Overcome the limits of immortality: Sara Modiano, Cenotaph
M/L: Skalen in die Arpeggi einbauen? Könnte ehrlich gesagt sein, dass das eine gute Idee ist. Die Skalierung durchschimmern lassen, quasi Verdopplung, der Rhythmus bestimmt dann logischerweise die Tonhöhe. Muss aber ausnotiert sein, damit man ein besseres Gefühl für die Distanzen bekommt, damit man sie besser abschätzen kann. Oder: Nur Ganzton/Halbton-Schritte, die Distanz bestimmt dann den Rhythmus. Wahrscheinlich mehr Einrasten dadurch, und mehr Bewegungskraft. Sehr kleine Tonabstände können ja fast wie Glissandi klingen.
Everything is always and unavoidably goodbye, fortunately or unfortunately.
Mein Leben wird gewesen sein,
wie du gerochen hast
und wie du dich angefühlt hast.
Geomungo: Am Ende vielleicht den Grundschlag Viertel-Viertel-Viertel ab und zu durch zwei Achtel ersetzen, so dass ein tonaler Rhythmus angedeutet wird. Dabei Achtel und Viertel verzerren, so dass im Extremfall nicht mehr zu erkennen ist, welches die Achtel und welches die Viertel sind. Gehen also im Extremfall ineinander über, kurzes Viertel = langes Achtel und umgekehrt. Aber wahrscheinlich nicht drei oder fünf Achteleinheiten hintereinander, sondern immer auf die Vierteleinheit bezogen bleiben. Es sei denn, die Vierteleinheit wäre so etabliert, dass es Sinn machen würde, sie aufzubrechen. Quasi Synkope ohne Synkope. Klingt dann fast schon wie Flamenco. Sehr primitiv, unangenehm eingängig.
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du musst jetzt sehr tapfer sein
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We know nothing.
Es ist gut, Dinge nicht zu erklären, sie offen zu lassen; andernfalls werden Entscheidungen quasi zurückgenommen, wegerklärt. Es ist gut, wenn sich die Leute wundern, wenn sie nicht verstehen, womit sie es zu tun haben, nur so ist es möglich, die Irritation auszulösen, die Kunst eigentlich ausmacht.
Sprünge, Dinge, die nicht zusammenpassen, die nicht zusammengehören.
Übertragung, Transkription als Maschine, die automatisch etwas Neues entstehen lässt.
Übertragung Koreanische Musik – Transkription Japanische Musik?
Bemerkenswert, dass Tape Musik, die fast wie Pop klingt, irritiert, echte Popmusik aber nicht. Da gibt es dann offensichtlich eine eindeutige Schwelle, die nicht allein durch den unterschiedlichen Kontext entsteht.
Stammheimer/Stockhausen immer doppeln, einer spricht/einer singt, oder so? Oder dann eben plötzlich beide singen, oder beide sprechen. Damit dann auch Rollen teilweise aufgelöst. Quasi Inuit Spiele, hohes Tempo nur manchmal drosseln, dann aber deutlich spürbar, quasi Vollbremsung.
Le Mystère des Voix Bulgares, Hibernate: Auch toll! Zeilen stehen sehr alleine. Tolle mechanische Verzierungen. Wäre aber wahrscheinlich zu offensichtlich, das direkt zu übernehmen.
Kye und Glistening Examples: Immer wieder der Gegensatz zwischen geräuschhafter Elektronik und zitierten oder neu eingespielten tonalen Passagen. Erstmal könnte man das als Gleichberechtigung aller hörbaren Materialien auffassen – oder als ob das tonale Material, besonders wenn es eindeutig zitiert, aber nicht unbedingt leicht identifizierbar ist, eine besonders deutliche Aussage im Verhältnis zum geräuschhaften Material erzeugt. Je häufiger das tonale Material angewendet wird, desto stärker wird allerdings der Eindruck, dass es sich doch um eine Form von sentimentaler Nostalgie, um ein sentimentales Ausruhen auf dem tonalen Material handelt.
One of the most prominent parts of my life is an organization or pretence compromise around the idea that simply nothing is more important than being able to do what I want. However, what I want is often operationally impossible. So, I isolate the most elemental component from which I get joy or pleasure and operationalize that instead. This takes work to get right, and so I’m spending a lot of mental energy producing an affective substitute, which after all was a fake thing from the start. This puts me in a vulnerable position.
Vaija Celmins/Bridget Riley: Handarbeit versus Studio. Da ist das Studio doch wohl weitaus moderner, auf den Punkt gebracht, oder? Die Kraft der Idee und der Vorstellung: Zu wissen, dass es so sein muss, und es dann so auszudefinieren, dass es nach dieser Definition ohne Abstriche ausgeführt werden kann. Oder der Mut, etwas zu verwerfen, in das andere viel Arbeit und damit auch Zeit investiert haben. Der Mut, sicher zu bleiben, dass man recht hat. Klare Entscheidungen. Ausdefinierte Phantasie/Vorstellungsgabe.
The making, the devotion to making, is what gives it an emotional quality. Oder auch nicht.
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Scheißtragik
Shalom Dub: Warum willst du etwas fragmentieren, das ohnehin keinen Zusammenhalt hat? Im Grunde ist es lächerlich im atonalen Raum mit Fragmentierung zu arbeiten, weil es überhaupt keinen Widerstand gibt. Fragmentierung setzt Tonalität oder andere Zusammenhang generierende Grundlagen voraus, um überhaupt wirksam sein zu können. Zitat und Tonaufnahme als ein bisschen zu sichere Optionen.
Terrouzi: Absolute Schnelligkeit als eigener Wert. Dass man etwas schneller spielt, als man es hören kann (erstaunlich, dass das überhaupt geht). Das können Ereignisfolgen sein, bei denen man die Einzelereignisse nicht mehr auseinanderhalten oder nur im Nachhinein rekonstruieren kann, oder das können Einzelereignisse sein, die so schnell gespielt werden, dass man sie nur mit großer Konzentration oder Übung überhaupt angemessen wahrnehmen kann.
Wolken: Komplexe dreidimensionale Animationen. Perfektes Anschauungsmaterial, um sich Raum vorzustellen, immer gewesen. Allerdings in ihrer Dreidimensionalität sehr schwer wiederzugeben (zu malen): Es gibt keine Anhaltspunkte, mit denen man ihre Dreidimensionalität darstellen könnte.
Durchblick vs. Spiegel: Erstaunlich ähnlicher visueller Grundreiz, ein bisschen wie eine billige, geschmacklose Variante von Blickführung. Unschöner, oberflächlicher Reiz, aber genau deswegen natürlich auch interessant. Wie ein hyperflaches Bildfeld, obwohl das zumindest für den Durchblick natürlich gar nicht stimmt.
Klassische Musik: Es ist lächerlich, sich in einen geschützten Raum zurückzuziehen. Und hängt die Latte viel zu hoch – niemand löst die damit verbundenen Erwartungen ein. Schon allein deswegen, weil es diesen Raum so wahrscheinlich nie gab. Wir müssten also viel, viel besser sein als unsere Vorgänger – aber das sind wir nicht.
Piero/Arezzo: Interessant, wenn Verzeichnungen so gut wie gar keine Rolle spielen.
Vorläufigkeit: Jedes Problem, jede Frage wird sofort gelöst, ohne Rücksicht auf andere Probleme (oder auf Probleme, die sich daraus ergeben könnten). Eine Kaskade von Lösungen, die sich überlagern oder einfach nur unverbunden nebeneinander stehen.
Musist. 4-5
dass. dass
Stein fällt
Hand in der Sonne
und dann war der Esel weg
Die Erinnerung, wie ein gewaltiger Felskomplex, der sich immer weiter zerklüftet.
Was wir sehen
Was wir hören
Was wir fühlen
O Gott, hoffentlich sind wir bald weg hier!
Unperformed – silent snippet.
You buy score, not recording.
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ein Zeichen des Himmels
Schlagen mit dem Bogen zwischen Steg und Griffbrett: Könnte man tatsächlich auch Figuren spielen, z.B. g-Saite greifen und klingen lassen, Quint-Figur/Quart-Figur, klingt ziemlich gut, weil es so zufällig wirkt, sehr roh, sehr Dorfmusikantenhaft, letztlich sehr punkig.
Bogenschläge nur in den Zwischenspielen, sonst zu sehr im Vordergrund und auch ein bisschen verschenkt, also wahrscheinlich alle Tanzrhythmen mit Bogenschlägen, das würde wohl Sinn machen.
some do the work
some make the money
maybe
some do both
Albträume: Ja nicht unbedingt immer, dass etwas Schreckliches passiert, sondern oft, das etwas ganz normales sich schrecklich anfühlt. The real world. Wahrscheinlich aber immer auf irgendeiner Ebene unerklärlich. Absonderlich.
Dass unsere Seelen den Moden ebenso unterworfen sind wie unsere Körper. Natürlich. Wie sollte es auch anders sein.
Ganzes Stück nur auf Fingerkuppengeräuschen aufbauen…
Mal ein Stück nur mit Terzen schreiben – wäre wahrscheinlich ernsthaft lustig/interessant. Im Prinzip völlig bizarre Klanglichkeit, wirklich ein bisschen wie ein Witz, jedenfalls für unsere heutigen Ohren.
They think it’s all Gucci but it’s 99 cents I swear.
The moment is Eternit: Vielleicht wirklich.
Eine durchwachte Nacht in einem vom Mond beleuchteten Garten: Wenn man das nicht als Metapher, als festes Bild, sondern als Realität versteht, kann das natürlich auch Schönheit der Natur, Ruhe der Nacht, Sicherheit des Beständigen bedeuten, aber eben auch unzählige Gedanken, Sorgen und Qualen, die der Mond nicht beruhigen kann. Die Grausamkeit eines Gedankensturms, den man nicht kontrollieren kann.
Let’s have some Angst for a change, will you?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. – Und wenn beide Seiten faschistisch denken? Was ja doch wahrscheinlich unsere heutige Situation ist.
never complain, never explain
– let me explain…
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aufgesext
Das Harte ist, dass ganz normale Leute schon so extrem weird sind. Man muss gar nicht suchen, um von Freak zu Freak zu schauen. Echte Neurosen, oder einfach nur sehr sehr schlechte Gewohnheiten/Verwahrlosungen? Oder einfach nur Not. Hält gerade eben noch alles zusammen. Ein Pflaster hier, ein Pflaster dort, dann muss es weitergehen. Das war mein Leben. Nicht schön. Bin auch nicht sicher, ob es wirklich stressig ist. Eher allgemein ziellos anstrengend.
Das bin ich nicht. Das wäre ich nicht. Na und? Keine gute Idee so zu denken.
Eine Kröte: Interessantes Tier, auf seine Art sehr kräftig und selbstbewusst. Lustige Idee, über den gesamten Strand zu laufen, sich dann ins Wasser plumpsen zu lassen und unterzutauchen. Aufgesetzte Augen. Kräftige Krabbelbeine.
Eingebildetes Knacksen im Hinterkopf, als ob etwas brechen würde. Merkwürdiges Geräusch, gibt es wahrscheinlich so gar nicht in echt. Auf jeden Fall müsste man sehr nah dran sein, um das so zu hören.
Pervertierte Transkription: So nahe ran gehen, dass man das Bild (schon lange nicht mehr) sieht.
Neuer CD-Player läuft sich fest, CD dreht durch, zieht man den Stecker und steckt ihn wieder rein, dreht er unverändert weiter. Französische Familie, sehr merkwürdige Überreaktion der Mutter, als das sonst stille Kind auf sich aufmerksam macht. Ich kann mich nicht erinnern, wie es wirklich gewesen ist. Was genau passiert ist.
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aufs Kreuz drücken und ja sagen
Oper: Montage von Musikstücken, die durch gemeinsame Themen oder gemeinsames Personal (oder deren gezielte Verweigerung) zusammengehalten werden.
Freudiges Wiedererkennen: Ja, genau so sieht unsere Welt aus. Freundliche Neutralität, objektivistische Selbstdarstellung. Keinerlei persönliche Mitteilung als größtmöglicher persönlicher Ausdruck. Ja, genau so sieht unsere Welt aus.
Metallplatte in Klavier verstecken. Sicher befestigen. Dann mit echtem Werkzeughammer mit voller Wucht anschlagen.
ANGST
GESANG
WOLKEN
SCHLAF
WASSER
männlicher Akt: vulgär vs. peinlich/lächerlich
weiblicher Akt: verführerisch vs. fragil
letztlich der weibliche Akt durch die Kunstgeschichte des männlichen Blicks wesentlich subtiler konotiert als der männliche; das wird erstmal abzuarbeiten sein, bevor man einen neutralen Standpunkt einnehmen kann
man darf auch nicht vergessen, dass dem männlichen Akt durch die Möglichkeit der Erektion immer eine gewisse implizite Dynamik, die an Lächerlichkeit grenzt, zu eigen ist
Eine Inszenierung, Präsentation. Kein Werk als etwas Festes, Wiederholbares. Und darüber sollten wir froh sein.
Krass, wie der Körper auf Stress reagiert – selbst, wenn es nur eine Möglichkeit in der Zukunft, also eine Gefahr, ist. Als ob man plötzlich einen anderen Körper hätte.
Und noch ein wichtiger Punkt: Es ist in diesem Zusammenhang nicht wirklich interessant, nur Neue Musik aufzuführen, weil sich hier in den meisten Fällen ein radikaler Eingriff allein aus dem Grund verbietet, dass dem Publikum in der Regel weder das Stück selbst, noch seine stilistische Haltung bekannt ist. Aber es ist auch nicht unbedingt interessant, nur historische Musik zu spielen, weil hier einerseits der Widerstand des Unbekannten fehlt und der Eingriff durchgehend radikal sein müsste, um Unsicherheit und Staunen zu erzeugen, und andererseits gerade in dem Zusammenhang eines szenisch-musikalisch kuratierten Konzertes die Konfrontation von historischer und Neuer Musik besonders gut funktioniert und ganz offensichtlich einen neuen Blick auf historische Musik erlaubt, was in konventionellen Konzerten sehr häufig didaktisches Wunschdenken bleibt.
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Der Erfinder der Gleichgültigkeit
Well, I failed.
Band laut gesungen, leise gestellt.
Live sehr leise gesungen, Dynamik nur angedeutet.
MM: Angenehm unsauber, z.T. sogar extrem unsauber. Was ja nur heißen kann, dass es nicht so wichtig ist, oder dass es sogar gewünscht ist. Kann mir nicht vorstellen, dass die Entfernungen so groß sind, dass die Spieler sich nicht gegenseitig hören können.
Dixie was as much a love machine as he was a forgetting machine.
Ich pervertiere die Realität dadurch, dass ich sie extrem ernst nehme.
Großer Zeh, aus dünnen, ineinanderliegenden Knochenschalen aufgebaut, Knorpelmasse, Fett, wenig Fleisch. Geschmorte Ochsenbrust. Merkwürdige Träume.
taumeln durch das Leben
Auch ein interessanter Typus: Der Lahmarsch, der sich überall vordrängelt. Gehört vielleicht wirklich zusammen. Nicht wirklich sympathisch. Aber wahrscheinlich normal.
Wann genau ist die Textsorte Interview eigentlich langweilig geworden? Als es zuviel davon gab, als man zuviel davon gelesen hatte, oder als die Inhalte verschwunden sind?
WHISTLE
TRILL
STROKE
Das kann ja wohl nicht Dein – wahr sein!
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Unstern
Musik hinter verschlossenem Fenster. Merkwürdige Intensität, wie Verwischungen, die überzeugender wirken als das scharfe Bild. Wäre naiv zu denken, dass das einfach nur als Kritik an der Gegenständlichkeit zu erklären ist. Eher als sehr direkte Metapher für etwas, was man nicht fassen kann, was einem durch die Finger rinnt. Ferne, natürlich. Ich vermute aber, dass bei Musik auch noch der Aspekt der Reduktion auf das wesentliche Signal, nicht nur klanglich, sondern auch strukturell, eine wichtige Rolle spielt. Jedenfalls eine sehr merkwürdige, fast automatisierte, weil nicht hinterfragbare Emotionalität, die dabei erzeugt wird. Könnte auch noch etwas mit Erinnerung, Unschärfe des Gedächtnisses zu tun haben, dass im Gedächtnis – möglicherweise – nur die groben Züge festgehalten werden. Dann wäre das eine Metapher für Vergangenheit – oder Gedächtnis – und könnte in seiner Emotionalität mit einer Art nostalgischen Wehmut verglichen werden.
Mit ihm über komplexe Sachverhalte zu sprechen ist kein Spaß. Ich hatte heute zweimal das Vergnügen.
Auf eine bestimmte Weise verzeiht Kunst Fehler, freut sich sogar über Fehler.
Fiorituren müssen ganz klar auseinandergenommen werden, sonst macht es überhaupt keinen Sinn – einfach komplett unverständlich als Notation. Sinneinheiten nicht erkennbar. Heißt aber auch: Alles nochmal anhören, wenn es ernst wird. Mit dem Ohr entscheiden.
Du redest noch mit dir, wenn niemand mehr mit dir redet. Du bist allein. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist das einfach so, dass du vor dich hin redest. Einfach so eben. Kein Grund. Außer dass du es eben tust. Minibeobachtungen, Nachjustierungen.
Eine komplette Hautschicht hing wie ein leerer Overall an meinem Körper. Ich schnitt sie an den Zehenspitzen mit einem Teppichmesser durch, um mich von ihr zu befreien.
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einfach weglachen
Lustig, Klänge, die man wiedererkennt, die man aber selten bewusst wahrnimmt, z.B. das Klopfen auf Putz, das meistens ziemlich hohl klingt, als ob eine dünne Schicht Luft zwischen Putz und Wand liegen würde – was manchmal ja stimmt, wenn der Putz anfängt sich abzulösen, meistens aber nicht – nehme ich zumindest an.
Ganz interessant, wieviele Bilder es inzwischen gibt, in denen die Zubereitung von Essen mit Töten oder Mord in Verbindung gebracht wird. Wenn man sich die Vorgänge genau anschaut, haben sie tatsächlich eine gewisse Grausamkeit an sich. Und das betrifft beileibe nicht nur tierische Produkte – vielleicht sogar im Gegenteil: Es sieht halt schon ziemlich fies aus, wenn man eine Paprika der Länge nach aufschlitzt und in kleine Stücke schneidet. Prachtvolles Meucheln.
Of course I always live in fear, how could I not to? How could it be otherwise?
1. 방탄소년단 (BTS): Love Yourself 轉 ‚Tear’
2. Haiyti: Montenegro Zero
3. J Balvin: Vibras
4. JPEGMAFIA: Veteran
5. Low: Double Negative
6. Zuli: Terminal
7. Kelman Duran: 13t Month
8. Joey Purp: QUARTERTHING
9. Rosalía: El Mal Querer
10. Graham Lambkin: No Better No Worse (Vol 1)
11. Popcaan: Forever
12. A.G. Cook: Hollywood Ambient
13. Father: Awful Swim
14. Klein: cc EP
15. Playboi Carti: Die Lit
16. Hermit & The Recluse: Orpheus vs. The Sirens
17. Westside Gunn: Supreme Blientele
18. BlocBoy JB: Simi
19. Pablo’s Eye: Spring Break
20. Ms Banks: The Coldest Winter Ever
21. XXXTENTACION: ?
22. Blood Orange: Negro Swan
23. Pusha-T: Daytona
24. Amine: ONEPOINTFIVE
25. Tirzah: Devotion
26. Nicki Minaj: Queen
27. Marissa Nadler: For My Crimes
28. Leikeli47: Acrylic
29. Rian Treanor: RAVEDIT
30. Earl Sweatshirt: Some Rap Songs
31. Evitceles: Anuket
32. Elysia Crampton: Elysia Crampton
33. Roc Marciano: Behold A Dark Horse
34. Clara!: Reggaetoneras 3
35. Lykke Li: So Sad So Sexy
36. Doja Cat: Amala
37. Young Dolph: Role Model
38. The Armed: Only Love
39. Meyers: Struggle Artists
40. Tinashe: Joyride
41. Joan of Arc: 1984
42. The Caretaker: Everywhere At The End Of Time – Stage 4
43. Alex Zhang Hungtai: Divine Weight
44. Tierra Whack: Whack World
45. Kanye West, Kid Cudi: KIDS SEE GHOSTS
46. Acre: Hollow Body
47. Roc Marciano: Rosebudd’s Revenge 2: The Bitter Dose
48. Post Malone: beerbongs & bentleys
49. Bambu: Exrcising A Demon | Article I | A Few Left
50. U.S. Girls: In a Poem Unlimited
51. Xzavier Stone: POINTCLOUDS 2
52. Denzel Curry: TA1300
53. James ‘Creole’ Thomas: Omas Sextet
54. Hannah Diamond: Soon I won’t see you at all
55. Aisha Devi: DNA Feelings
56. Varg: Nordic Flora Series Pt.4, Techno Music
57. Cholula Dans Division: Heavenly Sounds in Lo-fi Vol.1
58. Zaumne: Emo Dub
59. EQ Why & Traxman: WhyTrax
60. Second Woman: Instant / Apart
61. Smino: NØIR
62. Matthewdavid: Time Flying Beats
63. Janek Schaefer: What Light There Is Tells Us Nothing
64. Blood Room & TANS: LENZ
65. Teresa Winter: What The Night Is For
66. Gacha Bakradze: Word Color
67. Cecilia: Adoration
68. Der Kindestod: God As Daddy the Deranged
69. Priscilla Renea: Coloured
70. Pink Siifu: ensley
71. xin: To Shock the Sky and Shake the Earth
72. John Tilbury / Keith Rowe / Kjell Bjorgeengen: Sissel
73. Marianne Faithfull: Negative Capability
74. Lukah: „Chickenwire”
75. Carola Baer: The Story Of Valerie
76. anemone: anemone
77. City Girls: Girl Code
78. Kane Brown: Experiment
79. Kelman Duran: DC I
80. Jay Bolotin: No One Seems to Notice That It’s Raining (Previously Unreleased Recordings 1970-75)
81. NAO: Saturn
82. Kelman Duran & Asha Mirr: DISPLAY 009/010
83. Senyawa: Sujud
84. Shoeg: Container
85. Ian Isiah: Shugga Sextape (Vol. 1)
86. Hilary Woods: Colt
87. Maria w Horn: Kontrapoetik
88. Thou: Magus
89. Gel: Drama Tools
90. Gemini Sisters: Gemini Sisters
91. Kaia Kater: Grenades
92. Georgie McVicar: Failure to Meet Repayments Could Result in One (or
more) of the Following Being Actioned Against You
93. Strict Nurse: Erratic
94. Kodak Black: Heart Break Kodak
95. Raime: We Can’t Be That Far from the Beginning
96. Drake: Scorpion
97. DJ Playstation: 1984 EP
98. RetcH: After The Verdict
99. Oneohtrix Point Never: The Station
100. I Gst Sudarsana: GAYATRI MANTRAM
Auf den ersten Blick schlappes Jahr, viele faule Witze. Klingt sehr erschöpft. Kann mich komischerweise nicht wirklich daran erinnern, wie sich das angefühlt hat. Awful Records so ein bisschen das Sprachrohr des Jahres: Knallig, gut gemacht, gleichzeitig aber auch demonstrativ lässig und antikonventionell. Irgendwie hat dann anscheinend alles in das Jahr hineingepasst, wie eine Art Limbo, in dem alles geht. Merkwürdig ist normal. Den Sack gerade nicht zumachen ist eben manchmal auch eine gute Idee. Die Härte des vergangenen Jahres einer eigenartigen Lockerheit gewichen. Geht Alles. Als ob es uns das sagen wollte.
Zu entspannt ist nicht gut, zu angespannt auch nicht: Beide Haltungen haben im Grunde das gleiche Problem: Dass man glaubt, etwas zu besitzen, an etwas festhalten zu können, was aber faktisch nicht funktioniert. Es ist hörbar eine feste Haltung, also eine Pose, und nicht etwas, das erarbeitet ist. Dazu gehört auch der zu deutliche Bezug auf ein Genre.
Die wirklich guten Platten dann ziemliche Hämmer. Auch tatsächlich etwas Neues. Und überhaupt nicht von den Akteuren, von denen man es erwartet hätte. Eigentlich toll, wenn man ehrlich ist. Möglicherweise war das dann sogar ein richtig gutes Popjahr. Am Ende unglaublich viel interessante Musik. Man weiß gar nicht, was man rauswerfen soll aus der Liste, wirklich schwer runterzukürzen auf 100 Nummern. Unfassbar viel Hip Hop, keine Ahnung, wie das geht. Wirklich erstaunlich. Ist offensichtlich das Genre selbst, das hier trägt.
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unbeschulbar
Irre, was in einen kurzen Traum alles reinpasst. Beim Friseur. So eng. Immer wieder in den Geldbeutel gegriffen. Immer wieder einen Schein rausgezogen. Immer wieder so zerknüllt, dass man nicht sehen konnte, was er wert war. Und zu eng zum Auseinanderfalten.
Und plötzlich kam aus dem Päckchen Musik, wie ganz von fern, laut, druckvoll, aber kaum zu hören.
Wenn man das Schöne daran wegsehen kann, könnte es interessant und komplex werden.
Can one make works that are not works of art?
Exekias/Bilderfindung
Leben als absolute Schönheit/einfach so/allein gelassen.
Yu: Wahnsinn, wie der Kehlkopf da nach unten haut
Lustig: Durch Fugen auf Fugen schauen, und dann denken, dass sich da etwas bewegt, obwohl man einfach selbst nicht stillhalten konnte. Gewisse Nervosität am Blickfeldrand.
Krieg (2005-) Oper nach Rainald Goetz für 8 Solisten, 16stimmigen Chor und großes Ensemble, daraus:
Krieg 0: Lost für großes Ensemble
Krieg 1: Lichtblitz für gemischten Chor und großes Ensemble
Krieg 2: Stolen Friend für großes Ensemble
Krieg 3: Et on tuera tous les affreux für Klarinette und Ensemble
Krieg 4: Eternal Productions für Ensemble
Krieg 5: Untrust für großes Ensemble
So wird es ja nun definitiv nicht werden. Lustig, wenn eine eigentlich gute Planung sich von selbst erledigt. So sehr, dass man nachdenken muss, wie das eigentlich gemeint war.
Klage: Krass traurig, ehrlich gesagt.
durch die
durch die
Durchschnitt ist halt nicht Standard.
Geld hat keinen Charakter.
Es schien unnatürlich warm, ich stand auf, ging ins Wohnzimmer und wunderte mich, dass das Feuer in allen Kaminen lichterloh brannte. In der Mitte des Raumes hatte jemand über Nacht oder am frühen Morgen eine tischgroße Fläche dicht an dicht mit Geschenken voll gestellt, alle in Alufolie eingepackt und mit einfachen Stoffbändern verschnürt. Ich fragte mich, wie sie ins Haus gekommen sein konnte, als ich sah, dass die Flammen inzwischen die Wände hoch züngelten und das ganze Haus in Brand setzten.
bequem bequem bequem
alles bequem
Tatsächlich ist das ein Problem, dass man, wenn man glaubt, über alles schon mal nachgedacht zu haben, tendenziell bequem wird, weil man nur noch mit den Gedanken arbeitet, die man vor langer Zeit gedacht hat, und dazu auch keine neuen Ergebnisse erzielen kann. Besonders schlimm, wenn man tatsächlich recht hat, wenn es tatsächlich keinen Sinn macht, die gleichen Themen noch einmal durchzuarbeiten, weil man zu den gleichen Ergebnissen kommen würde. Man müsste sich fast fragen, ob es dann nicht besser wäre, fehlerhafte Ergebnisse zu produzieren, als mit den gleichen Gedanken jahrelang herumzulaufen.
All die. Why do they do that?
Kollektive Ideale
Konkrete Gewalt
ziemlich leere Augen
Edward Louis Severson: Einfach knallhart transkribieren, mit allem Rumeiern und Anschleifen.
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Da fehlt doch was!
Wenn überhaupt, ein echtes Proll-Pop Jahr, oder? Alles andere, einschließlich Kanye, wirkt dagegen ziemlich normal, vielleicht sogar ein bisschen abgestanden.
The Guilty: Interessant. Nicht so ohne weiteres auf Bühne übertragbar, weil es da eh nicht anders geht, aber trotzdem bedenkenswert. Verhältnis zwischen dem, was man sieht, und dem, was man nicht sieht. Vorgestellt wird. Wort und Bild. Schnell weg. Company. Mal vu mal dit.
Schön satt einrasten. Nicht wahr?
Und dann ist es plötzlich da, und du weißt, es kann nicht gerade erst gekommen sein, es muss schon eine Weile da gewesen sein, und warum merkst du es erst jetzt, oder genau jetzt? Aber es ist natürlich klar, wenn es ganz klein ist, dann merkt man es eben nicht, dann kann man es gar nicht merken. Und dann ist es wieder weg, und du bist wirklich erleichtert.
Known as a halfstep but used as a fulltime.
Können wir mal ganz kurz hier sterben?
Ja, klar, sehr gerne.
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It comes back.
Die Botticelli Avatare.
Überbreiter Fluss, an beiden Ufern gigantische, brückenartige Autobahntrassen, nicht über den Ufern, sondern über den Rändern des Flusses, wie über dem Wasser schwebende, heruntergekommene Ozeanriesen.
La leggenda dei frati:
Gambas, Walnüsse und geschwärztes Brot unter Kefir
Riegel von gestampftem Rindfleisch mit frisch gepflückten Blättern und Stengeln
I wanna die. I tell you I wanna die.
I don’t know why the fuck he did it, but he did (Giotto).
6 Knöpfe
Oh no. No you didn’t. Say you didn’t.
Das kann nicht unser Anspruch sein.
Schiere Größe.
What are all these people doing here?
I like that.
It’s like the perfect kit.
Don’t do that again.
Not now.
Not here.
Maybe later.
Giotto: Christus rinnt aus. Wahnsinn. Wie kommt er denn darauf?
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Filed under endless summer, Erinnerung/Gedächtnis, Essen, Kunst, Malerei
Double chicken originator
BRIDGET RILEY, Measure for Measure 6, 2016: Ganz interessant, geometrisches Muster, matte Farben, die so wirken, als ob das gesamte Bild mit einer dünnen Schicht Weiß überstrichen wäre. Fast schmerzhafter Widerspruch zwischen ultraklarem Muster und abgedeckter Farbe.
Kennen Sie den schon?
Nee, Sie?
Krasse Szene: Mann ohne Beine liegt wie Sitzfigur bewegungslos auf dem Trinkerrasen, drei Polizisten um ihn herum, ein leerer Rollstuhl steht zehn Meter entfernt auf dem Trottoir. Frage: Warum ist der Rollstuhl so weit weg?
ORANGE FELDSPAT MOOS OLIVE ERDBEERE
HELLBLAU HELLGELB HELLGRÜN SONNENGELB
Verzweiflung: Gibt es denn wirklich keine NEUIGKEITEN?
One number at a time – better than no number at all.
Ich frage, was ist das, ein Schleuder… Er zögert, weiß offensichtlich nicht, wie er es erklären soll. Wohl auch ein bisschen erstaunt über die Frage. Plötzlich wird meine Sicht milchig, ich denke, es liegt an der beschlagenen Brille, nehme sie ab, aber es wird nicht besser, eine weißliche, undurchsichtige Schicht scheint sich vor meine Augen zu legen. Während er nach Worten sucht, merkt er, dass mit mir etwas nicht stimmt. Tatsächlich kann ich ihn kaum mehr erkennen. Sein Gesicht verschwindet in dem milchigen Nebel.
Saturn A: Zum ersten Mal seit gefühlt 100 Jahren Metrum nicht an Materialeinsätze anpassen? Meaning: 4/4 durchlaufen lassen?
sk-in: Macht doch nur Sinn, wenn eine Pause dazwischen ist, oder? Dann aber möglicherweise tatsächlich schön, interessant, einfach wegen des Stockens gegen das vorprogrammierte Voranschreiten.
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KEINE PANIK
Gefährdung als allgemeingültige, unverzichtbare Metapher (Dramaturgie/Theater); Du spürst halt, wenn etwas auf der sicheren Saite bleibt, sich klanglich, technisch oder kompositorisch unangreifbar macht.
make it fuckin’ work!!!
Regret ist ja zum Beispiel eine reine Funktion des Gedächtnisses: Sensation triggert Erinnerung triggert Remorse.
Sommer kann ganz schön beunruhigend sein. Jetzt mal ganz ehrlich: Wer will denn bei dieser Hitze ficken?
Hallo Werkbegriff! Kunstproduktion und kuratorische Praxis.
Unwohlsein. Mitläufertum. Egal, wie sehr sich das einzelne Werk bemüht, es kann nicht aus dem Gefängnis der Produktion ausbrechen. Funktioniert interessanterweise nur, wenn der Kurator nicht den Anspruch der Produktion, sondern des Eingriffs hat. Versatzstücke. Viel befriedigender. Vielleicht sollten die Komponisten, zumindest für eine Weile, der Versuchung widerstehen, bei jeder Gelegenheit ihre ach so wertvollen Stücke gegen den Zugriff der Kuratoren zu schützen.
Ich kann nichts zu deinem Stück sagen. Zu hübsch. Zu schön. Zu geschützt. Kanye West: Pablo als kuriertes Album. Ein gewisser Zynismus dringend notwendig. Härte gegenüber dem eigenen Produkt. Balenciaga/Demna Gvasalia. Vielleicht kann das geschützte Produkt tatsächlich nichts mehr über unsere Welt aussagen, zumindest im Moment.
JK: Peinlich, weil bizarrer Kunstanspruch, der auch ironisch nicht eingelöst wird.
Dass man nicht genau weiß, wann/wo ein Werk aufhört und ein anderes beginnt. Konfrontation. Publikum.
a lot of things have changed
a lot of things have not
mainly us
Warum sehen die eigentlich alle so seriös aus? Ist das jetzt Pflicht hier so klassikmäßig seriös rumzulaufen?
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Bizarster
Now tell me, what’s so great about not being found – and what’s so great about being found?
Wie ist denn das eigentlich mit LOFI-Design, z.B. Papiertaschentuchpackungen zur Fußball-WM – ist das total easy oder besonders schwierig? Mal abgesehen davon, dass es vermutlich nicht besonders gut bezahlt wird. Sieht zumindest so aus. Könnte aber genau der Trick sein. Politikerplakate, die so aussehen, als ob sie selbst gemacht sind – kann man sich kaum vorstellen, dass das ein Designer aus Versehen – oder aus Unvermögen – macht.
Was ist eigentlich die Metapher einer wiederholten Pianomelodie im Hintergrund, über die im Vordergrund gesungen wird?
Why don’t we die?
Desorientiert. In der Tür geirrt. Für einen langen Moment gedacht, dass sich innerhalb von zwei Wochen alles komplett geändert hat. Das gesamte Setting komplett ausgetauscht worden ist.
For him, life was a beautiful joke. But it wasn’t. Or, was it?
Klage:
– Aufnahme transkribieren
– Aufnahme kürzen
– Einsatzfolgen in Minuten/Sekunden festlegen (Gesamtlänge gleich Partiturdauer)
– Einsatzfolge auf Aufnahme übertragen
– Einsatzfolge von Aufnahme auf Transkription übernehmen (einschließlich nicht vollständiger Wörter)
– Einsatzfolge auf Partitur legen und Ausschnitte aus Transkription eintragen
– Punkte auswählen, an denen die Aufnahme geteilt und getriggert werden sollte
– Entsprechend Aufnahme schneiden und Triggerpunkte in Partitur eintragen
– Wahrscheinlich Aufnahmeausschnitte ein wenig früher beginnen und ein wenig früher enden lassen, damit die Einsätze besser vorbereitet werden können
– Gitarre und Bass jeweils eigenes Band? Dann müsste sicher gestellt sein, dass die Triggerimpulse absolut synchron sind, damit sich die Bänder nicht gegeneinander verschieben – was besonders dort, wo Gitarre und Bass synchron sprechen, extrem störend wäre
Saturn:
– Gesamtdauer festlegen (31’?)
– Abschnitte festlegen
– Unterabschnitte festlegen
– Unterunterabschnitte festlegen
– Jeweils 11, Dauer entweder exponential oder linear wachsend, aber frei permutiert
– Material festlegen
– Reihenfolge Material festlegen
– U.U. Gesamtdramaturgie festlegen – was soll wo passieren und aus welchem Grund/mit welcher Funktion? Oder einfach nur: Welche Funktion sollen die einzelnen Abschnitte haben?
– Material und Abschnitte einander zuordnen
– Tempi entscheiden
– Takte entscheiden
– Ausarbeiten
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Schmerzensmann
Karl Lehmann
Es gibt keine Geheimnisse mehr.
Es gibt keine offenen Fragen mehr.
Was bedeutet das für uns? Dass die Hoffnung, hinter der nächsten Ecke könnte etwas warten, das unsere Welt komplett verändert, zumindest auf der Wissensebene ersatzlos gestrichen ist. Es sei denn, man sucht sich Gebiete, die immer noch schwer zu erschließen sind.
Austernpilze, Schirme und Stengel
Festes Tofu, relativ grob geschnitten
Milde Chillis
Mönchsbart
In Südamerika: Brusttasche mit Messer an Stock aufgeschnitten, damit Geldbörse herausfällt. Dabei Brust mit angeritzt. Bilder, die immer wiederkehren. Andere gar nicht, für immer verschwunden, sind eben gar nicht da. Sowas wie der in der Zeit fortentwickelte Fingerabdruck des Gedächtnisses.
Genau träumen/sich vorstellen, wie ein Knochen bricht. Tagträume zwischen dunklen Gedanken.
Das einzige, was man hier lernen kann: Wie unendlich platt die Bühne sein kann, und wie unvorstellbar unempfindlich dabei mit der Musik umgegangen wird. Letztlich auch, dass das darstellende Grimassieren und Gestikulieren zu Musik nicht wirklich eine gute Idee ist. Bei soviel Grobheit beginnt man sich nach Beckett zurückzusehnen. Auch das dokumentarische Theater ist natürlich ein möglicher Weg aus dieser Falle. Genau wie die trashige Überspitzung. Aber, natürlich, alles längst Presets geworden, die nur graduell frischer sind als die Posen des gestischen Theaters. In other words: Find something new. Überlege dir, wie dein Theater wirklich aussehen soll auf der Bühne. Möglicherweise Mikrochoreographie.
Der heute 18jährige hatte seit Jahren schwere Alkoholprobleme.
Trap-Klicken = Footwork-Klicken
Gitarrenvideounterricht: Das vermeiden ungewollter Nebengeräusche beim Spielen. Genau! Nur umgekehrt.
Man fragt sich natürlich schon: Wie wird man eigentlich sterben.
DARE
Yeah, it’s fuckin’ grotesque, I know.
DTM: Dead To Me
Metrum: Ist ja dann tatsächlich nicht mehr primär die Dauer, die man hört, sondern die Platzierung in der Zeit, und quasi eine kurze oder lange Artikulation der Zeit.
Kaleidoskopvillemusik II: Gesangsstimmen und Streicherstimmen getrennt ausdrucken, Gesangsstimmen nach Stimmlage verteilen.
Dexter am Ende komplett oder unterbrechen? Wahrscheinlich zweite Gesangseinlage, dann Dexter 1, dann Ende, dann Dexter 2, und dann noch mal Ende.
Quitte, Apfel, Zwiebel
It’s giving me a strong hold.
I like this product very much.
My mom used to say.
Yeah, I know, I know. It’s fuckin’ ridiculous, I know. Please don’t mention it.
You don’t want my job. Add two hours at the chiropractic and you got the overall picture.
Ich entdecke gerade, wie es ist, in den letzten Zügen zu liegen.
Oh, schau mal, da hängt ja jemand an der Laterne! Nee, stimmt nicht, sieht nur so aus, steht daneben. Schade.
Janggu: Rechts genau auf Höhe des Knies, links deutlich über dem Knie. Rechts flach links hoch
His painting offers a savage description of pointlessness, which, nevertheless, explodes on the mind like a powerful flash in a dark room.
Do not ask WHY
If you dont want to DIE
Do like you’re TOLD
If you want to get OLD
$ha Her: Ziemlich geil, wenn die Artikulation so schnell ist, aber leicht behindert wirkt, als ob er sich durch irgendeinen Widerstand durcharbeiten müsste.
Konjunktionen doppelt setzen oder zwei verschiedene Konjunktionen in ein Satzglied setzen, also eigentlich grobe grammatikalische Fehler: Nicht nur ein Nachahmen von wörtlicher Rede, sondern auch ein eigener Sprach- und Denkrhythmus. Und genau deswegen so gut. E.g.: And but.
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Gandesa
there’s chaos in my head
there’s chaos in my heart
so why would I pretend I know what I’m doing
Na ja, und ich lasse mir dann fake Logos auf meine Hosen nähen, damit die Leute nicht denken, dass ich denke, dass ich was Besseres bin, weil ich keine Markenartikel trage.
His unforced-error stats look like a decimal-error.
Merkwürdig, dass wir immer denken, dass Geschichten uns etwas erzählen wollen, dass sie uns die Welt erklären können, selbst wenn wir genau wissen, dass sie erfunden sind. Als ob die einfache Tatsache, dass sich jemand eine Geschichte ausdenken konnte, genügen würde, um ihr einen unbestreitbaren Wahrheitswert zu geben.
Veronese, Abendmahl: Das inhaltliche Zentrum eines Bildes ganz an den Rand zu setzen ist ein extrem cinematographischer Effekt. Warum eigentlich? Möglicherweise, weil er immer impliziert dass der Bildausschnitt beweglich ist, dass das Zentrum in die Mitte schwenken könnte. Also ein implizit bewegtes Bild bzw. bewegter Bildausschnitt: Wenn der Bildausschnitt so extrem gewählt werden kann, muss er auch beweglich sein. Wirkt übrigens immer ein bisschen billig als künstlerisches Mittel – vielleicht, weil es zu gut funktioniert, weil man damit eigentlich keinen Fehler machen kann.
Jean Materne
Brut Nature
CAVA
Lehmann, Tortosa
Kopf mit Schulterstümpfen, aber ohne Körper, treibt auf Wasser. Lebt. Es gelingt ihm tatsächlich, von Zeit zu Zeit Mund oder Nase über die Wasseroberfläche zu bekommen um einzuatmen. Wirkt vergnügt. Gespenstisch. Badewanne.
Entscheidungen treffen und dazu stehen
Der Zweck zerstört die Mittel: In dem Moment, in dem Du verstehst, was etwas sagen soll, ist es eigentlich nicht mehr interessant, egal, was es ist, egal, was es sagen soll. Einzige mögliche Gegenstrategie, wenn Du gezwungen bist, etwas zu sagen: Bedeutungsüberschuss.
Jeder Tag ist komplett anders – besonders, wenn man versucht, alle genau gleich zu gestalten. Zeigt sich dann sehr schnell, dass das überhaupt nicht geht.
Primäre Ebene: Botschaft
Sekundäre Ebene: Nuance
Form: Klare Gesten vs. unregelmäßige Parameter
Extrem genau definiertes Material
Primäre/Sekundäre Eigenschaften
Deutliche formale Gesten
Provokation: Auf entspannte Art so deutlich wie nur möglich vorgehen.
Ich kriege die Windschutzscheibe einfach nicht hoch, äh, runter, äh – gehen die hoch oder runter?
Ich schaute nach oben und sah einen riesigen Felsen, so groß wie ein Häuserblock, über uns schweben, eingeklemmt zwischen zwei felsigen Seitenwänden. Unwillkürlich fragte ich mich, ob wir, wenn der Fels abstürzen würde, eine Chance haben würden, schneller zu rennen, als er fallen würde. Natürlich nicht, der Fels war zu groß, der Weg zu weit, niemand würde jemals so schnell rennen können.
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Sie können ihr Glück kaum fassen.
Gekochtes Gemüse, kalt gegessen, quasi italienische Vorspeisenplatte, aber ohne Geschmacksverstärker Tomaten/Salz/Olivenöl: Extrem merkwürdiger Geschmack, wenn man bewusst darauf achtet, komplett verschieden zu rohem oder frisch gekochten Gemüse, wie ein völlig anderer Zustand. Weiß jeder, ist aber trotzdem komisch.
Die Bürger sind Schubert: Sonnenklar.
Die Soldaten: Shomyo-Mönche.
reinen Ton und helles Rauschen mischen
Imitation/Kanon in der Sekunde: Man hört tatsächlich nicht, dass es exakt das gleiche ist, sogar die Kontur wird durch das nicht tonale Verhältnis so verzerrt, dass sie nur ähnlich, nicht gleich zu sein scheint. Tonales Hören im atonalen Raum.
Großer Marktplatz, wirkt fast wie ein Amphitheater, leer, ein einziges Café an den oberen Rand gedrückt.
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Your email address will not be punished.
S2M Revision:
– Glissandogesten verkürzen: JA
– irrationale Takte einfügen (Terzette): VIELLEICHT
– ursprüngliche Planung (Terzette/Duette) zu Ende führen: UNBEDINGT
– Kontinuität aufbrechen, möglicherweise einfach Textzeilen trennen (Duette): JA
– Dynamik verdeutlichen/verschärfen (Notation und Ausführung): WAHRSCHEINLICH
– entweder Verhältnis Klang-Pause durch irrationale Takte aufbrechen, oder Fermaten auf Pausen setzen, auf jeden Fall einfachen Rhythmus stören (Terzette): MÖGLICHERWEISE
– formale Akzente, die das Stück auch dann lesbar machen, wenn die Aufführung im Detail scheitert: UNBEDINGT
– Obertonklänge und obertonartige Klänge streichen, komplett oder annähernd komplett; wenn Obertonklänge, dann als formale Signale einsetzen: NEIN – STATTDESSEN ÜBERARBEITEN, DIE EIGENTLICHE KLANGLICHE INTENTION DEUTLICH MACHEN
– leere Zeilen innerhalb der Abschnitte nicht ausblenden: JA
– nochmal alles durchprobieren und verständlicher machen (Text-Rhythmus-Tonhöhen-Relation), nochmal testen und ausformulieren: JA
– zweites Terzett Tutti: NEIN
– keine eigenen rhythmischen Werte für Anfangsschleifer: NEIN
– insgesamt weniger schematisch arbeiten – ich wollte das Stück ja so formalistisch wie möglich angehen, aber offensichtlich geht der Gegensatz zwischen formaler Anlage und Detailexpression so nicht wirklich auf: DOCH
– und Kardinalfrage, ob es überhaupt mit klassischen Instrumenten/klassischen Sängern geht – es muss gehen, es gibt keine realistische Alternative: ALSO JA
Interessant, wie wenig solche Notizen ihre Idee wirklich festhalten können. Wenn man dann vor dem Stück steht, hat die reale Situation nur noch sehr wenig mit den Gedanken, die man sich vorab gemacht hat, zu tun. Und zwar auch dann, wenn man nicht in eine Art Arbeitspanik fällt. Man sieht tatsächlich erst im Moment der Ausführung, ob eine Idee trägt oder nicht. Und das ist dann der Moment, in dem man vermutlich sogar sinnvollerweise in eine Art Entscheidungssturm kommt. Wenn das nicht geht, geht das? Geht das? Geht das? Man hat das Gefühl, dass wirklich sehr schnell entschieden werden muss, was als nächsten geschehen soll. Dass es nicht gut wäre, länger zu warten.
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Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Schlachten 2: Motette
Michaela
Etwas tun, wovon man keine Ahnung hat.
Man muss sich natürlich schon fragen, wo der viele Hass herkommt. Neid? Angst? Niemand kann restlos mit seinem Leben zufrieden sein. Dadurch, dass man andere als Ursache für die eigene Unzufriedenheit festmacht, kann man die Tatsache ignorieren, dass es die vollständige Zufriedenheit nicht gibt. Was gut ist, ist das eigene Verdienst, was schlecht ist, sind die anderen. Überhöhter Selbstwert, übersteigerte Selbstwahrnehmung.
Einige aufeinanderfolgende Lieder heißen genau gleich, haben genau den gleichen Titel.
Ich kniete mitten im Verkehr auf der Straße und wusste nicht, wie ich dort wegkommen sollte.
Wir haben nicht das richtige Leben geführt.
Early = Late
J’ai tout oublié.
Zäsur vs. Fermate
Martyrdöd: Bedrohliches Rauschen, von dem man nicht so genau weiß, wo es eigentlich herkommt. Vielleicht passiert nebenan gerade etwas, was man besser mitbekommen würde. Aber man ist hier so abgeschlossen, isoliert, gerade durch das Rauschen. Toll. Aus. Plötzlich hört man wieder was. Rauscht aber trotzdem weiter. Eigentlich unangenehm. Wo kommt denn hier das verdammte Rauschen her? Das ist ja überall, das Rauschen. Jetzt höre ich es plötzlich. Überall.
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Flying Cymbals
Buchstabieren/Chvrches: Ganz interessant, wie man innerlich mitspricht, und dann den abweichenden Buchstaben auch versucht, entsprechend auszusprechen, um sicher zu gehen, dass man sich nicht verschreibt.
Hat natürlich auch etwas zutiefst spießbürgerliches, wenn alles seinen Zweck, seinen Sinn haben soll. Letztlich hält man sich die Dinge damit vom Leibe, dass man vorgibt, sie ihrem Nutzen nach einordnen und beurteilen zu können. Schwierig: Wie spricht man über etwas, ohne es auf diese Weise einzuordnen. Die Annahme, Kunst gleich welcher Art wirklich erklären zu können, läuft eigentlich immer auf eine Illusion hinaus. Fakten ja, Beschreibung ja, Erklärung nein. Nur: In dem Moment, in dem Du etwas verteidigen willst, und das ist ja eine der häufigsten Situationen, wenn man über Kunst spricht, bleibt Dir gar nichts anderes übrig, als mit den Erklärungsversuchen zu starten.
Einen Namen aus dem Gedächtnis kramen, den man eigentlich gar nicht kennt. Erstaunlich, dass das geht.
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Of monumental ugliness
Rotkohl
Umeboshiwasser
Sardellenöl
Hollundersirup
Rote Beete
Gurke
Chilli
Tomate
Maurizio/Licht: Eigene Licht-Stimme ausarbeiten, Rhythmus/Dauer + Graustufen, eigentlich offensichtlich. Nicht Helligkeit, sondern Graustufen. Oder beides. Auf keinen Fall Farbe.
Le travail éloigne de nous trois grands maux: l’ennui, le vice et le besoin. (Voltaire)
Pas si mal, on doit dire.
Ein Stück, bei dem man wirklich nicht weiß, ob es schon angefangen hat oder nicht, wo der Kontrabass wie Stuhlrücken klingt oder das Stuhlrücken wie Kontrabass. Vielleicht so weit treiben, dass das Publikum nie merken wird, dass das Stück überhaupt gespielt worden ist, obwohl die Musiker die ganze Zeit auf der Bühne waren. Also perfekte Täuschung ohne jedes Auftritts- oder Anti-Auftritts-Pathos.
Intervention: Lange Schlange, Gedränge, viele Leute vor einem, viele hinter einem, sehr langsamer Einlass, endlich ist man durch, kommt in einen langen, geräumigen Gang, der merkwürdiger Weise bis auf wenige Gestalten leer ist. Schließlich kommt man in eine große, bestuhlte Halle, die vollständig leer ist. Die Vorstellung findet nicht statt, das ist die Vorstellung. Aber wo sind die ganzen Leute geblieben? Die Vorstellung findet nicht statt, und das Publikum ist verschwunden. Die Schlange war die Aufführung. Oder: Das Publikum ist die Aufführung. Das Warten des Publikums auf die Aufführung konsequent durchchoreographieren, Sitzende, Stehende, Grüppchenbildung.
Momente, an die man sich immer wieder erinnert, ohne dass man die geringste Ahnung hat, warum: z.B. 2003, 2004, nach einem Abend im X führe ich den Kollegen, besonders SG, meine neue koreanische Winterfütterung vor. Was zum Teufel ist daran so interessant? Warum kann ich mich so genau an sein Gesicht erinnern? Vielleicht, dass dieser Moment ihn für mich definierte? Wie ein Knopf, der nach Belieben immer wieder gedrückt werden kann.
Oder Bilder, die immer wiederkehren, obwohl es sie eigentlich nicht gegeben haben kann. Z.B. großes Haus eines Klassenkameraden am Neckarufer, drei oder vier Stockwerke + tiefliegender Garten dahinter, scheinbar alles zu seiner Verfügung, fremd, dunkel, mir nicht verständlich.
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Bäume in der Stadt
El Greco, San Pedro: Dramaturgie in der Fläche, die große Geste, Format groß/viel vs. klein/wenig und vice versa.
Logischerweise auch vom Motiv abhängig (San Ildefonso)
San Antonio de la Florida: Weiß, Engel, Gold, absolute Musik. Schwer zu erinnern, selbst als Eindruck, Stimmung.
Ganzes Stück nur über verschiedene Formen des Pressens schreiben (Sibirien/Gesang). Vielleicht tatsächlich so rangehen: Stimmtypen durch Gesangstechniken definieren. Total reduzieren.
Küche: Merkwürdige Form von Gedächtnis. Totale Einprägsamkeit in der Gegenwart, schnelles Verlöschen auch der gelungensten Teller im Gedächtnis. Hat möglicherweise auch mit mangelnden technischen Kenntnissen, also letztlich mangelnden Fähigkeiten der Analyse zu tun. Du verstehst letztlich nur den Effekt, das Resultat, aber nicht die Arbeit, und deshalb hast Du kein Handwerkszeug, mit dem Du Dir die Teller merken könntest.
Ich finde, dass hier ziemlich viele Leute rumlaufen, die morgen sagen und gestern meinen.
Schon hübsch so ein sonniger Frühmorgen, an dem sich die Stadt auf 30+ Grad vorbereitet. Letzte Frische, nicht mehr schläfrig, schon allein, weil es so verdammt hell ist, und komplett im Bewusstsein, dass dies ein wirklich anstrengender Tag werden wird. Friedlich, den angenehmsten Moment des Tages genießend. Extrem schönes Tiefgrün, so nur im Frühsommer zu haben. Sieht alles superschön aus. Erwartungsvoll, auch wenn eigentlich klar ist, was kommen wird.
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Berlin braucht mehr Prostituierte
It’s that ain’t I deep listening music that I really abhor.
De Chirico: Expressive Titel gegen antiexpressive Objekte. Rätselhaftigkeit der Kombination und der Montage. Sandgebäck. Bilderrahmen. Gerüst. Aber eben auch keine übertriebene Verrätselung, eher eine echte Liebe zur Bildkonstruktion, zur Oberfläche. Metaphysische Komposition, 1916. Ferrara. Super Idee, Dinge zusammenzustellen, die überhaupt nicht zusammengehören, aber nicht so, dass ihre Fremdheit betont wird, sondern als ob sie schon immer zusammengestanden hätten. Wodurch das Geheimnis viel größer wird. Absolute Selbstverständlichkeit. Bleibt die Frage, wo die vielen Winkel, Dreiecke und Latten eigentlich herkommen – sind das wirklich alles nur Rahmenhölzer? Hat das einfach nur so rumgestanden? Sind ja sowas wie der Kit der Bildkonstruktionen. Und wären die materielle Konstruktion des Bildträgers – nur, dass das nicht wirklich viel bringt, es tut nicht wirklich etwas zur Sache. Außer, dass der Kosmos des Malers dadurch in den Vordergrund gerückt wird und die Bildwelt letztlich zusätzlich hermetisiert wird. Alles Externe wie ein Bildzitat. Dazu passen dann auch die vielen Mannequins als Teil der internen Studiowelt. Echtes Gebäck auf Schautafeln montiert. Auch interessant: Auch die besten Bilder kann man sich nicht wirklich merken, könnte man niemals nacherzählen oder beschreiben. Vielleicht weil sie so wenig demonstrativ und didaktisch sind: Es gibt nichts, was man wirklich verstehen könnte, und daher auch keine Gedächtnishilfe. Extrem viele überragende Werke in Privatsammlungen.
Ganz scheußlich: Rezensionen, die mit einem einzelnen Adjektiv als Zusammenfassung enden. Z.B.: Beklemmend. Auch sehr hässlich: Schwarze Hemden, tiefrote Hemden, also die vermeintlich besonders geschmackvolle Entscheidung.
Christina Olson, 1947
Faraway, 1952
Young Bull, 1960
The Virgin + Study, 1969
My Young Friend, 1970
Barracoon, 1976
The Clearing, 1979
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Tschilplaut
A record that doesn’t shrink away from the ambition of the big, behemoth, classic hip-hop record. It sweats out ambition. Yet he chooses to forgo elements of that very aspiration altogether through a careful attention paid to not taking himself too seriously.
One is tempted to say that the very function of the news media is to relegate recent historical experiences as rapidly as possible into the past.
Sex is not sexy. Sexiness is more about the promise than about the satisfaction. Actually quite obvious, isn’t it?
Fett, ölige Substanz, nimmt kaum Kälte an.
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Traubensaft, dunkel
Wieder reingefallen: Elektronik vs. Orchesterloop, ich denke, es gehört zusammen, finde es erstaunlich, dass man auf so etwas kommen kann, eigentlich sogar toll, in Wirklichkeit war nur noch ein weiteres Fenster im Browser offen.
Die blödeste, unerwartetste, am wenigsten naheliegende Option, die überhaupt nicht auffällig zu sein scheint, stellt sich oft als die beste Wahl heraus, wenn man sich für sie entscheidet. Man grübelt, findet nichts, grübelt weiter, und plötzlich denkt man, vielleicht, warum denn nicht, ja, sieht eigentlich toll aus, ist ja viel besser als die anderen Möglichkeiten.
Ab wann dämmert Einem eigentlich genau, dass die Toten wirklich tot sind, dass sie nicht einfach woanders sind, an einem anderen Ort, oder dass zumindest dieser Ort ganz anders sein muss, als alles, was wir kennen?
Es gibt keine halben Instrumente, und keine halben instrumentalen Aktionen: Wenn Du einem Instrument die Hälfte seiner Aktion wegnimmst, macht es aus der anderen Hälfte eine komplette Aktion, und zwar eine komplett andere Aktion. Eine halbe Aktion ist dann automatisch wieder eine ganze Aktion, und wenn die Halbierung betont würde, würde eben auch dies zu der neuen ganzen Aktion gehören.
Takte ABSICHTLICH falsch kopieren, immer etwas zu lang oder etwas zu kurz, damit etwas übersteht, ein Rest übrigbleibt, die Dinge nicht richtig zusammenpassen. Vielleicht nur als digitaler Effekt interessant, bzw. als Effekt mit festem Material, das nicht erst noch neu eingeführt werden muss. Dort wird sich die Idee einfach in der Aufführung einebnen und verschwinden. Faltungen, Färbungen, Spuren, alles Dinge, die Komponisten lieben, im Resultat aber als formale Idee letztlich keine Rolle mehr spielen und darum nur begrenzt, nämlich nur für den Komponisten, interessant sind. Schade drum, der Verlust ist aber vermutlich in Instrumentalmusik unausweichlich.
Empfang, riesige Halle, bei näherer Hinsehen fast fußballplatzgroß, viele Bilder, Museumshängung. Zaghafte Begrüßung, R. ist alt geworden, sehr kräftig im Gesicht, Altersflecken, ein ganz tolles Buch will er holen und geht schnell in einen anderen Raum. Ich sehe seinen breiten Rücken, offensichtlich braungebrannt vom Sommer, merkwürdige Frisur, teils lange, teils kurze Haare, kleiner Samuraizopf, offensichtlich gebleicht. Eine Frau beschwert sich über die Hintergrundsmusik, es läuft ganz leise Orchestermusik, klingt wie ein Tschaikowsky-Ballett, allerdings kein Nussknacker-Ohrwurm. In der Ecke ein DJ, Mitarbeiter von J., freundlicher Skandinavier, der mir seine neuartigen Kopfhörer zeigen will, Schalen, die direkt auf den Schädel gesetzt werden, er setzt sie mir auf, ich erschrecke, der Klang wirkt sehr laut, erst nachdem ich mich beruhigt habe, merke ich, dass die Knistermusik der Kopfhörer eher leise eingestellt ist, aber sehr direkt klingt, tendenziell unangenehm. Beschreibung. Da war ich. Gedächtnis. Albtraum.
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Ist das wirklich tröstlich (die Erinnerung)?
Gedächtnisleistung, z.B. im Dunkeln ins Bett zu finden, vielleicht auch noch in einer fremden Wohnung: Da ist der Stuhl, da ist der Schrank, da ist der Tisch. Kurzzeit-Topographie. Das allgemeine Wiederholungsgedächtnis reicht dafür meistens nicht, glaube ich. Zu wenig auf unmittelbaren Nutzen, auf unmittelbare Vergegenwärtigung ausgerichtet.
Tasten. Ausprobieren. Könnte da sein, vielleicht aber auch höher. Oder tiefer.
A song of tough love for a generation whose eyes have moved fish-like to the sides of its head, forward vision usurped by a numb need to survive the now, side-placed eyes scanning for any GARDE of which to be AVANT.
Der Stuhl war ungefähr hier, vielleicht ein wenig weiter links, oder doch weiter rechts, größer, kleiner, breiter, tiefer? Im Dunkeln fühlt sich alles anders an, als es im Hellen ausgesehen hat. Im Hellen genaue Verortung nicht notwendig, da jederzeit nachvollziehbar, im Dunkeln die einzige Orientierungsmöglichkeit überhaupt, wenn es nicht um einfaches Vorwärtstasten gehen soll.
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Erschreckend
Eitelkeit und Lüge: Noch so ‘ne geistreiche Beobachtung und ich kotze.
Melodie = Umwege: Gehe NICHT direkt auf, ziehe NICHT … Antilogik. Da könnte man doch noch mal. Abschweifen.
Müllauto/Straßenreinigung: Lang gehaltener Ton/Intervall, Brummen ohne Anfang und Ende, ab und zu leichte Tonhöhenabweichungen, gar nicht demonstrativ, aber eindeutig präsent, eigentlich sogar fast Vordergrund des Geräuschspektrums, nur durch den Mangel an Veränderung als eine Art Hintergrund wahrgenommen. Schön.
Alle wenden sich wieder der Musik zu. Keiner mag sie, aber man ist sich einig, dass es besser ist, als gar nichts zu haben in der Nacht.
Kalter Rauch, Bier, fettgetränkte Speisen, alles schon ein bisschen älter: Geruch der Jugend, selten geworden, aber nicht völlig verschwunden. Z.B. wenn man sich in der Kneipe ein Eis geholt hat. Schon damals komisch gewesen, aber nicht eklig, eher fremd, heute vor allem Erinnerung.
Ziemlicher Unfug, den Diederichsen in der vorletzten de:bug ever über Cage verzapft: so ist das leider SEHR kurz gedacht und als Argument ziemlich peinlich.
Komponieren als bürokratische Übung: Alles sehr still.
Vorläufiger Umriss:
zwei große Bogen:
1. Aufmerksamkeit, Langeweile, ADS, Maschinen vs. Menschen bei der Verrichtung stumpfsinniger Arbeit.
2. Individualität vs. Integration in größere Strukturen – Steuern zahlen, einsamer Wolf im IRS vs. Teamplayer.
David Wallace verschwindet nach hundert Seiten.
Kern der Sache: Realismus, Monotonie. Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten.
David Wallace verschwindet – geht im System auf.
Ich muss da mal kurz was nachkucken.
Ja, fällt mir gerade ein: Der Unterschied zwischen etwas, woran man sich erinnert oder rekonstruierend zu erinnern versucht, und etwas, was einem gerade einfällt. Es fühlt sich natürlich grundsätzlich besser an, wenn man etwas direkt aufschreiben kann, man hat das Gefühl, dass man den Gedanken in seiner ursprünglichen Gestalt unmittelbar festgehalten hat. Im Gegensatz dazu fühlt sich das Erinnern immer ein wenig angestrengt an. Da war doch noch was, was ich aufschreiben wollte, wie war das nochmal, da ging’s um, so war das aber nicht, das klang irgendwie besser, überzeugender, wie war das bloß? So richtig krieg’ ich es nicht wieder hin, aber irgendwie so muss es gewesen sein, auf jeden Fall ist es darum gegangen. Fühlt sich jetzt gar nicht mehr so wichtig an, nicht mehr so prägnant, so schlüssig, viel zu angestrengt. Und man denkt natürlich, dass das jeder sofort merken wird. Fünf Wochen später weiß man selbst nicht mehr, was das unmittelbare Notat war, und was die Nachschrift.
Du kannst den Schnitt nicht sehen, keine Chance. Du weißt nur, dass er da gewesen sein muss, weil Du jetzt etwas anderes siehst als vorher. Aus dem gleichen Grund würdest Du aber auch nicht wissen können, dass es keinen Schnitt gab, wenn Du immer noch das Gleiche siehst.
Das ist übrigens ein Nachteil der nicht zeitgebundenen Künste: Dass da der Schnitt ganz offen daliegt, jederzeit erkennbar, jederzeit benennbar. Kann nur im Kopf, als Effekt, dann wieder verschwinden.
Deswegen ist der Schnitt so wahnsinnig interessant: Es gibt ihn gar nicht, er ist weniger als ein Moment, er ist gar nicht da, Du kannst nur rückschließen, dass er da gewesen sein muss.
Den Schnitt, der nicht da ist, isolieren: Das wäre doch mal eine interessante Aufgabe.
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Quasi der Wald.
Beim Lesen der Sprache, und vielleicht sogar der Bedeutung nachstolpern: Man hat eigentlich alles verstanden, man könnte ohne weiteres wiederholen, worum es gerade gegangen ist, aber man hat das Gefühl, dass man den Satz doch nicht vollständig nachvollzogen hat, dass man vielleicht den Rhythmus nicht richtig verstanden hat oder den Wortklang, oder dass man einfach ein bisschen zu oberflächlich gelesen hat. Passiert eigentlich immer, wenn man sich genau das fragt: Ob man den gerade vergangenen Satz wirklich vollständig verstanden hat. Lass uns ihn nochmal lesen. Und nochmal. Und nochmal. In Wirklichkeit kommt man weder der Bedeutung, noch dem Rhythmus auch nur ein bisschen näher, es ist eher so, dass das Lesen langsam in eine Art Kurzzeit-Auswendiglernen übergeht, irgendwann können wir den vollständigen Satz auswendig wiederholen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht wirklich mehr verstanden als beim ersten Durchgang. Es ist eher eine Art schlechtes Gewissen, fast, als ob wir den Sätzen, wenn wir sie nicht wieder und wieder wiederholen, Unrecht tun würden, das uns stocken und zurückschauen lässt. Und die Einsicht, dass es nicht wirklich eine tiefere Bedeutung hinter dem, was wir sofort verstanden haben, gibt, so dass es auch keinen natürlichen Endpunkt unserer Wiederholungsbemühungen gibt, die uns weiterlesen lässt.
Eine Alternative wäre: Sich zu zwingen, durchgehend schnell zu lesen, ohne irgendeine Form von Unterbrechung und Rückschau zu erlauben. Das durchzuhalten wäre eine echte Konzentrationsübung, da wir uns dann tatsächlich ohne jede Unterbrechung konzentrieren müssten, um dem von uns gelesenen Text gerecht zu werden, sprich, wie im Kino, nichts zu verpassen, und mit Sicherheit wesentlich anstrengender als ein langsames Lesen mit Vor- und Rückschau. Kann nicht zurückgedreht werden, läuft ab wie eine Aufführung, auf deren Fortgang wir keinen Einfluss haben.
Comments Off on Quasi der Wald.
Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Literatur, Text
hundekotgelb
alles arco, alles gestrichen: Kein Pizzicato, kein Battuto, kein Saltando. Das reine Streichgeräusch in allen denkbaren Varianten. Staccato, wenn überhaupt, nur als arco-Impuls.
Ist das jetzt wieder vorbei mit der Tonhöhe/Tondauern-Sprache? Nie mehr gemacht, später (Ton/Geräusch-Abstufungen). Plötzliches Wiedererwachen des Interesses, natürlich auch/vor allem wegen Entwurfsplanung Maurizio/Licht, wo das Geräusch Teil der ursprünglichen Idee war. Merkwürdig, dass man auf solche Sachen dann wieder zurückkommt, gerade wenn man nicht damit gerechnet hat.
Klangdifferenzierung als Prachtentfaltung
Insistierender und differenzierter Lärm: Moe
Sunset Blvd, Abzweigung vor Westwood, Jimmy Rodgers Park, Star Maps, Traumprotokolle.
Geräusche verdoppeln, um Tonhöhengehalt herauszufiltern. Quasi Anleitung zum Hören. Was gemeint ist. Was gemeint war. Ich wollte … ich … damit …
Einzelheiten, Details, Beobachtungen, Kleinstereignisse, in – was eigentlich? – gegossen. Völlig bizarr, dass man sich das alles merken kann. Wobei – eigentlich ja nicht merken, eher wird es eingeschrieben, mehr oder weniger willkürlich aufgezeichnet. Das Bild, der Text, der Ton ist dann da, ohne dass man etwas dafür getan hat – und ohne dass man ihn bewusst wieder aufgerufen hat.
im Grunde ein Wunder, dass die ganze Scheiße immer noch zusammenhält
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§22: Die Erinnerung
– Do nothing.
– I beg your pardon?
– If you have no move, Mr Thompson, you do nothing.
– He’s under attack, Arnold.
– All the more reason for patience. I’ve made my living, Mr Thompson, in large part as a gambler. Some days I make 20 bets, some days I make none. There are weeks, sometimes months in fact, when I don’t make a bet at all because there simply is no play. So I wait, plan, marshal my resources. And when I finally see an opportunity, and there is a bet to make, I bet it all.
Vorort, Straße, altmodische Limousinen im Tiefschnee: Vergessen zu atmen.
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Wo die Reise hingeht
Radio: Eine Ansage nach der anderen, keine Beiträge. Komplette Sendungen werden angesagt, dann die nächste Sendung. Angesagt. Keine Beiträge. Die Maschinerie dreht durch. Schließlich nicht enden wollende Pausenmusik, dann Knacksen und Stille. Nach einer Weile in eine laufende Sendung hineingeschnitten, allerdings keine der zuvor angesagten. Wäre ziemlich toll als experimenteller Radiobeitrag, war aber nur ein echter Fehler. Kommentarlos gesendet. Hat also vermutlich auf dem Sender niemand gemerkt.
Manie des Bewahrens, Aufschreibens: Das ist ja wohl das eigentliche Thema. Was würden wir machen, wenn wir das nicht machen würden? Wie sähe unser Leben dann aus? Tiefe Sinnkrise. Symptome: Nichts wegwerfen wollen. Alles wegwerfen wollen. Nachsinnen. Erinnern. Wie das war. Staunen. Wie das ist. Eigentlich ja dann: Befreit vom Nachdenken. Einfach da sein, und irgendwann wieder weg sein. Sieht allerdings nicht so aus, als ob das irgendetwas besser machen würde.
Vorne Licht, hinten Ensemble: Licht hält das Gesicht nach vorne, Beschallung kommt also notwendigerweise von hinten, es sei denn, man würde sich entscheiden, auf das Licht komplett zu verzichten. Man hört auch, wenn man nicht hinsieht. Quasi Asymmetrie: Normalerweise würde man sich immer umdrehen, wenn etwas von hinten kommt, hier muss man sich aber mit der Situation abfinden: Entweder Licht von vorne und Klang von hinten, oder kein Licht und Hinwendung zum Klang. Entscheidungszwang. Bilde mir ein, dass das was sagt.
Guston: Arbeit
To the Wonder: Arbeit
Bronsky Beat: Arbeit
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What a year!
Was war DAS denn? Chaotischstes Jahr EVER. Auch poptechnisch insgesamt eher deprimierend. Einzige echte Überraschung für mich Feldman, Violin and Orchestra, Widmann, HR Sinfonieorchester, Pomarico: Hätte nicht gedacht, dass es jemandem gelingen würde, die Intensität und den Extremismus von Paul Zukofsky aufzubringen, ohne ihn zu imitieren. Auch wenn das Ergebnis im Detail sehr ähnlich ist, wirkt es nie wie bloßes Nachspielen. Lichtblick im Popbereich Zomby, With Love, die sonst offensichtlich niemand mochte. Glasklare Wut. Sonst viel gut, wenig toll. Schade. Bin nicht sicher, ob das die Mühe noch lohnt. Schon das ganze Jahr nicht. Sicher. Eher Qual als Erkenntnis.
hors concours:
Morton Feldman: Violin And Orchestra, Widmann, HR Sinfonieorchester, Pomarico
lang:
01. Zomby: With Love
02. Oneohtrix Point Never: R Plus Seven
03. Jai Paul: Leak
04. Four Tet: Beautiful Rewind
05. Julia Holter: Loud City Song
06. Deniro Farrar: The Patriarch
07. Prefab Sprout: Crimson/Red
08. Autre Ne Veut: Anxiety
09. Rashad Becker: Traditional Music Of Notional Species Vol. I
10. Bill Orcutt: A History Of Every One
11. The Flaming Lips: The Terror
12. James Ferraro: NYC, Hell 3:00 AM
13. Donato Dozzy: Plays Bee Mask
14. Riccardo Donoso: As Iron Sharpens Iron/One Verse Sharpens Another
15. Dawn Richard: Goldenheart
16. Daughn Gibson: Me Moan
17. KA: The Night’s Gambit
18. Toshiya Tsunoda: ο κόκκος της ανοιξης
19. Fear Of Men: Early Fragments
20. Stara Rzeka: Cień chmury nad ukrytym polem
21. Alan Licht: Four Years Older
22. William Basinski + Richard Chartrier: Aurira Liminalis
23. Steve Mason: Monkey Minds In The Devil’s Time
24. Gunnar Haslam: Memesiak
25. Ill Professor: Wire & Air
26. Conforce: Kinetic Image
27. The Black Dog: Tranklements
28. Kaeptn Peng & Die Tentakel Von Delphi: Expedition Ins O
29. IVVVO: Occult
30. The Knife: Shaking The Habitual
31. blackoutbeach: Blues Trip
32. Phork: Entertainment
33. John Grant: Pale Green Ghosts
34. Hatred Surge: Human Overdose
35. TM404: TM404
36. DJ Taye: Just Coolin’
37. Run The Jewels: Run The Jewels
38. Touché Amoré: Is Survived By
39. Virile Games: Wounded Laurel
40. Glasser: Interiors
41. CocoRosie: Tales Of A Grass Widow
42. Earl Sweatshirt: Doris
43. Cloud Boat: Book Of Hours
44. Taku Sugimoto & Moe Kamura: Live In Saritote
45. Xiu Xiu: Nina
46. The Field: Cupid’s Head
47. Lawrence: Films & Windows
48. Phoenix: Bankrupt!
49. Ceephax: Cro Magnox
50. Rome Fortune: Beautiful Pimp
kurz:
Actress: Grey Over Blue
Joey Anderson: Above The Cherry Moon
Julio Bashmore & Kowton: Mirror Song
Calculon: Feel EP
Covered In Sand: Heaven’s Gate Suicide
∆ ∆: Skyway
Aaron Dilloway: Songs About Jason
Walter Ego: Heaven EP
Evans: No Way Back EP
George Fitzgerald: Thinking Of You
Troy Gunner: Masks/The Valley
Graze: Graze EP
Jaw Jam: The Truth
Lakker: Deathmask EP
Moiré: Never Sleep
Anthony Naples: El Portal EP
OL: Cover/Vertical Race
DJ Rashad: Rollin’ EP
Gerry Read: Crave Enjoy A Day Out
Recondite/Julien H Mulder: Shift 003
Dawn Richard: Whiteout EP
Rolando: D & N’s EP
Trade: SHEWORKS005
Umbra: Abrasive
Zacarocha: Use Me EP
mixtape/compilation
AHNNU vs. D/P/I: SHE WAS NO TAME THING
Arca: &&&&&
Demdike Stare: The Weight Of Culture
Steve Hauschildt: S/H
Nguzunguzu: FADEMIX004
Prostitutes: Used Illusions Pt. I & II/Blowing Up The Workshop
Levon Vincent: Little White Earbuds Podcast 149
Walls: Ecstatic
Wanda Group: A SLAB ABOUT HOW ELSIE DIED AROUND A MONTH AGO
Western Tink: Mobbin No Sobbin Presents The Rise Of Tinkavelli
Das war doch FURCHTBAR, oder?
Ja, GRAUENHAFT.
Das kann man wohl sagen.
Na ja, ham wa wieder was erlebt.
Ja, ham wa wieder was erlebt.
Oder auch nicht. Erinnerung: Wenn man sich nicht damit beschäftigt, muss man sich auch nicht daran erinnern.
PS: Gerade nochmal angehört. Wenn ich ehrlich bin, ist James Ferraro, NYC, Hell 3:00 AM doch wirklich toll. Fand ich jedenfalls heute. Eindeutig zu schlecht platziert.
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Klavierwand
Gandolfini
Haydn: Bisschen mehr Tapferkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.
Sich langsam verschiebender Abtastvorgang: Schnelle Bewegung, aber langsame Veränderung. Aufleuchten und Verschwinden. Quasi Wiederholung, dadurch Verlängerung. Harter Schnitt/weicher Schnitt, laut/leise, hell/dunkel, etc. WICHTIG!
nur antasten/berühren
Un film comme les autres: Tout se résume dans l’esthétique et l’économie politique.
Verloren & vergessen: Meinen Lieblingsblog der Nuller Jahre gibt es nicht mehr. Ich habe mir nicht gemerkt, wie er hieß, wer ihn gemacht hat, hatte ich ohnehin nur durch Zufall rausbekommen und mir nicht notiert, das Lesezeichen muss ich aus Versehen gelöscht haben, weil der Link tot war. Ist also komplett weg, verloren, nicht wiederholbar. Tolle Metapher für das Gedächtnis, einfach weg, so halt, keine Spur.
Cinéastes/Eric Borg: Glückliche Zeiten. Das Paradies. Die Erinnerung. In der Erinnerung.
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jedem Jugendtrend hinterher
Ich weiß noch nicht einmal mehr genau, ob es gestern oder vorgestern passiert ist. Aber doch, es war gestern, nachdem ich lange Zeit gewartet hatte.
Interessant, wie viel geschieht, auch wenn nichts geschieht. Und zwar noch nicht einmal Innenleben oder sowas, sondern einfach nur Handlungen, alltägliche Verrichtungen, Nachdenken, Lesen, Arbeiten, Nachschauen – eine eigene Welt, voll ausgestattet, letztlich völlig normal und nüchtern. Unvermeidbar.
Übertriebener Ehrgeiz auf der einen Seite, gähnende Langeweile auf der anderen. Is that it? Vorsichtige Beharrlichkeit: Das kann es ja wohl auch nicht sein, oder?
Wäre allerdings immer noch die Frage, was erwarten wir von einem Stück? Soll es knallen? Muss es knallen? Oder kann es seine Intensität wo anders her holen. Geht es auch ohne Intensität? Was wäre dann das auslösende Moment, letztlich der Kick?
Nicolas Boetsch: Because that’s what’s art for, to be happy and to do what you want to do.
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alles Stückwerk
Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem erwähnenswert: Vor der Erfindung der Fotographie war Malen natürlich auch eine Gedächtnisleistung, und wahrscheinlich auch eine Art Abstraktion von der Zeit, Zusammenfassung. Man konnte nicht einfach den Himmel fotographieren und dann abmalen, sondern musste sich entweder möglichst genau merken, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte, wenn einem dieser Zeitpunkt besonders wichtig war, und etwa in einer schnellen Skizze, einer Art Kurzschrift, festhalten – die aber auch schon eine längeren Moment zusammenfassen würde, da sie ja nicht die quasi ausdehnungslose Belichtungszeit der Fotographie, sondern einen gewissen Zeitraum der fortschreitenden Skizzierung benötigen würde. Oder man musste das Typische eines bestimmten Himmels, vielleicht auch eine gewisse Emotionalität, die der Himmel haben sollte, konstruieren, und damit einen deutlichen Abstraktionsschritt vom tatsächlichen Himmel weg vollziehen, auch wenn das nicht unmittelbar offensichtlich, weil nicht nachprüfbar, und dem Maler wahrscheinlich auch gar nicht bewusst war.
Nicht Stimmigkeit, sondern Unstimmigkeit, die Produktivität birgt. Altes Problem: Man kann nicht absichtlich unstimmig sein. Vielleicht kann man so lange an etwas arbeiten, bis es unstimmig wird. Ich meine damit allerdings nicht, dass etwas lebendig wird, sondern dass es tatsächlich nicht mehr zusammenpasst, und dadurch Bewegung erzwingt.
Schlagzeug: Nur Riffelung, oder fast nur Riffelung, verschiedene Grade, verschiedene Geschwindigkeiten, quasi Mikrorhythmus, regelmäßige Mikroimpulse in unterschiedlicher Dichte. Sonst ausschließlich gedämpfte Schläge, ebenfalls unterschiedliche Dämpfungsgrade und Dämpfungsmethoden.
Schwestern verdoppelt, spiegelbildlich auf Boden ausgestreckt, leicht gekrümmt, Rücken an Rücken. Eine sieht etwas kräftiger aus als die andere, gesünder, vielleicht auch jünger.
meinetwegen ruhig ins Extrem gehen, was Ausdruck, Dynamik, Tempo etc. betrifft, aber subtil = traurig
Völlig surrealer Sommer: Heiß/Kalt, Sonne/Regen, Heuschnupfen/Klarsicht. Man duckt sich so ein bisschen weg, hilft aber nicht wirklich. Einzige Option: So gut es geht arbeiten.
Eine Ecke, eine Kante, ein Hindernis übersehen: Dumpfer Knall, Bewusstlosigkeit
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Eule
liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden
Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.
Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.
Shredderklang
Schmeckt ein bisschen wie Milch.
Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.
– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.
Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.
wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.
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So many.
Less Talk
More Action
Charaktere, die in der Erinnerung zusammenfließen: Lateinlehrer/Französischschüler. War der nun so und der so oder andersherum oder waren sie vielleicht wirklich beide gleich/ähnlich?
Warnpiepsen Mikrophonpfeifen
Elektronik als Zitat: Wäre eine Möglichkeit, ein Instrument daraus zu machen.
It’s all much worse than you think.
PR: Ich verändere Material, indem ich es unverändert wiederhole. Die Aussage ist: Das Verhalten des Materials zur Häufigkeit seiner Wiederholung.
Bild mit Ton hier wesentlich prägnanter in der Wahrnehmbarkeit von Schnitt und Wiederholung – auch wenn sie gegeneinander verschoben sind.
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practically
Schon auch interessant, was man vergisst. Dafür sind diese Aufzeichnungen ja auch da: Um zu prüfen, wieviel eine Notiz, die im Moment der Niederschrift glasklar ist, tatsächlich transportieren kann, wenn ihr unmittelbarer Zusammenhang weggefallen ist. Wieviel Erinnerung sie speichert, wieviel neue Zusammenhänge sie herstellen kann – oder auch nicht. Der Leser ist dann derjenige ohne spezifische Erinnerung. Und der Schreiber wird langsam, allmählich zum Leser.
Neue Musik auf Alten Instrumenten – na ja, ist es ja immer, oder?
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selbstgerecht
HYBH: Alles, was dich schon immer interessiert hat, einfach hineinwerfen in das Stück.
disambiguation
Aufschreiben ohne Frage auch ein Abhaken, Erledigen, Wegdrücken als Selbstschutz. Damit ich nicht mehr drüber nachdenken muss. Kann man gut oder schlecht finden. Vergegenwärtigen und Auslöschen.
Bassdrum: Schnitt/Auslöschen/Schwarz – schnelles Crescendo vs. radikales Decrescendo
Rothmann, Der Hunger der Vergesslichkeit: Interessante Strategie, eine Pointe so zu unterspielen, dass sie fast verschwindet und das Unterspielen der Pointe zum eigentlichen Ereignis – und realen Erkenntnisgewinn – des Textes wird.
nothing ever changes: Was, wenn sich wirklich gar nichts ändern würde? Wenn wir nur das Gefühl hätten, dass sich etwas ändert, aber in Wirklichkeit in einer Art Zeit-Gallert stecken würden, der nur minimale Hin- und Rückbewegung als Zittern erlaubt? Illusion einer Bewegung: Träum’ weiter!
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design does matter
Auch das übrigens eine Frage von Gedächtnis: Dass du weißt, wo du die Füße hinsetzen musst, wenn du schon nicht mehr hinschaust (funktioniert eben auch im Gelände). Gilt erst recht für Vierbeiner, bei denen der Kopf längst vorbei ist, wenn die Hinterbeine aufsetzen. Und die, sozusagen, die beiden Beinpaare gleichzeitig im Kopf behalten müssen.
Kann es sein, dass Bescheidenheitsgesten IMMER, AUSNAHMSLOS Unbescheidenheit ausdrücken? Denkbare Ausnahme wäre vielleicht, wenn es sich um zwingende Etikette handelt. Wenn ich wirklich bescheiden bin, muss ich das ja wohl nicht betonen.
Stimmt. Mein Vater hatte mal sehr schöne Handschuhe, bei denen die Nähte nicht nach außen, sondern nach innen gedreht waren.
Lichtblitz: 16 Stimmen, 16 Streicher, wieviele Bläser? Was für eine Funktion hätten Schlagzeug, Klavier und Harfe?
2/2/2/2//2/2/0 (Haydn)
2/2/2/2//2/2/0 (Mozart)
2/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 1/2/7/8)
2/2/2/2//3/2/0 (Beethoven 3)
1/2/2/2//2/2/0 (Beethoven 4)
3/2/2/3//2/2/3 (Beethoven 5)
3/2/2/2//2/2/2 (Beethoven 6)
3/2/2/3//4/2/3 (Beethoven 9)
2/2/3/2//2/1/1 (Strauss)
Nochmal nachschauen, nochmal überlegen.
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Illusion des Aufschreibens
Auf der anderen Seite wäre natürlich vieles komplett weg, wenn man es nicht aufschreiben würde, z.B. Arbeitsnotizen: Einzige Möglichkeit, weggehen zu können, wiederzukommen, und zu wissen, wo man gewesen ist.
everybody’s talkin’ ’bout
Lichtstrahl tanzt in der Mitte: Ihr seid alle Spastis, Ihr wollt alles viel zu einfach haben, Ihr wollt euch nicht anstrengen, Ihr wollt alles vorgekaut bekommen, Ihr seid alle Idioten, Gott strafe Euch!
Das bürgerliche Lager: Interessant, auf was für einem ultra-prolligen Niveau die sogenannten bürgerlichen Parteien im Wahlkampf agieren. Als ob sie sagen wollten: Wer intelligent ist, wählt uns ohnehin nicht. Oder: Wir wollen von gar niemandem gewählt werden, der nicht völlig bescheuert ist. Oder: Wer intelligent ist, wählt uns nicht wegen unseres Wahlkampfes, sondern wegen der persönlichen Vorteile, die er davon hat.
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Wie man liest was man liest
Wenn ich mal kurz was fragen dürfte: Die vielen Sachen, die man sich gerne merken würde, aber unmöglich merken kann, die alle super interessant sind, aber zu wenig Bezug zum realen eigenen Leben haben um im Hirn die Bereitschaft zu erzeugen, sie abzuspeichern. Bei mir z.B. französische Barockmusik, würde ich gerne alles wissen, alles verstehen, gerne auch unwichtige Fakten, aber hat viel zu wenig Bedeutung für meine Lebenswelt – auch als Komponist -, so dass ich nicht mal den Hauch einer Chance habe, sie mir zu merken. Als Musikwissenschaftler wäre die Sache anders, weil mein Leben anders wäre. Aber so haben die Dinge keine echte Bedeutung in meinem Leben, für meine Arbeit. Was macht man nun mit all den Dingen, die man liest, gerne abspeichern würde, aber genau weiß, dass man sie sich niemals merken wird? Markieren gibt einem das Gefühl, wenigstens etwas getan zu haben, wenigstens eine Spur hinterlassen zu haben, aber die Hoffnung, dass damit auch dem Gedächtnis geholfen wird, täuscht fast vollständig. Die vielen Markierungen, von denen man später gar nicht mehr weiß, warum sie überhaupt an dieser Stelle stehen, im Moment aber wichtig gewesen sind. Exzerpieren geht in die gleiche Richtung, man hat etwas getan, man weiß, wo man nachschauen könnte, wenn man müsste, aber viel mehr ist es eben auch nicht. Nicht ganz unähnlich die Notizen, die ich hier mache, und auch nicht sicher, ob ich die Ideen, die ich aufschreibe, festhalten oder loshaben will. Tendenziell haben sie keine wesentliche Bedeutung mehr, wenn sie einmal aufgeschrieben sind, und könnten auch vergessen werden.
Könnte man natürlich auch für eine Gnade halten, dass das Gehirn sofort ausfiltert, was man brauchen kann und was nicht, bleibt aber dennoch die Frage, wofür man die Massen von Material aufnimmt, wenn man sie sofort wieder vergisst. Vielleicht um einen Eindruck zu haben – was stimmt: Der Eindruck, den man von einem Buch, einem Artikel hat, bleibt. Sicherlich auch, weil man immer hofft, dass etwas dabei ist, das man sich wirklich merken kann, weil es sich zu merken lohnt. Mit anderen Worten: Jagen und sammeln, logischerweise findet man in den meisten Fällen nichts und muss weiter suchen. Trotzdem eine ziemlich merkwürdige Lebensweise.
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GANZ ANDERS
Nochmal zu Erinnerung/Gedächtnis: Bewusste Erinnerung beschränkt sich meistens auf das, was du auch in Worten beschreiben kannst. Eine Wohnung, die du in größeren zeitlichen Abständen mehrfach besucht hast: Es mag sein, dass deine Beschreibung korrekt ist, dass du mit einiger Anstrengung auch eine große Zahl von Details korrekt wiedergeben kannst, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wohnung, wenn du sie das nächste Mal besuchst, doch ganz anders sein wird, als du sie beschrieben hast. Selbst, wenn du die Höhe der Decke korrekt angegeben hast, wird sie in Wirklichkeit höher oder niedriger scheinen, der Flur wird breiter oder schmaler wirken, und die Atmosphäre, die Stimmung wird ganz anders sein, als du sie in Erinnerung gehabt hast. Ein kleiner, fast unbewusster Schrecken, aber doch ein wahrnehmbarer Schrecken. In Wirklichkeit ist immer alles ganz anders, als wir es uns gedacht haben. Nur die Gewohnheit, die alltägliche Wiederholung, lässt uns darüber hinwegsehen.
Natürlich sind das nur Feinheiten, und selbstverständlich können wir uns nicht an jedes Detail erinnern, aber ist das ein Grund, nicht beunruhigt zu sein? Mach eine Probe: Versuche, dich an einGesicht zu erinnern, das du jeden Tag siehst – du wirst über Banalitäten nicht hinauskommen, vielleicht auch deshalb, weil wir jeden Tag anders aussieht.
Details in der Zeit.
Stehen in der Zeit.
From time to time you die.
Giacometti.
Kind of bad taste.
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