stellen sogar ziemlich deutlich, an anderen gar nicht. Die Rufgeste kann man sicherlich nur mit Erklärung als Textausdeutung verstehen. Es stimmt aber tatsächlich, dass die Texte bei näherem Hinsehen eine starke Präsenz haben, obwohl man erst enttäuscht ist, dass sie letztlich vermieden worden sind.
Frage wäre sicherlich, warum ein Stück, dass auf der offensichtlichen Ebene nicht funktioniert, letztlich doch überzeugt. Vielleicht, weil es absolut ernst ist. Weil das Wort Gefahr am Ende einschließlich Klavierstretta tatsächlich als Aussage funktioniert. Als ob das ganze Brimborium davor nur daraufhin komponiert wäre.
Gleichzeitig muss die Frage erlaubt sein, warum es nötig ist, Texte so ineinander zu verzahnen, dass man sie nicht mehr verstehen kann, wenn man sie nicht in ihren Bestandteilen auswendig gelernt hat. Klar könnte man sagen, dass die Detailarbeit auf allen Ebenen, also auch der Textebene, gleichwertig sein muss, auf der anderen Seite ist Text eindeutig kein musikalisches Material und kann nur als solches behandelt werden, indem man ihn als Text zerstört.
Ein Mann mit einem riesigen Geschwulst auf der rechten Backe steht in der Konditorei vor dem Eistresen, genau an der Stelle, die zur Toilette führt. Ich bleibe stehen und warte darauf, dass er mich vorbei lässt. Er rührt sich nicht und schaut mich fragend an. – Hilfe!
August 12, 2011 · 3:26 pm
Man träumt, man geht in Selbstgestaltung
Aus Selbstentfaltung der Vernunft;
Man träumte tief; die falsche Schaltung:
Das Selbst ist Trick, der Geist ist Zunft.
Sprich:
Gott ist Einer,
Ein ewig reiner,
Hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner
Und nicht ihm gleich ist einer.
Und wenn der Herbst die Lilien bricht,
Denk und weine, so zunicht
Ist worden unsere Liebe.
Wenn erst die Rosen verrinnen
aus Vasen oder vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen,
fallen die Tränen auch.
I don‘t know and I don‘t care. Few things we remember, but some. Well, after all, not that few.
Plötzlich fiel mir alles wieder ein.
Tuba: Sorry to be a Spielverderber, aber macht es wirklich Sinn, ein Instrument zu bauen mit ich weiß nicht wieviel Metern Rohrlänge, um dann zu demonstrieren, dass man damit auch hohes Rauschen erzeugen kann? Ist wahrscheinlich ein spießiges Argument, aber irgendwo ist da doch ein Problem, oder? Und wenn es nur die Nerdigkeit des Unterfangens wäre. Und ich sage nicht, dass das Ergebnis als solches nicht in sich überzeugend wäre. By the way, schöne Bässe.
Schatten auf Schatten auf Schatten: Keine schlechte Idee (Zumthor). S. Maurizio/Licht
August 12, 2011 · 3:23 pm
it opens with a ragged burst of high, loud sound from the brass and all of the woodwinds except the flutes and clarinets
at the same time the sound of strings playing col legno and mezzo-piano begins
now and then it is accompanied by pianissimo events from the flutes and clarinets that one is not always sure he has actually heard
other percussion events take place sporadically:
two soft timpani rolls
seven angklung events
four low contrabass marimba events
twelve bowed piano events
and a single whirring bullroarer intensified sometimes by one, two or three other bullroarers joining in
towards the end, but not at the exact end, the brass and all the woodwinds except the flutes and clarinets are heard fortissimo and in their highest range, a second and last time, falling apart, so to speak, rather than holding together as a group
the strings, flutes and clarinets and the percussion continue, and then after a minute or so stop playing, each at his own time
throughout there is another kind of music being played on the piano and on the harp. it is mezzoforte, more articulate. it stands out like a duet or two solos, and though we hear them, we hear everything else, too, and not in the background
Klassische Orchesteraufteilung, insofern intelligente, aber auch konventionelle Entscheidung. Interessanterweise scheint es nicht wirklich zu funktionieren: Es funktioniert weder als unmittelbares Ereignis, trotz des Bemühens um Lebendigkeit und Unvorsehbarkeit im Detail, dafür sind die tatsächlichen Entscheidungen zu uninteressant, noch als Bild eines Ereignisses, als Abstraktion eines Ereignisses, was es ja auch sein könnte, dafür ist die unmittelbare Präsenz des Geschehens wiederum zu stark. Interessant natürlich die klare Dramaturgie in der Zeit, die durch die Detailverschiebungen zwar ein wenig aufgeweicht wird, aber dennoch über das statische Bild eines klassischen Cage-Stückes eindeutig hinausgeht.
NO LIMITS NO CONTROL
August 12, 2011 · 3:19 pm
what if we wouldn‘t miss anything if all this was gone?
Im Prinzip ja alles ganz schön zerstückelt, übrigens: Einen Film anfangen, etwas anderes machen, am nächsten Tag weiterschauen, wieder eine Pause machen, eine kleine Reise unternehmen, und erst, wenn man wieder zurück ist, den Film zu Ende sehen. Könnte ja auch sein, dass das gar nicht geht, dass unser Hirn das nicht mitmacht, ist aber offensichtlich nicht so, sondern völlig selbstverständlich. Beim Buch geht es gar nicht anders, bei Film oder Musik kommt es einem doch komisch vor, wahrscheinlich, weil sie ursprünglich Aufführ-, Vorführmedien waren, und erst seit VHS und DVD privat gelesen werden können. Wäre aber lustig, wenn es nicht ginge, wenn das Gehirn streiken würde.
Merkwürdig, wie einen auch Kürzestreisen in eine neue Situation bringen: Du kommst nach Hause, und nichts ist so, wie Du es verlassen hast. Ein bisschen übertrieben: Vor allem ist der Aufräumzwang verflogen, anscheinend.
Staud: lang/kurz, schnell/langsam
Ist doch gerade toll, dass die Stadt keinen Kern hat!
August 12, 2011 · 3:17 pm
Otto von Passau, Die 24 Alten, Basler Buchmaler: Geometrische Felsblöcke (1457).
Sätze, die jeder sagen könnte, die von jedem stammen könnten, die Allgemeingut sind, aber deswegen nicht klüger, sondern dümmer, quasi aussagelos. Man hört gar nicht hin, es ist sozusagen gar nichts gesagt worden. Ausdruck totaler Unselbständigkeit.
Mondrian: Absoluter Rhythmus/Gewichtung, letztlich auch Perspektive (Linien, nicht Flächen). Bild Nr. 1: Abschattierungen, Überschneidungen, zusammengefasste Flächen.
Let Hässlichkeit reign.
Bezahlen: Wäre lustig wenn man das einfach nicht könnte, und zwar nicht, weil man kein Geld hat, sondern weil man das Prinzip nicht versteht. Man könnte ja auch sagen, dass es reines Mitläufertum ist, sich auf das Prinzip Geld einzulassen.
August 12, 2011 · 3:15 pm
Palermo 1964/65: Interessant bei Objekten die Fläche so sehr zu betonen (und die Seiten einfach unbemalt zu lassen). Gleichzeitig das Holz mit Leinwand zu überziehen, um das Bildhafte noch zu verstärken. Farbauftrag/Farbauswahl/Eindruck hat zum Teil fast etwas von Alten Meistern – was eigentlich undenkbar weil verpönt und hier auch nur deswegen so überzeugend ist, weil es offensichtlich nicht Ziel der Arbeit war.
Palermo 1970: Interessant, das Holz in Leinwand zu verpacken (auch hier nur Bildfläche bemalt), aber auch nicht, und das dann gegeneinander zu setzen. Hier auch: Stückelung des Balkens.
Extrem persönlich ohne es darauf anzulegen. Lustigerweise spielen dann auch Hilfslinien eine Rolle, ob so gemeint oder nicht. Selbst Klebstreifen, und das wahrscheinlich absichtlich, da das gesamte Blatt signiert ist.
Das Trübe, Dunkle, Verwischte gegen das Klare, Helle, Strahlende. Farbschattierungen Alte Meister. Malen und aufkleben vs. aufkleben und malen.
Durchnummerieren: Folge – Geschichte – Dramaturgie
Palermo 1977: Lustig, wie das Weiß von der Wandfarbe fast nicht mehr zu unterscheiden ist. Keine Angst. Das Gerade und das Krumme.
Flipper: Super Idee, die Linien einfach wegzulassen, ein bisschen wie Spielhöllenblinken.
Siegel mit Rahmen.
Pinselspuren, trocken, feucht, einzelne Haare: Alte Meister. Taktilität. Gerade in Druckgraphik. Öl und Haare. Tizian. Scharlachrot.
Abreißblöcke. 1963/1976. Den Fehler nutzen. Schattierungen Tablettenbild. Gesättigte Linie. Bilderfolge Bandes Dessinées.
Dem Hintergrund beschmieren, um das Beschmieren zu isolieren.
Diptychon als Wechsel/Kippbild.
Und dann
Und dann
Und dann
Plötzlich
Umschlag vom einen Bild zum anderen Bild. Das Spontane vervielfältigen. Komplexität Wasserfarbe. Beherrschte, kontrollierte Spontaneität, GESEHEN.
Offensichtliche Komplexität übersehen, nicht beachtet. Hässlichkeit, Fehler, Anschluss.
Solange du da bist. Wenn du gehst, endet der Text.
August 12, 2011 · 3:10 pm
Ecken und Kanten: Kann natürlich auch ein bisschen peinlich sein, s. Ballack, obwohl ich eigentlich o.k. finde, wie er das macht. Die Figur des Helden mit Kanten ist aber sicherlich ein bisschen angeranzt. Wird ja auch leicht zu einem unangenehmen Automatismus: Man kann dann gar nicht mehr anders, als den Ungehobelten geben, auch wenn diese Rolle die größten Dummheiten mit sich bringt. Faulheit. Selbstgefälligkeit. Verkrustung.
Musings
Ooops! Becoming a Kinoshita fan lately.
Beat als universelle Einheit. Letztlich einfaches Raster/Zeitmaß.
Nicht-Salz als Gewürz: Man müsste verschiedene Grade von Gesalzen voneinander absetzen. Salz als Verstärkung, aber auch als Überdecken von Eigengeschmack.
August 12, 2011 · 3:09 pm
Der Freundlichkeits- und Nettheits-Druck ist extrem gestiegen, im Grunde wird erwartet, das sich jeder mustergültig benimmt und nur insoweit auffällt, als es vermittelbar ist, also verkauft werden kann. Ist ja relativ offensichtlich, dass Facebook etc. bei aller Betonung des Einzelnen ziemlich genau in die gleiche Bresche, nämlich Normalisierung, Konformität schlägt. Man fragt sich ein bisschen, wer nun eigentlich der Freak ist, diejenigen, die rausfallen, oder vielleicht doch Milliarden durchgedrehter Konformisten? Ganz klar, dass der Vermittlungszwang in den Künsten einen ganz ähnlichen Weg einschlägt: Die Vermittlung ist wichtiger geworden als der Gegenstand, der auf die Vermittlung hin konzipiert werden muss. Olafur Eliasson als Extrembeispiel, quasi Vermittlungsfabrik, Firma für Vermittlungskonzepte. Finde ich übrigens alles nicht schlimm, nur falsch – Irrtum – und wahrscheinlich angstgesteuert. Wäre doch auch toll, wenn niemand kommen würde. Aber das scheint im Moment nicht zu gehen.
Wenn wir mit dem Vermitteln durch sind, werden wir alle weinen und bereuen – was wollten wir eigentlich noch mal vermitteln? Unsinn.
August 12, 2011 · 3:07 pm
Nichts ist so interessant wie die gestrige Zeitung, im Gegensatz zum bekannten Diktum, und das Gestern kann sein das von vorgestern, von vor zwei Monaten, vier Wochen oder mehreren Jahren (RG): Stimmt, und stimmt nicht, der Druckartikel behält tatsächlich seine Anziehungskraft, die sogar noch größer wird, weil er die Atmosphäre der vergangenen Zeit speichert, der reine Text verliert aber mit seinem Thema an Interesse, fast egal, ob er gut oder schlecht geschrieben ist, so dass sich Zeitungsaussortieren fast von selbst ergibt, weil ganz vieles einfach nicht mehr interessant ist. Wer will denn die Aufregung von vor zwei Jahren noch einmal nachlesen, wer hat die Zeit? Es sei denn, man arbeitet an genau diesem Thema. Lustigerweise ist man tatsächlich und unweigerlich schlauer als der Schreiber von vor zwei Jahren, weil man weiß, wie die Geschichte weiter- oder ausgegangen ist.
Fehlt natürlich der Aspekt des Erinnerns/Vergessens: Dass man sich erst einmal erinnern muss, was damals war, auch die wichtigsten, beherrschenden Aspekte fallen irgendwann aus dem Bewusstsein.
August 12, 2011 · 3:04 pm
Quietus/Primavera: „Overthrow your government now!“ Das muss inzwischen eine der dümmsten Aufforderungen sein, die man überhaupt geben kann. Wenn ein Arschloch geht, kommt das nächste Arschloch, egal aus welchem politischen Lager – nicht, dass das GAR KEINEN Unterschied machen würde, aber eben nur sehr begrenzt. Das dürfte inzwischen doch wirklich jeder mitbekommen haben. Glaubt irgend jemand ernsthaft, dass beispielsweise die Piratenpartei einen anderen Weg gehen wird – wenn sie überhaupt einen Weg geht? Auch die Idee, politische Probleme im wesentlichen auf Haben und Nichthaben zurückzuführen, ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber völlig überaltert, sorry. Am härtesten ist aber der Irrtum, genau diese Geisteshaltung bei Pulp festmachen zu wollen, deren Musik immer von der Hölle auf beiden Seiten gesporchen hat – explizit und erst recht implizit.
vielleicht doch Silben/Wörter/Halbsätze/Sätze als Einheiten?
A3: Gesicht nach oben, Kopf nach vorne, gerade und ungerade gleich.
Filed under Oper, Politik, Pop
August 12, 2011 · 3:03 pm
Kinoshita/Imamura, Narayama: This miserable, wretched life! How could you not be moved by …
Tragik akzeptieren
August 12, 2011 · 3:02 pm
Einsatz
Dauer
Material
Tonhöhen
fuckin‘ artwork
Wenn der Einsatz als solcher kontrolliert wird, wird Zeit schon wieder als zusammengesetzt behandelt.
Eugen Onegin: Die Musik läuft weiter das Bild springt zurück die Erzählung wird in die Vergangenheit versetzt.
Rahmenhandlung
Ahnung
Gegenwart
August 12, 2011 · 3:01 pm
Silence is hell – is to be avoided. Try to cover every silence you feel, every sound you hear, by something more intense, or louder than you would have conceived before. Apply amplification to coverage.
MBRSI: negativ/positiv, Gegenstand/Nichtgegenstand, Dauer negativ Dn, Dauer positiv Dp, Dn = 0: Dp schließen unmittelbar aneinander an, je häufiger Dn = 0 desto länger die Phrasen bzw. desto mehr Dp schließen unmittelbar aneinander an. Dp wie Dn leere Dauer, die mit beliebigem Gegenstand gefüllt werden kann, aber eben tatsächlich gefüllt: Gegenstand wird nicht innerhalb Dp gesetzt, sondern füllt Dp komplett aus. Metrum fällt da erst mal weg, bzw. stellt gleichmäßiges Raster dar oder wird im Nachhinein an Struktur angepasst. Irgendeine Form der Synchronisations-Steuerung müsste es allerdings zusätzlich geben um Passagen ohne Synchronisation, mit annähernder Synchronisation und mit exakter Synchronisation voneinander abzusetzen, also eine Graduierung der Synchronisation zu erreichen. Ähnliches könnte man sich für Tonhöhen und gestisches Material ebenfalls vorstellen. Möglich wäre auch eine Grundreihe + Ableitungen. Nicht zu vergessen die Horizontale. Zeit würde dann wieder zum Kontinuum, würde Zusammengesetztheit verlieren.
August 12, 2011 · 2:59 pm
Die Verweigerung verweigern: Geht leider nicht ganz auf, klingt gut, klingt lustig, endet aber da, wo alles angefangen hat, nämlich in der Banalität. Der Markt ist absolut positivistisch und schluckt jede Dialektik. Also: Von wegen tolle Provokation – im Effekt läuft die Verweigerung der Verweigerung auf eine banale Anbiederung hinaus. Was man sonnenklar am Publikum erkennen kann. Nicht dass das wirklich ein Thema wäre – kam mir nur so unter, beim Zeitschriften wegwerfen.
Noch so ein Problem, das nur begrenzt eines ist, wo man aber trotzdem immer wieder mal ein bisschen drüber nachdenken kann: Komplex notierte Musik, die einfach klingt, weil sie letztlich in der Aufführung doch in die banale Geste umschlägt. Einfache Sachverhalte, kompliziert dargestellt. Inwieweit hilft die Notation dennoch dem Stück? Inwieweit ist die Notation das eigentliche Stück und jede Aufführung eine traurige Enttäuschung? Würde man in der Aufführung einen Unterschied hören, wenn das Stück einfacher notiert wäre?
Das heißt nicht, dass diese Fragen schon Argumente gegen eine hyperkomplexe Notation wären: Alles, was dem Stück hilft, ist o.k.
Welchen Wert hat Notation für sich betrachtet, ohne Rücksicht auf die Aufführung?
August 12, 2011 · 2:57 pm
Geht es eigentlich nur mir so, dass ich Dinge, die im allgemeinen als humorvoll bzeichnet werden, überhaupt nicht lustig finde? Wenn von Stockhausens köstlich hurmorvollen Instrumentenschmatzern berichtet wird, dreht sich mir eher der Magen um als dass ich lachen muss. Ist nicht das, was dort als humorvoll bezeichet wird, eine ganz widerliche Form von Geschmacklosigkeit und billigstem Witz?
Ich denke ja eigentlich, dass man, wenn man wirklich witzig sein will, offensichtliche Witze um jeden Preis vermeiden muss. Mit anderen Worten: Alles, was offensichtlich ein Witz sein soll, kann nicht witzig sein. Echte Witze müssen so gebaut sind, dass man nicht entscheiden kann, ob sie witzig oder ernst gemeint sind. Sozusagen Pokerface-Humor. Wobei ich ehrlich gesagt noch nicht einmal sicher bin, ob Stockhausens Schmatzer wirklich lustig sein sollen – wenn doch, wäre das allerdings tatsächlich ziemlich schlimm.
Z.B. sind manche Marthaler-Sachen wahrscheinlich deswegen wirklich witzig, weil sie so tun, als ob alles ganz normal wäre, weil sie keinerlei Zeichen geben, dass etwas witzig gemeint sein könnte, weder während der Vorstellung, noch danach. Wie furchtbar wäre es, wenn man die Marthaler-Komik als Witz erzählt würde!
Z.B. Imamura, Profound Desires of the Gods: Extrem komisch, weil hundert Prozent ernst genommen, alles, was wir sehen, ist völlig absurd, aber total realistisch, und läuft wie eine klassische Tragödie unschuldig ins Verderben. Übrigens wird das Gute, das den Personen geschieht, immer unterspielt und nie direkt ausgesprochen, es sei denn, es müsste innerhalb der Geschichte angesprochen werden. Guter Witz wäre also: Unterspielen und nie offen aussprechen. Im Vagen halten. Vgl. Ironie.
Natürlich können auch total bescheuerte, völlig überspielte Witze toll sein, ist ja klar. Am liebsten beides zusammen, und ein bisschen ist das bei Imamura auch so.
Schwere, große, bunte Metall-Ölfässer hoch oben auf dem schmalen Sims eines überdimensionalen Tankstellendachs im strahlenden Sonnenschein. Ich friere.
Fremdes Material Oper
August 12, 2011 · 2:55 pm
Das lustige an Listen ist, dass selbst bei einer doofen Liste so wahnsinnig viel Gedankenarbeit, Auswahlarbeit, Wissensarbeit dahinter steht, und am Ende kommt eben nur eine Liste heraus. Trotzdem bleibt immer klar, wie wichtig Listen sind. Eigentlich die einzige Möglichkeit, den Überblick zu behalten.
Rekord: 5 Wochen Aufräumen und sonst nichts. Die Wohnung leer geräumt. Erstaunlich, was man alles wegwerfen kann. Was sich alles von selbst erledigt. Aber auch, was sich gar nicht erledigt, wo man immer wieder ran muss, wo es nie einen echten Abschluss gibt.
IM: Der Weg des geringsten Widerstands – für alle Beteiligten.
August 12, 2011 · 2:52 pm
Häh? Was denn jetzt???
Claus Koch: Das ist ja wohl ein Witz.
1980: Suddenly everything was about style. Oder nicht?
ALLES, als ob es gestern gewesen wäre.
Poppea: Extrembeispiel für reine Text/Tonhöhen-Arbeit und relativ eindeutig zu monolithisch. Das rezitativische Prinzip wird nie durchbrochen, weder in Richtung reine Musik, noch in Richtung reiner Text. Das Ausfüllen des Notentextes durch die Schauspieler/Sänger genügt nicht, um den unangenehmen Eindruck eines in sich geschlossenen, nicht reaktionsfähigen Systems aufzubrechen. Im Prinzip von der Problemstellung nicht grundsätzlich verschieden von unserer aktuellen Situation: Das Entlangkomponieren am Text als grundsätzliches Übel.
Alles völlig egal.
July 5, 2011 · 2:11 am
sadness button
hysteria button
headache button
coma button
fear button
love button
time button
fuck button
schwefelgelb
La Cubana/Der Kreidekreis
In doubt overdress.
July 5, 2011 · 2:09 am
Wir waren mit Bernhard (oder war es Geza?) im Halbdunkel in einer Mischung zwischen Industriegelände und Wald unterwegs und kamen an einem Baum mit brennendem Stamm vorbei. Wir blieben stehen, prüften unsere Wasservorräte, und schütteten zwei halbe Flaschen Wasser, die uns noch übrig geblieben waren, auf den brennenden Stamm. Das Feuer wurde kleiner, mit den Füßen gelang es mir, es ganz auszutreten. Wenige Minuten später ging es aber mit einem Geräusch, das an das Anschalten eines Gasherds erinnerte, wieder an. Wir gingen weiter und kamen an einer Industrieansiedlung vorbei. Durch ein offenes Tor konnten wir einen Arbeiter mit nacktem Oberkörper sehen, durch das Feuer eines Industrieofens beleuchtet, der ein großes, gebogenes Stahlblech in den Händen hielt. Auf eine geheimnisvolle Weise schienen das Industriefeuer und das Feuer am Baum miteinander zusammenzuhängen.
July 5, 2011 · 2:05 am
Pansori/Kanaa
Fingervib. vs. Lippenvib.
Plötzlich stoppen, Flöte und Trommel
Extrem unterschiedliche Register durch Schwinghaut
Extrem schnelle, präzise Mehrfachschläge mit einer Hand
Wollen wir wirklich echte Gefühle, direkten Gefühlsausdruck, ist es das, was wir suchen?
Vibratofreie Töne selten, dann aber bewusst dramaturgisch eingesetzt, oft an besonders lauten, wahrscheinlich dramatischen Stellen.
Letztlich alle Abschattierungen von Vibrato, von kein Vibrato zu wenig zu viel zu extrem zu echten Vibratofiguren
Immer wieder das direkte Abstoppen auf Konsonanten, meistens zusammen mit der Trommel, dann kurz absolute Stille, wirkt fast wie ein Fehler, jedenfalls sehr starke Wirkung.
Klassische Sänger hätten Angst ihre Stimme zu zerstören.
Problem immer am Text entlang, Frage, ob man das wirklich will.
Verschiedene Personen auf einen Sänger legen, eine Person auf verschiedene Sänger legen? Das würde dann heißen, dass man den Text definitiv verstehen muss.
Ah/eh/mh/soh Rufe eigestreut in melodisches Geflecht, allerdings vom Trommler – sinnfreie Silben im Text?
Lange Melodien – mehr als Fiorituren – auf einen Anschlag. Zittermelodien, Zithermelodien.
Stäbchenplektrum, von beiden Seiten anschlagend, gern auch schnelle Doppelschläge.
Schreie/Einwürfe auch melodisch, Tonhöhen, jedenfalls registerbezogen.
Bewegen Oboe wirklich im Mund um Vibrato zu erzeugen.
Eine Hand im Gong zum dämpfen und freigeben, andere Hand mit Schlägel für verschiedene Arten von Einfach- und Mehrfachschlägen, oft wie Mehrfachvorschläge plus Hauptschlag.
Warum nicht Johlen ei/ei/ei/ei/ei als Vibrato?
Filed under Oper, Weltmusik
July 5, 2011 · 1:58 am
Urge Overkill: Alles perfekt vorbereiten, größte Sorgfalt, totale Poser, Detailverliebtheit, jeder Auftritt ein anderes Kostüm, und dann das Ding durchziehen, finde ich eigentlich schon ziemlich toll. Gefasste Traurigkeit, auch zeigen, aber stylisch, voll o.k. Nach 15 Jahren genau das Gleiche weiter machen: Für mich auch o.k. Actually, I love it.
Ich-Schwäche aus Erschöpfung
Ich-Schwäche = Entscheidungs-Schwäche
Entscheidungs-Schwäche aus Erschöpfung
Alles völlig egal.
Die man-Falle.
July 5, 2011 · 1:39 am
Mad Men 4: Genialer Einstieg, direkt hineingeschnitten, so dass man nach einer Weile prüft, ob man nicht doch die falsche DVD eingelegt hat. Selbst wenn man total sicher ist, dass das nicht so ist. Wahnsinns-Idee, Don Draper Folge um Folge durch einen Misserfolg nach dem anderen gehen zu lassen, was dadurch noch viel ergreifender wird, dass er immer versucht, sein Äußeres zusammenzuhalten, während er innerlich mehr und mehr auseinanderfällt. Die überdimensionale Tragik der ganz normalen Probleme glasklar dargestellt. Und immer wieder den Finger direkt in die vielen Wunden gelegt, die überall herumlaufen. Unentwirrbare Verflochtenheit von Leiden und Schuld: Alles wird weitergegeben, jeder ist in seinem Schicksal gefangen. Tatsächlich hilft die Typisierung der Figuren, das Schicksalhafte der Handlung deutlich zu machen, fast wie eine Art intelligente Mechanik. Formal aber, wie gesagt, die Idee, die Hauptperson fast die gesamte Season hindurch ganz unten, immer am Rand des Auseinanderbechens zu halten, quite impressive.
Dabei spielt ja schon auch eine Rolle, dass man nie weiß, ob es eine weitere Season geben wird. Das Risiko ist also nicht wirklich beherrschbar, es kann sein, dass das, was man so genüsslich ausbreitet, am Ende wirklich das beherrschende Bild der Lieblingsfigur bleiben wird. Also durchaus eine Art real-life-Tragik eingebunden, die dem Zuschauer auch bewusst ist: Man wundert sich schon sehr, dass es Don immer noch so schlecht gehen soll/kann. Im Fernsehen Woche für Woche bad news: Auch da das real-life-Risiko, dass die Zuschauer wegbleiben, bzw. die Wette, dass sie dabeibleiben, weil sie nicht glauben können, dass ihnen eine Serie voller Negativerlebnisse zugemutet wird. Mit anderen Worten: Go for broke! Dadurch übrigens auch die Spannung extrem hoch. Insofern genialer dramaturgischer Kunstgriff, solange er funktioniert. Den Figuren Tiefe geben, den Gegensatz zwischen perfekter Oberfläche und individuellem Leiden darstellen.
Traurigkeit logischerweise nur effektiv, wenn man ein Gegengewicht setzt.
Grausamkeit, Figuren aus der Serie herausfallen zu lassen. Letztlich liest man wahrscheinlich auch mit, dass die Schauspieler damit ihre Rollen verlieren. Also Serien-Grausamkeit + real-life-Grausamkeit. Trotzdem aber auch der formale Mut, Dinge nicht zu Ende zu bringen, Handlungsfäden einfach verschwinden zu lassen, auch wenn die dazugehörende Figur einem extrem nahegebracht wurde.
From fraud to fraud. Geniale Dramturgie, Don immer weiter in seinem Betrug herumtorkeln zu lassen, ihm kurze Momente zu geben, in denen er ausbrechen könnte, die er aber ungenützt lässt, und ihn dann konsequenterweise sich immer weiter verstricken zu lassen. Betrug wird auf Betrug gestapelt, auch die letzte Hoffnung wird getilgt.
Auch eine interessante Strategie: Die Schwächen eines Charakters bloßstellen, ohne sie explizit anzusprechen. Sie werden überdeutlich, aber niemand spricht darüber. Was ja eigentlich heißt, dass in einer konventionellen Dramaturgie ausgesprochen wird, was besser dargestellt würde. Und dass man nie das Gefühl hat, dass etwas explizit angesprochen wird, wenn es nicht zumindest einer der Figuren in den Mund gelegt wird. Sprechblasen-Dramaturgie. Passt natürlich auch zur Zeit, Dinge nicht auszusprechen, I suppose.
July 5, 2011 · 1:33 am
Schutzlosigkeit als Provokation
Absolut verständlich – nicht Einverständnis.
Heiter
Michael von Biel
Suspended
Schönberg: Der alte magische Raum.
Ein Orchester ist an sich schon ein magisches Medium.
Schauen Sie, wie der Geist alles beherrscht (Nono).
Beobachten
Hören
Verstehen
Nicht gleich eine Meinung haben
Orgel
July 5, 2011 · 1:32 am
You can‘t escape being yourself.
Das bist doch nicht Du!
Tonwiederholungen
Schwermetall
Intensität
Tremolo
Interesse definieren: Warum mache ich dies und das? Was interessiert mich daran?
Was interessiert dich denn daran? Verschiedene Formen von Interesse: Direktes Interesse, das, womit ich mich beschäftige, das, was mir gefällt, vernunftgesteuertes Interesse, ich muss mich damit beschäftigen, weil. Logischerweise Mischungen in verschiedenen Graden.
Denken
You crossed the border from lubricated to morose.
July 5, 2011 · 1:31 am
Frage, wie sich Interesse entwickelt: Kann man sich für etwas interessieren, für das man sich nicht interessiert? Wie findet man heraus, was man wirklich will? Ist das spontane Interesse wirklich das beste Indiz? Es könnte ja auch sein, dass man sich selbst im Weg steht und gar nicht erkennt, wofür man sich wirklich interessiert. Gibt es einen anderen Weg, das eigene Interesse zu prüfen, als die aktuellen Interessen abzuarbeiten? Ideen als Interesse. Man hat eine Idee, weil man sich für etwas interessiert. Interessegesteuerte Ideen. Man tut etwas, weil man sich für das Ergebnis interessiert. Oder einfach nur machen? Denkfehler.
Ja, genau das ist die Frage: Was steuert unser Interesse? Ich finde das uninteresant. Ich habe keine Lust, das zu tun. Ist Lust interessegesteuert? Oder ist Lust gleichbedeutend mit Interesse? Ich habe keine Lust dazu. Ich würde gerne. Ich würde viel lieber.
Können wir uns – bei freier Wahl – gegen unser Interesse entscheiden, oder ordnen wir dann nur ein Interesse einem anderen Interesse unter? Künstlerische Entscheidung: Wodurch gesteuert, wenn nicht durch unser Interesse?
Das würde ich gerne hören.
Das sieht vielversprechend aus.
Natürlich immer durch Erfahrungen beeinflusst, Eindrücke, Informationen, der Punkt, an dem man sich gerade befindet. Aber auch den kann man nur begrenzt beeinflussen, in der Regel werden die Erfahrungen, die man macht, durch die eigenen Interessen beinflusst. Abgesehen von nicht steuerbaren Faktoren, Schicksal, über die wir hier nicht sprechen. Das heißt, man ist immer man selbst, egal was man tut.
July 5, 2011 · 1:30 am
Maurizio/Licht: Vordergrund/Hintergrund auf Instrumente aufteilen: Instrumente Gesamt/Instrumente Vordergrund/Instrumente Hintergrund.
Vordergrund Ton
Hintergrund Geräusch
Hintergrund das schlechte Gewissen des Vordergrunds.
Instrumente auch vereinzelt stehen lassen.
Takte und Schläge als Zeiteinheit.
Schläge auch vereinzeln.
Unter Umständen einzelne Schläge auch auf Takte ausdehnen oder einzelne Schläge einander überlagern.
Schläge durch Pausen vereinzeln.
Extreme Verlangsamung und Detailreichtum zusammenbringen.
Flache Dramaturgie: Nur Piano-Schattierungen?
Dramaturgie nur durch Dichte, Ton/Geräusch-Anteil und Pausen strukturieren?
Zumindest im Geräuschbereich auch kurze Impulse, Knacksen etc. integrieren.
Muss dann als eigene Schicht auch alleine stehen bleiben können.
Boden wegziehen.
Mein Ambient-Stück.
Tim Hecker
Varianten durch Änderung des Bestimmungs-Maßstabs: Takte, Schläge, etc.
Varianten für Pausen.
July 5, 2011 · 1:28 am
SR: Opfer der eigenen Vermittlungswut. Irgendwann gibst du nur noch Sachen von dir, die irgendwie vermittelbar sind. Letztlich zensiertes Denken, Selbstzensur.
Text
Tempo
Dichte
Immer auf Text bezogen.
Ästhetische Konstruktion: Die Funktionsweise ist sichergestellt, es geht im Wesentlichen darum, sie darzustellen.
Ich hatte ein Orchesterprobespiel absolviert, ich glaube auf der Piccoloflöte. Alles lief gut, die Stimmung war gut, alle schienen zufrieden zu sein. Eine Freundin von mir, die Mitglied des Orchesters war, hatte Geburtstag und gab nach dem Probespiel eine kleine Party in einem Biergarten mit Zelt. Alle amüsierten sich und waren fröhlich. Nach einer Weile fragte mich ein Orchestermitglied, wie denn das Probespiel eigentlich ausgegangen sei. Ich antwortete, ich wisse es nicht, ich hätte noch keine Informationen, woraufhin mir jemand anderes, möglicherweise ein Mitglied des Orchestervorstands, sagte, sie hätten mir das Ergebnis in die Brusttasche gesteckt. Und tatsächlich, in der Brusttasche meines Jackets steckte ein Umschlag mit der Mitteilung, dass ich das Probespiel nicht bestanden hätte. Um meine Enttäuschung zu verbergen, ging ich auf Toilette. Als ich zurückkam, hatte meine Freundin die Party aufgelöst und stand wütend zwischen den gedeckten Tischen im Bierzelt.
Roman Opalka: Zahlen = Serien
June 8, 2011 · 2:22 am
Lichtblitz: Dauern Musik festlegen, Dauern Text festlegen, Schnitte festlegen, Material einfügen, Text applizieren.
zoom in/zoom out
Frequenzanalysen grundsätzlich linear/polyphon
Ausschnitt horizontal/vertikal, vergößern/verkleinern, transponieren, unregelmäßig versetzen (Tonhöhe/Dauer), ergänzen: Was könnte hier passiert sein, hätten wir gleich genauer hingeschaut.
Lichtblitz
Licht/Maurizio
Kolik
Zwei/2240: Song Cycle
June 8, 2011 · 2:20 am
In Ausdauersportarten war ich immer gut gewesen. Für den ganz großen Erfolg hatte es dennoch nicht gereicht. Bei der Tour de France kam ich nicht im Hauptfeld, sondern mit den Abgeschlagenen ins Ziel. Eines Tages wurde mir klar, dass die anderen Fahrer lange vor mir aufstanden, und auf die Strecke gingen, wenn ich noch schlief. Ich beschloss, es ihnen gleich zu tun, und fuhr am nächsten Tag vor Morgengrauen los. Ich kam als Erster nach Paris.
Merkwürdig an Reisen, dass in dem Moment, in dem man sich in Bewegung gesetzt hat, plötzlich alles wie von alleine zu gehen scheint. Was vorher wie ein unlösbares Problem ausgesehen hat, ergibt sich plötzlich wie von selbst. Es ist noch nicht einmal mehr als Problem erkennbar. Das muss der Modus sein, in dem sich Berufsreisende immer bewegen. Fast so etwas wie aufgehoben sein, beschützt sein, sich dem Strom der Dinge hingeben.
Let let let it flow.
Häh?
June 8, 2011 · 2:19 am
10:30 Start
10:45 Fahrrad
11:00 Café
11:30 Fahrrad
11:35 Treppe
12:30 Schwarzer Tee, Schreibtisch
13:30 Hinlegen, arbeiten
13:52 Schlafen
14:18 Aufstehen, Schreibtisch
16:20 Treppe
16:25 Fahrrad
16:38 Café
16:58 Kieser Training
17:41 Ende Kieser Training
18:24 Fahrrad
18:36 Treppe
18:40 Schreibtisch
20:05 Hinlegen, ausruhen, schlafen
20:39 Aufstehen, Schreibtisch
22:26 Abendessen, Wein
22:44 Hustenanfall
0:28 Schreibtisch
3:09 Bad
3:32 Bett
7:45 Aufstehen
8:00 Stop
June 8, 2011 · 2:19 am
Im Prinzip ist halt immer Ausnahmezustand. You wanna relax? Just die!
Carsten: Komplexität als grundsätzlich positiver Wert, tatsächlich würde mir nichts anderes einfallen, was ich so absolut setzen würde. Logischerweise kann Komplexität dann nicht einfach nur Viel bedeuten, sondern die Fähigkeit, viel oder wenig, kompliziertes oder einfaches Material mit Bedeutung aufzuladen. Das würde für mich eigentlich für alle Bereiche gelten, einschließlich Essen, Trinken, Kleidung etc. Klar ist auch, dass etwas Einfaches deutlich komplexer als etwas Kompliziertes sein kann, und dass das Einfache vermutlich durch das Absetzen von Kompliziertheit seine Bedeutung, also seine Komplexität erhält. Es dürfte schwierig sein, das Einfache an sich, ohne Gegensatz zum Komplizierten, als komplex zu denken.
Feldman z.B. ist nicht einfach, bzw. nur auf der Oberfläche, technisch aber betont kompliziert. Hier könnte man sagen, dass die Komplexität intern, nämlich im Gegensatz zwischen einfacher Oberfläche und komplizierter Struktur erzeugt wird. Für den letzten Feldman ab 1984 gilt das allerdings nicht: Der ist polemisch, und zwar gegen sich selbst, gegen die unmittelbar vorausgegangenen Arbeiten. Gerade weil diese Arbeiten so perfekt sind, muss er sie zerstören, um überhaupt weiterarbeiten zu können. Der Wendepunkt liegt exakt zwischen Crippled Symmetry und For Philip Guston. Lustig, dass das niemand verstehen will: Nichts ist offensichtlicher. 1984 ist das Jahr der großen Vortragsreisen. Vielleicht hat das zum inneren Abschied geführt. Oder es war einfach der gigantische Erfolg der vorausgegangenen Arbeiten, der ihn zum Rückzug in weniger zugängliches Gelände zwang.
Das alles bedeutet ziemlich klar, dass Komplexität (und irgendwie reden wir hier über Schönheit) historisch ist, und zwar nicht nur in dem banalen Sinn, dass sich Geschmack und Zeitgeist verändern, sondern auch in dem viel wesentlicheren, aber auch offensichtlichen Sinn, dass bestimmte Formen von Komplexität nur im historischen Zusammenhang, im Wissen, wogegegen sie sich gewendet und was sie abgelöst haben, gelesen werden können. Gleichzeitig würde ich vermuten, dass etwas von dieser historischen Spannung im Gegenstand erhalten bleibt, auch dann, wenn der Zusammenhang nicht mehr präsent ist, aber das ist vielleicht Mystizismus. Die besten Arbeiten, wie z.B. eben klassischer Feldman, organisieren ihre komplexe Bedeutung aber intern und bleiben dadurch auch abgelöst vom historischen Zusammenhang lesbar.
Notizen müssen immer sofort zu Ende geführt werden, es macht keinen Sinn, erst Stichworte aufzuschreiben und später den Gedanken ausführen zu wollen. Als ob man einen toten Gedanken wiederbeleben könnte. Nachträglich nur Politur, nicht Ausführung möglich. Insofern herrscht hier ganz klar der Geist der Schnelligkeit: Sofort aufschreiben, schnell niederschreiben, bevor das Interesse verfliegt.
Alles arbeitet weiter.
June 8, 2011 · 2:17 am
Zu Politik: Natürlich macht es Sinn, die Motive von Handlungen zu hinterfragen. Und meine Kritik an Wohltätigkeit, aber auch an Politik im Allgemeinen zielt eigentlich fast immer auf diesen Aspekt. Gleichzeitig muss aber auch die Frage erlaubt sein, ob die Handlung selbst, oder das Motiv das ausschlaggebende Kriterium für ihre Kritik ist. Kann das falsche Motiv eine richtige Handlung im Ergebnis korumpieren? Ich würde sagen: Leider ja. Ausschlaggebend ist das Detail, die Begleitumstände, die Ausführung, und die werden selbstverständlich durch das Motiv beeinflusst. Es ist unvermeidlich, dass die Haltung, mit der man etwas tut, die Handlung beeinflusst.
Klingen lassen. Vorteil von Elektronik: Scheinbar müheloses, energiefreies Anhalten des Klanges, unendliches Klingen, das Verklingen nur als Metapher, als Andeutung, als theoretische Möglichkeit, als künstliches Nachbilden akustischer Verhältnisse.
June 8, 2011 · 2:16 am
Catch My Heart: Totale Verlangsamung, aber, natürlich, die Stimme selbst kann nicht verlangsamt werden, es sei denn man würde sie im Detail transkribieren und dann sich selbst singen lassen, wobei sie dann die verlangsamten Details mit ähnlichen Mikroelementen wie das Original versehen würde – Einschwingvorgänge, Friktionen, Unregelmäßigkeiten, Manierismen.
Das gleiche gilt natürlich auch für Instrumente: Es ist dann halt einfach nur ein ganz normaler langsamer Satz, mehr nicht. Man müsste das instrumentale Spiel selbst, letztlich die Körperfunktionen verlangsamen.
Oper: Nahsicht und Fernsicht, kann nur funktionieren, wenn ein formaler Zugang zu Zeitlupe, Echtzeit und vielleicht auch Zeitraffer gefunden wird, insbesondere, aber nicht nur, in Hinsicht auf den Text. In diesem Sinn die konventionelle Lösung von Rezitativ und Arie leider unübertroffen.
Filed under Form, Methode, Oper, Pop
June 8, 2011 · 2:14 am
Eine freie Fläche vor einer Altstadt, ich fahre in einem altertümlichen Auto, plötzlich wird die Straße abschüssig und eine Bahnschranke, die sich schließt, wird sichtbar. Ich bin zu schnell, um vor der Schranke stehen zu kommen, und fahre unter der sich schließenden Schranke durch. Hinter dem ersten Gleis viele weitere Gleise, wie auf einem Bahnhof. Ich versuche so schnell wie möglich die Gleisflucht zu durchfahren. Auf dem letzten Gleis naht in schnellem Tempo ein Zug oder eine Straßenbahn. Ich beschleunige und schaffe es gerade noch durchzukommen. Mit Vollgas breche ich in die engen Altstadt-Gassen ein.
June 8, 2011 · 2:14 am
Bogenlänge
Bogenort
Bogendruck
Lautstärke
Saite – Lage
Tempo = Schläge / Dauer
Schläge = Tempo * Dauer
Dauer = Schläge / Tempo
Zeit / Beschäftigung = Leben
Filed under Form, Methode
June 8, 2011 · 2:13 am
Wird jetzt nicht mehr in Frage gestellt.
Immer wieder durchgehen.
tasto
Behinderung
hängt
Ablenkung als Erfrischung
Entscheidung/Anwesenheit: Man war da gewesen.
Immer wieder wiederholen: Das letzte Wort, der letzte Satz.
Nachdenken ist Wiederholen.
Prüfen
Ausschließen
Die aggressivere Variante: Warum?
Eile, Druck als Entscheidungshilfe. Stress. Ungeduld.
Entscheidungsbild/Vorlage Statistik: In welchen Situationen habe ich mich wie entschieden?
Das Gefühl, dass es jetzt gut ist.
Panisches Wiederholen
Jetzt ist es aber gut.
Durchziehen
Aufregung
Perfekt
June 8, 2011 · 2:12 am
Einfach irgendwann Schluss machen, wenn es nicht mehr besser, sondern nur noch anders wird. Das heißt, wenn es keinen qualitativen Unterschied mehr macht, ob man weiterarbeitet oder nicht. Das Stück pendelt sich auf einer bestimmten Ebene ein. Im Unterschied zu: Die erste Idee ist immer die beste.
Kriterien, wenn es keine Kriterien gibt: Es geht nicht mehr weiter.
Letztgültiges Kriterium, wenn man immer weiter arbeiten könnte: Abgabetermin.
Die Entscheidung im Moment – aber in welchem Moment?
Entscheidungsfähigkeit definitv eine Frage der körperlichen Befindlichkeit: Wenn Du müde bist, kannst Du keine Entscheidungen fällen. Also darfst Du auch nicht müde sein, wenn Du arbeitest. Es sei denn, Du führst nur aus, oder Du willst ein gewisses Kontrolldefizit provozieren.
Das Komische ist nur, dass Du dann irgendwann auch wirklich den Sack zu machen musst. Du musst dann die Entscheidung, wie Du sie in einem bestimmten Moment getroffen hast, akzeptieren, auch wenn Du aktuell anders entscheiden würdest.
Logischerweise auch die Frage, ob es eigentlich von Stimmungen abhängt, wenn man plötzlich alles gut findet, was man gemacht hat, oder von Erschöpfung. Insofern gehört Selbstbeobachtung definitiv zur Stellenbeschreibung. Und Nichtentscheidbarkeit ist vorprogrammiert.
Zu viele Entscheidungen am Stück und plötzlich akzeptiert man alles. Ziemlich klare Begrenzung der Entscheidungskapazitäten, deutliche Linie, eindeutige Verknüpfung mit aktueller Lebenskraft. Alles andere ist Autopilot – was natürlich auch toll sein kann.
June 8, 2011 · 2:11 am
SPEAR: Situation jedes Mal neu und nicht wiederholbar
Dinge, die man in der Partitur nicht sieht (z.B. Saiten). Klangfarben und Tonhöhen: Vorstellungen von Tonhöhen auf Instrumenten und ihre Variationsmöglichkeiten (Abdunkeln, Aufhellen).
Falsche Verzögerung, Einschnitt in Klang, Divergenz zwischen Instrumenten und Elektronik.
Künstlichkeit von Elektronik nicht verstecken, sondern betonen: Man könnte Liveelektronik im Verhältnis zum instrumentalen Satz programmieren, man könnte aber auch ein geschlossenes System programmieren, das sich öffnet und schließt, unabhängig davon, ob das betreffende Instrument spielt oder nicht. Bzw. die Instrumente müssten dann auf die Elektronik spielen.
Kurze Schlaglichter, wie ausgeschnitten, mit Rand, Knacksen, betont, absolut keine Verblendungen.
Kneipe, französischer Wirt: Träume meist durch Ort definiert. Heißt das, dass Räume viel wichtiger sind als wir denken?
Gigantische Installation von Rainald: Ein Haus in einem Haus in einem Haus. Anmutung von Messehallen. Eine RG Bar. In einem Raum ein Haufen von alten (oder neuen) Musikkassetten mit Schwarzweiß-Cover, darunter eine von Girls Girls. Auf einem der Dächer ein Kurzauftritt von Lambchop: Die Band schreitet als Chorusline nach vorne Richtung Publikum, die Reihe teilt sich, in der Mitte taucht für fünf Sekunden Kurt Wagner auf, grinst wie Aphex Twin, und verschwindet wieder.
Rauschen – Mikrophonabstand – Feedback
Ben Assiter
Rob McAndrews
West Wing
April 12, 2011 · 11:45 pm
Lustig, wie lächerlich es ist, ein Leben nachzufilmen. Der Anspruch ist natürlich, durch eine echte Geschichte Realität auf die Leinwand zu bringen, aber in Wirklichkeit wird der Abstand zur Realität nur vergrößert. Man vergleicht ständig die Figur mit der Realität und fragt sich, ob es wirklich so war. Ob Look-alike oder Not-look-alike, allein die Frage nach der Ähnlichkeit zerstört die filmische Realität. Man fragt sich auch, was die Funktion eines Biopic sein soll: Geschichte zu vermitteln, Vergangenheit gegenwärtig zu machen? Lustigerweise funktioniert das viel besser, wenn man nachliest, was man wissen kann, als wenn man gezwungen ist, sich ständig zu fragen, was Geschichte und was Fiktion ist. Dazu der ziemlich eklige Aspekt des Kostümfilms, das Zurschaustellen der Virtuosität im Nachbilden einer vergangenen Epoche, und da ist ziemlich egal, ob es sich um die 1970er Jahre oder um das 19. Jahrhundert handelt, es bleibt Kindergeburtstag.
Kaum wird‘s wärmer, liegen die Toten auf der Straße.
April 12, 2011 · 11:45 pm
Nate Dogg, I Got Love: Jump Cut als Dia Show, Ausschnitt und Bewegung, nicht doof (und ziemlich druckvoll produziert).
Absolute Stärke von Snoop: Hundertprozentige Schamfreiheit, es geht schon lange nicht mehr um die richtige oder falsche Entscheidung, sondern um die perfekte Vortragsweise. Bitch Please.
Strokes: Magisch, geil falsch-richtig, lange, harte Arbeit um es richtig falsch, also wie immer, aber besser hinzubekommen. Zu wissen, dass man es kann, aber zu verstehen, dass man immer wieder von vorne anfangen muss, und dass es jedes Mal schwieriger wird. Leider ist der Endmix ziemlich misslungen.
Mögliche Methode für Jump Cuts in der Musik: Einfach Ausschnitte aus Kontinuität herausschneiden und leer lassen, um den Sprung zu markieren – sonst wird er als Kontinuität stiftendes Intervall missverstanden.
April 12, 2011 · 11:44 pm
Frage, warum die Linke zu vornehm ist, eklatante Fehler der Rechten auszunutzen. Ist die Linke nicht überzeugt vom ihrer Politik? Es sieht ja fast so aus, als ob die Rechte viel mehr an die Richtigkeit ihrer Politik glaubt als die Linke und deshalb Lügen, absurde Kehrtwendungen und mangelnde Fairness gerne in Kauf nimmt, um ihre Politik durchzusetzen. Vielleicht ist es aber im Gegenteil so, dass die Rechte von vornherein weiß, dass ihre Politik falsch ist und ausschließlich ihr selbst nützt, und aus genau diesem Grund nur mit Unwahrheiten und Tricks durchzusetzen ist. Daher der radikale Verzicht auf jeden Anstand und jede politische Konsequenz, wenn sie nicht unmittelbar nützlich sind. Genau dies könnte dann aber wieder der Grund für die Wahlgewinne der Rechten sein: Der bedingungslose Wille zum Erfolg erweckt den Eindruck, dass man von der eigenen Sache überzeugt ist.
Wahrscheinlich könnte man von Antworten auf Sachfragen nie so überzeugt sein, wie es die Rechte zu sein scheint, in Wirklichkeit glaubt sie ja nur an den eigenen Erfolg. Dies wiederum das Problem der Linken, die vor dieser Folie hoffnungslos zögerlich und in Sachfragen verstrickt wirken muss. Das Geheimnis der Rechten: Es gibt gar keine Sachfragen, nur Machtfragen. Merkel als perfektes Beispiel: Falls es jemals sachliche Anliegen gegeben haben sollte, sind sie längst durch Machtkalkül abgelöst worden.
Leute, die man gut findet, Leute, die man hervorragend findet, und Leute, die man wirklich liebt. Leute, die man respektiert, aber eigentlich nicht gut findet. Mit allen Schattierungen. Liebe hat wahrscheinlich schon etwas mit Ähnlichkeit des Projekts, Vergleichbarkeit mit der eigenen Arbeit zu tun, hervorragend mit Größe, gut mit Qualität und Respekt mit Handwerk.
Unsicherheit: Eigentlich ja toll, wenn man etwas nicht auf Anhieb beurteilen kann. Merkwürdige Denkbewegungen, wenn wir unsere Meinung im Nachhinein ändern müssen.
Alles sehr zerfahren und unkonzentriert. Nervös.
April 12, 2011 · 11:42 pm
Lustig, wie man sich für scheinbare oder tatsächliche kausale Zusammenhänge interessiert und diese stundenlang beobachten kann. Im Traum eine maschinenartige Skulptur von David Rothman in der Nationalgalerie. Allerdings nur, wenn der Zusammenhang nicht sofort zu durchschauen ist. Eine einfache mechanische Vorrichtung reicht da nicht, die genaue Funktion muss durch Komplexität oder Unzugänglichkeit verschleiert sein.
vorausgesetzt
Komplexität
Einfachheit
Tiefsinn
Verständlichkeit
Wohlbefinden
Interessantes Gespräch mit Carsten über Schönheit und Wohlklang: Ich beziehe beides entweder auf vereinzeltes, tendenziell statisches Material (für mich der gewöhnliche, aber falsche Begriff von Schönheit), oder auf eine vollständige, in sich abgeschlossene Arbeit (für mich die einzige Möglichkeit, über Schönheit ernsthaft nachzudenken), er scheint etwas dazwischen zu meinen, das eine eigene Dynamik hat (also sich in der Zeit bewegen kann), aber nicht dem Zwang des Abgeschlossen, Vollständigen unterliegt, sondern ausschließlich dem Zweck des Gefallens. Für mich schwer zu denken, schwer vorstellbar.
April 12, 2011 · 11:41 pm
Aufräumen als Lebensaufgabe (ganz einfach Zimmer aufräumen und so).
Mit zusammengebissenen Zähnen singen.
La condition humaine (Kobayashi): Sehr offensichtliches Spiel mit Spannung-Entspannung, aber trotzdem überzeugend, weil im Detail stimmig, und weil man das Gefühl hat, dass auch die Teile, die die Storyline nicht voranbringen, einen wesentlichen Beitrag zur Aussage des Films, zur vollständigen Beschreibung des Gegenstands darstellen. Insofern eine extrem konventionelle Dramaturgie durch Ernsthaftigkeit überzeugend erfüllt.
Es gelingt ihm deutlich zu machen, dass die leisen Passagen nicht einfach nur ein dramaturgischer Trick sind, sondern dass sie eine echte Funktion im Gesamtwerk haben, dass sie dazugehören, dass etwas fehlen würde, wenn sie nicht da wären. Das Bild wäre unvollständig, wir würden Informationen vermissen, und letztlich wäre die Storyline auch zu geradlinig, um überzeugend zu sein.
Ab einem bestimmten Punkt geht das natürlich weit über formale Überlegungen hinaus. Bestimmte Entscheidungen, insbesondere einen neun Stunden Film ohne auch nur den geringsten Hoffnungsschimmer enden zu lassen, erfordern echten, realen Mut.
Dolgopolov: Ganz schön schnell erwachsen geworden, als Tennisspieler. Kaum zu glauben, dass das geht: Gestern unbeherrschtes Küken, heute erfahrener Gewinner. Als ob er in der Zwischenzeit jahrelang gespielt hätte.
Wortwahl: Komisches hin und her, hier dies, hier das, dann umgekehrt, dann wieder das Gegenteil, dann passt es plötzlich. Merkwürdiges herantasten, vorarbeiten, zufallsbestimmt.
April 12, 2011 · 11:40 pm
Bring your love, baby, I could bring my shame,
Bring the drugs, baby, I could bring my pain.
Ich war nach Paris gefahren, um in der neu eröffneten Nationalgalerie eine Ausstellung zu sehen. Nachdem ich die Ausstellung besucht hatte, wollte ich noch in den Nordflügel der Galerie, um einen anderen Teil des Museums und seiner Sammlung kennenzulernen. Ich musste durch ähnliche Gänge wie zum Ausstellungstrakt und kam dann zu einer großen Toilettentür, die man mit Gewalt aufstoßen musste, weil direkt dahinter eine Wärterin oder ein langhaariger Wärter kauerte, der durch den Stoß gegen die Wand geschoben und dort eingeklemmt wurde. Ich schaute kurz hinter die Tür, lief durch einen Vorraum in den eigentlichen Toilettenraum und hatte sofort das Gefühl, dass ich falsch bin. Ich fragte, ob das hier die Damentoilette sei, bekam aber keine Antwort und verließ den Toilettentrakt wieder. Auf der Suche nach dem Nordflügel musste ich kurze Zeit später durch die gleiche Tür, diesmal landete ich in einer Art Parkhaus mit tiefen Decken und mangelhafter Beleuchtung. Direkt hinter dem Eingang lag eine Jeans, vollgepisst und in Eile ausgezogen, in einem Nebenraum rechts wälzten sich zwei Menschen in Schlafsäcken übereinander, ich dachte an Sex, wunderte mich aber, dass sie in zwei getrennten Schlafsäcken steckten. Ich ging geradeaus weiter und kam in einen breit gestreckten Raum, an dessen hinterer Wand zahllose Menschen in Schlafsäcken lagen und sich manisch kratzten. Alle klebrig verschmutzt, genau wie der Raum selbst. Ich drehte mich um und wollte so schnell wie möglich den Raum verlassen, dabei stolperte ich über die beiden Gestalten im Vorraum, die, wie ich jetzt sah, keineswegs Sex miteinander hatten, sondern beim Kratzen übereinander hergefallen waren.
April 12, 2011 · 11:39 pm
Gallimard: Alles muss gratis sein.
All das kann ich haben! Interessante Problemverschiebung: In dem Moment, in dem tatsächlich alles gratis ist, fällt die Begrenzung des Budgets weg, d.h. man kann viel mehr einsammeln, als man verdauen kann. Extrem schwer für den einzelnen Gegenstand, im Gedächtnis zu bleiben. Das meiste verschwindet auf der Festplatte. Zeit als letzte, nicht hintergehbare Begrenzung.
Könnte allerdings sein, dass man da handelt wie die Kriegsgeneration in Bezug auf Essen: Alles, was da ist, stopft man gierig in sich hinein. Möglich, dass eine Generation, die mit Download/Streaming aufwächst, da eine völlig andere Einstellung hat. Das würde heißen, dass das Sammeln komplett wegfällt. Außer Freunde.
Stimmungen: Großwetterlage, Kleinwetterlage, eine Woche Verzweiflung, eine Woche Optimismus, und über den Tag verteilt ups and downs, vieles natürlich an Realität gekoppelt (falsch gegessen, falsch angezogen, schlecht gearbeitet oder jeweils das Gegenteil), manches vielleicht aber auch nur zufällig, eben wie Wetter, in Bewegung. Oder hat alles einen Grund?
Urge Overkill: Dandyismus als totale Verlassenheit – toll! Mal sehen, wie die Neue ist.
I think I just finished a piece for string quartet.
April 12, 2011 · 11:38 pm
Geschenkpapier: Zufällige Verteilung eines festgelegten Musters, in der Regel falscher Maßstab und genau deswegen interessant. Nicht die Passgenauigkeit, sondern das Falsche, das sich Sperrende macht Zuordnungen bemerkenswert.
Falsche, nicht passende Maßstäbe übereinanderlegen, Ergebnis zufällig, aber festgelegt, und natürlich einem Gesetz folgend.
Am tollsten sind absurde Gedanken, die ernst gemeint sind.
April 12, 2011 · 11:38 pm
Falsche Transkription – richtiges Ergebnis.
Etwas TATSÄCHLICH nur zum Spaß machen. Kann man logischerweise nicht entscheiden, denn man kann nicht entscheiden, wann man Spaß hat, und wann nicht, und vor allem, ob man es aus Spaß macht oder nicht.
Kann man über seine Motive entscheiden? Oder stehen Motive fest, ergeben sie sich aus der Geschichte eines Lebens? Kann man das Motiv, warum man etwas tut, ändern? Abgesehen von äußeren Einflüssen wie neuen Informationen, neuen Argumenten, etc. Natürlich kann man selbst darüber nachdenken, und dabei seinen Standpunkt verändern – wenn die Handlung dennoch gleich bleibt, könnte sich das Motiv mit dem Standpunkt verändert haben, und wenn es nur wäre, dass man an seiner Entscheidung festhalten will, obwohl man eigentlich nicht mehr dazu steht. Das wäre allerdings kein willentlicher, direkter Einfluss auf das Motiv, sondern eine Veränderung des Zusammenhanges, in dem das Motiv angesiedelt ist, woraus sich dann erst die Veränderung des Motivs ergibt – also eine indirekte, nicht direkt beherrschbare Änderung.
Übrigens tatsächlich ein ECHTES künstlerisches Problem.
Z.B. Hérault de Séchelles: Könnte ein Lieblingsbuch werden, obwohl fast alles, was darin steht, faktisch Unsinn ist (nur so als Beispiel).
obwohl faktisch alles Unsinn ist
Neue Burial klingt leider wie jemand, der wie Burial klingen will. Trotzdem: Begnadeter Erzähler.
B.M.: I love your style. You look so normal.
April 12, 2011 · 11:35 pm
absolute Bequemlichkeit als künstlerische Tugend
Licht a capella: Jetzt kann es nur noch um Inszenierung gehen.
akkumulieren
etwas vollständig, aber auch im Detail sehen, anhalten, aber auch laufen lassen, auseinander nehmen, aber auch zusammensetzen
horizontaler Schnitt: logischerweise nicht immer die gleichen Kombinationen
aufbohren – in die Struktur eindringen
like you wanna cry: Kulturlandschaften, Konrad Witz
Fesseln
April 12, 2011 · 11:34 pm
Licht a capella A: Straight, nur Tempi und Pausen ändern
Licht a capella B: Varianten, Wiederholungen, Erweiterungen, kompakten Satz aufbrechen
Twombly: geronnene Farbe als Hinweis auf die Platzierung des Bildes.
Ricky Mccormick: Unverständliche Buchstabenfolge lässt Einzeichnungen wie abstrakte Linien erscheinen, gerade dann, wenn man die Zeichen selbst eigentlich kennt. Man weiß, dass wahrscheinlich irgendetwas gemeint ist, aber man versteht es nicht, auch nicht als Eindruck, es sieht nicht so aus, als ob es so wäre, es sieht aus, wie eine abstrakte Zeichnung. Gedankenbewegung.
als ob jemand anderes singen würde (TVOTR)
Form: Zeilen/Abschnitte
alles als Skizze betrachten
20 kinds of lies (damages)
March 12, 2011 · 1:48 am
Ich lebe auf einem amerikanischen College-Campus, mein Zimmer im Dormitorium ist direkt unter dem Dach, sehr niedrig, zeltförmig, ohne senkrechte Wände, wie ein Verschlag. Drei kleine Räume in einer Reihe hintereinander, nur durch Wandstutzen, nicht durch Türen voneinander getrennt. Es gibt eine Dusche direkt neben meinem Zimmer, ich gehe aber lieber in das Badehaus auf dem Campus. Neben dem Badehaus liegt ein Spielplatz mit Klettergerüst, ich versuche ohne Zuhilfenahme der Beine hochzuklettern, um meine Arme, vor allem aber meine Hände zu trainieren. Dann gehe ich in das Badehaus, merkwürdigerweise gibt es nur eine einzige Badewanne mit Duschvorhang, sonst keine Wascheinrichtungen. Die Wanne ist besetzt. Als ich wieder nachschaue, steigt mein Vorgänger gerade aus der Wanne. Er hat eine blaue Pumuckel-Frisur. Ich denke zuerst, er hätte eine Badekappe auf, weil die blauen Haare wie ein Plastikfell aussehen. Dann wird mir klar, dass es sich in Wirklichkeit um eine Wäscherin in blauem Reinigungskraft-Kittel handelt, die sich um nasse und bereits getrocknete, wahrscheinlich frisch gewaschene Handtücher kümmert. Ich drehe mich um und verstehe, dass ich in die Waschküche des Campus geraten bin. Hinter mir befinden sich metallene Arbeitsrampen, an denen vier oder fünf Wäscherinnen mit über ihre Haare gezogenen Plastikhauben stehen. Sie tragen die gleichen blauen Kittel wie die Frau mit den Handtüchern.
March 12, 2011 · 1:47 am
wieviel wovon?
stattdessen Räume definieren? wäre die sauberere Methode, würde aber bspw. Kontraste nur durch Zufall und nicht geplant entstehen lassen
auf der anderen Seite: klare und genaue Graduierung möglich
1-, 2-, 3-Schlag Takte etc. +/-
halbe Schläge können auf- oder abgerechnet werden
Notstand als Konzentrationszwang
Beethoven: Anschlüsse. How to get from here to there?
Just beam me up, Spock!
Greise aus der Schweiz
Yeah, nice.
Die Zeitmaschine ist die Struktur: Alles andere wird hineingefüllt.
Das Stück definiert sich selbst, je mehr je weiter es fortschreitet (rein technisch-faktisch). Mit jeder Veränderung wird mindestens ein Parameter festgelegt. Mit jeder Veränderung einen Parameter definieren.
Angstbestimmte, angstgesteuerte Programmpolitik: Wer nichts falsch machen will, macht alles falsch. Wenn es doch mal einen wirklich tollen Missgriff gäbe. Leider sind auch die Fehler völlig mut- und einfallslos.
In case you didn‘t realize: JEDES musikalische Fragment definiert ALLE musikalischen Parameter, auch die, an die Du noch gar nicht gedacht hast.
Plötzlich haben die Sachen wieder eine Dringlichkeit bekommen. Scheint wieder loszugehen. Ist doch super!
die meisten Menschen verschwinden
der Sinn
ferngesteuert, right?
ächz!
nur ich kenne sie
world on drugs
March 12, 2011 · 1:45 am
Schnelligkeit durch Isolation: Viele vereinzelte, isolierte Striche.
Dichter Wechsel von Maßstäben im Grid: Gefühl von Geschwindigkeit.
Im Prinzip wirklich so etwas wie musikalischer Rhythmus, mit dem das Auge über die Bildfläche streift.
Satz 1: leisest möglich, Satz 2: lautest möglich, abhängig von Klangtyp und Aktion.
Interesse für Ozean logischerweise kein Zufall: Schnelligkeit und Komplexität.
Baum
Ozean
Kirche
all same
Von der Zeichnung zur Farbe, und dann beides zusammen.
Dicke der Linie, Farbe der Linie.
Reines Gitter: Schnelligkeit der Kombination.
2 bit painting, aber halt viel besser.
Weiß als Leere, Nicht-Material.
Grau.
Was ist dann schwarz als Fläche? Ein Loch in der Leere?
Schattierungen von Leere.
Extreme Asymmetrie, bis ins Detail getrieben. Fast nur als bedeutungsgetrieben vorstellbar.
Beschneiden aller Farbflächen als Betonung des Ausschnitthaften aus dem großen Ganzen. Vielleicht auch das Abbrechen einzelner Linien so gemeint.
Weißer, ausladender Rahmen als Überleitung in den realen Raum?
Winziger Ausschnitt aus: Alles. Zufällig auch Farbe dabei.
Schwarz auf schwarz.
Double Lines: Bring the beat back one more time. Hier dann Farbe auch als eingeschlossene, abgeschlossene Fläche. Genug Dynamik in den Linien. Weiß wird zur Fläche mit eigenständiger Bedeutung. Extremform von Rhythmus. Plötzlich schaut man durch das Gitter hindurch und das Weiß beginnt zu strahlen.
Farbe als Streifen. Quadrat als Farbe.
Eugène Leroy
Filed under Kunst, Malerei
March 12, 2011 · 1:45 am
Tableau Nr 4/Composition Nr VIII (1913): Chaos der Natur
Composition Nr VI/Composition 9 (1914): Chaos der Stadt
Jeteé et ocean 4 (1914): Ordnung der See
Rhythmus und Variation: Reines Raster.
Linie bricht ab, Farbfläche bleibt begrenzt, Linie auf grau, Linie auf Farbe.
Hintergrund?
Auch innerhalb eines Bildes, an einer Fläche beides möglich.
Schwarz auf dunkelblau.
Hellblau, grau, weiß.
Vertikalen auf Raute: Gerader Abschluss.
Farbstreifen am Rand, halbe Linien am Rand.
Versetzte Linien: Sieht aus wie, ist aber nicht.
Weiße Kunstblumen.
Doppelte Linie wird zur Fläche.
Viermal das gleiche Bild (1929-1932). Dreimal das gleiche Bild (1929-1930).
Alles weiß gestrichen.
Double ligne: Neue Komplexität. Auch optisch: Strahlend.
Composition Nr 12, 1936-1942, Ottawa: Perspektivische Verzerrung, Elastik, Gitter, Aggressivität.
Die vielen weißen Punkte auf den Kreuzungen.
Jetzt Linien immer bis zum Rand geführt.
Auch schön: Alles sofort wieder vergessen.
Einfachheit und Komplexität: What the hell is it?
Filed under Kunst, Malerei
February 18, 2011 · 1:59 am
Fehlt die Dynamik als Dramaturgie? Das könnte ein offensichtliches Problem sein. Dass man sich an einen Punkt hin entwickelt hat, wo bestimmte Dinge einfach nicht mehr gehen. Kein Interesse mehr produzieren. Zurück zu: Hilfe!
alles gleich lang
alles gleich groß
alles gleich weit auseinander
und dann eben doch nicht
Reihung, fucking Reihung: böse
verschiedene Proportionen übereinanderlegen
ohne Abstand – mit Abstand
6:7:8:9, etc.: Wenn das Grundmass nicht gegeben ist, sind selbst einfache Zahlenverhältnisse nur schwer zu durchschauen, auch wenn die realen Maße bekannt sind.
die Dicke der Trennwände berücksichtigen
das gesamte Stück als 21:20 Proportion verstehen
alles zweigeteilt
Das Problem ist, dass nicht einfach nur die Menge der Veränderungen bestimmt werden kann, sondern dass die Veränderungen nur da sinnvoll sind, wo sie isoliert und nachvollziehbar eingesetzt werden können. Zumindest ist das bisher die Idee. Und wie programmiert man sowas?
Irrationale Verhältnisse sind letztlich nichts anderes als lineare Skalen.
Paare mit negativen und positiven Hälften falsch zusammensetzen: Verkürzung und Verlängerung eigentlich identischer Dauern. NICHT negative und positive Hälften vertauschen!
Immer alles wiederholen. Alles halbieren.
February 18, 2011 · 1:57 am
Abschnitte: Vielleicht ist die Idee von klar abgegrenzten Abschnitten für dieses Stück falsch. Die einzelnen Parameter könnten beispielsweise jeweils in ihrem eigenen Zeitgefüge Abschnitte bilden, deren Grenzen deckungsgleich sein können, aber nicht deckungsgleich sein müssen. Durch das Abarbeiten von klar abgegrenzten Charakteristika ist die Form des Stückes im Moment zu durchschaubar: Es entwickelt sich keine eigengesetzliche Dynamik.
Hatten wir das schon: Jeder Parameter mit seiner eigenen Dramaturgie? Zeitgerüst, Tempogerüst als Grundlage? Immer wieder die Frage: Welches sind die entscheidenden Veränderungen? Umkippen, Umfallen, Peripetie.
Parameter als eigene Handlungsstränge? Das wäre natürlich das absolute Gegenteil von einem Zusammenschließen von Spieltechnik und Dynamik, wie das eigentlich als Hauptaussage des Stückes geplant war.
Wie schon gesagt, kann es feste Veränderungen geben, also ein Umspringen von einem Zustand in einen anderen Zustand, vorher war es so, jetzt ist es so, oder kurze, temporäre Veränderungen, die wie einzelne kürzere oder längere Akzente im Zeitverlauf wirken und zum Beispiel auch als Vorbereitung für einen Umschlag eingesetzt werden könnten.
Ergebnisoffen. Glaube nicht, dass Du schon alles weißt.
February 18, 2011 · 1:56 am
Der Mann, der zu viel wollte.
Verständlichkeit: Ganz interessant, wenn man etwas sagt, aber ganz offensichtlich nicht verstanden wird. Der Gesprächspartener geht davon aus, dass er verstanden hat, führt das Gespräch aber in einer Weise weiter, aus der hervorgeht, dass er im besten Fall genau das Gegenteil von dem verstanden hat, was man eigentlich sagen wollte, vielleicht aber auch einfach etwas ganz anderes. Man macht ein, zwei Versuche der Richtigstellung, merkt aber schnell, dass es keinerlei Aufnahmebereitschaft für das gibt, was man eigentlich sagen will. In einer Art unbewussten Absichtlichkeit kann der Gesprächspartner gar nicht verstehen, was wir sagen wollen, weil dies sein Weltbild (zumindest in Bezug auf den Ausschnitt, über den wir sprechen) zerstören würde. Offensichtliche Frage: Wie oft missverstehen wir selbst absichtlich, ohne uns dessen bewusst zu sein? Wie abgeschottet, wie unbeweglich ist unser Weltbild? Nächste Frage: Wie offen kann ein Weltbild sein, wenn es praktikabel bleiben soll?
Ich meine hier nicht einfach kleine Missverständnisse, sondern Situationen, wo man etwas sagt, das man für selbstverständlich hält, das vielleicht zwei, dreimal wiederholt und erklärt, und dann merkt: Oh, lieber nicht anfassen, lieber in Ruhe lassen, sonst bricht hier etwas auseinander, was Du später vielleicht nicht mehr zusammenbekommst. Hier verteidigt jemand sein Leben. Welches Recht hast Du, hier nachzubohren? Allerdings: Welches Recht hast Du, hier zu schweigen? Vgl. Taktgefühl: Wer hat Dir denn eigentlich erlaubt, taktvoll zu sein?
Und dann wurde er BÖSE.
February 18, 2011 · 1:55 am
Lustig, dass man überhaupt nicht weiterkommt, egal, wieviel man vor sich hin denkt.
Umschlagpunkte durch eigene Zeit-Permutationen je Parameter festlegen, Mikrodramaturgie durch Mikrovarianten steuern. Das heißt dann aber auch, dass es viel mehr einschneidende Veränderungen gibt, als bisher geplant, und dass die klare Abschnittsbildung verschwimmt. Mögliche Abweichungsgrade festlegen oder zumindest einplanen. Zweiteiligkeit beibehalten.
Umschlagpunkte auch auslassen!
You don‘t know what comes next and that‘s the whole point: It‘s unplannable and unforeseeable.
Tempogerüst mit Schlagzahl bleibt fest, konkurrierende Parameter greifen in Tempogerüst ein und können auch einzelne Schläge zerschneiden.
Tatsächlich viel interessanter, wenn z.B. Tempo und Metrum nicht synchron laufen, also voneinander entkoppelt werden. Polyphonie der Parameter als Komplexitätszuwachs: Antisynchrone Umschläge interessanterweise schwer zu denken. Allein das schon Argument für Entkoppelung. Schweben. Statik. Konstruktion.
Crescendo/Diminuendo/Accelerando/Ritardando: runde Kanten?
Würdest DU … ? – Nee, garantiert nich.
(Martin Luther)
mittendrin umschlagen, einfach so: eigentlich eine gute Idee
Die Satzgrenze ist definiert als der einzige Ort, an dem alle Parameter zusammenlaufen.
Das Intro wird in das Stück hineingesogen.
It‘s fuckin‘ Steinzeit (ND).
Immer besser werden und dann wieder von vorne anfangen.
So what do YOU want? What do you really WANT and what are you gonna do for it? And why do you complain?
February 18, 2011 · 1:52 am
Meistens bekommt man Dinge, die man sich wünscht, erst dann, wenn sie einem egal geworden sind. Oder dann, wenn man aktiv daran gearbeitet hat, sie zu bekommen – was auf das Gleiche hinausläuft: Wenn man sich etwas verdient hat, kann man sich eigentlich nicht mehr darüber freuen. Wieso sollte man? Das könnte auch der Grud dafür sein, dass man Dinge, die man sich wirklich wünscht, oft nicht bekommt: Weil man es ablehnt, dafür zu arbeiten, um die Freude, sie zu bekommen, nicht zu zerstören. Auf der anderen Seite: Warum sollte man sich über etwas freuen wollen? Wenn die Freude so leicht zerstörbar ist, warum sollte man für sie den Gegenstand des Wunsches opfern?
Können Sie diese Überlegungen nachvollziehen? – Nö, wieso?
Eine formale Struktur ist dann gelungen, wenn sie als Erfindungsmaschine funktioniert.
Angstgetriebene Manie, zu allem dazuzusagen, wie man es verstehen soll: Dass man es bloß nicht in den falschen Hals bekommt.
Der Tod ist peinlich, oder die Angst vor ihm?
Sich entscheiden, mit allen Konsequenzen.
Form: Parameter ENTDECKEN.
Habe ich damit wirklich etwas zu tun? Vielleicht ja, vielleicht nein, vielleicht ist es einfach nur völlig egal. Bei etwas mitmachen, weil es keine Alternative gibt, nicht aus innerer Überzeugung. Das politische Leben existiert nicht.
Eine Welt ohne Idioten wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht vorstellbar (Lenin).
alles so falsch
alles
so
falsch
überwintern
Wenn Ironie offen lassen bedeutet, müsste doch eigentlich das Einziehen ein zweiten Ebene, die die erste kommentiert, das Gegenteil von Ironie bedeuten. Das ist aber nicht der Fall: Die zweite Ebene ist eher so etwas wie das Aussprechen der ironischen Intention.
sich treu bleiben wird überbewertet
Schlinge
February 18, 2011 · 1:50 am
Anger
Das muss ich mir unbedingt merken!
Ich auch!
Ich auch!
Psychologie: Interessant, dass man nicht einfach irgendein Gerüst konstruieren kann, es muss sich zumindest solange man daran arbeitet, sinnvoll ANFÜHLEN.
Stefanie Lobenstein Bensheim
Misserfolg als Korrektiv
Takte als Einheit für Mikrovariation, Module als Einheit für Makrovariation? Passgenau oder überlappend zusammenführen? Wahrscheinlich wesentlich, Zeitstrukturen auseinander zu halten.
Dinge, die sich schnell ändern: Mikrovariation
Dinge, die sich langsam ändern: Makrovariation
Anschauen und Wissen
glauben zu wissen
Formale Disposition und Binnenstruktur: D.h. der gleiche Parameter kann natürlich sowohl im Makrobereich als formbildende Kraft, als auch im Mikrobereich als Mittel zur Generierung von Mikrovarianten eingesetzt werden.
Parameter X verhält sich im Makrobereich so und so, und innerhalb dieses Bereiches im Mikrobereich so und so. Der Makrobereich gibt die Grenzen des Mikrobereichs vor.
ALLE Parameter sowohl im Makro-, als auch im Mikrobereich???
Den Mikrobereich GEGEN den Makrobereich setzen.
Im Großen und im Kleinen
February 18, 2011 · 1:48 am
Alte Frage, altes Thema: Woher kommt die Spießigkeit von sinngeführten Texten und wie kann man sie überwinden? Die Argumentation, die Ausarbeitung bringt auch im besten Fall eine Spießigkeit mit sich, die abstoßend ist. Liegt das daran, dass wir so eigentlich nicht denken? Dass wir uns also per Text klüger machen, als wir sind? Oder daran, dass die Vergeblichkeit des Unternehmens so offensichtlich ist: Der Sinn bleibt im Text versteckt und kann daraus auch nicht wieder hervorgeholt werden. Eine mündliche Wiedergabe der Argumentation wäre nur eine Kopie des Textes und offensichtlich nicht dem Medium Sprechen angemessen. Vor allem wäre es auch nur eine Erinnerung der Argumentation, keine echte Argumentation. Darüber hinaus kennt der Text keinen Widerpart, niemanden, der ihm widerspricht, er ist automatisch die letzte Instanz. Auch und gerade, wenn er sich mit bereits Veröffentlichtem beschäftigt, auseinandersetzt, und es bestätigt oder widerlegt.
Das ist nicht das letzte Wort.
Weiteres Problem, Anschluss: Auch wenn die schriftliche Argumentation eine eigene Dynamik entwickeln kann, also nicht im Voraus feststehen muss, zu welchem Ergebnis sie führt, ist die Zielgerichtetheit der Textart an sich ein Problem. Ausgearbeiteter Text. Aufgabe. Erfüllung. Ein Streichquartett muss wie ein Streichquartett klingen. Aufgabe Streichquartett. Weiterdenken.
Und gleichzeitig: Ohne die Dynamik des Textes könnten viele Ideen unmöglich gedacht werden, übrigens letztlich auch im nicht-schriftlichen Denken. Das Festhalten an etwas, das über den Eindruck hinausgeht. Letztlich kann Form auch die Aufgabe haben, die Bedächtigkeit der Ausarbeitung durch falsche, sinnwidrige Entscheidungen zu zerstören. Weiterdenken.
Verschwendung
wenig, aber viel
blutig
February 18, 2011 · 1:46 am
Unvollkommenheit
Knacken bei jedem Sample
Rauschen
Rauschen
Rauschen
Eine der wichtigsten Aufgaben des Künstlers bei der Arbeit: Den Sinn zu töten, den Zweck zu killen.
Über den Sinn hinaus gehen: Das könnte auch heißen, den Sinn mit einzubegreifen, ihn mitzunehmen und so zu überwinden. Besser als der böse Sinn. Viel besser.
Somebody Else by Somebody Else
Oper als Sampler
Oper als Schrotthaufen
alle Samples falsch/hart anschneiden: immer eine Millisekunde zu spät
feel the weight
Oper: Vor Einsatz der Instrumente Raum sampeln und langsam hörbar machen, sowohl Raumakustik, als auch Publikumsgeräusche möglich.
Klavierkonzert: Zweites Keyboard als Sample-Timer einsetzen. Pedal zur Bestimmung der Instrumente, die gesampelt werden sollen, Tasten zur Bestimmung der Verarbeitung?
Samples müssen arbiträr, ungesteuert wirken, ob durch nicht zu vermeidende Abweichungen zwischen Keyboard und restlichen Instrumenten, oder durch mechanische Programmierung.
Samples immer mit Fehlern: Störgeräusche, Raumklang, zu früh oder zu spät – oder gar nicht.
Licht a capella
alles viel zu viel: durchsichtig halten
Man dachte, jetzt geht es endlich richtig los, dabei war das in Wirklichkeit schon das Ende gewesen.
Click here to lead a better life.
Und schon wieder vorbei.
happy endings
January 18, 2011 · 12:09 pm
Fine images, but not too fine. Almost not at all. Quite perfect.
Geniales Script. Allein das Schlussbild: Korsen, Italiener und Muslime warten auf den Propheten am Tag seiner Haftentlassung und wollen ihn jeweils für ihre Partei reklamieren. Er beachtet sie nicht und läuft, als ob nichts wäre, auf die Frau seines toten Freundes, die ihn ebenfalls abholen gekommen ist, zu, begrüßt sie, und geht mit ihr und ihrem kleinen Sohn zu Fuß los. Hinter ihnen sieht man, wie sich die großen Karossen der Clans in Bewegung setzen und ihnen im Schritttempo folgen. Ein Bild, das die Verbindung von absoluter Unschuld und totalem Machtanspruch in einer Person genial begreiflich macht, ohne auch nur im Entferntesten literarisch zu sein, also Informationen vorauszusetzen, die im Bild selbst nicht enthalten sind. Tatsächlich ist das Bild extrem unauffällig gehalten und schöpft seine Kraft allein aus dem Gegensatz zwischen der familienartigen Gruppe von Fußgängern im Vordergrund und den Luxuskarossen im Hintergrund, die dem Propheten mit ihrem Schritttempo ihre Ergebenheit bezeugen. Selbstverständlich dreht sich der Prophet noch nicht einmal um, um zu schauen, was hinter ihm vorgeht.
Komisch, dass es in manchen Situationen von Grund auf falsch ist, zu viel zu verraten, zu offen zu sein, und dass man sofort merkt, dass man einen Fehler gemacht hat, wenn man es tut. Es ist aber nicht immer im Voraus klar, wo die Schwelle liegt, die man nicht übertreten darf. Vielleicht geht es auch tatsächlich darum, das auszutesten, manchmal auf der richtigen und manchmal auf der falschen Seite zu landen. Warum nicht ein bisschen schämen?
Wenn man sich schämt, schämt man sich für das, was man getan hat, was man ist, oder für die Situation, in die man geraten ist, in die man sich begeben hat? Nicht immer auseinanderzuhalten, klar zu trennen.
Es ist gar nicht so, dass man unbedingt etwas oder jemanden verletzt, sondern eher, dass etwas nicht passt, und zwar gar nicht passt.
Feingefühl: Ein bisschen eben auch wie ein gutes Stück, in dem man die richtigen – und die richtig falschen – Entscheidungen getroffen hat. Spüren, ob etwas geht oder nicht geht. Ob etwas interessant oder nicht interessant ist.
Takt: Schläge zusammenfassen und Teilschläge einfügen.
Schläge variieren heißt ja eigentlich, dass sie einzeln gezählt werden müssen, isoliert bleiben müssen. Schläge zusammenfassen heißt, solange man nicht an starke und schwache Zeiten glaubt, dass der Schlag in die Dauer übergeht. Es sei denn, wir sprechen nur über Praktikabilität. Think of Beethoven.
Takt, im Gegensatz zu Schlag, könnte dann den Abstand zwischen Schlägen bestimmen, also Leerschläge beinhalten – einzeln aufgefasste Leerschläge machen wahrscheinlich keinen Sinn – oder die Dauer von Ereignissen oder Gruppen von Ereignissen bemessen. Ein traditionelles Verständnis von Takt als Zusammenfassung von starken und schwachen Schlägen nach vorgegebenem Muster, also Restitution von tonalen Taktmustern, macht keinen Sinn und müsste, wenn überhaupt, Thema sein, und nicht Vorbedingung.
I enjoy the area of view.
January 18, 2011 · 12:07 pm
Aktion:
P Pizzicato
B Battuto
T Tratto
Klangtyp:
S Stoppschlag
A Ausklingen
H Halten
1/6 = Schnitte
5/16 = Verzögerung
ist eben etwas anderes
Textur
gefühllos
Habe ich ein Problem mit dem direkten Ausdruck? Weiß ich zu genau, was ich wo haben will? Ist das Element der Entdeckung zu sehr eingeschränkt? Was würde passieren, wenn ich total offen lassen würde, wohin das Stück gehen soll?
Dafür bräuchte man allerdings eine Erfindungsmaschine, eine Konstruktion, die das Stück zusammenhält und das Material generiert.
Streichquartett: 1, 2, 3, 4
Strenge lockern, nicht mit Strenge anfangen, im Voraus festlegen, sondern erarbeiten. Nicht-Strenge wegarbeiten. Widerstand, nicht Arrangement.
Kunst soll unverständlich sein
pas la peine
January 18, 2011 · 12:03 pm
Abschnitt lang mittel kurz
Tempo schnell mittel langsam
Metrum lang mittel kurz
schneller werden
langsamer werden
kürzer
länger
40‘ = 2 x 20‘ = 2 x 10 Abschnitte
Palermo
Judd
Greece
gleich – ähnlich – verschieden
IDENTITÄT – WIEDERHOLUNG
ÄHNLICHKEIT – FORTSPINNUNG/VARIATION
KONTRAST – ENTWICKLUNG – KONFLIKT
UNÄHNLICHKEIT – REIHUNG/VARIATION – NEBENEINANDER
VERSCHIEDENHEIT – REIHUNG – ZERFALL
accept
Schmerz
Paneele
January 18, 2011 · 12:01 pm
Maurizio/Licht: Ambient/Drone
absolute Regelmäßigkeit
Verzögerungen/Haken
Dynamik
Monumentalität/Wirkung
Again: Palermo/NYC
unterschiedliche Formate INNERHALB regelmäßiger Abstände
alles immer genau gleich lang
hohe Aktivität – niedrige Dynamik – verschwommene Konturen
Kolik wie Zwei/2400: schnell/leise vs. langsam/laut?
langsam Schreien: Anti-Naturalismus
Merkwürdige Entscheidungsfindung, wenn sich etwas falsch ANFÜHLT: Du versucht mit allen Mitteln an einer bestimmten Entscheidung festzuhalten, auch wenn du vielleicht von Anfang an nicht völlig davon überzeugt warst, vielleicht hast du dir einzureden versucht, dass es so gehen müsste, dass es gar nicht so wichtig ist, ob du es so oder anders machst, hast wochen- oder monatelang darum herumgearbeitet, und plötzlich merkst du: Es geht wirklich gar nicht. Es fühlt sich einfach falsch an. Es stimmt nicht.
Frage wäre, ob Entscheidungen jemals auf andere Art getroffen werden, ob nicht nach Aufzählung aller Vernunftsgründe am Ende gewählt wird, was sich besser anfühlt.
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January 18, 2011 · 11:58 am
zu lang
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
normal
viel zu kurz
3‘20“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“
2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 0‘05“
oder eben
2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“
2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“ – 2‘00“
eigentlich am schönsten
Judd/Kasten: Funktioniert eigentlich wie Filmschnitt, die Kästen geben den Rahmen, innerhalb dessen sich das Geschehen sich ereignet, das Auge analysiert und bestimmt im Unterschied zum Film selbst Reihenfolge und Geschwindigkeit, wobei eine Grundreihenfolge durch die Anordnung der Kästen nahegelegt wird und die Komplexität des Inhalts die Geschwindigkeit des Wechsels von Kasten zu Kasten reguliert. Interessant ist aber der übergangslose Sprung von Kasten zu Kasten, der Weg zwischen den Kästen wird vom Gehirn quasi ausgeblendet, es sei denn, der Abstand wird fokussiert.
January 18, 2011 · 11:50 am
Immer wieder der gleiche Gegenstand oder gar kein Gegenstand: Sind die Eigenschaften der Gegenstand, verdecken sie den Gegenstand, oder verdecken sie die Tatsache, dass es gar keinen Gegenstand gibt? Oder besteht die Dynamik der Form darin, den Gegenstand gegen die Eigenschaften und die Eigenschaften gegen den Gegenstand durchzusetzen? Woher kommt der Gegenstand und woher kommen die Eigenschaften? Sind die Eigenschaften die Form und der Gegenstand die Erfindung?
Schon wieder ein Traum:
Ich stampfe an Sylvester wütend durch München, irgendwo im Niemandsland zwischen Maximilianstraße und Museumsviertel. Könnte auch eine monumentale Variante des Pariser Platzes in Berlin sein. Kommt Friedrich Goldmann aus einer Kneipe und humpelt mir am Stock hinterher. Er hat Schwierigkeiten mit den hohen Trottoirs.
Ich: Und, wie isset?
Er: Ist doch klar: Egal.
Und fängt an zu rezitieren:
Der Sohn des Pferdes scheißt auf uns hernieder,
Bevor die Scheiße anfängt anzutrocknen scheißt er neue,
So kommt‘s, dass wir stets –
Ich: Und warum erzählste mir das?
Er: Na ja, die anderen hören nicht zu.
Dank an: Moguillansky/Frampton
Alle Ordnung ist wahnhaft.
Jahre der Schrift
Protest gegen den Protest
December 31, 2010 · 4:15 pm
Was wir in diesem Jahr gehört haben:
Sog: Abweichung
Hot Chip: One Life Stand
Caribou: Swim
Marcel Dettmann: Dettmann
Efdemin: Chicago
Roc Marciano: Marcberg
Ariel Pink‘s Haunted Graffiti: Before Today
James Blake: CMYK EP
Broken Bells: dito
John Grant: Queen Of Denmark
Forest Swords: Dagger Paths
Toro Y Moi: Causers Of This
Lightspeed Champion: Life Is Sweet! Nice To Meet You
Ramadanman: Ramadanman EP
Lindström & Christabelle: Real Life Is No Cool
Crystal Castles: dito
M.I.A.: Maya
Dom: Sun Bronzed Greek Gods
Lone: Emerald Fantasy Tracks
Sleigh Bells: Treats
Mount Kimbie: Crooks And Lovers
Shackleton: Fabric 55
Mathew Herbert: ReComposed
Oval: O
Jenny Wilson: Hardships
Von einer Aufführung meiner Oper geträumt. Ich hatte zwar eine rudimentäre Partitur abgegeben, war aber ansonsten an der Produktion nicht beteiligt. Die Aufführung war grauenhaft, die Darstellung engagiert, aber schmierenhaft, und die Musik kaum vorhanden. Das wenige, was ich hörte, erkannte ich nicht wieder. Ich erinnere mich an ein Kontrabass-Solo auf der Bühne und viele billige Keyboardsounds als Begleitung zu einem langen, völlig inkompetent ausgeführten Monolog eines Betrunkenen. Für die zweite Hälfte wurde der Publikumsraum unter Wasser gesetzt, die Zuschauer saßen um die Wasserfläche herum, auf der die Darsteller in einer Art Boot, an das ich mich allerdings nicht genau erinnern kann, trieben. Vielleicht war ich auch in der Pause gegangen. Die Aufführung war ein Erfolg. Das Publikum hatte offensichtlich ein gewisses Interesse an dem Stück entwickeln können, was schon während der Aufführung zu spüren gewesen war.
Make sense of senselessness: That‘s the whole point, isn‘t it?
Or better, don‘t.
Filed under Listen, Oper, Pop
December 31, 2010 · 4:08 pm
Unsinn muss immer möglich sein. Sinnlosigkeit muss immer greifbar bleiben.
Was ist eigentlich mit absoluter Regelmäßigkeit? Was spricht dagegen? Könnte ja, z.B., auf verschiedene Parameter angewendet werden. Takte, Tempi, Phrasierungen, Taktanzahl, Dauer, etc.
1/3 oder 2/3 aus 3:5 notationstechnisch nicht möglich; nur durch Tempowechsel fingierbar. Auf irrationalen Unterteilungen basierende irrationale Takte nur notierbar, wenn sich die zugrundeliegende Unterteilung auf die 1 (Ganze) bezieht. Schade, weil unflexibel: Kein freier Schnitt möglich. Es sei denn, Feldmanesk, Wiederholungszeichen in irrationale Unterteilungen setzen. Wiederholungszeichen als Schnitt also. Mit anderen Worten: Gar nicht so exzentrisch als Notation, tatsächlich einzige Möglichkeit, ein bestimmtes Ergebnis ohne irritierende Tempowechsel zu erreichen.
Mutter
Wiederholungen
Geschichten
Keine Unterteilung (nur auf die Eins) ist auch eine Unterteilung.
Alles improvisieren, einen Parameter nach dem anderen? Das hätte den eindeutigen Vorteil, dass es sinnlos wäre. Sinnlos und unbeherrschbar.
alles immer sofort vergessen
für den Zweifel
Passwort: dirty hands
December 31, 2010 · 4:04 pm
Film: Fehlt mir einfach der Schnitt? Ist das nicht alles viel zu kontinuierlich? Ist Schnitt, Montage, nicht genau das, was meine Arbeit ausmacht?
Ja, das stimmt. Auch ein unmittelbarer Anschluss muss geschnitten sein. Jump-cut. Otherwise it‘s no fun. Und wie mache ich das deutlich? Letztlich nur durch Wiederholung bzw. Variantenbildung, die einzige Möglichkeit (außer Pausen, die aber entweder als Phrasierungshilfen oder als dramaturgische Setzungen wirken), Dinge voneinander abzugrenzen.
Und was ist das dann, wenn grundsätzlich ALLES wiederholt wird?
Die Serie. Eine Serie von Takten. Eine Serie von Modulen. Wann/Wo/Warum schlagen Eigenschaften um?
Prüfen. Anfang auf Wiederholungen überprüfen. In der Tabelle improvisieren. Ausrechnen lassen. Irrationale Takte immer Wiederholungen. Wiederholungen immer gleich Null.
I – 3‘20“ – 200 – 1100 – 18‘20“
II – 3‘00“ – 180
III – 2‘40“ – 160
IV – 2‘20“ – 140
V – 2‘00“ – 120
VI – 1‘40“ – 100
VII – 1‘20“ – 80
VIII – 1‘00“ – 60
IX – 0‘40“ – 40
X – 0‘20“ – 20
XI – 0‘10“ – 10 – 1000 – 16‘40“
XII – 0‘30“ – 30
XIII – 0‘50“ – 50
XIV – 1‘10“ – 70
XV – 1‘30“ – 90
XVI – 1‘50“ – 110
XVII – 2‘10“ – 130
XVIII – 2‘30“ – 150
XIX – 2‘50“ – 170
XX – 3‘10“ – 190
XXI – 0‘05“ – 5 – 2105 – 35‘05“
December 31, 2010 · 4:01 pm
Geht es nicht darum, dem, was man tut, einen Sinn an sich zuzuweisen (Philosophie) oder eben nicht (Antiphilosophie)? Der Philosoph würde sagen, das was ich tue, ist an sich eine sinnvolle Tätigkeit, egal, wie ich es tue, egal, was dabei herauskommt, der Antiphilosoph würde sagen, das, was ich tue, ist nur sinnvoll, wenn es sich selbst zerstört, wenn es sich selbst auflöst, wenn es sich selbst überflüssig macht. Das ist aber nicht alles. Es gibt Künstler, die begründen, die verständlich machen, die ihren Werken einen Sinn geben, das sind die Philosophen, und es gibt Künstler, die ihre Werke für sich stehen lassen, die sie an der Grenze zwischen Sinn und Unsinn ansiedeln, die in ihren Werke ihre Werke in Frage stellen, die die Begründung verweigern, das sind die Antiphilosophen.
Bei mir bis zu einem gewissen Grade auf die Spitze getrieben: Wenn etwas offensichtlich gut gemacht ist – was ja nichts anderes als eine Begründung seines Sinnes ist – laufe ich schreiend davon. Das Brillante, gut gemachte ist für mich ganz klar ein negatives Kriterium. Es müsste seine Brillanz offen halten, quasi verstecken, es müsste eine nackte Qualität des Faktischen haben, um für mich gut zu sein. Gut und gut gemacht sind also fast Gegensätze. Das heißt nicht, das das Gute schlecht gemacht sein muss, sondern vielleicht, dass das ungeschickte, schlecht gemachte im Guten enthalten sein muss. Das ist es aber auch nicht wirklich: Ist es nicht eher so, dass die Qualität über das Gemachte hinausgehen muss, dass die Entdeckung die eigentliche Qualität einer Arbeit ist? Dass die Entdeckung einer über das Überprüfbare hinausgehenden Qualität das Kriterium für eine gelungene Arbeit ist? Und da sind wir natürlich sofort bei Wittgensteins Zeigen, dass etwas zwar hingestellt wird und eine bestimmte materielle Form annimmt, dass das, was gemeint ist, aber nicht identisch mit seiner Materialität ist, sondern von ihr nur ausgelöst wird.
Die (anscheinend) absolute Überzeugung vom Sinn des eigenen Tuns, ohne den geringsten (sichtbaren) Zweifel, das ist der Philosoph. Daher die Unverdrossenheit, mit der er Material in die Welt schleudert. Der Antiphilosoph zweifelt an allem, was er tut. Seine Arbeit scheint ihm erst in dem Moment sinnvoll, in dem er sie für gelungen hält. Er versucht, so wenig wie möglich in die Welt zu bringen, nicht nur in seinem gesamten Werk, sondern auch in jeder einzelnen Arbeit. Seine Frage wird durch die Unerklärtheit seiner Arbeit betont.
Wenn Ironie nicht darin bestehen würde, dass man etwas anderes sagt, als man meint, sondern darin, dass man nicht ausspricht, was man meint, und dadurch die Bedeutung dessen, was man sagt, offen hält, wäre dies der ultimative ironische Akt: Denn es geht natürlich nicht darum, tatsächlich nichts zu tun, sondern nichts davon zu erklären.
Der Sinn der Abstraktion könnte dann die Ironie sein.
Das rein Musikalische ist eigentlich das, was auf die Dauer so auf die Nerven geht, sowohl beim Komponieren, als auch beim Musik hören. Es muss etwas dagegen gesetzt werden.
Ich will nicht bauen, ich will verstehen.
December 31, 2010 · 3:50 pm
Einzeln – Zusammengesetzt
Leise – Laut
Schnell – Langsam
Pizzicato – Arco
Aber NICHT: Geräusch – Ton oder umgekehrt
Das Gleiche, aber ohne Vorbild. Im Grunde Nachzeichungen tatsächlich Fortführung der in Potemkin 1 begonnenen Materialkonstruktion.
a) Wie kann man Material zusammensetzen, ohne Spielfiguren zu benutzen?
b) Wie kann man Spielfiguren einen neuen Sinn geben?
Als Komponist interessiert mich nur notierte Musik. Musik, die nicht am Gegensatz zwischen Klang und Notation arbeitet, mangelt es an genau diesem Komplexitätsverhältnis. Es sei denn, sie wäre etwas ganz anderes, nämlich Pop, Welt etc.
Charms: Dub war Spielfiguren? Kaum zu glauben, aber wahr.
Streichquartett: Von der Menge des verwendbaren Materials her theoretisch total beherrschbar.
Totales Scheitern. What the fuck do you want?
December 31, 2010 · 3:42 pm
Jeder Parameter eine eigene Dimension?
Parameter-Gefüge als eine Art zellulärer Automat, allerdings mit chaotischen Regeln? Also offensichtlich kein Automat. Geschlossener, aber elastischer RAUM.
Grade der Veränderung: Kann alles sein, es geht nur darum, dass Veränderung stattgefunden hat – oder eben nicht.
Im Traum Zeitung gelesen: Der große Wolfgang Michael ist tot. Schönes Foto, kurze Notiz. Völlig geschockt. Über die vielen liegengebliebenen Projekte nachgedacht.
Parameter als Beschreibungskategorien. Je nach dem, welche Kategorien du auswählst, wird deine Beschreibung anders ausfallen. Je nach dem, wie deine Beschreibung ausfällt, wird dein Gegenstand aussehen. Besonders, wenn, wie hier, die Beschreibung die Vorlage für den Gegenstand ist.
Gegensatz zwischen Kategorien, die einen Zustand beschreiben – quasi eine Tatsache, eine Realität -, und Kategorien, die eine Veränderung beschreiben. Natürlich ist eine Veränderung auch eine Realität, aber wenn sie ausschließlich als Veränderung beschrieben wird, ohne Ausgangs- und Endpunkt, ist die Realität des Ergebnisses gar nicht, oder nur mit Mühe, ableitbar.
Im Grunde kann der erste Teil im Wesentlichen nur aus Einzelaktionen bestehen, der zweite im Wesentlichen nur aus zusammengesetzten, komplexen Aktionen. Um die Klangmasse zu artikulieren, zu bündeln, und um eine gewisse Kontinuität herzustellen. Was klar heißt, dass für den zweiten Teil andere Kriterien gelten müssen als für den ersten Teil.
December 14, 2010 · 7:14 pm
Zwei Sätze:
I – II (attacca)
Möglicherweise Überlappungen, gegenseitige Bezugspunkte als Verbindung, insgesamt aber klare Gegenüberstellung als deutlicher Gegensatz.
Logisch: Parameter als Entwicklungslinien
Keine lauten Arco-Klänge vor II – dann aber sofort.
Tremolo als extreme Form der Klang-Perforierung: Großer Anteil an II.
Jeder Parameter erzählt seine eigene Geschichte.
Parameter als Kurve, von der dann distinkte Werte abgenommen werden. Wahrscheinlich Takte als Abnahme-Einheit, die selbst eigenen Parameter darstellt.
Nur den ANSCHEIN von Sprache erwecken (Konsonanten-Spitzen).
Wir denken, dass uns etwas verloren gegangen ist. In Wirklichkeit…
Mehr als beim Sehen entscheidet beim Hören die Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht. Während wir beim Sehen den realen Blick ausrichten und scharfstellen, ist es beim Hören tatsächlich nur die Ausrichtung der Aufmerksamkeit, und zum Teil auch das Wissen um vorhandene Klänge, die unsere Wahrnehmung steuert. Deswegen kann auch ein komplexer Klang, der sich nicht verändert, im Zeitverlauf unterschiedlich wahrgenommen werden, indem wir unsere Aufmerksamkeit nacheinander auf seine verschiedenen Bestandteile richten. Blenden könnten eine musikalische Metapher für diese Vorgänge sein, wobei es in der Realität wohl eher so ist, dass wir uns bemühen, einen bestimmten Bestandteil des Klanges wahrzunehmen, und er dann plötzlich da ist, quasi wie ein Umkippbild, er aber nicht langsam in Erscheinung tritt. Ähnlich nehmen wir bei Blenden plötzlich den neuen Klang war, der langsam eingeblendet wird, und können dann erst die weitere Einblendung verfolgen bzw. die davorliegende Einblendung rekonstruieren: Oft ist es ja so, dass uns im Nachhinein klar wird, dass wir den Klang schon die ganze Zeit gehört haben, dass wir ihn aber jetzt erst bewusst wahrnehmen, ein bisschen, wie wir Sprache, die wir zunächst nicht verstanden haben, im Nachhinein rekonstruieren können, auch wenn sie nicht wiederholt wird.
Ausführen – Stehenlassen
Der Marschrhythmus als klarste und eindeutigste Rastrierung von Zeit.
December 14, 2010 · 7:08 pm
Lustig, dass man sich mit jedem Stück ersteinmal die Nase blutig schlagen muss, um überhaupt rein zu kommen. Wahrscheinlich kann man die Anforderungen erst richtig einschätzen, wenn es wirklich weh tut. Sprich: Egal, wieviel Erfahrung man hat, man unterschätzt das Stück immer, man denkt, es müsste so, es müsste so gehen, das kann ja nicht so schwierig sein, bis man irgendwann merkt, dass es eben nicht um Ideen, sondern um Arbeit geht. Was nicht heißt, dass die Ideen unwichtig sind, wenn man Glück hat, kommt man am Ende zu ihnen zurück.
Enwicklung statt Veränderung:
Register
Lautstärke
Harmonik
Spielweise
Metrik
Gestik
Überlagerte Entwicklungen, die zusammenfallen, aber auch unabhängig voneinander nebeneinander her laufen können.
December 14, 2010 · 7:06 pm
Die Frage ist, wie man nicht-sprachähnliches Material zum Sprechen bringt, wie man die Entscheidungen durchsichtig hält, wie die Varianten gestisch bleiben, allerdings immer nur gerade so. Jeder Schritt muss eine Entscheidung, und nicht einfach nur eine Ausführung sein. Das könnte natürlich heißen, dass es gar kein Kalkül geben KANN, dass von Takt zu Takt komponiert werden MUSS.
Immer auch Phrasierungen andeuten. Phrasierungsähnlich, aber keine echten Phrasierungen (M.B.R.M.M.P.P.).
Ja, stimmt, ist eine Lüge, stimmt nicht, ist gar nicht frei, da ist nur der Takt, sonst nichts, und darin kann alles frei platziert werden.
Schlag als Einheit
von Schlag zu Schlag in Schlägen denken
Klar, man kann natürlich auch die Instrumente oder die Zahl der Instrumente im Voraus festlegen, die Frage ist nur, ob das was bringt. Das Problem ist, dass es im Moment so aussieht, als ob sich das Material tatsächlich aus sich selbst entwickeln könnte, dass die Parameter nicht getrennt behandelt werden sollten, ich finde nur, dass diese Arbeitsweise so wahnsinnig öde und eigentlich auch spießig, weil viel zu unmittelbar ist. Und ich glaube, dass sie auch dem Stück unweigerlich eine gewisse Drögheit gibt. Es fehlt dann die Härte, der Rahmen, die Genauigkeit, ist alles viel zu nett, zu schön, letztlich zu persönlich auf die falsche – nämlich dumme – Art.
Wie viel
Wie lange
Wie oft
Und warum?
December 14, 2010 · 6:58 pm
Barthes, Roland: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt/Main 1990
Cavarero, Adriana: For More Than One Voice, Toward a Philosophy of Vocal Expression, Stanford 2005
Dolar, Mladen: His Master‘s Voice, Frankfurt/Main 2007
Epping-Jäger, Cornelia, Linz, Erika (Hrsg.): Medien/Stimmen, Köln 2009
Gethmann, Daniel: Die Übertragung der Stimme, Vor- und Frühgeschichte des Sprechens im Radio, Zürich 2006
Gethmann, Daniel (Hrsg.): Klangmaschinen zwischen Experiment und Medientechnik, Bielefeld 2010
Göttert, Karl-Heinz: Geschichte der Stimme, München 1998
Helms, Hans G: Komposition in Sprache (1964), in: Darmstadt-Dokumente I, hrsg. v. Heinz Klaus Metzger u. Rainer Riehn, Musik-Konzepte Sonderband, München 1999
Hörner, Fernand, Kautny, Oliver (Hrsg.): Die Stimme im HipHop, Untersuchung eines intermedialen Phänomens, Bielefeld 2009
Humpert, Ulrich: ,Stimmen – Chöre – Klänge‘, in: KlangArt-Kongreß 1995, Musik und Technologie 1, hrsg. v. Bernd Enders, Niels Knolle, Osnabrück 1998
Kittler, Friedrich, Macho, Thomas, Weigel, Sigrid (Hrsg.): Zwischen Rauschen und Offenbarung, Zur Kultur- und Mediengeschichte der Stimme, Berlin 2002
Klüppelholz, Werner: Sprache als Musik, Studien zur Vokalkomposition bei Karlheinz Stockhausen, Hans G Helms, Mauricio Kagel, Dieter Schnebel und György Ligeti, Saarbrücken 1995
Kolesch, Doris, Krämer, Sybille (Hrsg.): Stimme, Annäherung an ein Phänomen, Frankfurt/Main 2006
Kolesch, Doris, Pinto, Vito, Schrödl, Jenny (Hrsg.): Stimm-Welten, Philosophische, medientheoretische und ästhetische Perspektiven, Bielefeld 2009
Kolesch, Doris, Schrödl, Jenny (Hrsg.): Kunst-Stimmen, Recherchen 21, Theater der Zeit, Berlin 2004
Macpherson, Ben, Thomaidis, Konstantinos (Hrsg.): Voice-Studies, Critical Approaches to Process, Performance and Experience, London 2015
Meyer-Kalkus, Reinhart: Stimme und Sprechkünste im 20. Jahrhundert, Berlin 2001
Moses, Paul J.: Die Stimme der Neurose, Stuttgart 1956
Zumthor, Paul: Einführung in die mündliche Dichtung, Berlin 1990
December 14, 2010 · 6:51 pm
1. Abschnitt: Irrationale Unterteilungen nur für alle Instrumente gleichzeitig. Oder 3:5:7 isolieren.
1/4
3/16
5/16
7/16 (?)
1/3
1/5
1/7 (?)
3:4
4:4
5:4
7:4 (?)
3:3
4:3
5:3
7:3 (?)
3:5
4:5
5:5
7:5 (?)
3:7 (?)
4:7 (?)
5:7 (?)
7:7 (?)
Danach weißt Du mehr.
Jeden Abschnitt als eigenes, in sich geschlossenes Stück behandeln – das Ganze wäre dann eine Art Album? Sammlung von Liedern, die ineinander übergehen.
December 14, 2010 · 6:48 pm
Einfache Skalierung logischerweise nur bei doppelwertigen Eigenschaften möglich. Schwarz – Weiß, Hell – Dunkel, Laut – Leise. Was aber, wenn eine dritte oder vierte Option in ein Eigenschaftsfeld mit eingeschlossen werden muss? Dass man das DARSTELLEN kann, ist mir klar. Aber wie man damit ARBEITET, wie man es DENKT, ist die Frage. Wenn z.B. die verschiedenen Optionen sich gegenseitig bedingen bzw. voneinander abhängig sind.
Breitwandlärm und plötzlich – Stille. Wie weggezogen. Stille als Schlag ins Gesicht.
Regelmäßigkeit vs. Unregelmäßigkeit: Regelmäßigkeit hinter Unregelmäßigkeit verstecken und umgekehrt. Der Vordergrund, die sichtbare Entscheidung bleibt unerklärt, man spürt aber, dass sie durch ein dahinterliegendes Kalkül motiviert ist.
Architektur: Grid und Anti-Grid. Dort allerdings immer der Nutzen bzw. die Benutzung als notwendiges, unvermeidbares Kalkül. Zufällige Anordnung und systematische Nutzung. Warum sind die Fenster so verteilt – und nicht anders? Die Frage stellt sich lustigerweise erst, wenn sie nicht regelmäßig angeordnet sind. Form.
Nicht-hierarchische Formen von Gruppierung und Aufteilung: Regeln festlegen, innerhalb derer frei platziert werden kann, innerhalb derer jede Platzierung Sinn macht. Macht und Fragilität. Viele Optionen und dann für eine entscheiden. Kriterium (Koolhaas, Sanaa)? Klein- und vielteilige Anordnung, ultimativ multidimensional, keinerlei direkte Übereinstimmungen. Verschiebung des Rasters nur interessant, wenn Raster grundsätzlich angedeutet wird, also möglich wäre und als fiktiver Gegensatz präsent bleibt. Haus als Akkumulation von Kabinen. Plötzlich einfach schräg stellen. Natürlich auch nur interessant, wenn vorher alles gerade war. Oder: Gegensatz zwischen geraden Gebäuden auf der einen und schräg gestellten Gebäuden auf der anderen Seite. Garten und Haus – vertikale Durchbrüche.
Vor allem: Strenge
December 8, 2010 · 4:48 am
Sozusagen immer wiederholen – gar nicht verändern wollen, gar nicht woanders hin wollen, sondern durch die von außen vorgegebenen Veränderungen gezwungen sein, sich zu verändern.
Wiederholen Wiederholen Wiederholen
Immer wieder das gleiche Modul, immer wieder das gleiche Modul – das ganze Stück besteht aus einer einzigen Wiederholung – ohne dass man es merkt.
Man könnte auch sagen: Das Stück ist mit seinen Veränderungen identisch. Es gibt nichts anderes als diese Wiederholungen/Veränderungen.
Was willst du hier, was willst du dort?
Die Beschreibung ist mit dem Stück identisch. Oder: Die Beschreibung der Veränderungen ist mit der Beschreibung des Stückes identisch.
Man könnte auch sagen: Es gibt gar kein Material. Es gibt nur Eigenschaften.
Stuttgart 21: Mein Garten gehört mir.
December 8, 2010 · 4:20 am
Wenn es nur einen Schlag gibt, und der ist auf die Eins besetzt, gilt dann der gesamte Takt als besetzt? Das würde allerdings heißen, dass die Dauer der Schläge auch bei gleich bleibenden Takten ständig wechseln würde. Dabei geht es nicht um die Notation, sondern um das, was wirklich geschieht.
Wenn der letzte Schlag besetzt ist, ist der gesamte Takt besetzt. Allerdings: Jeden Schlag kann man teilen, und wenn der letzte Schlag geteilt wird, ist er nicht mehr der letzte. Die Frage ist also eigentlich: Wo genau ist der Klang zu Ende? Wo beginnt die Pause? Und es wäre komplett naiv anzunehmen, dass die Notation dies genau genug angeben kann. Es sei denn, man würde die Notation wirklich genau darauf hin ausrichten.
Anders gefragt: Wann ist ein Impuls zu Ende? Man kann ja nicht davon ausgehen, dass er keine Ausdehnung hat, bzw. dass seine Ausdehnung gegen Null geht.
Immer 16tel als Grundeinheit nehmen? Tempi müssten dann entsprechend angepasst werden.
Ist ein durchlöcherter, perforierter Klang EIN Klang oder MEHRERE Klänge? Wo schlägt EIN Klang in MEHRERE Klänge um? Ist es eine Frage der Absicht, der Kontrolierbarkeit? Wenn das Stück diese Fragen stellt, müssen sie auch beantwortet, oder zumindest behandelt werden.
Bezug auf durchgehenden Schlag und Verschiebungen gegen durchgehenden Schlag als wesentlicher Parameter der Eröffnungssequenz würden durch Taktwechsel verloren gehen. Heißt das, dass der durchgehende 4tel-Schlag so lange wie möglich beibehalten werden muss?
Letztlich natürlich die Frage, wohin die Reise gehen soll und welche Stationen wir auf dem Weg ansteuern. Warum fühlt es sich so falsch an, mit Unterteilungen/Proportionen zu arbeiten?
Man müsste vielleicht doch wissen, worauf der Fokus liegt, entscheiden, welcher Parameter der Führende ist.
7:4: Siebenmal auf die Vier. Beschleunigte Viertel herausschneiden.
Wiederholungen immer als metrische Schnitte.
December 8, 2010 · 4:15 am
Moralische Entscheidungen als ästhetische Entscheidungen: Wir tun etwas, weil es besser aussieht, weil es sich besser anfühlt.
Schlimmste intellektuelle Sünde: Arroganz – Der Glaube, dass man alles selbst am besten weiß. Der perfekte Verhinderer von Entwicklung und Fortschritt.
Knacksen – Anstellen – mitten im Ton
no nonsense score – don‘t try to be cute
die Regeln mittendrin ändern
Oder doch in Abteilungen denken? Eigenschaften zuweisen? In dem Fall wäre aber immer noch die Frage: Wie Abteilungen formalisieren, wenn es doch eigentlich keine Abteilungen geben soll? Klarer Unterschied im Übrigen zwischen Veränderungen, die das Stück in eine andere Umgebung bringen (also tatsächlich Abschnittswechsel), und kurzzeitigen Veränderungen, die sich sofort wieder zurücknehmen (als formale Akzente, kleinere oder größere Abweichungen). Da wäre nun die Frage: soll es einen angenommenen Grundzustand geben, zu dem das Stück immer wieder zurückkehrt, oder soll das Stück fließen, sich unmerklich verändern, vielleicht scheinbar zurückkehren, aber dann doch in eine andere Richtung weitergehen? Sounds very much like Formprobleme.
The generation of material: It‘s all about form.
EINE große Veränderung je Abschnitt, die NICHT beibehalten werden muss, z.B. Register, Klangfarbe, Zahl der Anschläge etc. Hier aber gleich die nächste Frage: Eine einfache Reihung von Ereignissen, Vorkommnissen etc. kann es ja nun auch nicht sein.
Es gelingt mir nicht, die Formalisierung zu denken.
November 17, 2010 · 3:05 am
absolute Dauer:
relative Dauer:
internes Verhältnis:
creating on the run
warum – wann – Veränderungen?
Flüssigkeit: Eine kleine Veränderung hier, eine kleine Veränderung dort, wenige größere Veränderungen, summiert aus kleineren Veränderungen.
Wenn es keine Wiederholungen gibt, gibt es immer Veränderungen.
Summation von Veränderungen oder wesentliche und unwesentliche Veränderungen: Veränderungen, die im definierten Feld bleiben, und solche, die aus ihm heraustreten. Entwicklung (wahrscheinlich immer quantitativ) oder Schnitt. Dass die Natur auf eine bestimmte Art und Weise arbeiten soll, kann kein Argument dafür sein, dass die Kunst auf die gleiche Art arbeiten muss.
Kann man Veränderungen einfach summieren (unlikely), oder ist es nicht so, dass es immer einen bestimmten Schritt geben wird, der alles verändert? Hier will ich dies, dort will ich das…
Kleine Veränderungen summieren sich, große Veränderungen schlagen direkt durch?
Im Grunde müsste man über das Maß der Veränderung (Anzahl der Veränderungen, Grad der Veränderung) und über die Art der Veränderung (welcher Parameter wird verändert, welcher Art ist die Veränderung) berichten. Das wäre aber ein überkomplexes, kaum überschaubares System.
Eigentlich ein bisschen wie aktueller Techno, das rauhe, schnelle, trockene Voranschreiten. Das heißt dann eben auch, nicht Form, sondern Entwicklung, keine festen Abschnitte, sondern Markierungen auf dem Weg. Nicht ganz einfach zu denken für einen Form-Fanatiker.
I‘m worried, Ade.
Everybody‘s worried.
But I‘m worried all the time.
Unterteilung
Sanaa
November 12, 2010 · 1:02 pm
Wenige lichte Augenblicke. Precious moments of truth. Recognition. Re-Ignition.
Sparse
ätherische Musik
Kurt Wagner: Gliss. als Gliss., Rauschen als Gliss., Rauschen als Legato zwischen Ton und Ton, unvermutetes Wiederauftauchen in anderem Register und zurück ins Hauptregister.
This is all you want
This is all you ever dreamed of
Gold.
November 4, 2010 · 2:35 am
If you understand it, it was not worth the effort.
Dub: Alles wegnehmen, wo eigentlich etwas hingehört, ist AUCH eine offensichtliche Metapher für Einsamkeit und Leere. Auch, wenn es primär nicht so gemeint ist. Ich glaube aber schon, dass es mitgehört wird, dass es der musikalischen Empfindung Tiefe gibt.
Bass Drum als reine Markierung, Marker, hier fängt es an, hier hört es auf, hier hier hier.
Bestimmte Empfindungen kippen definitiv ins Falsche, wenn man sie ausspricht, und sei es nur für sich selbst. Sie werden dann gefühlig, übertrieben, durch das Wort, das sie benennen soll, banalisiert. Wenn alle Gefühle, die durch ihr Aussprechen kippen, hierdurch der Banalität überführt würden, wenn man das Wort entscheiden ließe, ob eine Empfindung echt ist oder nicht, würde nicht viel übrigbleiben. Die Weigerung, über Gefühle zu sprechen, kann AUCH aus dem Bewusstsein über diesen Sachverhalt entstehen.
Über die Sinnlosigkeit.
Rimbaud 18: Und plötzlich ist alles ganz normal. Außer dass plötzlich alles ganz normal ist.
Cpt. Kirk &., da ist es tatsächlich mal gelungen: Deutsche Texte, ohne dass man die ganze Zeit hin- oder weghören muss. Hat, glaube ich, nichts, oder nicht nur, damit zu tun, dass man die Texte schwer verstehen kann, sondern vor allem, wie sie in die Textur integriert sind. Und natürlich, die Struktur der Texte selbst: Nicht doof, aber auch nicht diese schreckliche Botschaft, die so fürchterlich nervt. Und keine falsche Überambitioniertheit – sondern die richtige. Freut.
Lustig, wie man sich sicher sein kann, dass die meisten Eindrücke immer nur für den jeweiligen Moment gelten, ganz einfach, weil man nie genug Wissen in einem Moment zusammenfassen kann, um einen angemessenen Überblick zu haben. Mehr ist aber auch nicht drin: Die abgesicherte Meinung, die die gesamte Faktenlage sichtet, bevor sie ihre Schlüsse zieht, ist in bestimmten Zusammenhängen und vor allem bestimmten Medien notwenig, bringt uns aber sonst keinen Deut weiter, weil sie nicht an die Lebensrealität andocken kann – es sei denn, als ein Eindruck unter vielen.
Let‘s quote. Let‘s namedrop. Let‘s die. Let‘s dye.
Let‘s lie for a change.
Ausprobieren
Denken
Raster
Zeit
Angelverein
October 27, 2010 · 1:11 am
The Action Packed Mentallist Brings You The Fucking Jams: Ist ja super, toll! Na ja, o.k., ist o.k., sieht aber super aus.
Oval: Im Grunde irrsinnig schön. Mehr will man gar nicht. Aber natürlich eben doch.
Kleinbürgertum: Sich tot stellen und warten, bis das Leben vorbei ist = Vernunft. Auf keinen Fall lüften.
Wie schon gesagt: Fehler müssen echte Fehler sein. Wie reagiert man, wenn man einen Fehler bemerkt? Lässt man ihn stehen, segnet man ihn ab, dann ist er kein echter Fehler mehr, sondern plötzlich Absicht, verbessert man ihn, nimmt man dem Stück einen Fehler, eine Unregelmäßigkeit, die es vielleicht gebraucht hätte. In beiden Fällen entschärft man das Stück. Auch wenn es genau gleich bleibt. Es wird trübe, verliert an Kraft. Einziger Ausweg: Bis zur Erschöpfung arbeiten, damit neue Fehler entstehen. Oder man findet einen Ersatz für Fehler als Unregelmäßigkeit der Arbeit. Etwas, was sich der vollständigen Kontrolle entzieht, ohne Zufall zu sein. Denn Zufall schmerzt nicht. Und es geht notwendigerweise um Unvollkommenheit, um Schmerz, um ein nicht auflösbares Grundproblem als Kern der Arbeit. Vielleicht tatsächlich eher ein psychologisches als ein technisches Problem. Trotzdem glaube ich, dass sich die Haltung zum Fehler im Ergebnis mitteilt. Möglicherweise ist der Konflikt zwischen Kontrollwunsch und daraus resultierendem Kontrollverlust der eigentliche Punkt: Dass ein echter Kampf zwischen dem Wunsch nach Kontrolle und dem Unvermögen, Kontrolle auszuüben, stattfindet. Deshalb frühere Arbeiten einer Werkgruppe oft interessanter als spätere: Das Material widersetzt sich noch dem Zugriff, der Künstler hat noch keine vollständige Kontrolle über sein Material. Gegen seinen Willen unterlaufen ihm Dinge, die er später zu Gunsten von Fehlerlosigkeit vermeiden wird. Daher auch die Notwendigkeit, sich immer wieder neue Aufgaben zu stellen: Nur im Moment der Entdeckung kann es ein Gleichgewicht der Kräfte geben. Danach geht es nur noch um Vervollkommnung, letztlich um Fehlervermeidung. Es sei denn, es gelingt, aus der Perfektion eine neue, eigene Kraft zu entwickeln.
It is never o.k. to touch somebody else‘s private parts. Your mom and dad will tell you some.
The idea is not to have a voice (Mr. Isaacs).
October 27, 2010 · 12:59 am
This is so colossally retarded, I can‘t even say anything about it.
Can I kick it?
My job is being a pain in the ass. I enjoy that.
Kiss ass!
Arco einstreuen, damit Quartett Bögen nicht weglegen kann.
Verhältnis Geräusch (Rauschen)/Klang in Prozent
der Wechsel des Hauptparameters als eigener Parameter
oder: die Wechselrate als Parameter
Cosima von Bonin
Isa Genzken
Thomas Hirschhorn
The BIG Statement
geträumt: Oper als Symphonie
(re-) call and serve
M.D.: Let‘s watch him die. This is gonna be a great show.
Volkspalast
Vollspast
To please the world
October 27, 2010 · 12:57 am
Teil der Schönheit von Pop ist natürlich auch der Eindruck von existenzieller Pracht: Das Nicht-Sparen, Nicht-Festhalten, Nicht-An-Morgen-Denken, das Gehen-Lassen, Verstreichen-Lassen, Aus-Dem-Vollen-Schöpfen, die Arroganz der unbesorgten Selbstzerstörung. Die totale Verschwendung von Lebenszeit. Selbstauslieferung. Und damit logischerweise die Realität. Egal wie berechnend Pop auch immer sein mag, das kann man ihm nicht nehmen. Könnte man übrigens fast 1:1 auf die USA übertragen. Und komisch, dass wir das gar nicht haben. Und auch nicht hinkriegen können.
Ist ja furchtbar. Kann man ja gar nicht hinkucken.
2 x 1200:
1200 pizz.
1200 arco
Herman van San : Klingt ein bisschen wie Nierentisch. Aber gut. Ziemlich merkwürdige Unisoni.
October 27, 2010 · 12:54 am
Nie eine zweite Ebene einziehen. Nie über das sprechen, was man gerade tut. Allerdings: Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, manchmal ist die zweite Ebene wichtiger als der Vordergrund, das, was man eigentlich sagen will. Dann, aber nur dann.
Trockenheit. Nüchternheit. Der Hintergund ist da, wird aber nicht ausgesprochen. Punkt.
Erinnerung
Selbstbezug
Da haben wir‘s: Nicht darüber sprechen. Bezug, aber nicht Erwähnung des Bezugs. Keine Erklärung. Irgendwie aber auch schade. Ist logischerweise schon ein Thema. Und wie entscheidet man, was man auslässt und was nicht? Vieleicht lässt man gar nichts aus, sondern entscheidet nur, was sich richtig anfühlt und was nicht. Und dass eine bestimmte FORM von Selbstbezug sich immer grauenhaft anfühlt und deswegen verboten bleiben muss. Was wäre dann ein interessanter Selbstbezug? Jedenfalls kein bequemer.
Als Beispiel: Dinge kommen wieder, man erwähnt, dass Dinge wieder kommen, man zeigt, dass man weiß, dass Dinge wiederkommen. Irgendetwas stimmt am Erwähnen gar nicht. Vielleicht, weil damit nichts gesagt ist. Weil man damit keinen Gedanken weitertreibt. Nicht erwähnen eigentlich musikalisch: Ohne Kommentarfunktion.
Lupe
Ritardando
die Tonbewegung ein bisschen genauer anschauen
Immer wieder schön: verstimmte reine Intervalle
What gives you the idea that you should be fine?
October 20, 2010 · 1:04 am
realism sucks
formalism rules
sweet formalism
sweet, sweet formalism
REALISM SUCKS
FORMALISM RULES
SWEET FORMALISM
SWEET, SWEET FORMALISM
Geschwindigkeit des Denkens
Weg des Denkens
Essentialistische Musik: Direktheit des Ausdrucks erkauft mit einem Mangel an praktischer Intelligenz.
Unmittelbare Expressivität tatsächlich ein bisschen blöde.
Nicht musikalisiertes Material. Gar keine Expressivität. Auch keine offensichtlich vermiedene. Keine Musikalität als Ziel. Interessante Aufgabe.
schön wäre natürlich beides zusammen
ALLES AUF EINMAL
Leonardo Pisano
Sohn Apuliens
never pet a burning dog
October 14, 2010 · 12:54 am
Verdopplungen als Halo: 1-14 vs. 1-14
Logischerweise kann es nicht mehr Stimmen als Instrumente geben (no Doppelgriffe).
Stimmen/Instrumente-Prädisposition als Struktur: Hilft, Schläge/Takte/Abschnitte voneinander zu trennen.
(15) 14/13/12/11/10/9/8/7/6/5/4/3/2/1
1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/13/14 (15)
105 (120)
Might help for Lichtblitz, too. Give it more (abstract) structure. Nicht ZU SEHR auf den Text konzentrieren. Noch auf die Bühne. Makes you tight and stiff – unflexible.
In der Tat: Auf Schläge heruntergebrochene Struktur könnte zusätzlichen Grip geben.
Make it easy. Don‘t be ashamed.
Back in the game.
It looks soo good.
Hr. Blockwart: Entschuldigen Sie sich bitte für
Fr. Gauleiterin: Ich verstehe nicht, was Sie in Ihrem Brief mit