Category Archives: Mode

gleich heule ich

Wenn man es sich genau überlegt, verschwindet die Geschmacksdistinktion. Ist auf höchstem Niveau kaufbar, und wird trotz ihrer eigentlich offensichtlichen Ironie auch von Leuten, die keinerlei Verständnis dafür haben, akzeptiert, daher lustigerweise vom Distinktionsmerkmal zum Gleichmacher geworden. Was als Leistung bemerkenswert ist, im Resultat aber ihre Funktion, für eine bestimmte Haltung zu stehen, komplett zerstört.

HWY/ART
WHY/ART
HWY?ART
¿HWY?ART

endless summer: Vielleicht auch lange Töne durch einzelne Vibratoschläge strukturieren. Dadurch die Offensichtlichkeit der Trennung Anfang-Mitte-Ende aufheben. Das Ende ist dann letztlich auch ein (abgebrochener) Vibratoschlag.

All music composed by Cifika from Mother.

고등어구이 

Sophie Baumann

¿HWAT?HWY¿ART?

Sciarrino/Klassische Oper: Man könnte vielleicht auch sagen, dass in der klassischen Oper das Subjekt der handelnden Personen überbewertet wird, dass ihre Subjektivität quasi aufgeblasen und extrem überhöht wird, und dass Sciarrinos Opernkonzeption mit ihrer vergleichsweise geringen Differenzierung innerhalb der Rollen und zwischen den Rollen ein viel realistischeres Bild der Realität zeichnet. Die klassische Oper zeigt das, was wir gerne fühlen würden, was wir gerne teilen würden, was wir aber nie fühlen und schon gar nicht mitteilen können – worauf vermutlich ihr großer Erfolg beruht. Sciarrino dagegen gibt ein viel realistischeres Bild unserer begrenzten Gefühlswelt und ihrer noch begrenzten Mitteilungsmöglichkeiten, obwohl er sie natürlich auch historisiert und damit auf seine Art ebenfalls überhöht.

Comments Off on gleich heule ich

Filed under endless summer, Mode, Neue Musik, Oper, Pop

Ich bete den ganzen Tag.

PG: Dafür lohnt es sich zu kämpfen.
KT:  Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Archangel
Ghost Hardware
Homeless

Cody Currie, I Don’t Feel: Ganz cool mit vier Schlägen Bassdrum anzufangen, und dann sofort abzubrechen und mit dem Keyboard reinzugehen.

Auch hübsch, wenn man gerade dafür empfänglich ist: Lakehead, Stingray Ultras, fängt mit Liegeklängen im Keyboard an, dann ein bisschen Beat, ein bisschen Knarzen, und dann erst ganz langsam der eigentliche, nicht wirklich interessante Track.

Charms: Dub: Auseinandernehmen, neu zusammensetzen, einzelne Schichten exponieren, so nackt wie möglich, Schichtungen nur als Ausnahme, nicht als übergreifendes Prinzip. Dub also eher sezieren, vorführen, als wirklich durchführen. Letztlich auch viel interessanter, wenn die Konsequenz der Schichtungen betont wird, nicht die Schichtungen selbst.

Shiva Feshareki, New Forms Jingle 3: Schöne Schnipselei, quasi Footwork, sehr einfache Mittel, zielsicher eingesetzt, digitales LOFI. Auch schöne Reste von Realität in den anderen Tracks. Klar hörbar, aber eben doch sehr verdeckt.

perverted transcription

The death of glamour – ja, und jetzt? Was kommt jetzt? Was machen wir jetzt? Let’s be honest, war ‚ne schöne Zeit.

So why the fuck are you doing it at all?

Aram Han Sifuentes, Erin Hayden, and Jonah King at University Galleries of Illinois State University: Ausstellung. Was kann man alles tun? Was kann man alles reinwerfen? Malerei auf allen denkbaren Materialgrundlagen, Foto, Film, Skulptur auf allen denkbaren Materialgrundlagen. Dito Stück. Systematisch überlegen, am besten alle Optionen konstruieren und dann für das jeweilige Stück reduzieren/anwenden. Das Gesicht des Stücks. Kann eben alles sein. Why the fuck not? Ist das vielleicht das eigentliche Problem, dass wir immer einen Stil aufzwingen wollen, selbst wenn wir so tun, als ob wir total frei mit unserem Material umgehen würden?

Comments Off on Ich bete den ganzen Tag.

Filed under Charms: Dub, Kunst, Material, Methode, Mode, Pop

ein Zeichen des Himmels

Schlagen mit dem Bogen zwischen Steg und Griffbrett: Könnte man tatsächlich auch Figuren spielen, z.B. g-Saite greifen und klingen lassen, Quint-Figur/Quart-Figur, klingt ziemlich gut, weil es so zufällig wirkt, sehr roh, sehr Dorfmusikantenhaft, letztlich sehr punkig.

Bogenschläge nur in den Zwischenspielen, sonst zu sehr im Vordergrund und auch ein bisschen verschenkt, also wahrscheinlich alle Tanzrhythmen mit Bogenschlägen, das würde wohl Sinn machen.

some do the work
some make the money
maybe
some do both

Albträume: Ja nicht unbedingt immer, dass etwas Schreckliches passiert, sondern oft, das etwas ganz normales sich schrecklich anfühlt. The real world. Wahrscheinlich aber immer auf irgendeiner Ebene unerklärlich. Absonderlich.

Dass unsere Seelen den Moden ebenso unterworfen sind wie unsere Körper. Natürlich. Wie sollte es auch anders sein.

Ganzes Stück nur auf Fingerkuppengeräuschen aufbauen…

Mal ein Stück nur mit Terzen schreiben – wäre wahrscheinlich ernsthaft lustig/interessant. Im Prinzip völlig bizarre Klanglichkeit, wirklich ein bisschen wie ein Witz, jedenfalls für unsere heutigen Ohren.

They think it’s all Gucci but it’s 99 cents I swear.

The moment is Eternit: Vielleicht wirklich.

Eine durchwachte Nacht in einem vom Mond beleuchteten Garten: Wenn man das nicht als Metapher, als festes Bild, sondern als Realität versteht, kann das natürlich auch Schönheit der Natur, Ruhe der Nacht, Sicherheit des Beständigen bedeuten, aber eben auch unzählige Gedanken, Sorgen und Qualen, die der Mond nicht beruhigen kann. Die Grausamkeit eines Gedankensturms, den man nicht kontrollieren kann.

Let’s have some Angst for a change, will you?

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. – Und wenn beide Seiten faschistisch denken? Was ja doch wahrscheinlich unsere heutige Situation ist.

never complain, never explain

– let me explain…

Comments Off on ein Zeichen des Himmels

Filed under Bild, Erinnerung/Gedächtnis, Mode, Pop, Schlachten 1: Arie, Schlachten 1: Arie (Bad Vibes Version)

It’s no fun any more, I’m sorry.

Transkriptionstechniken/Neue Musik

Elektronik: Sehr sparsam anfangen, kaum, vielleicht gar nicht hörbar, am Ende alles übertönend.

FRKWYS 15, Serenitatem: Einfache, aber ziemlich schöne Sprachverfremdung (minidelay + pitching)

style & fashion: wird uns leider auch nicht retten

Mixer/Ventilator/E-Bow etc.: Theoretisch für liegende Flächen ja tatsächlich eine interessante Option, sozusagen eine mechanische Form der Energieerhaltung. Ein entscheidender Punkt dabei wäre der Gegensatz zwischen der anstrengungsfreien und theoretisch unendlich lang laufenden Repetition der Maschine und der von Erschöpfung und Unregelmäßigkeit geprägten Repetition des menschlichen Körpers. Ein weiterer Punkt die Frage, ob es möglich ist, das Gimmick-artige dieser Idee verschwinden zu lassen. Und ein dritter, ob es nicht vielleicht sogar möglich ist, eine gewisse Körperlichkeit in diese mechanische Repetition zu bringen, z.b. mit Accelerando- oder Crescendo-Effekten (die natürlich auch rein mechanisch gesteuert würden, aber dennoch nachvollziehbar gesteuert, und nicht sich selbst überlassen). Doppelter E-Bow/doppelter Ventilator, oder virtuose Sequenzen könnten eine Möglichkeit sein, der mechanistischen Repetition Körperlichkeit zu geben. Was aber eben auch genau die falsche Strategie sein könnte. Vielleicht am besten: Winzige Manipulationen.

Unter Umständen alle melodischen Instrumentalklänge wegnehmen, wirklich nur andeuten, quasi zerstören. Problem: Dass ein großer Teil der Vibrati quasi mechanisch sind. Wie kriege ich das hin, wenn sie tatsächlich ausgespielt werden müssen?

Ist ein bisschen schade, weil leider sehr Neue Musik konform, aber eindeutig als Befund: Wenn das Ensemble als ein Instrument behandelt werden soll, kann man nicht alle parallel spielen lassen, also verdoppeln. Die instrumentalen Gesten können nicht intakt bleiben, sondern müssen aufgebrochen und neu zusammengesetzt werden. Nur absurde Aktionskombinationen lösen sich selbst als Geste auf bzw. werden zu einer neuen Geste, müssen also nicht von außen aufgebrochen werden. Verdopplung betont letztlich die Einzelstimmen.

Comments Off on It’s no fun any more, I’m sorry.

Filed under Material, Methode, Mode, Neue Musik, Pop, Schlachten 1: Arie, Schlachten 1: Arie (Bad Vibes Version)

Körper.

S1A: Streicher als Basis für Zwischenspiele, alle anderen Instrumente ganz wenig zu tun. Ausnahme/Spezialfall: Klavier und Janggu.

Unbedingt Viertelton-Tremolo einsetzen: Alles verstimmen!

Ensembleklang sehr geräuschhaft, viel Luft, Kompaktheit durch Mehrfachinstrumentierung erzeugen: Wenn alle den gleichen Ton extrem geräuschhaft, also undeutlich, spielen, steht am Ende der Ton doch deutlich im Raum, aber ohne einen klaren Träger/eine klare Herkunft.

Konzert in gewisser Weise eine perfekte Form, die nicht gezwungen ist, theatralisch zu sein, aber als Bühnenkunst (egal ob es wirklich ein Bühne gibt oder nicht) immer die Möglichkeit hat, das Theatrale anzudeuten oder tatsächlich ins Theatrale zu gehen. Insofern viel hybrider als das Theater selbst, ob Musik- oder Sprechtheater, wo das Theatrale schon immer vorausgesetzt und mitgedacht wird, und daher nur negiert werden kann – wovon heute sehr viele Regisseure und Theatergruppen leben.

Bitte keine Vermittlungsprojekte!

Lustige Idee, das Gesicht komplett hinter Haar zu verstecken (von der Seite). Man denkt tatsächlich darüber nach, was sich wohl hinter den Haaren verbirgt. Man könnte fast sagen: Man hält es kaum aus, es nicht sehen zu können.

Es ist nicht so, dass das Publikum wirklich verstehen will – es will eher Andeutungen haben, worum es sich handelt, als eindeutige Aufklärung – das ist letztlich genau so wie im Horrorfilm, wo der Schrecken nur so lange aufregend ist, wie man nicht weiß, was hinter der nächsten Ecke lauert. In dem Moment, in dem man das Monster kennt, wird der Schrecken banal. In dem Moment, in dem das Konzert erklärt/erklärbar ist, wird es langweilig, weil viel zu didaktisch.

Comments Off on Körper.

Filed under Aufführung, Bild, Mode, Schlachten 1: Arie, Schlachten 1: Arie (Bad Vibes Version)

So sad, so sad.

S1A: Wäre wahrscheinlich wirklich gut, japanischen Text zu integrieren, einmal, um die Eindeutigkeit der Figur (und des Goetz-Textes) zu brechen, einmal, um die Herkunft des Materials durchscheinen zu lassen. Und, weil die Texte tatsächlich sich gegenseitig kommentieren könnten, der japanische Text betont den kriegerischen Aspekt, die historische Tragödie, der deutsche Text das individuelle Scheitern. Ist dann allerdings noch die Frage, wie sich die beiden voneinander unterscheiden, da nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass der deutsche Text so verständlich gesungen werden kann, dass man sofort merkt, wann er verlassen wird, wann der Sänger in eine andere Sprache fällt. Sehr primitive Lösung wäre Vollstimme vs. Falsett.

Interessant, wie schwierig es ist, etwas genau anzuschauen, ohne im entscheidenden Moment zu blinzeln. Man schaut immer weg, als ob man Angst hätte, dass in genau diesem Moment etwas passieren würde, das man lieber/besser nicht sieht. Auch wenn man ganz genau weiß, dass das nicht der Fall ist. Die Augen mit Gewalt aufzuhalten hilft zwar, sich zu versichern, dass da nichts ist, was weh tut, aber es ist natürlich dennoch nur eine Reaktion auf das Blinzeln, kein echtes Hinschauen. Muss man also üben, sich langsam daran gewöhnen, dass die Augen offen bleiben können – ohne sich dabei einfach nur abzuhärten, sondern wirklich mit Intensität und Offenheit hinschauen.

Frage wäre, ob die Schutzreflexe damit abgeschliffen werden oder sogar verschwinden – ob es vielleicht wichtig ist, so zwanghaft auf bestimmte Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung zu reagieren. Eindeutig ist aber, dass man bestimmte Handlungen nicht ausführen kann, wenn man sich im entscheidenden Augenblick immer wegduckt. Man kann wahrscheinlich einen Ersatz dafür finden, indem man sich z.B. voll auf den Bewegungsablauf konzentriert, aber ich glaube, es ist nicht das gleiche, wenn man nicht diese emotionale oder psychologische Hürde überwindet. Mit offenen Auge ins Schwarze treffen, das wäre die Aufgabe.

Ist Geld eigentlich immer prollig? Sieht jedenfalls in der Regel nicht sehr schön aus, wenn jemand welches hat.

Michele: something in the style of myself

Noah Klieger

Geomungo Sanjo: Chimsae mit verwenden, und zwar genau dort, wo sie auf der Aufnahme sind?

Comments Off on So sad, so sad.

Filed under Aufführung, both of them have lovers, Mode, Politik, Schlachten 1: Arie, Weltmusik

I like clothes I didn’t invent.

Man schaut aus dem Fenster, man denkt, Albtraum, aber das stimmt nicht, in Wirklichkeit ist alles völlig normal, ganz genau so, wie es jeder machen würde, und das ist das Problem: Die vollständige Lesbarkeit einer hässlichen Welt, die nicht an Bosheit, sondern an Unzulänglichkeit leidet. Ist Ihnen halt nichts besseres eingefallen, haben sie es halt so gemacht: Ist doch nicht so schlimm. Und gleichzeitig irgendwie auch toll, wie viele kleine schlechte Ideen eine große schlechte Idee ergeben, die sich niemand hätte ausdenken können.

Seo Yongseok: Vibrato im Grunde eine Art Tonwiederholung, so gesehen das gesamte Sanjo dann voll mit Tonwiederholungen, fast nur aus Tonwiederholungen bestehend. Der einzelne, kurze Ton oder der lange glatte Ton sind die absolute Ausnahme. Allerdings: Das kleine Vibrato wird sicher als belebter Einzelton und nicht als Tonwiederholung wahrgenommen, stellt also eine Art Verbindung dar.

Sie sind sehr freundlich. Sie haben so runde Backen, weil Sie so viel – wie sagt man – lächeln. Bis zum nächsten Mal.

I like my work, but I shouldn’t show it too much. Otherwise everybody will hate me.

Comments Off on I like clothes I didn’t invent.

Filed under Material, Mode, Politik, Today I Wrote Nothing Vol. 1, Weltmusik

Ok, mach das doch einfach.

Weißes und tiefschwarzes Schaf vor dicker Metallröhre auf Gras, ich versuche mich langsam an das Schwarze heranzuschleichen, da dreht es sich zu mir und sagt: Mammoth Weed Wizard Bastard.

Ziemlich lustig, wenn man nicht mehr entscheiden kann, ob jemand ultracool oder ultrauncool ist. Im Zweifelsfall wahrscheinlich ultracool.

Video = Antiaktivität, Stillhaltezwang, Ultrahierarchie = unschön, doof

Infinity is a symbol used in Tensor Calculus. The idea being that infinite space cannot be calculated. However, even finite space is incalculable (see Minos Paradox) severing the distance of an object by one half continuously leads to an infinite. Even though some Mathematicians are comfortable with the idea of a never ending space that cannot be calculated, Physicist are now claiming that the universe is finite, it’s just that it keeps expanding in sync with time, thus creating the illusion of infinite space. Stop, click time, and you can place a numerical value on the so called infinite.

gone 2 but not too gone

Re-Verbed (No Input Mixing Board 9): Use it, asshole!

your order’s being possessed.

Comments Off on Ok, mach das doch einfach.

Filed under Mode, Pop, Video

KEINE PANIK

Gefährdung als allgemeingültige, unverzichtbare Metapher (Dramaturgie/Theater); Du spürst halt, wenn etwas auf der sicheren Saite bleibt, sich klanglich, technisch oder kompositorisch unangreifbar macht.

make it fuckin’ work!!!

Regret ist ja zum Beispiel eine reine Funktion des Gedächtnisses: Sensation triggert Erinnerung triggert Remorse.

Sommer kann ganz schön beunruhigend sein. Jetzt mal ganz ehrlich: Wer will denn bei dieser Hitze ficken?

Hallo Werkbegriff! Kunstproduktion und kuratorische Praxis.

Unwohlsein. Mitläufertum. Egal, wie sehr sich das einzelne Werk bemüht, es kann nicht aus dem Gefängnis der Produktion ausbrechen. Funktioniert interessanterweise nur, wenn der Kurator nicht den Anspruch der Produktion, sondern des Eingriffs hat. Versatzstücke. Viel befriedigender. Vielleicht sollten die Komponisten, zumindest für eine Weile, der Versuchung widerstehen, bei jeder Gelegenheit ihre ach so wertvollen Stücke gegen den Zugriff der Kuratoren zu schützen.

Ich kann nichts zu deinem Stück sagen. Zu hübsch. Zu schön. Zu geschützt. Kanye West: Pablo als kuriertes Album. Ein gewisser Zynismus dringend notwendig. Härte gegenüber dem eigenen Produkt. Balenciaga/Demna Gvasalia. Vielleicht kann das geschützte Produkt tatsächlich nichts mehr über unsere Welt aussagen, zumindest im Moment.

JK: Peinlich, weil bizarrer Kunstanspruch, der auch ironisch nicht eingelöst wird.

Dass man nicht genau weiß, wann/wo ein Werk aufhört und ein anderes beginnt. Konfrontation. Publikum.

a lot of things have changed
a lot of things have not
mainly us

Warum sehen die eigentlich alle so seriös aus? Ist das jetzt Pflicht hier so klassikmäßig seriös rumzulaufen?

Comments Off on KEINE PANIK

Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Methode, Mode, Pop

Halbdurchsichtiger Seidenmantel.

Kollektionen nur filmen, nicht zeigen, die Show besteht dann aus dem Vorführen der Filme. NICHT das gleiche wie draußen spielen, müsste dann schon eine Aufnahme sein, die ihre Entstehung dort deutlich vorführt (z.B. durch Lärm unterschiedlicher Art im Hintergrund.

Vielleicht besteht Lebendigkeit auch darin, dass es genauso gut der letzte Scheiß sein könnte, also überhaupt keine Absicherung?

Das Vorläufige, Behelfsmäßige nicht vermeiden, sondern sogar suchen und perfektionieren.

Gefühl fürs Provisorische. Unpraktisch sein. Das Praktische ist immer spießig, egal wie gut es gemacht ist.

So lange etwas stattfindet, denkt man, es wird immer weitergehen. Man kann sich nicht vorstellen, dass es einmal aufhören wird, und ist tendenziell angelangweilt. Wenn es dann vorbei ist, wundert man sich, dass man nicht in der Lage war, es noch mehr auszukosten. Letztlich weil man nicht wusste, was noch alles kommen würde, auf wieviel man sich noch einlassen müssen würde.

Porté par deux: Deux manteaux identiques. Paire de chaussures dépareilles. 

Warum verdammt noch mal haben wir die Sonnenbrillen nicht gekauft?

Wie wäre es denn, wenn man NUR die Nähte zeigen würde. Gibt’s die überhaupt in der Musik?

Ja, selbstklebende Sterne: Können eben auch wieder abgehen!

Bei Hermès möchte man das Material immer anfassen, um zu prüfen, wie es sich wirklich anfühlt, was für eine Struktur es hat. Bei Margiela ist das Material im wesentlichen immer offensichtlich, auf den ersten Blick durchschaubar – was ich, glaube ich, besser finde, auch wenn man es als weniger subtil bewerten könnte. Die Subtilität liegt dann eben ausschließlich in der Verarbeitung, in der Idee, im Konzept.

Billiges Material. Superbilliges Material. Halt letztlich viel geiler als mit Kaschmir um sich zu werfen.

Ziemlich bizarre Betonung des Schritts bei den fleischfarbenen Bodies.

How awful! It has to be mismatched.

I’m a bit like an old magician. I know all the mechanisms which have been largely forgotten. So I am less afraid now, but before I was more carefree.

Ich schreibe jetzt nur noch an einem Stück, immer wieder.

Den Moment vergrößern, aber nicht dokumentieren. Das heißt, als reine Aufzeichnung ja (Film), als echte Dokumentation aber nein (Buch). Da die Filme als solche nicht abrufbar sind, und schon gar nicht im Zusammenhang: Anti-Reproduzierbarkeit. Was aber nicht heißt, dass man nicht aufzeichnen sollte. Im Gegenteil: Die Nicht-Reproduzierbarkeit zeigen, dokumentieren. Verlangen erzeugen.

Lametta als Symbol

Comments Off on Halbdurchsichtiger Seidenmantel.

Filed under Mode

Faltenunterspritzung

Wenn man sich alles nochmal anschaut unter dem Aspekt, wie es aussehen würde, wenn das jemand auf der Bühne spielt. Also nicht unter einem theatralen Aspekt, der zusätzliches Material und eine zusätzliche Form der Dramaturgie einbringen würde, sondern einfach nur mit der Frage, ob es sinnvoll ist, das auf der Bühne, vor Publikum zu tun. Dass ein Stück in dem Moment, in dem es auf der Bühne vor Publikum aufgeführt wird, nicht mehr als rein akustische Information angesehen werden kann, sondern im wesentlichen Aufführungsmaterial ist, das nicht nur akustische und visuelle Eindrücke produziert, sondern letztlich auch die Ausführenden vorführt. Die Konsequenzen dürften nicht offensichtlich sein, sondern eher darin bestehen, dass es plötzlich nicht mehr unangenehm ist, Musikern auf der Bühne zuzuschauen.

Ganz interessant, dass nur noch Penner und Freaks wirklich gut ausschauen. Der eine groß, kräftig, durch extremen Dreck genial verfärbte Kleidung, der andere ultraasthenisch, mit einem Becken, das weit vor dem Brustkorb platziert ist. Klingt zynisch, ist aber real. Letztlich die Rache der sozialen Verlierer.

Alles andere ist bekannt, alles andere kann man sich kaufen. Was wir wahrscheinlich Demna Gvasalia zu verdanken haben. Der hat da schon ziemlich genau drüber nachgedacht – ohne zynisch zu sein. Und wie ist das mit der Polentasche von LV?

Meaning (möglicherweise): Ab jetzt zählt nur noch der Freak.

Comments Off on Faltenunterspritzung

Filed under Mode, Theater

Gebetsschnüre oder wie die heißen.

Ploy, Footprints In Solid Rock (Beatrice Dillon Remix): Einfach nur die Einleitung, sonst nichts, ziemlich cool.

maybe anything minor-league enough to understand probably wasn’t going to be major-league enough to save his addled ass from the well-dressed Sergeant at Arms, now, was it?

Warst das du?
Warst das du?
Warst das du?

Gagok:
Zeilen
Bedeutungseinheiten
Worte
Silben
Motive

1. Arca: Arca
2. Kendrick Lamar: DAMN.
3. SZA: CTRL
4. Vince Staples: Big Fish Theory
5. Kelela: Take Me Apart
6. Latasha Alcindor aka L.A.: B(LA)K
7. Elysia Crampton: Spots y Escupitajo
8. Joey Bada$$: ALL-AMERIKKKAN BADA$$
9. Upgrayedd Smurphy: HYPNOSYS
10. Syd: Fin
11. Drake: More Life A Playlist By October Firm
12. Vektroid: Telnet Complete
13. Kelman Duran: 1804 KIDS
14. VA: Mono No Aware
15. Bill Orcutt: Bill Orcutt
16. Dog Lady Island: Chopin
17. NÍDIA: Nídia é Má, Nídia é Fudida
18. Lawrence English: Cruel Optimism
19. Roc Marciano: RoseBudd’s Revenge
20. Dawn Richard: Infrared
21. Mozzy: Fake Famous
22. Kodie Shane: Big Trouble Little Jupiter
23. Medslaus: Poorboy
24. Jlin: Black Origami
25. Alexandria: Cut of Cloth
26. Young Nudy: Nudy Land
27. Shell Money: Family Tapes 89-93
28. MHYSA: fantasii
29. Coucou Chloé: ERIKA JANE
30. YATTA: Spirit Said Yes!
31. Dizzy SenZe: Hueman Vertigo
32. Camille: Oui
33. Smokepurpp: Deadstar
34. Yves Tumor: Experiencing the Deposit of Faith
35. Steve Monite: Only You
36. The Caretaker: Take Care, It’s A Desert Out There (in memory of and for Mark Fisher)
37. Fis & Rob Thorne: Clear Stones
38. DJ Manny: Greenlight
39. ACLDS: Fuadain Liesmas
40. Jana Rush: Pariah
41. Kehlani: SweetSexySavage
42. UPGRAYEDD SMURPHY: Sorry, please forgive me, thank you, I love you
43. Olivia Block: Dissolution
44. Sophiaaaahjkl;8901: Toilet Abstraction Tapes
45. King Yosef: Fortune Teller
46. Kali Malone: Velocity of Sleep
47. Lil Yachty: Teenage Emotions
48. 18+: Babyfather / GAIKA Remixes
49. Dominowe: SiyaThakatha
50. Edward Ka-Spell: An Abandoned Laboratory Volume 1
51. Impetuous Ritual: Blight Upon Martyred Sentience
52. Turinn: 18 1/2 Minute Gaps
53. TEKLIFE: ON LIFE
54. El Mahdy Jr.: Time to Sell the Golden Teeth
55. JAK3: LIFE PATH NUMBER 11
56. Section Boyz: Soundcheck
57. Second Woman: E/P
58. VA: The Photographs of Charles Duvelle: Disques Ocora and Collection Prophet
59. Frank McCarty: Tactus Tempus
60. nekomimi + luvfexxx: LUVISCOLD
61. Valee: 1988
62. Lorenzo Senni: XAllegroX / The Shape Of Trance To Come
63. Lushloss: Asking/Bearing
64. Morbid Evils: Deceases
65. Linda Perhacs: I’m a Harmony
66. Raekwon: The Wild
67. Kur: 180
68. Ron Trent: Prescription – Word, Sound & Power
69. Fischerle: Post-functional Dub Objects
70. Special Request: Stairfoot Lane Bunker
71. Skullflower: The Spirals of Great Harm
72. Hecker: A Script for Machine Synthesis
73. Moa Pillar: No Expectations
74. Posthuman: Preach / Temptation
75. Nathan Fake: Providence

Allseitige Erschöpfung: Bisschen sind auch die Ambitionen verloren gegangen, denke ich. So ein angenehmer Größenwahn ist nicht mehr da. Das merkt man schon sehr deutlich, wenn man das durchhört. Alle sind froh, wenn sie irgendwie durchkommen, es gibt keine überschüssige Energie mehr, die verschwendet werden könnte. Und Pop ist halt auch Verschwendung, sonst funktioniert es nicht. Da wird man definitiv dran arbeiten müssen, was für uns heute Verschwendung heißen kann.

Gilt mit großer Wahrscheinlichkeit für alle Kunstbereiche. Der komplette Verzicht auf Verschwendung, oder der Ersatz durch regenerative Techniken funktioniert jedenfalls nicht, ganz besonders nicht, wenn er als eigenes künstlerisches Argument eingesetzt wird.

Düsterkeit kann ja auch verschwenderisch sein, wenn man sich traut, satt aufzutragen. Auch, natürlich, Kargheit, wenn sie entschieden genug ist.

Zur Idee von Mode gehört ja sicher auch die Verschwendung. Dass das real nicht mehr umzusetzen ist, liegt auf der Hand (auch wenn ich absolut nicht sicher bin, dass sich die Labels wirklich daran halten werden, wenn es nicht zu ihrem Nutzen ist). Wenn die materielle Verschwendung nicht mehr möglich ist, muss es aber doch sicher eine Verschwendung der Ideen, der Projekte, der Optionen geben – vielleicht unendlich viele Dinge, die gezeigt, aber nicht umgesetzt werden – andernfalls wird es sehr nüchtern und pragmatisch.

Auch da war Margiela seiner Zeit weit voraus. Im Grunde hat er das alles schon gemacht – nicht weil er musste, sondern weil das seine Idee von Mode war. Das ist jetzt uneinholbar – denn jetzt müssen alle.  Nicht dass ich mich darüber freuen würde, aber letztlich ist das natürlich ein künstlerischer Triumph.

Vermutlich wird das niemand so glanzvoll hinbekommen wie er. Galliano macht im Grunde das, was er immer gemacht hat, mit den Mitteln von Margiela. Das funktioniert überraschend gut, wirkt aber ein bisschen wie angelernt und hat in keiner Weise die Konsequenz von Margiela. Es wirkt eher so, als ob jemand mit seiner Zeit geht, als dass er sie definiert.

Du Penner. Ein Besuch im weißen Haus war eine Ehre, bevor du aufgetaucht bist.

Mit Vegard Vinge-Maske und Vegard Vinge-Stimme.

Comments Off on Gebetsschnüre oder wie die heißen.

Filed under Bibliographie, Kunst, Listen, Literatur, Mode, No Longer Gagok, Politik, Pop, Returning Home, Theater

Gandesa

there’s chaos in my head
there’s chaos in my heart
so why would I pretend I know what I’m doing

Na ja, und ich lasse mir dann fake Logos auf meine Hosen nähen, damit die Leute nicht denken, dass ich denke, dass ich was Besseres bin, weil ich keine Markenartikel trage.

His unforced-error stats look like a decimal-error.

Merkwürdig, dass wir immer denken, dass Geschichten uns etwas erzählen wollen, dass sie uns die Welt erklären können, selbst wenn wir genau wissen, dass sie erfunden sind. Als ob die einfache Tatsache, dass sich jemand eine Geschichte ausdenken konnte, genügen würde, um ihr einen unbestreitbaren Wahrheitswert zu geben.

Veronese, Abendmahl: Das inhaltliche Zentrum eines Bildes ganz an den Rand zu setzen ist ein extrem cinematographischer Effekt. Warum eigentlich? Möglicherweise, weil er immer impliziert dass der Bildausschnitt beweglich ist, dass das Zentrum in die Mitte schwenken könnte. Also ein implizit bewegtes Bild bzw. bewegter Bildausschnitt: Wenn der Bildausschnitt so extrem gewählt werden kann, muss er auch beweglich sein. Wirkt übrigens immer ein bisschen billig als künstlerisches Mittel – vielleicht, weil es zu gut funktioniert, weil man damit eigentlich keinen Fehler machen kann. 

Jean Materne
Brut Nature
CAVA
Lehmann, Tortosa

Kopf mit Schulterstümpfen, aber ohne Körper, treibt auf Wasser. Lebt. Es gelingt ihm tatsächlich, von Zeit zu Zeit Mund oder Nase über die Wasseroberfläche zu bekommen um einzuatmen. Wirkt vergnügt. Gespenstisch. Badewanne.

Comments Off on Gandesa

Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Essen, Form, Kunst, Literatur, Malerei, Mode

Gegen die Vernunft

it’s called triplets, you…

Erbarmungsloser Blick, unvoreingenommen, keinerlei Scheu vor Widersprüchen, größtes Interesse an zwischenmenschlichem Verhalten, die Regeln der Höflichkeit als unerschöpflicher Forschungsgegenstand, und dann kommt plötzlich ganz trocken ein Geisterfuchs um die Ecke.

Reiner Eklektizismus, gar nicht erst bemüht, etwas eigenes zu machen. Das als REGEL.

Vorteil von Guckkastenbühne: Du kannst den Blick wirklich lenken, Du kannst wirklich bestimmen, was man sieht, und was man nicht sieht. In dieser Hinsicht sehr filmisch.

Mandeln + Kümmel: Überraschend homogene Mischung, fast wie EIN Geschmack.

Nachtkritik: Ein Soapcast auf Speed, nur eben in Zeitlupe, athritisch.

Bei Suzuki an Fukasaku gedacht: Somehow traurig.

EQUALITY
COURAGE
LOVE
LOYALTY
STRENGTH
UNIFIED
UNITY
POWER
VERSACE

Geil zynisches Branding: Einfach behaupten macht lustigerweise deutlich mehr Eindruck als wenn es eine ernstgemeinte Kampagne wäre, gerade, dass die erhabenen Begriffe zynifiziert, aber genau dadurch dann eben doch auch ernst genommen werden, gibt der Entscheidung ihre Stärke.

Comments Off on Gegen die Vernunft

Filed under black and white (and grey), Essen, Film, Literatur, Methode, Mode, Philosophie, Theater

Grobmotorische Reflexe

Frisur: Halb Afro, halb glatt hängend, halb blondiert (Afro), halb rabenschwarz (glatt).

Dabei wollte ich gerne noch ein paar Jahre bei Euch bleiben.
Oder Monate.
Oder Tage.
Oder Stunden.

Regal anschneiden. Mit allem, was drin ist. Völlig klar.

Ereignis des Jahres: Berlin Biennale, AdK Pariser Platz.

Nur wenn es ein Copyright-Problem gibt, ist es interessant.

nimm irgendetwas,
egal, ob es dir gefällt oder nicht,
und mach es so stark wie nur möglich

Endlose Tonwiederholungen, quasi Ostinati, jede ein bisschen anders, fast unhörbare Unterschiede, aber ausnotiert.

So anfangen, langer Zeitraum, 100% banal.

Alles hineinwerfen, keine Rücksicht auf Grundkonzept. Einfach durchziehen und dann weitermachen wie geplant. Nicht WARTEN, bis etwas passt. Es muss passen. Es passt einfach immer.

Vielleicht schauen, wie das im Pop gemacht wird, ist ja auch selten ganz regelmäßig/gleichwertig.

Comments Off on Grobmotorische Reflexe

Filed under Kunst, Material, Methode, Mode, Pop

Man soll sich einbilden, man sei gleich.

Pollock/teacher/diagrams

Piero
James
Giorgio
Philip

Nezhdanova-Reste verwenden
überhaupt klassische Oper
vor allem/gerade 19. Jahrhundert
wichtig – nicht unterschätzen!

Auch ne Option: Nur ein bisschen singen. Kann ja wirklich nerven, wenn da ein Sänger vorne auf der Bühne steht und die ganze Zeit singen muss, weil er eben da ist und was zu tun haben soll. Vorteil von singenden Instrumentalisten: Haben was zu tun, wenn sie gerade nicht singen. Ist ja nicht unbedingt kompositorische Feigheit, wenn man einem Sänger auf der Bühne was zu singen geben will, sondern sieht wirklich bescheuert aus, wenn er ohne Aufgabe auf der Bühne steht. Es sei denn, man würde damit extrem offensiv umgehen.

You can never be overdressed or overeducated. OW
In doubt overdress. VW

BP, Dornröschen: Wird niemand tun, weil es dafür zu sehr im Bereich des akzeptierten musikalischen Bewegungsrahmens bleibt, könnte man aber auch als absolute Hässlichkeitsattacke verstehen.

PTP: Eigentlich eine super Idee, Musik als Text, bzw. Text als Musik auszugeben, und zwar rein Informations- bzw. Argument-getriebenen Text ohne den geringsten Anspruch auf eine Qualität über die informativen bzw. argumentativen Aufgaben hinaus. Der genau dadurch eine eigene lyrische Qualität und unmittelbar einsichtige Schönheit bekommt.

Lech
St. Barth 
St. Moritz 
Aspen

Sonya Spence: Saddest music ever? Kompletter Ausdruck von rückhaltsloser Aufgabe, ausgerechnet im positiven Reggae-Genre. Muss wie ein absoluter Alien gewirkt haben. Keine Ahnung, wie man das hinbekommt, dass dann auch die Band so wahnsinnig traurig klingt, wie von ganz weit weg, fast, als ob sie gar nicht da wäre. Ultrastrange.

Vortrag als HÖRSPIEL!

Comments Off on Man soll sich einbilden, man sei gleich.

Filed under Gesang, Klassik, Krieg, Kunst, Mode, Oper, Pop, Video, Vortrag

Ab jetzt werden wir keinen Spaß mehr haben.

schlecht
schlecht
falsch
weiter nachdenken

vocal sniper: nicht schlecht – Stockhausen, Stammheimer?

Kreisrunder Schweißfleck, mitten auf dem Rücken: Keine Ahnung, wie das geht, sieht aber super aus.

Kleiner, dünner, larvenähnlicher Wurm kommt aus Backenwunde herausgekrochen.

Sicher leiden

Pea green unlimited streaming

Kunst, die beweist, dass sie gut ist, ist eigentlich immer scheiße.

Putain de Parkinson 

Dreezy,
Dreezy,
The-Dream,
Walls

Comments Off on Ab jetzt werden wir keinen Spaß mehr haben.

Filed under Krieg, Krieg 2: Stolen Friend, Mode, Pop

Versprechen

Das könnte ja dann z.B. Pop sein, oder?

Kleiner Junge spielt mit der Wirbelsäule seines Vaters, die aus dessen unterem Torso herausragt und sich wie eine Schlange oder ein Wasserschlauch unter Druck windet.

Lichter in der Nacht, zufällig angeordnet wie ein großes, liegendes Gebäude mit regelmäßigen Fensteröffnungen: Schönheit der Raumerfassung.

Même, même si tu pars: Worte, Silben wiederholen, Zahl der Silben willkürlich festsetzen, Text mechanisch anpassen. Keine intendierte Emotion, Emotion entsteht von selbst. Können theoretisch auch viel mehr Silben sein, als der Text beinhaltet.

Dans mon dos, Ende: Schatten einfach stur mitlaufen lassen, keine komplizierte Ausarbeitung, mechanisches Echo als eigene Stimme.

Landschaft verschiebt sich plötzlich in Modellbau und wieder zurück in Landschaft, aber in echt, kein Kameratrick.

Eine glückliche Liebe
Platz der Gehängten

Was eindeutig fehlt: Der auskomponierte Liegeklang. Die absolute, nicht zusammengesetzte Kontinuität.

Horrorfilm Soundtrack: So lange wie möglich so harmlos wie möglich, damit die Ungeduld die Angst vor dem Schrecken noch steigert. Oder ihn im Wesentlichen sogar ausmacht.

Tattoo 1: Unterarm komplett tattooblau, klare Linie am Handgelenk und über dem Ellenbogen. Ist aber nicht fertig geworden, sieht aus, als ob der Arm abfaulen würde.

Tattoo 2: Kette genau in der Mitte des Halses. Die sitzt aber extrem eng. Wie wird das Aussehen, wenn man darüber echte Halsketten trägt?

Tattoo 3: Ganzkörpertattoo Gerippe/Skelett, sehr graphisch ausgeführt, dezente Kolorierung. No comment. Tatsache.

Comments Off on Versprechen

Filed under Architektur, Film, Literatur, Mode, Pop, Text

Berlin braucht mehr Prostituierte

It’s that ain’t I deep listening music that I really abhor.

De Chirico: Expressive Titel gegen antiexpressive Objekte. Rätselhaftigkeit der Kombination und der Montage. Sandgebäck. Bilderrahmen. Gerüst. Aber eben auch keine übertriebene Verrätselung, eher eine echte Liebe zur Bildkonstruktion, zur Oberfläche. Metaphysische Komposition, 1916. Ferrara. Super Idee, Dinge zusammenzustellen, die überhaupt nicht zusammengehören, aber nicht so, dass ihre Fremdheit betont wird, sondern als ob sie schon immer zusammengestanden hätten. Wodurch das Geheimnis viel größer wird. Absolute Selbstverständlichkeit. Bleibt die Frage, wo die vielen Winkel, Dreiecke und Latten eigentlich herkommen – sind das wirklich alles nur Rahmenhölzer? Hat das einfach nur so rumgestanden? Sind ja sowas wie der Kit der Bildkonstruktionen. Und wären die materielle Konstruktion des Bildträgers – nur, dass das nicht wirklich viel bringt, es tut nicht wirklich etwas zur Sache. Außer, dass der Kosmos des Malers dadurch in den Vordergrund gerückt wird und die Bildwelt letztlich zusätzlich hermetisiert wird. Alles Externe wie ein Bildzitat. Dazu passen dann auch die vielen Mannequins als Teil der internen Studiowelt. Echtes Gebäck auf Schautafeln montiert. Auch interessant: Auch die besten Bilder kann man sich nicht wirklich merken, könnte man niemals nacherzählen oder beschreiben. Vielleicht weil sie so wenig demonstrativ und didaktisch sind: Es gibt nichts, was man wirklich verstehen könnte, und daher auch keine Gedächtnishilfe. Extrem viele überragende Werke in Privatsammlungen.

Ganz scheußlich: Rezensionen, die mit einem einzelnen Adjektiv als Zusammenfassung enden. Z.B.: Beklemmend. Auch sehr hässlich: Schwarze Hemden, tiefrote Hemden, also die vermeintlich besonders geschmackvolle Entscheidung.

Christina Olson, 1947
Faraway, 1952
Young Bull, 1960
The Virgin + Study, 1969
My Young Friend, 1970
Barracoon, 1976
The Clearing, 1979

Comments Off on Berlin braucht mehr Prostituierte

Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Kunst, Mode

Waldrop: Punkt. Stopp.

Was passiert im Moment: Text als Grundmaterial, Aufteilung in Silben, Strukturierung der Silben, Kontur der Bewegung, Einsetzen in Gerüst. Und was machen dann die Instrumente, wenn sie sich nicht an das Textgerüst hängen können? Woher kommt das Material tatsächlich und welche Funktion könnte es haben?

Wie kommen die Dinge denn zusammen? Wie folgen sie aufeinander? Reine Willkür.

Möglicherweise feste metrische Einheiten als Gegengewicht zur flexiblen Anpassung an den Text.

Doch noch Parameter zur Materialgenerierung einführen? Könnte sich zum Beispiel auf die Strukturierung der Silben und ihre Kontur beziehen und würde dieses letztlich doch auch ziemlich doofe Aushorchen des Textes formalisieren. Da die Silben alle einzeln verarbeitet werden, wäre es sogar ziemlich einfach durchzuführen. Rhythmus würde sich dann nur noch auf die Gesamtdauer der Silbe, nicht mehr auf ihre Binnenstruktur beziehen. Würde auf jeden Fall das Problem der Imitation limitieren und damit eigentlich vermeiden. Das Material würde dadurch amorpher werden und sich nur an einzelnen Stellen konkretisieren. Man könnte dann das gesamte Geflecht noch einmal neu steuern und Anzahl und Position der Momente größter Deutlichkeit im Voraus festlegen (Parameter addieren und Durchschnitt nehmen als neuer Überparameter: D=(3+3+3)/9). Gefühlslosigkeit einüben. Tatsächlich ist beabsichtigte Emotionalität ja immer wahnsinnig nervend in der Kunst – und letztlich völlig unemotional, weil überhaupt nicht berührend.

Schweren Herzens: Ganz interessant, dass sich das wirklich so anfühlt. Sorge. Trauer. Zweifel.

Ist dann eigentlich ein Abschied vom Wort-Ton-Verhältnis, wie ich mir das vorgestellt habe. Auch wenn man das wahrscheinlich nicht so wahrnehmen wird. Thanks to Gagok.

Sportswear: Eine der genialen Eigenschaften von Margiela war die subtile Annäherung an Sportswear, die jetzt leider komplett verloren gegangen ist. Das ist ja eines der wesentlichen Probleme von Kleidung: Dass Sportswear im Grunde öde, weil allbeherrschend, und formelle Kleidung lächerlich, weil nur noch ein leeres Zeichen, geworden ist. Das eine geht nicht mehr ohne das andere.

Nochmal zurücktreten und schauen, was du da eigentlich gerade machst.

Comments Off on Waldrop: Punkt. Stopp.

Filed under Form, Mode, Schlachten 2: Motette, Uncategorized, Weltmusik

Filature/craquelé

Stummfilm/Stillleben + Untertitel: gute Idee. Sehr sehr langsam: Auch gut. The scene of crime.

Kurzes Kleid + lange Schleppe: Fast wie angehängt, zwei verschiedene Teile (Apollon).

Lange, bestickte Ärmel, sehr lange, sehr bestickte Ärmel.

Alles tendenziell nicht exakt lesbar, nicht exakt sichtbar.

Bitte auch die Bänder und die Gürtel voll besticken.

Einfach so, Bänder eben, eigentlich super Idee.

In Seide eingehüllter Hut, quasi verhüllt/versteckt.

Irgendwann geht einem der viele Luxus allerdings auch ein bisschen auf die Nerven, man denkt sich, müsste doch auch ohne gehen. Super Training für die Augen allerdings.

Vorder und Rückseite genau gleich: Lustig.

Comments Off on Filature/craquelé

Filed under Mode

hassenswert

Tonhöhenrichtung (Glissando) + Mikrobewegung

Ein Problem bei komponierter Musik: Man darf nichts Doofes machen, in gewisser Weise darf man auch nichts Einfaches machen, man darf nicht einfach laufen lassen. Es läuft immer so eine Art Qualitätssiegel-Anspruch mit, der viele Dinge nicht nur als Vorurteil, sondern auch tatsächlich unmöglich macht, was heißt, sie sind dann wirklich schlecht, wenn sie in komponierter Musik vorkommen, weil es sich der Komponist zu einfach gemacht hat. Aber wahrscheinlich schadet das der Musik.

Je weniger Talent, desto mehr Bosheit: Gilt im wesentlichen für alle Lebensbereiche. Allerdings, Talent allein, die reine Tugend, hilft auch nicht wirklich weiter.

Kleidung tragen, die einem nicht steht, aber nicht so offensichtlich, dass man merkt, dass sie einem nicht stehen soll. Als ob man die Kleidung, die einem nicht steht, genau so, wie sie ist, lieben würde. Absolut keine Ironie, auch nicht in Bezug auf das soziale Umfeld: Schwierige Aufgabe, nicht nur, weil sie eine genau Analyse des aktuellen Geschmacks voraussetzt, sondern vor allem, weil sie die totale Selbstverleugnung bis ins kleinste Detail einfordert, die man tatsächlich nur schwer aufbringen kann. Nicht das geringste Signal aussenden, dass es einen doppelten Boden gibt.

Margiela: Wenn man Fehler zum Prinzip macht, muss man verdammt sorgfältig arbeiten.

Low Jack: Tibet-Chant über Bass-Drum, bisschen offensichtlich, bisschen platt, aber trotzdem gute Idee.

Handgesungene, äh, handgemachte Musik, wirkt halt schon ein bisschen lächerlich, kitschig, so an seine eigenen Gefühle zu glauben und sie herauszusingen, ist halt, egal, wie gut es gemacht ist, irgendwie vorbei. Authentizitätswahn. Gerade eben nicht authentisch in seiner Wirkung, interessanterweise. Hätte man nur nicht dran geglaubt!

Comments Off on hassenswert

Filed under Gesang, Material, Mode, Pop, Schlachten 2: Motette

The idea is that it doesn’t matter.

Guston: Interessant, dass man denken kann, dass das grob gemalt ist. Wahrscheinlich auch eine Qualität dieser Malerei, dass die Feinheit versteckt ist und mit Deutlichkeit aufgewogen wird.

BECAUSE THAT’S WHAT I DO.

Das tolle beim Lesen ist natürlich, dass man die Informationen so wahnsinnig schnell abrufen kann. Wenn man will.

Kleidung/Körperbewusstsein: Eben wirklich etwas komplett anderes, ob du einen hohen oder tiefen Kragen trägst – z.B.

Enthusiasmus
Euphorie

Wird das Leben jetzt immer so spannend bleiben?
Was wird in den nächsten 45 Minuten passieren?
Ich freu’ mich schon so!

Comments Off on The idea is that it doesn’t matter.

Filed under Kunst, Literatur, Methode, Mode, Text

Information

Nachdenken ist keine Arbeit. Aufschreiben auch nicht. Schreiben schon. Etc. Wird nicht lustig sein. Bild’ Dir das bloß nicht ein.

Think of: Machaut

Was macht eigentlich …

material blocking
colour blocking

Der kleine Junge

Crime is awfully boring.

ernährte sich von Wurzeln

Yes, it is.

Anti-Espressivo
Anti-Virtuosität
Schöner Schein
Glanzvolle Leere

Geil leise hier, ab und zu mal ein Auto, aber das war’s dann auch schon. Der stille Raum ist eigentlich die Stadt. Das Land ist unvergleichlich viel lauter. Eigentlich ziemlich erschreckend: Weißer Raum, Stille. Hat es vielleicht früher überhaupt nicht gegeben. Aber natürlich auch schön.

– Ich finde die Welt schon extrem still.
– Ach, ist das so?

World War Z
Zone One

Vivaldi: Blockflöten als Harmonie in der unteren Mittellage.

Auch wenn Du nicht weiterkommst, musst Du sitzen bleiben und weiter machen – that’s the fuckin’ deal.

Dries

Ich bin wieder ein kleiner Junge. 7:45. 8:30. Pause.

Comments Off on Information

Filed under Film, Klassik, Literatur, Mode, Uncategorized

Elvis Hitler/Bling Ring/En Vogue: Back to Life, Back to Reality

was macht der denn da?

ich meine, das

da hat sich ja offensichtlich irgendetwas verändert

Nebenmelodie

ppp/ppppp

Grunzen
Stöhnen
Räuspern

Liegetöne

die Figur
Hirn
Flüstern
Sprechen

Comments Off on Elvis Hitler/Bling Ring/En Vogue: Back to Life, Back to Reality

Filed under Mode, Pop, Schlachten 2: Motette, Stücke

Zitat als Autorität

MMM: schlechte Witze aber subtil = gute Witze

1.) Anschläge/Takt vs. Anzahl Töne
2.) Unterteilungen/Takt vs. Anzahl Anschläge

Verhältnis Anzahlt Töne/Anzahl Anschläge:
Wenn 1 Tendenz zu Tonwiederholungen

Streichquartett: Viel zu viele Töne, vielleicht aber auch o.k., muss dann total durchgeknallt werden als Stück.

Unterteilung/Schlag hochrechnen auf Unterteilung/Takt – was dann heißen würde, dass es nur eine Unterteilung je Takt je Stimme geben kann. Abgesehen von Subunterteilungen = Verzierungen

Komisch, dass es im Fernsehen immer um Verrat geht. Muss mit der Dauer zu tun haben.

Mehrklänge NICHT als Sammlung von Tonhöhen behandeln

Verzierungen als
Binnenrhythmus
Körperrhythmus
Gesten

Comments Off on Zitat als Autorität

Filed under Form, Material, Methode, Mode, Stücke, ZWEI/2240: Song Cycle

Modemacher als Heilige.

Der heilige Raf.
Häh?
Na ja, ich meine, wer denn sonst, oder?

Paraguay: Es macht keinen Sinn, sich nur kurz zu bedienen und etwas einfach zu benutzen, um einen kurzen Effekt zu erzielen. Die Idee ist ja doch, einen Stil durchzuziehen und auszuschöpfen, nur so kann er seine Kraft und Ernsthaftigkeit entfalten, ansonsten bleibt er einfach Feature, das genauso gut wegfallen könnte. Stimmgeeiere.

Richter 1/50: Alle Kanten auch extra stellen. Überlagerungen.

Comments Off on Modemacher als Heilige.

Filed under Mode, Piece of Shit, Stücke, Weltmusik

Wo ist Volker?

Mode: Könnte es sein, dass alles IMMER da ist, dass man es nur die meiste Zeit nicht SIEHT? Plötzlich sehen einige Leute, dass eine bestimmte Farbe interessant ist, dann sehen es immer mehr, schließlich fast alle, nur die, die es zuerst gesehen haben, sehen schon eine andere. Nur bedingt beeinflussbare, eigengesetzliche Massenprozesse. So etwas wie eine romantische, verklärende Sicht auf Mode. Türkis. Orange.

Auch interessant: Dass man so vieles nicht einfach sich ausdenken kann. Das Denken ist eigentlich nur dafür da, Szenarien zu entwerfen, wie etwas funktionieren könnte, was man ausprobieren sollte, also das Interesse zu steuern, für alles andere ist das Sehen, Schmecken, Hören zuständig.

Lesen/Denken: Merkwürdige Zwischenstellung – einerseits läuft die Kontrolle doch im Wesentlichen über das Sehen, über die Schrift, andererseits ist das Ergebnis am nächsten an dem, was das Ganze eigentlich kontrollieren soll, dem Gedanken. Allerdings nein, das stimmt nicht ganz: Sinneswahrnehmungen werden eigentlich nicht durch den Gedanken kontrolliert, sondern durch sich selbst, durch das Abschmecken, Vergleichen, letztlich auch Wissen. Das Denken dient dabei nur als Verknüpfungsmaschine.

riecht nach Fruchtjoghurt: Im konventionellen Fruchtjoghurt muss etwas sein, was wahrscheinlich weder Joghurt, noch Frucht ist, aber die sofortige Assoziation Fruchtjoghurt auslöst.

Comments Off on Wo ist Volker?

Filed under Essen, Mode, Theorie