Chorstück: Am Anfang vielleicht auch Schraffuren auf/ab (Prestissimo volando), ultraschnell, vielleicht auch eine gewisse Eleganz, sehr kurz auf jeden Fall, möglicherweise nicht reine Wiederholungen, sondern an den Konturen entlangfahren, oder Schnitte aus den Konturen permutieren, erst wenn es etwas langsamer und noch kräftiger wird, nur noch Abstrich.
Design Thinking: Ich bin mein eigener Kunde. Emphasize.
Agile Work: Tage planen, Wochen planen, Monate planen. Schneller wegwerfen. Wirklich? Ist es nicht die Zwangssituation, die einen wirklich auf Ideen bringt?
Guillaume de Machaut, Messe de Notre Dame: Unglaubliche Klangmasse für vier Stimmen. Damit arbeiten.
The End of Anarchy
On Devastation
Against the Post-Internet
Empty Essence
Lips in the Streetlights
Confronting Uncertainty
Deception Music
In Kanye’s Wake
Exercises in Listening
The Final Void
Boredom is a stylistic device.
In dem Moment, in dem man denkt, davon ausgehen zu können, dass ein bestimmtes Material geistfähig ist, ist es das bestimmt nicht.
Like Davis, Baker mostly avoided the extremes of his horn’s range and focused on its middle, the frequency band where his melody lines could evoke a human voice.
Do one thing every day that scares you. – Actually quite a good idea.
Eine negative Utopie ist immerhin noch eine Utopie. Jetzt ist es nur noch dirty. Blutet das jetzt so langsam aus?
Mega Bog: Melodie + viel zu schwerer Downbeat, interessant!
Category Archives: Politik
So friedlich.
Fake for Forschung
Z.B. Conforce, Dawn Chorus: Erstaunlich, dass ich die Alben, die konsequent einen bestimmten Post-Technoklang durchdeklinieren, in diesem Bereich immer noch (oder wieder) am überzeugendsten finde. Hat sicher auch mit einer stabilen Stimmung/Atmosphäre zu tun, die dadurch etabliert werden kann.
Besteht der Todestrieb nicht zu einem großen Teil aus dem Impuls, es endlich hinter sich haben zu wollen? Nicht mehr darauf warten zu müssen, dass es passiert? Könnte mir vorstellen, dass bestimmte Formen von Mord einen ähnlichen Antrieb haben.
Der Adler: Kurze Einwürfe, sehr schnell gesprochen, daher ausdrucksfrei. Keine längeren Passagen, keine Schnellsprechorgien.
Immer noch darüber nachdenken, mit Samplern neutralen Ausdruck quasi einzuspielen.
Vielleicht ist die Übertragung von Romanstoffen auf die Bühne nicht vor allem der Erschließung neuer Themen/Geschichten geschuldet, sondern dem Interesse am Medienbruch, dass der Stoff noch nicht zurechtgelegt ist, dass die Darstellung den Zwängen des Romans und nicht der Bühne folgt, und dadurch Details in die Bühnendarstellung einbringen kann, die beim direkten Schreiben für die Bühne normalerweise nicht aufscheinen würden. Elektronik/Instrumentalmusik.
Fehlstart – schöner Klang – als Material. Ist jetzt eben auch zu Fremdmaterial geworden.
Karin Kneffel: Bläsersatz, ziemlich schön. Verschwommen, verzerrt: Eine echte, aber realistische Anamorphose.
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islamistische Vergeltungsreligiosität
Rückschläge – ziemlich bescheuerte Erzählung. Interessant, dass diese Art von Narrativ zumindest im Moment überhaupt nicht mehr funktioniert. Frage wäre, warum nicht. Weil die ganze Epoche ein gigantischer Rückschlag ist und es darum lächerlich ist, von einzelnen Rückschlägen zu sprechen? Weil auch die kleinen Fortschritte sich tatsächlich wie Rückschläge anfühlen, weil sie die Gesamtsituation noch mehr in den Lockdown fahren? Insgesamt jedenfalls extrem freudlos und hysterisch. Für welchen Fortschritt soll es da einen Rückschlag geben?
Klarheit. Ziemlich grauenhaftes Rumgedruckse überall. Man fragt sich, wo die eigentliche Arbeit getan wird. Wo sich tatsächlich etwas bewegt.
“The tenderness of a folk song does not arise only from nostalgia about how wonderful everything is back home,” the feminist theologian Wendy Farley once wrote. “Whatever the particularities from which this nostalgic longing arises, it continues to wound our hearts because it is also nostalgia for something no one has ever experienced.” In handed-down tunes, she recognized “desire’s refusal to accept the limitations of life.”
Taste/Saite: Stereoeffekt
Alles, alle Effekte, durchgehend total übersteuern, so dass die Instrumente nur noch der Auslöser von einem merkwürdigen Lärm sind, der rein optisch-zeitlich mit ihnen synchronisiert ist, aber sonst nicht mehr erahnen lässt, was seine akustische Grundlage ist. Vielleicht wie der Caretaker. Muss dann natürlich alles viel lauter sein als die akustischen Klänge. Dann könnte auch der Sänger singen wie er will, letztlich, eine gewisse Grobheit könnte dann sogar nützlich sein. Das wäre doch eigentlich Elektronik: Wenn die akustischen Klänge vernichtet würden. Fände ich viel interessanter, als ein vorsichtiges Zusammenspiel von Instrumenten und Elektronik. Wie eine dicke, undurchdringliche, schwarze Rauchwolke, die sich über die Instrumente legt.
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aufgesext
Das Harte ist, dass ganz normale Leute schon so extrem weird sind. Man muss gar nicht suchen, um von Freak zu Freak zu schauen. Echte Neurosen, oder einfach nur sehr sehr schlechte Gewohnheiten/Verwahrlosungen? Oder einfach nur Not. Hält gerade eben noch alles zusammen. Ein Pflaster hier, ein Pflaster dort, dann muss es weitergehen. Das war mein Leben. Nicht schön. Bin auch nicht sicher, ob es wirklich stressig ist. Eher allgemein ziellos anstrengend.
Das bin ich nicht. Das wäre ich nicht. Na und? Keine gute Idee so zu denken.
Eine Kröte: Interessantes Tier, auf seine Art sehr kräftig und selbstbewusst. Lustige Idee, über den gesamten Strand zu laufen, sich dann ins Wasser plumpsen zu lassen und unterzutauchen. Aufgesetzte Augen. Kräftige Krabbelbeine.
Eingebildetes Knacksen im Hinterkopf, als ob etwas brechen würde. Merkwürdiges Geräusch, gibt es wahrscheinlich so gar nicht in echt. Auf jeden Fall müsste man sehr nah dran sein, um das so zu hören.
Pervertierte Transkription: So nahe ran gehen, dass man das Bild (schon lange nicht mehr) sieht.
Neuer CD-Player läuft sich fest, CD dreht durch, zieht man den Stecker und steckt ihn wieder rein, dreht er unverändert weiter. Französische Familie, sehr merkwürdige Überreaktion der Mutter, als das sonst stille Kind auf sich aufmerksam macht. Ich kann mich nicht erinnern, wie es wirklich gewesen ist. Was genau passiert ist.
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aufs Kreuz drücken und ja sagen
Oper: Montage von Musikstücken, die durch gemeinsame Themen oder gemeinsames Personal (oder deren gezielte Verweigerung) zusammengehalten werden.
Freudiges Wiedererkennen: Ja, genau so sieht unsere Welt aus. Freundliche Neutralität, objektivistische Selbstdarstellung. Keinerlei persönliche Mitteilung als größtmöglicher persönlicher Ausdruck. Ja, genau so sieht unsere Welt aus.
Metallplatte in Klavier verstecken. Sicher befestigen. Dann mit echtem Werkzeughammer mit voller Wucht anschlagen.
ANGST
GESANG
WOLKEN
SCHLAF
WASSER
männlicher Akt: vulgär vs. peinlich/lächerlich
weiblicher Akt: verführerisch vs. fragil
letztlich der weibliche Akt durch die Kunstgeschichte des männlichen Blicks wesentlich subtiler konotiert als der männliche; das wird erstmal abzuarbeiten sein, bevor man einen neutralen Standpunkt einnehmen kann
man darf auch nicht vergessen, dass dem männlichen Akt durch die Möglichkeit der Erektion immer eine gewisse implizite Dynamik, die an Lächerlichkeit grenzt, zu eigen ist
Eine Inszenierung, Präsentation. Kein Werk als etwas Festes, Wiederholbares. Und darüber sollten wir froh sein.
Krass, wie der Körper auf Stress reagiert – selbst, wenn es nur eine Möglichkeit in der Zukunft, also eine Gefahr, ist. Als ob man plötzlich einen anderen Körper hätte.
Und noch ein wichtiger Punkt: Es ist in diesem Zusammenhang nicht wirklich interessant, nur Neue Musik aufzuführen, weil sich hier in den meisten Fällen ein radikaler Eingriff allein aus dem Grund verbietet, dass dem Publikum in der Regel weder das Stück selbst, noch seine stilistische Haltung bekannt ist. Aber es ist auch nicht unbedingt interessant, nur historische Musik zu spielen, weil hier einerseits der Widerstand des Unbekannten fehlt und der Eingriff durchgehend radikal sein müsste, um Unsicherheit und Staunen zu erzeugen, und andererseits gerade in dem Zusammenhang eines szenisch-musikalisch kuratierten Konzertes die Konfrontation von historischer und Neuer Musik besonders gut funktioniert und ganz offensichtlich einen neuen Blick auf historische Musik erlaubt, was in konventionellen Konzerten sehr häufig didaktisches Wunschdenken bleibt.
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Strecken.
D’Julz, Lemon Juice: Ganz hübsche Idee, alles gleich zu lassen und nur die Lautstärke nach oben zu drehen, und zwar an einer Stelle, die dramaturgisch nicht vorhersehbar ist. Angenehm lässig, willkürlich, und interessant, Lautstärke betont isoliert einzusetzen und nicht in einen offensichtlichen Rahmen einzubinden.
Ja, genau, das ist unsere Welt.
Genau so sieht sie aus.
Fleisch und Blut. Darum mögen die Leute Steaks, dachte er. Dies ist der kannibalistische Instinkt, der sich unter glatt gebügelten Anzügen verbirgt.
Ein Konzert muss auch eine gewisse Nutzlosigkeit haben. Andernfalls verliert es seinen Kunstcharakter und wird zu einer Leistungsschau von Interpreten oder Komponisten. An irgendeiner Stelle sollte die Sinnfrage im Raum stehen, und die stellt sich am besten durch Nutzlosigkeit.
Denke ich: Oh, ist aber interessant, was Sun Ra da macht. Merke ich: Ist gar nicht Sun Ra, ist das Fiepen von Metall auf Metall beim Herdputzen.
Iron & Wine, On Your Wings: Überzeugend friedlich – interessant!
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DECOMUNICAZIONE
Wahrscheinlich ließe sich tatsächlich nachweisen, dass die Dringlichkeit des Redeflusses in umgekehrtem Verhältnis zum IQ der sprechenden Person steht – sehr unangenehm und ein echtes gesellschaftlich-politisches Problem. Möglicherweise noch nicht einmal eine festgeschriebene Position, sondern eher ein dynamisches Verhältnis: Die Qualität sinkt mit steigender Quantität. Wenn du dich entschließt, in den Diskurs einzusteigen, musst du auch die Konsequenzen für dein Denken tragen. Also lässt du es lieber gleich.
radikaler Opportunismus
Bei jemandem wie TT ist es offensichtlich fetischistisch, ein Konzert zu veranstalten/in ein Konzert zu gehen. TT ist so offensichtlich ein digitaler Künstler, dass es in einem Konzert ausschließlich darum gehen kann, wie sieht der in echt aus/wie benimmt der sich, was letztlich zutiefst boring und auch gänzlich uninteressant ist. Ein grotesker Trugschluss zu denken, dass man das digitale Medium dann plötzlich zurück in die analoge Konzertform überführen kann – oder eben einfach nur Geldverdien-Kompromiss auf der Künstlerseite, und ein Originalitäts-Kompromiss auf der Veranstalter-Seite.
better to do than not to
Erschreckend, wie genau die Ich-bin-kein-Roboter-Bildchen im Netz unsere Realität beschreiben: Das ist unser Leben. Genau so sieht es aus.
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Der Erfinder der Gleichgültigkeit
Well, I failed.
Band laut gesungen, leise gestellt.
Live sehr leise gesungen, Dynamik nur angedeutet.
MM: Angenehm unsauber, z.T. sogar extrem unsauber. Was ja nur heißen kann, dass es nicht so wichtig ist, oder dass es sogar gewünscht ist. Kann mir nicht vorstellen, dass die Entfernungen so groß sind, dass die Spieler sich nicht gegenseitig hören können.
Dixie was as much a love machine as he was a forgetting machine.
Ich pervertiere die Realität dadurch, dass ich sie extrem ernst nehme.
Großer Zeh, aus dünnen, ineinanderliegenden Knochenschalen aufgebaut, Knorpelmasse, Fett, wenig Fleisch. Geschmorte Ochsenbrust. Merkwürdige Träume.
taumeln durch das Leben
Auch ein interessanter Typus: Der Lahmarsch, der sich überall vordrängelt. Gehört vielleicht wirklich zusammen. Nicht wirklich sympathisch. Aber wahrscheinlich normal.
Wann genau ist die Textsorte Interview eigentlich langweilig geworden? Als es zuviel davon gab, als man zuviel davon gelesen hatte, oder als die Inhalte verschwunden sind?
WHISTLE
TRILL
STROKE
Das kann ja wohl nicht Dein – wahr sein!
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gespenstisch
Filtern: Z.B. Decke über den Lautsprecher legen – ganz dumpf. Wir müssen viel dumpfer werden. Könnte interessanter Gegensatz zu nicht filterbarem Liveklang sein.
Aufnehmen, wenn der Cursor das Signal glitchet? Könnte man an der betreffenden Stelle abspielen, klingt ziemlich super, muss man ehrlicherweise sagen, Aufwand extrem gering. Z.B. Dannorua 6, Biwa-Schlag.
Gewalt ist keine Meinung. Meinung ist auch keine Meinung, sorry.
Dumpf. Mhm, das wäre in jeder Hinsicht ein Thema, Dumpfheit. Grade von Dumpfheit. Kissen über Lautsprecher. Ist ja genau das, was wir gemacht haben. Passt auch zu Loft Music, by the way. Ende totale Dumpfheit. Wie konnte ich das nur vergessen. Grade von Dumpfheit, distinkt abgerufen, in Stufen vorprogrammiert. Eigentlich am liebsten mit Knacks, das dürfte aber wenig Sinn machen.
Lautsprecherüberlastung + Dumpfheit: Vielleicht reicht das doch? Alles andere zu showy?
Dumpfheits-Coda. Das geht dann aber nur noch über Lautsprecher. Vielleicht Mini-Bruchstücke live, um den dann extremen Unterschied zwischen realer Akustik und gedämpftem Lautsprecherklang deutlich zu machen?
Passt auch zu den merkwürdigen Akkordveränderungen im Instrumentalsatz.
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So sad, so sad.
S1A: Wäre wahrscheinlich wirklich gut, japanischen Text zu integrieren, einmal, um die Eindeutigkeit der Figur (und des Goetz-Textes) zu brechen, einmal, um die Herkunft des Materials durchscheinen zu lassen. Und, weil die Texte tatsächlich sich gegenseitig kommentieren könnten, der japanische Text betont den kriegerischen Aspekt, die historische Tragödie, der deutsche Text das individuelle Scheitern. Ist dann allerdings noch die Frage, wie sich die beiden voneinander unterscheiden, da nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass der deutsche Text so verständlich gesungen werden kann, dass man sofort merkt, wann er verlassen wird, wann der Sänger in eine andere Sprache fällt. Sehr primitive Lösung wäre Vollstimme vs. Falsett.
Interessant, wie schwierig es ist, etwas genau anzuschauen, ohne im entscheidenden Moment zu blinzeln. Man schaut immer weg, als ob man Angst hätte, dass in genau diesem Moment etwas passieren würde, das man lieber/besser nicht sieht. Auch wenn man ganz genau weiß, dass das nicht der Fall ist. Die Augen mit Gewalt aufzuhalten hilft zwar, sich zu versichern, dass da nichts ist, was weh tut, aber es ist natürlich dennoch nur eine Reaktion auf das Blinzeln, kein echtes Hinschauen. Muss man also üben, sich langsam daran gewöhnen, dass die Augen offen bleiben können – ohne sich dabei einfach nur abzuhärten, sondern wirklich mit Intensität und Offenheit hinschauen.
Frage wäre, ob die Schutzreflexe damit abgeschliffen werden oder sogar verschwinden – ob es vielleicht wichtig ist, so zwanghaft auf bestimmte Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung zu reagieren. Eindeutig ist aber, dass man bestimmte Handlungen nicht ausführen kann, wenn man sich im entscheidenden Augenblick immer wegduckt. Man kann wahrscheinlich einen Ersatz dafür finden, indem man sich z.B. voll auf den Bewegungsablauf konzentriert, aber ich glaube, es ist nicht das gleiche, wenn man nicht diese emotionale oder psychologische Hürde überwindet. Mit offenen Auge ins Schwarze treffen, das wäre die Aufgabe.
Ist Geld eigentlich immer prollig? Sieht jedenfalls in der Regel nicht sehr schön aus, wenn jemand welches hat.
Michele: something in the style of myself
Noah Klieger
Geomungo Sanjo: Chimsae mit verwenden, und zwar genau dort, wo sie auf der Aufnahme sind?
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wohlberechnete Großzügigkeit
How does the world look like? Im Prinzip interessant, diese Prüf- und Klickbilder im internet, weil sie auf eine völlig bizarre und scheinbar zufällige Art tatsächlich unsere Welt zeigen. In gewisser Weise hat man immer wieder das Gefühl: Ja, genau so sieht es aus, gerade weil die Bilder so extrem kunstlos und willkürlich sind.
Interessant, dass alternative Interpreten oft noch viel spießiger wirken als der Mainstream. Ist nicht schlimm, aber schade. Weiß nicht, ob das am kleineren Wirkungskreis, der geringeren Welterfahrung, oder einfach an einer gewissen Selbstgenügsamkeit liegt. Könnte auch mit dem relativ offensichtlich vorgelebten Gefühl zu tun haben, dass man das Richtige tut. Bringt einen halt nicht weiter, leider.
Es geht hier nicht mehr um ein Zelebrieren des Verschwindens, dass etwas kaum noch oder gerade wieder wahrgenommen werden kann, dass die Sinne also in demonstrativer Schärfung auf winzige optische oder akustische Phänomene hin eingestellt werden (eine inzwischen etwas plump gewordene Form des künstlerischen Pathos), sondern darum, dass wir alles mühelos wahrnehmen können, dass wir aber nicht wissen, wo es beginnt und wo es aufhört, und vor allem nicht, welchem Bereich des Lebens es zuzuordnen ist, etwa der Welt der Werbung oder der Welt der Kunst, diese aber nur als exemplarische Bereiche in einer viel feineren Abstufung von Kategorien.
Politische Oper als Ultraopportunismus. Und vermutlich merken sie es noch nicht einmal.
Beethoven Bagatellen: Eigentlich so etwas wie leere Musik, oder kann man das auch anders verstehen? Und gibt es irgendeine realistische Möglichkeit, dass das nicht Absicht ist? Aber was will er damit, was will er damit zeigen?
Mhm, dann ist das wohl so.
Es gibt halt nichts zu verzeihen: Wenn du’s gemacht hast, hast du’s gemacht – wenn du’s nicht gemacht hast, hast du’s nicht gemacht. Es gibt keine Entschuldigung.
K-Pop: Immer Breitwand, immer höchste Intensität, aber in einer Art Leerlauf. Ziemlich beeindruckend. Dabei fast immer erstaunlich filigran ausgearbeitet, gutes Gespür für Melodien, aber auch gutes Gespür dafür, dass sie nicht zu gut sein dürfen, immer eine gewisse Generalität bewahren müssen. Nicht zu schlecht, nicht zu gut, trifft eindeutig etwas, was wir so nicht haben. Zum Beispiel, dass man es sich einfach so anhören kann. Unglaublicher, aber leerlaufender Enthusiasmus.
몬스타엑스 (MONSTA X): Ready or Not (Haiyti, Aha).
Genauigkeit der Betrachtung
Faszination/Betrachtungsraum öffnen
Pointen sind für Trullas –
Let’s have a Pointe!
Im Prinzip ist die SPD ja tatsächlich die absolute Anti-Zukunftspartei:
Kohle statt Klimaschutz.
Die Rente zahlen bitte die Jungen, egal was kommt.
Sollte man vielleicht doch mal über seine Gewerkschaftsbindung nachdenken. Ich meine, wer soll das denn wählen außer denen, die unmittelbar davon profitieren? Krass kurzsichtig oder einfach verbohrt.
Geld hat keinen Charakter.
Es schien unnatürlich warm, ich stand auf, ging ins Wohnzimmer und wunderte mich, dass das Feuer in allen Kaminen lichterloh brannte. In der Mitte des Raumes hatte jemand über Nacht oder am frühen Morgen eine tischgroße Fläche dicht an dicht mit Geschenken voll gestellt, alle in Alufolie eingepackt und mit einfachen Stoffbändern verschnürt. Ich fragte mich, wie sie ins Haus gekommen sein konnte, als ich sah, dass die Flammen inzwischen die Wände hoch züngelten und das ganze Haus in Brand setzten.
bequem bequem bequem
alles bequem
Tatsächlich ist das ein Problem, dass man, wenn man glaubt, über alles schon mal nachgedacht zu haben, tendenziell bequem wird, weil man nur noch mit den Gedanken arbeitet, die man vor langer Zeit gedacht hat, und dazu auch keine neuen Ergebnisse erzielen kann. Besonders schlimm, wenn man tatsächlich recht hat, wenn es tatsächlich keinen Sinn macht, die gleichen Themen noch einmal durchzuarbeiten, weil man zu den gleichen Ergebnissen kommen würde. Man müsste sich fast fragen, ob es dann nicht besser wäre, fehlerhafte Ergebnisse zu produzieren, als mit den gleichen Gedanken jahrelang herumzulaufen.
All die. Why do they do that?
Kollektive Ideale
Konkrete Gewalt
ziemlich leere Augen
Edward Louis Severson: Einfach knallhart transkribieren, mit allem Rumeiern und Anschleifen.
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Filed under endless summer, Erinnerung/Gedächtnis, Gesang, Philosophie, Politik
angenehm nervös
Nicht so einfach sich vernünftig zu halten, besonders wenn es eng wird – wenn man z.B. SEHR lange warten muss. Nicht schlecht, wenn man dann trotzdem noch ok aussieht. Im Prinzip haben das aber relativ viele Leute drauf. Vielleicht doch so eine Art Grundhaltung, die man durchzieht, egal was kommt? Was dann im Umkehrschluss heißen würde, dass manche Leute einfach immer scheiße sind. Kann ja sein. Lustig, wie ich mich dabei umschaue.
Let’s enjoy the ride.
I do.
For one.
I love it.
That‘s my favorite direction.
3er-Takt: Einfach die 1 und die 3 mit einem trockenen Rimshot durchschlagen, sozusagen unmusikalisch gleichförmig, ohne Gewichtung (Joy Orbison, COYP).
I don’t know what you mean.
In the least.
Etwa so:
xooxooooo
xooxooooo
xooxooooo
xooxooooo
+ Abweichungen
Gerne auch mit der Bassdrum belegen. Ruhig das komplette Stück kopieren.
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Filed under endless summer, Politik, Pop
I like clothes I didn’t invent.
Man schaut aus dem Fenster, man denkt, Albtraum, aber das stimmt nicht, in Wirklichkeit ist alles völlig normal, ganz genau so, wie es jeder machen würde, und das ist das Problem: Die vollständige Lesbarkeit einer hässlichen Welt, die nicht an Bosheit, sondern an Unzulänglichkeit leidet. Ist Ihnen halt nichts besseres eingefallen, haben sie es halt so gemacht: Ist doch nicht so schlimm. Und gleichzeitig irgendwie auch toll, wie viele kleine schlechte Ideen eine große schlechte Idee ergeben, die sich niemand hätte ausdenken können.
Seo Yongseok: Vibrato im Grunde eine Art Tonwiederholung, so gesehen das gesamte Sanjo dann voll mit Tonwiederholungen, fast nur aus Tonwiederholungen bestehend. Der einzelne, kurze Ton oder der lange glatte Ton sind die absolute Ausnahme. Allerdings: Das kleine Vibrato wird sicher als belebter Einzelton und nicht als Tonwiederholung wahrgenommen, stellt also eine Art Verbindung dar.
Sie sind sehr freundlich. Sie haben so runde Backen, weil Sie so viel – wie sagt man – lächeln. Bis zum nächsten Mal.
I like my work, but I shouldn’t show it too much. Otherwise everybody will hate me.
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Filed under Material, Mode, Politik, Today I Wrote Nothing Vol. 1, Weltmusik
Ein grausames Sanjo
Sorry, I have nothing to do with it!
Well, now you have.
Was bedeutet das eigentlich, dass auf Fotos alles immer viel besser und schöner dargestellt wird, als es in Wirklichkeit ist? Ich glaube noch nicht einmal, dass das zu einer andauernden Enttäuschung führt, sondern eher, dass man sich daran gewöhnt, alles zurechtzusehen, sozusagen mit der Fotobrille.
Boy oh boy, he‘s kind of weirdly disoriented.
Darf ich dir mal kurz die Haut abziehen?
To be honest, it’s kind of black.
What do you think?
What do you think?
Sorry, you’re fired.
I didn’t hear them.
I didn’t hear anything.
Nice garden.
Bitteschön.
Say thank you.
Hoffentlich sind wir überhaupt richtig hier.
It’s quite bright, you know, light, bright
Wenn du willst, kannst du ja den Brei machen, dann kannst du selbst entscheiden, wie du ihn haben willst – vorausgesetzt, du machst ihn genau so, wie ich ihn mache.
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Filed under endless summer, Kunst, Politik
Boah, ist das kühl.
Und was wäre, wenn man alle Stimmen durchgehend mit Behinderungen versehen würde? Jede ihre eigene, oder eben wechselnd. Könnte das eigentliche Merkmal der Stimmen sein.
Suicide 1977/Rocket U.S.A.: Ziemlich interessant, wie im Keyboard die Klänge verhallen und dann zu eigenen Klangflächen werden. Auf der ganzen Platte quasi alle Tonhöhen nochmal durch mechanische Binnenwiederholungen oder parallellaufende Geräusche strukturiert. Bei Rocket U.S.A. dann tatsächlich rhythmische Binnenschweller, wahrscheinlich zu der Zeit gar nicht so leicht herzustellen/zu programmieren. Funktioniert natürlich super: Tote Klänge, durch mechanistische Binnenstrukturen belebt. Ist im Prinzip extrem ähnlich, wie wenn im klassischen Orchester Sopran und Bass durch Tonwiederholungen in den Mittelstimmen strukturiert und zusammengehalten werden. Eine fortlaufende Zeitstruktur im Hintergrund, die einerseits nachvollziehbare Bewegungsmuster unterlegt und andererseits eine Art Zeitmaß für die anderen Stimmen ist. Sozusagen die mittickende Uhr, das Metronom. Doomsday. Jedenfalls ist das ein Grund dafür, dass die Keyboardbegleitungen so extrem interessant bleiben. Cheree: So eine Art Schaben im Ton.
1. Invitation of the gods
2. Greeting
3. Offering first glass
4. No action
5. Offering second glass
6. Last glass
7. Covering of the plates
8. Sending away
9. Burning of the written prayer (no music)
1. Youngshin; 영신; 迎神 – 신을 맞이함
(HwangJong-gung, ChungNyo-gung, NamNyo-gung, IChik-gung)
2.J eonpye; 전폐; 奠幣 – 폐백을 올림
(NamNyo-gung)
3. Choheon; 초헌; 初獻 -첫 번째 술잔을 올림
(NamNyo-gung)
4. Gongak;공악; 空樂 – without action, only music
(KoSon-gung)
5. Aheon; 아헌; 亞獻 – 두 번째 술잔을 올림
(KoSon-gung)
6. Jongheon; 종헌; 終獻 – 마지막 술잔을 올림
(KoSon-gung)
7. Chelbyoendu; 철변두; 撤籩豆 – 제사지낸 그릇을 덮기
(KoSon-gung)
8. Songsin; 송신 送神 – 신을 보냄
(Songsin HwangJong-gung)
9.망료 望燎 – 축문을 태움
(without music)
What do you think? What do you think? Schnell, vielleicht auch sehr schnell, aber nicht aufgeregt. Vielleicht ein bisschen gehetzt.
Im Grunde haben die Deutschen immer Angst, etwas falsch zu machen, besonders, aber bei weitem nicht nur in untergeordneten Positionen. Deswegen machen sie dann lieber nichts. Merkwürdige Form von angstgesteuerter Gelähmtheit. Verkrampfte Lethargie. Kann man leider auch an sich selbst beobachten.
What do you mean? What do you mean? 무슨 뜻이에요?
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Filed under Elektronik, endless summer, Material, Politik, Pop
Pavillon: Ruhm der Unvernunft.
Ziemlich interessant wie sich in den Bergen die Perspektive durch relativ kleine Bewegungen deutlich verändert. Wenig Schritte und die Punkte in der Landschaft wirken wie neu angeordnet.
Pierre Frick, Le 3 Décembre 2015
Pane Carasau
Cioccolato Piemont La Nocciola Crema Gianduja
Wolken: Schöne Dreidimensionalität. Transparenzvarianten. Interessant. Lustig, wie ein Flugzeug sich in die Kurve legt. Sieht immer so aus, als ob es auch umkippen, sich seitwärts überschlagen könnte. Bisschen unangenehm, als ob man in der Luft hängen würde – was man de facto ja auch tut. Fühlt sich nur unsolider an als der gerade Flug.
Vielleicht ganz einfach alle Jahrescharts auf einmal. Fühlt sich nicht so bescheuert ordentlich an.
Zurück in Deutschland: Ist ja geil eng hier. Kann ich bitte kurz sterben?
Von Nazis geträumt. Wie war das nochmal? Ach ja, Nazis, die Postzusteller töten und zerstückeln. Ich sollte den nächsten Postzusteller spielen und sie überführen. Das böse war nicht im Empfangsraum, sondern im Raum dahinter. Klassische Falle. Unangenehm.
Summen mit Glottisschlägen artikulieren, wie wenn man eine Tonleiter artikulieren wollte, aber auf einem Ton.
Bründlmayer
Brut Rosé
Air Austria: Sprechen mit einem ständigen Räuspern in der Stimme, quasi viel Räuspern und wenig Stimme, Text wirkt dann sogar so, als ob das Band springen/rückwärts laufen würde, obwohl das natürlich nicht der Fall sein kann. Wäre aber natürlich eine Option bei absichtlichem Silbentausch.
Ähä-al-ähä-ähä-ähä-al-ähä-ähä-so-ähä-al-ähä-ähä-ähä-ich-ähä-ähä-de-ähä-ähä-wer-ähä-de-ähä-ähä-jetzt-ähä-mal-ähä-jetzt-ähä-auf-ähä-ähä-s-ähä-ähä-auf-ähä-ähä-Klo-ähä-ähä-s-ähä-ähä-auf-ähä-ähä-s-ähä-ähä-ähä-hen-ähä-ähä-ge-ähä-ähä-ähä-ähä-ähä-s-ähä-ähä-ähä-ähä-hen-ähä-ähä.
Vielleicht eher he-he-he-he-he-he-he-, extrem trocken, quasi knacksen.
Funktioniert natürlich am besten mit einer Stimme, die ohnehin schon extrem kehlig geführt ist.
Danke, liebes Wasser!
Junge stürzt über Friedhof ab:
Hello dead!
Hi dead!
Between us: I’m dead. But don’t tell anybody.
Oh, you’re dead! Don’t worry. We won’t tell.
New optimism: In Schönheit sterben. Haben wir eine andere Option?
Auch schlechte Ideen sind automatisch gute Ideen. Weil wirklich schlechte Ideen gar keine Ideen sind.
Die Stadt artikuliert die Menschen.
Disco, was ist das genau: Melancholische Begeisterung? Eindeutig lasziv, verhaltene Ekstase, irgendwo auch unverhohlene Trauer, gerade in seiner elegant-stampfenden Trägheit (Steve Monite, Only You).
Please eat
Without ne
Me
Meine ich
Schlachten 1: Arie: Japanischen Text englisch einsprechen.
Schneller Grundschlag, alles Bassdrum, quasi gabba, kurze Unterbrechungen, sonst einfach durchgezogen, was kann man damit machen?
Regelmäßiges Trap-Ticken, ab und zu auf Wirbel-Geschwindigkeit und darüberhinaus beschleunigt, aber absolut exakt, kann man das nachspielen?
Täuschung: Glanz auf Badezimmerboden wie dicker, klebriger Schleimfaden zwischen Hand und Brust.
Comments Off on Danke, liebes Wasser!
Filed under Material, Politik, Pop, Schlachten 1: Arie
SCHEISS Besserwisserei
Ziemlich lustig, wenn draußen extreme Hitze brennt, gar nicht unangenehm, nicht schwül, nur unerträglich heiß, und du drinnen sitzt und in das schöne Wetter hinausschaust, eigentlich gerne draußen wärst, aber genau weißt, dass du es nicht lange aushalten würdest.
Abramovic: Ich bin so glücklich, dass es die Aufnahmen gibt. Kann es das wirklich sein? Ist ja schön, dass es die Fotos gibt, aber ist da nicht etwas grundsätzlich falsch, wenn die Künstlerin nach den Fotos schreit? Man kann natürlich sagen, alles wird dokumentiert, warum nicht das auch dokumentieren. Ist aber ein Unterschied, ob eine Aktion als solche schlüssig ist, oder ob sie erst im Nachhinein, in der Dokumentation, gut aussieht. Fast hätte ich das Gefühl, dass man dann die Dokumentation, egal ob Foto, Film, oder Audio, von vornherein mit planen sollte, auf irgendeine Weise zum Teil der Aktion machen. Dass die Doku dann eben auch wirklich mehr ist als eine reine Dokumentation. Was im übrigen überhaupt nicht HD o.ä. bedeuten muss, eher im Gegenteil.
Freizeitparks – woher kommt die Sehnsucht nach lebendiger Unterhaltung in Zeiten digitaler Zerstreuung? Ist doch total klar, ist eigentlich digitale Unterhaltung, weil alles vorgegeben ist und du keine Entscheidungen treffen musst, die nicht für dich vorgedacht wurden.
einen moment lang
Die Irre: Ist lustigerweise wirklich viel interessanter als normale, vernünftige Sprache. Merkt man schon allein an der Sprachmelodie. Als ob Vernunft da vor allem Standardisierung wäre.
Raum als Instrument, und zwar besonders einer, der sich nicht dafür eignet, und dadurch dann vielleicht besonders geeignet ist.
Steve Locke, Three Deliberate Grays for Freddie (A Memorial for Freddie Gray): Was ist das denn genau, was wir da sehen? Drei Farbflächen, deren exakter Farbton jeweils dem Farbdurchschnitt eines von drei Fotos des 2015 in Polizeigewalt gestorbenen Schwarzen Freddie Gray entspricht. Das Werk ist offensichtlich erst einmal ein Angriff auf den abstrakten Modernismus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Bedeutung über das Werk hinaus entweder grundsätzlich vermied oder absichtlich im Vagen hielt. Kann man aus der merkwürdigen Farbauswahl schließen, dass die Farben irgendetwas über sich selbst hinaus aussagen müssen? Im Endeffekt, und ich bin sicher, dass dies der Aspekt ist, der von Locke am wenigsten intendiert ist, könnte man das Werk aber auch als Memento mori lesen: Dass von uns nichts übrig bleibt, als im besten Fall drei Farbtöne, die nicht das geringste über das aussagen, was wir gewesen sind.
Einen Raben gestreichelt.
Es gibt keine verfügbare Schönheit, sorry.
Ergebnisse für No Problem Dichtung an der Route werden angezeigt.
surreal friedlich
Ja, sie wollen dass ich falle…
Nie wieder Miracoli.
Schade, dass man alles vergessen wird.
Schmerzensmann
Karl Lehmann
Es gibt keine Geheimnisse mehr.
Es gibt keine offenen Fragen mehr.
Was bedeutet das für uns? Dass die Hoffnung, hinter der nächsten Ecke könnte etwas warten, das unsere Welt komplett verändert, zumindest auf der Wissensebene ersatzlos gestrichen ist. Es sei denn, man sucht sich Gebiete, die immer noch schwer zu erschließen sind.
Austernpilze, Schirme und Stengel
Festes Tofu, relativ grob geschnitten
Milde Chillis
Mönchsbart
In Südamerika: Brusttasche mit Messer an Stock aufgeschnitten, damit Geldbörse herausfällt. Dabei Brust mit angeritzt. Bilder, die immer wiederkehren. Andere gar nicht, für immer verschwunden, sind eben gar nicht da. Sowas wie der in der Zeit fortentwickelte Fingerabdruck des Gedächtnisses.
Genau träumen/sich vorstellen, wie ein Knochen bricht. Tagträume zwischen dunklen Gedanken.
Das einzige, was man hier lernen kann: Wie unendlich platt die Bühne sein kann, und wie unvorstellbar unempfindlich dabei mit der Musik umgegangen wird. Letztlich auch, dass das darstellende Grimassieren und Gestikulieren zu Musik nicht wirklich eine gute Idee ist. Bei soviel Grobheit beginnt man sich nach Beckett zurückzusehnen. Auch das dokumentarische Theater ist natürlich ein möglicher Weg aus dieser Falle. Genau wie die trashige Überspitzung. Aber, natürlich, alles längst Presets geworden, die nur graduell frischer sind als die Posen des gestischen Theaters. In other words: Find something new. Überlege dir, wie dein Theater wirklich aussehen soll auf der Bühne. Möglicherweise Mikrochoreographie.
Der heute 18jährige hatte seit Jahren schwere Alkoholprobleme.
Trap-Klicken = Footwork-Klicken
Gitarrenvideounterricht: Das vermeiden ungewollter Nebengeräusche beim Spielen. Genau! Nur umgekehrt.
Man fragt sich natürlich schon: Wie wird man eigentlich sterben.
… and then you wait …
Falsett + Strohbass: Please do it!
Kadai Chana
Problem: Alles was über Träume/Pläne hinausgeht, ist letztlich banal/langweilig. Scheitert an der Banalität des Alltäglichen. Die vielen Hindernisse, die es sich eigentlich nicht lohnt zu überwinden.
Listen
Listen
Listen
Rhythmus
Rahmen
Schönheit: Einem etablierten Schönheitsideal folgen und dabei ein neues Schönheitsideal erfinden, unabsichtlich und unbewusst. Des Demonas.
There is no way it could feel worse.
Zimmermann: Ganz interessant, wie wenig das funktioniert, wenn die Tonbewegung nie einrastet, sich nie wirklich in etwas verbeißt, sondern letztlich alles nur anreißt, darüber hinweggleitet.
Ein komplett normaler Typ, der komplett normal aussieht und eine komplett normale Frisur hat, aber dann 5 Minuten in der Umkleide vor dem Spiegel steht um sich zu frisieren. Nicht übel.
Satie-Rekonstruktion, negatives Arpeggio, rätselhafte Atmosphäre, Ernst ist von den Vortragsanweisungen genervt, Rebecca wiederholt nach der Premiere immer wieder, DAS KANN MAN DOCH NICHT MACHEN, bis alle anderen ebenfalls genervt sind. Bei der Premierenfeier wird eine Jubiläumsbox vorgestellt, eine kofferartige Schachtel, vollgepackt mit kleinen, geschenkartigen Päckchen, zum Teil mit Banderolen, die die Box exakt bis an den Rand füllen, von denen aber niemand weiß, was sie beinhalten. Alles ziemlich schwer, fühlt sich wie Süßigkeiten an, ist es aber mit ziemlicher Sicherheit nicht. Das Stück läuft weiter, Rebecca regt sich immer weiter auf, bis sie es schließlich ausmacht und etwas anderes auflegt, eine ziemlich müde Tanzmusik, generischer Dubtechno.
Plötzlich wollen alle um jeden Preis nützliche Mitglieder der Gesellschaft sein – ist da nicht irgendetwas oberfaul?
to get a life, please wait 09 minutes 08 seconds
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Filed under Gesang, Neue Musik, Politik
Death’s Poster Child
Die Mannheimer Wissenschaftler Doris Stolberg und Stefan Engelberg, die beide der Forschungsgruppe Koloniallinguistik angehören, haben die deutschen Wörter in den mikronesischen Sprachen dokumentiert. Es sind beispielsweise benster (Fenster), bérib (Brief), chausbéngdik (auswendig), hall (Halt!), kiló (Kilo), mak (50 Cent), mesilkebiér (Maschinengewehr), slibs (Schlips), suester (Nonne) und turm (Kirchturm) im Palauischen. Im Samoanischen gibt es penisini (Benzin), tiso (Diesel), lita (Liter) und fumfa (wertlos, nach dem deutschen Fünfer).
Meine Definition von politischer Musik: Musik, die versucht, sich Bedeutung zu geben, die sie nicht hat. Was vollkommen ok ist. Aber eben leider nicht funktioniert.
It’s like the pain kicks in.
A pain you so far only have heard talking about and now you think, ah, that’s it, before you black out.
And you black out quite early.
Interessant, dass sich im Spiegel, wenn man nicht etwas in ihm betrachtet, sondern ein rein praktisches Verhältnis zu ihm eingeht, zum Beispiel ihn putzt, also quasi unbewusst in ihn hineinschaut, tatsächlich ein neuer Raum öffnet, dem man sich nur intellektuell, aber nicht sinnlich verschließen kann. Fast als ob du plötzlich hineinfallen würdest.
Can’t remember which one of these he opened with her.
Gebetsschnüre oder wie die heißen.
Ploy, Footprints In Solid Rock (Beatrice Dillon Remix): Einfach nur die Einleitung, sonst nichts, ziemlich cool.
maybe anything minor-league enough to understand probably wasn’t going to be major-league enough to save his addled ass from the well-dressed Sergeant at Arms, now, was it?
Warst das du?
Warst das du?
Warst das du?
Gagok:
Zeilen
Bedeutungseinheiten
Worte
Silben
Motive
1. Arca: Arca
2. Kendrick Lamar: DAMN.
3. SZA: CTRL
4. Vince Staples: Big Fish Theory
5. Kelela: Take Me Apart
6. Latasha Alcindor aka L.A.: B(LA)K
7. Elysia Crampton: Spots y Escupitajo
8. Joey Bada$$: ALL-AMERIKKKAN BADA$$
9. Upgrayedd Smurphy: HYPNOSYS
10. Syd: Fin
11. Drake: More Life A Playlist By October Firm
12. Vektroid: Telnet Complete
13. Kelman Duran: 1804 KIDS
14. VA: Mono No Aware
15. Bill Orcutt: Bill Orcutt
16. Dog Lady Island: Chopin
17. NÍDIA: Nídia é Má, Nídia é Fudida
18. Lawrence English: Cruel Optimism
19. Roc Marciano: RoseBudd’s Revenge
20. Dawn Richard: Infrared
21. Mozzy: Fake Famous
22. Kodie Shane: Big Trouble Little Jupiter
23. Medslaus: Poorboy
24. Jlin: Black Origami
25. Alexandria: Cut of Cloth
26. Young Nudy: Nudy Land
27. Shell Money: Family Tapes 89-93
28. MHYSA: fantasii
29. Coucou Chloé: ERIKA JANE
30. YATTA: Spirit Said Yes!
31. Dizzy SenZe: Hueman Vertigo
32. Camille: Oui
33. Smokepurpp: Deadstar
34. Yves Tumor: Experiencing the Deposit of Faith
35. Steve Monite: Only You
36. The Caretaker: Take Care, It’s A Desert Out There (in memory of and for Mark Fisher)
37. Fis & Rob Thorne: Clear Stones
38. DJ Manny: Greenlight
39. ACLDS: Fuadain Liesmas
40. Jana Rush: Pariah
41. Kehlani: SweetSexySavage
42. UPGRAYEDD SMURPHY: Sorry, please forgive me, thank you, I love you
43. Olivia Block: Dissolution
44. Sophiaaaahjkl;8901: Toilet Abstraction Tapes
45. King Yosef: Fortune Teller
46. Kali Malone: Velocity of Sleep
47. Lil Yachty: Teenage Emotions
48. 18+: Babyfather / GAIKA Remixes
49. Dominowe: SiyaThakatha
50. Edward Ka-Spell: An Abandoned Laboratory Volume 1
51. Impetuous Ritual: Blight Upon Martyred Sentience
52. Turinn: 18 1/2 Minute Gaps
53. TEKLIFE: ON LIFE
54. El Mahdy Jr.: Time to Sell the Golden Teeth
55. JAK3: LIFE PATH NUMBER 11
56. Section Boyz: Soundcheck
57. Second Woman: E/P
58. VA: The Photographs of Charles Duvelle: Disques Ocora and Collection Prophet
59. Frank McCarty: Tactus Tempus
60. nekomimi + luvfexxx: LUVISCOLD
61. Valee: 1988
62. Lorenzo Senni: XAllegroX / The Shape Of Trance To Come
63. Lushloss: Asking/Bearing
64. Morbid Evils: Deceases
65. Linda Perhacs: I’m a Harmony
66. Raekwon: The Wild
67. Kur: 180
68. Ron Trent: Prescription – Word, Sound & Power
69. Fischerle: Post-functional Dub Objects
70. Special Request: Stairfoot Lane Bunker
71. Skullflower: The Spirals of Great Harm
72. Hecker: A Script for Machine Synthesis
73. Moa Pillar: No Expectations
74. Posthuman: Preach / Temptation
75. Nathan Fake: Providence
Allseitige Erschöpfung: Bisschen sind auch die Ambitionen verloren gegangen, denke ich. So ein angenehmer Größenwahn ist nicht mehr da. Das merkt man schon sehr deutlich, wenn man das durchhört. Alle sind froh, wenn sie irgendwie durchkommen, es gibt keine überschüssige Energie mehr, die verschwendet werden könnte. Und Pop ist halt auch Verschwendung, sonst funktioniert es nicht. Da wird man definitiv dran arbeiten müssen, was für uns heute Verschwendung heißen kann.
Gilt mit großer Wahrscheinlichkeit für alle Kunstbereiche. Der komplette Verzicht auf Verschwendung, oder der Ersatz durch regenerative Techniken funktioniert jedenfalls nicht, ganz besonders nicht, wenn er als eigenes künstlerisches Argument eingesetzt wird.
Düsterkeit kann ja auch verschwenderisch sein, wenn man sich traut, satt aufzutragen. Auch, natürlich, Kargheit, wenn sie entschieden genug ist.
Zur Idee von Mode gehört ja sicher auch die Verschwendung. Dass das real nicht mehr umzusetzen ist, liegt auf der Hand (auch wenn ich absolut nicht sicher bin, dass sich die Labels wirklich daran halten werden, wenn es nicht zu ihrem Nutzen ist). Wenn die materielle Verschwendung nicht mehr möglich ist, muss es aber doch sicher eine Verschwendung der Ideen, der Projekte, der Optionen geben – vielleicht unendlich viele Dinge, die gezeigt, aber nicht umgesetzt werden – andernfalls wird es sehr nüchtern und pragmatisch.
Auch da war Margiela seiner Zeit weit voraus. Im Grunde hat er das alles schon gemacht – nicht weil er musste, sondern weil das seine Idee von Mode war. Das ist jetzt uneinholbar – denn jetzt müssen alle. Nicht dass ich mich darüber freuen würde, aber letztlich ist das natürlich ein künstlerischer Triumph.
Vermutlich wird das niemand so glanzvoll hinbekommen wie er. Galliano macht im Grunde das, was er immer gemacht hat, mit den Mitteln von Margiela. Das funktioniert überraschend gut, wirkt aber ein bisschen wie angelernt und hat in keiner Weise die Konsequenz von Margiela. Es wirkt eher so, als ob jemand mit seiner Zeit geht, als dass er sie definiert.
Du Penner. Ein Besuch im weißen Haus war eine Ehre, bevor du aufgetaucht bist.
Mit Vegard Vinge-Maske und Vegard Vinge-Stimme.
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Fuck the honeymoon.
Bogen annähernd oder absolut geräuschlos auf Saite ablegen und wieder aufheben. Mehrmals, fester Rhythmus, längerer Zeitraum. Obsessive Konzentration.
The parents apparently being not exactly the two brightest bulbs in the great U.S. parental light-show.
KVM2: Wenn Material aus Gruppe 1/2, IMMER ppppp bzw. ppp.
Liste: Tatsächlich kurz ausblenden und reinsprechen, was das jetzt gerade ist (oder nicht). Die Geste der Nummerierung/Erklärung, auch wenn sie völlig leer/deplatziert ist.
Saturn A: Mit Wucht am Frosch auf gedämpfte Saiten schlagen, Bogenholz trifft nicht auf Griffbrett, aber die implizite Gewalt ist genauso groß. Wie massakriert.
e.g. like like a hitter that’s on a hitting streak
vc: Festhaken am Frosch, angenehm brutal als gestisch-akustische Aktion
The key to the successful administration lies in cultivating a kind of reverse-Buddhism, a state of Total Worry.
Love, Lie: Homestory, An operatic venture with Monteverdi’s Ulisse and Korean Gagok
journey
voyage
progress
wayfare
travels
action
Spaß haben und sterben: Wie wollen wir überleben? Theoretisch könnte es ja auch besser sein, in Glanz unterzugehen, als glanzlos weiterzumachen. Was offensichtlich für das Individuum wie für die Gesellschaft gilt. Frage muss dann schon sein, was ist es uns wert, weiterzumachen? Was wollen wir auf die Reise mitnehmen? Und was nicht? Worauf wollen wir nicht, worauf können wir nicht verzichten? Was klärt sich von selbst, was muss entschieden werden? Gleichzeitig pathetischer Unsinn: Irgendjemand wird immer weitermachen, bis es gar nicht mehr geht. Insofern hat die Frage nur eine sehr begrenzte Gültigkeit.
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Fremdsteuerung
freeze frames: Gehaltener Akkord oder Wiederholungen
In fact I felt the world was a little better off knowing he wasn’t in it anymore.
BÖSE BÖSE BÖSE: Wenn man sich die sicher gut gemeinten Druckerzeugnisse wie das Zeit-Magazin, das FAZ-Magazin oder das SZ-Magazin anschaut, möchte man am liebsten schreiend durch die Straßen laufen. Man meint Popularisierung, vernichtet aber auf dem Weg alles, was daran gut und richtig ist. Bis de facto nichts mehr davon übrig bleibt. Eine gute Idee, die im Zeit-Magazin gelandet ist, ist halt keine gute Idee mehr, sondern mausetot, sorry. Als ob es auf der Welt nur noch Grünen-Wähler geben würde. Was vielleicht ja sogar der Fall ist. Well, not quite. Oder wählen die etwa auch die Grünen? Figure of speech.
Mozart d-Moll in Mr. Robot: Was bedeutet das? Warum klingt das so gut? Offensichtlich set feelings. Aber trotzdem hat es eine echte Funktion, bildet etwas ab, was sonst nicht abgebildet werden könnte.
KVM2, Dexter 2: Nicht nochmal von vorne anfangen, sondern Dexter 1 überschreiben. Ihn also langsam verschwinden lassen.
Betonmauer, grau überstrichen, Träger Nacktbeton.
Preparing the release of a Presidential Address to the Nation cartridge that purportedly consists entirely of the president seated at his desk with his head in his gloves intoning „What’s the point of going on?“ over and over.
Mauer hoch, Ausländer raus, Amerika zuerst!
Variante KVM2/Dexter: Alle Aktionen unendlich lang, niemand hört mehr auf mit dem, was er gerade macht. Frage, wie das dann als Form funktioniert: Einzelne Sätze. Oder etwas, was wie einzelne Sätze wirkt, tatsächlich aber etwas anderes ist? Oder Überschneidungen, Montage.
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Filed under Kaleidoskopvillemusik II, Klassik, Literatur, Politik
Corporate Reality
Facebook-Konformismus: Ich habe nichts zu verbergen. Äh, hallo? Klar habe ich etwas zu verbergen. Nur ein Ultrakonformist hat nichts zu verbergen. Deswegen bewegt sich die gesamte Facebook-Konversation ja auch immer ganz eng im Bereich des in der jeweiligen Gruppe erlaubten/gerne gesehenen. Keinerlei Ausfälle, weil es keine Ausfälle geben darf. Letztlich eine reine Bestätigungsmaschine, sonst nichts. Deshalb vermutlich auch so erfolgreich. Ich glaube nicht, dass es größeren Konformitätsdruck geben kann.
Und wenn man etwas daraus machte? Wenn man es nicht einfach ertrüge, sondern schaute, wie man es auf eine andere Ebene bringen kann? Nicht mehr peinlich berührt sein, wenn etwas Unangenehmes passiert, sondern es herausfordern, damit arbeiten, zum täglichen Umgangston machen. Aggressivität.
ME ist im Grunde eine Art Autoverkäufer. Und da das Auto, das er verkauft, nicht besonders gut ist, braucht es eben ein besonders aggressives Marketing (BBoM). Sind wir nicht alle irgendwie Autoverkäufer? Nee, sind wir nicht.
Extrem schnelle Akkordbrechungen, Arpeggi oder statische/kontinuierliche Figuren
The Sound of Disco: Hat ja bei aller Intimität/Sexiness auch etwas extrem Unnahbares in seiner Künstlichkeit, alles in Großaufnahme, aber in einer Welt, die ganz weit weg ist. Überlebensgroß. Ikonen sind unsterblich.
Our Yearly Contest
Krasse Melancholie-Anfälle, sieht aus, als ob die ganze Welt traurig wäre. Alle bleich, alle niedergeschlagen. Was ist denn da bitte los – Kollektivdepression?
stimmt übrigens nicht (Pop/Diederichsen/Geräusche)
S1A, Runaway etc.: Scheint nicht mehr zu passen. Schadä, hattä michä vollä daraufä gefreutä.
Frank Kunert: Wenn es zu offensichtlich wird, ist es leider nicht nur nicht mehr lustig, sondern gar nicht mehr lustig, und nur noch doof. Und nicht doof genug, um geil doof zu sein.
so depressing
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Filed under Kunst, Politik, Pop, Schlachten 1: Arie
Spreading vanity over facebook again.
A3 hoch:
gerade vorwärts
ungerade vorwärts
Druck oben
Kopf zum Betrachter
Seul contre tous à Ichijoji: Und plötzlich ganz still – passiert gar nichts – ziemlich toll.
Unbarmherzige Katholiken: 50% der polnischen Bevölkerung sind dafür, auch berechtigte Asylbewerber abzulehnen. Muss man erstmal bringen. Nennt man dann wohl Hartherzigkeit.
SO STUPID…
SINCE THE DAY YOU WERE BORN,
STUPID LITTLE FUCK…
SO STUPID.
Lügenpresse/alternative facts
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Filed under black and white (and grey), Film, Literatur, Politik
What’s done on earth stays on earth.
Ständig 4 live-Kommentare, eventuell umschaltbar.
Dias blinken
black and white (and grey): FAKE NEWS
Vorbestimmtes Zeitfenster, in das das Material eingefügt wird, vs. Material, das seine Dauer selbst bestimmt (z.B. durch Vollständigkeit, Präsentation aller möglichen Ausdifferenzierungen, etc.).
Es gibt mittlerweile so tolle Künstler hier in Berlin, weischt…
HASS HASS HASS HASS HASS
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Filed under black and white (and grey), Politik, Pop, Saturn A/B
Und dann? Und dann? Und dann?
Fuck Fuck Fuck Fuck Fuck.
Warum war dann eigentlich plötzlich alles weg? Keine Begeisterung, kein Glanz, nichts. Alles verloren, wie auf Knopfdruck, zum Jahreswechsel oder so. Epoche der Geistlosigkeit angebrochen.
Ultraeffektive Formdisposition: Skala von Dauern, gleiche Intervalle, auf Gesamtdauer übertragen, Skalen von Dauern, ungleiche Anzahl von Segmenten (Skala von Anzahl von Segmenten?), auf Segmente übertragen, etc. Entweder gleiche Formdisposition für alle Parameter, oder eben jeder Parameter eigene Formdisposition.
U.U. auch für Saturn relevant. Wesentliche Zusatzfrage: Können/sollen Segmente unterbrochen werden, bzw. können verschiedene Segmente mit dem gleichen Material bespielt werden? In Bezug auf Saturn: Wiederholung oder Fortsetzung? Oder spielt das überhaupt eine Rolle? Geht es nicht im Wesentlichen um ein homogenes Auffüllen der Segmente, egal ob mit ähnlichem oder gleichem Material?
Musiktheater, Bühne, EXAKT wie ein Musikstück behandeln.
Als Grundregel für das erste Projekt (und wahrscheinlich auch für alle anderen): Alle Parameter synchron oder fast synchron. Alles andere ist auf der Bühne nicht wirkungsvoll.
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Filed under black and white (and grey), Philosophie, Politik, Saturn A/B
Ultrazynismus as a fuckin’ asset.
Höre ich einen Namen, so habe ich immer das Gefühl, als könnte ich den Menschen, dem er gehört, leibhaftig vor meinen Augen sehen. Bekomme ich ihn aber wirklich zu Gesicht, so sieht er meist anders aus.
Es sind immer nur die Leute aus der Provinz, die einem antworten, als hätten sie alles zutiefst erfasst. Gerade dann, wenn man etwas wirklich versteht, sollte man wortkarg sein, und man sollte schweigen, solange man nicht gefragt wird.
Fast jeder liebt nur das, was seinem eigentlichen Beruf fernliegt. Die Priester streben nach der Beherrschung militärischer Künste, und die Landritter verstehen von der Kunst des Bogenschießens nichts, tun aber, als kennten sie sich in der buddhistischen Lehre vorzüglich aus, sie schmieden Kettengedichte und musizieren gern.
Was keinen freien Raum mehr vor sich hat, ist seinem Zusammenbruch nahe.
Wie viele, die eine Kunst oder Wissenschaft erlernen, denken am Abend träge, er komme ja auch noch ein Morgen, und am Morgen, der ganze Abend stehe für die Arbeit zur Verfügung, und so bleibt es stets bei dem bloßen Willen zum Lernen. Warum es wohl so furchtbar schwerfällt, einen Entschluss auf der Stelle auch auszuführen?
In schwierigen Situationen trifft man beim Spielen den Ball gut, aber wenn man beruhigt glaubt, nun sei es kinderleicht, fällt er sicherlich zu Boden.
Man darf die Würfel nicht in der Absicht werfen zu gewinnen, sondern man muss mit dem Vorsatz spielen, nicht zu verlieren. Man denke nach, welcher Zug wohl schneller zum Verlieren führen wird, unterlasse ihn dann und tue den, mit dem man voraussichtlich am spätesten verliert.
Wenn Neuerungen keinen Vorteil bringen, ist es besser, nicht zu ändern.
Sich in keinerlei Wettstreit einlassen, sondern nachgeben, sich selber im Hintergrund halten und die anderen sich nach vorn drängen lassen ist bei weitem das beste.
Wer sich in die menschliche Gesellschaft einreihen will, muss vor allem auf die guten Gelegenheiten achten. Wählt er einen ungünstigen Zeitpunkt, so widerstreben die Ohren derer, zu denen er spricht, er macht sie ärgerlich, und die Sache misslingt. In diesem Sinne muss man also auf die Gelegenheiten achten.
Yoshida Kenko, 1283-1350
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Filed under Literatur, Philosophie, Politik
Wow, war für einen Moment voll weggetreten, krass.
Tatsächlich interessant, wie unterschiedlich man Ereignisse bewerten kann. Einfaches Beispiel: Halbfinale Federer-Wawrinka, Australian Open 2017. Wenn die mehr oder weniger offizielle Zusammenfassung die beiden medical timeouts (Wawrinka nach zweitem Satz, Federer nach viertem Satz), die meiner Meinung nach matchentscheidend waren, gar nicht erst erwähnt, ist das schon eine sehr merkwürdige Nacherzählung, bei der man sich fragen muss, von welchen Interessen sie gesteuert ist: Vielleicht, dass man nicht erwähnen will, dass vermutlich beide timeouts taktisch bestimmt und darum tendenziell unfair waren? Vielleicht sogar eine Anweisung, dass über tendenziell unsportliches Verhalten nur bei Sportlern, die diesbezüglich ohnehin angezählt sind, berichtet werden soll?
Wie sicher man sich auch immer ist mit seiner eigenen Beurteilung einer Situation, ist es natürlich grotesk anzunehmen, dass man sie nur auf diese Weise sehen kann. Auch wenn die Idee von Urteilen logischerweise darin besteht, das richtige Urteil zu fällen, also recht zu haben, und dieses Rechthaben auch zu verteidigen. Nicht undenkbar, dass es gar nicht möglich ist, eine Sache genau gleich zu beurteilen: Dass es nur so scheint, dass wir einer Meinung sind, dass es aber bei ausreichend genauer Darstellung in jedem Fall offensichtlich würde, dass zwei Standpunkte niemals komplett deckungsgleich sein können.
Eine Meinung kann niemals politisch sein. Eigentlich können in der Politik nur Argumente zählen. Das Problem ist dabei aber, dass die reale Stärke eines Arguments im Wesentlichen von seiner Darstellung, weniger von seiner inhaltlichen Korrektheit abhängig ist, was bedeutet, dass diejenigen, die ihre Argumente am wirkungsvollsten vortragen, recht behalten, egal, wie stark ihr Argument inhaltlich tatsächlich ist. Und genau da können dann machtgestützte Interessen wichtiger werden als Argumente. Real spielt dann bei der politischen Meinungsbildung auch die allgemeine Befindlichkeit, die zwar beeinflussbar ist, aber sicherlich ein Eigenleben führt und nicht komplett berechenbar ist, eine wesentliche Rolle.
Michaela
Etwas tun, wovon man keine Ahnung hat.
Man muss sich natürlich schon fragen, wo der viele Hass herkommt. Neid? Angst? Niemand kann restlos mit seinem Leben zufrieden sein. Dadurch, dass man andere als Ursache für die eigene Unzufriedenheit festmacht, kann man die Tatsache ignorieren, dass es die vollständige Zufriedenheit nicht gibt. Was gut ist, ist das eigene Verdienst, was schlecht ist, sind die anderen. Überhöhter Selbstwert, übersteigerte Selbstwahrnehmung.
Einige aufeinanderfolgende Lieder heißen genau gleich, haben genau den gleichen Titel.
Ich kniete mitten im Verkehr auf der Straße und wusste nicht, wie ich dort wegkommen sollte.
Wir haben nicht das richtige Leben geführt.
Early = Late
J’ai tout oublié.
Zäsur vs. Fermate
Martyrdöd: Bedrohliches Rauschen, von dem man nicht so genau weiß, wo es eigentlich herkommt. Vielleicht passiert nebenan gerade etwas, was man besser mitbekommen würde. Aber man ist hier so abgeschlossen, isoliert, gerade durch das Rauschen. Toll. Aus. Plötzlich hört man wieder was. Rauscht aber trotzdem weiter. Eigentlich unangenehm. Wo kommt denn hier das verdammte Rauschen her? Das ist ja überall, das Rauschen. Jetzt höre ich es plötzlich. Überall.
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Filed under Erinnerung/Gedächtnis, Form, Politik, Pop
yeah, that’s it!
Saturn C: Alles Wird Gut
Kunstzynifizierung
I intend to live forever.
say goodbye to subtlety: JK als Donald Trump der Neuen Musik – konsequent populistisch, ohne mit der Wimper zu zucken, sich für keinen schlechten Witz zu schade
Ich war kein Roboter.
Clinton vs. Trump: Kompletter Unsinn, dass sich die Meinungsforscher geirrt hätten, im Gegenteil lagen sie exakt richtig. Zwei Wochen vor Wahltag Clinton um 10 Punkte vorne, nach neuer FBI-Meldung zur Email-Affaire beide gleichauf mit leichtem Vorteil für Clinton. Genau so ist es doch auch ausgegangen: Mehr Stimmen für Clinton, aber leider ungünstig verteilt. Letztlich hat also der FBI die Wahl gewonnen – sehr merkwürdig, dass darüber kaum gesprochen wird, stattdessen ausführlich über angebliche Fehlprognosen. Panik statt Fakten.
Hat sicher auch damit zu tun, dass man einfach nicht wahrhaben will, dass das Ergebnis letztlich auf einem klaren Faulspiel beruht, dessen Folgen die gesamte Welt ausgeliefert sein wird.
Letztlich will man die Fragilität des politischen Spiels nicht wahrhaben, dass man mit einem einzigen faulen Schachzug alles verändern kann.
Just in time. Almost.
Mhm, stimmt tatsächlich (Caravaggio): Wenn man sich klassische malerische Konzeptionen auf ihre formale Komposition hin anschaut, kann man erstaunlich viel über musikalische Dramaturgie und Spannungsverhältnisse lernen.
Etwas mit total übertriebenem Zeitbezug machen, aber ohne Ironie. Total überkodieren, bis es einem zu den Ohren herauskommt.
Aber ja, das könnte eine Strategie sein: Den ganzen scheiß Zeitbezug so fett zurückspielen, oder so täuschend echt nachspielen, dass man es vom Original gar nicht mehr unterscheiden kann.
Auf jeden Fall müsste die doofe kritische Distanz, ich weiß es besser, Ihr müsst nur auf mich hören, wegfallen.
Die Versprechen der Philosophie, leider nie eingehalten. Wieviele Bücher, bei denen man hofft, das bringt uns weiter, das könnte eine Lösung sein, und jedes Mal die Enttäuschung der Banalität, des im besten Fall gut gemachten, der harten Arbeit, in den meisten Fällen aber der unbegründeten Behauptung, der argumentativen Anmaßung oder der Inhaltslosigkeit. Trotzdem immer wieder neue Hoffnung: Da könnte etwas drin stehen, was Dir hilft. Die absolute Neugier, hervorgerufen durch einen tollen Titel, und das fast genauso große Bedauern, wenn man sieht, dass der tatsächliche Erkenntnisgewinnung gering ist und das Buch im wesentlichen nur zur Anreicherung des argumentativen Wortschatzes zu gebrauchen ist. Und zwar durch alle Jahrhunderte hindurch, ich spreche nicht von philosophischen Neuerscheinungen.
Auch interessant: Die vielen Personen, die auch dann, wenn sie in hohen und höchsten Positionen sitzen, wirken, als ob sie auf das System, das sie steuern sollen, eigentlich keinen Einfluss haben. Als ob sie eher Opfer als Täter wären. Als ob die Gesamtorganisation der beteiligten Interessen längst viel stärker wäre als jede einzelne Führungsposition. The hunter and the hunt.
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Filed under Form, Kunst, Philosophie, Politik
Schwarzgebrannte Kacke
New buildings for Berlin: Nicht Fenster, sondern Innenräume.
samtiger Rauschklang: Radio Slave, Vision (Marcel Dettmann Remix)
Doof, aber dennoch angenehm irritierend: Vorhang-Schatten an die Wand malen, so dass sie unbewegt bleiben, wenn sich die Vorhänge bewegen. Überscharfe Schatten, als ob das Licht heller wäre, als es tatsächlich ist.
New Brutalism: Funktioniert eigentlich gar nicht, Nacktbeton als Designoberfläche in ansonsten komplett konventionellen Bauten ist eben einfach nur Design, sonst nichts, und definitiv kein Brutalismus. Kommt als Material ja auch überhaupt nicht zum Tragen, sondern nur als modische Oberfläche aus dem Architekturmagazin.
Populistische Brexit-Kunst: Ich meine, kann es einen guten und einen schlechten Populismus geben? Der gute ist die richtige Seite, der schlechte die falsche? Und die richtige ist immer da, wo Du gerade stehst, richtig? Oder ist das zu einfache Angebot, die zu einfache Antwort nicht immer böse, egal, auf welcher Seite sie steht? Ist der Populismus der einen Seite nicht mitverantwortlich für den Populismus der anderen Seite und dementsprechend mitschuldig?
Abgesehen davon, dass es nervt: Was kann man wirklich hören? Was passiert? Was für eine Position wird markiert? Wie hält es zusammen?
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Filed under Architektur, Kunst, Politik, Pop
Steineichenwälder
Strophenweise arbeiten, jede Strophe einmal Minhee, einmal Kaleidoskop, also sehr blockhaft. Verständlich sind beide nicht.
Oder eben auch bei Kaleidoskop Hölderlin auf koreanisch (als Umschrift). Hm, vielleicht ein bisschen überengagiert.
Straße als erleuchteter Inselstreifen im Meer der Dunkelheit. Tatsächlich bekommt die durch ihre Beleuchtung eine merkwürdige Gegenständlichkeit.
Den falschen Schuh angezogen (li/re) und es nicht gemerkt? Kaum denkbar. Eher: Richtig angezogen, aber falsch gedacht.
nicht unpolitisch, sondern antipolitisch
– Mal was ganz langweiliges machen, ich meine, so richtig langweilig.
– Gibt’s so was überhaupt? Wahrscheinlich ja nicht absichtlich – wird ja automatisch spannend, wenn du es absichtlich machst.
Stimmen zerstören,
Stimmen überblenden,
als ob sie
immer wieder gleich
immer wieder genau gleich
Wie ist das, kann es eine andere künstlerische Kritik geben als die Verdrängung durch etwas Neues? Ist nicht alles andere letztlich Bullshit?
Aus dem Fenster schauen: Der totale Horror und die totale Schönheit.
Rätsel: Ganz geil, wenn sie nicht aufgelöst werden. Fast beunruhigend. Als ob das Symmetriebgefühl gestört oder der Gegenschuss fehlen würde. Einfacher Trick, aber sehr effektiv (Murakami).
Blau vs. grau, hellblauer Himmel vs. helldunkelgraue Gewitterwolken: Superschön.
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Tschilplaut
A record that doesn’t shrink away from the ambition of the big, behemoth, classic hip-hop record. It sweats out ambition. Yet he chooses to forgo elements of that very aspiration altogether through a careful attention paid to not taking himself too seriously.
One is tempted to say that the very function of the news media is to relegate recent historical experiences as rapidly as possible into the past.
Sex is not sexy. Sexiness is more about the promise than about the satisfaction. Actually quite obvious, isn’t it?
Fett, ölige Substanz, nimmt kaum Kälte an.
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Bleistift
Dass mir die öffentliche Rede so wahnsinnig auf die Nerven geht: Wenn sie jemand anderes hält, schlafe ich ein, wenn ich sie selbst halten muss, winde ich mich vor Unwohlsein – jedenfalls bei der Formulierung, der Vortrag ist mir eigentlich ziemlich egal. Ich verstehe zwar die soziale Funktion der öffentlichen Rede, aber eben nicht die inhaltliche, und trage offensichtlich die Idee mit mir herum, dass alles, was man tut, inhaltlich begründet sein sollte. Keine Frage, dass man den Inhalt per Schreiben/Lesen besser transportieren kann als per Sprechen/Hören, wobei ja eigentlich das VORLESEN bzw. das formalisierte, im wesentlichen inhaltsleere Sprechen das Problem ist. Warum sollte man noch einmal sagen, was ohnehin alle wissen, und wovon alle wissen, dass man es noch einmal sagen wird? Damit es Ausgesprochen ist, eine Art Ritual, Ihr seid Zeugen, dass ich es gesagt habe. So etwas wie Vergegenwärtigung des Allbekannten. Ich habe es gesagt, Ihr habt es gehört, und alle können es bezeugen.
Immer wieder toll: Das 1:1 kurzschließen der Bassdrum mit irgendeinem höheren und möglichst unähnlichen Klang (heute: Gabor Lazar, ILS). Sozusagen musikalisch, und vor allem instrumentaltechnisch unsinnige Koppelung, die besonders gut funktioniert. Würde man halt normalerweise nicht machen. Janggu rechts/links.
Stück um drüber zu sprechen schreiben: Interessantes Konzept.
Bürokratische Verstrickungen. Selbst wenn sie vollkommen harmlos sind, hat man bald nur noch einen Wunsch: Auf der Stelle tot umzufallen.
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Stinkt und klebt.
FOMO: Smart Girls Making Stupid Choices
Ganz interessant die Idee zu glauben, dass die wirklich wichtigen Dinge nicht in der Welt, aber auch nicht in den Köpfen, sondern eigentlich auf dem Papier geschehen. Soviel zur Abneigung gegen Elektronik. Dagegen: Kunst als Schreibsystem.
Entscheidungen, z.B. Rheinmetall: Wer rechnet denn das alles durch, wer hält den Distinktionsgewinn gegen den wirtschaftlichen Nachteil, wer nimmt die Gefahr der juristischen Niederlage nach welchen Überlegungen in Kauf? Es glaubt ja wohl niemand, dass es sich hier um moralische Entscheidungen handelt, dass hier eine Entscheidung getroffen wird, weil sie für moralisch richtig gehalten wird. Aber wie genau kommt man zu dem Schluss, dass die möglichen Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen. Ist das eine einfache Rechenaufgabe, die mögliche Wählerstimmen aufschlüsselt (nicht nur, was die tatsächliche Sachentscheidung, sondern auch, was die politische Profilierung in der Koalition betrifft), oder ist es letztlich vielleicht doch auch persönliche Eitelkeit oder, wieder durchgerechnet, der Versuch, sich als Person in die gewünschte politische Position zu bringen? Spielt das alles zusammen eine Rolle, wird aber dennoch nicht ausgerechnet, sondern aus dem Moment entschieden, und ist das das, was man politischen Instinkt nennt?
The problem with young people, starting in about the 1960s, is that they tend to live too intensely inside their own social moment, and thus tend to see all existence past age thirty or so as somehow postcoital. It’s then that they’ll relax, settle back, sad animals, to watch and learn that life, instead of being rated a hard R, or even a soft R, rarely even makes it into distribution. Tends to be too slow.
We just want to do the bare unavoidable minimum. Pay taxes, die.
Schaut gut aus.
Schaut schlecht aus.
Schaut gar nicht aus.
?
Happy to be able to see at all. Anything.
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Es muss auch mal richtig Scheiße aussehen!
Ganz schlechte Idee: Einer gemeinsamen Meinung zu sein.
Noch schlimmer: Gruppenkonsistente Meinungsbildung.
Um Gottes willen nicht der Gruppe schaden. Um Gottes willen keine eigene Meinung haben. Absolute Konformität. Alles unter dem Deckmäntelchen der permanenten Entäußerung. Facebook: We belong together.
Ein verschlossenes Gesicht.
Ein grobes Gesicht.
Ein leeres Gesicht.
Überlagern von Regeln: Auch so eine Polyphonie, wo sich Schichten gegenseitig manipulieren und dadurch unkenntlich werden. Am Ende fällt alles in ein planes, im Ergebnis vollständig synchroniertes Ereignis zusammen.
Ein GANZ merkwürdiges Leben: Still, isoliert, fast ereignislos. Was sollte da schon GESCHEHEN?
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Unz-Unz-Unz-Unz
How the hell did this get so sad so fast?
Merkwürdig, dass einem dann immer wieder doch etwas einfällt, gerade wenn man denkt, dass es gar nicht geht. Sinn der Arbeit. Warten. Quälen. Zeit.
Mad Men: Orchestrierung der Gefühle, virtuose Kontrolle, vor allem auch in der zeitlichen Abfolge, herauszögern, überraschen, vor sich hin laufen lassen, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, und jetzt der ganz große Knall. Der allerdings auch nicht völlig umgedämpft, damit es danach auch noch weiter gehen kann. Grandiose Schauspieler-Führung, unübertreffbares Timing der unscheinbar Geste.
DMD KIU LIDT: Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit. Klingt gut. Stimmt das? Kann man das so stehen lassen? Würde man natürlich gerne, klar. Aber.
Die Hure/Die Herzogin: Ganz interessant der Gegensatz zwischen anzüglicher Kleidung und neutraler Gestik. Man erwartet die ganze Zeit, dass die Ansage des Kostüms eingelöst wird, es wird aber noch nicht einmal darauf Bezug genommen.
In gewisser Weise waren die Jahre im Gefängnis die glücklichste Zeit meines Lebens.
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Bedauern/Reue
at the same time
Natürlich hat jeder das Recht, ein Kleinbürger zu sein, und logischerweise gehört zur Stellenbeschreibung dazu, dass man es nicht weiß. Ich meine, wer würde denn ein Kleinbürger sein WOLLEN?
Wenn Du auf der richtigen Seite stehst, stehst Du automatisch auf der falschen Seite.
Solunt: Hund in der Totenstadt, merkwürdig zutraulich, merkwürdig vertraut. Alle Häuser tausendmal gesehen und durchlaufen. Angst.
Maurizio/Licht: Kurzes Rauschen am Anfang, Crescendo, oder Rauschen durchlaufen lassen, quasi als ständige Begleitung, kontinuierliche Übergänge zwischen Ton und Rauschen, auch horizontal, aber vor allem vertikal. Tonhöhen ins Ton/Rausch-Kontinuum setzen. Halo. Würde dem Original entsprechen, geht aber stark in Richtung Kitsch/wohlfeil.
Katastrophen (privat und öffentlich): Perfekter Anlass, darüber nachzudenken, wie etwas passieren konnte. Und zu verstehen, dass die Realität unser Vorstellungsvermögen bei weitem übertrifft.
Ok, let’s do it, let’s suffer. Der Ton.
Auch schön. Auch sehr schön.
Nachman Krochmal
Theophrast
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Schuld
ruhiger lauter werden, kälter, dafür aber grausamer
Politik nicht unbedingt als die Kunst der Lüge, sondern eher als die Kunst der Schamlosigkeit: Dass man sich nicht dafür schämt, dass alle, und zwar wirklich alle, wissen, dass man lügt. Und gleichzeitig natürlich immer der Zwang, zu liefern, die Notwendigkeit, mit den gegebenen Ressourcen möglichst viel der eigenen Interessen, des eigenen Programms durchzusetzen. Strategisches Denken und Verhandlungsgeschick, oder einfach nur genialer Machtinstinkt, der ohne echte Schamlosigkeit, hier vor allem die Bereitschaft, die eigenen Ziele unter allen Umständen durchzusetzen, eigentlich nicht denkbar ist. Die Ziele sind so wichtig, dass die Mittel der Durchsetzung letztlich keine Rolle spielen. Und das bedeutet noch lange nicht Bosheit, sondern eher vollständige Abwesenheit von Schönheit, Stil und Moral. Die Moral ist das Ziel, das Ziel ist die Moral, sonst nichts.
1C6
2B4
3A4
4D1
5A6
6B4
7B2
8B7
9A7
10B2
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Na ja, sag ich doch!
Neues Arpeggi-Stück schreiben: Stellar OM Source, aber auch The Knife, usw.
nur reine Intervalle
a-h-c-e: elektrische steel drums, Überleitung
einschließlich Unisono
das Produkt
die Entscheidung
DEKORDER
Schock des Einschlafens: Unwillkürliche (innere) Bewegung. Schlag.
no Zweifel
Armin Schuster
Cada dia tus ilusiones cruzan con las nuestras.
With Love: Klingt wie das erste Meisterwerk des Jahres
Verlust: Irre, wie traurig man ist, wenn man etwas verloren hat, was man mochte. Auch wenn es nicht wirklich wichtig war. Oder gerade dann. Das wichtig sein relativiert sich da ziemlich. Nützlich ist da z.B. ganz schnell gar nicht mehr wichtig.
Superinteressant das Problem des Schnitts, wenn er unorganisch, gegen das Material gesetzt ist. Wie bekommen wir heraus, ob die Wiedergabe korrekt ist, wenn es keine Anhaltspunkte gibt, wie der Schnitt gemeint ist? Soll er völlig falsch klingen, soll er einfach nur als Schnitt wahrnehmbar sein, oder soll er quasi überblendet werden? Gilt allerdings nur für elektronische Musik. Das Instrument normalisiert jeden Schnitt und lässt ihn dadurch verschwinden.
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Versprechen: Alles Egal
Gewerkschaftsbosse als die schlimmeren Unternehmer: Fettleibigkeit ohne Risiko. Kann ich leider nicht wählen, sorry.
Elektrische Panflöte. Auch toll, natürlich.
Beethoven: Bewusster und vorgeführter Eingriff in die Struktur. Zeigen, dass es auch anders geht. Es hätte auch ganz anders sein können. Gerade in tonaler Musik möglich, weil es eine Grammatik gibt. Gleichzeitig ist Musik verzeihender als andere Medien, weil sie nicht gegenständlich ist. Deswegen handelt es sich um reine Grammatik, reine Dramaturgie, und nicht die Anordnung, den Abbruch von Gegenständen. Es gibt keine Provokation, die auf das Leben direkt zugreifen würde. Diese Einschränkung vorausgesetzt geht Beethoven so weit, wie man nur gehen kann, alle neue Musik eingerechnet. Man muss erst einmal eine Grammatik haben, um sie einreißen zu können, daher sicher auch das strikte Festhalten an der zugrundeliegenden Periodik.
wie kriegt man etwas noch hässlicher hin? wie macht man etwas wirklich hässlich?
Warme Sonne, wenig Wolken, die Luft fühlt sich gerade noch kühl auf der Haut an. 20 Grad. Leichtes Frösteln im Schatten. Quite pleasant.
Alles, was einem irgendwann einmal wichtig genug war, aufzuschreiben, stehen lassen.
Auf eine gewisse Art tatsächlich die Funktion, etwas zu bezeugen: Dass man da war, dass man etwas gesehen hat.
Nö, finde ich nicht.
Doch, sehe ich auch so.
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Lachs + Tahin
Leere ist natürlich auch toll, klar.
Ist ja übrigens dann so etwas wie vollumfänglich realisierte direkte Demokratie, wenn die Politik wesentlich damit beschäftigt ist, herauszubekommen, welche Positionen sie beziehen muss, um Wahlmehrheiten zu beschaffen. Sozusagen den Willen des Volkes vorweg genommen. Leider nicht so wahnsinnig befriedigend.
jetzt sag nicht, das hatten wir schon
Wenn’s das Wort schon gibt, muss es das Ding ja auch schon geben, oder?
Auch interessant, dass man so wenig wirklich versteht. Dass man ahnt, das könnte so oder so sein, dass man aber im Wesentlichen im Dunkeln stochert. Viel später wird dann manchmal klar, ob man recht hatte oder nicht. Es sieht dann nicht unbedingt so aus, als ob alles ganz offensichtlich gewesen wäre, eher ist es so, dass man seine Ahnungen im Nachhinein besser analysieren und einordnen kann. Der Gegenstand hilft, wenn er verstanden ist, Ahnungen aufzuklären, eher nicht umgekehrt.
Alcácer Do Sal: Fuckin’ diversity all over the place (actually not quite). Kanten, die nicht aufeinander stehen können. Statik optisch ignorieren/negieren. Wenn größtmögliche Variabilität zur Norm geworden ist, ist reine Serialität die neue Abweichung. Der nächste Zug.
Millionen Melodien für Millionen: Der Nachklang. Jeder hört etwas anderes. Gehört zu den Phänomenen, deren Wahrnehmung definitiv nicht kontrollierbar ist. Und das hat auch damit zu tun, dass man weiß, dass er nicht manipuliert werden kann. Wenn dies doch geschieht, hört man anders zu.
Testton-Brummen
Testton-Piepsen
Audiosculpt: Ein bisschen wie die Putzfrau, die die Fettecke wegputzt. Man hat etwas Schönes, will es noch schöner machen, und bleibt mit leeren Händen zurück.
wenn/wo möglich, Unisono
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– die ja fast schon nicht mehr gegeben ist, das wäre fast schon Zeichen einer s –
öffentliche Rede: Interessant, was alles nicht geht, nämlich eigentlich gar nichts. Sofern es nicht um Fakten, die referiert werden müssen, geht, muss sich öffentliche Rede im Wesentlichen darauf beschränken, Fehler zu vermeiden, und das ist nicht Schuld der Redner oder des Publikums, sondern Notwendigkeit des Mediums. Es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu sagen, sondern, dass überhaupt etwas gesagt wird. Sozusagen ein Pro-Forma-Sprechen, ein Erfüllen des öffentlichen Auftrags der Rede. Auch angeblich provokante Reden erfüllen genau diesen Auftrag: Er war dann eben anders gestellt. Publikumsbeschimpfung, Tabubruch, etc.: Alles Handlungsweisen, die zum Auftrag der Künstlerrede gehören. Eher eine Missachtung des Auftrags, wenn sie nicht erfüllt werden. Die Frage wäre, was passieren würde, wenn der Auftrag wirklich gebrochen würde, bzw. ob das Medium tatsächlich so stark ist, dass der Auftrag gar nicht gebrochen werden kann. Dass der Selbstschutz des Redners jedes Durchbrechen des Auftrags automatisch neu kodiert um zu signalisieren: Keine Angst, ich rede nur. Ich bin nicht gefährlich. Hier droht keine Gefahr. Und alles andere als pathologisch betrachtet würde.
Insofern kann man Politikern auch nicht unbedingt vorwerfen, dass sie lügen, denn in gewisser Weise können sie gar nicht lügen, da sie performen, und die Suggestion der Authentizität, also der Möglichkeit der Lüge, gehört zur Performance dazu. Lustigerweise haben sich Politiker in der Zwischenzeit so sehr in ihre Rolle eingearbeitet, dass man ihnen die Möglichkeit der Lüge eigentlich nicht mehr abnimmt – weil man sie in keiner Weise mehr für authentisch hält. Das wäre dann aber ein klares Zeichen von schlechter Performance. Und in gewisser Weise zu großer Authentizität, was ihre Rolle betrifft. Sie zeigen zu deutlich, dass sie nur eine Rolle spielen. Die zahllosen persönlichen Unvollkommenheiten, die Politiker in ihre Rolle einbringen, ändern im Übrigen nichts daran, dass es sich um eine Rolle handelt, im Gegenteil helfen sie, der Rolle ein authentisches Gesicht zu geben. D.h. ja übrigens auch, dass Politiker nur zu einem ganz kleinen Teil ihre Rolle selbst gestalten können, und der weitaus größte Teil von ihrer Funktion vorgegeben wird.
Das Durchschaubare der Nichtauthentizität macht Politik im Übrigen so abartig langweilig. Da müsste definitiv an der Performance gearbeitet werden.
Müsste man noch weiter auseinander dividieren.
Lustigerweise direkte Demokratie schon längst praktiziert: Die Politiker lauschen dem Volk seine Wünsche von den Lippen ab, um wiedergewählt zu werden. Komplette gegenseitige Fremdsteuerung, geschlossenes System ohne Entscheidungsfreiheit.
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Klavier
gleiche Stimme mehrmals gleichzeitig verschieden interpretieren
Trommel: Rim Shot/Schnarrsaiten/Dämpfen
So, wie die Vertikale flexibel eingeschränkt und wieder erweitert wird, schließlich auch die Horizontale einschränken: Du hast nur Platz für zwei/einen/halben Schlag etc. Zusätzliche Frage: Wo soll dieser Ausschnitt in Bezug auf den Takt und in Bezug auf das Sample liegen? Ist der Takt ignorierbar? Ist das Sample ignorierbar? Synchrone Ausschnitte gegeneinander verschieben? Asynchrone Ausschnitte ihrer ursprünglichen Lage entsprechend spielen? Asynchrone Ausschnitte übereinander legen? Vollständigkeitswahn. Ausschließen.
Ruhe: Ruhe – na ja.
Takt vs. Sample: Takt greift aus Sample gegebene Dauer ab. Dauer maximal Sample-Länge. Dauer über Takt fällt weg. Schweller oder Schnitt. Forte-Ausbrüche mit Wiederholungen auffüllen.
Kann mir mal jemand erklären, warum Konservative so irrsinnig niveaulos sind? Die deutschen Konservativen e.V.: Danke, Papst Benedikt!
Im Traum Angst gehabt, einzuschlafen, dann aufgewacht. Echt passiert!
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Akademiker und Intellektuelle
Hupe: Lang. Langgezogenes Hupen
Klarinette, Fagott, Horn.
Solovioline: Selbstzerfleischung. Hass II.
Das wichtigste ist, dass es so doof wie möglich ist. So doof, dass man es nicht mehr verstehen kann. Stimmt tatsächlich: Wenn es Sinn macht, ist es fast immer Schrott. Politik.
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Das ist ja wohl ein Witz!
Man kann ja eigentlich nicht ernsthaft bezweifeln, dass es wichtig ist, dass sich Leute innerhalb der Gesellschaft für bestimmte Ziele, die allgemein akzeptiert werden, einsetzen, im Zweifelsfall eben auch ehrenamtlich. Warum wirkt es dann so lächerlich, wenn diese Personen in ihrer Aufgabe völlig aufgehen und sie ohne jede Distanz zum Mittelpunkt ihres Lebens machen? Vielleicht einfach, weil es falsch ist, weil eine solche Aufgabe nicht der Mittelpunkt Deines Lebens sein kann. Gleichzeitig kann man aber nur mit dieser völligen Auflösung seiner eigenen Person in der Sache bestimmte Dinge gesellschaftlich durchsetzen. Insofern ist diese Form der Zweckidotie unbedingt notwendig, um Dinge zu verändern. Eines der Probleme dabei ist sicherlich, dass man natürlich immer, zu jedem Zeitpunkt, fragen muss, ob das, was man macht, sinnvoll ist. Man kann nicht einmal entscheiden, dies mache ich, und von da an blind durch die Gegend rennen und alles dem einmal definierten Ziel unterordnen. So eine Art Soldatengehorsam sich selbst gegenüber.
Dialog der Woche:
– Lass dich doch nicht so gehen.
– Es ist so heiß hier.
– Dann geh wenigstens aus dem Bild.
– Kolik ist fertig.
– Ooops! Wie das denn?
– Weiß auch nicht. So halt.
Erniedrigte
Erniedrigte
Ad Pop vs. Klassik: Könnte man vielleicht sagen, dass Pop in Bezug auf Realität und Realitätsdarstellung überlegen ist, und Klassik in Bezug auf Musik als Musik? Und das wäre nicht unbedingt eine Schwäche, ist aber dennoch etwas, worunter alle klassischen Komponisten leiden, weswegen sie verzweifelt versuchen, Realität in ihre Arbeit hereinzuholen, in welcher Form auch immer. Daher eigentlich die ständige Forderung nach politischer Musik: Weil sie scheitern muss, weil es sie nicht geben kann, weil sie im Medium nicht vorgesehen ist. Daher die ständige Selbstkreuzigung der klassischen Musiker einschließlich myself: Wir wollen – natürlich – etwas haben, was wir nicht kriegen können, wie jedes intelligente Kind.
Und die einzige realistische Hoffnung: Dass sich an dieser Selbstquälerei unsere Arbeit schult.
Noch eine Frage dazu: War das immer so verteilt, oder war populäre Musik früher vielleicht auch tendenziell apolitisch? Bedeutet die Erfindung des Pop vielleicht die Erfindung der politischen Musik wie wir sie kennen? Und ich würde vermutlich sagen, dass auch Pop-Pop politischer ist als klassische Musik, weil er die Realität abbildet, ob er will oder nicht (und gerade, wenn er versucht, sie zu verleugnen). Deswegen ist es völlig bescheuert, sich darüber lustig zu machen.
Natürlich will jeder politisch sein, weil jeder wichtig sein will, jeder will etwas bedeuten in der Welt. Allein das sollte Grund genug sein, nicht von sich selbst zu behaupten, dass man politische Musik schreibt. Was für ein Selbstbetrug: Was wir tun ist SO bedeutungsvoll! Forget it. It doesn‘t even EXIST in the world. Und egal, wieviel Eitelkeit du hineinlegst, es wird nicht bedeutender werden.
Vorsicht
Kaktus
Angelsteg
Einfach irgendwas
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Illusion des Aufschreibens
Auf der anderen Seite wäre natürlich vieles komplett weg, wenn man es nicht aufschreiben würde, z.B. Arbeitsnotizen: Einzige Möglichkeit, weggehen zu können, wiederzukommen, und zu wissen, wo man gewesen ist.
everybody’s talkin’ ’bout
Lichtstrahl tanzt in der Mitte: Ihr seid alle Spastis, Ihr wollt alles viel zu einfach haben, Ihr wollt euch nicht anstrengen, Ihr wollt alles vorgekaut bekommen, Ihr seid alle Idioten, Gott strafe Euch!
Das bürgerliche Lager: Interessant, auf was für einem ultra-prolligen Niveau die sogenannten bürgerlichen Parteien im Wahlkampf agieren. Als ob sie sagen wollten: Wer intelligent ist, wählt uns ohnehin nicht. Oder: Wir wollen von gar niemandem gewählt werden, der nicht völlig bescheuert ist. Oder: Wer intelligent ist, wählt uns nicht wegen unseres Wahlkampfes, sondern wegen der persönlichen Vorteile, die er davon hat.
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hate & revenge
Quietus/Primavera: „Overthrow your government now!“ Das muss inzwischen eine der dümmsten Aufforderungen sein, die man überhaupt geben kann. Wenn ein Arschloch geht, kommt das nächste Arschloch, egal aus welchem politischen Lager – nicht, dass das GAR KEINEN Unterschied machen würde, aber eben nur sehr begrenzt. Das dürfte inzwischen doch wirklich jeder mitbekommen haben. Glaubt irgend jemand ernsthaft, dass beispielsweise die Piratenpartei einen anderen Weg gehen wird – wenn sie überhaupt einen Weg geht? Auch die Idee, politische Probleme im wesentlichen auf Haben und Nichthaben zurückzuführen, ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber völlig überaltert, sorry. Am härtesten ist aber der Irrtum, genau diese Geisteshaltung bei Pulp festmachen zu wollen, deren Musik immer von der Hölle auf beiden Seiten gesporchen hat – explizit und erst recht implizit.
vielleicht doch Silben/Wörter/Halbsätze/Sätze als Einheiten?
A3: Gesicht nach oben, Kopf nach vorne, gerade und ungerade gleich.
Verantwortung macht dumm.
sadness button
hysteria button
headache button
coma button
fear button
love button
time button
fuck button
schwefelgelb
La Cubana/Der Kreidekreis
In doubt overdress.
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Gleichmäßige, anstrengungslose Kraftzufuhr.
Zu Politik: Natürlich macht es Sinn, die Motive von Handlungen zu hinterfragen. Und meine Kritik an Wohltätigkeit, aber auch an Politik im Allgemeinen zielt eigentlich fast immer auf diesen Aspekt. Gleichzeitig muss aber auch die Frage erlaubt sein, ob die Handlung selbst, oder das Motiv das ausschlaggebende Kriterium für ihre Kritik ist. Kann das falsche Motiv eine richtige Handlung im Ergebnis korumpieren? Ich würde sagen: Leider ja. Ausschlaggebend ist das Detail, die Begleitumstände, die Ausführung, und die werden selbstverständlich durch das Motiv beeinflusst. Es ist unvermeidlich, dass die Haltung, mit der man etwas tut, die Handlung beeinflusst.
Klingen lassen. Vorteil von Elektronik: Scheinbar müheloses, energiefreies Anhalten des Klanges, unendliches Klingen, das Verklingen nur als Metapher, als Andeutung, als theoretische Möglichkeit, als künstliches Nachbilden akustischer Verhältnisse.
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What we do is secret
Frage, warum die Linke zu vornehm ist, eklatante Fehler der Rechten auszunutzen. Ist die Linke nicht überzeugt vom ihrer Politik? Es sieht ja fast so aus, als ob die Rechte viel mehr an die Richtigkeit ihrer Politik glaubt als die Linke und deshalb Lügen, absurde Kehrtwendungen und mangelnde Fairness gerne in Kauf nimmt, um ihre Politik durchzusetzen. Vielleicht ist es aber im Gegenteil so, dass die Rechte von vornherein weiß, dass ihre Politik falsch ist und ausschließlich ihr selbst nützt, und aus genau diesem Grund nur mit Unwahrheiten und Tricks durchzusetzen ist. Daher der radikale Verzicht auf jeden Anstand und jede politische Konsequenz, wenn sie nicht unmittelbar nützlich sind. Genau dies könnte dann aber wieder der Grund für die Wahlgewinne der Rechten sein: Der bedingungslose Wille zum Erfolg erweckt den Eindruck, dass man von der eigenen Sache überzeugt ist.
Wahrscheinlich könnte man von Antworten auf Sachfragen nie so überzeugt sein, wie es die Rechte zu sein scheint, in Wirklichkeit glaubt sie ja nur an den eigenen Erfolg. Dies wiederum das Problem der Linken, die vor dieser Folie hoffnungslos zögerlich und in Sachfragen verstrickt wirken muss. Das Geheimnis der Rechten: Es gibt gar keine Sachfragen, nur Machtfragen. Merkel als perfektes Beispiel: Falls es jemals sachliche Anliegen gegeben haben sollte, sind sie längst durch Machtkalkül abgelöst worden.
Leute, die man gut findet, Leute, die man hervorragend findet, und Leute, die man wirklich liebt. Leute, die man respektiert, aber eigentlich nicht gut findet. Mit allen Schattierungen. Liebe hat wahrscheinlich schon etwas mit Ähnlichkeit des Projekts, Vergleichbarkeit mit der eigenen Arbeit zu tun, hervorragend mit Größe, gut mit Qualität und Respekt mit Handwerk.
Unsicherheit: Eigentlich ja toll, wenn man etwas nicht auf Anhieb beurteilen kann. Merkwürdige Denkbewegungen, wenn wir unsere Meinung im Nachhinein ändern müssen.
Alles sehr zerfahren und unkonzentriert. Nervös.
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