Man kann auch in die Hölle fallen. Hölderlin
Komposition ist für mich Notation von Realität. Und durch diese Notation wird die Realität verändert. Die Art der Notation entscheidet, wie weit und vor allem auf welche Art die Realität verändert wird. Realität ist alles, womit wir uns zu beschäftigen entscheiden. Das kann so einfach und naheliegend sein wie die Instrumente, für die wir schreiben, es ist aber auf jeden Fall das Material, mit dem wir arbeiten, auf das wir uns beziehen. Wenn wir über Musik sprechen, liegt es nahe, von klanglichem, also hörbarem Material auszugehen, auch wenn das offensichtlich nicht notwendig so ist, da es unzählige Methoden gibt, nicht klangliches, also auch nicht hörbares Material in klangliches Material zu übersetzen. Ich würde daran den Unterschied zwischen Übersetzung und Transkription festmachen: Übersetzung kann von jedem beliebigen Material in jedes beliebige andere Material geschehen, Transkription ist in meiner Definition eine Technik, die sich immer mit der Notation von akustischem Material beschäftigt.
In die Musik hineinnehmen, keine externen Erklärungen, es sei denn, sie werden tatsächlich Teil der Musik.
Den Gegensatz in die Musik hineinnehmen. Finde ich interessanter als die Methode sofort offenzulegen.
Transkription
Foto
Malen nach der Natur
Tatsächlich ein Gegenstand, ich kann entscheiden, in wie weit er erkennbar sein soll und wie weit nicht. Es ist also auf jeden Fall ein Spiel mit der Erkennbarkeit.
Schnelligkeit, z.B. bei Hölderlin: Dadurch, dass er den griechischen Satzbau nicht nur imitiert, sondern wörtlich übernimmt, entsteht eine Folge, die im Deutschen zwar sinnvoll ist, aber aus dem Deutschen selbst nicht entwickelt werden kann. Es entstehen schnelle Verbindungen, die wie in einer Montage Elemente gegeneinander setzen und gleichzeitig innerhalb der am Griechischen geschulten Grammatik miteinander verbinden. Ich denke, er hat gemerkt, dass durch diese Setzung eine Schnelligkeit im Denken von einem Punkt zum nächsten entsteht, die anders nicht zu erreichen gewesen wäre. Tatsächlich sind alle Bemühungen anderer Schriftsteller, eine ähnliche Form der parataktischen Unverbundenheit auszuarbeiten im Vergleich mit Hölderlin vermutlich daran gescheitert, dass sie versucht haben, diese Setzung aus dem Deutschen, aus ihrem eigenen Verständnis ihrer Sprache zu entwickeln, aber genau dadurch wird die Setzung eben viel zu organisch, viel zu sehr empfunden. Das, was Hölderlin erreicht hat, ist aber der echte Schnitt im Denken, die absolute Unverbundenheit der Elemente, die nur durch einen intellektuellen Sprung zusammen gebracht werden können. Es ist die absolute Anorganizität, die hier den Ausschlag gibt: Eben nicht aus einem privaten Empfinden, einem persönlichen Verständnis der eigenen Sprache, sondern aus dem technischen Verständnis einer fremden Sprache, das so auf die eigene Sprache übertragen wird, dass diese auch grundsätzlich fremd wird, und dadurch erst zum Instrument einer komplexen Aufarbeitung der Realität, wie Hölderlin sie gesehen hat, werden kann.
Category Archives: Literatur
Warum ich, Du Idiot!
Comments Off on Warum ich, Du Idiot!
Filed under Bild, Der Adler., Literatur, Methode
Werkbegriff und Kuratorenarbeit
Blatny: Du als Ich oder Er/Sie. Aber eben nicht als Du. Ziemlich merkwürdiger Effekt. Könnte man wahrscheinlich auch systematisch ausnutzen – zum Beispiel durch Ersetzungen.
Sommer. Körperlichkeit in der Stadt wahrscheinlich doch viel intensiver als auf dem Land. Nicht nur in Bezug auf die vielen anderen Körper, sondern vor allem im Gegensatz zur Umgebung. Während auf dem Land Körper und Umgebung eher miteinander verschmelzen, eine Art Einheit bilden. Lustig, dass so viele Menschen sich entschlossen haben, in der Stadt zu leben. Auch dann, wenn es komplett gegen ihre Interessen gehen müsste.
Monteverdi, instrumentale Teile: Klar gibt es einige super berühmte und extrem einprägsame Stücke, aber an vielen Stellen fragt man sich, ob da nicht einfach eine Musik von diesem Typus stehen muss, ohne dass es wirklich darum geht, wie sie im Detail gearbeitet ist. Dass die Entscheidung, diesen Typus Musik an diese Stellen zu setzen die eigentliche Idee ist, und dass es auf die reale Ausführung fast nicht ankommt. Weil es in jedem Fall funktionieren wird, und die Musiker ohnehin etwas Reicheres aus dem machen, was der Komponist aufgezeichnet hat.
Er lebt, bis er tot ist.
Like basically all of us. Very few exceptions.
RetCH: Einzelne Silben, quasi Staccatissimo, halb geflüstert, quasi unterdrückt, aber überhaupt nicht künstlich (Heidegger).
Eine verworrene Erinnerung drehte sich zurück:
November
Kralle
Reue
Jenseits
Lustig, wenn nach einem windstillen Hitzetag plötzlich eine kurze Luftbewegung einsetzt, als ob jemand einen Ventilator kurz eingeschaltet, aber sofort wieder ausgeschaltet hätte. Aber die Luft von da an leicht bewegt bleibt. Abendwind. Und es zu dunkel wird zum lesen.
Parreno et al: Im besten Fall scheint die Aussage so etwas wie, Sorry, wir können auch nichts machen, zu sein, im schlimmsten (und wahrscheinlich realistischen) Fall ist es einfach nur Jahrmarkt. Und das unangenehmste dabei: Es zieht die Leute runter, es macht sie dümmer als sie sind, lustigerweise wird ihnen in einem scheinbar partizipativen Modell die Selbstaktivierung völlig genommen.
Boy, is he extreme.
Gately was unglad glad to see them.
Gesummten Ton mit so wenig Schwankungen wie möglich so lange wie möglich halten, dann möglichst glatt, ohne zusätzliche Unregelmäßigkeiten wegen Luftmangel beenden. Ziemlich interessante Details, die dann übrig bleiben. Ganz abgesehen davon, dass der rein sportliche Aspekt natürlich an sich interessant ist.
Umkleide immer wieder ein Ort für Überraschungen: Eitelkeitsexzesse bei Leuten, bei denen man aus dem Stehgreif annehmen würde, dass sie noch nie in einen Spiegel geschaut haben.
James Brown, Public Enemy No. 1: Interessante Begleitung, sehr sentimental, sehr starke Wirkung mit extrem wenig Material.
op. 132, Alla Marcia, assai vivace: Will mir doch hoffentlich niemand erzählen, dass das nur aus dem Zusammenhang heraus so merkwürdig klingt. Wer hat denn sonst so etwas geschrieben?
Spanierin in der S-Bahn, spricht sehr laut und deutlich, perfektes Deutsch und perfektes Spanisch, schaltet ständig mitten in den Sätzen ohne erkennbaren Bruch zwischen den beiden Sprachen hin und her. Wie ein zweisprachiges Radio, auf dem man nach Belieben zwischen den beiden Sprachen hin und her wechseln kann – die dafür dann absolut synchron laufen müssten, was eigentlich nicht möglich ist. Quite nice.
Immer wieder lautes, eindringliches Crescendo, und zwar nicht leise-laut, sondern laut-noch lauter. Kreischen.
Können wir jetzt bitte endlich sterben?
Endlich sind wir alle tot.
Strategien der Werkvermeidung
Die sind eben noch mit Herzblut dabei, weißt du.
Saturn A: Genau das, was man normalerweise öfter machen würde, oft einfach, um die nötige Masse zu erzeugen (kurze Impulse, z.B.), nur einmal machen.
Interessant, dass man sich auf bestimmte Sachen (Entscheidungsfindungen?) auf dem Bildschirm deutlich schlechter konzentrieren kann als auf Papier.
The fake cannot dictate the moves of the real. That’s not even a normal progression of life. That’s not how that works.
Saturn A: Eventuell alles oder fast alles in regelmäßige Schläge fassen – scheint der natürlichste Impuls zu sein – wie jemand, der arbeitet, etwas verrichtet, und natürlich auch keine unregelmäßigen Hammerschläge oder Sägebewegungen vollführt. Ja, ich glaube, das ist ein gutes Argument, dass es einfach normal ist, wiederholte Bewegungen mit einem bestimmten zu erzielenden Resultat in einem regelmäßigen Rhythmus auszuführen – alles andere ist dann eben Musik, Kunst, und nicht so interessant. Es muss etwas zwischen Kunst und Leben sein, darf nicht von Anfang an klar sein, dass es Kunst ist, sonst ist es uninteressant.
Saturn A: Interessant, dass die durch die Spieltechnik provozierten Brüche im Klang, die als solche nicht wirklich beherrschbar sind und mit jedem Instrumentensetup verschieden ausfallen, als Schnitte viel überzeugender sind als auskomponierte Schnitte, fast so klingen, als ob man innerhalb einer hundertstel Sekunde das Instrument wechseln würde. Der komponierte Schnitt wirkt halt immer vorbereitet und damit nicht komplett überraschend – als ob er das Material davor und danach nicht trennen, sondern eher verbinden würde.
Whatever a ringing phone might signify was totally overwhelmed by the overwhelming fact of its ringing.
Comments Off on Strategien der Werkvermeidung
Filed under Literatur, Saturn A/B
Mondo di inconvenienza
Stachel-Aufschlag + Nachklang-Griffe: Erstmal entscheiden, wieviele Klänge überhaupt gebraucht werden, dann über Klänge nachdenken.
So vielleicht auch über Text/Krieg, oder auch Text/Hölderlin nachdenken: Erst festlegen, wieviel Zeit für einen bestimmten Abschnitt (Silbe/Wort/Satz/Zeile etc.) zur Verfügung steht, dann entscheiden, was wirklich benutzt wird – und was wegfallen muss.
Also: KEINE VOLLSTÄNDIGKEIT!
Horoskop: Ich muss essen und trinken. Ich muss schlafen. Und ich muss sterben. That’s all.
Man ist sicher, dass man recht hat, aber man versteht überhaupt nicht, was die anderen denken.
Spracherwerb: Mitsprechen. Speak along. Klingt tatsächlich immer gut, wie eine Verdopplung, quasi wie Unisono/Oktave. Einfach mal machen: Einer führt, einer folgt. Und umgekehrt.
HELLBLAU
ORANGEROT
MITTELGRAU
SCHWARZGRUEN
DUNKELBLAU
OLIVGRÜN
DISRUPT
WEISSGELB
GRASGRUEN
GOLDGELB
DISRUPT
DUNKELROT
Saturn A: In einem repetitiven Umfeld kann es interessant sein, einige Gesten/Aktionen tatsächlich nur einmal auftauchen und sofort wieder verschwinden zu lassen, so dass sie fast wie Fehler/Unachtsamkeiten wirken. Sie sind durch ihre Umgebung so sehr als Einzelpositionen definiert, dass sie als solche auch dann wahrgenommen werden, wenn sie als Fehler interpretiert werden.
It is so black it looks like a mistake.
IJ, p. 935
Comments Off on Mondo di inconvenienza
Filed under Der Adler., Gesang, Krieg, Krieg 1: Lichtblitz, Krieg 2: Stolen Friend, Literatur, Saturn A/B
Mehr beten.
Ich glaube nicht an Deutschland.
Sie waren schlecht.
Sie blieben schlecht.
Und sie werden schlecht bleiben.
Option Chormusik: Auch die Soli, und zwar alle, werden chorisch ausgeführt. Möglicherweise Streicherpassagen mit ihrem ursprünglichen Text unterlegen, meinetwegen immer wieder. Echte Soli möglicherweise in den Instrumenten lassen. Oder Unisono-Chöre? Wahrscheinlich noch besser. Dazwischen tonales Material (Bürger), knallhart kopieren.
The man was so cross-eyed he could stand in the middle of the week and see both Sundays.
Italians do it so much worse.
Autobahn.
Dunkle Schatten rechts.
Hohe Wand.
Aus den Augenwinkeln nicht erkennbar.
What the fuck is the world?
Kurz öffnen.
Mal ein bisschen schlechte Laune ins Netz stellen.
Comments Off on Mehr beten.
Filed under Krieg 1: Lichtblitz, Literatur, Pop
Death’s Poster Child
Die Mannheimer Wissenschaftler Doris Stolberg und Stefan Engelberg, die beide der Forschungsgruppe Koloniallinguistik angehören, haben die deutschen Wörter in den mikronesischen Sprachen dokumentiert. Es sind beispielsweise benster (Fenster), bérib (Brief), chausbéngdik (auswendig), hall (Halt!), kiló (Kilo), mak (50 Cent), mesilkebiér (Maschinengewehr), slibs (Schlips), suester (Nonne) und turm (Kirchturm) im Palauischen. Im Samoanischen gibt es penisini (Benzin), tiso (Diesel), lita (Liter) und fumfa (wertlos, nach dem deutschen Fünfer).
Meine Definition von politischer Musik: Musik, die versucht, sich Bedeutung zu geben, die sie nicht hat. Was vollkommen ok ist. Aber eben leider nicht funktioniert.
It’s like the pain kicks in.
A pain you so far only have heard talking about and now you think, ah, that’s it, before you black out.
And you black out quite early.
Interessant, dass sich im Spiegel, wenn man nicht etwas in ihm betrachtet, sondern ein rein praktisches Verhältnis zu ihm eingeht, zum Beispiel ihn putzt, also quasi unbewusst in ihn hineinschaut, tatsächlich ein neuer Raum öffnet, dem man sich nur intellektuell, aber nicht sinnlich verschließen kann. Fast als ob du plötzlich hineinfallen würdest.
Can’t remember which one of these he opened with her.
Gebetsschnüre oder wie die heißen.
Ploy, Footprints In Solid Rock (Beatrice Dillon Remix): Einfach nur die Einleitung, sonst nichts, ziemlich cool.
maybe anything minor-league enough to understand probably wasn’t going to be major-league enough to save his addled ass from the well-dressed Sergeant at Arms, now, was it?
Warst das du?
Warst das du?
Warst das du?
Gagok:
Zeilen
Bedeutungseinheiten
Worte
Silben
Motive
1. Arca: Arca
2. Kendrick Lamar: DAMN.
3. SZA: CTRL
4. Vince Staples: Big Fish Theory
5. Kelela: Take Me Apart
6. Latasha Alcindor aka L.A.: B(LA)K
7. Elysia Crampton: Spots y Escupitajo
8. Joey Bada$$: ALL-AMERIKKKAN BADA$$
9. Upgrayedd Smurphy: HYPNOSYS
10. Syd: Fin
11. Drake: More Life A Playlist By October Firm
12. Vektroid: Telnet Complete
13. Kelman Duran: 1804 KIDS
14. VA: Mono No Aware
15. Bill Orcutt: Bill Orcutt
16. Dog Lady Island: Chopin
17. NÍDIA: Nídia é Má, Nídia é Fudida
18. Lawrence English: Cruel Optimism
19. Roc Marciano: RoseBudd’s Revenge
20. Dawn Richard: Infrared
21. Mozzy: Fake Famous
22. Kodie Shane: Big Trouble Little Jupiter
23. Medslaus: Poorboy
24. Jlin: Black Origami
25. Alexandria: Cut of Cloth
26. Young Nudy: Nudy Land
27. Shell Money: Family Tapes 89-93
28. MHYSA: fantasii
29. Coucou Chloé: ERIKA JANE
30. YATTA: Spirit Said Yes!
31. Dizzy SenZe: Hueman Vertigo
32. Camille: Oui
33. Smokepurpp: Deadstar
34. Yves Tumor: Experiencing the Deposit of Faith
35. Steve Monite: Only You
36. The Caretaker: Take Care, It’s A Desert Out There (in memory of and for Mark Fisher)
37. Fis & Rob Thorne: Clear Stones
38. DJ Manny: Greenlight
39. ACLDS: Fuadain Liesmas
40. Jana Rush: Pariah
41. Kehlani: SweetSexySavage
42. UPGRAYEDD SMURPHY: Sorry, please forgive me, thank you, I love you
43. Olivia Block: Dissolution
44. Sophiaaaahjkl;8901: Toilet Abstraction Tapes
45. King Yosef: Fortune Teller
46. Kali Malone: Velocity of Sleep
47. Lil Yachty: Teenage Emotions
48. 18+: Babyfather / GAIKA Remixes
49. Dominowe: SiyaThakatha
50. Edward Ka-Spell: An Abandoned Laboratory Volume 1
51. Impetuous Ritual: Blight Upon Martyred Sentience
52. Turinn: 18 1/2 Minute Gaps
53. TEKLIFE: ON LIFE
54. El Mahdy Jr.: Time to Sell the Golden Teeth
55. JAK3: LIFE PATH NUMBER 11
56. Section Boyz: Soundcheck
57. Second Woman: E/P
58. VA: The Photographs of Charles Duvelle: Disques Ocora and Collection Prophet
59. Frank McCarty: Tactus Tempus
60. nekomimi + luvfexxx: LUVISCOLD
61. Valee: 1988
62. Lorenzo Senni: XAllegroX / The Shape Of Trance To Come
63. Lushloss: Asking/Bearing
64. Morbid Evils: Deceases
65. Linda Perhacs: I’m a Harmony
66. Raekwon: The Wild
67. Kur: 180
68. Ron Trent: Prescription – Word, Sound & Power
69. Fischerle: Post-functional Dub Objects
70. Special Request: Stairfoot Lane Bunker
71. Skullflower: The Spirals of Great Harm
72. Hecker: A Script for Machine Synthesis
73. Moa Pillar: No Expectations
74. Posthuman: Preach / Temptation
75. Nathan Fake: Providence
Allseitige Erschöpfung: Bisschen sind auch die Ambitionen verloren gegangen, denke ich. So ein angenehmer Größenwahn ist nicht mehr da. Das merkt man schon sehr deutlich, wenn man das durchhört. Alle sind froh, wenn sie irgendwie durchkommen, es gibt keine überschüssige Energie mehr, die verschwendet werden könnte. Und Pop ist halt auch Verschwendung, sonst funktioniert es nicht. Da wird man definitiv dran arbeiten müssen, was für uns heute Verschwendung heißen kann.
Gilt mit großer Wahrscheinlichkeit für alle Kunstbereiche. Der komplette Verzicht auf Verschwendung, oder der Ersatz durch regenerative Techniken funktioniert jedenfalls nicht, ganz besonders nicht, wenn er als eigenes künstlerisches Argument eingesetzt wird.
Düsterkeit kann ja auch verschwenderisch sein, wenn man sich traut, satt aufzutragen. Auch, natürlich, Kargheit, wenn sie entschieden genug ist.
Zur Idee von Mode gehört ja sicher auch die Verschwendung. Dass das real nicht mehr umzusetzen ist, liegt auf der Hand (auch wenn ich absolut nicht sicher bin, dass sich die Labels wirklich daran halten werden, wenn es nicht zu ihrem Nutzen ist). Wenn die materielle Verschwendung nicht mehr möglich ist, muss es aber doch sicher eine Verschwendung der Ideen, der Projekte, der Optionen geben – vielleicht unendlich viele Dinge, die gezeigt, aber nicht umgesetzt werden – andernfalls wird es sehr nüchtern und pragmatisch.
Auch da war Margiela seiner Zeit weit voraus. Im Grunde hat er das alles schon gemacht – nicht weil er musste, sondern weil das seine Idee von Mode war. Das ist jetzt uneinholbar – denn jetzt müssen alle. Nicht dass ich mich darüber freuen würde, aber letztlich ist das natürlich ein künstlerischer Triumph.
Vermutlich wird das niemand so glanzvoll hinbekommen wie er. Galliano macht im Grunde das, was er immer gemacht hat, mit den Mitteln von Margiela. Das funktioniert überraschend gut, wirkt aber ein bisschen wie angelernt und hat in keiner Weise die Konsequenz von Margiela. Es wirkt eher so, als ob jemand mit seiner Zeit geht, als dass er sie definiert.
Du Penner. Ein Besuch im weißen Haus war eine Ehre, bevor du aufgetaucht bist.
Mit Vegard Vinge-Maske und Vegard Vinge-Stimme.
Comments Off on Gebetsschnüre oder wie die heißen.
Filed under Bibliographie, Kunst, Listen, Literatur, Mode, No Longer Gagok, Politik, Pop, Returning Home, Theater
Fuck the honeymoon.
Bogen annähernd oder absolut geräuschlos auf Saite ablegen und wieder aufheben. Mehrmals, fester Rhythmus, längerer Zeitraum. Obsessive Konzentration.
The parents apparently being not exactly the two brightest bulbs in the great U.S. parental light-show.
KVM2: Wenn Material aus Gruppe 1/2, IMMER ppppp bzw. ppp.
Liste: Tatsächlich kurz ausblenden und reinsprechen, was das jetzt gerade ist (oder nicht). Die Geste der Nummerierung/Erklärung, auch wenn sie völlig leer/deplatziert ist.
Saturn A: Mit Wucht am Frosch auf gedämpfte Saiten schlagen, Bogenholz trifft nicht auf Griffbrett, aber die implizite Gewalt ist genauso groß. Wie massakriert.
e.g. like like a hitter that’s on a hitting streak
vc: Festhaken am Frosch, angenehm brutal als gestisch-akustische Aktion
The key to the successful administration lies in cultivating a kind of reverse-Buddhism, a state of Total Worry.
Love, Lie: Homestory, An operatic venture with Monteverdi’s Ulisse and Korean Gagok
journey
voyage
progress
wayfare
travels
action
Spaß haben und sterben: Wie wollen wir überleben? Theoretisch könnte es ja auch besser sein, in Glanz unterzugehen, als glanzlos weiterzumachen. Was offensichtlich für das Individuum wie für die Gesellschaft gilt. Frage muss dann schon sein, was ist es uns wert, weiterzumachen? Was wollen wir auf die Reise mitnehmen? Und was nicht? Worauf wollen wir nicht, worauf können wir nicht verzichten? Was klärt sich von selbst, was muss entschieden werden? Gleichzeitig pathetischer Unsinn: Irgendjemand wird immer weitermachen, bis es gar nicht mehr geht. Insofern hat die Frage nur eine sehr begrenzte Gültigkeit.
Comments Off on Fuck the honeymoon.
Filed under Kaleidoskopvillemusik II, Literatur, Politik, Returning Home, Saturn A/B, Weltmusik
Fremdsteuerung
freeze frames: Gehaltener Akkord oder Wiederholungen
In fact I felt the world was a little better off knowing he wasn’t in it anymore.
BÖSE BÖSE BÖSE: Wenn man sich die sicher gut gemeinten Druckerzeugnisse wie das Zeit-Magazin, das FAZ-Magazin oder das SZ-Magazin anschaut, möchte man am liebsten schreiend durch die Straßen laufen. Man meint Popularisierung, vernichtet aber auf dem Weg alles, was daran gut und richtig ist. Bis de facto nichts mehr davon übrig bleibt. Eine gute Idee, die im Zeit-Magazin gelandet ist, ist halt keine gute Idee mehr, sondern mausetot, sorry. Als ob es auf der Welt nur noch Grünen-Wähler geben würde. Was vielleicht ja sogar der Fall ist. Well, not quite. Oder wählen die etwa auch die Grünen? Figure of speech.
Mozart d-Moll in Mr. Robot: Was bedeutet das? Warum klingt das so gut? Offensichtlich set feelings. Aber trotzdem hat es eine echte Funktion, bildet etwas ab, was sonst nicht abgebildet werden könnte.
KVM2, Dexter 2: Nicht nochmal von vorne anfangen, sondern Dexter 1 überschreiben. Ihn also langsam verschwinden lassen.
Betonmauer, grau überstrichen, Träger Nacktbeton.
Preparing the release of a Presidential Address to the Nation cartridge that purportedly consists entirely of the president seated at his desk with his head in his gloves intoning „What’s the point of going on?“ over and over.
Mauer hoch, Ausländer raus, Amerika zuerst!
Variante KVM2/Dexter: Alle Aktionen unendlich lang, niemand hört mehr auf mit dem, was er gerade macht. Frage, wie das dann als Form funktioniert: Einzelne Sätze. Oder etwas, was wie einzelne Sätze wirkt, tatsächlich aber etwas anderes ist? Oder Überschneidungen, Montage.
Comments Off on Fremdsteuerung
Filed under Kaleidoskopvillemusik II, Klassik, Literatur, Politik
DARE
Yeah, it’s fuckin’ grotesque, I know.
DTM: Dead To Me
Metrum: Ist ja dann tatsächlich nicht mehr primär die Dauer, die man hört, sondern die Platzierung in der Zeit, und quasi eine kurze oder lange Artikulation der Zeit.
Kaleidoskopvillemusik II: Gesangsstimmen und Streicherstimmen getrennt ausdrucken, Gesangsstimmen nach Stimmlage verteilen.
Dexter am Ende komplett oder unterbrechen? Wahrscheinlich zweite Gesangseinlage, dann Dexter 1, dann Ende, dann Dexter 2, und dann noch mal Ende.
Quitte, Apfel, Zwiebel
It’s giving me a strong hold.
I like this product very much.
My mom used to say.
Yeah, I know, I know. It’s fuckin’ ridiculous, I know. Please don’t mention it.
You don’t want my job. Add two hours at the chiropractic and you got the overall picture.
Ich entdecke gerade, wie es ist, in den letzten Zügen zu liegen.
Oh, schau mal, da hängt ja jemand an der Laterne! Nee, stimmt nicht, sieht nur so aus, steht daneben. Schade.
Janggu: Rechts genau auf Höhe des Knies, links deutlich über dem Knie. Rechts flach links hoch
His painting offers a savage description of pointlessness, which, nevertheless, explodes on the mind like a powerful flash in a dark room.
Do not ask WHY
If you dont want to DIE
Do like you’re TOLD
If you want to get OLD
$ha Her: Ziemlich geil, wenn die Artikulation so schnell ist, aber leicht behindert wirkt, als ob er sich durch irgendeinen Widerstand durcharbeiten müsste.
Konjunktionen doppelt setzen oder zwei verschiedene Konjunktionen in ein Satzglied setzen, also eigentlich grobe grammatikalische Fehler: Nicht nur ein Nachahmen von wörtlicher Rede, sondern auch ein eigener Sprach- und Denkrhythmus. Und genau deswegen so gut. E.g.: And but.
Comments Off on DARE
Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Essen, Gesang, Kaleidoskopvillemusik II, Literatur, Pop, Text
Gandesa
there’s chaos in my head
there’s chaos in my heart
so why would I pretend I know what I’m doing
Na ja, und ich lasse mir dann fake Logos auf meine Hosen nähen, damit die Leute nicht denken, dass ich denke, dass ich was Besseres bin, weil ich keine Markenartikel trage.
His unforced-error stats look like a decimal-error.
Merkwürdig, dass wir immer denken, dass Geschichten uns etwas erzählen wollen, dass sie uns die Welt erklären können, selbst wenn wir genau wissen, dass sie erfunden sind. Als ob die einfache Tatsache, dass sich jemand eine Geschichte ausdenken konnte, genügen würde, um ihr einen unbestreitbaren Wahrheitswert zu geben.
Veronese, Abendmahl: Das inhaltliche Zentrum eines Bildes ganz an den Rand zu setzen ist ein extrem cinematographischer Effekt. Warum eigentlich? Möglicherweise, weil er immer impliziert dass der Bildausschnitt beweglich ist, dass das Zentrum in die Mitte schwenken könnte. Also ein implizit bewegtes Bild bzw. bewegter Bildausschnitt: Wenn der Bildausschnitt so extrem gewählt werden kann, muss er auch beweglich sein. Wirkt übrigens immer ein bisschen billig als künstlerisches Mittel – vielleicht, weil es zu gut funktioniert, weil man damit eigentlich keinen Fehler machen kann.
Jean Materne
Brut Nature
CAVA
Lehmann, Tortosa
Kopf mit Schulterstümpfen, aber ohne Körper, treibt auf Wasser. Lebt. Es gelingt ihm tatsächlich, von Zeit zu Zeit Mund oder Nase über die Wasseroberfläche zu bekommen um einzuatmen. Wirkt vergnügt. Gespenstisch. Badewanne.
WEHMUT
Ein weiterer Abend, den man nur gesehen haben muss, damit man weiß, dass man nichts verpasst hätte, wenn man ihn nicht gesehen hätte.
ELECTRICITY
HOLE
MONEY
CARAVAN
SAUSAGE
ALGEBRA
Zum Teil wirklich nahe am Irrsinn.
hopeless, hopeless…
BLACK HOLE: Maybe it’s no metaphor at all. It’s fuckin’ realism.
Always the same question: what the fuck am I doing here? Wobei es hier eigentlich ziemlich interessant ist.
Gibt es irgendetwas, was man nicht irgendwann bedauert?
Ja, ja, ja, genau, das wird bestimmt sehr schön.
Fotographie ist tot.
Atonalität ist tot.
–
Sorry for your loss.
Spreading vanity over facebook again.
A3 hoch:
gerade vorwärts
ungerade vorwärts
Druck oben
Kopf zum Betrachter
Seul contre tous à Ichijoji: Und plötzlich ganz still – passiert gar nichts – ziemlich toll.
Unbarmherzige Katholiken: 50% der polnischen Bevölkerung sind dafür, auch berechtigte Asylbewerber abzulehnen. Muss man erstmal bringen. Nennt man dann wohl Hartherzigkeit.
SO STUPID…
SINCE THE DAY YOU WERE BORN,
STUPID LITTLE FUCK…
SO STUPID.
Lügenpresse/alternative facts
Comments Off on Spreading vanity over facebook again.
Filed under black and white (and grey), Film, Literatur, Politik
Alles viel zu durchsichtig
Blur
Blurry
Bleed Out
Bled Out
Ist ja kalt! Das sieht so schön aus… Aber kalt!
Heute ist Kitschfrei.
Heute ist Pathosfrei.
Und heute?
Heute geht’s wieder in die Schule.
Luft durch die Kehle
Durchdrehen
Glissando nach unten
Unartikulierter Überdruss
Ausbruch
In Ausnahmen mit Ton
Lange und laut räuspern, in einer langen Phrase
Laut ausatmen, aber ohne Ton, quasi angeekelt, aber nicht genau das, vielleicht doch auch Überdruss.
Aggressives Minetti-Räuspern
Mit geschlossenem Mund geräuschhaft ausatmen, quasi Feueratem.
Bescheuertheit als Qualität: Interessanter Dilettantismus. Faktisch egal, was morgen kommt. Im Moment interessant sein.
Aggressiver Optimismus, wie würde das genau aussehen? Und wie würde es sich anfühlen?
Oscar Benl: Keine Spuren hinterlassen
Comments Off on Alles viel zu durchsichtig
Filed under Der Adler., Gesang, Kolik, Literatur
Gegen die Vernunft
it’s called triplets, you…
Erbarmungsloser Blick, unvoreingenommen, keinerlei Scheu vor Widersprüchen, größtes Interesse an zwischenmenschlichem Verhalten, die Regeln der Höflichkeit als unerschöpflicher Forschungsgegenstand, und dann kommt plötzlich ganz trocken ein Geisterfuchs um die Ecke.
Reiner Eklektizismus, gar nicht erst bemüht, etwas eigenes zu machen. Das als REGEL.
Vorteil von Guckkastenbühne: Du kannst den Blick wirklich lenken, Du kannst wirklich bestimmen, was man sieht, und was man nicht sieht. In dieser Hinsicht sehr filmisch.
Mandeln + Kümmel: Überraschend homogene Mischung, fast wie EIN Geschmack.
Nachtkritik: Ein Soapcast auf Speed, nur eben in Zeitlupe, athritisch.
Bei Suzuki an Fukasaku gedacht: Somehow traurig.
EQUALITY
COURAGE
LOVE
LOYALTY
STRENGTH
UNIFIED
UNITY
POWER
VERSACE
Geil zynisches Branding: Einfach behaupten macht lustigerweise deutlich mehr Eindruck als wenn es eine ernstgemeinte Kampagne wäre, gerade, dass die erhabenen Begriffe zynifiziert, aber genau dadurch dann eben doch auch ernst genommen werden, gibt der Entscheidung ihre Stärke.
Comments Off on Gegen die Vernunft
Filed under black and white (and grey), Essen, Film, Literatur, Methode, Mode, Philosophie, Theater
Ultrazynismus as a fuckin’ asset.
Höre ich einen Namen, so habe ich immer das Gefühl, als könnte ich den Menschen, dem er gehört, leibhaftig vor meinen Augen sehen. Bekomme ich ihn aber wirklich zu Gesicht, so sieht er meist anders aus.
Es sind immer nur die Leute aus der Provinz, die einem antworten, als hätten sie alles zutiefst erfasst. Gerade dann, wenn man etwas wirklich versteht, sollte man wortkarg sein, und man sollte schweigen, solange man nicht gefragt wird.
Fast jeder liebt nur das, was seinem eigentlichen Beruf fernliegt. Die Priester streben nach der Beherrschung militärischer Künste, und die Landritter verstehen von der Kunst des Bogenschießens nichts, tun aber, als kennten sie sich in der buddhistischen Lehre vorzüglich aus, sie schmieden Kettengedichte und musizieren gern.
Was keinen freien Raum mehr vor sich hat, ist seinem Zusammenbruch nahe.
Wie viele, die eine Kunst oder Wissenschaft erlernen, denken am Abend träge, er komme ja auch noch ein Morgen, und am Morgen, der ganze Abend stehe für die Arbeit zur Verfügung, und so bleibt es stets bei dem bloßen Willen zum Lernen. Warum es wohl so furchtbar schwerfällt, einen Entschluss auf der Stelle auch auszuführen?
In schwierigen Situationen trifft man beim Spielen den Ball gut, aber wenn man beruhigt glaubt, nun sei es kinderleicht, fällt er sicherlich zu Boden.
Man darf die Würfel nicht in der Absicht werfen zu gewinnen, sondern man muss mit dem Vorsatz spielen, nicht zu verlieren. Man denke nach, welcher Zug wohl schneller zum Verlieren führen wird, unterlasse ihn dann und tue den, mit dem man voraussichtlich am spätesten verliert.
Wenn Neuerungen keinen Vorteil bringen, ist es besser, nicht zu ändern.
Sich in keinerlei Wettstreit einlassen, sondern nachgeben, sich selber im Hintergrund halten und die anderen sich nach vorn drängen lassen ist bei weitem das beste.
Wer sich in die menschliche Gesellschaft einreihen will, muss vor allem auf die guten Gelegenheiten achten. Wählt er einen ungünstigen Zeitpunkt, so widerstreben die Ohren derer, zu denen er spricht, er macht sie ärgerlich, und die Sache misslingt. In diesem Sinne muss man also auf die Gelegenheiten achten.
Yoshida Kenko, 1283-1350
Comments Off on Ultrazynismus as a fuckin’ asset.
Filed under Literatur, Philosophie, Politik
Immer Ärger mit Harry L
And for a while life was more or less one big party.
Das war ja dann wohl das Jahr des Gospel. Any other opinions? Unbefuckinlievable.
The soul’s certainty that the day will have to be not traversed, but sort of climbed, vertically, and then that going to sleep again at the end of it will be like falling, again, off something tall and sheer.
Antonio Molina nochmal nachschauen (Ultramelisma).
Everest: Wir sind gleich wieder runter. War eh nichts zu sehen.
Immer wieder geträumt von einem Kriminalroman von Jackson MacLow, angeblich (im Traum) bei DTV Klassik erschienen, liegt in irgendeiner Schütte, scheußliches Exemplar, Wasserschäden, eklige Widmung. Aus irgendeinem Grund schaue ich nach: Bei Eurobuch sonst nur für 2500 Euro zu haben. Im dritten Traum schaue ich rein, toll geschrieben, super klarer Stil, eher essayistisch, viele Anmerkungen, schöner Satz. Ich kaufe es dann doch, das liegengebliebene Exemplar.
Bach/Muschg: Ist doch wohl eher so, dass Bach ein besonders radikaler Fall von horror vacui ist, der wirklich alles zustellt, was irgendwie nach Leere klingen könnte – und genau daraus auch seine Qualität bezieht, positiv wie negativ.
Scheißzahlen: Unsinnige Suggestion, dass man etwas verstanden hat.
Endklassik
Maya: Hoher Kopfschmuck versetzt Kopf innerhalb der Gesamtsilhouette weit nach unten. Man schaut erst einmal viel zu weit nach oben, und dann eher in die Mitte der Gestalt, um das Gesicht zu betrachten.
Ente: Seele der Verstorbenen, Bote der Wolken.
Jaguar als Teil der Unterwelt.
Der Herr des Kiefers.
Setzt sich jemand neben Dich, ist aber gar niemand da.
Ibn Ruschd/Averroes
Jamal al-Din al-Afghani
Mohammed Abed al-Jabri
Video: Viel Schwarzfilm, intensives Schwarz, kurze Bildblitze, alternativ Bildflackern. Kann man Schwarz auf dem Bildschirm bearbeiten, oder ist das gar nicht nötig? Bilder als Samples vom Keyboard, flackern als Pedalfunktion?
Immer wieder: Alle Sopranimpulse durch die Bassdrum doppeln. Extrem einfacher Trick, aber unfehlbar.
Burroughs-Lesung: Völlig überzogen, aber mit steinernem Gesicht vorgetragen. Als ob er mit dem Text identisch wäre. Gleichzeitig totale Identifikation und Null-Identifikation.
Versprechen
Das könnte ja dann z.B. Pop sein, oder?
Kleiner Junge spielt mit der Wirbelsäule seines Vaters, die aus dessen unterem Torso herausragt und sich wie eine Schlange oder ein Wasserschlauch unter Druck windet.
Lichter in der Nacht, zufällig angeordnet wie ein großes, liegendes Gebäude mit regelmäßigen Fensteröffnungen: Schönheit der Raumerfassung.
Même, même si tu pars: Worte, Silben wiederholen, Zahl der Silben willkürlich festsetzen, Text mechanisch anpassen. Keine intendierte Emotion, Emotion entsteht von selbst. Können theoretisch auch viel mehr Silben sein, als der Text beinhaltet.
Dans mon dos, Ende: Schatten einfach stur mitlaufen lassen, keine komplizierte Ausarbeitung, mechanisches Echo als eigene Stimme.
Landschaft verschiebt sich plötzlich in Modellbau und wieder zurück in Landschaft, aber in echt, kein Kameratrick.
Eine glückliche Liebe
Platz der Gehängten
Was eindeutig fehlt: Der auskomponierte Liegeklang. Die absolute, nicht zusammengesetzte Kontinuität.
Horrorfilm Soundtrack: So lange wie möglich so harmlos wie möglich, damit die Ungeduld die Angst vor dem Schrecken noch steigert. Oder ihn im Wesentlichen sogar ausmacht.
Tattoo 1: Unterarm komplett tattooblau, klare Linie am Handgelenk und über dem Ellenbogen. Ist aber nicht fertig geworden, sieht aus, als ob der Arm abfaulen würde.
Tattoo 2: Kette genau in der Mitte des Halses. Die sitzt aber extrem eng. Wie wird das Aussehen, wenn man darüber echte Halsketten trägt?
Tattoo 3: Ganzkörpertattoo Gerippe/Skelett, sehr graphisch ausgeführt, dezente Kolorierung. No comment. Tatsache.
Vernunft als Anmaßung
Auf jeden Fall aber der vernünftige Text als Anmaßung, man möchte die ganze Zeit hineinrufen, das stimmt doch gar nicht, das hat Dir doch nur jemand gesagt, dass man das so macht, Du benimmst Dich doch einfach nur so, wie man es Dir gesagt hat.
Learning from your students: It’s a fuckin’ power point presentation!
Klar: Wenn eine Veränderung artikuliert werden soll, muss sich auch etwas verändern. Logisch, oder?
Vortrag: Text und Bild auseinandernehmen, Original und Übersetzung auseinandernehmen. Alles ist da, aber eben nicht gleichzeitig, nicht synchronisiert.
The last Cocaine-Superhero: Brahms tiefer legen, und zwar ganz tief, total entspannt, kaum hörbar, schlapp.
take a walk on my side: no more tears, no more fears, no more telling me lies
Comments Off on Vernunft als Anmaßung
Filed under Brahms Streichquartett, Literatur, Pop, Vortrag
a chance for sameness
20 Haselnüsse
11 Macadamianüsse
10 Walnusshälften
10 Pecannusshälften
Country: Absurd lang gezogene Vokale, starr gehalten, aber relativ elegant verlassen. Könnte man als Muster verwenden: Die langen Töne gerade NICHT strukturieren, sondern ausstellen.
Was für Situationen wollen wir haben? Das ist die eigentliche Frage.
Scheußliche Dialoge im Rücken, Du drehst Dich um, Aha, sind ja wirklich Scheiße. Eklige Spießer-Hipster. 100 Jahre später auch in Moabit angekommen.
Es gibt in der Literatur ein unumstößliches Gesetz. Was einer recht auffällig ins Schaufenster legt, das führt er gar nicht, hat Kurt Tucholsky einmal geschrieben und als Beispiel die Männlichkeit bei Brecht genannt.
We forgot our friend.
Very, very nice.
Oh, ich hab schon wieder eine Meinung, hallo!
Immer besser werden, und genau dadurch immer schlechter werden. Fieser Automatismus. Die ursprüngliche Idee verfeinern, und sie genau dadurch verlieren, überschreiben, bis sie im Grunde nicht mehr vorhanden ist. Ganz einfach, weil man das Interesse aufrecht erhalten muss, weil man nicht einfach eine Idee über einen langen Zeitraum unverändert durchziehen kann. Das ist übrigens der eigentliche Vorteil des Algorithmus: Dass der Zeitraum der Ausarbeitung auf Null verkürzt wird und damit mit all seinen Implikationen verschwindet.
Ich konnte nicht anders: Was ist das denn für ein merkwürdiges Argument? Ich glaube ganz fest daran. Es hat sich mir ganz einfach aufgedrängt. Ich kam nicht darum herum. Letztlich, am Ende des Tages, sind das aber genau die Argumente, mit denen wir wirklich arbeiten. Und zwar alle.
Rhythmic Theory, Future Tense: Percussion
D.R.A.M., #1EPICINTRO: Lustiges Bass-Drum-Staccato auf jede Silbe, ziemlich stressig
in der Flasche mit dem Propfen aus Gras stockt das ausgelassene Fett; die Windhose zieht sich zurück in Richtung Venus,
Cameron, Gossamer Bit: Ganz hübsch, wenn die Kleine Trommel nur noch ein Störgeräusch ist. Hängt aber wahrscheinlich vor allem mit der Art der Aufnahme zusammen.
unvermeidbarer Kater: Egal, wie genau Du im Voraus weißt, was auf Dich zukommt, Du kannst ihm nicht ausweichen, und Du kannst es auch nicht lindern. Nur abarbeiten.
Comments Off on Oh, ich hab schon wieder eine Meinung, hallo!
Filed under Literatur, Methode, Pop, Uncategorized
total lustig
Relationen:
Stimmen Material
Stimmen Tonhöhen
Stimmen Rhythmus (Platzierung)
Stimmen/Instrumente Material
Stimmen/Instrumente Tonhöhen
Stimmen/Instrumente Rhythmus (Platzierung)
Instrumente Material
Instrumente Tonhöhen
Instrumente Rhythmus (Platzierung)
Gesamt Material horizontal
Gesamt Tonhöhen horizontal
– Gesamt Rhythmus horizontal: Wäre das dann das Metrum?
Das würde heißen, dass das Ensemble in der Vertikalen als zwei unterschiedliche Gruppen, und in der Horizontalen als eine einheitliche Gruppe behandelt wird. Macht das irgendwie Sinn?
Ein engine für den Rhythmus, ein engine für die Tonhöhen, und ein engine für das Material: Macht Sinn, nicht alles auseinander zu rupfen, ist einfach viel leichter zu denken, viel übersichtlicher.
Exzellente Idee immer wieder endgültige Abschiede zu beschreiben, mit angemessenem ernst, aber ohne Pathos. Einer bleibt, einer geht, beiden ist klar, dass sie sich wahrscheinlich nie wieder begegnen werden, was der Erzähler dann auch gleich bestätigt. Wie im echten Leben halt, völlig normal, kommt im Roman aber fast nie vor, oder wenn, mit übertriebener Betonung (Murakami).
Comments Off on total lustig
Filed under Literatur, Schlachten 2: Motette
Steineichenwälder
Strophenweise arbeiten, jede Strophe einmal Minhee, einmal Kaleidoskop, also sehr blockhaft. Verständlich sind beide nicht.
Oder eben auch bei Kaleidoskop Hölderlin auf koreanisch (als Umschrift). Hm, vielleicht ein bisschen überengagiert.
Straße als erleuchteter Inselstreifen im Meer der Dunkelheit. Tatsächlich bekommt die durch ihre Beleuchtung eine merkwürdige Gegenständlichkeit.
Den falschen Schuh angezogen (li/re) und es nicht gemerkt? Kaum denkbar. Eher: Richtig angezogen, aber falsch gedacht.
nicht unpolitisch, sondern antipolitisch
– Mal was ganz langweiliges machen, ich meine, so richtig langweilig.
– Gibt’s so was überhaupt? Wahrscheinlich ja nicht absichtlich – wird ja automatisch spannend, wenn du es absichtlich machst.
Stimmen zerstören,
Stimmen überblenden,
als ob sie
immer wieder gleich
immer wieder genau gleich
Wie ist das, kann es eine andere künstlerische Kritik geben als die Verdrängung durch etwas Neues? Ist nicht alles andere letztlich Bullshit?
Aus dem Fenster schauen: Der totale Horror und die totale Schönheit.
Rätsel: Ganz geil, wenn sie nicht aufgelöst werden. Fast beunruhigend. Als ob das Symmetriebgefühl gestört oder der Gegenschuss fehlen würde. Einfacher Trick, aber sehr effektiv (Murakami).
Blau vs. grau, hellblauer Himmel vs. helldunkelgraue Gewitterwolken: Superschön.
Comments Off on Steineichenwälder
Filed under Literatur, Politik, Uncategorized, Weltmusik
Katalog von Stimmfarben männlich/weiblich
Vaporwave: Absolute Musik, ALSO Musik über Musik
Mandelmus mit Eigelb-Konsistenz. Auch ähnlich klebrig.
Dass man immer nur das versteht, was man selbst gerade macht.
Beten als Metapher für … Glück, z.B.
Nichts ist alles. Du sein Schein. Auch nicht schlecht.
Stoffwechsel: Auch was schönes.
Comments Off on Katalog von Stimmfarben männlich/weiblich
Filed under Essen, Literatur, Pop, Uncategorized
Planet trillaphon
Irrer brummt vor sich hin: Klangband, geringer Ambitus, fast Monoton, durchlaufend, aber eben kein Parlando.
Murmeln. Sabbern. Brummen. Einzelne Wörter verständlich. Oder ohnehin nur einzelne Wörter.
Motette: Mehr Geräusch als Gesang, mehr Geste als Tonhöhe. Geräusche, Sprechstimme, Singstimme. Tonale Schnitte als wesentliche Motivation für exakte Notation, sonst ungefähre Notation eigentlich effektiver im Hinblick auf das gewünschte akustische Ergebnis.
Stimmt, das wollten wir eigentlich machen.
schwarzbraun
blauschwarz
blaubraunschwarz
Endredaktion: Alles schärfen, alles auf den Punkt bringen, deutlich machen, das Material wie von außen noch einmal anfassen und zur größtmöglichen Direktheit bringen. Oder umgekehrt. Jedenfalls die Position schärfen, deutlich machen, warum man tut, was man tut.
Nochmal Motette: Eigenen Parameter für tonale Klänge einrichten. Meaning: Einfach für alles, was vorkommen soll, eigene Parameter einrichten (Song Cycle).
Comments Off on Planet trillaphon
Filed under Gesang, Krieg, Literatur, Oper, Schlachten 2: Motette, ZWEI/2240: Song Cycle
Geld
liebevolle Ironie
Graue Haare so färben, dass unter der Blondierung Schwarz durchscheint (Madonna): Ziemlich geile Idee.
Cembalo als Pixelierung von Empfindungen (Händel/Dantone).
Comté/Trüffel
Das verlorene Reich
Die seltsamen Augenblicke
Emotionale Unbegrenztheit
Michel Djerzinski
Körperhaltung der Besitzenden: Nicht gerade schön oder kleidsam, eher auf eine unangenehme Art selbstbewusst, vielleicht Stolz, vielleicht das Gefühl, auf der sicheren Seite zu sein, vielleicht aber auch tatsächlich die Vorstellung, dass sie Dich jederzeit kaufen könnten, falls das nötig sein sollte.
Comments Off on Geld
Filed under Cembalo, Essen, Literatur, Pop, Uncategorized
Drexciya
Tierischer Volksfreund
Trink o Auge, was die Wimper hält,
Von dem goldenen Überfluss der Welt.
Es wird einen Zeitpunkt geben, zu dem die Summe der Sinnenfreuden, die man noch vom Leben zu erwarten, geringer ist als die Summe der Schmerzen (kurz gesagt, man spürt tief im Inneren, wie sich der Zähler dreht – und der Zähler dreht sich immer in derselben Richtung). Diese rationale Bilanz der Sinnenfreuden und Schmerzen, die jeder früher oder später zu ziehen gezwungen ist, führt ab einem gewissen Alter unweigerlich zum Selbstmord.
Diesmal waren alle Karten gemischt, alle Spiele gespielt und die letzte Runde ausgeteilt worden, und sie endete mit der endgültigen Niederlage.
nur hohe Stimmen
nur tiefe Stimmen
alle Stimmen in hoher Lage
alle Stimmen in tiefer Lage
Man geht in einen anderen Raum und denkt, man hört die Musik weiter – sie ist aber schon längst aus. Ein bisschen wie auf Rauhfasertapeten starren und Bilder sehen.
Jeder Mensch braucht Geld – heute passiert es!
Saeng (Sho)/Danso: Vielleicht ein bisschen zu offensichtlich, aber trotzdem tolle Besetzung.
Akzente
Rhythmisches Vibrato
Krasse Differenztöne
Super Unisono
Glissando als Quietschen
Konzert:
A aus/ein
A1 aus/ein
A2 aus/ein
A3 aus/ein
A4 aus/ein
A5 aus/ein
A6 aus/ein
B aus/ein
B1 aus/ein
B2 aus/ein
B3 aus/ein
B4 aus/ein
B5 aus/ein
B6 aus/ein
A oder B oder A+B
Stehende Töne zur besseren Unterscheidung: Wo fange ich an, wo höre ich auf. Gehen nicht ineinander über. Quasi Tonhöhenartikulation.
Sommerkälte auf der nackten Haut. Eigentlich kein schönes Gefühl. Eher beängstigend.
Wortgeflecht
Pach’un tzij
Comments Off on Jeder Mensch braucht Geld – heute passiert es!
Filed under Kolik, Literatur, Material, Stücke, Uncategorized
die Wespe auf die Stirn küssen
Kalter Kaffee.
Ganz interessant, wenn es eigentlich egal ist, wie es weitergeht, Hauptsache, es geht irgendwie weiter. Trifft leider aus heutiger Sicht auf ziemlich viel klassische Musik zu. Gut gemacht, sorgfältig gearbeitet, wahrscheinlich auch tolle Ideen, aber der Klang wird dann eigentlich nur noch durchgehalten, fortgesponnen, und die Verteilung des Materials entspricht komplett den Erwartungen. (Das Ende kommt nicht am Anfang und umgekehrt.) Man kommt rein, setzt sich hin, checkt den Klang, und weiß dann im wesentlichen, was passieren wird. Und passieren kann. Gilt logischerweise auch für Stücke, die man nicht kennt, deren Stil aber bekannt ist. Bestimmte Formen von 20. Jhdt. Musik in dieser Hinsicht absolut ehrlich, weil es einfach immer weiter geht. Reine Ausdehnung: 10 Minuten dies, 5 Minuten das.
Sex z.B.
The good die first
And they whose hearts are dry as summer dust
Burn to the socket.
what. ever
why does it feel so wrong?
why does it all feel so wrong?
it should be ONLY work, NOTHING else, maybe
Mikroklima Brot/Papier
Während man schläft, kann man sich nicht langweilen, oder? Im Schlaf natürlich schon.
Appetit, oder eben gerade kein Appetit, und trotzdem Hunger.
Original und Kopie nach unten oder nach oben (Verdopplung/Transposition): Es ist klar, dass das Material identisch ist, aber es kann nicht mehr entschieden werden, welches das Original und welches die Kopie ist.
Tonhöhenvibrato vs. Dynamikvibrato vs. Tremolo
Comments Off on die Wespe auf die Stirn küssen
Filed under Essen, Klassik, Literatur, Material, Maurizio/Licht, Methode, Stücke, Uncategorized
Ist das wirklich tröstlich (die Erinnerung)?
Gedächtnisleistung, z.B. im Dunkeln ins Bett zu finden, vielleicht auch noch in einer fremden Wohnung: Da ist der Stuhl, da ist der Schrank, da ist der Tisch. Kurzzeit-Topographie. Das allgemeine Wiederholungsgedächtnis reicht dafür meistens nicht, glaube ich. Zu wenig auf unmittelbaren Nutzen, auf unmittelbare Vergegenwärtigung ausgerichtet.
Tasten. Ausprobieren. Könnte da sein, vielleicht aber auch höher. Oder tiefer.
A song of tough love for a generation whose eyes have moved fish-like to the sides of its head, forward vision usurped by a numb need to survive the now, side-placed eyes scanning for any GARDE of which to be AVANT.
Der Stuhl war ungefähr hier, vielleicht ein wenig weiter links, oder doch weiter rechts, größer, kleiner, breiter, tiefer? Im Dunkeln fühlt sich alles anders an, als es im Hellen ausgesehen hat. Im Hellen genaue Verortung nicht notwendig, da jederzeit nachvollziehbar, im Dunkeln die einzige Orientierungsmöglichkeit überhaupt, wenn es nicht um einfaches Vorwärtstasten gehen soll.
Comments Off on Ist das wirklich tröstlich (die Erinnerung)?
Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Literatur
Stinkt und klebt.
FOMO: Smart Girls Making Stupid Choices
Ganz interessant die Idee zu glauben, dass die wirklich wichtigen Dinge nicht in der Welt, aber auch nicht in den Köpfen, sondern eigentlich auf dem Papier geschehen. Soviel zur Abneigung gegen Elektronik. Dagegen: Kunst als Schreibsystem.
Entscheidungen, z.B. Rheinmetall: Wer rechnet denn das alles durch, wer hält den Distinktionsgewinn gegen den wirtschaftlichen Nachteil, wer nimmt die Gefahr der juristischen Niederlage nach welchen Überlegungen in Kauf? Es glaubt ja wohl niemand, dass es sich hier um moralische Entscheidungen handelt, dass hier eine Entscheidung getroffen wird, weil sie für moralisch richtig gehalten wird. Aber wie genau kommt man zu dem Schluss, dass die möglichen Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen. Ist das eine einfache Rechenaufgabe, die mögliche Wählerstimmen aufschlüsselt (nicht nur, was die tatsächliche Sachentscheidung, sondern auch, was die politische Profilierung in der Koalition betrifft), oder ist es letztlich vielleicht doch auch persönliche Eitelkeit oder, wieder durchgerechnet, der Versuch, sich als Person in die gewünschte politische Position zu bringen? Spielt das alles zusammen eine Rolle, wird aber dennoch nicht ausgerechnet, sondern aus dem Moment entschieden, und ist das das, was man politischen Instinkt nennt?
The problem with young people, starting in about the 1960s, is that they tend to live too intensely inside their own social moment, and thus tend to see all existence past age thirty or so as somehow postcoital. It’s then that they’ll relax, settle back, sad animals, to watch and learn that life, instead of being rated a hard R, or even a soft R, rarely even makes it into distribution. Tends to be too slow.
We just want to do the bare unavoidable minimum. Pay taxes, die.
Schaut gut aus.
Schaut schlecht aus.
Schaut gar nicht aus.
?
Happy to be able to see at all. Anything.
Comments Off on Stinkt und klebt.
Filed under Literatur, Methode, Politik, Uncategorized
Erschreckend
Eitelkeit und Lüge: Noch so ‘ne geistreiche Beobachtung und ich kotze.
Melodie = Umwege: Gehe NICHT direkt auf, ziehe NICHT … Antilogik. Da könnte man doch noch mal. Abschweifen.
Müllauto/Straßenreinigung: Lang gehaltener Ton/Intervall, Brummen ohne Anfang und Ende, ab und zu leichte Tonhöhenabweichungen, gar nicht demonstrativ, aber eindeutig präsent, eigentlich sogar fast Vordergrund des Geräuschspektrums, nur durch den Mangel an Veränderung als eine Art Hintergrund wahrgenommen. Schön.
Alle wenden sich wieder der Musik zu. Keiner mag sie, aber man ist sich einig, dass es besser ist, als gar nichts zu haben in der Nacht.
Kalter Rauch, Bier, fettgetränkte Speisen, alles schon ein bisschen älter: Geruch der Jugend, selten geworden, aber nicht völlig verschwunden. Z.B. wenn man sich in der Kneipe ein Eis geholt hat. Schon damals komisch gewesen, aber nicht eklig, eher fremd, heute vor allem Erinnerung.
Ziemlicher Unfug, den Diederichsen in der vorletzten de:bug ever über Cage verzapft: so ist das leider SEHR kurz gedacht und als Argument ziemlich peinlich.
Komponieren als bürokratische Übung: Alles sehr still.
Vorläufiger Umriss:
zwei große Bogen:
1. Aufmerksamkeit, Langeweile, ADS, Maschinen vs. Menschen bei der Verrichtung stumpfsinniger Arbeit.
2. Individualität vs. Integration in größere Strukturen – Steuern zahlen, einsamer Wolf im IRS vs. Teamplayer.
David Wallace verschwindet nach hundert Seiten.
Kern der Sache: Realismus, Monotonie. Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten.
David Wallace verschwindet – geht im System auf.
Was wäre denn am unangenehmsten?
Immer noch das gleiche Gesicht wild verzaubert wütend
Kolik als Proportionskanon: Literarische Unmittelbarkeit brechen, um musikalische Unmittelbarkeit zu erzeugen. Am Ende reiner Auslauf.
The Rambler: Einmal schmutzig, immer schmutzig. Dreck kann man nicht abwaschen. Oder dann plötzlich doch. Beten im 1/4-Takt. Immer schön. Digitaler VHS-Schnitt.
Digitalen Dreck auf analoge Instrumente legen: Konstruktion markieren, oder auch falsch markieren, daneben markieren. Oh, falsch, war gar nicht da. Direkt daneben.
Articulacao: Sprache gegen Sprache, Artikulation gegen Artikulation. Nicht gerade subtil, aber trotzdem lehrreich.
Wenn man gegen Langeweile immun ist, gibt es buchstäblich nichts, was man nicht erreichen kann.
C.P.E.: Hatte da schon mal jemand das gleiche Problem, nämlich Strukturen nur äußerlich, und damit offenkundig willkürlich darstellen zu können?
Zirkus
Zeitmessung als künstliches Schicksal: Wenn/Um/Dann.
Knackser genau auf Bassdrum: Interessanter Effekt, als ob der Lautsprecher durchbrennen würde. Dazu passend: Falsches, fehlerhaftes Aussetzen der Tonspur viel überzeugender, weil überraschender, als gesteuerte Pause. Weiteres Indiz: Musik in einem Zimmer, Computer mit Musik schaltet sich an in anderem Zimmer, man staunt, was für eine tolle Überlagerung, wie ist er nur darauf gekommen, dabei reiner Zufall, überhaupt nicht beabsichtigt, kein rhythmischer, kein metrischer, kein tonaler Zusammenhang. Gesteuertes Zufallsverfahren würde vermutlich immer noch zu absichtlich und homogen, weil regelhaft wirken: Es muss eben wirklich falsch sein.
Inmitten all dieses Lärms
Immer wieder abstoppen, verschlucken, jeder Konsonant würgt den Vokal davor ab, verschluckt ihn, humpeln, hinken, toller Rhythmus, jedes Wort, jede Silbe gegen den Widerstand der Konsonanten herausgewürgt, Schwellen, immer ein leichtes Abfallen vor jedem Stop, immer nach unten, Sprechen zwischen Blasiertheit und Debilität.
liest
ja
eh
niemand
Wahnsinn, wieviel Buch ständig ausgestoßen, sprich veröffentlicht wird, vieles natürlich fürchterlich, aber in gewisser Weise sind die halbguten Bücher, denen man eigentlich nichts vorwerfen kann, das eigentliche Problem: Man müsste sie eigentlich lesen, besonders wenn einen der Gegenstand, der behandelt wird, interessiert, aber es lohnt sich fast nie, was man eigentlich immer weiß, aber nicht glauben will. Bücherkauf wird da zu einer Art Voodoo-Praxis, Aneignung von Wissen nicht durch Lesen, sondern durch den reinen Kauf, man hat sich sozusagen per Kauf verpflichtet, das Buch zu lesen, auch wenn man es nie tun wird. Einerseits völliger Unsinn, andererseits erinnert das Buch im Regal zumindest daran, dass man sich mit etwas beschäftigen wollte.
fuck art
let’s work
Time is the new drug.
Rein Gold, Stemann: Für mich mit das beste, was ich seit langem gesehen habe. Interessant aber auch die Kritiken: Zum Teil aberwitzig ignorant, wie die Unterstellung, dass die Schauspieler zu faul gewesen seien, ihre Texte auswendig zu lernen, und deswegen die Textbücher in der Hand behalten, wo doch offensichtlich ist, dass damit der Ort der Aufführung zwischen Text und Sprechen im Bewusstsein gehalten werden soll. Dann die Ignoranz gegenüber der intelligenten und feinsinnigen Musikauswahl und Bearbeitung, die als beliebig und dilettantisch abgetan wird. Das mangelnde Problembewusstsein der Beschreibung, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, dass ein Liebesduett zwischen einem Schauspieler und einer Opernsängerin eine angenehm spielerischer Hinweis auf Grundprobleme der klassischen Oper sein könnte. Insgesamt eine durchgehende Bewertung des Spielerischen als dilettantisch. Eine ziemlich interessante Gefahr der Überfeinerung bei Stemann, dass Kritiker und Publikum alles, was nicht mit voller Ernsthaftigkeit vorgetragen wird, für oberflächlich halten oder erst gar nicht wahrnehmen. Insgesamt offensichtlich, dass die Mehrzahl der klassischen Kritiker einfach will, dass sich nichts ändert. Die Oper soll einfach so bleiben, wie sie ist, das Mobiliar darf modifiziert, das Grundgerüst aber nicht in Frage gestellt werden. Was ja grundsätzlich als ein Option völlig in Ordnung ist, aber doch eben nicht als die einzige Möglichkeit, mit dem Repertoire umzugehen. Glaubt hier tatsächlich jemand, dass wir das klassische Opernrepertoire immer weiter in aller Ruhe abspulen können? Kann es wirklich sein, dass jeder Eingriff in die Partitur als Sakrileg aufgefasst wird? Gerade das Abspulen der bekannten Musik in immer gleicher Reihenfolge macht doch das Operntheater so entsetzlich ereignisarm. Das Theater schreit doch nach Grobheit, nach Überraschung, nach Risiko – zumindest als Alternative zum einfachen Repertoirebetrieb. Und ich habe eigentlich das Gefühl, dass auch das Personal froh ist, endlich einmal in der Gegenwart anzukommen, endlich einmal etwas machen zu dürfen, das sich gegenwärtig anfühlt, und nicht nur die alten Posen in neuen Gewändern wiederholt. Übrigens auch ein Problem von neuem Musiktheater: Dass die Grundüberzeugung, dass die Musik einen festgefügten Raum bilden muss, dem sich alle andere Komponenten unterzuordnen haben, von vornherein einen Massstab aufstellt, der mal besser, mal schlechter erfüllt, aber letztlich niemals in Frage gestellt wird. Offenbar sieht überhaupt niemand, dass diese Form von Theater kreuzbrav und totlangweilig ist. Lass uns doch mal Szene X neu illustrieren. Da könnte wir doch … Letztlich auch ein Ausdruck von Hass auf Intelligenz, weil man da nicht mehr so opernmäßig emotional mitgehen kann. Obwohl dadurch natürlich eine neue, feinere Emotionalität entstehen würde. Intelligenz wird nur goutiert, wenn sie sich selbst als solche vorführt: Das hat er aber wirklich sehr intelligent gemacht.
Comments Off on Time is the new drug.
Filed under Literatur, Neue Musik, Oper, Theater
The idea is that it doesn’t matter.
Guston: Interessant, dass man denken kann, dass das grob gemalt ist. Wahrscheinlich auch eine Qualität dieser Malerei, dass die Feinheit versteckt ist und mit Deutlichkeit aufgewogen wird.
BECAUSE THAT’S WHAT I DO.
Das tolle beim Lesen ist natürlich, dass man die Informationen so wahnsinnig schnell abrufen kann. Wenn man will.
Kleidung/Körperbewusstsein: Eben wirklich etwas komplett anderes, ob du einen hohen oder tiefen Kragen trägst – z.B.
Enthusiasmus
Euphorie
Wird das Leben jetzt immer so spannend bleiben?
Was wird in den nächsten 45 Minuten passieren?
Ich freu’ mich schon so!
Information
Nachdenken ist keine Arbeit. Aufschreiben auch nicht. Schreiben schon. Etc. Wird nicht lustig sein. Bild’ Dir das bloß nicht ein.
Think of: Machaut
Was macht eigentlich …
material blocking
colour blocking
Der kleine Junge
Crime is awfully boring.
ernährte sich von Wurzeln
Yes, it is.
Anti-Espressivo
Anti-Virtuosität
Schöner Schein
Glanzvolle Leere
Geil leise hier, ab und zu mal ein Auto, aber das war’s dann auch schon. Der stille Raum ist eigentlich die Stadt. Das Land ist unvergleichlich viel lauter. Eigentlich ziemlich erschreckend: Weißer Raum, Stille. Hat es vielleicht früher überhaupt nicht gegeben. Aber natürlich auch schön.
– Ich finde die Welt schon extrem still.
– Ach, ist das so?
World War Z
Zone One
Vivaldi: Blockflöten als Harmonie in der unteren Mittellage.
Auch wenn Du nicht weiterkommst, musst Du sitzen bleiben und weiter machen – that’s the fuckin’ deal.
Dries
Ich bin wieder ein kleiner Junge. 7:45. 8:30. Pause.
Comments Off on Information
Filed under Film, Klassik, Literatur, Mode, Uncategorized
Charles Fleury, Sieur de Blancrocher
Was würde denn eigentlich übrigbleiben, wenn man alle Ablenkung, alle Entäußerung, den gesamten Informationsfluss wegnehmen würde? Was würde von uns übrigbleiben, wenn wir uns komplett isolieren und nur noch auf unsere unmittelbare Gegenwart konzentrieren würden?
Die implizite DFW-These, dass der Sinn menschlicher Existenz in der Selbstvergessenheit konzentrierter Arbeit liegt, ist zwar verführerisch, aber leider nicht ganz, oder vielleicht sogar gar nicht zutreffend.
Kann aus meiner Sicht eigentlich nur dort gelten, wo Arbeit wirklich unangenehm ist, wo wir Angst vor ihr haben, weil wir nicht wissen, ob und wie wir sie bewältigen können. Langeweile könnte da ein Teilaspekt sein, scheint mir aber eher ein körperliches Problem als eine geistige Aufgabe zu sein. Da geht es dann eher um die Frage, wie wir es schaffen, sitzen zu bleiben und weiterzuarbeiten, obwohl jede Faser unseres Körpers nach Abwechslung schreit. Dem Verstand ist das eigentlich ziemlich egal, glaube ich. Er kann sich anderweitig beschäftigen.
Ansonsten ist Arbeiten nämlich genau das Gleiche wie Fernsehen: Es zerstört Zeit. Man freut sich, dass die Zeit so angenehm, weil unbewusst, vergeht.
Don’t talk about bewusstes Fernsehschauen. Doesn’t exist by definition. The whole point is to lose consciousness of your situation.
Denken ist unheimlich entspannend. Man kann alles, was einem im Lauf des Tages in den Kopf gekippt worden ist, wieder herauskippen. Ist ein bisschen wie aufräumen: Klärt.
Wir akzeptieren die Tatsache, dass jemand stirbt und dann einfach weg ist, nur, weil uns nichts anderes übrigbleibt: Es ist die Realität. Aber in jeder anderen Hinsicht komplett inakzeptabel.
Mal was ganz anderes: Was machst du eigentlich, wenn du nicht arbeitest, und wenn ja, warum?
Gute Frage, hab’ ich vergessen.
You look like shit. I wanna look like shit, too.
Well, you will real soon.
Quasi der Wald.
Beim Lesen der Sprache, und vielleicht sogar der Bedeutung nachstolpern: Man hat eigentlich alles verstanden, man könnte ohne weiteres wiederholen, worum es gerade gegangen ist, aber man hat das Gefühl, dass man den Satz doch nicht vollständig nachvollzogen hat, dass man vielleicht den Rhythmus nicht richtig verstanden hat oder den Wortklang, oder dass man einfach ein bisschen zu oberflächlich gelesen hat. Passiert eigentlich immer, wenn man sich genau das fragt: Ob man den gerade vergangenen Satz wirklich vollständig verstanden hat. Lass uns ihn nochmal lesen. Und nochmal. Und nochmal. In Wirklichkeit kommt man weder der Bedeutung, noch dem Rhythmus auch nur ein bisschen näher, es ist eher so, dass das Lesen langsam in eine Art Kurzzeit-Auswendiglernen übergeht, irgendwann können wir den vollständigen Satz auswendig wiederholen, aber wenn wir ehrlich sind, haben wir nicht wirklich mehr verstanden als beim ersten Durchgang. Es ist eher eine Art schlechtes Gewissen, fast, als ob wir den Sätzen, wenn wir sie nicht wieder und wieder wiederholen, Unrecht tun würden, das uns stocken und zurückschauen lässt. Und die Einsicht, dass es nicht wirklich eine tiefere Bedeutung hinter dem, was wir sofort verstanden haben, gibt, so dass es auch keinen natürlichen Endpunkt unserer Wiederholungsbemühungen gibt, die uns weiterlesen lässt.
Eine Alternative wäre: Sich zu zwingen, durchgehend schnell zu lesen, ohne irgendeine Form von Unterbrechung und Rückschau zu erlauben. Das durchzuhalten wäre eine echte Konzentrationsübung, da wir uns dann tatsächlich ohne jede Unterbrechung konzentrieren müssten, um dem von uns gelesenen Text gerecht zu werden, sprich, wie im Kino, nichts zu verpassen, und mit Sicherheit wesentlich anstrengender als ein langsames Lesen mit Vor- und Rückschau. Kann nicht zurückgedreht werden, läuft ab wie eine Aufführung, auf deren Fortgang wir keinen Einfluss haben.
Comments Off on Quasi der Wald.
Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Literatur, Text
Hochmut
Selbstkontrolle
Totaldisziplin
I can’t take any more bad news, Lane.
Land der roten Steine: Merkwürdige Idee, eine Landschaft, die man faktisch nicht sehen kann, immer wieder von anderen Standpunkten aus zu beschreiben. Quasi eine Übung in geometrisch-perspektivischer Beschreibungskunst und Vorstellungskraft, die gleichen landschaftlichen Fixpunkte in immer neuen perspektivbedingten Konstellationen vorzustellen. Obwohl diese Fixpunkte mit neuen Einzelheiten konkretisiert werden, bleiben sie papieren, weil die Erklärungen und Beschreibungen trotz aller Anstrengungen nicht wirklich anschaulich werden. Die Namen der Felsformationen bleiben die einzige Möglichkeit, wiederkehrende Fixpunkte zu identifizieren, was vielleicht auch daran liegt, dass die unterscheidenden Charakteristika nur für den, der sie tatsächlich sehen kann, erkennbar und erinnerbar sein können. Also letztlich eine Übung, die nicht erfolgreich sein kann. Trotzdem neigt man dazu, zu Ende zu lesen, vielleicht aus Faszination für die letztlich knochentrockene Prosa. Man fragt sich, warum macht er das? Warum tut er sich das an? Warum quält er sich so? Er kann nicht wirklich denken, dass er auf diese Weise ein Verständnis für die Landschaft wecken kann. Auch die seltenen Andeutungen einer Geschichte sorgen eigentlich nicht wirklich für Entspannung, sondern lassen eher die Zähigkeit der Beschreibungsprosa noch deutlicher spürbar werden.
Unbeschwertheit
Unbekümmertheit
Unschuld
kaufen: Now we’re talking!
Zeitdruck, Komma, produktiver: Entscheidung muss jetzt fallen, auch wenn es offensichtlich gar nicht möglich ist, eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Es muss einfach irgend etwas passieren.
Ist es am Ende einfach eine Frage des Durchhaltens – oder Nichtdurchhaltens?
unbedingte Zuneigung
bedingungslose Liebe
Comments Off on Hochmut
Filed under Film, Literatur, Methode, Uncategorized
Damit der Papa es nicht hört!
facebook-Isolation/Pascal: Öffentlichkeit ist Lüge.
Jean Louis Ughetto
handkeonline
La Leggenda Di Kaspar Hauser: Ganz kurzer Schwarzfilm zwischen den Einstellungen, zum Teil auch mit Zwischentiteln, dann länger. Funktioniert gut, mischt sich mit Schwarzweiß, wirkt zum Teil wie Filmfehler – wahrscheinlich vor allem, wenn vorher viel Schwarz im Bild war, der Zwischentitel also weniger deutlich abgesetzt ist. Maurizio/Licht, Teil II: Einstellungen voneinander trennen, aber auch Einstellungen falsch trennen, z.B. Krach dort einsetzen, wo er regulär, wenn die Einstellung nicht durch Überlappung und Vervielfältigung verlängert würde, sitzen müsste, also falsche, aber zugleich formal richtige Signale setzen.
Unterbrechung: Geschwindigkeit/Wiederholung/Dauer
Wiederholungen in der Geschwindigkeit der Unterteilung
Unterbrechungen in der Geschwindigkeit des Grundtempos (1/16*x)
Comments Off on Damit der Papa es nicht hört!
Filed under Film, Filmtechnik, Form, Literatur, Maurizio/Licht, Montage, Stücke, Uncategorized
Sorry for your loss.
I don’t get it, but I accept it.
Müsste man auch mal fragen: Was echte Merkwürdigkeit in der Neuen Musik wäre. Nicht Skurrilität, sondern etwas, das einen wirklich erstaunen würde.
Maurizio: Wegnehmen, da WÄRE ein Akkord, aber da IST nur Rauschen. Regelmäßigkeit: Man weiß nach einiger Zeit, was wann kommen würde, aber es kommt eben nicht. Jedenfalls nicht immer. Abstufungen von Rauschen/Ton: Die eine Hälfte und die andere Hälfte. Tendenziell Rauschen/tendenziell Ton.
Abwürgen: Rauschen
Ganz abwürgen: Kurze Pause/Nichts.
Pale King: Geht wahrscheinlich auch darum, maximale Unvorhersehbarkeit an jedem beliebigen Punkt zu erreichen; dass man nie weiß, wie lang ein Paragraph sein wird, in was für einem Stil er geschrieben sein wird, welche Personen auftreten, welche Geschichte erzählt wird, aber sich eben auch nicht darauf einrichten kann, dass es jedesmal wechselt. So etwas wie ein perfektes Gleichgewicht zwischen Überraschung und Fortführung, um das elende Einlösen eines überschaubaren Ursprungsplans/Sprachstils/Erzählmodus, das es so oft unerträglich macht, einen Roman zu Ende zu lesen, ihm also beim Einlösen der selbstgestellten Aufgabe zu folgen, zu vermeiden. Nervt manchmal, ist aber wahrscheinlich auch formal klüger, weil nicht einfach nur brillant/intelligent, als es auf den ersten Blick aussieht.
Zeitbeschränkung als Selbstschutz: Erstaunlich angenehm
Comments Off on Sorry for your loss.
Filed under Form, Literatur, Maurizio/Licht, Neue Musik, Stücke
Anschlussthema: Anstrengung/Übergang
Gnadenlose Permutationen, rücksichtslos.
Reicht das?
Reicht das nicht?
Was reicht?
Was reicht nicht?
Mal wieder: Dauern vs. Einsatzabstände (Streichquartett)
Zahl der Anschläge
Zahl der Unterteilungen
Art der Unterteilungen
Art der Dauern abhängig von Art der Spielweisen
Kartoffel/Ei: Merkwürdige Geschmacksähnlichkeit
Plot als Abfolge von Vorbereitungen auf drohende Dinge, die nicht eintreten (DFW): Macht definitiv Sinn.
Entwicklungen, klein- und großformale Gesten: How the fuck could I forget that? Oper als statisches Feld, Raum ohne Bewegung. Wie kommt man davon wieder weg, ohne gleich bei Wagner zu landen?
Montierte Entwicklungen natürlich auch als SCHNITTE viel präsenter als statische Abschnitte: Kulminations-/Umschlagpunkt. Eigentlich hierdurch erst die Bestimmung eines bestimmten Punktes in der Zeit möglich.
Wahnsinns Rhythmus: Heirate, du wirst es bereuen. Heirate nicht, du wirst es auch bereuen. Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen. Entweder heiratest du, oder du heiratest nicht, bereuen wirst du beides.
Comments Off on Anschlussthema: Anstrengung/Übergang
Filed under Dramaturgie, Essen, Form, Literatur, Montage, Oper, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle
Terzinen
(Nach H. Zengler)
Und manchmal steht dein Ich im Raum von Bühnen,
Wo Spieler eine Wirklichkeit gestalten,
Die dich erinnert. Und in ihren Mienen
Und Gesten und wie sie Gewänder halten,
Triffst du das Eigne als das Angeschaute
Und siehst dein Wesen: Volk aus einem alten
Moriskenstück, das nie ein Dichter baute.
Du spielst und folgst dem Spiel und mühst dich reiflich.
Dann fällt mit einem sonderbaren Laute
Der rote Samt. Und gar nichts war begreiflich.
Für H. Zengler,
Luckenwalde, 12.9.1972
Peter Hacks
Comments Off on Terzinen
Filed under Literatur
Far Go
Klang Klang Klang Klang Klang. – What the fuck is it? How do I notate it? (Beethoven)
Ultramodernismus vs. Lesbarkeit/Jelinek: Straff gespannte Oberfläche. Der Wille, die Pointendichte stabil zu halten. Also kein Abfall, kein Anstieg. Anti-dramaturgische Ästhetik, total nachvollziehbar, aber irgendwie eben doch falsch. Das Problem, selbst Spaß zu haben. Und das Publikum darüber zu vergessen. Nicht sich selbst darstellen, sondern seine Performance. Quasi das eigentliche Thema: Ich kann die Spannung halten. Was ja automatisch nicht stimmt, by the way. Frage wäre eher: Wie kann ich aus dem Stück heraus die Spannung variieren? Nicht, um es interessanter zu machen, sondern, um es besser zu machen, um die Frage zu akzeptieren: Kann es nicht-konventionelle Dramaturgie überhaupt geben?
Ein bisschen so, als ob man wach bleiben müsste, um zu überleben. Als ob man der Held wäre, wenn man die Intensität durchgehend gleich hoch halten könnte. Was nicht der Fall ist. Man hält die Intensität gleich hoch, indem man sie variiert. Grindcore/Death Metal.
Wiley Wiggins
All I’m saying is, if I ever start referring to these as the best years of my life, remind me to kill myself.
Homogener Track, der plötzlich in eine andere Richtung geht: Funktioniert fast immer, erfreut fast immer, ist aber eigentlich ein ganz einfacher Trick. Was ist das eigentlich: Zwei Stücke, die direkt aufeinander folgen, oder ein Stück mit plötzlichem Charakterwechsel? Warum ist es tatsächlich etwas anderes, wenn es ein Stück ist?
eine Aufgabe
Alinea: Absolute Zartheit. Gespinst, quasi nicht vorhanden. Gewebefaden, ins Leere gezogen. Hässlichkeit der Fragilität. Abfall, Dreck, Staub, Spinnenweben.
Es hatte zu lange keine Bedeutung mehr gehabt.
Reim: Unmittelbare Überprüfbarkeit.
Das könnte übrigens ein wesentliches Merkmal des Zwanzigsten Jahrhunderts sein: Ständiger und systematischer Entzug der Überprüfbarkeit. Immer, wenn Du denkst, Du hast verstanden, was ich mache, ändere ich die Regeln. Was Du verstehst, kann nicht gut sein. In diesem Sinne wäre der konventionelle Roman definitiv nicht Zwanzigstes Jahrhundert. Und man könnte sage, Film wollte nie Zwanzigstes Jahrhundert sein. Wollte eher das Neunzehnte Jahrhundert in eine neue Technik überführen. Und was macht das Einundzwanzigste? Sagt es: Bitte versteh mich? Ich will auch ganz brav sein. – Wie versteckt man Unverständlichkeit?
Traum-Archetyp: Raum hinter dem Raum, Welt hinter der Welt, die offen sichtbaren, bekannten Vorgänge sind nur eine Fassade für die eigentliche Mechanik der Welt. Fließender, anstrengungsloser Übergang.
Flunkern: Dann passt’s besser. Viel besser.
Pieps-Elektronik: DJ Rashad, Drums Please
Comments Off on eine Aufgabe
Filed under Essen, Literatur, Pop, Theorie, Uncategorized
because that’s what people do
Gedicht: Erstaunlicherweise wirklich möglich, dass man ein Gedicht ganz genau liest und am nächsten Tag dennoch kaum wiedererkennt. Als ob nur die oberflächlichsten Merkmale gleich bleiben würden. Als ob man Buch führen müsste über das Gedichtelesen. Ist das vielleicht sogar ein Kriterium für ein gutes Gedicht? Sprachkonzentration.
Merkwürdiges Ideal, eine Musik zu schreiben, die vom Instrument losgelöst ist. Könnte man gegen sich selbst wenden, indem man für Schallwellen schreibt. Elektronische Musik, zunächst als Verwirklichung der Unabhängigkeitsidee, dann als endspezifische Musik, exakt ausdefiniert, unabhängig von jeder Apparatur. Letztlich Sample, Aufnahme. Diese Aufnahme ist das Stück. Basta. Das Instrument existiert gar nicht mehr, außer als Sample/Foto. Das war das Instrument, damals.
Knacksen
Brummen
Rauschen
Piepsen
Krachen
Summen
Knistern
Knacken
Surren
Donnern
Rollen
Knarren
Schnarren
Klirren
Knattern
Schleifen
Rattern
Quietschen
Zischen
Einrasten
Scheppern
Wobbeln
Wabern
Surren
Kratzen
Schaben
Klacken
Pluckern
Zupfen
Streichen
Streifen
Reißen
Stecken
Schließen
Schlagen
Platzen
Knallen
Pressen
Drücken
Fallen
Plumpsen
Kullern
Ausspringen
Rollen
Reiben
Schleifen
Bahn: a-e-c-h-a/h-c-cis-d
Comments Off on because that’s what people do
Filed under Elektronik, Literatur, Material, Piece of Shit, Stücke
Bild ohne Ton
Einfach kopieren, und zwar wörtlich, was wäre das? Erstmal wäre es eigentlich keine Kopie, sondern das Original, denn es geht ja um Noten, nicht um Töne, und Noten verändern ihren Sinn nicht, wenn sie von anderer Hand geschrieben sind. Es würde sich also z.B. nur der Name des Komponisten ändern, oder der Titel, oder die Auswahl der Sätze. Aber es wäre eben keine Stilkopie, und auch kein Zitat, sondern etwas anderes. Ich zitiere einen ganzen Satz. Ich zitiere eine komplette Satzfolge. Es gibt keinen Rahmen für das Zitat, sondern eben nur das Zitat.
and then it’s o-ver
Spectrum/Captain Memphis: Total vernoiset, ganz geil.
TEMPS
L’HABITUDE
Zeit
Langeweile
Folter
Doku
Don/Richter: Wäre interessant, auszuprobieren, was da passiert. Unterschiedliche Zeitfenster. Du hast jetzt nur Zeit für. Da muss jetzt alles rein. Oder weglassen. Was da nicht reinpasst, fällt weg. Wird abgeschnitten. Nachvollziehbar, spürbar allerdings nur, wenn das Material über diese Schnitte hinausstrebt (Bewegungsenergie, unterbrochene Wiederholungsschleifen oder implizite Proportionen).
Exponentialfunktion: Viel viel vs. viel wenig
Todessehnsucht
Geräusch Aufnahmepegel zu empfindlich eingestellt
Nichts, Hegel, Tod: Immer wieder faszinierend, wie viele Leute sich einfach nie angesprochen fühlen, in jedem Fall davon ausgehen, dass sie unmöglich gemeint sein können. So auch JH: Ist doch völlig klar, dass sich jeder in einer ähnlichen Situation im Wesentlichen gleich oder, viel wahrscheinlicher, schlimmer verhalten würde, völlig unverständlich, wie über die Leere der Figuren, ihre Dummheit und Unfähigkeit gesprochen wird, wo man doch in Wirklichkeit ziemlich lange suchen müsste, um unter den Entsetzten wenigstens gleichwertiges Personal zu finden. Ist aber natürlich ein eigenes Talent, sich selbst grundsätzlich für unverdächtig zu halten. Macht unweigerlich dumm, weil der Faktencheck schon an der Lebensbasis ausgeschaltet ist.
Parallelgeschichten: Ganz interessanter Gegensatz zwischen einer Konstruktion, in der Lebensgeschichten nebeneinanderher erzählt werden, ohne sich zu berühren, und einer Konstruktion, in der viele Figuren in einer Lebensgeschichte auftreten, um dann aber in der Mehrzahl der Fälle sofort wieder zu verschwinden und nicht mehr wiederzukehren.
Interessant, dass auch im Sport die eigentlichen Punkte/Tore dramaturgisch gar nicht so wichtig sind. Oft ist es sogar psychologisch enttäuschend, wenn ein Spiel sich entscheidet. Auch wenn der Spielzug selbst brillant ist.
Ensemble als Abspielgerät (quasi Samples)
Comments Off on Todessehnsucht
Filed under Dramaturgie, Elektronik, Literatur, Liveelektronik, Stücke, Uncategorized
Heterophonie
Was ist denn das hier, was passiert da?
untrue, Einleitung: Versionen ineinanderschneiden.
Größte Bewegungsdichte festlegen, dann auf verschiedene Schlagtempi runterrechnen.
Das Fade
Das Staubige
Text komplett setzen und dann cutten.
mehr Glück für alle
work of fuckin art
Comments Off on Heterophonie
Filed under Form, Literatur, Stücke, Uncategorized, Untrue
Rhythmus/Verstehen
Ganz interessant, dass man beim Leiselesen alles versteht, wenn man schnell liest, aber den Rhythmus nur als Sinnrhythmus mitbekommt, wenn man anfängt, langsamer zu lesen, allmählich der Sinn verschwindet, aber der Rhythmus deutlicher wird, und wenn man anfängt, laut zu lesen, der Rhythmus deutlich bleibt, aber in seiner Bewusstheit verschwindet, und der Sinn wie von selbst wieder aufzutauchen scheint, als Aktion gewissermaßen, selbst wenn man nichts versteht. Auch hier so etwas wie: You can’t have the cake and eat it, too. Wie immer, schade. Und anstrengend, wenn man beides haben will.
Auch interessant, dass man beim Lautlesen durch Betonung und Melodie leicht suggerieren kann, man hätte den Text, den man liest, verstanden, auch wenn dies gar nicht der Fall ist. Selbst, wenn man einen Text tatsächlich weitgehend verstanden hat, ist es ziemlich leicht, ihn so zu lesen, als ob man ihn noch viel besser verstanden hätte, als dies eigentlich der Fall ist: Tatsächlich erübrigt sich beim Lautlesen auf merkwürdige Weise die Frage des Verstehens. Vermutlich große Hilfe für Schauspieler, die ihre Texte aufzusagen haben. Ein merkwürdiger Ausdeutungsautomatismus des Sprechens.
Hat vielleicht auch damit zu tun, dass für das Sprechen die Satzkonstruktion mit ihren Bezügen nicht so wesentlich ist wie für das gedruckte Wort. Es ist nicht nötig, den gesamten Satz im Gedächtnis zu behalten, um ihn richtig zu betonen, es kommt eher darauf an, die einzelnen Satzglieder vernünftig darzubieten, der Gesamtsinn ergibt sich dann von selbst im Gedächtnis der Zuhörer. Oder eben auch nicht. Selbst dafür ist der Betonungsgestus der einzelnen Satzglieder wichtiger als das Beziehungsgeflecht des Gesamtsatzes. Und trotzdem bemühen wir uns, auch in der echten Rede, die Satzkonstruktionen sauber zu halten, und sind irritiert, wenn uns das nicht gelingt. Irgendeine Sprechinstanz checkt das also doch nochmal durch.
Vielleicht also so etwas wie die Voraussetzung für das dann nicht mehr wichtig sein. Es ist halt schön, wenn es den korrekten Hintergrund gibt, aber nicht essentiell für die gelungene – ja was denn? Ja wohl nicht Kommunikation.
Geheimnisverrat.
Lustig, was sich da so schreibt.
Comments Off on Rhythmus/Verstehen
Filed under Literatur
goldenes Licht
Die Bühne wird in tiefe Melancholie gehüllt sein. Trauer sinkt auf das Publikum herab. Langsames Stampfen.
4.10. 12:23
5.10. 15:52
3 Tage
7 Monate
9 Jahre
Lustig ist eine Kategorie des Geistes
Merkwürdig, wenn dann ein Entzündung einfach so wieder verschwindet.
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
ge-ge-ge-ge-
nom
form follows energy: Was wäre das denn in Musik? Was wären denn Regeln, die innerhalb eines bestimmten Aspekts/Parameters Sinn ergeben, die man aber normalerweise nicht verwenden würde, weil sie alle anderen Parameter bizarr verformen würden? Und genau das wäre dann das Tolle daran: Das man einen einzelnen Parameter auf Kosten aller anderen Parameter durchgesetzt hat, und das Ergebnis exakt dadurch sinnvoll-sinnwidrig und deswegen interessant ist. Dass man das Ergebnis nachvollziehen, aber dann eben doch nicht nachvollziehen kann. In gewisser Weise etwas gegen jedes gute Benehmen/Geschmack durchsetzen und eben dadurch eine höhere Form von Geschmack beweisen. Für den Moment.
alles böse
alles schlimm
alles schlecht
alles egal
still
leise
halb laut
laut
ganz laut
Jünglingshafter Gestalt
an eternal error has occured
Ein extrem langweiliges Buch schreiben, das Langeweile als Weg zur Erleuchtung zum Thema hat. Am Ende bist Du erleuchtet.
Ein extrem unterhaltsames Buch schreiben, das Unterhaltung als Weg in die Selbstauslöschung zum Thema hat. Am Ende bist Du …
Das Buch als reale Verwirklichung des Themas des Buches.
Instrumente: Glissandi in Liegetöne einpassen, quasi Verzweigungen. Intensiver Stillstand.
sound of the machine: Nicht nachregelbare Elektronikeingriffe als unberechenbare Verstärkungsanlage, immer als Fehler, als Überreaktionen des Systems auf das Original
nicht übel
träum’ weiter
Comments Off on Jünglingshafter Gestalt
Filed under Literatur, Liveelektronik, Schlachten 2: Motette, Stücke
Und wieder
Flügel und Flipper: Ein großer, jugendherbergsartiger Kellerraum mit zwei Flügeln und mehreren Flippern. Ich schlurfe umher, Münzgeld in einer halben Plastikschachtel, wie die, in denen man früher Pflaster kaufte, nur kleiner. Offenbar will ich Flipper spielen, aber jedesmal, wenn ich kurz davor bin, eines der Flipper-Geräte zu erreichen, fällt das Münzgeld aus der halben Plastikschachtel auf den Boden und ich muss es mühselig wieder zusammenklauben. Dann mache ich mich auf den Weg zum nächsten Flipper-Gerät, und wieder fällt das Münzgeld aus der halben Plastikschachtel.
ad infinitum
Gezählt
Gewogen
Geteilt
Als Blasinstrumente gelten in Korea alle Instrumente, die den Ton halten können, also neben den Oboen Piri und den Querflöten Daegeum auch die gestrichene Zither Ajaeng und die Spießgeige Haegeum, im Gegensatz zu den verklingenden Zupfinstrumenten.
orte taten tage
heroin
tomorrow
happiness
Motette: Langgezogener Teppich, ins Geräuschhafte gehen, quasi Ausbuchtungen von Geräuschhaftigkeit, tendenziell alles leise, vor sich hin kriechend
Comments Off on Und wieder
Filed under Literatur, Uncategorized, Weltmusik
Things we are not proud of
Really happened. Not funny.
Fein schneiden und wie rasante Akkordwiederholungen mit minimalen Abweichungen ablaufen lassen.
Kappacher: Als ob nur das, was in der Erinnerung stattfindet, wirklich stattfände. Und wenn dann wichtige Informationen fehlen, waren sie eben in der Erinnerung nicht enthalten. Aushalten, dass etwas wichtiges fehlt. Schreiben als Metapher für Erinnerung.
Wenn es passt, liest du es. Wenn es nicht passt, lässt du es stehen.
Comments Off on Things we are not proud of
Filed under Literatur, Uncategorized
Selbstporträt als Thomas Middelhoff
Ives: Das Überflüssige, Stehengelassene, Sinnlose, Übriggebliebene. Bestimmt nicht so gemeint, aber superinteressant. Der völlig irrsinnige Aufwand für fast nichts. Das Ausbluten, Auseinanderfallen, Wegbrechen der einzelnen Sätze. Die Werkspuren, die natürlich gesetzt sein müssen, obwohl sie völlig widersinnig klingen. Es kann nicht so gemeint sein, es muss aber doch auf igendeiner Ebene gesehen und stehengelassen worden sein, weil man es unmöglich übersehen kann. Denn es ist natürlich GEMACHT. Die Noten fallen ja nicht von selbst aufs Papier.
überaus
gefährdet
JH=RG
ist doch klar, oder?
sieht das wirklich niemand?
oder will da niemand drüber sprechen?
und plötzlich bist du vor lauter dies hier und jenes dort überhaupt nicht mehr da
Comments Off on Selbstporträt als Thomas Middelhoff
Filed under Literatur, Neue Musik
From Strength To Strength
Stimmt eigentlich nicht.
nicht zurückschauen
every hand a different problem
kurze Euphorie-Phase, dann wieder Stillstands-Marter, beide gleich unsinnig
CW: Interessante Entscheidung, sein Leben der Produktion zu verschreiben. Fast wie Kollektionen, eine Bildgruppe nach der anderen Bildgruppe. Wirkt bei einem so konzentrierten Maler natürlich viel anstrengender als bei jemandem, der spielerischer mit seiner Arbeit umzugehen scheint, auch wenn die Anstrengung vielleicht die gleiche ist. Themen, die wieder aufgegriffen werden, wirken fast wie Versuche, sich selbst zu beweisen, dass man nicht mit jeder Werkgruppe alles neu machen muss.
Girl With Curious Hair: so brilliant you wanna cry.
Heu
Abriß
der
Gesellschaft
#
mehr
mehr Geld
mehr Macht
mehr Zeit
… Liebe
… heitswahn
Sperrfrist
Selbstverachtung der Gesellschaft
Comments Off on Heu
Filed under Literatur
Verlust
Das große Problem von Short Stories ist, dass sie immer eine Pointe haben. Wenn nicht, besteht genau darin die Pointe. Bringt das Format mit sich. Wenn man das unterlaufen könnte, würde man das Genre neu erfinden.
Schlag: Regelmäßige oder unregelmäßige Rasterung der Zeit, auf die das Material ausgerichtet oder nicht ausgerichtet gelegt werden kann.
Takt: Gruppierung von Schlägen mit gleicher oder ungleicher Gewichtung als Struktureinheit oder einfache Zähleinheit.
Betonung im Material/Betonung im Schlag
Kontrolle durch das Auge: Wenn Du den Cursor nicht siehst, bewegt er sich nicht.
alle Silben betonen/keine Silbe betonen
laut singen, ohne zu betonen
leise singen, aber trotzdem betonen
Faktisch ist bei lautem Singen quasi alles betont, nur die Begleitung/das Metrum differenziert zwischen betont und unbetont.
Nochmal anders gesagt: Betonung ist überhaupt nur eine Frage der Lautstärke, des Schalldrucks.
etwas sinnvolles tun, wie z.B.
David Foster Wallace Center
Glas, wo kein Glas ist. Spiegel, wo kein Spiegel ist. In sich ähnliche Räume, die aussehen, als ob sie gespiegelt wären, aber real sind. Leere Rahmen unterscheiden sich nicht wesentlich von gefüllten Rahmen.
Nachdenken über Dinge, die man nicht sieht, die abwesend sind: Ist doch toll, dass das überhaupt geht. Fuckin’ Gedächtnis!
Spannung kommt ausschliesslich dadurch zustande, dass du nicht weißt, was passiert. Wenn du weißt, was kommen kann, kannst du keine Angst haben. Es sei denn, du findest das, was kommt, so fürchterlich, dass du schon im Voraus weißt, dass du es nicht aushalten kannst. Entspannung, wenn du glaubst, dass du weißt, was passiert. Wenn du glaubst, dass du den Rahmen, in dem sich das Ganze bewegt, verstanden hast.
Und mal wieder die Frage, was kommt um die Ecke – jetzt – gleich …
Da ist sie schon. Am schlimmsten natürlich das Warten, dass du nichts tun kannst, dass du nur warten kannst.
Figuren, die gar nichts sagen: Die Frau mit dem Schleier. Einzige Funktion: Schrecken. Zwei zur einen Seite und dann ganz weit zur anderen Seite.
Wenn du weißt, dass etwas da ist, denkst du auch, dass es alle sehen können.
Your Security is our concern, but is your responsibility.
XO/XR: Sing ein Lied.
non-consequentiality
danger
money
food
stars
usefulness
supply + demand + magic
Tonale Musik: Dass Nachvollziehbarkeit ein wesentlicher Vorteil tonaler Musik gegenüber atonaler Musik sein soll, ist wahrscheinlich Unsinn. In Wirklichkeit klingt sie einfach angenehmer als atonale Musik. Allerdings ist es richtig, dass Fehler in tonaler Musik sofort erkannt, also nachvollzogen werden können, in atonaler Musik meistens nicht.
REDE
TRAKTAT
GESANG
oder hatten wir das schon?
Parameter: Grad der Variation
Wie jetzt – soll alles gleich bleiben, aber alles anders werden? Wie denn das jetzt?
Na, ist doch klar – was hast Du denn gedacht?
Stimme durch Wand: Rhythmus und Bewegung
Comments Off on non-consequentiality
Filed under Klassik, Literatur, Neue Musik, Oper, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle
direktes Resultat
gelbbraunes Sofa, grober, leinenartiger Stoff, flache, rechteckige Kissen, Stil 1950er oder 1960er Jahre
Moodymann: Auch Schwäche zulassen. Du kannst nicht in jedem Takt genial sein wollen. Du kannst nicht in jedem Takt alles geben. Oder: Wenn du es versuchst, bist du es nicht. Wenn du es versuchst, machst du alles kaputt. Gelingt es dir gerade nicht. You know what I mean. Schwächen stehen lassen. Die dann oft zu den besten Stellen werden, gerade weil sie die Oberfläche des Stückes aufbrechen.
unbeherrscht/unbeherrschbar
Das hat wahrscheinlich tatsächlich etwas mit dem Leben zu tun. So sehr du dich auch bemühst, ein perfektes Stück zu schreiben, kannst du nie alle Entscheidungen zum gleichen Zeitpunkt treffen. Und wenn du sie nacheinander triffst, wirst du eine gewisse Inkonstistenz auch bei größtem Bemühen nicht vermeiden können. Du veränderst dich einfach, während du Entscheidungen triffst, und durch jede einzelne Entscheidung.
Kann sein, dass in der Malerei, wo man immer das Ganze vor Augen hat und am Ganzen arbeitet, oder in der Literatur, wo die Sprache in gewisser Weise einen festen Rahmen vorgibt, sich diese Probleme so nicht stellen. Selbst in der tonalen Musik mit ihren tonalen Formen dürfte der Halt so groß sein, dass jede Abweichung dankbar akzeptiert wird. Aber in der atonalen Musik scheint das Problem unvermeidbar zu sein – und gleichzeitig eine perfekte Metapher für ein abstraktes Leben abzugeben. Den Serialismus und seine Nachfolgestrategien könnte man als eine gigantische Maschine ansehen, mittels derer das Problem negiert werden soll. Denn lösen kann man es natürlich nicht einfach dadurch, dass man die Entscheidungsprozesse formalisiert und dadurch ihre zeitliche Ausdehnung verleugnet. Man könnte denken, dass dadurch ein wesentliches Problem der Neuen Musik, aber auch ein Punkt, an dem sie lebensrelevant werden könnte, weil sie zumindest auf einer technisch-kompositorischen Ebene lebensrelevante Fragen behandelt, bewusst verschwiegen oder einfach ignoriert wird.
Das Leben zeichnet sich in jeder Zeile ab: Was war möglich/was war nicht möglich.
Ja, jetzt fängt es an zu nerven.
Komisch, dass das Ausführen von Dingen so langweilig ist. Nicht nur für den Autoren, sondern auch für den Leser. Als ob es interessanter wäre, nur anzudeuten. Als ob das Ausführen eine pedantische Angelegenheit wäre, da es eh schon klar ist, was man sagen will. Als ob man eine Sache verschließen würde, die besser offen bleiben würde. Gleichzeitig ist es natürlich auch sehr bequem, offen zu halten, nur anzudeuten, nicht zu erklären: Es klingt besser, cooler, es ist letztlich nicht widerlegbar, und man sieht selbst nicht die Schwächen der Idee. Die Ausführung ist ja oft schon die Widerlegung. Wenn man nicht lügt.
Gleichzeitig: In der Kunst ist das nicht ganz so, da ist die Ausführung viel wichtiger, die Idee weniger wichtig. Es kommt mehr darauf an, wie es gemalt ist, nicht was. Da kann die Ausführung für den Maler extrem langweilig sein, für den Betrachter jedoch spannend. Am liebsten hätte man natürlich beides zusammen.
Frage: Warum ist das so langweilig? Alles soll immer interessant sein. Nie mehr Quälen. Aber vielleicht geht es ja tatsächlich gerade um die Langeweile, um die Quälerei. DFW.
Und die Kurznotiz kann eben genau so nerven wie die ausführliche Beschreibung. Man muss nur genug/zu viel davon hineinstellen.
Uneigentlichkeit/Essentialismus
Tapemusik finde ich eigentlich ziemlich unspannend, obwohl alles, was ich den ganzen Tag höre, vom Band kommt. Und Pop auf Band viel besser funktioniert als im Konzert. Also eigentlich Tapemusik ist. Aber immer ein akustisches Original suggeriert, auch wenn es nie existiert hat.
Mir am liebsten bei elektronischer Musik: Wenn sie die Apparatur zum Thema macht, wie z.B. Tudor, oder wenn sie eine Form von Lärm produziert, die offensichtlich elektronisch ist, wie z.B. Xenakis. Also klanglich dreckige Elektronik. Wahrscheinlich habe ich das Gefühl, dass die Sauberkeit des Versuchsaufbaus durch die Dreckigkeit des Klangs aufgehoben werden muss. Oder die Perfektion der Apparatur durch Betonung der Fehler zerstört werden muss.
Lav Diaz: Langsamkeit als Gegensatz zur modernen Welt aufzufassen, ist ein bisschen naiv. Natürlich muss das Lebensgefühl, und damit dann wohl auch das Zeitgefühl, auf dem Land anders sein als in der Stadt. Aber Langsamkeit muss etwas anderes als einfach nur ein Lebensgefühl beitragen, um relevant zu sein. Vielleicht das Detail: Zeit als mikroskopischer Blick. Aber auch das zu banal.
Was ist eigentlich mit langen Romanen? Lesbaren, weil spannenden, und nicht lesbaren, weil nicht spannenden (was nicht das Gleiche ist wie langweilig)? Was ist da Zeit, wird da Zeit spürbar, vermittelt, und wenn ja, auf welcher Ebene? In der Beschreibung, im Material, oder in der puren Lesezeit? Die Möglichkeit und Notwendigkeit der Unterbrechung beim Lesen bedeutet ja nicht automatisch, dass man die Lesezeit nicht als Ganzes empfindet und wahrnimmt.
Eigentliche und uneigentliche Spieltechniken? Resultat von Handlung abkoppeln? Handlung nicht deckungsgleich mit Resultat.
Kann es einen uneigentlichen Klang geben, oder kann Klang nur im Verhältnis zu seiner Hervorbringung uneigentlich sein?
Notwendigkeit von Dramaturgie/Kontrast vs. Lächerlichkeit/Durchschaubarkeit
Comments Off on Uneigentlichkeit/Essentialismus
Filed under Dramaturgie, Film, Literatur, Pop, Stücke
Geiseln der Menschheit, Kapitel III
auf dem yueyang-turm
hörte oft vom dongting-see
heute steig ich auf den turm
wu und chu sind hier geschieden
tag und nacht im spiegelbild
keine zeile von zu hause
alt und krank in einem boot
rosse schnauben noch im norden
oben lehne ich und heul
Du Fu 768/Martin Winter 2008
If you talk about the future, do you talk about your wishes or about your fears? Do you fear your wishes may come true? Do you wish your fears may come true?
angewandte Musik: Darf ich dich mal kurz anwenden, bitte?
Comments Off on Geiseln der Menschheit, Kapitel III
Filed under Literatur, Uncategorized
selbstgerecht
HYBH: Alles, was dich schon immer interessiert hat, einfach hineinwerfen in das Stück.
disambiguation
Aufschreiben ohne Frage auch ein Abhaken, Erledigen, Wegdrücken als Selbstschutz. Damit ich nicht mehr drüber nachdenken muss. Kann man gut oder schlecht finden. Vergegenwärtigen und Auslöschen.
Bassdrum: Schnitt/Auslöschen/Schwarz – schnelles Crescendo vs. radikales Decrescendo
Rothmann, Der Hunger der Vergesslichkeit: Interessante Strategie, eine Pointe so zu unterspielen, dass sie fast verschwindet und das Unterspielen der Pointe zum eigentlichen Ereignis – und realen Erkenntnisgewinn – des Textes wird.
nothing ever changes: Was, wenn sich wirklich gar nichts ändern würde? Wenn wir nur das Gefühl hätten, dass sich etwas ändert, aber in Wirklichkeit in einer Art Zeit-Gallert stecken würden, der nur minimale Hin- und Rückbewegung als Zittern erlaubt? Illusion einer Bewegung: Träum’ weiter!
Comments Off on selbstgerecht
Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Hear Your Brother Hear, Literatur, Stücke, Uncategorized
over and over and over again
The Birds: Seriema-Herde.
Gone: Sanftes Handy-Brummen.
Rescue You: The Knife
Notbrot
Nuku Hiva
You better be
Discordance Axis
Infinite Jest
Tonhöhen verschrumpeln lassen, akustische Störungen, die nur noch als winzige Markierung wahrnehmbar sind. Tonhöhenabfall.
24 Töne plus: wipe out/reset. Vielleicht genügt das sogar zur harmonischen Strukturbildung. Einmal ganz durchzählen und dann von vorne anfangen.
C.S. Lee: Super Idee, einen einzelnen Namen flackern zu lassen. Alle anderen straight. Wie kommt es zu so einer Idee? Arbeiten, bis es stimmt. Bis es wirklich sitzt. Auf eine nicht ausrechenbare Art. Whatever it is I like it.
Comments Off on over and over and over again
Filed under Film, Literatur, Pop, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle
If I ever had the chance again, I’d probably do the same.
Methode Aufzeichnung Erkenntnis: Viel kreative Energie fließt in das Ausarbeiten von Aufzeichnungssystemen, nicht für die Musik selbst, sondern für ihre Konstruktion. Wie stelle ich die Konstruktion, ihre Parameter, dar, damit ich mit der Darstellung möglichst direkt, intuitiv arbeiten kann. Manchmal denke ich, dass mit der richtigen Darstellung der Parameter schon die halbe Arbeit getan ist. Was natürlich so nicht stimmt. Aber erst dann kann die Arbeit wirklich beginnen. Und wenn die Darstellung geglückt ist, gibt es eine gewisse Sicherheit, dass die Arbeit nicht mehr missglücken kann. Allerdings: Ziemlich viele Darstellungsmethoden für ein einziges Stück notwendig. Besonders für DIESES. Erst wenn ALLE geglückt sind, kann die Arbeit beginnen. Ach ja, vielleicht noch das: Wenn die Arbeit erst einmal begonnen hat, sind auch Fehler willkommen.
Lustig, so daherzureden, etwas zu meinen, aber nicht wirklich zu verstehen: Aber da IST etwas! Ich sehe es ganz GENAU!
Was ist eigentlich mit den ganzen Mikroerkentnissen, wo du für eine Millisekunde ahnst, dass etwas so oder so sein könnte? Schreibt da jemand mit? Sind die für etwas gut?
Meinungen nicht als falsch oder richtig, sondern als Meinungen, also als etwas, das von jemandem gemeint wird, darstellen. Als eigenen Gegenstand, Realität, beschreiben. Was jemand meint, ist genauso Realität, also Gegenstand der Darstellung, wie der Gegenstand, über den er etwas meint. Tatsächlich kein Unterschied. Don’t judge. Wenn eine Meinung verworfen wird, ist dies auch wieder nur eine Meinung von vielen, ein Gegenstand wie alle anderen Gegenstände (Houellebecq).
Hipster und Anti-Hipster als Anti-Anti-Hipster: Grundsätzlich gibt es ja kaum etwas Dooferes, als Tristan für die beste Wagner-Oper zu halten, einfach weil es so offensichtlich und deswegen phantasielos/unoriginell ist – und so natürlich auch nur auf einer ziemlich primitiven Ebene stimmt. Trotzdem ist es hilfreich, wenn jemand von außen, ohne Bescheidwiss-Zwang, kommt und einen ganzen Film auf Tristan aufbaut. Zeigt, wie völlig bizarr dieses Stück ist und aus allem herausfällt, was wir unter Musik verstehen. Ein Musiker dürfte das niemals machen. Würde aber eben auch anders mit der Musik umgehen, sie raffinierter, indirekter, bescheidwisserischer, und deswegen uncooler einsetzen. Effekt fällt leider sofort wieder weg, wenn man es sich als normale Musik anhört – auch wenn es dann immer noch stimmt. Offensichtlichkeit, Direktheit oft hilfreich, aber nicht jedem erlaubt. Oberschlau geht gar nicht.
Spieltechniken als einfache Pedale, die einander überlagern: Feld von Möglichkeiten
Tristan als Totenhaus (Melancholia): Vielleicht würde die Tristan-Musik zu einem anderen Sujet viel besser passen. Musik der Verzweiflung? Musik der Trostlosigkeit? Schwärze. Aber Musik der Liebe? Und umgekehrt: Janácek viel zu harmlos für sein Sujet.
Gedichtaufsagen
Man träumt, man geht in Selbstgestaltung
Aus Selbstentfaltung der Vernunft;
Man träumte tief; die falsche Schaltung:
Das Selbst ist Trick, der Geist ist Zunft.
Sprich:
Gott ist Einer,
Ein ewig reiner,
Hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner
Und nicht ihm gleich ist einer.
Und wenn der Herbst die Lilien bricht,
Denk und weine, so zunicht
Ist worden unsere Liebe.
Wenn erst die Rosen verrinnen
aus Vasen oder vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen,
fallen die Tränen auch.
I don‘t know and I don‘t care. Few things we remember, but some. Well, after all, not that few.
Plötzlich fiel mir alles wieder ein.
Tuba: Sorry to be a Spielverderber, aber macht es wirklich Sinn, ein Instrument zu bauen mit ich weiß nicht wieviel Metern Rohrlänge, um dann zu demonstrieren, dass man damit auch hohes Rauschen erzeugen kann? Ist wahrscheinlich ein spießiges Argument, aber irgendwo ist da doch ein Problem, oder? Und wenn es nur die Nerdigkeit des Unterfangens wäre. Und ich sage nicht, dass das Ergebnis als solches nicht in sich überzeugend wäre. By the way, schöne Bässe.
Schatten auf Schatten auf Schatten: Keine schlechte Idee (Zumthor). S. Maurizio/Licht
Comments Off on Gedichtaufsagen
Filed under Literatur, Maurizio/Licht, Neue Musik, Stücke, Uncategorized
Land of Treason
Falsche Transkription – richtiges Ergebnis.
Etwas TATSÄCHLICH nur zum Spaß machen. Kann man logischerweise nicht entscheiden, denn man kann nicht entscheiden, wann man Spaß hat, und wann nicht, und vor allem, ob man es aus Spaß macht oder nicht.
Kann man über seine Motive entscheiden? Oder stehen Motive fest, ergeben sie sich aus der Geschichte eines Lebens? Kann man das Motiv, warum man etwas tut, ändern? Abgesehen von äußeren Einflüssen wie neuen Informationen, neuen Argumenten, etc. Natürlich kann man selbst darüber nachdenken, und dabei seinen Standpunkt verändern – wenn die Handlung dennoch gleich bleibt, könnte sich das Motiv mit dem Standpunkt verändert haben, und wenn es nur wäre, dass man an seiner Entscheidung festhalten will, obwohl man eigentlich nicht mehr dazu steht. Das wäre allerdings kein willentlicher, direkter Einfluss auf das Motiv, sondern eine Veränderung des Zusammenhanges, in dem das Motiv angesiedelt ist, woraus sich dann erst die Veränderung des Motivs ergibt – also eine indirekte, nicht direkt beherrschbare Änderung.
Übrigens tatsächlich ein ECHTES künstlerisches Problem.
Z.B. Hérault de Séchelles: Könnte ein Lieblingsbuch werden, obwohl fast alles, was darin steht, faktisch Unsinn ist (nur so als Beispiel).
obwohl faktisch alles Unsinn ist
Neue Burial klingt leider wie jemand, der wie Burial klingen will. Trotzdem: Begnadeter Erzähler.
B.M.: I love your style. You look so normal.
Mein KONTROLLIERT
If you understand it, it was not worth the effort.
Dub: Alles wegnehmen, wo eigentlich etwas hingehört, ist AUCH eine offensichtliche Metapher für Einsamkeit und Leere. Auch, wenn es primär nicht so gemeint ist. Ich glaube aber schon, dass es mitgehört wird, dass es der musikalischen Empfindung Tiefe gibt.
Bass Drum als reine Markierung, Marker, hier fängt es an, hier hört es auf, hier hier hier.
Bestimmte Empfindungen kippen definitiv ins Falsche, wenn man sie ausspricht, und sei es nur für sich selbst. Sie werden dann gefühlig, übertrieben, durch das Wort, das sie benennen soll, banalisiert. Wenn alle Gefühle, die durch ihr Aussprechen kippen, hierdurch der Banalität überführt würden, wenn man das Wort entscheiden ließe, ob eine Empfindung echt ist oder nicht, würde nicht viel übrigbleiben. Die Weigerung, über Gefühle zu sprechen, kann AUCH aus dem Bewusstsein über diesen Sachverhalt entstehen.
Über die Sinnlosigkeit.
Rimbaud 18: Und plötzlich ist alles ganz normal. Außer dass plötzlich alles ganz normal ist.
Cpt. Kirk &., da ist es tatsächlich mal gelungen: Deutsche Texte, ohne dass man die ganze Zeit hin- oder weghören muss. Hat, glaube ich, nichts, oder nicht nur, damit zu tun, dass man die Texte schwer verstehen kann, sondern vor allem, wie sie in die Textur integriert sind. Und natürlich, die Struktur der Texte selbst: Nicht doof, aber auch nicht diese schreckliche Botschaft, die so fürchterlich nervt. Und keine falsche Überambitioniertheit – sondern die richtige. Freut.
Lustig, wie man sich sicher sein kann, dass die meisten Eindrücke immer nur für den jeweiligen Moment gelten, ganz einfach, weil man nie genug Wissen in einem Moment zusammenfassen kann, um einen angemessenen Überblick zu haben. Mehr ist aber auch nicht drin: Die abgesicherte Meinung, die die gesamte Faktenlage sichtet, bevor sie ihre Schlüsse zieht, ist in bestimmten Zusammenhängen und vor allem bestimmten Medien notwenig, bringt uns aber sonst keinen Deut weiter, weil sie nicht an die Lebensrealität andocken kann – es sei denn, als ein Eindruck unter vielen.
Let‘s quote. Let‘s namedrop. Let‘s die. Let‘s dye.
Let‘s lie for a change.
Ausprobieren
Denken
Raster
Zeit
Angelverein
Würg.
Text: It‘s all about Geschwindigkeit.
Am besten funktionieren die Dinge, wenn es in gewisser Weise egal ist, was dabei herauskommt, wenn man sich sicher sein kann, dass einerseits das Ergebnis in seiner Bestimmtheit eine Funktion haben wird, dass aber andererseits jedes Ergebnis auf seine Weise gut sein wird, wenn es richtig ausgeführt ist. Klingt, als ob man keine Fehler machen könnte (Serialismus/Feldman). Das meine ich aber nicht. Ich meine eher, dass man eine Position finden muss, in der man nicht an jeder einzelnen Note unendlich lange herumpopeln muss, weil sie so schrecklich wichtig ist. Das nimmt dem Stück seine Leichtigkeit. Vielleicht so etwas wie: langsam denken, schnell arbeiten. Oder, realistischer: Meinetwegen tausend Versionen wegwerfen, die letzte muss dann aber auf irgendeiner Ebene mühelos gelingen. Es muss dann einfach stimmen, sonst geht es nicht. Wir wissen ja, was dabei herauskommt: all die angestrengten Grusellangeweiler. In der Literatur übrigens noch größeres Problem, glaube ich. Da ist ja ALLES so irrsinnig wichtig.
Lange nachdenken, schnell entscheiden. Next problem: Wer entscheidet die Entscheidung?
Ungefähr da muss es sein. Am Ende ist es natürlich genau irgendwo. Aber nur ungefähr da.
Ökonomie vs. Verschwendung: einen riesen Chor für ein paar Töne, z.B. ein bisschen Brummen, auftreten zu lassen, ist natürlich eigentlich eine super Idee, viel besser als das krampfhafte Festhalten am symmetrischen Einsatz des Materials. Stichwort gerechte Verteilung. Funktioniert allerdings besser, wenn man es nicht von vornherein einplant, sondern wenn das Stück es verlangt (Berlioz). Dann Zeichen von Aussagekraft, Mut zur Entscheidung. Ansonsten ein bisschen zu affektiert-größenwahnsinnig, auch zu sehr die Wirkung berechnend. Im Übrigen: Es kann natürlich auch nerven, wenn z.B. das Blech für einen einzigen Einsatz den ganzen Abend auf der Bühne sitzt (Furrer). Aus der Struktur der Arbeit erklärbar, musikdramaturgisch nachvollziehbar und effektiv, wirkt aber trotzdem wie eine Fehlkonzeption. Und, tatsächlich, wie unberechtigte, weil nicht durchdachte, nur den arbeitstechnischen Zwängen geschuldete Verschwendung.
Ich habe beschlossen, nicht mehr zu schlafen. Es lohnt sich nicht. Man wacht ja eh wieder auf.
Comments Off on Würg.
Filed under Klassik, Literatur, Methode, Neue Musik
Les pauvres riches
You got a knife? Big deal … I‘m not scared!
Ganz interessant: extrem kurze Kapitel, drei bis vier Zeilen, ein einziges Bild. Wirkt wie eine extreme Annäherung an Film, ist aber die Frage, ob man das im Film wirklich so machen würde, ein einzelnes, aus dem Zusammenhang gerissenes, aber aussagekräftiges Bild, wie eine Parallelmontage, die aber gar nicht stattfindet, es sei denn, man versteht das ganze Buch als Parallelmontage. Aber erst da DENKT man, dass es wirklich wie im Film ist.
Der Höhepunkt dann als echte Parallelmontage – wahrscheinlich sehr effektiv, aber auch ein bisschen cheap, finde ich. Funktioniert im Film besser, weil man keine Zeit nachzudenken hat. Dito Musik?
kurz – kurz – kurz – extrem kurz – sehr lang – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem lang – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – lang – extrem kurz – extrem lang usw., alles extrem laut. Wie eine Empfangsstörung. Trotzdem innere Bewegung. Verstecken.
Lärm in Oktaven
tonaler Lärm
Ozean
Comments Off on Les pauvres riches
Filed under Form, Literatur, Stücke, Streichquartett
Don Winslow
Schnitt vs. Entwicklung – The Gentleman‘s Hour: perfekte Modernisierung des klassischen Noir mit allen Zutaten, finde auch das fast ungebrochene Happy End ziemlich überzeugend. Erzähltechnik – kurzes Kapitel – Schnitt – nächstes Kapitel – Schnitt – nächstes Kapitel – funktioniert perfekt, könnte direkt in Drehbuch umgesetzt werden, aber vielleicht ein bisschen zu perfekt: manchmal würde man sich ein bisschen mehr Arbeit, ein bisschen mehr Mühe zwischen den Kapiteln wünschen. Weil ziemlich schnell klar ist, dass diese Art von Schnitt immer funktionieren wird, gar nicht schief gehen kann.
Jede Methode, die Fehler von vornherein ausschließt, ist uninteressant.
Keine gute Idee, jedes zweite Kapitel mit einer Pointe enden zu lassen. Auch das offensichtlich eine perfekte Methode, das Ende des Kapitels – also einen Schnitt – zu motivieren, aber auf die Dauer viel zu durchschaubar und daher als stilistisches Mittel zu schnell verbraucht.
Trotzdem: was wäre eine formale Pointe in der Musik?
Im Prinzip interessant als Rhythmus, wie Kapitel beim gleichen Gegenstand bleiben (selten) oder zu einem anderen gehen (fast immer). Beim gleichen Gegenstand bleiben als Vergrößerung, Intensivierung. Nicht unbedingt bei größter Spannung. Da eher Cliffhanger, also Schnitt, Szenenwechsel, als am häufigsten verwendete Strategie. Ziemlich offensichtliche musikalische Parallelen.
Zynische Nebenbemerkungen aus dem Off, die abgeklärt wirken sollen, als eher nervender Bestandteil der Noir Tradition. Auch wenn man gerne die implizierte Möglichkeit, ein intelligenter Loser zu sein, mitnimmt. Heldenbild, auf das sich alle einigen können. Die Winner UND die Loser. Wahrscheinlich, weil sich irgendwie alle als Loser fühlen.
Natty Dub: geniale Idee, die Regelmäßigkeit der Akkordschläge noch zu betonen und dann im Hall brechen zu lassen
Verklemmte Aufzeichnungen
(Alles in Klammer – eigentlich eine ganz gute Idee, sorry.)
(Interessant, wie wir das dann tatsächlich anders lesen, anders verstehen, eine andere Bedeutung geben, vor allem atmosphärisch.)
(Nur einzelne Wörter singen, den Rest sprechen? Oder, natürlich ganz doofe Idee, auf Sänger und Sprecher verteilen?)
(Wie LSP Dub: Einzelne Silben, Laute raushauen, der Rest verschwindet im Nichts. Mash down.)
(Der Fokus bei HDTV ist ziemlich interessant, sieht aus, als ob man feiner schattieren könnte, eine andere Art von Unschärfe, weniger mechanisch, eher malerisch.)