Doris Salcedo: In gewisser Weise Anti-Konzeptkunst. Ist da, spielt eine große Rolle, war vielleicht die Hauptarbeit, wird aber absolut nicht kommuniziert. Interessant. Könnte man mit spielen. Offen legen vs verschweigen.
Emptyset, Blossoms: Klingt wie die elektronische Version von Maurizio/Licht. Gefällt mir natürlich. Könnte man nachdenken, ob man Teile davon verwenden kann.
True Detective III: Ist ja schon auch ein Charakterproblem, wenn man sich immer wieder von den gleichen Geschichten einlullen lässt, na klar, gut erzählt, na klar, tun sie so, als ob sie etwas über die Welt erzählen würden, aber letztlich ist es ja doch immer die gleiche Mischung von Spannung, Entsetzen und Voyeurismus. Gerade, wenn es wirklich gut geschrieben ist, wenn man tatsächlich das Gefühl hat, etwas zu sehen, was man so noch nicht kennt. Auch interessant, wie schnell man sich von Ablehnung zu Faszination bewegt.
Etwas nur mit den Augen verstehen. Berühren, anfassen, als ob. Bäume, Berge – gilt wahrscheinlich nicht für Artefakte.
Diabelli/Zender zu Heiliger Krieg?
Lorraine: Vielleicht einer, der an das Glück geglaubt hat? Hat Claude das Glück gemalt? Ja, vielleicht.
Saint-Julien-le-Pauvre: Fuck die Wand an!
Ludwig XII/Anne de Bretagne
Francois I/Claude de France
Henri II/Catherine de Medici
Nur Unvermögen rettet vor der großen Uniformität: Echt jetzt? Dann wären wir doch total gerettet, oder? Ist halt nicht wirklich lustig auf die Dauer, sorry. Am Ende nur noch ausruhen auf dem, was man mal herausgefunden hat.
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Thinking Historically in the Present
Theatre-makers Silke Huysmans and Hannes Dereere base their productions on concrete situations, events or places that represent a more widespread theme, and thereby interlink scientific investigations, interviews and active field research.
Vielleicht wäre es viel interessanter, sich auf konkrete Situationen zu beziehen, die nichts repräsentieren? Ist es nicht so, dass Sitationen, die etwas repräsentieren, automatisch ihren Wert als für sich stehende Situation verlieren? Was sollte daran interessieren? Es sei denn, man würde sie völlig entleeren und ausschließlich als Repräsentation betrachten. Oder lauter Situationen, die nichts repräsentieren, aneinander reihen, oder einige immer wieder wiederholen und möglicherweise abwandeln. Systematisch Situationen schaffen und durchdeklinieren, aber völlig konkret erscheinen lassen – das könnte wirklich interessant sein. S. Bauarbeiter/Clowns.
Z.B. alles aufnehmen und nachspielen. Das könnte ein sinnvoller Einsatz von Film sein: Dass man ihn gar nicht sieht, sondern dass er nur zur Aufnahme/Reproduzierbarkeit/Kontrolle dient.
Wie kann man sich denn da so hinstellen! Ich steh ja auch manchmal scheiße, Du, aber Ihr steht ja wirklich superscheiße!
Krieg/Chöre: Akkorde vom Anfang von Kaleidoskopvillemusik (die ja als schnelle Schläge den Anfang von Krieg/Chöre bilden) vielleicht auch für Chorakkorde benutzen, möglicherweise sogar Chor gegen Instrumente ausspielen, verdoppeln, etc. Einzelne Schläge herausnehmen. Die ganzen Schüsse könnten auch als Chorakkorde instrumentiert werden. Womit dann die Schläge am Anfang auch Schüsse wären – und wir nicht nur Teilchöre hätten, sondern auch volle Chorakkorde, die über das ganze Stück verteilt sind und es so zusammenfassen. Erst am Ende der Triumphchor dann der volle Chor mit anderem/neuem Material.
Geomungo: Tief, schnell anfangen, kurze Fassung, Jajinmori, ca. 4:00. Vielleicht auch das anschließende Material, dann viel schnelles/hektisches Vibratoreiben.
Am Ende Jinyangjo, harte, tiefe Schläge, immer wieder wiederholen – als ob du das Geomungo zerschlagen wolltest.
Subtilität ist tot. Eigentlich auch lustig.
Mund zu, Kehlkopf zu, Luftdruck, leises Pressen.
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SHUNGA
Wenn man Musik vor allem als Körperaktivität, oder als Formalisierung von Körperaktivität betrachten würde, könnte man vielleicht sagen, das Instrumente besonders sensible Vergrößerer und Verstärker von Körperaktivität sind. Natürlich eine sehr spezialisierte Körperaktivität, aber definitiv Bewegungen des Körpers. Was wir körperliche Musik nennen, ist in dieser Hinsicht meistens eher uninteressant und vereinfachend. Auch die normale Popvirtuosität ist meistens so sehr auf einen bestimmten Aspekt der Bewegungsmuster reduziert, dass die Bewegungen selbst nur in ihrer Geschwindigkeit, aber nicht in ihrer Subtilität eine Rolle spielen. Bei klassischer Musik bin ich mir da nicht so sicher, weil die unverstärkten Instrumente die körperliche Anstrengung viel deutlicher machen. Und die Instrumente selbst so ausgelegt sind, dass sie im klanglichen Ergebnis eine extrem genaue Vorstellung von der Art ihrer Berührung vermitteln. In der elektronischen Musik fällt dieser Aspekt logischerweise komplett weg, in der elektronischen Popmusik wird er durch das Samplen oder Nachbauen von akustischen Instrumenten zumindest nachgebildet, in der elektronischen Neuen Musik findet er höchstens als musique concrete, also eigentlich gar nicht statt. Hier kann Körperlichkeit nur noch im Klang selbst liegen, nicht mehr im Nachvollzug der Bewegungen auf den Instrumenten.
Miguel Gomez, REDEMPTION
S1A: Ich denke, für die elektronische Fassung wird es absolut essentiell sein, Passagen zu haben, die auf nachvollziehbare Weise (entweder alle Parameter oder ein großer Teil der relevanten Parameter) völlig stabil sind, so dass das Eingreifen der Elektronik verständlich und sinnvoll wird. Letztlich, damit es auch Spaß macht, dem nerdigen Stöpseldrehen zuzuschauen. Im Grunde sehr lange Fermaten des Stillstands oder der Wiederholung, innerhalb derer alle Veränderung auf der Ebene der Elektronik stattfindet.
Chicken Noodle Soup: Aint no fuckin’ composition…
Oper muss die Welt darstellen, wie sie zerplatzt.
Ritualmusik: Reine Zeitmessung, Zählen.
Den gesamten Bühnenapparat benutzen, um ins Publikum zu schauen. Oder die Bühne vom Publikum zu trennen. Das wäre definitiv eine interessante Oper. Untersuchung. Labor. Hermetik. Abgeschlossener Bereich.
PLAGIAT: Eigentlich superschön, diese Nachbauten, gerade, wenn man sie vom Original nicht unterscheiden kann und nur WEISS, dass sie nicht echt sind.
sehr laut gespielt, sehr leise abgespielt/
sehr leise gespielt, sehr laut abgespielt, obviously
alles wird geschlagen
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funktioniert
Serie: Institutionalisierte Überforderung, so angenehm, weil die Art der Überforderung voraussehbar ist – und in gewisser Weise gerade in ihren meist unvermeidbaren Unvollkommenheiten ein angemessener Spiegel der täglichen Realität ist.
Film: institutionalisierte Unterforderung, weil innerhalb einer viel zu kurzen Zeitspanne suggeriert wird, dass man eine Geschichte auserzählen kann, was in der Realität so gut wie nie der Fall ist.
Wahrscheinlich jeder, der sich mit klassischer Musik beschäftigt, kennt die Situation, dass man einige Takte oder auch eine längere Passage aus einem Stück, das man gut kennt, mit zunehmender Begeisterung im Kopf wiederholt. Schließlich spielt man eine Tonaufnahme ab, um das Stück noch einmal zu hören, und ist selbst bei einer überragenden Interpretation maßlos enttäuscht über die Banalität der Aufnahme gegenüber der Vorstellung im Kopf. Das muss nicht nur an der Realität der Aufnahme gegenüber der Vorstellungskraft liegen, sondern könnte auch damit zu tun haben, dass wir im Kopf genau die Stelle, die uns fasziniert, so oft hören können, wie wir wollen, sie uns sozusagen etwas genauer anschauen können, wenn wir wollen, überlegen können, wie sie vorbereitet wird, oder wie es danach weitergeht, vielleicht sogar darüber nachdenken, was man anders machen könnte, während in der Realität der Aufnahme (und eines Konzerts) das Stück, das wir doch längst kennen, einfach noch einmal ausbuchstabiert wird von Anfang bis Ende und so unserer Vorstellungskraft im Grunde keinen Raum gibt. Wir können dem Stück zuhören, wir können mit ihm mitgehen, wir können abschweifen und an etwas anderes denken, aber es ist so gut wie unmöglich, im Stück hin- und herzugehen, während es gespielt wird – das ausgespielte Stück lässt keine Lücke.
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Huhn taubscharf
Der (inzwischen wahrscheinlich abgeschlossene) Aufstieg der Fernsehserie, und der Niedergang des Kinofilms könnten ein Indiz dafür sein, dass unsere Zeit die auserzählte, zu Ende geführte Geschichte nicht mehr akzeptiert – vielleicht, weil die Komplexität des Realen so offensichtlich geworden ist, dass jede Vereinfachung lächerlich wirkt. Und man muss ganz klar sagen, dass ein Musikstück von konzertkompatibler Dauer mit einem eindeutigen Anfang und einem eindeutigen Ende immer wie eine auserzählte Geschichte wirken wird, egal, wie differenziert die interne Dramaturgie angelegt ist.
Überforderung der Geduld – Sekundenschlaf – im visuellen Medium (Film) viel eingreifender/offensichtlicher als im akustischen (Musik). Man fragt sich viel eher, wie ist das Video zu Ende gegangen, als, was war das Ende der Musik.
Wir dachten mal… aber dann war’s das doch nicht…
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Filed under Essen, Film, Form, Klassik, Neue Musik
So many things we are ashamed of…
sehr schnell (quasi unspielbar)
sehr kurz (quasi unspielbar)
Mich plötzlich gefragt, was eigentlich wäre, wenn man sich einfach alles nehmen würde, was einem gefällt. Gefällt mir, mache ich. Gefällt mir auch, mache ich auch. So dass ein großer Teil der Arbeit eine Art Kuratieren wäre, die richtigen Sachen zusammenzubringen, also nicht einfach alles in einen Topf werfen, sondern sehen, was hilft, was das Stück braucht, und was nicht. Natürlich auch im Sinn von Autoaggression: Dass man dem Stück vorsätzlich schadet, um es weiterzubringen, damit es nicht wie eine Sammlung von schönen Momenten wirkt. Aber das ist es gar nicht, was ich meine. Eher, dass man sich wirklich ernsthaft damit beschäftigt, dass man eine Zeitlang so tut, als ob es das Eigene wäre, obwohl es klar von jemandem anderen abhängig ist – also wirklich frecher, unverschämter Diebstahl, eigentlich schon etwas wie Plagiat, aber eben doch nicht wirklich, dafür dann doch zu eigenständig, zu sehr ein eigener Ton, oder auf auffällige Weise kein Ton. Förg. Würde wahrscheinlich nicht gehen. Würde niemand verstehen. So subtil intellektuell denkt die Musikszene nicht – dazu ist sie viel zu sehr damit beschäftigt zu verstehen, was überhaupt passiert.
Einfach alles verwenden. Auch den Sacre z.B. Und zwar nicht nachahmen, sondern wirklich 1:1. Ernsthaft versuchen, nichts zu verändern. Mal sehen, was passiert.
Fenster im Fenster
Eigentlich ziemlich schön
Schade dass man das nicht fotografieren kann
Übrigens interessant wie sehr der exakte Winkel und der exakte Abstand das Foto bestimmt. Im Prinzip offensichtlich, aber trotzdem erstaunlich. Deswegen nervt die ganze Zoomerei auch so, weil sie das nicht wahrhaben will. Obwohl gerade das das Fotografieren interessant macht. Das Foto weiß ich nicht.
Da fehlt doch was!
Wenn überhaupt, ein echtes Proll-Pop Jahr, oder? Alles andere, einschließlich Kanye, wirkt dagegen ziemlich normal, vielleicht sogar ein bisschen abgestanden.
The Guilty: Interessant. Nicht so ohne weiteres auf Bühne übertragbar, weil es da eh nicht anders geht, aber trotzdem bedenkenswert. Verhältnis zwischen dem, was man sieht, und dem, was man nicht sieht. Vorgestellt wird. Wort und Bild. Schnell weg. Company. Mal vu mal dit.
Schön satt einrasten. Nicht wahr?
Und dann ist es plötzlich da, und du weißt, es kann nicht gerade erst gekommen sein, es muss schon eine Weile da gewesen sein, und warum merkst du es erst jetzt, oder genau jetzt? Aber es ist natürlich klar, wenn es ganz klein ist, dann merkt man es eben nicht, dann kann man es gar nicht merken. Und dann ist es wieder weg, und du bist wirklich erleichtert.
Known as a halfstep but used as a fulltime.
Können wir mal ganz kurz hier sterben?
Ja, klar, sehr gerne.
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Filed under endless summer, Erinnerung/Gedächtnis, Film, Pop
Godard
Low, Double Negative: Das ist ja eigentlich ziemlich genau das, was ich mit S2M mit der Anordnung rein akustischer Klänge erreichen wollte. Eine formale Grunddisposition, die sich als eigene Ebene auf die akustischen Aktionen legt und ihre Wahrnehmung im Ergebnis bestimmt, fast wie eine Art formale Präsentation, die aber nicht grundlegend, in der Wahrnehmung vielleicht auch gar nicht, in ihre Detailstruktur, in das, was man das Grundmaterial der Klänge und ihre Detailbewegungen nennen könnte, eingreift. Ich würde nicht sagen, dass das total misslungen ist, aber die Konkretheit der akustischen Klänge bleibt völlig unangetastet und ist dann letztlich zu stark für eine formale Disposition, die sich in ihrer Monotonie nicht in den Vordergrund drängt, wie ich dachte, sondern eher ermüdet und irgendwann quasi vergessen wird.
Optionen: Die formale Disposition doch flexibler gestalten, die metrische Monotonie so zu modifizieren, dass kleine Irritationen entstehen, die die Aufmerksamkeit zurück auf die zugrundeliegende Monotonie lenken. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Klanglichkeit und die Dynamik in einer neuen Aufführung unbedingt verbessert werden – und vielleicht auch kompositorisch in ihrer dramaturgischen Funktion verdeutlicht werden müssten. Die andere Option wäre, tatsächlich eine elektronische Ebene einzuziehen, die dann konkrete und nachvollziehbare Eingriffe in das akustische Ausgangsmaterial realisieren würde – dabei aber ähnlich monoton und durchschaubar vorgehen müsste, wie die jetzige formale Disposition.
Sie war ein sehr gutes Mädchen – aha, aha…
Wir akzeptieren künstliches Licht, auch wenn es völlig bizarr aussieht, wie z.B. oft im Freien (beleuchtete Pflanzen im Dunkeln).
I was sitting on the street. My name is Tod. I was drinking a Negroni. Everybody was watching. The heat was unbearable. You know, old men, half naked, on the street in the night. They can’t sleep. Studio Uno. Zwei runde Tonköpfe über dem Eingang.
It is very important to make some noise.
You should know of all.
Ich glaube nicht, dass man das ausstellen kann. Ich kann dir auch sagen warum. Aber du willst es nicht wissen.
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Filed under Elektronik, endless summer, Film, Form, Pop, Schlachten 2: Motette
Everything painfully clean.
Einem Scheißhaufen in Form eines spitzen Kegels (wie eine perfekt beschnittene Konifere) gegenübersitzen.
Vaporware, a.k.a. the symbiotic real, where everything is what it is, yet nothing coincides exactly with itself.
Bladerunner 2046
Blade of the Immortal
Phantom Thread
The limits of the concept of cool: What do all these people do?
How To Get Your Record Played In Heaven.
Ist tot. Kommt aber gerade um die Ecke. Stimmt natürlich nicht. Sieht nur ähnlich aus. Und auch nur von weitem.
Spreading vanity over facebook again.
A3 hoch:
gerade vorwärts
ungerade vorwärts
Druck oben
Kopf zum Betrachter
Seul contre tous à Ichijoji: Und plötzlich ganz still – passiert gar nichts – ziemlich toll.
Unbarmherzige Katholiken: 50% der polnischen Bevölkerung sind dafür, auch berechtigte Asylbewerber abzulehnen. Muss man erstmal bringen. Nennt man dann wohl Hartherzigkeit.
SO STUPID…
SINCE THE DAY YOU WERE BORN,
STUPID LITTLE FUCK…
SO STUPID.
Lügenpresse/alternative facts
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Filed under black and white (and grey), Film, Literatur, Politik
Gegen die Vernunft
it’s called triplets, you…
Erbarmungsloser Blick, unvoreingenommen, keinerlei Scheu vor Widersprüchen, größtes Interesse an zwischenmenschlichem Verhalten, die Regeln der Höflichkeit als unerschöpflicher Forschungsgegenstand, und dann kommt plötzlich ganz trocken ein Geisterfuchs um die Ecke.
Reiner Eklektizismus, gar nicht erst bemüht, etwas eigenes zu machen. Das als REGEL.
Vorteil von Guckkastenbühne: Du kannst den Blick wirklich lenken, Du kannst wirklich bestimmen, was man sieht, und was man nicht sieht. In dieser Hinsicht sehr filmisch.
Mandeln + Kümmel: Überraschend homogene Mischung, fast wie EIN Geschmack.
Nachtkritik: Ein Soapcast auf Speed, nur eben in Zeitlupe, athritisch.
Bei Suzuki an Fukasaku gedacht: Somehow traurig.
EQUALITY
COURAGE
LOVE
LOYALTY
STRENGTH
UNIFIED
UNITY
POWER
VERSACE
Geil zynisches Branding: Einfach behaupten macht lustigerweise deutlich mehr Eindruck als wenn es eine ernstgemeinte Kampagne wäre, gerade, dass die erhabenen Begriffe zynifiziert, aber genau dadurch dann eben doch auch ernst genommen werden, gibt der Entscheidung ihre Stärke.
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Technischer Zynismus
tonal-atonal vs. konsonant-dissonant
Anders gefragt: Wo sind tonale Akkorde in einem konsonant-dissonant definierten Feld angesiedelt? Wo ist ihr Platz?
Sea of Vapors 2014 15:00
Sounding Glass 2011 10:00
False Friends 2007 4:50
(Way Fare 2009 6:30)
(Remote Intimacy 2007/2008 14:30)
(Memories 2004 19:00)
Mal überlegen, wie ein Konzert (oder ein Stück) aussehen würde, wenn man 100% vom visuellen Aspekt ausgehen würde.
Z.B. eben nur Blitze einen ganzen Abend lang, sonst nichts. Possible Arbeitstitel: black and white (and grey). Spot + Gegenspot + Wand
Sprache, Textform (PTP): Rede, Vortrag, Talkshow, Gespräch, Smalltalk, Witz, alles NICHT für die Show produziert, alles ORIGINAL eingespielt. Bzw. abgespielt und nachgesprochen.
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Filed under black and white (and grey), Film, Filmtechnik, Form, Material, Methode, Pop, Text
If you know what it is about, throw it away.
Wegnehmen
Wegnehmen
Wegnehmen
Nicht alles gleich scharf
Verwischen
Aufmerksamkeit lenken
Auch mal was freilassen
Überlegen, wo sich die Aufmerksamkeit zuspitzen soll
Zum Teil genügt da wahrscheinlich schon die Dynamik als steuernder Parameter, zum Teil aber vielleicht auch wirklich Material verwischen, was nicht mit mehr oder weniger Detail zu tun haben muss, sondern mit der Hörbarkeit/Nichthörbarkeit des Materials.
Sich öfter mal vorstellen, dass man die Sprache, die die Leute um einen herum sprechen, nicht versteht. Macht die Sache deutlich interessanter. Entbindet einen von dem Anspruch, dass man weiß, was die Leute denken, eben weil man sie sprachlich versteht.
Ikonizität
Chiffre
Signatur
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falling through the day
Tony Conrad: Flicker
Immer wieder interessant, dass das Praktische, Zielführende, Zeitsparende so wahnsinnig spießig wirkt, gerade, wenn es sich um technische Neuerungen handelt, wie z.B. Handy-Freisprechen, Siri, Fitness-Apps etc., und tatsächlich auch fast immer vor allem von auffallend spießigen Menschen als ersten akzeptiert und benutzt wird. Gilt letztlich auch für die technische Avantgarde, die allerdings bewusst oder unbewusst immer eine gewisse Selbstironie in ihre Technikbegeisterung mit einbringt, gerade durch ihren enthusiastischen Übereifer: Hat trotzdem am Ende immer etwas abstoßend Utilitaristisches, ist eben nicht wirklich lustig, sondern tendenziell geistlos und selbsterfüllend. Umgekehrt könnte es aber auch eine ausgeprägt konservative Arroganz sein, auf diese Neuerungen grundsätzlich zu verzichten.
Wichtig: Sprachfehler. Aber auf keinen Fall als Karikatur. Don Alfonso: Leichtes Alterslispeln. NIE so, dass es jeder merkt, KÖNNTE auch ganz normal sein, KÖNNTE auch gar niemand merken. Aber ist eben doch da, steht im Raum.
Così, Zweiter Akt, No. 23, Il core vi dono: Klingt verdammt gut, wenn es richtig gespielt wird, sollte man einfach mal so abschreiben.
nur noch eine Kunst
La Musica: Erstaunlich überzeugender Film, der das peinliche Pathos der 1960er Jahre fast vollständig vermeidet. Unglaublich gute Schauspieler, deren Gesichter wie hypersensible Oberflächen wirken, auf denen winzige, kaum wahrnehmbare Veränderungen die Regungen der Seele andeuten, während der Text eine gewisse Unbeteiligtheit suggeriert. Exzentrische Kameraführung, die aber trotz ihrer vielen Bewegungen eine markante Strenge bewahrt, die fast geometrisch wirkt und die Objekte des Bildfelds systematisch abzutasten scheint. Insgesamt eine angenehme Härte und Trockenheit, deren versteckte Brutalität nur einmal, in den Katzenaugen des Horrorfilms auf dem Fernsehschirm, explizit wird.
Vampir/Zombie/Bodysnatcher: Offensichtlich unerschöpfliche Metaphern, aber wofür genau? Auf einer allerersten Ebene auf jeden Fall für das, was wir nicht sehen, nicht erkennen können, wenn wir jemanden anschauen. Und das ist ohne Zweifel eine ganze Menge, schon im alltäglichen Bereich. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die meisten Leute alles dafür tun, um als das, wofür sie sich halten, erkannt zu werden. Sich sozusagen ausdrücken wollen. Allerdings: Wahrscheinlich in den meisten Fällen fließender Übergang zwischen dem, wofür man sich hält, und dem, wofür man gehalten werden will. Und da sind wir ja dann schon fast beim Vampir.
Super Idee am Ende von Spring, Liebe überhaupt nicht mehr abzubilden, was ja auch immer schrecklich aussieht, sondern ausschließlich symbolisch darzustellen: Es passiert nichts, also ist es Liebe. Ziemlich cool, und natürlich rein Skript-basiert als Kunstgriff. Finde immer mehr, dass man zur Not bei der Realisierung von Filmen Kompromisse eingehen kann, nicht aber beim Skript. Aus einem schlechten Skript wird niemals ein guter Film, aber ein gutes Skript kann nur durch eine wirklich schlechte Realisierung ruiniert werden. Und es ist natürlich sauschwer, weil komplett durchschaubar: Jeder Kniff, jeder Dreh tausendfach durchgespielt, jede Innovation sofort offensichtlich. Aber genau deswegen wahrscheinlich auch so interessant.
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Filed under Film, Filmtheorie, Text, Theater
Endklassik
Maya: Hoher Kopfschmuck versetzt Kopf innerhalb der Gesamtsilhouette weit nach unten. Man schaut erst einmal viel zu weit nach oben, und dann eher in die Mitte der Gestalt, um das Gesicht zu betrachten.
Ente: Seele der Verstorbenen, Bote der Wolken.
Jaguar als Teil der Unterwelt.
Der Herr des Kiefers.
Setzt sich jemand neben Dich, ist aber gar niemand da.
Ibn Ruschd/Averroes
Jamal al-Din al-Afghani
Mohammed Abed al-Jabri
Video: Viel Schwarzfilm, intensives Schwarz, kurze Bildblitze, alternativ Bildflackern. Kann man Schwarz auf dem Bildschirm bearbeiten, oder ist das gar nicht nötig? Bilder als Samples vom Keyboard, flackern als Pedalfunktion?
Immer wieder: Alle Sopranimpulse durch die Bassdrum doppeln. Extrem einfacher Trick, aber unfehlbar.
Burroughs-Lesung: Völlig überzogen, aber mit steinernem Gesicht vorgetragen. Als ob er mit dem Text identisch wäre. Gleichzeitig totale Identifikation und Null-Identifikation.
Versprechen
Das könnte ja dann z.B. Pop sein, oder?
Kleiner Junge spielt mit der Wirbelsäule seines Vaters, die aus dessen unterem Torso herausragt und sich wie eine Schlange oder ein Wasserschlauch unter Druck windet.
Lichter in der Nacht, zufällig angeordnet wie ein großes, liegendes Gebäude mit regelmäßigen Fensteröffnungen: Schönheit der Raumerfassung.
Même, même si tu pars: Worte, Silben wiederholen, Zahl der Silben willkürlich festsetzen, Text mechanisch anpassen. Keine intendierte Emotion, Emotion entsteht von selbst. Können theoretisch auch viel mehr Silben sein, als der Text beinhaltet.
Dans mon dos, Ende: Schatten einfach stur mitlaufen lassen, keine komplizierte Ausarbeitung, mechanisches Echo als eigene Stimme.
Landschaft verschiebt sich plötzlich in Modellbau und wieder zurück in Landschaft, aber in echt, kein Kameratrick.
Eine glückliche Liebe
Platz der Gehängten
Was eindeutig fehlt: Der auskomponierte Liegeklang. Die absolute, nicht zusammengesetzte Kontinuität.
Horrorfilm Soundtrack: So lange wie möglich so harmlos wie möglich, damit die Ungeduld die Angst vor dem Schrecken noch steigert. Oder ihn im Wesentlichen sogar ausmacht.
Tattoo 1: Unterarm komplett tattooblau, klare Linie am Handgelenk und über dem Ellenbogen. Ist aber nicht fertig geworden, sieht aus, als ob der Arm abfaulen würde.
Tattoo 2: Kette genau in der Mitte des Halses. Die sitzt aber extrem eng. Wie wird das Aussehen, wenn man darüber echte Halsketten trägt?
Tattoo 3: Ganzkörpertattoo Gerippe/Skelett, sehr graphisch ausgeführt, dezente Kolorierung. No comment. Tatsache.
Bäume im Wind
…
No, she’s busy.
…
And tomorrow.
…
Well, that’s tomorrow in the plural.
…
All of them.
Hermetik verstärken oder aufbrechen. Das Stück darf sich auf keinen Fall objektifizieren. Oder das so deutlich machen, dass der Vorgang sich selbst aufhebt. Etwas hinzufügen, das nicht nur nicht passt, sondern auch von einem ganz anderen Ort stammt. Allerdings: Ingesamt auch eine ziemlich konventionalisierte formale Geste. Das Schlechte, Unfertige, Unvollkommene ist ja in der Musik nicht unbedingt als solches zu erkennen, zumindest nicht in einer Musik, in der konventionalisierte Regeln als solche aufgehoben sind bzw. mühevoll reaktiviert werden müssen. Z.B. plötzlich genau das einbringen, wogegen das Stück sich eigentlich wendet: Hohe Töne, europäisches Vibrato. Nur ganz kurz, um klar zu machen, dass es auch etwas anderes gibt.
weil ich mich eigentlich nur für Dinge interessiere, die nicht funktionieren (stimmt nicht)
Tomaten, rote Paprika, rote Beete, Gurke: Interessante Farbtönung, ultraintensiv.
Gemüse dünsten, dann abkühlen lassen: Geschmack wird deutlich schwächer, dafür Struktur stärker. Haut, Schale, Kerne, Fleisch, alles überdeutlich voneinander getrennt wahrnehmbar, fast unangenehm.
Kunst – Repräsentation
Film – Dokumentation
Theater – Politik
Musik – Ereignis
echt jetzt?
OST
Ja, wäre interessant zu überlegen, was man is einem Genre wie dem Soundtrack machen könnte, besonders, wenn man wirklich das Material benutzt, das zum modernen Soundtrack gehört. Gibt ja eine ganze Menge von Dingen, die für sich genommen völlig bescheuert sind, aber im Soundtrack funktionieren.
J will die Welt verändern. M will eigentlich nur, dass man ihm folgt. Bisschen dünn vielleicht, insbesondere, da es nicht darum geht, eine bereits bestehende Gruppe zu schützen, sondern eine neue Gruppe zu etablieren.
So krasse Garagenauffahrten aus den 1970er Jahren, kann man leider nicht nachmachen, müssen ganz trocken unkünstlerisch gemeint sein, um wirklich toll zu sein. Selbst wenn man sie einfach kopieren würde, würden sie wahrscheinlich zu gut werden, um wirklich zu überzeugen. Lustigerweise echte Schönheit, eigenes Lebensgefühl, letztlich superoptimistisch, checkt nur niemand, merkwürdigerweise.
Nachkomponiert Teil III: Ballista/Who Came Before
Composed
Uncomposed
Nachkomponiert Teil IV: Zipcode/Untitled
Unangestrengtes Anstrengen: Wie kriegen wir die Einzelheiten, die handausgeführten Details weg, wenn wir für Instrumente schreiben?
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Filed under Architektur, Film, Material, Methode, Philosophie, Pop
die Knie geben nach
Murmeln, aber nicht Murmel-Murmel, sondern eher Grübel-Murmel oder Feststell-Murmel. Ausdrucksvoll. Aus der Ferne. Jemand anderen anmurmeln. Für sich sprechen, aber jemanden anreden, oder umgekehrt. Vocal samples. Dichte Überlagerung von Stimmen: Muss gar nicht viel sein, um dicht zu klingen.
Kalt/leise, eigentlich sogar sehr leise: Ganz weit weg. Und eigentlich auch ein bisschen unheimlich. Dass das so schnell geht. Euphorisch.
True Detective, I8, deleted scene: Jedes Bild ein bisschen zu früh geschnitten, man denkt gerade noch darüber nach, da ist es schon weg, auch wenn man darauf achtet und den frühen Schnitt erwartet, kommt er dennoch früher, als man denkt, dabei überhaupt nicht schnell, eher sogar langsam, aber auf eine merkwürdige Art gedrängt. Das Bild ist langsam, aber der Schnitt ist schnell. Letzter Schnitt dann ein Fade. Super Idee. Setzt aber voraus, dass es so etwas wie eine natürliche Länge/Dauer gibt.
Waberbass, crescendo-decrescendo, funktioniert elektronisch fast immer, instrumental eigentlich nie, weil zu konkret, zu nachvollziehbar. Sollte man vielleicht trotzdem nochmal drüber nachdenken.
Negative capability
Elemente
Richtungen
dann: welche werden übergebunden, welche nicht?
wahrscheinlich anhand der Materialbeziehungen entscheiden
möglicherweise Materialcharts zu Hilfe nehmen
spontane Konstruktion
Die Burial Oktave: Hätte ich auch gerne.
Was ist denn eigentlich passiert in der Zwischenzeit?
alles total vergröbern – bloß wie?
SCRIPT/Reygadas
durchgehender Gesang nur als eine Art von Zitat möglich – wie in der klassischen Oper ja übrigens auch, die Arie ist ja eine Art Heraustreten/Ausschließen aus dem Kontext und steht für Musik innerhalb der Musik, ist also eigentlich gerahmt. Ist also völlig grotesk zu denken, dass man einen durchgehend gültigen, bruchlosen Gesangsstil entwickeln kann. Literaturoper hat das versucht und kurzzeitig auch erreicht. Ist aber wohl dann doch vorbei, I suppose. Problem ist, glaube ich, die Suggestion, dass es einen unauflöslichen Zusammenhang zwischen Wort und Gesang gibt, dass die beiden unhinterfragbar zusammengehören. Während eine Nummernoper mit Rezitativ/Arien-Wechsel im Grunde ständig vorführt, dass es nicht so ist. Dass es eben allermindestens zwei grundverschiedene Möglichkeiten gibt, Wort und Musik aufeinander zu beziehen. Das gesprochene Wort ist dafür also gar nicht notwendig und auch nicht wirklich hilfreich, weil es zum Problem nichts beiträgt. Ist eben das gesprochene Wort, sonst nichts, auch wenn es vielleicht von Musik begleitet wird. Weswegen das Melodram so unbefriedigend bleibt. Die Rezitativteile müssten also grundsätzlich anders ausgeführt werden als die Arienteile und so ganz eindeutig die Konstellation Wort/Musik in Frage stellen. Vielleicht eine extrem reduzierte Form von Gesang, die aber klar vom einfachen Sprechen, aber eben auch vom eindeutigen Singen unterschieden ist. Ist natürlich die Frage, ob das überhaupt möglich ist, ob das nicht sofort wieder in den Gesangmodus hineingezogen wird.
Wu Wei
vielleicht sogar hirnlos
Definition: –
in media res: –
Before I go to heaven I gotta raise hell.
Marc Levoine: Eigentlich unschlagbar, so’ne spät-70er/früh-80er synthi-Sentimentalität.
Post tenebras lux: Geile low fi Kamera, funktioniert fast automatisch, sieht alles super aus, scheint auch was zu sagen, wie ein merkwürdiger Beobachter vielleicht, Betonung des voyeuristischen, Kamera immer präsent, Klug gemacht.
so einfach wie möglich jetzt:
v Elemente verschieden, Aufteilung verschieden oder gleich, Richtung verschieden oder gleich
ä Elemente gleich, Aufteilung verschieden oder gleich, Richtung verschieden oder gleich
g Elemente gleich, Aufteilung gleich, Richtung gleich
Macht das Sinn? Nee, ich glaube gar nicht.
Ok, was ist denn nun das Problem? Trennung zwischen Elementen und Richtungen? Aber ist es nicht ein wesentlicher Unterschied zwischen Bewegungen, die aneinander anschließen, und Bewegungen, die das nicht tun? Oder ist das einfach viel zu kompliziert gedacht – vielleicht kann man die Ebenen einfach nicht voneinander trennen? Also Elemente, Richtung, Aufteilung alles gleichberechtigt in einen Topf werfen? Wäre dann nur noch die Zahl der Einschnitte zu bestimmen, alles andere wäre frei. Richtungswechsel wäre das gleiche wie Neuansatz. Muss man das alles nochmal komplett neu denken? Wenn, dann aber jetzt verdammt schnell. Trillerbewegung das gleiche wie Richtungswechsel? Das kann eigentlich nicht wirklich funktionieren. Man könnte natürlich sagen, ist das gleiche, nur schneller.
Lustig, wie scheiße satter Erfolg aussieht. Ist voll ok, muss ja auch sein, ist aber einfach nicht schön.
Irgendwas muss passieren. Vielleicht erst Tonhöhen, damit irgend etwas steht?
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Filed under Film, Form, Pop, Schlachten 2: Motette, Uncategorized
Jugend. Verwirrung. Sex.
Motette: Drittes Vorspiel ohne Hauptteil.
Vibrato als Rhythmus: Ziemlich offensichtlich eine Art Tonwiederholung.
Motette: Schlagzeug nur reiben und streichen, nicht schlagen. Höchstens Stoppschlag.
Akkordeon: Muskulär, kräftig, kurze, körperliche Gesten, satter Klang.
Hitze: Frösteln, Unempfindlichkeit der Außenhülle, Gefühl von Ledrigkeit.
Woher weiß der Körper, dass es heute heiß wird, wenn es eigentlich noch ziemlich kühl ist?
Schmerzhafte Sommerfrische: Wie gesagt, Frieren im Sommer, unterschätzt, ignoriert, man tut so, als ob es das nicht gäbe. Wahrscheinlich hat man sich aber in Wirklichkeit immer darüber gewundert. Merkwürdiges Phänomen.
Yuji Yoshida: Plötzlich hatten alle Probleme, und plötzlich waren sie wieder weg. Andere Probleme. Verordnete Massenpsychose. Bisschen erschreckend, wie zeitbefangen das ist.
Zwei alte Männer, gelbe Tasche, schwarze Schrift: Ich komme leiser, als du denkst.
O.k., durchbeißen, so lange nachdenken, bis es stimmt.
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Sie finden uns in der Vorhölle.
Na ja, man muss sich halt immer Gründe ausdenken, warum das, was man gerade macht bzw. was man gerade gezwungen ist zu tun, richtig und gut ist. Anders geht es gar nicht -anders würde es nicht gehen. Deswegen hat notgedrungen jeder seine kleine Privatethik, in der genau das, was man selbst anstellt, nicht ganz so schlimm ist wie das, was die anderen tun.
Rollen-Promiskuität: Frage, ob das wirklich etwas bringt. Oder nicht einfach eine sehr bequeme Methode der Verfremdung ist. Auskomponierte, also im voraus festgelegte Rollenwechsel wahrscheinlich ohnehin keine Option, weil unspannend/verkrampft. Freie Rollenwechsel nur mit Stimmlagen/Registern statt Tonhöhen sinnvoll.
Eigentlich total klar: Jeder Rolle wird eine Hauptstimme zugeteilt, alle ausnotierten Passagen müssen von der Hauptstimme gesungen werden, alle frei notierten Passagen können von der Hauptstimme ausgeführt werden, können aber auch von anderen Stimmen übernommen werden.
Merkwürdig, dass auch und gerade die großen Provokatoren Sex nie wirklich explizit zeigen, als ob das nicht nur ein Tabu, sondern vor allem ein echter ästhetischer Fehler wäre, den man eben nicht macht. Auch Lars von Trier ist nicht wirklich explizit, sondern hält eher drauf, um zu zeigen, dass nichts dran ist. Interessant, dass sogar jemand wie Terre Thaemlitz entweder grob verpixelt oder Schwarzfilm einschneidet, um nicht explizit werden zu müssen. Als ob expliziter Sex wirklich nur dem reinen Gebrauchsfilm vorbehalten wäre. Eine Schwelle, die man nicht übertritt. Natürlich kann das auch mit Zensur zu tun haben, aber gerade dann, wenn man ohnehin alles zeigt, was die Zensur beanstanden könnte, kann die Entscheidung dagegen nicht mehr zensurbestimmt sein.
Wenn Leute etwas schon können, ist es meistens nicht mehr so wahnsinnig interessant, leider.
Singstimme als Ausnahme
komplett egal, aber gut
Sprechstimme: Realer Ambitus vs. möglicher Ambitus
Das Problem: Man kann nichts dagegen sagen. Wie willst Du dagegen argumentieren? Ist doch eh alles richtig. Bringt’s aber genau deswegen leider gar nicht.
By the way: Uninteressant ist nicht das Gleiche wie langweilig.
professioneller Konzertaufbau
superprofessioneller Konzertaufbau
Konzertaufbau als Performance,
aber eben nicht als Witz
Schablone, logischerweise (KG):
– Kann ich mal eine Stimmschablone haben, bitte?
– Wieso, haben Sie doch eh.
– Na, nicht so eine. Eine richtige.
– Ach so, ne richtige. Nee, ne richtige haben wir nicht. Hatten wir noch nie.
– Stimmt.
Reaktion braucht Zeit (Keaton). Pause. Zoom. Mikrophongeräusch. Leere Bühne.
Man sieht Masse, hört aber nur eine Stimme.
Extrem durchbrochener Satz mit einzelnen Verdopplungen, zum Teil einander überlappend, zum Teil voneinander abweichend. Z.B.
krasser Durst: Warum denkt man eigentlich, wenn man sehr durstig ist, dass Bier oder Wein oder Saft oder whatever den Durst besser löscht als z.B. Wasser? Und warum fühlt sich das tatsächlich manchmal so an?
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Filed under Chor, Essen, Film, Gesang, Krieg 1: Lichtblitz, Maurizio/Licht, Schlachten 2: Motette, Theater
Be my guests!
This is so boring!
Let’s make it even more so.
Let’s make it UNBEARABLY boring.
Feldman, String Quartet (II): Tatsächlich müsste man fragen, was das genau bedeutet, da rumzusitzen und vier Personen zuzuhören, wie sie ihre Instrumente bedienen. Ist tatsächlich etwas anderes, wenn es verstärkt ist, leichter zu verfolgen, schärfere Fokusierung, keine Höranstrengung. Merkwürdigerweise steht weniger der Klang im Vordergrund, als die körperliche Tätigkeit, das, was die Personen wirklich tun. Wenn man das Stück schon öfter gehört hat, spielt natürlich eine Riesenrolle, was man wiedererkennt, und was man nicht wiedererkennt. Was ist anders, was ist gleich. Was hat man so noch nie gehört – was erstaunlich häufig vorkommt. Mit anderen Worten: Auch hier große Bandbreite von Spielmöglichkeiten, die merkwürdigerweise mehr mit der körperlichen Verrichtung als mit intellektuellen Entscheidungen zu tun zu haben scheinen. Dinge, die man erst gar nicht erkennt, und dann merkt, ah, das soll das sein. Faktisch denkt man über die Verknüpfung der Motive eigentlich nicht nach. Man erkennt nur, wenn etwas wiederkommt, innerhalb der Aufführung, oder in Bezug auf frühere Aufführungen, die man gehört hat. Stimmt nicht ganz: Man denkt schon auch, das hatten wir schon, war aber irgendwie anders. Und natürlich denkt man, das hatten wir aber definitiv noch nicht. Oder: Aha, da kommt das wieder. Eigentlich durch diesen Wiedererkennungseffekt ziemlich statisch: Es kommt wieder, oder es kommt nicht wieder, so ein bisschen ja/nein bzw. 0/1-Entscheidung, zumal es ja keine Überleitungen gibt. Im Grunde hört man dann ab einem bestimmten Punkt nicht mehr wirklich zu. Ist dann vielleicht auch nicht mehr so spannend, wenn man im Wesentlichen das gesamte Material bereits kennt und die Detailvarianten nicht wirklich nachvollziehen kann. Ist ja auch wirklich eine komische Ruhigstellung des Publikums, ohne irgendeine körperliche Aktivität stundenlang an dem gleichen Ort sitzen zu müssen. Im Prinzip ist es möglich, dass es auch für das Publikum gut ist, wenn die Musterwechsel nach und nach weniger werden und schließlich fast ganz wegfallen: Die Wechsel zwischen den Mustern sind auf Dauer in ihrer Willkür doch ein wenig nervend, man denkt fast, oh nein, noch ein Wechsel, oh nein, schon wieder neues Material. Allerdings freut man sich, wenn etwas ganz neues kommt, lustigerweise. Also stört offenbar die Verankerung, Absicherung in der Wiederholung. Wechselmotiv leicht versetzt wird unabsichtlich zu punktiertem Rhythmus – der hier eigentlich verboten ist wie in der gesamten Neuen Musik, weil er sehr tonal schwache Zeit und starke Zeit unterscheidet. Inbegriff des Auftakts. Notizen, um den Kopf wach zu halten: Geht tatsächlich besser, wenn man etwas aufschreibt, als wenn man nur so vor sich hindenkt. Ganz klar: Neues kommt besser als Wiederholung, vielleicht aber nur, wenn es die Wiederholung als Grundlage gibt. Endlich was Neues! Schon auch lustig dass sich das so viele anhören. Akkord + Pizzicato: Ziemlich super. Lustig dann das Pizzicato in das nächste Muster mit reinzunehmen. Dann so etwas wie ein Pizzicato-Marsch. Lustig, wenn die Sachen dann plötzlich ganz anders klingen, als man es gewohnt ist: Andere Betonung, andere Dynamikverteilung, anderes Gestikverständnis, anderer Klang. Falsch? Richtig? Jedenfalls offen für Abweichungen. Natürlich auch Unvollkommenheiten, technisches Unvermögen. Das klappt einfach nicht. Fortissimo-Akkord dann tatsächlich als Gewicht: Muss man nicht so spielen, funktioniert aber. Betonung. Im Prinzip ganz schön viele Möbel, die da in der vierten Stunde noch rumstehen. Die müssen doch alle noch weg. Oder war es das genau jetzt, setzt jetzt der Leerstand ein? Anfänge von neuen Mustern klingen oft wie Auftakte, obwohl sie das gar nicht sind. Lustig, dass die Akkordpaare am Ende dann plötzlich komplizierter als die eigentlichen Muster wirken, möglicherweise wegen der mehrfachen Zuordnungsmöglichkeiten. Wirkt tatsächlich, als ob die Dichte zunehmen würde, obwohl sie faktisch abnimmt. Es ist dann irgendwann tatsächlich egal und auf jeden Fall interessant. Erstaunlich, dass die ganzen Leute bleiben und zuhören.
Ben is exactly where he wants to be.
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Filed under Film, Form, Maurizio/Licht, Neue Musik
gelbgrau
So was wie: Was willst Du wirklich hören? Gibt es etwas, was Du wirklich hören willst? Bist Du in der Lage, das kompromisslos umzusetzen?
Rudolph Grey: Maskierung von Gesten, um Geste auszuschalten.
Boardwalk Empire: Verdammt viele gute Ideen, phantastisches Script.
Z.B. Dilloway/Lescalleet, Western Nest: Einfach mal nachspielen, 1:1 übersetzen, könnte viel interessanter sein, als sich etwas Neues auszudenken.
Life after life.
Den Strich MALEN. Das Sprechen z.B. MURMELN.
PLAKATKUNST
Drastik
Langeweile
Zeitlosigkeit
quälend
f-Moll als qualitativer Regulator
Unisono als quantitativer Regulator
Last Year
Eigentlich alles ganz normal, keine echten Überraschungen, keine großen Enttäuschungen, kaum Diskussionsbedarf, die Gewinner stehen ohnehin fest.
Ganz zuletzt eine kleine Entdeckung, OUR NEW NUMBER ONE. Platzierung vielleicht ein bisschen extrem, aber tolle Platte.
Muss wohl alles in allem ein gutes Jahr gewesen sein, auch wenn sich das live nicht unbedingt so angefühlt hat.
lang
01. Trauma & Drama: ENDRAVE
02. FKA twigs: LP1
03. Millie & Andrea: Drop The Vowels
04. Caribou: Our Love
05. Scott Walker + Sunn O))): Soused
06. Jason Lescalleet & Kevin Drumm: The Abyss
07. nima: See Feel Reel
08. Giant Claw: DARK WEB
09. Leon Vynehall: Music for the Uninvited
10. Shabazz Palaces: Lese Majesty
11. 18+: Trust
12. D’Angelo: Black Messiah
13. Ruyksopp & Robyn: Do it Again
14. Frank & Tony: You Go Girl
15. Lorenzo Senni: Superimpositions
16. Last Japan: Ride With Us
17. Pharmakon: Bestial Burden
18. Rome Fortune: Small VVorld
19. Chris Strickland: Animal Expert
20. OAKE: Auferstehung
21. Teitanblood: Death
22. Russell Haswell: 37 Minute Work Out
23. 100s: IVRY
24. Todd Terje: It’s Album Time
25. Nicholas Szczepanik: Not Knowing
26. Gabor Lazar: ILS
27. Kris Wadsworth: Popularity
28. Azealia Banks: Broke With Expensive Taste
29. Tinashe: Aquarius
30. Indian: From All Purity
31. Lee Bannon: Alternate/Endings
32. Copeland: Because I’m Worth It
33. Lee Gamble: KOCH
34. Mutter: Text und Musik
35. Untold: Black Light Spiral
36. Curren$y: The Drive In Theatre
37. James Plotkin, Paal Nilssen-Love: Death Rattle
38. Run The Jewels: Run The Jewels 2
39. Marissa Nadler: July
40. Plebeian Grandstand: Lowgazers
41. Groundislava: Frozen Throne
42. Low Jack: Garifuna Variations
43. SZA: Z
44. Sebastian Mullaert & Eitan Reiter: Reflections of Nothingness
45. Dai Burger: IN YA MOUF’
46. Matt Karmil: ——
47. Chris Crack: KICKIN IT WIT TW
48. Dutch E Germ: IN.RAK.DUST
49. Migos: No Label 2
50. Fear of Men: Loom
51. Shinichi Atobe: Butterfly Effect
52. HTRK: Psychic 9-5 Club
53. Mutilation Rites: Harbinger
54. Lawrence English: Wilderness Of Mirrors
55. Iceage: Plowing Into the Field of Love
56. Koenraad Ecker: Ill Fares The Land
57. Carla Bozulich: Boy
58. Black Spirituals: Of Deconstruction
59. Kevin Morby: Still Life With Rejects From The Land Of Misfitoys
60. Swans: To Be Kind
61. Peaking Lights: Cosmic Logic
62. Yaaard: How I Defeated
63. French Fries: Kepler
64. Ariana Grande: My Everything
65. Laetitia Sadler: Something Shines
66. Marc Baron: Hidden Tapes
67. Apollo Brown: Blasphemy
68. Nicki Minaj: The Pinkprint
69. Boosie Bad Azz: Life After Deathrow
70. Philippe Katerine: Magnum
71. EMA: The Future’s Void
72. SECRET BOYFRIEND: This Is Always Where You’ve Lived
73. Lucki Eck$: Alternative Trap
74. Have A Nice Life: The Unnatural World
75. Roc Marciano: Marci Beaucoup
kurz
Against All Logic: s/t
AN: La Danse Des Substances
Area Forty_One: Nocturnal Passions Part I
Bok Bok: Your Charizmatic Self
Brood Ma: P O P U L O U S
Cashmere Cat: Wedding Bells
Celestial Trax: Paroxysm EP
Clarian: Road To Recovery EP
Claro Intelecto: Peace Of Mind
Dark0: Sin EP
Diane Cluck: Boneset
dj chap: UNLIMITED DATA
DJ Milktray: All Because The Lady Loves It EP
Djrum: The Miracle
DJ Vague: Porsche Tracks
D/P/I: RICO
Fis: Iterations
Floating Points: Sparkling Conversation
Future Brown: Wanna Party
Gunge: ÜBRMNSCH-BLWY-PLX
Holly Herndon: Chorus
Jacques Greene: Phantom Vibrate
Karenn: SHEWORKS006
Karmelloz: Source Localization
Katie Gately / Tlaotlon: Split Series #23
Lee Bannon: PLACE/CRUSHER EP
Leskin: Rawer South Side EP
Leyland Kirby: Breaks My Heart Each Time
Lil Jabba: 47
Maximilian Dunbar: Drizzling Glass
Miguel: nwa.hollywooddreams.coffee
Minorstep: Weep – EP
Mr. Mitch Don’t Leave
Oneohtrix Point Never: Commissions I
Palmistry: Lil Gem
Pearson Sound: Starburst
Ricardo Villalobos: Voodog
SAINT PEPSI: Gin City
SCNTST: Forever 16
Sentinel: Hybrid
Shackleton: Freezing Opening Thawing
Shlohmo & Jeremih: No More
Sigha: The Purification Loops
Skee Mask: Serum
S.Maharba: Memorial
Sophie: Lemonade / Hard
TCF: 415C47197F78E811FEEB7862288306EC4137FD4EC3DED8B
Terekke: s/t
Traxman: Slash Time
Visionist: I’m Fine (Part II)
mix
Abdulla Rashim: RA.422 Abdulla Rashim – 2014.06.30
Amnesia Scanner: AS LIVE IN [][][][][]
Basic House: Electronic Explorations – 284 – Basic House (Opal Tapes) Pale Years Mix
Ben Aqua: RA.434 Ben Aqua – 2014.09.22
Black To Comm: Secret Thirteen Mix 110
Demdike Stare: Empirical Research
DJ Koze: FACT mix 387: DJ KOZE
D/P/I: JEANETTE (MIXTAPE)
Galcher Lustwerk & Young Male: Beats In Space Radio Show #712, 01.14.14
GUNDAM: FROSTY MIX 5: GUNDAM
Imaginary Forces: Entr’acte Mix
Jam City: Earthly II
Krust: The Pleiadian Adventure
LORD $M$: DIMEMIX002 WORLD OF SHIT
Nguzunguzu: Perfect Lullaby vol. II
Overlook: Promo Mix for Eternia
Palmistry: Free Indeed
PC Music: PC Music x DISown feat. A. G. Cook, GFOTY, Danny L Harle, Lil Data, Nu New Edition and Kane West
Perc: FACT Mix 426 – Perc (Feb ’14)
Rabit: Rabit Pandemic Transmission III
Sam Tiba: *___* SUMMER MIXTAPE *___*
Strict Face: Mix for Golden Syrup
Surgeon: Ambient Set from Freerotation 2014
Tlaotlon: Mix 10.14
Victoria Kim: Truancy Volume 103: Victoria Kim
Voll vergessen: Bierkampf
Wünsche, die sich von selbst erledigen: Der Artikel, den ich unbedingt lesen muss, die Zeitung, die ich unbedingt kaufen muss. Kurz warten: War da was? Der Wissenskrampf.
That’s it.
zwei Stunden in die Sonne legen und dann sterben
Sich selbst in unkomfortable Situationen bringen: was mache ich jetzt, wie komme ich hier wieder heraus?
Schamanen-Janggu
Innerer Rahmen
Äußerer Rahmen
Rahmen + Fell
Haegeum
leere Saite wird nicht benutzt
man muss jeden Ton singen können
Unterquarte Riesenvibrato
Grundton glatt
Große Sekunde mit kleiner Terz
man lässt die Saiten nicht einfach so klingen, das ist absolut unkoreanisch
Daegeum
Haegeum
Gayageum
Janggu
Gute Besetzung, erstaunlicherweise
Akzent am Anfang und am Ende des Tones, Geräuschverstärkung
Unsere Toten: Die nicht mehr leben, an die wir manchmal denken, wo wir uns wundern, dass sie schon so lange nicht mehr da sind. Ziemlich lebendig, solange man an sie denkt. Das Wissen, dass sie tot sind, verändert nicht unbedingt unsere Erinnerung, aber das Licht, in dem sie erscheint. Überhaupt nicht versöhnlicher, eher weiter weg, unerreichbar, wie ein Filmbild im Gegensatz zu einer Geschichte, die noch andauern könnte. Film als Metapher für Tod? Könnte ein Grund dafür sein, dass Super 8-Aufnahmen so unsäglich traurig wirken. Würde mal tippen, dass das nicht für Digitalaufzeichnungen zutrifft. Zu flexibel als Medium.
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Filed under Film, Uncategorized, Weltmusik
Dann plötzlich nur noch Fehler.
4 pains:
birth
aging
illness
death
rust + bone: Merkwürdig grobschlächtiges Drehbuch, gerade im Vergleich zu Un Prophète. Nach einiger Zeit hat man das Gefühl, immer im Voraus zu wissen, was als nächstes geschieht, auch wenn das nicht stimmt. Bestes Beispiel: Junge auf zugefrorenem See, Vater dreht sich weg, logischerweise bricht Junge ein. Ziemliche Unart bei sehr vielen Filmen, funktioniert natürlich immer, wenn man Spannung aufbauen will, ist aber die primitivste aller möglichen Methoden, eine Szene aufzubauen. Interessant übrigens, dass es trotzdem immer wieder funktioniert, dass man tatsächlich bis zu einem gewissen Grad mit zittert, obwohl der Verlauf so offensichtlich ist. Wahrscheinlich einfach nicht vollständig beherrschbare Reaktion auf reale oder imaginäre Gefahr. Es ist allerdings nicht so, dass jede Gefahr, die eingeführt wird, auch immer zum Vollzug führt, z.B. geht man als Zuschauer tendenziell davon aus, dass, nachdem sie am Anfang ihre Beine verloren hat, er bei seinen Straßenkämpfen am Ende seinen Verstand verlieren wird. Das wird nie explizit nahegelegt, liegt aber die ganze Zeit in der Luft: Es gibt eigentlich keinen in der Storyline verankerten Grund dafür, dass es ihm am Ende tatsächlich gelingt, Profi zu werden. Problem: Wahrscheinlich kann man in einer Filmerzählung das Unheil nicht einfach aus dem Nichts zuschlagen lassen, wenn man eine Geschichte aufbauen will. Es muss also gewisse Andeutungen von Gefahr, von Dingen, die geschehen könnten, geben, eine Art Möglichkeitsraum, in dem sich die Figuren bewegen. Wäre interessant, wie wenig da reicht, wie viel da sein muss, um als Erzählung zu funktionieren. Ob es interessanter ist, wenn möglichst wenig angedeutet wird, ob vielleicht doch die direkteste Vorbereitung diejenige ist, die am besten funktioniert, ob es sinnvoll ist, sehr viele Möglichkeiten anzudeuten, die dann gar nicht mehr berührt werden und einfach verschwinden, oder ob es besser ist, absolut geradlinig exakt das zu geben, was die Erzählung benötigt. Ich könnte mir vorstellen, dass es einen gewissen Spielraum geben muss, damit der Film nicht völlig durchschaubar wird, aber nicht zu viel, damit der Zuschauer sich nicht über die vielen falschen Fährten ärgert. Was könnte man mit falschen Fährten machen, wenn man sie nicht einfach verschwinden lassen will? Echter erzählerischer Realismus würde vermutlich Gefahr nur in den seltensten Fälle vorbereiten, da sie uns im realen Leben eher unvorbereitet trifft. Es ist letztlich der allwissende Erzähler, der reflektierende Zuschauer, der die Gefahr sieht, in die der Protagonist läuft, nur in den seltensten Fällen der Protagonist selbst.
Wichtig: footwork-bassdrum
45 Minuten Sicherheit. Perverse Psychologie: Endlich Zwang. Du kannst nicht anders. Du darfst nicht anders. Plötzlich hältst Du Dich daran. Warum nur?
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Filed under Dramaturgie, Film, Methode, Pop
Instrumentation als Ausschnitt
Gut. Wenn das nicht geht, was geht dann?
Das Einzige, was einen in solchen Situationen weitermachen lässt, ist, dass man sich nicht umbringen will. Was nicht heißt, dass es einen vernünftigen Grund geben würde, sich nicht umzubringen. Eher im Gegenteil.
hm
hm
hm hm
hm
hm
hm hm hm
Kolik/Hirn: Future/Shit
Die Mär von der verlorenen Seele, die durch die Liebe zu ihrer Bestimmung zurückfindet: Storymuster, die offensichtlich so viel Glaubwürdigkeit für uns haben, dass sie, ohne sich zu verbrauchen, quasi unbegrenzt eingesetzt werden können.
Rauschen, z.B. kurzes und langsames Verschieben eines Leinenbandes auf Holzfußboden (dicht, sanft) oder eines Plastikbandes auf dem gleichen Untergrund (hell, dünn). Warum genau sollte man das eine dem anderen vorziehen – klingt schöner?
Nicht enttäuscht sein, wenn etwas nicht funktioniert, ohne zu lügen, ohne sich selbst etwas vorzumachen: Schwierige Aufgabe. Zu sagen, es ist egal, Hauptsache, es ist überhaupt etwas geschehen, ist natürlich eine Lüge und als solche ziemlich leicht durchschaubar. Möglicherweise könnte man aber auch diese Position auf eine höhere Ebene bringen, etwa, zu wissen, dass es eine der häufigsten Selbstbetrugs-Lügen überhaupt ist, und die dazugehörige Haltung trotzdem, als reale Arbeitsbasis, beizubehalten.
TV eigentlich immer über Vertrauen und Verrat: Weil man soviel Zeit hat, die Vorzeichen zu ändern?
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Filed under Dramaturgie, Film, Material, Maurizio/Licht, Methode, Stücke, Uncategorized
Was wäre denn am unangenehmsten?
Immer noch das gleiche Gesicht wild verzaubert wütend
Kolik als Proportionskanon: Literarische Unmittelbarkeit brechen, um musikalische Unmittelbarkeit zu erzeugen. Am Ende reiner Auslauf.
The Rambler: Einmal schmutzig, immer schmutzig. Dreck kann man nicht abwaschen. Oder dann plötzlich doch. Beten im 1/4-Takt. Immer schön. Digitaler VHS-Schnitt.
Digitalen Dreck auf analoge Instrumente legen: Konstruktion markieren, oder auch falsch markieren, daneben markieren. Oh, falsch, war gar nicht da. Direkt daneben.
Articulacao: Sprache gegen Sprache, Artikulation gegen Artikulation. Nicht gerade subtil, aber trotzdem lehrreich.
Wenn man gegen Langeweile immun ist, gibt es buchstäblich nichts, was man nicht erreichen kann.
C.P.E.: Hatte da schon mal jemand das gleiche Problem, nämlich Strukturen nur äußerlich, und damit offenkundig willkürlich darstellen zu können?
Information
Nachdenken ist keine Arbeit. Aufschreiben auch nicht. Schreiben schon. Etc. Wird nicht lustig sein. Bild’ Dir das bloß nicht ein.
Think of: Machaut
Was macht eigentlich …
material blocking
colour blocking
Der kleine Junge
Crime is awfully boring.
ernährte sich von Wurzeln
Yes, it is.
Anti-Espressivo
Anti-Virtuosität
Schöner Schein
Glanzvolle Leere
Geil leise hier, ab und zu mal ein Auto, aber das war’s dann auch schon. Der stille Raum ist eigentlich die Stadt. Das Land ist unvergleichlich viel lauter. Eigentlich ziemlich erschreckend: Weißer Raum, Stille. Hat es vielleicht früher überhaupt nicht gegeben. Aber natürlich auch schön.
– Ich finde die Welt schon extrem still.
– Ach, ist das so?
World War Z
Zone One
Vivaldi: Blockflöten als Harmonie in der unteren Mittellage.
Auch wenn Du nicht weiterkommst, musst Du sitzen bleiben und weiter machen – that’s the fuckin’ deal.
Dries
Ich bin wieder ein kleiner Junge. 7:45. 8:30. Pause.
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Filed under Film, Klassik, Literatur, Mode, Uncategorized
Unz-Unz-Unz-Unz
How the hell did this get so sad so fast?
Merkwürdig, dass einem dann immer wieder doch etwas einfällt, gerade wenn man denkt, dass es gar nicht geht. Sinn der Arbeit. Warten. Quälen. Zeit.
Mad Men: Orchestrierung der Gefühle, virtuose Kontrolle, vor allem auch in der zeitlichen Abfolge, herauszögern, überraschen, vor sich hin laufen lassen, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und jetzt der ganz große Knall. Der allerdings auch nicht völlig umgedämpft, damit es danach auch noch weiter gehen kann. Grandiose Schauspieler-Führung, unübertreffbares Timing der unscheinbar Geste.
DMD KIU LIDT: Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit. Klingt gut. Stimmt das? Kann man das so stehen lassen? Würde man natürlich gerne, klar. Aber.
Die Hure/Die Herzogin: Ganz interessant der Gegensatz zwischen anzüglicher Kleidung und neutraler Gestik. Man erwartet die ganze Zeit, dass die Ansage des Kostüms eingelöst wird, es wird aber noch nicht einmal darauf Bezug genommen.
In gewisser Weise waren die Jahre im Gefängnis die glücklichste Zeit meines Lebens.
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Filed under Dramaturgie, Film, Methode, Politik, Pop
Hochmut
Selbstkontrolle
Totaldisziplin
I can’t take any more bad news, Lane.
Land der roten Steine: Merkwürdige Idee, eine Landschaft, die man faktisch nicht sehen kann, immer wieder von anderen Standpunkten aus zu beschreiben. Quasi eine Übung in geometrisch-perspektivischer Beschreibungskunst und Vorstellungskraft, die gleichen landschaftlichen Fixpunkte in immer neuen perspektivbedingten Konstellationen vorzustellen. Obwohl diese Fixpunkte mit neuen Einzelheiten konkretisiert werden, bleiben sie papieren, weil die Erklärungen und Beschreibungen trotz aller Anstrengungen nicht wirklich anschaulich werden. Die Namen der Felsformationen bleiben die einzige Möglichkeit, wiederkehrende Fixpunkte zu identifizieren, was vielleicht auch daran liegt, dass die unterscheidenden Charakteristika nur für den, der sie tatsächlich sehen kann, erkennbar und erinnerbar sein können. Also letztlich eine Übung, die nicht erfolgreich sein kann. Trotzdem neigt man dazu, zu Ende zu lesen, vielleicht aus Faszination für die letztlich knochentrockene Prosa. Man fragt sich, warum macht er das? Warum tut er sich das an? Warum quält er sich so? Er kann nicht wirklich denken, dass er auf diese Weise ein Verständnis für die Landschaft wecken kann. Auch die seltenen Andeutungen einer Geschichte sorgen eigentlich nicht wirklich für Entspannung, sondern lassen eher die Zähigkeit der Beschreibungsprosa noch deutlicher spürbar werden.
Unbeschwertheit
Unbekümmertheit
Unschuld
kaufen: Now we’re talking!
Zeitdruck, Komma, produktiver: Entscheidung muss jetzt fallen, auch wenn es offensichtlich gar nicht möglich ist, eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Es muss einfach irgend etwas passieren.
Ist es am Ende einfach eine Frage des Durchhaltens – oder Nichtdurchhaltens?
unbedingte Zuneigung
bedingungslose Liebe
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Filed under Film, Literatur, Methode, Uncategorized
Cartier
egasseM neddiH A – ortnI
Dorit Tanay
Le Vent d’Est: Absolute Dominanz des Wortes über das Bild. Gilt merkwürdigerweise auch umgekehrt. Beide Ebenen sauber getrennt, dadurch in sich gestärkt. Ganz klar: Bild und Ton ist nicht das Gleiche wie Bild und Wort. Eher Bild/Wort und Ton/Wort. Absoluter Glaube an das Wort. Absoluter Glaube an das Bild. Nicht so sehr an den Ton. Glaube ich.
Last/Past
Lederhaut: Agen
min./max.: Quasi eigene Stimmen
Frontale Bühnenaufstellung des Ensembles vs. Lautsprecherreihe im Rücken des Publikums.
Leisigkeit
Lautheit
Vom Gefühl her übermäßige Differenziertheit bei Lautsprecheraufstellung dem Medium nicht angemessen.
Alles frei halten, alles offen lassen, bis es zu spät ist.
Langeweile: Das Problem ist, dass Worte automatisch schon zu groß sind für das, was sie beschreiben.
Interessant, wie schwer das alles ist, wie schwierig es ist, ein auch nur halbwegs vernünftiges Leben zu führen. Vielleicht eben auch komplett unmöglich.
Nicht zu musikalisch denken! Oder vielleicht sogar gar nicht.
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Filed under Elektronik, Film, Filmtheorie, Form, Material, Maurizio/Licht, Stücke
Nicht Blinzeln!
Roxy Music, Brian Eno, David Bowie, etc.: Ikonen der 70er Jahre, Qualität offensichtlich, aber nie wirklich verstanden, wofür die Musik wirklich steht. Offensichtlich ist das Billige, Abgeschmackte, Sentimentale Teil der expressiven Geste. Gleichzeitig aber auch das Raue, Rockige, das gerade im Klangbild Punk vorweg zu nehmen scheint. Also nicht der absolute Gegensatz. Alles immer ein bisschen zu eng zusammengemischt, Gegenteil von transparentem Klang. Relativ deutlicher Hang zu Hässlichkeit, die aber nie ganz in den Vordergrund tritt. Dann die echten 70er Jahre-Ingredientien wie Gitarren- und Saxophonsoli, eigentlich ganz furchtbar, man weiß aber auch nie, wie ernst sie wirklich gemeint sind, ob sie da sind, weil es sich so gehört, weil sie wirklich etwas ausdrücken sollen, oder ob sie schon gleich als (vielleicht auch halb unbewusst) parodistisches Element eingesetzt waren. Da gehört dann natürlich auch das Kabarettistische, das Musicalhafte, das Over-the-Top-Spielen dazu. New York Dolls, Johnny Thunders dann direkter Übergang zu Punk. In too much too soon.
Filmriss: Schwarzfilm als scharfes Reißen, deutlich abgegrenzt, aktive Bewegung, statische, in sich ruhende Aggressivität, trotz Bewegung nicht Geste, sondern reine Unterbrechung. Am Steg pressen mit schnellem, im Gesamtklang verschwindenden Glissando.
Auch ganz schöne Idee: Fast alle, aber eben nicht wirklich alle Szenen durch Schwarzfilm voneinander zu trennen. Man ist dann nicht sicher, ob man vielleicht in dem Moment geblinzelt hat, in dem der Schwarzfilm kam, oder ob die Szenen wirklich ohne Trennfilm aufeinander gefolgt sind. Das alte Problem: Man kann wegschauen, aber man kann nicht weghören. Ein Schnitt könnte ein Blinzeln sein, im Grunde besteht unsere normale visuelle Wahrnehmung aus lauter kleinen Schnitten, sowohl wenn wir blinzeln, als auch wenn wir woanders hin schauen. Das geht beim Hören offensichtlich so nicht.
Ein Klang, der alle anderen Klänge verschlucken könnte, einsaugen würde, das Schwarze Loch der Klänge. Weich fallen. Sanft weg. Fast plötzlich.
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Filed under Film, Filmtechnik, Material, Maurizio/Licht, Montage, Stücke
Damit der Papa es nicht hört!
facebook-Isolation/Pascal: Öffentlichkeit ist Lüge.
Jean Louis Ughetto
handkeonline
La Leggenda Di Kaspar Hauser: Ganz kurzer Schwarzfilm zwischen den Einstellungen, zum Teil auch mit Zwischentiteln, dann länger. Funktioniert gut, mischt sich mit Schwarzweiß, wirkt zum Teil wie Filmfehler – wahrscheinlich vor allem, wenn vorher viel Schwarz im Bild war, der Zwischentitel also weniger deutlich abgesetzt ist. Maurizio/Licht, Teil II: Einstellungen voneinander trennen, aber auch Einstellungen falsch trennen, z.B. Krach dort einsetzen, wo er regulär, wenn die Einstellung nicht durch Überlappung und Vervielfältigung verlängert würde, sitzen müsste, also falsche, aber zugleich formal richtige Signale setzen.
Unterbrechung: Geschwindigkeit/Wiederholung/Dauer
Wiederholungen in der Geschwindigkeit der Unterteilung
Unterbrechungen in der Geschwindigkeit des Grundtempos (1/16*x)
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Filed under Film, Filmtechnik, Form, Literatur, Maurizio/Licht, Montage, Stücke, Uncategorized
Körte 6 10:00 17.01.2014
Cold Front Productions
Lustig, eine echte Maloche down hier im Büro.
Improvisation. Alles Improvisation. Alles improvisiert. Die Reihe. Der Algorithmus.
Total Trauer: The caretaker.
Gleiche Intervallkonstellation einmal als Tonhöhen/Klänge, einmal als Tonfolge/Spannungsverhältnis. Müsste eigentlich möglich sein.
Oh nee, wann ist denn endlich die erste Stunde rum? Die Zeit kriecht. Ja, so ist das im Büro. Zeigt, wie viel in wenig Zeit geht, aber auch, wie langsam sich Zeit anfühlt, wenn man darauf achtet. Wenn man sich quält. Einzige erlaubte Ablenkung: Notizen. Nachdenken. Nichts tun. Aber eben nicht: Etwas anderes tun. Schlafen ist z.B. auch nicht erlaubt, logischerweise. Wäre wie etwas tun, sich ablenken, die quälende Zeit nicht aushalten. Nachdenken macht ja übrigens eigentlich immer Spaß, ist nie unangenehm, wahrscheinlich, weil man nicht wirklich etwas tun muss, weil man nicht in die Ausführung gehen muss, weil man noch nicht so weit ist, zu sehen, wie die Ideen sich in der Ausführung auflösen, verschwinden. Tolle Idee – aber nur so lange, wie man sie nicht anwendet. Letztlich das Reich des Traums, wo alles geht, was man sich kurz vorgestellt hat, wo man für einen Moment überzeugt war, dass ein bestimmter Gedanke vollständig evident ist. Ausführung wäre dann der Text, die Argumentation, wo dann plötzlich nichts mehr zusammenpasst. Nachdenken ist viel leichter als tun, weil es keinen Widerstand kennt.
Letztlich ganz normal, dass es einem schlecht geht, by the way. Den meisten Menschen auf der Welt geht es schlecht. Und den anderen natürlich auch.
Comments Off on Körte 6 10:00 17.01.2014
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§22: Die Erinnerung
– Do nothing.
– I beg your pardon?
– If you have no move, Mr Thompson, you do nothing.
– He’s under attack, Arnold.
– All the more reason for patience. I’ve made my living, Mr Thompson, in large part as a gambler. Some days I make 20 bets, some days I make none. There are weeks, sometimes months in fact, when I don’t make a bet at all because there simply is no play. So I wait, plan, marshal my resources. And when I finally see an opportunity, and there is a bet to make, I bet it all.
Vorort, Straße, altmodische Limousinen im Tiefschnee: Vergessen zu atmen.
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Wo die Reise hingeht
Radio: Eine Ansage nach der anderen, keine Beiträge. Komplette Sendungen werden angesagt, dann die nächste Sendung. Angesagt. Keine Beiträge. Die Maschinerie dreht durch. Schließlich nicht enden wollende Pausenmusik, dann Knacksen und Stille. Nach einer Weile in eine laufende Sendung hineingeschnitten, allerdings keine der zuvor angesagten. Wäre ziemlich toll als experimenteller Radiobeitrag, war aber nur ein echter Fehler. Kommentarlos gesendet. Hat also vermutlich auf dem Sender niemand gemerkt.
Manie des Bewahrens, Aufschreibens: Das ist ja wohl das eigentliche Thema. Was würden wir machen, wenn wir das nicht machen würden? Wie sähe unser Leben dann aus? Tiefe Sinnkrise. Symptome: Nichts wegwerfen wollen. Alles wegwerfen wollen. Nachsinnen. Erinnern. Wie das war. Staunen. Wie das ist. Eigentlich ja dann: Befreit vom Nachdenken. Einfach da sein, und irgendwann wieder weg sein. Sieht allerdings nicht so aus, als ob das irgendetwas besser machen würde.
Vorne Licht, hinten Ensemble: Licht hält das Gesicht nach vorne, Beschallung kommt also notwendigerweise von hinten, es sei denn, man würde sich entscheiden, auf das Licht komplett zu verzichten. Man hört auch, wenn man nicht hinsieht. Quasi Asymmetrie: Normalerweise würde man sich immer umdrehen, wenn etwas von hinten kommt, hier muss man sich aber mit der Situation abfinden: Entweder Licht von vorne und Klang von hinten, oder kein Licht und Hinwendung zum Klang. Entscheidungszwang. Bilde mir ein, dass das was sagt.
Guston: Arbeit
To the Wonder: Arbeit
Bronsky Beat: Arbeit
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Wirst du nie erfahren
lash out
h-moll Messe: Langes Stück, aber sicherlich keine integrierte Dauer. Kann eigentlich auch nicht so gemeint sein, da originale Aufführungssituation und Entstehungsgeschichte dem widersprechen. Dennoch würde man retrospektiv sicherlich davon ausgehen, dass hier an einem Gesamterlebnis gearbeitet wurde. Tatsächlich hört man aber eher Momente, Einsätze, Besetzungswechsel, die die Punkte markieren, an denen dramaturgisch homogene Passagen aufeinandertreffen. Wie hört man das? Warum hört man das? Wenn man das Stück bereits kennt, wird man zuerst auf die Interpretation achten, und dann wesentliche Punkte des Stückes mit seiner Erinnerung vergleichen. Aber was passiert darüber hinaus? Trägt die Musik durch das Stück? Trägt die Interpretation durch das Stück? Lernt man etwas Substanzielles über das Stück, wenn man es von Anfang bis Ende durchhört? Geht es vielleicht auch hier darum, zu verstehen, dass die entscheidenden Momente des Stückes von Material umgeben sind, das natürlich hervorragend durchgearbeitet ist, aber eben eher der Monumentalität des Stückes zuarbeiten, als ihm etwas grundsätzlich Neues hinzuzufügen? Allerdings kann man kaum sagen, dass diese Passagen eine dramaturgische Spannung aufbauen, dass sie zu einem bestimmten Punkt führen, an dem sie z.B. in etwas anderes umschlagen würden. Eher füllen sie tatsächlich die Zeit mit kostbarem Material aus, das irgendwann abbricht und neuem Material weichen muss.
Who is the public? They will be dead very soon. I don’t make public films. I make private films.
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Misslingen als Qualität.
Genau: Stumm
Wie würden wir uns unser Leben vorstellen?
Snapchat
Telegram
Whisper
Dann sammeln wir mal wieder.
all time favorites:
King Hu: A Touch Of Zen
Marguerite Duras: Les Enfants
Sam Peckinpah: The Wild Bunch
Kenji Mizoguchi: Les Contes De La Lune Vague
Friedrich Murnau: Sunrise
Johnnie To: Fulltime Killer
Kinji Fukasaku: Battle Royal
Abel Ferrara: New Rose Hotel
Claire Denis: L’Intrus
Orson Welles: Touch Of Evil
Und natürlich:
Jia Zhangke: Pickpocket
Ist nicht viel dazugekommen in den letzten Jahren, sorry. Vielleicht Holy Motors?
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Klavierwand
Gandolfini
Haydn: Bisschen mehr Tapferkeit wäre vielleicht auch nicht schlecht.
Sich langsam verschiebender Abtastvorgang: Schnelle Bewegung, aber langsame Veränderung. Aufleuchten und Verschwinden. Quasi Wiederholung, dadurch Verlängerung. Harter Schnitt/weicher Schnitt, laut/leise, hell/dunkel, etc. WICHTIG!
nur antasten/berühren
Un film comme les autres: Tout se résume dans l’esthétique et l’économie politique.
Verloren & vergessen: Meinen Lieblingsblog der Nuller Jahre gibt es nicht mehr. Ich habe mir nicht gemerkt, wie er hieß, wer ihn gemacht hat, hatte ich ohnehin nur durch Zufall rausbekommen und mir nicht notiert, das Lesezeichen muss ich aus Versehen gelöscht haben, weil der Link tot war. Ist also komplett weg, verloren, nicht wiederholbar. Tolle Metapher für das Gedächtnis, einfach weg, so halt, keine Spur.
Cinéastes/Eric Borg: Glückliche Zeiten. Das Paradies. Die Erinnerung. In der Erinnerung.
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BR
The Inuit Empire.
Super wichtig: Neue Dynamik-Notation
Lucien Fugere
Pol Plancon
Minhee Park: Triller als Brechung, Verzierung als zweite Stimme. Eigenes Tempo.
Tonhöhe vs. Dynamik
Mögliche Aufteilung/Schnitt 4/4: 8-0, 7-1, 6-2, 5-3, 4-4, 3-5, 2-6, 1-7, 0-8. Jeder Takt kann mehrfach/verschieden ausgelesen werden. Akkumulation von Teilstücken.
Vorschlag mit glissando/portamento: Ist doch eigentlich klar – bin ich eigentlich bescheuert? Schwerer Akzent – immer von unten. Von oben wahrscheinlich eher distinkte Tonhöhe.
Female Gagok: Gerader Ton, mühelos gehalten, scheinbar ohne Energiezufuhr – aber eben auch nicht ausklingend!
Maurizio/Licht: Pausen zusätzlich oder an Stelle von Musik? (Interessante Frage, auch über das Stück hinaus relevant.)
Hier ist die Liste
mit deinen Freunden
in der Reihenfolge,
in der sie gestorben sind.
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Günstige Sterbehilfe-Vorsorge
Omar Souleyman: Geil krasse Ornamente, eigentlich gar keine Töne mehr, nur noch eine Art Glitzern (Streichquartett).
Zugebaute Komponierbude, zwei Keyboards, Computer, whatever, Komponist in der Mitte, präsenter Ort, aber nicht real. FÜHLT SICH ABER ANSCHEINEND SO AN ODER WAS?
Gegeneinander verschobene Mehrfachoktaven: Toll! Funktioniert immer, ist immer toll. Unbedingt auch haben (Nguzunguzu-Mix/Maurizio)!
Landschaft als Idylle: Festes, eingefahrenes Bild, ähnlich unsinnig wie Kindheit als Idylle. Trotzdem nicht völlig falsch: So etwas wie Unschuld oder eben Naturzustand der Brutalität, unverdeckt. Noch nicht wissen können, was auf einen zukommt. Daher ohne Vorsicht. Wissen, aber nicht verstehen. Positive Ahnungslosigkeit. Aber ganz sicher nicht und nie das schöne Bild, der friedliche Zustand, die ungetrübte Ruhe. Behauptet auch niemand? Doch, glaube ich schon, das ist das, was Landschaft als dramaturgisches Bild suggerieren soll. Tom Cruise. Schlecht gesehen, schlecht gedacht.
Streichquartett: Alles künstlich, alles mechanisch. Antimusikalische Entscheidungen. Alles abgekoppelte Einzelentscheidungen. Rücksichtslosigkeit. Z.B. Unterteilungen als eigener Parameter. Macht übrigens auch theoretisch Sinn: Taktkonstruktion/Zeitkonstruktion. Eigener Parameter für irrationale Takte? Why the fuck not!
Ganztaktige irrationale Unterteilungen: Eigentlich ja Taktschichtungen, Überlagerungen gleich langer, aber verschieden wertiger Takte.
Sainte-Colombe: Verdammt viel für fast nichts. Über-Vibrato.
Die Zukunft wird in der Provinz entschieden.
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jedem Jugendtrend hinterher
Ich weiß noch nicht einmal mehr genau, ob es gestern oder vorgestern passiert ist. Aber doch, es war gestern, nachdem ich lange Zeit gewartet hatte.
Interessant, wie viel geschieht, auch wenn nichts geschieht. Und zwar noch nicht einmal Innenleben oder sowas, sondern einfach nur Handlungen, alltägliche Verrichtungen, Nachdenken, Lesen, Arbeiten, Nachschauen – eine eigene Welt, voll ausgestattet, letztlich völlig normal und nüchtern. Unvermeidbar.
Übertriebener Ehrgeiz auf der einen Seite, gähnende Langeweile auf der anderen. Is that it? Vorsichtige Beharrlichkeit: Das kann es ja wohl auch nicht sein, oder?
Wäre allerdings immer noch die Frage, was erwarten wir von einem Stück? Soll es knallen? Muss es knallen? Oder kann es seine Intensität wo anders her holen. Geht es auch ohne Intensität? Was wäre dann das auslösende Moment, letztlich der Kick?
Nicolas Boetsch: Because that’s what’s art for, to be happy and to do what you want to do.
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Mode/Pop
Journalismus
U-Bahn: Hörgerät klemmt an Wandknopf
1 Ornament/2 Silbe/3 Silbe/4 Bindung/5 Bindung/6 Bindung
1 Anzahl Einheiten/2 Dauer gesamt/3 Aufteilung/4 Pause/5 Gesamt/6 Bindung
Grundsätzliche instrumentale Kontinuität etablieren, dann unterbrechen, aber nicht zerstören.
Aufteilung kann Ersatz für Anzahl Elemente sein.
Aufteilung immer gebunden.
Pause Takt
Pause Zeile
Pause Phrase
Man versteht es nicht, wenn man es nicht systematisiert. Und wenn man es nicht versteht, kann man nicht damit arbeiten.
Konzept als Möglichkeitsraum: Alle Möglichkeiten offen halten und damit auch nahelegen/denkbar machen.
Don’t let the air conditioning fool you, son. You are here, too. You ARE suffering.
Festspiele als Mediamarkt der Kultur: Pop als preiswerter Köder, um die Leute ins Haus zu bekommen und ihnen dann die teure Weiße Ware (Waschmaschinen = Hochkultur) verkaufen zu können). Ziemlich fieses Konzept – aber alle sind glücklich: Let’s fuckin’ survive. Even if we don’t.
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who the fuck am I kidding though?
No clue. Irgendwas stimmt nicht. Es fühlt sich nicht richtig an. Und es läuft natürlich auch nicht flüssig, klar. Also versucht man es anders. Und dann nochmal anders. Weil man keine bessere Idee hat, versucht man etwas völlig Unsinniges. Geht eigentlich gar nicht. Geht vielleicht doch. Plötzlich ist man auf einer anderen Stufe. Geht das ganze natürlich wieder von vorne los.
Homeland: Tue ich jemandem Unrecht, wenn ich sage, dass das fast grotesk langweilig ist? Und dass hier die Spannung wirklich nur darin besteht, dass man sich fragt, wann es endlich weitergeht? Dennoch selbst hier der Serien-Effekt, dass man sich, ob man will oder nicht, in die Figuren hineindenkt, etwas hinzugibt, was sie eigentlich nicht haben, höchstens suggerieren.
Bei aller Schwäche, trotz des völlig durchschaubaren Plots, fragt man sich trotzdem, wie es weitergehen wird, wie die Figuren sich entwickeln werden. Die Geschichte an sich treibt, auch wenn sie noch so doof ist, auch wenn sie noch so dürftig erzählt ist. Vielleicht hat die Figurenkonstellation einen gewissen Wert, eine gewisse Faszination, die über das Banale hinausgeht.
cheapness for its own sake
begrenzte Lebenskraft/Werk (Machaut)
Dynamik
Dämpfung
Akzente
Justin Timberlake: Tunnel Vision
Akra: Tunnelvision
Man starrt auf die Aufgabe und hat nicht die geringste Ahnung, was man tun soll. Zeichen, dass man noch ein bisschen schrauben muss, nachjustieren, einrichten, ordnen, aufräumen, Gedanken klären, ausprobieren, verwerfen, neuansetzen, etc.
Wie ist das eigentlich, kann man alles ernsthaft behandeln, z.B. auch Unsinn? Macht das Sinn? Einen super Text über einen völlig bescheuerten Gegenstand schreiben? Etwas darin finden, was eigentlich nicht da ist?
A long-ass time ago. Back when I could still piss in a straight line.
Na, Sie haben auch schon mal besser ausgesehen!
Sport: Ist es vielleicht auch hier so, dass die Dauer, die Zeit und die Langeweile, die damit verbunden ist, das Wissen, das man bis zum Ende durchhalten muss, eben auch als Zuschauer, zur Spannung beiträgt? Ist zum Beispiel ein Tennismatch nur dann wirklich spannend, wenn man als Zuschauer wirklich jeden einzelnen Punkt durchleidet, wenn man auch alle langweiligen Punkte mitnimmt, um am Ende das Ergebnis emotional verstehen zu können? Steigt die Spannung mit der Langeweile? Braucht das Erleben tote Momente, um echte Spannung aufbauen zu können? Jetzt muss ich noch dies aushalten, jetzt muss ich noch das aushalten, noch zwei Spiele usw., ist ja letztlich nicht anders als im Horrorfilm der dunkle Gang, das drohende Unheil, der lange Weg zum Showdown, eben die gesamte Strecke, die nicht verkürzt werden kann.
Müsste man sich auch bei Beethoven noch mal genauer, ausschließlich auf Dramaturgie bezogen, anschauen.
Trash Humpers: Vielleicht viel besser, als man denkt. Vielleicht ja tatsächlich Porträt einer Haltung, eines Lebensgefühls, das wir sonst nicht kennen. Extreme Betonung von Nutzlosigkeit und Normalität. Leben ohne jede Transzendenz. Realität. Möglicherweise wirklich nur sichtbar in der extremen Randexistenz, aber auf alle zutreffend.
Jeden Takt teilen? 1/1, 1/2, 1/3, 1/4, 1/5: Etwas passiert in der Mitte des Taktes. Bruch, Schnitt, Schweigen.
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Stromausfall
Pop/Klassik: Zeitung/Roman
Chateaubriand
Ryan Gosling
Auf die Spitze geklettert, über die Spitze gelehnt und balanciert: Starke, strudelartige Schwindelgefühle.
Rejected
Ganz schön unangenehm, etwas gar nicht im Griff zu haben. Am liebsten würde man sich sofort zurückziehen, um sich die Erniedrigung des Wartens zu ersparen.
Geige
Bratsche
Alt
Countertenor
Absolut still stehen, in exakt vorgegeben Zeitabständen lösen und sofort kurze Tonfragmente singen, die von der nächsten Körperstarre abgeschnitten werden. Nicht theatral, sondern formalistisch verstehen.
Kolik: Staccati auflösen, lange Noten unterteilen.
Staccati: Einfache und doppelte Glissandi.
Menschen, die glauben, etwas verstanden zu haben, und daran festhalten, weil es ihnen so schwer gefallen ist, dorthin zu kommen.
Und / so \ wei \/ ter / und \ so /\ wei / ter /\ und \/ so / fort \ und / fort \/
Langeweile als rumdudeln: Noch ein bisschen dies, noch ein bisschen das, noch ein bisschen fast das Gleiche, mal ein bisschen schneller, mal ein bisschen langsamer, mal ein bisschen dunkler, mal ein bisschen heller. Allerdings muss dafür das Material auch schon von Anfang an dudelig sein, sonst funktioniert es nicht. Kind of Qual. Was für eine Art von Qual ist eigentlich Langeweile genau? Tut ja nicht weh, und tut dann eben doch weh, auf eine gar nicht so subtile, eher sehr konkrete Art. Punkt ist vielleicht: man weiß nicht, ob es langweilen soll, oder ob es einfach langweilig ist, deshalb fehlt die direkte Konfrontation mit dem Aggressor.
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Far Go
Klang Klang Klang Klang Klang. – What the fuck is it? How do I notate it? (Beethoven)
Ultramodernismus vs. Lesbarkeit/Jelinek: Straff gespannte Oberfläche. Der Wille, die Pointendichte stabil zu halten. Also kein Abfall, kein Anstieg. Anti-dramaturgische Ästhetik, total nachvollziehbar, aber irgendwie eben doch falsch. Das Problem, selbst Spaß zu haben. Und das Publikum darüber zu vergessen. Nicht sich selbst darstellen, sondern seine Performance. Quasi das eigentliche Thema: Ich kann die Spannung halten. Was ja automatisch nicht stimmt, by the way. Frage wäre eher: Wie kann ich aus dem Stück heraus die Spannung variieren? Nicht, um es interessanter zu machen, sondern, um es besser zu machen, um die Frage zu akzeptieren: Kann es nicht-konventionelle Dramaturgie überhaupt geben?
Ein bisschen so, als ob man wach bleiben müsste, um zu überleben. Als ob man der Held wäre, wenn man die Intensität durchgehend gleich hoch halten könnte. Was nicht der Fall ist. Man hält die Intensität gleich hoch, indem man sie variiert. Grindcore/Death Metal.
Wiley Wiggins
All I’m saying is, if I ever start referring to these as the best years of my life, remind me to kill myself.
Homogener Track, der plötzlich in eine andere Richtung geht: Funktioniert fast immer, erfreut fast immer, ist aber eigentlich ein ganz einfacher Trick. Was ist das eigentlich: Zwei Stücke, die direkt aufeinander folgen, oder ein Stück mit plötzlichem Charakterwechsel? Warum ist es tatsächlich etwas anderes, wenn es ein Stück ist?
Traktat über das ein-Kind-seiner-Zeit-sein
Absolut erschreckend, wie Pop zwei Jahre später klingen: Im Grunde erkennt man nichts wieder. War das wirklich diese Platte? Hat die wirklich so geklungen? Perfektes Beispiel für Zeit: Wir spüren nichts, aber plötzlich sind wir ganz wo anders. Und offensichtlich alle anderen mit uns. The world has fuckin’ changed. Wo bin ich? Absoluter, kompletter Riss bei etwas, von dem man dachte, dass man es genau kennt. Und von dem man weiß, dass es sich nicht geändert haben KANN. Also MUSS man sich selbst verändert haben, und zwar durchaus tiefgreifend. Immerhin sind das deine Ohren, ist das dein Herz. I don’t like that anymore. Keep away from me. Please! I don’t wanna hear that! I don’t wanna see that! Wo ist die Wärme hin? Wo ist die Tiefe? Das sind ja plötzlich nur noch Töne! Immer wieder interessant dabei, dass Sachen, die zu ihrer Zeit direkt, ohne Verzögerung, eingeschlagen haben, am schnellsten veralten. Tendenziell lächerlich wirken. Wäre allerdings ziemlich bescheuert, das für eine tiefere Gerechtigkeit zu halten.
Größte Tragik, zumindest für den Zuschauer: Wenn eine Figur glücklich ist, eigentlich aber unglücklich sein müsste. Wir wissen schon, dass der Zustand des Glücks nicht mehr lange bestehen wird. Es ist aber nicht nur die Fallhöhe von Glück zu Unglück, die die Situation so tragisch wirken lässt, sondern die Ahnungslosigkeit der Figur, die Schutzlosigkeit, mit der sie in ihr Unglück geht. Glück macht schutzlos. Und wir wissen, dass die Erinnerung an das falsche Glück, die Erkenntnis, dass das Glück nur ein Irrtum war, das Unglück noch viel schlimmer machen wird. Sicher auch Scham und Wut, dass man die Situation nicht gleich richtig erkannt hat. Dass man sich fälschlich in Sicherheit gewiegt hat (Mad Men wieder von vorne).
Ziemlich toll, das einfach im Raum stehen zu lassen, überhaupt nicht zu erklären: Sie ist glücklich, er ist großzügig, und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Scham: Schaut man sich da selbst zu, oder geht man davon aus, dass man beobachtet wird? Geht man GRUNDSÄTZLICH davon aus, dass man beobachtet wird? Was ich sehen kann, kann auch jeder andere sehen – kann auch EIN anderer sehen. Ich nämlich.
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Heimsuchung
Man muss sich klar machen, dass man ja wirklich jeden Tag schläft, jeden Tag in eine Welt hinabsteigt, die man nicht kontrollieren kann, und von der man in der Regel nicht weiß, dass man in sie hinabgestiegen ist, während man sich in ihr befindet. Mord.
Was wir wichtig fanden – und wie lange es her ist. Was wir können, und was wir nicht können.
Laufen lassen vs. Schneiden, zum Beispiel. Der Eingriff.
Ehem, what, where?
Schwarzfilm = Weißes Rauschen
Verschiedene Grade von weißem Rauschen
Knacksen
Sprechen: 16tel
Singen: 8tel
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be the last one to criticize
Spezialisten für Spannung: Es genügt, dass sich jemand, von dem wir wissen, dass er bedroht ist, in eine auch nur ganz vage gefährliche Situation begibt, um die Spannung ins Extrem zu steigern. Dazu gehört bestimmt eine gewisse Sympathie für die Figur, der Wunsch, dass ihr nichts zustößt, und eine grundsätzliche Glaubwürdigkeit oder zumindest Denkbarkeit der Situation. Frage wäre, ob das schon reicht, oder ob die Wirkung durch andere Kunstgriffe verstärkt werden muss, um effektiv zu sein. Unberechenbarkeit der Situation, verschiedene Gefahrenoptionen zur gleichen Zeit hätten bestimmt eine Verstärkung der Wirkung zur Folge. Kommt er von da oder kommt er von dort, schlagen diese zu oder schlagen jene zu. Auf der anderen Seite kann aber auch das Warten auf eine Aktion, deren Ausgang man schon kennt, unerträglich spannend sein. Schutzlosigkeit, Ahnungslosigkeit der bedrohten Person ist dabei sicherlich hilfreich. Aber auch das Gegenteil, eine wehrhafte Figur, die sich ihrer Lage völlig bewusst ist, kann die Spannungskurve in ein Extrem führen. Ziemlich unübersichtlich. Wäre interessant, das mal komplett durchzudeklinieren.
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Im Traum bei relativ klarem Bewusstsein
Mad Men nochmal angeschaut: downward spiral als dramaturgische Form. Das Lächeln von Don Draper als verzweifelter Versuch, innerhalb des Strudels, der ihn hinabreißt, Haltung zu bewahren. Bleibt übrigens auch immer relativ gleich, egal, was passiert, fast egal, ob es gerade gut oder schlecht läuft. Ziemlich ausgeprägter Fatalismus. Egal ob geniales Casting, exakte Regieanweisung oder schauspielerische Leistung, ziemlich perfekte Besetzung. World of Doom. Auch so etwas wie glanzvoll untergehen. Glanz heißt dann, im Elend gut auszusehen, aber dennoch das Elend auszudrücken (auch wenn der Figur selbst das vielleicht gar nicht bewusst ist).
Vielleicht so etwas wie die Zeit, die an den Menschen entlang nach unten fährt, oder, genauer, die Menschen langsam nach unten drückt. Und Don weiß das auf irgendeiner Ebene, was ihn zum Protagonisten/Helden macht. Bis zu einem gewissen Grad scheinen es allerdings alle Figuren zu wissen. Und deswegen mit einer gewissen Würde in den Abgrund zu schweben, wie im Vorspann als Bild/visuelle Metapher ausgeführt.
Zeitriffelung: Anschläge je Schläge je Instrument
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Mögliche Themen.
Keine Arbeit: Es ist natürlich interessanter, wenn es keine Arbeit ist. Oder?
Ausgewählte Samples vs. systematische Samples
Damit könnte man doch?
the day Wakamatsu died
Können wir das bitte noch harmloser haben? Nee, ich meine total harmlos, ich meine, absolut total harmlos, so dass es absolut niemandem wehtut. Nee, noch harmloser. Ja, ja – super! Bitte nicht wehtun. Bitte niemandem wehtun. Geht doch. Ist doch super.
self sample
Interessant, dass beim Essen winzige Portionen genügen, um den Hunger zu stillen. Man isst dann meistens weiter, weil man das Gefühl hat, es lohnt sich nicht, so wenig zu essen.
wahnsinnig ruhig
der falsche Schnitt ist immer der schönste: Schnitt als Schnitt
es geht eigentlich nicht so sehr darum, zu gewinnen, sondern gut zu sein
gewinnen ist eher sowas wie ein Zubrot
aber gut sein ist der Hauptgewinn
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Bild ohne Ton
Einfach kopieren, und zwar wörtlich, was wäre das? Erstmal wäre es eigentlich keine Kopie, sondern das Original, denn es geht ja um Noten, nicht um Töne, und Noten verändern ihren Sinn nicht, wenn sie von anderer Hand geschrieben sind. Es würde sich also z.B. nur der Name des Komponisten ändern, oder der Titel, oder die Auswahl der Sätze. Aber es wäre eben keine Stilkopie, und auch kein Zitat, sondern etwas anderes. Ich zitiere einen ganzen Satz. Ich zitiere eine komplette Satzfolge. Es gibt keinen Rahmen für das Zitat, sondern eben nur das Zitat.
and then it’s o-ver
Spectrum/Captain Memphis: Total vernoiset, ganz geil.
TEMPS
L’HABITUDE
Zeit
Langeweile
Folter
Doku
Don/Richter: Wäre interessant, auszuprobieren, was da passiert. Unterschiedliche Zeitfenster. Du hast jetzt nur Zeit für. Da muss jetzt alles rein. Oder weglassen. Was da nicht reinpasst, fällt weg. Wird abgeschnitten. Nachvollziehbar, spürbar allerdings nur, wenn das Material über diese Schnitte hinausstrebt (Bewegungsenergie, unterbrochene Wiederholungsschleifen oder implizite Proportionen).
Exponentialfunktion: Viel viel vs. viel wenig
vielleicht ist es ja auch ganz furchtbar
Elektronik: Original und Kopie werden auf die gleiche Leinwand projiziert, wobei auch das Original bereits wie eine Kopie behandelt werden kann. Zusammenfallen & geringfügig verschieben. Abstand steht fest, egal welches Tempo angeschlagen wird. Du kanst deine Kopie nicht überholen.
Bestimmte Art von Leichtigkeit im Instrumentalmusik nicht machbar: Beispielsweise Hintergrundsklang, lange gehalten, langsame, kontinuierliche Veränderung, wird immer entweder expressiv oder bewusst zurückgehalten, also immer ausdrucksvoll klingen, statt einfach nur da zu sein und dadurch letztlich viel überraschender zu wirken.
Last Days: Unglaublich, wie eigenartig ein Film ohne Vorspann wirkt, letztlich vermisst man die ganze Zeit, wahrscheinlich bis zum Ende des Films, die Überschrift. Wirkt wie ein Amateurfilm, fast wie zufällig aufgenommen, der vielleicht gar nicht dazu bestimmt ist, von einem nicht Eingeweihten gesehen zu werden. Im Umkehrschluss heißt das natürlich auch, dass der Vorspann unsere Wahrnehmung entscheidend prägt, unsere Erwartungen an einen Film wesentlich beeinflusst, auch wenn wir das nicht bemerken. Ein Film ohne Vorspann ist ein bisschen, wie wenn jemand in einen Raum kommt und sofort zu reden anfängt, ohne darauf zu achten, ob überhaupt jemand im Raum ist und was die Anwesenden gerade machen. Insofern eine super Idee.
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Filed under Film, Liveelektronik
Das ist ja wohl ein Witz!
Man kann ja eigentlich nicht ernsthaft bezweifeln, dass es wichtig ist, dass sich Leute innerhalb der Gesellschaft für bestimmte Ziele, die allgemein akzeptiert werden, einsetzen, im Zweifelsfall eben auch ehrenamtlich. Warum wirkt es dann so lächerlich, wenn diese Personen in ihrer Aufgabe völlig aufgehen und sie ohne jede Distanz zum Mittelpunkt ihres Lebens machen? Vielleicht einfach, weil es falsch ist, weil eine solche Aufgabe nicht der Mittelpunkt Deines Lebens sein kann. Gleichzeitig kann man aber nur mit dieser völligen Auflösung seiner eigenen Person in der Sache bestimmte Dinge gesellschaftlich durchsetzen. Insofern ist diese Form der Zweckidotie unbedingt notwendig, um Dinge zu verändern. Eines der Probleme dabei ist sicherlich, dass man natürlich immer, zu jedem Zeitpunkt, fragen muss, ob das, was man macht, sinnvoll ist. Man kann nicht einmal entscheiden, dies mache ich, und von da an blind durch die Gegend rennen und alles dem einmal definierten Ziel unterordnen. So eine Art Soldatengehorsam sich selbst gegenüber.
Dialog der Woche:
– Lass dich doch nicht so gehen.
– Es ist so heiß hier.
– Dann geh wenigstens aus dem Bild.
– Kolik ist fertig.
– Ooops! Wie das denn?
– Weiß auch nicht. So halt.
From Strength To Strength
Stimmt eigentlich nicht.
nicht zurückschauen
every hand a different problem
kurze Euphorie-Phase, dann wieder Stillstands-Marter, beide gleich unsinnig
CW: Interessante Entscheidung, sein Leben der Produktion zu verschreiben. Fast wie Kollektionen, eine Bildgruppe nach der anderen Bildgruppe. Wirkt bei einem so konzentrierten Maler natürlich viel anstrengender als bei jemandem, der spielerischer mit seiner Arbeit umzugehen scheint, auch wenn die Anstrengung vielleicht die gleiche ist. Themen, die wieder aufgegriffen werden, wirken fast wie Versuche, sich selbst zu beweisen, dass man nicht mit jeder Werkgruppe alles neu machen muss.
Girl With Curious Hair: so brilliant you wanna cry.
Eule
liegt auf dem Rücken, möchte am Bauch gekrault werden
Keine zu genaue Vorstellung, wie das Ergebnis aussehen soll, haben, schränkt die Arbeit zu sehr ein. Auch grundlegende Veränderungen während der Arbeit zulassen.
Hände, wie von jemand anderem, als gehörten sie nicht mir.
Shredderklang
Schmeckt ein bisschen wie Milch.
Ich war relativ sicher, dass es egal ist, was ich mache. Fehler müssen auch gut sein, müssen stehen bleiben können, müssen bis zu einem gewissen Grad auch erkennbar sein, sonst ist es nicht interessant. Fehler erzwingen. Ooops – lauter Fehler! Konzept 100% Fehler.
– Memory is a wonderful thing if you don’t have to deal with the past.
– Interesting.
Normalerweise kommt dann jemand von hinten und überrascht die Person im Bild, die sich unbeobachtet gefühlt hat. Die Kamera steht also für den Beobachter, der Zuschauer ist der Beobachter, gerade weil das Bild suggeriert, dass niemand zuschaut.
wenn er so aus dem Bild herausschaut, wird er gleich … Ja, was eigentlich? Ist das wirklich nur die Richtung des Blicks? Ist es die Art des Blicks? Weiß der Schauspieler, wie er schauen muss, um bei uns eine bestimmte Erwartung zu erzeugen? Hat das irgendetwas mit Realität zu tun, schaut man wirklich so, wenn etwas dieser Art auf einen zukommt? Oder ist es eine reine Filmsprache, die irgendjemand irgendwann erfunden, entwickelt hat, und die sich dann langsam verfestigt hat, bis sie zu einer fixierten Gramatik geworden ist, die jeder, der jemals mit Film in Berührung gekommen ist, beherrscht. Wenn das so wäre, wäre es natürlich extrem interessant, herauszubekommen,wie sich die Bausteine dieser Grammatik langsam herausgebildet haben, wer sie zuerst angewendet hat, wer sie weiterentwickelt hat, und ab wann sie einfach nur noch übernommen wurden.
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Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Film, Form, Methode
Vaporwave/DISTROID
Walden/Mekkas: Voyeurismus, aber eben auch echtes Leben, daher wirklich interessant. Dokumentationsfähigkeit: Wesentliche Eigenschaft des Mediums perfekt genutzt, gerade auch in der Nähe zum Amateurfilm. Unangestrengte Narration: Mehr als nur Avantgardefilm.
Guerin: The environment and the figure. The figure comes with the image, the environment with the sound. (…) To search those simple, even tiny, motifs that reveal themselves as complex only through cinema.
fühlt sich plötzlich alles ganz anders an – nicht unbedingt besser, aber mehr nach Arbeit
falls das nicht ohnehin klar ist: Neue Musik hat natürlich auch die Aufgabe, Klassische Musik zu kritisieren, das Zopfige, Bräsige, Bequeme, das einen so oft dazu bringt, Aufnahmen nach einem kurzen Moment wieder auszustellen, wegzunehmen, einen anderen, weniger reaktionären Klang zu etablieren. Auch in dieser Hinsicht ist es also völlig kontraproduktiv, wenn sich Neue Musik an Klassische Musik, an den klassischen Orchesterapparat und an die Hörgewohnheiten des Klassik-Publikums anpasst. Ist ja übrigens auch klar, dass die Alte Musik-Bewegung, die absurderweise gerade von den Neue Musik-Protagonisten so oft – und meistens völlig zu Unrecht – gescholten wird, ganz viel geholfen hat, das Klangbild der Klassischen Musik zu entfetten, so dass man irgendwann dann auch die Musik wieder erkennen kann. Eindeutig reaktionäres Verhalten der Neue Musik-Protagonisten, genau wie aller anderen Reaktionäre: Wir haben aber gelernt, dass …
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Judasohren und Hiobstränen
looking for trouble vs. looking for pain
VS: Gott, lass meine Seele vor der Ernte reifen. Slut.
aggressiv leise
Household
eine merkwürdige Sprache
eine merkwürdige Sprachmelodie
Eins Eins Eins Eins
einerseits Tonbewegung, andererseits Intervall, andererseits Klanggeste im Registerraum
Casting: Ein visionärer Architekt – sieht aber gar nicht so visionär aus – na ja, ich meine, wie würde denn ein visionärer Architekt aussehen? – Alles klar, alles gegessen, aber warum habe ich trotzdem ein Problem damit? Muss man so oder so aussehen, um eine bestimmte Sache machen zu können/machen zu dürfen? Ehrlich gesagt ja, natürlich hat dein Aussehen eine Aussagekraft. Auf der anderen Seite: Heute nicht gut drauf, heute kein anderes T-Shirt gehabt, kein Geld, keine Zeit, krank, Sorgen, kein Interesse, kein Talent, so viele Möglichkeiten, falsch auszusehen. Und logischerweise schaust du jemanden, den du kennst, anders an als jemanden, den du nicht kennst.
Natürlich gehst du nicht nur vom Äußeren aus. Aber du versuchst beide zusammenzubringen. Du denkst, sie müssen etwas miteinander zu tun haben. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Und plötzlich musst du ganz anders hinschauen, weil er/sie etwas gesagt hast, das du nicht erwartet hast. Soso, jemand, der so aussieht, kann also so etwas sagen. Warum sagt der sowas? Wie geht das zusammen? Widerspricht sich das nicht?
I’ve come to the conclusion that it is better not to live at all, not to eat at all, not to … well, you name it.
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Bildgeschichte
A lot of doubts are coming my way.
Zeile als Takt als Kasten: Irgendwo hier muss das rein, irgendwo hier muss das vorkommen. Fast egal wo. Zeitspanne, innerhalb derer etwas passieren muss. Zeit zwischen Zeitspannen. Zeit innerhalb Zeitspannen.
Temperatur in der Küche möglicherweise ein ähnlicher Parameter wie Raum in der Musik: Ist immer da, ist auch jedem klar, wirkt aber schnell banal, wenn er bewusst ausgeschöpft wird. Heiß-kalt als gern genutzter, nicht sehr subtiler Effekt, Abstufungen dazwischen wirken schnell wie einfach nur lau, oder sogar unbeabsichtigt. Was natürlich auch daran liegt, dass lau schnell kalt wird und dann einfach kühl wirkt. Die Beherrschbarkeit des Effekts ist also nur bedingt gegeben. Auch im Kalten verschiedene Abstufungen nur bedingt einsetzbar: Wird ziemlich schnell zu kalt, um überhaupt essbar zu sein. Und die berühmte Stickstoff-Küche ist ja einfach nur schockgefroren und tendenziell sogar eher lau als kalt, weil natürlich nicht durchgefroren. Verschiedene Texturen im Kalten da wesentlich evidenter.
I understood nothing.
I didn’t realize that I understood nothing.
Love Exposure: Ziemlich weit ausgespielt, das Szenario, zwischen Klamauk und Tiefe. Interessante Strategie, den Film aus vielen einzelnen Geschichten, die in sich geschlossen sind, aber dennoch logisch aufeinanderfolgen und aufeinander aufbauen, also nicht einfach nur aneinandergereiht sind, zusammenzusetzen. Serienepik im Kinofilm. Deswegen natürlich auch so lang.
There is no time to waste (Kusama). Probably true.
Melismen, um den verdammten Sprachrhythmus zu zerstören.
Formalistische Verzerrung
7 fuckin’ years.
Wahrscheinlich geht das wirklich nicht, dass man einem Text einfach Noten zuordnet. Wirkt lächerlich, fast ironisch. Würde vielleicht als Sprechrhythmus gerade so durchgehen. Weil das Sprechen nicht so deutlich zwischen akustischer Haupt- und Nebeninformation unterscheidet wie das Singen. Also allenfalls Abstufungen – oder eben gar nicht.
Es hilft auch nichts, wenn der Rhythmus komplex ist – wirkt fast noch komischer/deplazierter. Als ob man sich einen Ort anmaßt, der einem nicht zusteht. Weil er nichts mehr bedeutet. Sonst müsste man das Genre insgesamt akzeptieren. Wozu man logischerweise keine Lust hat.
Vielleicht genau das Gegenteil: Völlig mechanisch mit dem Text umgehen. Diese bescheuerte Einfühlung/Ausdeutung weglassen. Denn auf die Sprachmelodie eingehen ist ja letztlich nichts anderes als ausdeuten.
Nullausdehnung, horizontal und vertikal: Es gibt keine horizonale Nullausdehnung ohne vertikale Nullausdehnung, es sei denn: Staccato-Akkord, Staccato-Klang, statt Staccato-Ton.
Wenn der Einsatzabstand kleiner als die Ausdehnung ist, überlappen sich die einzelnen Elemente. Wäre bei Wörtern eine lustige, ziemlich formalistische Verzerrung.
Lieblingsfilme ever:
Wild Bunch
A Touch of Zen
Krieg: Sich selbst überholen, an den Rändern ausfransen
Szenen verzahnen
Silben
Worte
Zeilen
canon for one voice
seelische Kraft
Nochmal zu Montage: Gerade wenn ein Film quasi ausschließlich aus langen tracking shots besteht, wie Satantango, wird deutlich, wie wenig die Filmtechnik unserer normalen Art, die Welt anzuschauen, entspricht. Es ist eigentlich so, als würde man die ganze Zeit mit größter Aufmerksamkeit starren, und den Blick nur ganz langsam von einem Objekt abwenden und einem anderen Objekt zuwenden – als ob der Raum zwischen den beiden Objekten genauso wichtig wäre wie die Objekte selbst. Als ob wir also eigentlich gar kein Interesse an diesen beiden Objekten haben, sondern quasi zufällig unseren Blick vom einen zum anderen schweifen lassen würden. Ein quasi objektiver, interesseloser Blick auf die Welt. Als künstlerisches Mittel natürlich absolut sinnvoll, wenn diese Art des Blickes evoziert werden soll, und in einem Film wie Satantango in der Verweigerung von Emphase auch wieder emphatisch, aber unserer Art zu schauen grundsätzlich entgegengesetzt, also betont künstlich, im Gegensatz zu der scheinbar naheliegenden Annahme, dass Montage künstlich, weil zusammengesetzt, und tracking shot natürlich, weil einfach ist. Ein schneller Kameraschwenk wirkt ja im Übrigen wie eine Montage, außer daß dem Weg als optisches Phänomen mehr Bedeutung zugewiesen wird, als dies im realen Blickwechsel der Fall wäre. Noch einmal also: Montage ist die perfekte Methode, unseren Blick auf die Welt abzubilden – wenn man das wirklich will. Vielleicht ist es eben gerade interessant, etwas anderes zu tun. Nur das Argument der Einfachheit, Natürlichkeit ist absoluter Unsinn. In Wirklichkeit ist der tracking shot extrem künstlich.
Fuck Überlegenheit.
Destroy Distinktion.
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Form und Dauer
Bela Tarr, Satantango: Ziemlich perfekt durchgeführt, wie ausgerechnet, eigentlich keine Schwächen und vor allem auch keine Peinlichkeiten, immer wieder überraschend, wie brutal ein Schnitt einschlägt, wenn er nach einer langen Einstellung an einen anderen Ort/eine anderen Zeitpunkt springt. Man fühlt sich eigentlich um das, was dazwischen liegt, betrogen, als ob es gewaltsam aus dem Ablauf herausgenommen wäre. Auch der Schnitt selbst, der exakte Zeitpunkt, an dem zwei Einstellungen aufeinandertreffen, bekommt eine eigenartige Virulenz, als ob rein optisch etwas passieren würde, das man eigentlich nicht versteht – so schnell nicht nachvollziehen kann. Als ob das Auge nach der langsamen Entwicklung der langen Einstellung sich nicht so schnell auf das optische Phänomen des Schnitts einstellen könnte, als ob nur die Überblendung dem Auge die nötige Zeit gegeben hätte, sich auf die nächste Einstellung vorzubereiten, den Übergang von einer Einstellung zur nächsten zu verstehen. Insofern Schnitt als Raub, als brutaler Eingriff, als Fehlstelle. Totaler Gegensatz zur Montage, in der das Auge den Schnitt gar nicht bemerkt.
Lange Stücke und sehr lange Stücke.
Durch das Streichquartett führen.
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Alles versetzen
Oresteia: gute Idee, ein Instrument (Solocello) die Choraltöne abnehmen zu lassen. Begleitung und eigenständige Gestik, Gegensatz zwischen vokaler und instrumentaler Linie.
Monteverdi-Fanfare als mit sich selbst identische Markierung
Regelmäßiger Ansatz, verschieden lange Pausen je nach Länge des Satzes/der Phrase
Two Lovers: Wie die Entscheidungen fallen. Und man kann nicht davon ausgehen, dass der Schluss falsch ist, dass der Protagonist sich einfach nur in sein Schicksal fügt. Vielleicht ist er ja wirklich glücklich. Selbst ein so offensichtlicher Betrug wie das Weiterverwenden des Rings muss nicht unbedingt ein Betrug an der Befindlichkeit sein.
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Noch einmal zum Horrorfilm:
Vorbereitung
ohne Vorbereitung
In gewisser Weise NUR die Vorbereitung interessant, NICHT die Erfüllung. Die eigentliche Tat ist dann eher eine Erleichterung, weil man endlich weiß, was passiert. Je länger die Vorbereitung, je länger die Ungewissheit, desto länger der Kitzel. Man hat nur Angst vor dem, was man nicht weiß. By the way: Gilt das auch fürs echte Leben? Kein ganz unwichtiger Punkt, auch arbeitstechnisch.
Glaubwürdigkeit
Vorurteile
Casting: Interessant, dass NICHT alles möglich ist. Gelungenes Casting ist meistens Erfüllung von Vorurteilen mit geringfügigen/wenigen Abweichungen. Wenn die gesamte Besetzung den Erwartungen entspricht, kann ein Charakter völlig herausfallen und damit vielleicht auch die anderen Charaktere in ein neues Licht setzen. Gleichzeitig verschieben sich sicherlich auch Erwartungen, Abweichungen werden zu neuen Erwartungen, von denen wieder abgewichen werden muss, um das Ganze lebendig zu halten. Einmal akzeptiert, wird eine Abweichung sofort normal, gehört zum Repertoire und kann auch entsprechend bedient werden. Trotzdem unwahrscheinlich, dass man eine Besetzung aus lauter Abweichungen zusammenstellen könnte. Wäre aber interessant, was passieren würde. Es dürfte natürlich nicht zu unwahrscheinlich werden, aber die meisten unserer Erwartungen haben eher mit Typen als mit erkennbaren Fähigkeiten zu tun, so dass Abweichungen ohnehin schwer zu widerlegen sind. Es hat also wirklich mehr mit Akzeptanz, Vorstellungsvermögen, als mit Durchschauen, Nachrechnen zu tun. Was wäre, wenn der bescheurt Aussehende der Intelligenteste wäre? Wenn der brutal Aussehende der Feinsinnigste wäre? Usw.
Auch das hat natürlich ziemlich viel mit dem echten Leben zu tun: Dass wir bestimmten Leuten auf Grund ihres Äußerens, aber auch auf Grund ihres Benehmens bestimmte Dinge nicht zutrauen, sowohl im Positiven, als auch im Negativen. Und wir völlig vor den Kopf gestoßen sind, wenn sie es dann doch tun. Das hätte ich niemals gedacht. Es reicht ja eine Bemerkung, die man nicht erwartet hätte, und unser Weltbild gerät für kurze Zeit aus den Fugen.
Was aber natürlich nicht heißt, dass wir auf unsere Vorurteile verzichten könnten: Sie helfen uns, Dinge einzuordnen, nicht alles ständig neu zu überprüfen, kürzere Wege zu gehen, die wahrscheinlichere Option zu ziehen.
Und, ganz klar: Das Set der Erwartungen mag für die meisten ähnlich sein, gleich ist es ganz sicher nicht. Man versteht oft an Nebenbemerkungen, dahingeworfenen Beobachtungen, dass unsere Selbstverständlichkeiten überhaupt nicht mit den Selbstverständlichkeiten anderer Leute übereinstimmen müssen.
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Uneigentlichkeit/Essentialismus
Tapemusik finde ich eigentlich ziemlich unspannend, obwohl alles, was ich den ganzen Tag höre, vom Band kommt. Und Pop auf Band viel besser funktioniert als im Konzert. Also eigentlich Tapemusik ist. Aber immer ein akustisches Original suggeriert, auch wenn es nie existiert hat.
Mir am liebsten bei elektronischer Musik: Wenn sie die Apparatur zum Thema macht, wie z.B. Tudor, oder wenn sie eine Form von Lärm produziert, die offensichtlich elektronisch ist, wie z.B. Xenakis. Also klanglich dreckige Elektronik. Wahrscheinlich habe ich das Gefühl, dass die Sauberkeit des Versuchsaufbaus durch die Dreckigkeit des Klangs aufgehoben werden muss. Oder die Perfektion der Apparatur durch Betonung der Fehler zerstört werden muss.
Lav Diaz: Langsamkeit als Gegensatz zur modernen Welt aufzufassen, ist ein bisschen naiv. Natürlich muss das Lebensgefühl, und damit dann wohl auch das Zeitgefühl, auf dem Land anders sein als in der Stadt. Aber Langsamkeit muss etwas anderes als einfach nur ein Lebensgefühl beitragen, um relevant zu sein. Vielleicht das Detail: Zeit als mikroskopischer Blick. Aber auch das zu banal.
Was ist eigentlich mit langen Romanen? Lesbaren, weil spannenden, und nicht lesbaren, weil nicht spannenden (was nicht das Gleiche ist wie langweilig)? Was ist da Zeit, wird da Zeit spürbar, vermittelt, und wenn ja, auf welcher Ebene? In der Beschreibung, im Material, oder in der puren Lesezeit? Die Möglichkeit und Notwendigkeit der Unterbrechung beim Lesen bedeutet ja nicht automatisch, dass man die Lesezeit nicht als Ganzes empfindet und wahrnimmt.
Eigentliche und uneigentliche Spieltechniken? Resultat von Handlung abkoppeln? Handlung nicht deckungsgleich mit Resultat.
Kann es einen uneigentlichen Klang geben, oder kann Klang nur im Verhältnis zu seiner Hervorbringung uneigentlich sein?
Notwendigkeit von Dramaturgie/Kontrast vs. Lächerlichkeit/Durchschaubarkeit
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Leiden
Montage: Müssen wir jetzt die Regie übernehmen? Und was wäre Regie: Form, Montage, Dramaturgie?
A Touch of Zen: Interessante Form, in der die Abfolge von Ruhe und Bewegung, Gegenwart und Rückblende quasi unabhängig voneinander durchgeführt werden. Die Mönche, auf die der Titel anspielt, erscheinen erst in einer relativ späten Rückblende, gehören aber dadurch, dass sie in dieser Rückblende auftauchen, an den Anfang der Geschichte, rahmen also in der erzählten Zeit die Geschichte tatsächlich ein, nicht aber in der erzählenden Zeit.
Ruhe/Bewegung
Vergangenheit/Gegenwart
Erzählstränge, die im Wesentlichen mit den verschiedenen Figurengruppen, aber auch mit Orten verbunden sind, in diese Struktur eingewoben.
Sollte man mal genauer untersuchen.
Geiseln der Menschheit
Reg’ dich doch nicht so auf!
Kunstfilm (Pedro Costa, Colossal Youth): Je länger die Einstellung, desto mehr wird jedes Detail, jede zufällige Veränderung bedeutsam. Ob ein Blatt vom Baum fällt oder ein Vogel sich im Hintergrund bewegt, alles wirkt wie inszeniert. Das Problem: Man fängt irgendwann an zu verstehen, dass man die Welt tatsächlich so anschauen kann, gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass der Film ganz von alleine so funktioniert. Fluch und Segen der Aufzeichnungsmedien: Irgendwas passiert immer, und ist dann auch automatisch interessant – weil es gar nicht uninteressant sein kann -, und die Kamera zeigt da tatsächlich etwas, was wir sonst nicht sehen würden. Auf der anderen Seite ist die Bedeutung aber geschenkt, es ist von vornherein klar, dass es nicht schief gehen kann, da die Bedeutung ja schon da ist und nur abfotografiert werden muss. Gleichzeitig ist die Bedeutsamkeit auch eine fast unerlaubt wirkende Verschönerung der Realität, eine Beschönigung, die allein dadurch, dass etwas gefilmt wird, stattfindet. Irgendwann fängt man an, sich nach einer reinen Studioproduktion zu sehnen, in der alles entschieden künstlich ist.
Same goes for electronic music: Relief/Tiefenschärfe. Intention. Es ist immer nur das Ergebnis, wo man doch auch einmal einen Bruch zwischen –
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Feuchte Hitze
Here comes Miss Morphine, bringer of bad dreams and less pain.
Fliege Arm Schnitt Gesicht Kamera Fokus Rhythmus
WHAT HAVE
Es gibt keine Kritik.
WE LEARNED
Oper: Tempo an Sprechtheater messen. Verhältnis.
Schneller oder weniger: Ausschnitte an Zeit und Tempo entscheiden.
Oder eben extrem langsam.
Kadenz
over and over and over again
The Birds: Seriema-Herde.
Gone: Sanftes Handy-Brummen.
Rescue You: The Knife
Notbrot
Nuku Hiva
You better be
Discordance Axis
Infinite Jest
Tonhöhen verschrumpeln lassen, akustische Störungen, die nur noch als winzige Markierung wahrnehmbar sind. Tonhöhenabfall.
24 Töne plus: wipe out/reset. Vielleicht genügt das sogar zur harmonischen Strukturbildung. Einmal ganz durchzählen und dann von vorne anfangen.
C.S. Lee: Super Idee, einen einzelnen Namen flackern zu lassen. Alle anderen straight. Wie kommt es zu so einer Idee? Arbeiten, bis es stimmt. Bis es wirklich sitzt. Auf eine nicht ausrechenbare Art. Whatever it is I like it.
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Filed under Film, Literatur, Pop, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle
If I ever had the chance again, I’d probably do the same.
Methode Aufzeichnung Erkenntnis: Viel kreative Energie fließt in das Ausarbeiten von Aufzeichnungssystemen, nicht für die Musik selbst, sondern für ihre Konstruktion. Wie stelle ich die Konstruktion, ihre Parameter, dar, damit ich mit der Darstellung möglichst direkt, intuitiv arbeiten kann. Manchmal denke ich, dass mit der richtigen Darstellung der Parameter schon die halbe Arbeit getan ist. Was natürlich so nicht stimmt. Aber erst dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Und wenn die Darstellung geglückt ist, gibt es eine gewisse Sicherheit, dass die Arbeit nicht mehr missglücken kann. Allerdings: Ziemlich viele Darstellungsmethoden für ein einziges Stück notwendig. Besonders für DIESES. Erst wenn ALLE geglückt sind, kann die Arbeit beginnen. Ach ja, vielleicht noch das: Wenn die Arbeit erst einmal begonnen hat, sind auch Fehler willkommen.
Lustig, so daherzureden, etwas zu meinen, aber nicht wirklich zu verstehen: Aber da IST etwas! Ich sehe es ganz GENAU!
Was ist eigentlich mit den ganzen Mikroerkentnissen, wo du für eine Millisekunde ahnst, dass etwas so oder so sein könnte? Schreibt da jemand mit? Sind die für etwas gut?
Meinungen nicht als falsch oder richtig, sondern als Meinungen, also als etwas, das von jemandem gemeint wird, darstellen. Als eigenen Gegenstand, Realität, beschreiben. Was jemand meint, ist genauso Realität, also Gegenstand der Darstellung, wie der Gegenstand, über den er etwas meint. Tatsächlich kein Unterschied. Don’t judge. Wenn eine Meinung verworfen wird, ist dies auch wieder nur eine Meinung von vielen, ein Gegenstand wie alle anderen Gegenstände (Houellebecq).
Hipster und Anti-Hipster als Anti-Anti-Hipster: Grundsätzlich gibt es ja kaum etwas Dooferes, als Tristan für die beste Wagner-Oper zu halten, einfach weil es so offensichtlich und deswegen phantasielos/unoriginell ist – und so natürlich auch nur auf einer ziemlich primitiven Ebene stimmt. Trotzdem ist es hilfreich, wenn jemand von außen, ohne Bescheidwiss-Zwang, kommt und einen ganzen Film auf Tristan aufbaut. Zeigt, wie völlig bizarr dieses Stück ist und aus allem herausfällt, was wir unter Musik verstehen. Ein Musiker dürfte das niemals machen. Würde aber eben auch anders mit der Musik umgehen, sie raffinierter, indirekter, bescheidwisserischer, und deswegen uncooler einsetzen. Effekt fällt leider sofort wieder weg, wenn man es sich als normale Musik anhört – auch wenn es dann immer noch stimmt. Offensichtlichkeit, Direktheit oft hilfreich, aber nicht jedem erlaubt. Oberschlau geht gar nicht.
Spieltechniken als einfache Pedale, die einander überlagern: Feld von Möglichkeiten
Tristan als Totenhaus (Melancholia): Vielleicht würde die Tristan-Musik zu einem anderen Sujet viel besser passen. Musik der Verzweiflung? Musik der Trostlosigkeit? Schwärze. Aber Musik der Liebe? Und umgekehrt: Janácek viel zu harmlos für sein Sujet.
love to be unprofessional
2001: A Space Odyssey
Solaris
Melancholia
BWV 639
a communication outburst
Stück ganz aus Wiederholungen aufbauen, die aber niemand erkennt/erkennen kann: Heimliche Wiederholungen/Versteckte Wiederholungen.
Tonhöhenkonstruktion nicht auf Ensemble, sondern auf einzelne Instrumente beziehen?
Handwerker, nett, freundlich, intelligent, gutes Gespräch, gegenseitige Zuneigung. Irgendwann merkst Du: Du kannst keine Freunde haben, es ist völlig unmöglich, wie soll das gehen? Hüttenweg 14.
well-lighted
Zufriedenheit
Sorglosigkeit
ZEIT
WELT
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sometimes you win, sometimes you lose
frame: Alles, was gezeigt wird, sieht automatisch bedeutsam aus.
Konvention
Erwartung
Sonst würde man es ja auch nicht zeigen
Logik
Gottfried Eimer
sich selbst überlisten
Leyland Kirby: Synthesizer & Klavier
Bill Evans: Fender Rhodes
Immer 3er-Gruppen, auch wenn es keinen Sinn macht: Aberglaube, dass die Reihenfolge des Auftrags auch bei einer völlig regelmäßigen Oberfläche eine Rolle spielt. Dass die Aktion zählt. Aber: Eine Partitur ist kein Gemälde.
Der Beruf Promi bildet ja wohl die scheußlichsten Charaktere heraus, die sich vorstellen lassen. Das Problem dabei: Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass das Gegenstück dazu, der Bewunderer, weniger hässlich ist.
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a silent voice
essential killing: toller Anfang, toller Schluss, dazwischen sosolala. Am Anfang die Grundfrage aller Horroreffekte im Kino, was lauert hinter der nächsten Ecke, perfekt auf den Punkt gebracht, auch die Aufnahmen aus der Luft extrem plastisch. Wenn man weiß, dass der Hubschrauber animiert ist, meint man es auch zu sehen, wenn man es nicht weiß, ist die dreidimensionale Raumauffächerung extrem überzeugend – allerdings ein bisschen larger than life, wahrscheinlich würde es in Wirklichkeit doch nicht so aussehen – oder man würde es zumindest nicht so sehen. Den ganzen Film lang fragt man sich, wie will er da wieder rauskommen, ist doch völlig klar, dass der Protagonist absolut keine Chance hat. Den Tod selbst dann gar nicht zu zeigen, sondern nur Pferd ohne Reiter im Schnee als Metapher einzusetzen, ist ziemlich genial und absolut überrachend. Sozusagen überhaupt kein Abtritt, einfach weg. Interessant in der Schlusssequenz die extrem sparsame Musik: Sie ist eigentlich gar nicht da, nur ab und zu zwei drei Töne, die sich mit dem Bildton mischen, trotzdem wäre es etwas komplett anderes, wenn die Musik wirklich nicht da wäre. Muss da irgendeine Metapher besetzen, die wir alle verstehen, aber nicht erklären können. Mal abgesehen davon, dass ich mir Gallo immer gerne anschaue, nicht SO hervorragend gespielt/besetzt. Ein bisschen in den Film hineingesetzt.
Parameter für Unvorhergesehenes: Immer da, wo er Einsätze markiert, passiert etwas, das man nicht erklären kann. Abgesehen davon, dass ohnehin alle Parameter Setzungen sind, also nicht erklärt werden können. Die anderen arbeiten aber KONTINUIERLICH, dieser nicht.
HIER GESCHIEHT ETWAS UNVORHERGESEHENES. HIER WIRD ETWAS UNVORHERGESEHENES GESCHEHEN.
HOTEL WINDERMERE
Henry C. Baigelman
666 West End Avenue
Corner 92nd Street
New York, N.Y. 10025
(212) 724-8200
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I never even listened to it.
Evgenii Bauer, After Death, 3-minute tracking shot plus reaction shot: Interessant, dass man quasi mit Gewalt die Augen aufhalten und auf den Helden fixieren muss, um wirklich sicher zu sein, dass die Einstellung nicht zwischendurch geschnitten wurde. Vielleicht finde ich es deswegen angemessener, Szenen zu montieren als in einer Einstellung zu filmen: Weil wir das, was wir sehen, ohnehin aus einzelnen Blicken zusammensetzen, und nie mit starrem Blick ein einziges Gesichtsfeld beobachten. Allein der Wimpernschlag ist ja schon ein Schnitt, woher wollen wir wissen, dass nicht ausgerechnet in diesem Augenblick etwas Entscheidendes passiert ist? Auch wenn wir etwas mit größter Aufmerksamkeit beoabachten, gehen wir aus Erfahrung davon aus, dass wir im Blinzeln nichts verpassen, tatsächlich sind das aber einzelne Blicke mit winzigen Unterbrechungen, die wir zusammensetzen, weil wir wissen, dass wir eine kontinuierliche Bewegung verfolgen. Im Grunde würden dem winzige jump-cuts im Film entsprechen. Im Film können wir aber eben nicht entscheiden, ob nicht doch ein kleiner Schnitt stattgefunden hat, da wir wissen, dass dies – im Unterschied zur nicht aufgezeichneten Realität – möglich wäre. Wir können also, wie gesagt, gar nicht entscheiden, ob wir einen ungeschnittenen tracking shot, oder einen tracking shot mit jump cuts gesehen haben, wenn wir nicht unsere volle Konzentration darauf gerichtet haben, keine Millisekunde des Filmes zu verpassen. Und deswegen finde ich, dass der tracking shot als künstlerisches Mittel eigentlich obsolet, weil theoretisch, ist. Man nimmt ihn eh nicht als solchen wahr.
In der Musik ist dies übrigens anders, weil man seine Aufmerksamkeit von einem akustischen Signal nicht völlig abwenden kann, und ein Schnitt immer als Veränderung, also als explizites Ereignis aufgefasst würde. In der Tonaufzeichnung kann man den Schnitt natürlich verstecken, aber nicht überhören, wenn er überhaupt hörbar ist. Mit anderen Worten: Die akustische Realität ist kontinuierlich, die visuelle Realität ist zusammengesetzt, und genau deswegen ist der Film mit seiner Montagetechnik ein so geniales Mittel, die visuelle Realität darzustellen: Er emuliert und überhöht unsere Art, die Welt zu sehen.
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Volker
(körperliche) Schwäche genießen/auskosten
and then
she
fuckin‘
died
after a good life
alone
(Hüttenweg 14)
Evgenii Bauer, Twilight of a Woman‘s Soul: Interessant und völlig überraschend, wenn eine 100% konventionelle Geschichte, die eindeutig auf ein Happy End hinsteuert, unerwarteter Weise schlecht ausgeht. Könnte man so heute unmöglich machen, würde wie ein Witz wirken. Kann eigentlich nur heißen, dass 1913 diese Konventionen nicht im gleichen Maße ausgebildet waren. Was merkwürdig ist, denn die Notwendigkeit des Happy Ends scheint sich ja eigentlich durch die Jahrhunderte zu ziehen. Möglich, dass der Film als damals junge Kunstform einerseits unbekümmerter mit Konventionen umgehen konnte, andererseits Geschichten extrem schematisch und für uns konventionell erzählen musste, was für unsere Augen hundert Jahre später nicht mehr zusammen passt.
things that happen
twice
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Was uns zur Verfügung steht:
Bei allen Regeln, bei allen Strategien, die man sich ausdenkt, ob klug oder dumm, intelligent oder bescheuert, ist natürlich immer entscheidend, dass sie ausführbar, also PRAKTISCH sind. Letztlich das entscheidende Kriterium. Und dass herauskommt, was herauskommen soll, vorausgesetzt, das ist bestimmbar. Alles andere ist Verzierung.
Untrust: Absolute Musik mit Text. Einfach so schreiben. Warum eigentlich nicht. Später arrangieren, wenn sinnvoll. Dinge zusammenbringen, die eben NICHT zusammengehören.
Patience has become my second nature.
Formale Metapher: Filmriss (fffff)
Dynamik als wesentliches dramaturgisches Steuerungselement
this is true, but not good: shame on you – don‘t excuse yourself with honesty
Dramaturgien übereinander legen, einander überlagern.
Boys don‘t cry: Ziemlich wirkungsvoll, wenn die Katastrophe von Anfang an allen komplett klar ist, wenn man nur noch mitleidet und irgendwie hofft, dass sie vielleicht, gegen jede Wahrscheinlichkeit, doch nicht eintritt. Hängt natürlich vom Mitgefühl mit der Hauptfigur ab. Letztlich relativ geniale Tragödienkonstruktion. Absturz – down, down, down. Unausweichlichkeit.
Manche Witze werden tatsächlich dadurch lustiger, dass man sie wiederholt. Und zwar nicht variiert, sondern einfach nochmal macht. Wie ein Baby. Die Variation kommt schon dadurch zustande, dass man sie nicht exakt wiederholen kann, bzw. dadurch, dass die Wiederholung dem Witz etwas neues hinzufügt. Und zwar jedesmal. Einzige Frage, ob es dann der Witz ist, über den wir lachen, oder seine sinnlose Wiederholung – ist die Wiederholung der eigentliche Witz geworden? Irgendwie schon, auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass das nicht mit jedem Witz geht: Eher Gesten, kurze Pointen, Sinnlosigkeiten, als Witze, die man wirklich erzählen muss. Die ja eigentlich sowieso fast immer doof sind. Forget Witzeerzähling.
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Haydn
Over, vorbei, vergessen: Interessant, wie etwas völlig verschwindet, wenn wir es vergessen. Möglicherweise denken wir noch eine Weile, da war doch was, was wollte ich noch tun, hätte ich es doch bloß gleich aufgeschrieben, und irgendwann ist es dann ganz weg. Oder es war von Anfang an sofort weg. Wenn es uns wieder einfällt, kann es sein, dass wir uns erinnern, dass wir den Gedanken schon mal hatten, oder eben auch nicht. Dann ist eine Idee neu, obwohl wir sie schon einmal hatten. Frage wäre auch, ob wir uns an die Idee erinnern, oder ob wir in einer ähnlichen Situation die gleiche Idee haben. Das spurlose Verschwinden und das mögliche Wiederkehren, vielleicht aber eben auch nicht. Logischerweise wissen wir nicht, können wir gar nicht wissen, was wir schon alles vergessen haben. Auslöschung, einfach weg. Aufschreiben als Versuch, dagegen anzuarbeiten.
In der Erinnerung umformulieren: Ist das dann noch die gleiche Idee, oder eine andere/neue? Ohne Frage ändert sich die Idee mit ihrer Ausformulierung. Im Extremfall verschwindet die Grundidee in der Ausformulierung, hinterlässt höchstens Spuren, Indizien, wie sie einmal gemeint war.
Ein Archivsystem oder ein Reaktionssystem. In der gleichen/ähnlichen Situation reagiert er/sie immer gleich/ähnlich. Oder hatten wir das schon?
Im Dunkeln stochern. Was uns auffällt, was uns nicht auffällt. Woran wir uns erinnern, woran wir uns nicht erinnern. Bruchstücke aus einem Kontinuum.
dk-dk-dm-dm tk-tk-tk-tk ti-did ti-did ti-did ddl-ddl-ddl-ddl tit-dad-dad-dad-tit ti-te-to-ta tk-tk-tk-tk didl-didl-didl-didl bum taka-taka-did-did bip-bip-bip-bip-didld-did-did dudl-dudl-dudl-dudl did-didld-did-did did-didld-did-did drrrrrrrrrrrrrrr bab-bip-bab-bip bab-bip-bab-bip bip-bab-bab-bip bip-bab-bab-bip tktk did-did-did-did tktk dad-dad drrrrrrr bab-bab-bab takatakatakataka tokotokotokotoko tukutukutukutuku
SBTRKT
Never ask for what should be offered.
rural america: maybe too much of a story
IN CASE YOU CARE
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And then everything was over. Again.
Musik ist auch nur ein Geräusch (Dylan Nyoukis).
Die gleiche Papiertüte an die Wand geheftet und in meiner Hand sieht so verschieden aus, dass ich mehrmals hin und her schauen muss, um sicher zu sein, dass das Design identisch ist. Unbefuckinlievable.
Schon oft gesagt, aber ich sage es gerne noch einmal: Schade, dass man bei Filmen so schnell das Bild über die Story vergisst. Schade, dass man nicht beides haben kann. Für einen wirklich tollen Film müsste man eigentlich beides haben. So what are we gonna do? Das einzige, das für den Verlust des Bildes entschädigen kann, ist Emotion/Tiefe, by the way. Otherwise the film gets shallow. Nur eine öde Nacherzählung, mehr oder weniger spannend und bald vergessen. Gib der Story Tiefe, gib der Story Bilder, ansonsten vergiss es. Der Spannungswert und der Schauwert allein machen es nicht, soviel ist klar.
Leggins in Strumpfhosen-Ocker (I wanna have).
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Starrsinn
Ecken und Kanten: Kann natürlich auch ein bisschen peinlich sein, s. Ballack, obwohl ich eigentlich o.k. finde, wie er das macht. Die Figur des Helden mit Kanten ist aber sicherlich ein bisschen angeranzt. Wird ja auch leicht zu einem unangenehmen Automatismus: Man kann dann gar nicht mehr anders, als den Ungehobelten geben, auch wenn diese Rolle die größten Dummheiten mit sich bringt. Faulheit. Selbstgefälligkeit. Verkrustung.
Musings
Ooops! Becoming a Kinoshita fan lately.
Beat als universelle Einheit. Letztlich einfaches Raster/Zeitmaß.
Nicht-Salz als Gewürz: Man müsste verschiedene Grade von Gesalzen voneinander absetzen. Salz als Verstärkung, aber auch als Überdecken von Eigengeschmack.
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HARM
Kinoshita/Imamura, Narayama: This miserable, wretched life! How could you not be moved by …
Tragik akzeptieren
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Humor
Geht es eigentlich nur mir so, dass ich Dinge, die im allgemeinen als humorvoll bzeichnet werden, überhaupt nicht lustig finde? Wenn von Stockhausens köstlich hurmorvollen Instrumentenschmatzern berichtet wird, dreht sich mir eher der Magen um als dass ich lachen muss. Ist nicht das, was dort als humorvoll bezeichet wird, eine ganz widerliche Form von Geschmacklosigkeit und billigstem Witz?
Ich denke ja eigentlich, dass man, wenn man wirklich witzig sein will, offensichtliche Witze um jeden Preis vermeiden muss. Mit anderen Worten: Alles, was offensichtlich ein Witz sein soll, kann nicht witzig sein. Echte Witze müssen so gebaut sind, dass man nicht entscheiden kann, ob sie witzig oder ernst gemeint sind. Sozusagen Pokerface-Humor. Wobei ich ehrlich gesagt noch nicht einmal sicher bin, ob Stockhausens Schmatzer wirklich lustig sein sollen – wenn doch, wäre das allerdings tatsächlich ziemlich schlimm.
Z.B. sind manche Marthaler-Sachen wahrscheinlich deswegen wirklich witzig, weil sie so tun, als ob alles ganz normal wäre, weil sie keinerlei Zeichen geben, dass etwas witzig gemeint sein könnte, weder während der Vorstellung, noch danach. Wie furchtbar wäre es, wenn man die Marthaler-Komik als Witz erzählt würde!
Z.B. Imamura, Profound Desires of the Gods: Extrem komisch, weil hundert Prozent ernst genommen, alles, was wir sehen, ist völlig absurd, aber total realistisch, und läuft wie eine klassische Tragödie unschuldig ins Verderben. Übrigens wird das Gute, das den Personen geschieht, immer unterspielt und nie direkt ausgesprochen, es sei denn, es müsste innerhalb der Geschichte angesprochen werden. Guter Witz wäre also: Unterspielen und nie offen aussprechen. Im Vagen halten. Vgl. Ironie.
Natürlich können auch total bescheuerte, völlig überspielte Witze toll sein, ist ja klar. Am liebsten beides zusammen, und ein bisschen ist das bei Imamura auch so.
Schwere, große, bunte Metall-Ölfässer hoch oben auf dem schmalen Sims eines überdimensionalen Tankstellendachs im strahlenden Sonnenschein. Ich friere.
Fremdes Material Oper
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Pokerfacing through a sea of shit.
Mad Men 4: Genialer Einstieg, direkt hineingeschnitten, so dass man nach einer Weile prüft, ob man nicht doch die falsche DVD eingelegt hat. Selbst wenn man total sicher ist, dass das nicht so ist. Wahnsinns-Idee, Don Draper Folge um Folge durch einen Misserfolg nach dem anderen gehen zu lassen, was dadurch noch viel ergreifender wird, dass er immer versucht, sein Äußeres zusammenzuhalten, während er innerlich mehr und mehr auseinanderfällt. Die überdimensionale Tragik der ganz normalen Probleme glasklar dargestellt. Und immer wieder den Finger direkt in die vielen Wunden gelegt, die überall herumlaufen. Unentwirrbare Verflochtenheit von Leiden und Schuld: Alles wird weitergegeben, jeder ist in seinem Schicksal gefangen. Tatsächlich hilft die Typisierung der Figuren, das Schicksalhafte der Handlung deutlich zu machen, fast wie eine Art intelligente Mechanik. Formal aber, wie gesagt, die Idee, die Hauptperson fast die gesamte Season hindurch ganz unten, immer am Rand des Auseinanderbechens zu halten, quite impressive.
Dabei spielt ja schon auch eine Rolle, dass man nie weiß, ob es eine weitere Season geben wird. Das Risiko ist also nicht wirklich beherrschbar, es kann sein, dass das, was man so genüsslich ausbreitet, am Ende wirklich das beherrschende Bild der Lieblingsfigur bleiben wird. Also durchaus eine Art real-life-Tragik eingebunden, die dem Zuschauer auch bewusst ist: Man wundert sich schon sehr, dass es Don immer noch so schlecht gehen soll/kann. Im Fernsehen Woche für Woche bad news: Auch da das real-life-Risiko, dass die Zuschauer wegbleiben, bzw. die Wette, dass sie dabeibleiben, weil sie nicht glauben können, dass ihnen eine Serie voller Negativerlebnisse zugemutet wird. Mit anderen Worten: Go for broke! Dadurch übrigens auch die Spannung extrem hoch. Insofern genialer dramaturgischer Kunstgriff, solange er funktioniert. Den Figuren Tiefe geben, den Gegensatz zwischen perfekter Oberfläche und individuellem Leiden darstellen.
Traurigkeit logischerweise nur effektiv, wenn man ein Gegengewicht setzt.
Grausamkeit, Figuren aus der Serie herausfallen zu lassen. Letztlich liest man wahrscheinlich auch mit, dass die Schauspieler damit ihre Rollen verlieren. Also Serien-Grausamkeit + real-life-Grausamkeit. Trotzdem aber auch der formale Mut, Dinge nicht zu Ende zu bringen, Handlungsfäden einfach verschwinden zu lassen, auch wenn die dazugehörende Figur einem extrem nahegebracht wurde.
From fraud to fraud. Geniale Dramturgie, Don immer weiter in seinem Betrug herumtorkeln zu lassen, ihm kurze Momente zu geben, in denen er ausbrechen könnte, die er aber ungenützt lässt, und ihn dann konsequenterweise sich immer weiter verstricken zu lassen. Betrug wird auf Betrug gestapelt, auch die letzte Hoffnung wird getilgt.
Auch eine interessante Strategie: Die Schwächen eines Charakters bloßstellen, ohne sie explizit anzusprechen. Sie werden überdeutlich, aber niemand spricht darüber. Was ja eigentlich heißt, dass in einer konventionellen Dramaturgie ausgesprochen wird, was besser dargestellt würde. Und dass man nie das Gefühl hat, dass etwas explizit angesprochen wird, wenn es nicht zumindest einer der Figuren in den Mund gelegt wird. Sprechblasen-Dramaturgie. Passt natürlich auch zur Zeit, Dinge nicht auszusprechen, I suppose.
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Carlos
Lustig, wie lächerlich es ist, ein Leben nachzufilmen. Der Anspruch ist natürlich, durch eine echte Geschichte Realität auf die Leinwand zu bringen, aber in Wirklichkeit wird der Abstand zur Realität nur vergrößert. Man vergleicht ständig die Figur mit der Realität und fragt sich, ob es wirklich so war. Ob Look-alike oder Not-look-alike, allein die Frage nach der Ähnlichkeit zerstört die filmische Realität. Man fragt sich auch, was die Funktion eines Biopic sein soll: Geschichte zu vermitteln, Vergangenheit gegenwärtig zu machen? Lustigerweise funktioniert das viel besser, wenn man nachliest, was man wissen kann, als wenn man gezwungen ist, sich ständig zu fragen, was Geschichte und was Fiktion ist. Dazu der ziemlich eklige Aspekt des Kostümfilms, das Zurschaustellen der Virtuosität im Nachbilden einer vergangenen Epoche, und da ist ziemlich egal, ob es sich um die 1970er Jahre oder um das 19. Jahrhundert handelt, es bleibt Kindergeburtstag.
Kaum wird‘s wärmer, liegen die Toten auf der Straße.
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Helle Mitte
Aufräumen als Lebensaufgabe (ganz einfach Zimmer aufräumen und so).
Mit zusammengebissenen Zähnen singen.
La condition humaine (Kobayashi): Sehr offensichtliches Spiel mit Spannung-Entspannung, aber trotzdem überzeugend, weil im Detail stimmig, und weil man das Gefühl hat, dass auch die Teile, die die Storyline nicht voranbringen, einen wesentlichen Beitrag zur Aussage des Films, zur vollständigen Beschreibung des Gegenstands darstellen. Insofern eine extrem konventionelle Dramaturgie durch Ernsthaftigkeit überzeugend erfüllt.
Es gelingt ihm deutlich zu machen, dass die leisen Passagen nicht einfach nur ein dramaturgischer Trick sind, sondern dass sie eine echte Funktion im Gesamtwerk haben, dass sie dazugehören, dass etwas fehlen würde, wenn sie nicht da wären. Das Bild wäre unvollständig, wir würden Informationen vermissen, und letztlich wäre die Storyline auch zu geradlinig, um überzeugend zu sein.
Ab einem bestimmten Punkt geht das natürlich weit über formale Überlegungen hinaus. Bestimmte Entscheidungen, insbesondere einen neun Stunden Film ohne auch nur den geringsten Hoffnungsschimmer enden zu lassen, erfordern echten, realen Mut.
Dolgopolov: Ganz schön schnell erwachsen geworden, als Tennisspieler. Kaum zu glauben, dass das geht: Gestern unbeherrschtes Küken, heute erfahrener Gewinner. Als ob er in der Zwischenzeit jahrelang gespielt hätte.
Wortwahl: Komisches hin und her, hier dies, hier das, dann umgekehrt, dann wieder das Gegenteil, dann passt es plötzlich. Merkwürdiges herantasten, vorarbeiten, zufallsbestimmt.
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Un prophète
Fine images, but not too fine. Almost not at all. Quite perfect.
Geniales Script. Allein das Schlussbild: Korsen, Italiener und Muslime warten auf den Propheten am Tag seiner Haftentlassung und wollen ihn jeweils für ihre Partei reklamieren. Er beachtet sie nicht und läuft, als ob nichts wäre, auf die Frau seines toten Freundes, die ihn ebenfalls abholen gekommen ist, zu, begrüßt sie, und geht mit ihr und ihrem kleinen Sohn zu Fuß los. Hinter ihnen sieht man, wie sich die großen Karossen der Clans in Bewegung setzen und ihnen im Schritttempo folgen. Ein Bild, das die Verbindung von absoluter Unschuld und totalem Machtanspruch in einer Person genial begreiflich macht, ohne auch nur im Entferntesten literarisch zu sein, also Informationen vorauszusetzen, die im Bild selbst nicht enthalten sind. Tatsächlich ist das Bild extrem unauffällig gehalten und schöpft seine Kraft allein aus dem Gegensatz zwischen der familienartigen Gruppe von Fußgängern im Vordergrund und den Luxuskarossen im Hintergrund, die dem Propheten mit ihrem Schritttempo ihre Ergebenheit bezeugen. Selbstverständlich dreht sich der Prophet noch nicht einmal um, um zu schauen, was hinter ihm vorgeht.
Komisch, dass es in manchen Situationen von Grund auf falsch ist, zu viel zu verraten, zu offen zu sein, und dass man sofort merkt, dass man einen Fehler gemacht hat, wenn man es tut. Es ist aber nicht immer im Voraus klar, wo die Schwelle liegt, die man nicht übertreten darf. Vielleicht geht es auch tatsächlich darum, das auszutesten, manchmal auf der richtigen und manchmal auf der falschen Seite zu landen. Warum nicht ein bisschen schämen?
Wenn man sich schämt, schämt man sich für das, was man getan hat, was man ist, oder für die Situation, in die man geraten ist, in die man sich begeben hat? Nicht immer auseinanderzuhalten, klar zu trennen.
Es ist gar nicht so, dass man unbedingt etwas oder jemanden verletzt, sondern eher, dass etwas nicht passt, und zwar gar nicht passt.
Feingefühl: Ein bisschen eben auch wie ein gutes Stück, in dem man die richtigen – und die richtig falschen – Entscheidungen getroffen hat. Spüren, ob etwas geht oder nicht geht. Ob etwas interessant oder nicht interessant ist.
Takt: Schläge zusammenfassen und Teilschläge einfügen.
Schläge variieren heißt ja eigentlich, dass sie einzeln gezählt werden müssen, isoliert bleiben müssen. Schläge zusammenfassen heißt, solange man nicht an starke und schwache Zeiten glaubt, dass der Schlag in die Dauer übergeht. Es sei denn, wir sprechen nur über Praktikabilität. Think of Beethoven.
Takt, im Gegensatz zu Schlag, könnte dann den Abstand zwischen Schlägen bestimmen, also Leerschläge beinhalten – einzeln aufgefasste Leerschläge machen wahrscheinlich keinen Sinn – oder die Dauer von Ereignissen oder Gruppen von Ereignissen bemessen. Ein traditionelles Verständnis von Takt als Zusammenfassung von starken und schwachen Schlägen nach vorgegebenem Muster, also Restitution von tonalen Taktmustern, macht keinen Sinn und müsste, wenn überhaupt, Thema sein, und nicht Vorbedingung.
I enjoy the area of view.
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Der Augenblick ist die Entscheidung.
Aktion:
P Pizzicato
B Battuto
T Tratto
Klangtyp:
S Stoppschlag
A Ausklingen
H Halten
1/6 = Schnitte
5/16 = Verzögerung
ist eben etwas anderes
Textur
gefühllos
Habe ich ein Problem mit dem direkten Ausdruck? Weiß ich zu genau, was ich wo haben will? Ist das Element der Entdeckung zu sehr eingeschränkt? Was würde passieren, wenn ich total offen lassen würde, wohin das Stück gehen soll?
Dafür bräuchte man allerdings eine Erfindungsmaschine, eine Konstruktion, die das Stück zusammenhält und das Material generiert.
Streichquartett: 1, 2, 3, 4
Strenge lockern, nicht mit Strenge anfangen, im Voraus festlegen, sondern erarbeiten. Nicht-Strenge wegarbeiten. Widerstand, nicht Arrangement.
Kunst soll unverständlich sein
pas la peine
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Stimmen aus dem Jenseits
Immer wieder der gleiche Gegenstand oder gar kein Gegenstand: Sind die Eigenschaften der Gegenstand, verdecken sie den Gegenstand, oder verdecken sie die Tatsache, dass es gar keinen Gegenstand gibt? Oder besteht die Dynamik der Form darin, den Gegenstand gegen die Eigenschaften und die Eigenschaften gegen den Gegenstand durchzusetzen? Woher kommt der Gegenstand und woher kommen die Eigenschaften? Sind die Eigenschaften die Form und der Gegenstand die Erfindung?
Schon wieder ein Traum:
Ich stampfe an Sylvester wütend durch München, irgendwo im Niemandsland zwischen Maximilianstraße und Museumsviertel. Könnte auch eine monumentale Variante des Pariser Platzes in Berlin sein. Kommt Friedrich Goldmann aus einer Kneipe und humpelt mir am Stock hinterher. Er hat Schwierigkeiten mit den hohen Trottoirs.
Ich: Und, wie isset?
Er: Ist doch klar: Egal.
Und fängt an zu rezitieren:
Der Sohn des Pferdes scheißt auf uns hernieder,
Bevor die Scheiße anfängt anzutrocknen scheißt er neue,
So kommt‘s, dass wir stets –
Ich: Und warum erzählste mir das?
Er: Na ja, die anderen hören nicht zu.
Dank an: Moguillansky/Frampton
Alle Ordnung ist wahnhaft.
Jahre der Schrift
Protest gegen den Protest
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im Zweifel
Unsinn muss immer möglich sein. Sinnlosigkeit muss immer greifbar bleiben.
Was ist eigentlich mit absoluter Regelmäßigkeit? Was spricht dagegen? Könnte ja, z.B., auf verschiedene Parameter angewendet werden. Takte, Tempi, Phrasierungen, Taktanzahl, Dauer, etc.
1/3 oder 2/3 aus 3:5 notationstechnisch nicht möglich; nur durch Tempowechsel fingierbar. Auf irrationalen Unterteilungen basierende irrationale Takte nur notierbar, wenn sich die zugrundeliegende Unterteilung auf die 1 (Ganze) bezieht. Schade, weil unflexibel: Kein freier Schnitt möglich. Es sei denn, Feldmanesk, Wiederholungszeichen in irrationale Unterteilungen setzen. Wiederholungszeichen als Schnitt also. Mit anderen Worten: Gar nicht so exzentrisch als Notation, tatsächlich einzige Möglichkeit, ein bestimmtes Ergebnis ohne irritierende Tempowechsel zu erreichen.
Mutter
Wiederholungen
Geschichten
Keine Unterteilung (nur auf die Eins) ist auch eine Unterteilung.
Alles improvisieren, einen Parameter nach dem anderen? Das hätte den eindeutigen Vorteil, dass es sinnlos wäre. Sinnlos und unbeherrschbar.
alles immer sofort vergessen
für den Zweifel
Passwort: dirty hands
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An Irony-Free Production
This is so colossally retarded, I can‘t even say anything about it.
Can I kick it?
My job is being a pain in the ass. I enjoy that.
Kiss ass!
Arco einstreuen, damit Quartett Bögen nicht weglegen kann.
Verhältnis Geräusch (Rauschen)/Klang in Prozent
der Wechsel des Hauptparameters als eigener Parameter
oder: die Wechselrate als Parameter
Cosima von Bonin
Isa Genzken
Thomas Hirschhorn
The BIG Statement
geträumt: Oper als Symphonie
(re-) call and serve
M.D.: Let‘s watch him die. This is gonna be a great show.
Volkspalast
Vollspast
To please the world
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Ironie I
(Nicht-Ironie erschrickt: Vorsicht!)
I should fuckin‘ kill you fuckin‘ both. You are the fuckin‘ reason that this country is going down the drain.
You pay with the fuck you own.
Invisible Night
Light Life
Don‘t make me look for it, Terrence. Short freeze frame. Quite good, actually.
Im Vordergrund, hinter der Kamera, lauert das Böse. Also musst Du den Vordergrund deutlich machen, andeuten, dass da etwas ist. Irgendetwas, z.B. eine Straßenlaterne, wird genügen. Klare Botschaft. Auch, und gerade auch, wenn dann doch nichts passiert.
Sometimes, I have bad days.
lautlos
Protokoll
Year of the Arzt
Gucci State of Mind
Der Leguan
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MUST NOT SLEEP
Versprechen auskomponieren – warum nicht?
Le Rossignol: extrem antispektakuläres Ende
…explosante-fixe…: Wenn man ganz ehrlich ist, zum Sterben langweilig, und in dieser Hinsicht dann auch wieder interessant. Ich meine, was ist DAS denn für eine Dramaturgie: nudel nudel nudel – Licht aus: Einschub I – nudel nudel nudel – Licht aus: Einschub II – nudel nudel nudel – Schluss. Was DENKT er sich dabei, was, bei allem allgemeinen Respekt, den man vielleicht immer mit denken muss, WILL er, was HÖRT er selbst in dieser Partitur? Wenn gähnende Leere gemeint wäre, wäre es allerdings ziemlich toll. No kidding.
Analog Digital
Sidsel Endresen
Karmakar
Something happens in your life and you just get … sort of lost.
Einheiten, nicht Dauern
Einheiten ZU Dauern
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Und dann
Linke über Furrer: Sprache ist nicht da, um etwas zu sagen, allenfalls um etwas auszudrücken. Das stimmt, und ich halte es ja für ausgemacht, dass das eine Schwäche ist. Man könnte aber natürlich auch sagen, dass es eine Stärke ist, endgültig mit den unzähligen zwecklosen Versuchen, Sprache trotz aller Schwierigkeiten verständlich zu machen, gebrochen zu haben. Nur: Es ändert sich ja gar nicht so viel im Vergleich zu diesen gescheiterten Versuchen, man versteht weiterhin nichts, der einzige Unterschied: man weiß jetzt, dass man nichts verstehen soll. Aus unverständlichen Worten wird Atmosphäre. Immerhin.
Sciarrinonochnichtmehr
Keine Zeit: Nur ausführen, wenn es keine Mühe ist.
Das Ausführen und Mühe geben hat leider immer etwas sehr Spießiges. Besonders bei Texten ein Problem. Man muss versuchen, so lange zu arbeiten, bis die Mühe wieder verschwindet. Oder warten, bis die Dinge von selbst kommen. Erfindungsmaschine. Externe Vorgaben, die einen Teil der Arbeit abnehmen und die Nachvollziehbarkeit der Mühe einschränken oder sogar restlos zerstören.
Das Schlimmste im Film, das, was am schwierigsten auszuhalten ist, ist die Idylle. Funktioniert perfekt. Das perfekte Signal, um anzuzeigen, dass gleich etwas Schlimmes passieren wird. Selbst, wenn es das dann gar nicht tut. Dann halt das nächste Mal. Bewusstes Spiel mit dem Zuschauer, beidseitig: der Zuschauer WEISS, dass mit ihm gespielt wird, kann aber nicht anders als mitzuspielen. Ist das die Angst vor dem eigenen, ereignislosen Leben? Welche Erfahrung kommt da durch? Dass man sich nie sicher fühlen kann/soll/darf? Jedenfalls wahnsinnig unangenehm, egal, wie genau man weiß, welches Spiel gespielt wird. Zeichen: es geht ihm schlecht, den Kindern geht es schlecht, also wird er etwas Schreckliches tun. Fester Baustein, millionenfach eingesetzt. Funktioniert trotzdem, oder gerade deswegen. Wie Vordersatz/Nachsatz.
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extrem dumm
Wissen Handeln
abîme
Turner
globale Integration lokale Desintegration
vergebliches Abtasten
kontrastierende Ableitung: Sprung ins Andere
Takt Subjekt Charakter Hegel
algorithmisches Komponieren: diskrete Grundelemente notwendig
Allerdings: Jedes Element kann zu einem diskreten Element werden, wenn man es entsprechend definiert.
Hans T. oder die Kunst der Platitüde: Muss man dumm sein, um Professor zu werden, oder wird man dumm, wenn man Professor ist?
versprechen verbessern
Karmakar
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Sozialspast
You don‘t own the moral high ground anymore.
Lieutnant
Notizen und Notizen
Lieber
If you look a little less you might see a hell of a lot more.
How would you define the idea of understanding?
Rhythmus
I think there‘s two ways of looking at the idea of understanding:
One is if you don‘t look you never will see.
electric mist
The other is:
Frauen als Opfer: ziemlich fieser Topos, besonders, wenn er zutreffend ist.
Dyke
Und Kinder.
Did you really think I would let you listen to it? I only wanted you to know what you‘re missing.
Boulevard der Stars: Wenn man das sieht, möchte man am liebsten sterben.
How could we be so stupid and naiv?
Von Brauchitsch und Frau Helga
Natrium-Pentobarbital
Letztlich ist alles interessant, wenn es an der richtigen Stelle steht.
Untertöne und Obertöne
Alice Schwarzer ist eine hervorragende Journalistin.
Kämpfen ist so pathetisch – geht gar nicht, oder?
Gleichzeitig verdammt schade.
werkwärts
Dokumentationszwang: wahnsinnig traurig, totale Vergeblichkeit, ich war
Hölle
That‘s a fuckin‘ nice statement. Nevertheless, let‘s die.
Andy‘s chest
Perfect
Day
Klimper
Öde Falsch Scheiße
Am I supposed to die now?
Verschiedenste Interpreten
Deppen
Wenichstens passiert was
Hilfe
Blase
Rauschen in der Stimme
Ja, und dann hat sich alles zerschlagen.
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Still Life
Cigarettes
Liquor
Tea
Toffee
Man müsste im Prinzip mal nachfragen, ob das, was trist aussieht, auch wirklich trist ist. Logischerweise ist es trist, aber irgendwie ist es doch auch ein Triumpf, zumindest des Überlebens, aber nicht nur.
Die fliegende Untertasse verbindet. Das Raumschiff hebt ab.
Auch wenn‘s nervt, weil es zu gut aussieht und den Bildern zu viel Glanz gibt, ist es natürlich nur konsequent, dass mit der Modernisierung des Landes das körnige Filmmaterial dem HDTV weichen muss. Lustigerweise ist es jetzt wohl auch das billigste und am einfachsten zu handhabende Material, und daher unvermeidbar. Wahrscheinlich je körniger, desto teurer. Körnig is the new expensive. Ist aber trotzdem zu schön. Ist ein bisschen wie mit IRCAM-Elektronik: Wenn man es wirklich benutzen will, muss man den Lack irgendwie brechen, sonst geht es nicht.
Apropos Krieg: Du kannst Dich unmöglich auf die richtige Seite stellen, es gibt nichts Dooferes als das zu tun, auf der richtigen Seite sind ohnehin alle, zumindest so lange es um nichts geht. Du musst das Böse ernsthaft und ehrlich darstellen, quasi objektiv, aber ohne Distanzierung. Das ist die einzige Möglichkeit, damit umzugehen. Du darfst das Publikum auf keinen Fall schützen, indem Du deutlich machst, auf welcher Seite Du stehst. Genau das ist künstlerisch Lüge und deswegen ist gutgemeinte Kunst so irrsinnig langweilig.
M.B.R.M.M.P.P., Schlagzeug: Anschläge nur in den Nahtstellen, da auch schnelle Folgen, u.U. irrationale Unterteilungen, wahrscheinlich nur Stoppschläge. Ungedämpfte Schläge möglicherweise ganz auslassen. Coda nur Schleifen, auch als Solo, da dann wahrscheinlich durchlaufend, ohne Ansatz.
das Leben ein Fest – klingt doof, stimmt aber
Das allerletzte Lied
Yellow He
Brynych
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Verklemmte Aufzeichnungen
(Alles in Klammer – eigentlich eine ganz gute Idee, sorry.)
(Interessant, wie wir das dann tatsächlich anders lesen, anders verstehen, eine andere Bedeutung geben, vor allem atmosphärisch.)
(Nur einzelne Wörter singen, den Rest sprechen? Oder, natürlich ganz doofe Idee, auf Sänger und Sprecher verteilen?)
(Wie LSP Dub: Einzelne Silben, Laute raushauen, der Rest verschwindet im Nichts. Mash down.)
(Der Fokus bei HDTV ist ziemlich interessant, sieht aus, als ob man feiner schattieren könnte, eine andere Art von Unschärfe, weniger mechanisch, eher malerisch.)
Anatomisches Theater
Verpflichte eine Schauspielerin und du hast eine Hauptperson.
Beim zweiten Mal weißt du schon, was für Schuhe sie an hat.
Schreien.
Yes, people do that.
Viel passiert: andere Kleider.
Painting: Wenn du lang genug drauf schaust, beginnt es wie ein Gemälde auszusehen. Tiefe. Schärfe. Perspektive.
Der Hahn.
Beliebig viele Schnitte möglich.
Man erinnert sich wieder, z.B. wo sie die Straße gekreuzt hat, Dinge, die man eigentlich nicht erinnern kann. God bless you. Dann erstaunlich schnelle Schnitte. Im Gedächtnis sind sie also noch langsamer. For the poor. Lass das Bild allein. Manipulier es nicht. Führe nicht vor, dass du es nicht manipulierst, oder wie du es manipulieren könntest. Lass es allein. Plötzlich alles viel schneller als erwartet. Sie treffen sich wirklich. Noch eine Spende. Rette mich vor dieser Hölle. Dieses Land ist die Hölle. Diese Welt ist die Hölle. Ein Foto. Noch ein Foto. Fühlt sich natürlich viel realer an. Plötzlich passiert viel zu viel. Weil es nicht eingeführt ist. Weil es einfach so passiert.
Die Kamera folgt nicht den Personen, sondern die Personen laufen irgendwann in den Rahmen der Kamera.
Es ist merkwürdig, dass man überhaupt hinschaut, und es ist noch merkwürdiger, dass es beim zweiten Mal interessanter als beim ersten ist – im Gegensatz zu fast jedem anderen Film. Das erste Mal denkt man, dass nichts passiert, das zweite Mal wundert man sich, dass so viel passiert. Und dass man es sich zweimal anschauen kann. Und dass es beim zweiten Mal interessanter als beim ersten Mal ist.
Beethoven: expressives Unisono
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Antiinformation
Naturalismus
Welterklärungsmodell
Can I have some Schrott, please?
Brother, you GOT some Schrott there.
Akzente platzieren: das soll dahin, das soll dort hin (Feldman über Xenakis), und dazwischen muss irgendetwas passieren. Frage: sind Abschnittsbildungen wirklich interessant?
Das könnte auch eine Art Storyline sein: von hier nach hier nach dort, etc.
Abschnitte: zur gleichen Zeit passierte dies, es hätte aber auch so sein können, viele Jahre später …
formale GESTIK
etwas anderes vermutlich, wenn zum Umschlag HINGELEITET wird
Momente oder Zustände
Verläufe/Prozesse oder Schnitte
enge, schnelle Schnitte, die Prozesse darstellen, oder weite, grobe Schnitte, die Zustände voneinander trennen
Was WILLST du hören?
Stasis vs. Prozess: Wenn eine Situation wiederkehrt, müsste sie sich verändert haben, sie müsste eine andere Qualität erreicht haben, auch wenn sie vordergründig (auf der Textebene) gleichgeblieben ist. Die Spannung müsste sich von Wiederholung zu Wiederholung steigern. Und dabei geht es nicht einfach nur um Varianten des gleichen, sondern um echte Qualitätsveränderungen.
z.B. Antichrist, Brücke: wenn du etwas vorher schon gezeigt hast, in einem anderen Zusammenhang (Traum), hat es bereits eine eigene Qualität, wenn du in einem neuen Zusammenhang (Realität) auf es stößt. Vorbereiten, Wiederkehren. Immer tiefer einsinken. Aber das ist nicht die richtige Metapher.
Was ist denn mit Stockhausen und Stammheimer, was passiert mit ihnen, während sie vor sich hin trinken und an Helga denken? Auf der anderen Seite: einen einfachen Prozess auf die offensichtliche Stasis des Textes zu legen, würde die Idee des Textes aufweichen und verfälschen. Es muss also um eine andere Qualität gehen. Schnittartig eine andere Qualität des gleichen entstehen lassen. Schalter.
Oder GEGEN den Text die reine Wiederholung. TEXT als Abweichung, nicht Musik.
Horrorfilm als Reise in die Depression. Macht Sinn: die dunkle Glocke senkt sich langsam über Dich, der Druck steigt. Nur: Antichrist ist wahrscheinlich der nüchternste, analytischste Horrorfilm ever. Vielleicht gerade darum: Er versucht, die Glocke zu zerstören, den Druck aufzuheben.
Angst
Fear
Despair
(Gynocide)
The Three Beggars
Grief
Pain
(Chaos Reigns)
The Three Beggars
Grief
Pain (Chaos Reigns)
Despair (Gynocide)
Untrue: mehr Atmosphäre, klanglich verdichten, schärfen, muss wehtun, muss die Stimmung von 2008 (Wire, Burial) besser wiedergeben
Streichquartett: vielleicht doch genauer überlegen, wo es hingehen soll, was der Plott sein könnte, vor allem, wie man VERLUST spürbar machen kann (Material).
Spielplan
Eisler – Weill – Xenakis
Wagner???
Was genau wäre ein künstlerischer IRRTUM?
Maurizio/Licht: Atmosphäre
Slow Motion – muss Slow Motion bleiben, andererseits, je mehr Vergrößerung, desto mehr Details. Bei realen Bildern aber Verhältnis zwischen Detail und Gegenstand klar, daher keine Überfüllung. Möglicherweise gilt das auch für tonale Musik. In atonaler Musik ist jedes Detail Gegenstand, daher bedeutet mehr Detail automatisch größere Dichte. Weiß nicht, ob man das dann leer lassen kann, oder ob man mit dem Dichtegrad leben muss. Dynamik könnte helfen, Dinge zusammenzufassen. Details leiser als Hauptimpulse, oder alles leise und so geeignete Atmosphäre/Stimmung erzeugen.
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MELANCHOLIA
The three soldiers:
PAIN GRIEF DESPAIR
Deutlichkeit und Schmerz. Deutlichkeit ist Schmerz. Atmosphäre muss so verdichtet werden, dass es weh tut (Untrue).
You are all my guests. Not the other way around. That‘s the way I see it.
Nichts ist langweiliger als Dinge, die man durchschauen kann, Witze, die man verstehen kann, Motivationen, die offensichtlich sind. Es sei denn, sie sind gnadenlos offen. Weil dann die Motivation auch wieder verschwindet, das Geheimnis zurückkommt.
Lars von Trier
Dem Leben einen Sinn geben.
Es ist absurd zu denken, dass ein Leben weniger Sinn haben könnte als ein anderes. Leider.
Warum glaubst Du immer noch, dass Hilfe von außen kommen wird? Die nächste Information ist immer die Wichtigste. Und am nächsten Tag schon vergessen, egal, ob Du sie bekommen hast oder nicht. Wenn eine Information wirklich wichtig wäre, müsste man sie festhalten und nicht mit neuen Informationen verdrängen. Das nächste Buch bringt die Erkenntnis, der nächste Satz die Erlösung. Und manchmal ist es ja wirklich so, nur leider ziemlich selten.
Anhäufung
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