Category Archives: Stücke

im Zweifel

Unsinn muss immer möglich sein. Sinnlosigkeit muss immer greifbar bleiben.

Was ist eigentlich mit absoluter Regelmäßigkeit? Was spricht dagegen? Könnte ja, z.B., auf verschiedene Parameter angewendet werden. Takte, Tempi, Phrasierungen, Taktanzahl, Dauer, etc.

1/3 oder 2/3 aus 3:5 notationstechnisch nicht möglich; nur durch Tempowechsel fingierbar. Auf irrationalen Unterteilungen basierende irrationale Takte nur notierbar, wenn sich die zugrundeliegende Unterteilung auf die 1 (Ganze) bezieht. Schade, weil unflexibel: Kein freier Schnitt möglich. Es sei denn, Feldmanesk, Wiederholungszeichen in irrationale Unterteilungen setzen. Wiederholungszeichen als Schnitt also. Mit anderen Worten: Gar nicht so exzentrisch als Notation, tatsächlich einzige Möglichkeit, ein bestimmtes Ergebnis ohne irritierende Tempowechsel zu erreichen.

Mutter
Wiederholungen
Geschichten

Keine Unterteilung (nur auf die Eins) ist auch eine Unterteilung.

Alles improvisieren, einen Parameter nach dem anderen? Das hätte den eindeutigen Vorteil, dass es sinnlos wäre. Sinnlos und unbeherrschbar.

alles immer sofort vergessen

für den Zweifel

Passwort: dirty hands

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Streichquartett als Labor

Film: Fehlt mir einfach der Schnitt? Ist das nicht alles viel zu kontinuierlich? Ist Schnitt, Montage, nicht genau das, was meine Arbeit ausmacht?

Ja, das stimmt. Auch ein unmittelbarer Anschluss muss geschnitten sein. Jump-cut. Otherwise it‘s no fun. Und wie mache ich das deutlich? Letztlich nur durch Wiederholung bzw. Variantenbildung, die einzige Möglichkeit (außer Pausen, die aber entweder als Phrasierungshilfen oder als dramaturgische Setzungen wirken), Dinge voneinander abzugrenzen.

Und was ist das dann, wenn grundsätzlich ALLES wiederholt wird?

Die Serie. Eine Serie von Takten. Eine Serie von Modulen. Wann/Wo/Warum schlagen Eigenschaften um?

Prüfen. Anfang auf Wiederholungen überprüfen. In der Tabelle improvisieren. Ausrechnen lassen. Irrationale Takte immer Wiederholungen. Wiederholungen immer gleich Null.

I – 3‘20“ – 200 – 1100 – 18‘20“
II – 3‘00“ – 180
III – 2‘40“ – 160
IV – 2‘20“ – 140
V – 2‘00“ – 120
VI – 1‘40“ – 100
VII – 1‘20“ – 80
VIII – 1‘00“ – 60
IX – 0‘40“ – 40
X – 0‘20“ – 20

XI – 0‘10“ – 10 – 1000 – 16‘40“
XII – 0‘30“ – 30
XIII – 0‘50“ – 50
XIV – 1‘10“ – 70
XV – 1‘30“ – 90
XVI – 1‘50“ – 110
XVII – 2‘10“ – 130
XVIII – 2‘30“ – 150
XIX – 2‘50“ – 170
XX – 3‘10“ – 190

XXI – 0‘05“ – 5 – 2105 – 35‘05“

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Phänomenologie des musikalischen Materials

Einzeln – Zusammengesetzt
Leise – Laut
Schnell – Langsam
Pizzicato – Arco

Aber NICHT: Geräusch – Ton oder umgekehrt

Das Gleiche, aber ohne Vorbild. Im Grunde Nachzeichungen tatsächlich Fortführung der in Potemkin 1 begonnenen Materialkonstruktion.

a) Wie kann man Material zusammensetzen, ohne Spielfiguren zu benutzen?
b) Wie kann man Spielfiguren einen neuen Sinn geben?

Als Komponist interessiert mich nur notierte Musik. Musik, die nicht am Gegensatz zwischen Klang und Notation arbeitet, mangelt es an genau diesem Komplexitätsverhältnis. Es sei denn, sie wäre etwas ganz anderes, nämlich Pop, Welt etc.

Charms: Dub war Spielfiguren? Kaum zu glauben, aber wahr.

Streichquartett: Von der Menge des verwendbaren Materials her theoretisch total beherrschbar.

Totales Scheitern. What the fuck do you want?

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Überlappung

Jeder Parameter eine eigene Dimension?

Parameter-Gefüge als eine Art zellulärer Automat, allerdings mit chaotischen Regeln? Also offensichtlich kein Automat. Geschlossener, aber elastischer RAUM.

Grade der Veränderung: Kann alles sein, es geht nur darum, dass Veränderung stattgefunden hat – oder eben nicht.

Im Traum Zeitung gelesen: Der große Wolfgang Michael ist tot. Schönes Foto, kurze Notiz. Völlig geschockt. Über die vielen liegengebliebenen Projekte nachgedacht.

Parameter als Beschreibungskategorien. Je nach dem, welche Kategorien du auswählst, wird deine Beschreibung anders ausfallen. Je nach dem, wie deine Beschreibung ausfällt, wird dein Gegenstand aussehen. Besonders, wenn, wie hier, die Beschreibung die Vorlage für den Gegenstand ist.

Gegensatz zwischen Kategorien, die einen Zustand beschreiben – quasi eine Tatsache, eine Realität -, und Kategorien, die eine Veränderung beschreiben. Natürlich ist eine Veränderung auch eine Realität, aber wenn sie ausschließlich als Veränderung beschrieben wird, ohne Ausgangs- und Endpunkt, ist die Realität des Ergebnisses gar nicht, oder nur mit Mühe, ableitbar.

Im Grunde kann der erste Teil im Wesentlichen nur aus Einzelaktionen bestehen, der zweite im Wesentlichen nur aus zusammengesetzten, komplexen Aktionen. Um die Klangmasse zu artikulieren, zu bündeln, und um eine gewisse Kontinuität herzustellen. Was klar heißt, dass für den zweiten Teil andere Kriterien gelten müssen als für den ersten Teil.

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Den glücklichen Toten

Zwei Sätze:

I – II (attacca)

Möglicherweise Überlappungen, gegenseitige Bezugspunkte als Verbindung, insgesamt aber klare Gegenüberstellung als deutlicher Gegensatz.

Logisch: Parameter als Entwicklungslinien

Keine lauten Arco-Klänge vor II – dann aber sofort.

Tremolo als extreme Form der Klang-Perforierung: Großer Anteil an II.

Jeder Parameter erzählt seine eigene Geschichte.

Parameter als Kurve, von der dann distinkte Werte abgenommen werden. Wahrscheinlich Takte als Abnahme-Einheit, die selbst eigenen Parameter darstellt.

Nur den ANSCHEIN von Sprache erwecken (Konsonanten-Spitzen).

Wir denken, dass uns etwas verloren gegangen ist. In Wirklichkeit…

Mehr als beim Sehen entscheidet beim Hören die Aufmerksamkeit, was wir wahrnehmen und was nicht. Während wir beim Sehen den realen Blick ausrichten und scharfstellen, ist es beim Hören tatsächlich nur die Ausrichtung der Aufmerksamkeit, und zum Teil auch das Wissen um vorhandene Klänge, die unsere Wahrnehmung steuert. Deswegen kann auch ein komplexer Klang, der sich nicht verändert, im Zeitverlauf unterschiedlich wahrgenommen werden, indem wir unsere Aufmerksamkeit nacheinander auf seine verschiedenen Bestandteile richten. Blenden könnten eine musikalische Metapher für diese Vorgänge sein, wobei es in der Realität wohl eher so ist, dass wir uns bemühen, einen bestimmten Bestandteil des Klanges wahrzunehmen, und er dann plötzlich da ist, quasi wie ein Umkippbild, er aber nicht langsam in Erscheinung tritt. Ähnlich nehmen wir bei Blenden plötzlich den neuen Klang war, der langsam eingeblendet wird, und können dann erst die weitere Einblendung verfolgen bzw. die davorliegende Einblendung rekonstruieren: Oft ist es ja so, dass uns im Nachhinein klar wird, dass wir den Klang schon die ganze Zeit gehört haben, dass wir ihn aber jetzt erst bewusst wahrnehmen, ein bisschen, wie wir Sprache, die wir zunächst nicht verstanden haben, im Nachhinein rekonstruieren können, auch wenn sie nicht wiederholt wird.
Ausführen – Stehenlassen

Der Marschrhythmus als klarste und eindeutigste Rastrierung von Zeit.

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Be safe! Be safe! Enjoy your life!

Lustig, dass man sich mit jedem Stück ersteinmal die Nase blutig schlagen muss, um überhaupt rein zu kommen. Wahrscheinlich kann man die Anforderungen erst richtig einschätzen, wenn es wirklich weh tut. Sprich: Egal, wieviel Erfahrung man hat, man unterschätzt das Stück immer, man denkt, es müsste so, es müsste so gehen, das kann ja nicht so schwierig sein, bis man irgendwann merkt, dass es eben nicht um Ideen, sondern um Arbeit geht. Was nicht heißt, dass die Ideen unwichtig sind, wenn man Glück hat, kommt man am Ende zu ihnen zurück.

Enwicklung statt Veränderung:

Register
Lautstärke
Harmonik
Spielweise
Metrik
Gestik

Überlagerte Entwicklungen, die zusammenfallen, aber auch unabhängig voneinander nebeneinander her laufen können.

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Was ist die Geschichte?

Die Frage ist, wie man nicht-sprachähnliches Material zum Sprechen bringt, wie man die Entscheidungen durchsichtig hält, wie die Varianten gestisch bleiben, allerdings immer nur gerade so. Jeder Schritt muss eine Entscheidung, und nicht einfach nur eine Ausführung sein. Das könnte natürlich heißen, dass es gar kein Kalkül geben KANN, dass von Takt zu Takt komponiert werden MUSS.

Immer auch Phrasierungen andeuten. Phrasierungsähnlich, aber keine echten Phrasierungen (M.B.R.M.M.P.P.).

Ja, stimmt, ist eine Lüge, stimmt nicht, ist gar nicht frei, da ist nur der Takt, sonst nichts, und darin kann alles frei platziert werden.

Schlag als Einheit

von Schlag zu Schlag in Schlägen denken

Klar, man kann natürlich auch die Instrumente oder die Zahl der Instrumente im Voraus festlegen, die Frage ist nur, ob das was bringt. Das Problem ist, dass es im Moment so aussieht, als ob sich das Material tatsächlich aus sich selbst entwickeln könnte, dass die Parameter nicht getrennt behandelt werden sollten, ich finde nur, dass diese Arbeitsweise so wahnsinnig öde und eigentlich auch spießig, weil viel zu unmittelbar ist. Und ich glaube, dass sie auch dem Stück unweigerlich eine gewisse Drögheit gibt. Es fehlt dann die Härte, der Rahmen, die Genauigkeit, ist alles viel zu nett, zu schön, letztlich zu persönlich auf die falsche – nämlich dumme – Art.

Wie viel
Wie lange
Wie oft

Und warum?

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2010: Pathos und Traum

1. Abschnitt: Irrationale Unterteilungen nur für alle Instrumente gleichzeitig. Oder 3:5:7 isolieren.

1/4

3/16
5/16
7/16 (?)

1/3
1/5
1/7 (?)

3:4
4:4
5:4
7:4 (?)

3:3
4:3
5:3
7:3 (?)

3:5
4:5
5:5
7:5 (?)

3:7 (?)
4:7 (?)
5:7 (?)
7:7 (?)

Danach weißt Du mehr.

Jeden Abschnitt als eigenes, in sich geschlossenes Stück behandeln – das Ganze wäre dann eine Art Album? Sammlung von Liedern, die ineinander übergehen.

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Aufstand der Spießer

Sozusagen immer wiederholen – gar nicht verändern wollen, gar nicht woanders hin wollen, sondern durch die von außen vorgegebenen Veränderungen gezwungen sein, sich zu verändern.

Wiederholen Wiederholen Wiederholen

Immer wieder das gleiche Modul, immer wieder das gleiche Modul – das ganze Stück besteht aus einer einzigen Wiederholung – ohne dass man es merkt.

Man könnte auch sagen: Das Stück ist mit seinen Veränderungen identisch. Es gibt nichts anderes als diese Wiederholungen/Veränderungen.

Was willst du hier, was willst du dort?

Die Beschreibung ist mit dem Stück identisch. Oder: Die Beschreibung der Veränderungen ist mit der Beschreibung des Stückes identisch.

Man könnte auch sagen: Es gibt gar kein Material. Es gibt nur Eigenschaften.

Stuttgart 21: Mein Garten gehört mir.

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Analyse von selbstverständlichen Details

Wenn es nur einen Schlag gibt, und der ist auf die Eins besetzt, gilt dann der gesamte Takt als besetzt? Das würde allerdings heißen, dass die Dauer der Schläge auch bei gleich bleibenden Takten ständig wechseln würde. Dabei geht es nicht um die Notation, sondern um das, was wirklich geschieht.

Wenn der letzte Schlag besetzt ist, ist der gesamte Takt besetzt. Allerdings: Jeden Schlag kann man teilen, und wenn der letzte Schlag geteilt wird, ist er nicht mehr der letzte. Die Frage ist also eigentlich: Wo genau ist der Klang zu Ende? Wo beginnt die Pause? Und es wäre komplett naiv anzunehmen, dass die Notation dies genau genug angeben kann. Es sei denn, man würde die Notation wirklich genau darauf hin ausrichten.

Anders gefragt: Wann ist ein Impuls zu Ende? Man kann ja nicht davon ausgehen, dass er keine Ausdehnung hat, bzw. dass seine Ausdehnung gegen Null geht.

Immer 16tel als Grundeinheit nehmen? Tempi müssten dann entsprechend angepasst werden.

Ist ein durchlöcherter, perforierter Klang EIN Klang oder MEHRERE Klänge? Wo schlägt EIN Klang in MEHRERE Klänge um? Ist es eine Frage der Absicht, der Kontrolierbarkeit? Wenn das Stück diese Fragen stellt, müssen sie auch beantwortet, oder zumindest behandelt werden.

Bezug auf durchgehenden Schlag und Verschiebungen gegen durchgehenden Schlag als wesentlicher Parameter der Eröffnungssequenz würden durch Taktwechsel verloren gehen. Heißt das, dass der durchgehende 4tel-Schlag so lange wie möglich beibehalten werden muss?

Letztlich natürlich die Frage, wohin die Reise gehen soll und welche Stationen wir auf dem Weg ansteuern. Warum fühlt es sich so falsch an, mit Unterteilungen/Proportionen zu arbeiten?

Man müsste vielleicht doch wissen, worauf der Fokus liegt, entscheiden, welcher Parameter der Führende ist.

7:4: Siebenmal auf die Vier. Beschleunigte Viertel herausschneiden.

Wiederholungen immer als metrische Schnitte.

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Still talking about form.

Moralische Entscheidungen als ästhetische Entscheidungen: Wir tun etwas, weil es besser aussieht, weil es sich besser anfühlt.

Schlimmste intellektuelle Sünde: Arroganz – Der Glaube, dass man alles selbst am besten weiß. Der perfekte Verhinderer von Entwicklung und Fortschritt.

Knacksen – Anstellen – mitten im Ton

no nonsense score – don‘t try to be cute

die Regeln mittendrin ändern

Oder doch in Abteilungen denken? Eigenschaften zuweisen? In dem Fall wäre aber immer noch die Frage: Wie Abteilungen formalisieren, wenn es doch eigentlich keine Abteilungen geben soll? Klarer Unterschied im Übrigen zwischen Veränderungen, die das Stück in eine andere Umgebung bringen (also tatsächlich Abschnittswechsel), und kurzzeitigen Veränderungen, die sich sofort wieder zurücknehmen (als formale Akzente, kleinere oder größere Abweichungen). Da wäre nun die Frage: soll es einen angenommenen Grundzustand geben, zu dem das Stück immer wieder zurückkehrt, oder soll das Stück fließen, sich unmerklich verändern, vielleicht scheinbar zurückkehren, aber dann doch in eine andere Richtung weitergehen? Sounds very much like Formprobleme.

The generation of material: It‘s all about form.

EINE große Veränderung je Abschnitt, die NICHT beibehalten werden muss, z.B. Register, Klangfarbe, Zahl der Anschläge etc. Hier aber gleich die nächste Frage: Eine einfache Reihung von Ereignissen, Vorkommnissen etc. kann es ja nun auch nicht sein.

Es gelingt mir nicht, die Formalisierung zu denken.

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Tempo

absolute Dauer:

relative Dauer:

internes Verhältnis:

creating on the run

warum – wann – Veränderungen?

Flüssigkeit: Eine kleine Veränderung hier, eine kleine Veränderung dort, wenige größere Veränderungen, summiert aus kleineren Veränderungen.

Wenn es keine Wiederholungen gibt, gibt es immer Veränderungen.

Summation von Veränderungen oder wesentliche und unwesentliche Veränderungen: Veränderungen, die im definierten Feld bleiben, und solche, die aus ihm heraustreten. Entwicklung (wahrscheinlich immer quantitativ) oder Schnitt. Dass die Natur auf eine bestimmte Art und Weise arbeiten soll, kann kein Argument dafür sein, dass die Kunst auf die gleiche Art arbeiten muss.

Kann man Veränderungen einfach summieren (unlikely), oder ist es nicht so, dass es immer einen bestimmten Schritt geben wird, der alles verändert? Hier will ich dies, dort will ich das…

Kleine Veränderungen summieren sich, große Veränderungen schlagen direkt durch?

Im Grunde müsste man über das Maß der Veränderung (Anzahl der Veränderungen, Grad der Veränderung) und über die Art der Veränderung (welcher Parameter wird verändert, welcher Art ist die Veränderung) berichten. Das wäre aber ein überkomplexes, kaum überschaubares System.

Eigentlich ein bisschen wie aktueller Techno, das rauhe, schnelle, trockene Voranschreiten. Das heißt dann eben auch, nicht Form, sondern Entwicklung, keine festen Abschnitte, sondern Markierungen auf dem Weg. Nicht ganz einfach zu denken für einen Form-Fanatiker.

I‘m worried, Ade.
Everybody‘s worried.
But I‘m worried all the time.

Unterteilung

Sanaa

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An Irony-Free Production

This is so colossally retarded, I can‘t even say anything about it.

Can I kick it?

My job is being a pain in the ass. I enjoy that.

Kiss ass!

Arco einstreuen, damit Quartett Bögen nicht weglegen kann.

Verhältnis Geräusch (Rauschen)/Klang in Prozent

der Wechsel des Hauptparameters als eigener Parameter

oder: die Wechselrate als Parameter

Cosima von Bonin
Isa Genzken

Thomas Hirschhorn

The BIG Statement

geträumt: Oper als Symphonie

(re-) call and serve

M.D.: Let‘s watch him die. This is gonna be a great show.

Volkspalast
Vollspast

To please the world

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Arbeitsnotiz

Teil der Schönheit von Pop ist natürlich auch der Eindruck von existenzieller Pracht: Das Nicht-Sparen, Nicht-Festhalten, Nicht-An-Morgen-Denken, das Gehen-Lassen, Verstreichen-Lassen, Aus-Dem-Vollen-Schöpfen, die Arroganz der unbesorgten Selbstzerstörung. Die totale Verschwendung von Lebenszeit. Selbstauslieferung. Und damit logischerweise die Realität. Egal wie berechnend Pop auch immer sein mag, das kann man ihm nicht nehmen. Könnte man übrigens fast 1:1 auf die USA übertragen. Und komisch, dass wir das gar nicht haben. Und auch nicht hinkriegen können.

Ist ja furchtbar. Kann man ja gar nicht hinkucken.

2 x 1200:
1200 pizz.
1200 arco

Herman van San : Klingt ein bisschen wie Nierentisch. Aber gut. Ziemlich merkwürdige Unisoni.

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Kaputte Seelen

Verdopplungen als Halo: 1-14 vs. 1-14

Logischerweise kann es nicht mehr Stimmen als Instrumente geben (no Doppelgriffe).

Stimmen/Instrumente-Prädisposition als Struktur: Hilft, Schläge/Takte/Abschnitte voneinander zu trennen.

(15) 14/13/12/11/10/9/8/7/6/5/4/3/2/1
1/2/3/4/5/6/7/8/9/10/11/12/13/14 (15)

105 (120)

Might help for Lichtblitz, too. Give it more (abstract) structure. Nicht ZU SEHR auf den Text konzentrieren. Noch auf die Bühne. Makes you tight and stiff – unflexible.

In der Tat: Auf Schläge heruntergebrochene Struktur könnte zusätzlichen Grip geben.

Make it easy. Don‘t be ashamed.

Back in the game.

It looks soo good.

Hr. Blockwart: Entschuldigen Sie sich bitte für
Fr. Gauleiterin: Ich verstehe nicht, was Sie in Ihrem Brief mit

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DESTROYER – OBSERVER

even Niney stating that when Tubby had finished a cut, he found it hard to recognise the track himself

Alles vollkommen egal.

Da sieht die Welt gleich ganz anders aus. Leider nicht besser.

mehr arbeiten

professionalisieren

nie mehr ärgern, nie mehr klagen

Schnelligkeit und Detailtreue

Best Bläsereinsatz ever: Mozart und Reggae

Niney/King Tubby: Akkorde, Begleitfloskeln, Spiel mit Begleitfloskeln, Riffs, angedeutete Melodien. Ja, so könnte es gehen. Wie immer die Begleitung nach vorne gebracht. Im Grunde erschreckend, wie interessant das ist.

Show some love, losers!

Wir sind alle etwas ganz besonderes.

Licht: Ganz einfach vorgehen, im voraus Zahl der Stimmen je Takt/Schlag/Abschnitt festlegen, dann eben zwischen 1 (0) und 14 Linien wählen und über Verdopplungen entscheiden. Je mehr Stimmen, desto weniger Verdopplungen möglich, logischerweise. Verdopplungen durch verschiedene Spieltechniken anreichern eventuell auch Oktavierungen – die allerdings auch im Satz schon als Oktavabweichungen vorgegeben sind. Nicht vergessen: Es ist nicht gesagt, dass die höchste Anzahl von Stimmen auch einen dramaturgischen Höhepunkt darstellt, auch eine Reduzierung ins Unisono könnte starken Einschnitt darstellen. Vorsicht: Du musst nicht alles ausfüllen, Du musst nicht alles verwenden. Problem der Gewichtung ähnlich wie bei Charms: Dub.

2 x 7 = 14 Streicher
4/4/4/2
4/4/3/2/1
bzw. 15

Kompatibilität Lichtblitz

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Wahrhaftigkeit und Konsequenz

Ein Instrument ist kein Speichermedium.

Keine Interpretation.

Text und Pause

Zwei

Nichts

Jetzt wird es nie wieder aufhören (zu bluten).

Gerüst – Gerippe – Maßwerk

wie doof darf man eigentlich sein?

Kolik: In die Schwärze

Alles neu. Alles anders. Am Ende ist alles egal. Logisch.

Wie Zugriff auf Text? Welche Parameter?

Geschwindigkeit
Verständlichkeit
Stimmklang
Dauer

Zahl der Tonhöhen je Silbe/je Wort/je Zeile
Tonhöhenrichtung
Lautstärke
Lautstärkeveränderung
Text-Pause

Viel natürlich im Voraus festgelegt – es sei denn, man würde wirklich radikal eingreifen: Nicht mehr auf den Text hören, nicht mehr an die Bedeutung denken, nicht mehr kooperieren.

Das Streichquartett nicht gleich komplett aufgeben: Die Bedingungen sind nicht identisch, und eigentlich auch nur entfernt ähnlich. Aber im Denken auf Streichquartett Bezug nehmen.

Meine Schultern brennen.

Was ist denn das für ein Gefühl? Würde mich mal interessieren.

Musikalisches Grundproblem: Reihenfolge. Lustige Idee, einfach Fragmente nach vordefinierten Kriterien an einem bestehenden Prozess aufzuhängen (Moguillansky). Aber natürlich auch Problemvermeidung.

Bei Leuten, die in ihrer Haltung suggerieren, dass es keine Qualitätsunterschiede gibt, kann man davon ausgehen, dass sie entweder tatsächlich Qualitätsunterschiede nicht erkennen können, oder dass es in ihrem Interesse ist, Qualitätsunterschiede zu ignorieren. Spricht in jedem Fall nicht für ihre eigene Produktion.

Beschissen formuliert.

Spätestens ab dem 2. Stock schwebt man. Gut dass der Boden hält.

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Zwei/2400

Die Stille.

Von der Zahl.

Über Vernichtung.

Kill!

0,00083

Ich bin bereit.

Neu: Von der Zahl, nicht von der Dauer ausgehen (auch Abschnittsbildung). Möglicherweise genaue Zahlenwerte nicht ZU ernst nehmen.

M.B.R.M.M.P.P.: Bläser als Begleitung. Streicher als Begleitung. Alles als Begleitung. Nur Hintergrund. Kein Vordergrund. Interessanter Befund.

I‘m quite impressed.

süß + salzig = sauer

Nicht zu sorgfältig sein!

Text als Sammlung von Objekten

aufteilen

rein vertikal denken?

Text als vertikales Objekt?

Abschnittsbildung durch Gewichtung von Veränderung

Allerdings: Wie vermeide ich dabei einen reinen Prozess-Vollzug?

objektbezogene Operationen

Jetzt wird es still.

Es wurde still.

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Jetzt neu

ernst, nicht ernsthaft – Einzelhaft

Die Laune des Schicksals: Selbst wenn du etwas am Instrument ausprobierst, weißt du nicht, kannst du nicht wissen, ob es sich heute so verhält wie morgen, ob du morgen die gleiche Entscheidung treffen würdest, die du heute triffst. Selbst wenn du den Vorgang beliebig oft wiederholen würdest, um den Entscheidungsspielraum einzugrenzen, wirst du niemals wissen, welche Entscheidung du morgen getroffen hättest.

That‘s how strong my love is.

I don‘t question that anymore.

Blasinstrumente: Auch deswegen eindimensional, weil sie keine vier Saiten haben. Nur ein Rohr, wenig echte Alternativgriffe, die mehr sind als eine einfache Abschattierung. Und selbst dann ist ein Alternativgriff etwas anderes, weniger folgenreiches, als ein Saitenwechsel. Eine andere Saite ist eine eigene Welt, ein anderer Griff ist nur eine Modifikation des identischen Luftstroms.

jetzt, in diesem Moment

Opferbereitschaft

let‘s see how strong it is

lang kurz
kurz lang

1 0
0 1

A B
A B

Einfachheit kann man nicht kaufen, kriegt man aber auch nicht geschenkt, kann man auch nirgendwo abholen, muss man sich, wenn überhaupt, erarbeiten. Einfachheit als Einfachheit ist zu leicht kopierbar. Original und Kopie sind nicht voneinander zu unterscheiden, weil das Material so einfach ist. Ich glaube, ohne Binnenstrukturierung oder irgendein anderes Gegengewicht ist Einfachheit nicht mehr zu haben. Obwohl es natürlich toll war, solang es ging – als noch nicht jeder wusste, wie es geht und dass es geht. Da ging es automatisch nicht mehr.

man hört den einen und sieht den anderen: beides vermischt sich

oder: man hört den einen und denkt an den anderen: der andere überdeckt den einen

schwarzer Heilbutt

SCHWARZ

gerade komplexe Strukturen 1:1 wiederholen, zum Beispiel anderer Stimme, auf anderem Instrument

Phantasie aus Phantasielosigkeit

Man merkt, dass etwas richtig gearbeitet ist, wenn es Unregelmäßigkeiten aufweist, die sich von außen nicht nachvollziehen lassen. Ob es möglich wäre, das nachzubauen, ohne jedes Detail einzeln durchzuarbeiten?

Formalisierung von Material – Rationalisierung von Arbeit

Kann ich bitte –

You can‘t –

So ist das also.

You don‘t see anything when you‘re walking on stage. There‘s too much light.

Spießiger Spast-Perfektionismus: Beste Archivierungsmethode suchen. Vielleicht wäre es doch besser –

Flucht
Flucht
Flucht

bitte nicht

niemals direkt
immer warten

Shed: ausgespart

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anna laura braghetti

O.k., also erstens, warum keine Wiederholungen von Rhythmuswerten, und zweitens, wie tabellentechnisch über Anzahl der Schläge = Anzahl der Werte hinausgehen.

Arbeit
Verfahren
Verfahrenstechnik
Technik

Zitat
Exzerpte
Stichproben

Material

Verfremden durch Formalisieren – Refamiliarisieren durch Aufführung

Die Idee des Kalkulierens ist das Vermeiden von Begründung – wenn der Kalkulus dies oder das sagt, brauchst du nicht mehr darüber nachdenken, warum du es machst. Kalkulus als Letztbegründung, sich selbst begründend, die keine weiteren Fragen erlaubt.

white trash, rich and poor

Bild/Abbildung vs. Konstruktion

dumm gleich böse – ist das so? I‘m not so sure.

Verformung gegen Verformung: glatte Oberfläche, der man ihre Konstruktion nicht mehr ansieht. Was wäre dann der Sinn der Konstruktion? Vielleicht, die glatte Oberfläche erst denkbar zu machen.

Wichtig ist dabei, auch im negativen Sinn, dass die Konstruktion RESTLOS verschwindet, dass nichts übrig bleibt, das auf sie verweisen könnte.

Einfachheit

Stockhausen: Perfektion aus Verzweiflung. Alles perfekt vorbereitet, doch es kommt niemand. Aber es hätte, wenn –

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Weil Du nicht weißt, wo Du landest.

Echte künstlerische Frage, lustigerweise: was ist ein Parameter, was ist kein Parameter? Die Frage, welche Parameter für ein Stück, oder für einen bestimmten Teil eines Stückes, wesentlich sind und welche nicht, ist absolut entscheidend für das musikalische Resultat. Wie weit muss man die Parameter aufteilen, unterteilen, wo kann man sie ohne weitere Differenzierung oder Staffelung verwenden?

Oder natürlich: die Vollständigkeit, das Ganze einfach abschneiden, kuppieren, es geht so weit, wie es geht, und das war es dann. Ich finde allerdings, das kann man nur machen, wenn man es wirklich ausprobiert hat, wenn man es wirklich entschieden hat, nicht, wenn es sich nur einfach so ergibt. Es sei denn, das wäre das Prinzip des Stückes. Und das wäre dann schon eine Vorentscheidung, eine im Voraus getroffene Entscheidung, die alle untergeordneten Entscheidungen ersetzt.

Andere Möglichkeit: ungefähr da. Genaue Werte ausrechnen, und dann sagen, ungefähr da muss es sein. Vielleicht die vernünftigste Vorgehensweise, auch, weil sie Spiel für Abweichungen zulässt und voraussetzt.

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2400 Objekte

60 x 40 = 2400

138 x 40 = 5520

+ Pausen

Pausen als Schwarzfilm

Where‘s the Einheit?

Actually, Pause, als Grenzen, Schnitt, Markierung

Vielleicht auch echten Schwarzfilm = Lärm

der dann das eigentliche Objekt ersetzt – zum Objekt wird – das Objekt wird zur Grenze

oder Rauschen – Flimmern – Bildschirm

Pause – Schnitt – IM Takt oder ZWISCHEN den Takten

Idylle – das retardierende Element schlechthin

In jedem Detail steckt eine Bedrohung – wenn man es richtig vorführt. Die Welt ist bedrohlich.

Verhältnis Objekt – Schnitt/Rahmen/Umgebung/Raum

logischerweise können auch die angrenzenden Objekte zur Umgebung werden – dann reiner Schnitt – funktioniert aber eindeutig anders als im Film

Kann ein Objekt auch mal extrem lang sein? Wieviel Binnenstruktur darf ein Objekt haben, wenn es ein Objekt bleiben und nicht in eine Reihe von gleichartigen Objekte umschlagen soll? Gar keine? Nun, ein bisschen hat fast jedes Objekt. Mikrovariation bei gleichartigen Objekten. Objekt kann Pause/Schnitt langsam ausfüllen – verschlucken. Dann könnte neue Pause/neuer Schnitt eingeführt werden. Der Schwarzfilm ist die Schwärze. Die Schwärze frisst das Quartett auf. Komplementär. Kein Rest. Am Ende bleibt nur die Schwärze übrig: Die Pause. Der Schnitt. Der Lärm. Die Zerstörung.

Das Frage-Antwort-Spiel könnte man auch als Methode, Grenzen zu ziehen, verstehen. Die Antworten trennen die Fragen voneinander und umgekehrt.

Verhältnisse Objekt/Schnitt: Ratio/Prozent

Schwarz/Weiß

Schwarzweiß

A Nightmare Hits Me

Register von M.B.R.M.M.P.P. übernehmen

M.B.R.M.M.P.P.: im Grund eimmer verzierte Einzeltöne, Verzierung als expressive Mikrogeste, sozusagen Geste und doch keine Geste, Belebung des einzelnen Tons

irrationale Takte in irrationalen Takten, so to speak, alles Verhältnisse

wenn man mitten drin ist, sieht alles ganz normal aus, später erfährt man, dass es das goldene Zeitalter war

es ist dann normal, wenn alle Platten plötzlich gut sind (1988)

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Buch der Richter

Euklid 4

Die Trennung als Regel, das direkte Anschließen als Ausnahme. Allerdings: Binnenstruktur zwischen den Trennungen, innerhalb der Blöcke. Frage des Maßstabes. Nicht immer die Schultern so hochziehen. Mit dem Trennen und Zusammenfügen spielen. Dafür Text ein perfekter Ort.

Viel zu viel Realität. So viel wollte ich auch wieder nicht.

Gitarrenartiges Halbflageolett, die bei vollem Niederdrücken der Saite resultierende Tonhöhe erscheint als Schattierung des Pizzicato-Geräuschs (Fleisch/Nagel).

Schwarzweißschwarzperiode: Schwarz Weiß Schwarz

SCHWARZ WEISS SCHWARZ

The honey is – ah, there she is.

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Only

In einem Pariser Theater, ähnlich den Bouffes du Nord, Lucas Fels und mein Schwager Tilman sollen ein Cello-Duo von Wolfgang Rihm uraufführen. Ich sitze auf einem Balkon an der hinteren Bühnenwand, halb verdeckt von der hohen Balustrade. Das Publikum hat schon Platz genommen, die Solisten sitzen in der ersten Reihe, die Bühne ist vorbereitet, die Noten stehen auf den Ständern, so dass ich sie vom Balkon aus einsehen kann. Plötzlich ruft Tilman zu mir hoch, hast Du vergessen, dass Du bei der Uraufführung dem Publikum ein Märchen erzählen wolltest, wenn Wolfgang das Stück wirklich für uns schreibt. Das war doch versprochen. Ich habe keine Ahnung, wovon er spricht, habe nicht die geringste Erinnerung daran, dass ich etwas in diese Richtung versprochen haben sollte, habe aber das Gefühl, dass ich jetzt, wo alle glauben, dass ich etwas versprochen habe, mich schlecht aus der Affäre ziehen kann, und versuche mich locker zu machen und in der Art von Rihm aus dem Stegreif zu plaudern. Ein Märchen fällt mir auf die Schnelle nicht ein, auch nichts Märchenähnliches, aber mir ist aufgefallen, dass eine Passage aus dem neuen Duo wie Feldman aussieht, aber nicht wie Feldman klingt. Stimmt tatsächlich: Ich hatte vom Balkon aus eine Zeile gesehen, die wie ein Cellosolo aus Feldmans Zweitem Streichquartett aussah, dort aber leise, pizzicato, hier, bei Rihm, laut und arco zu spielen war. Vielleicht hatte ich auch an die tolle Musik für zwei Celli gedacht, die Feldman für Jackson Pollock geschrieben hat.

M.B.R.M.M.P.P.: Guter Einsatz von Dynamik, sehr präzise Positionierung von Crescendi und Decrescendi. Danke.

Alkmene: Verzweifelte Ironie, grimmig. Brutale Kommödie. Offensichtlicher tragische Gehalt. Everyday life. Baudelaire. Jeff Wall.

Davon ausgehen, dass alles gleichzeitig gesungen wird. Dann einzelne Wörter herausschälen. Das gilt auch für Einzelstimmen. Auf ein Wort ALLES singen. Ineinander verschachteln.

we will have him forever

Jenny Wilson: geil ältliche Stimme, Musical, aber toll

I‘m not here for the fight

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Truthless

Zwei Wörter
gleichzeitig
übereinander
sind miteinander verbunden
haben aber nichts miteinander zu tun

oder ein ganzer Satz
auseinandergenommen
und übereinandergelegt,
alle Wörter müssen genau gleich lang sein

also Chor
vielleicht Wiederholungen
mit unterschiedlicher Aussteuerung
die einzelnen Wörter
nacheinander hervorheben

oder
zwei Rollen
gleichzeitig
übereinanderlegen
Wort für Wort.

Motorisch
quasi Parlando
aber niemand versteht etwas.

Rollen ansagen
Szenen beschreiben
(aus dem Off, über Lautsprecher, optional)
Platz frei halten

Warum Fehler, ich meine, warum sind Fehler nötig, um eine Sache erst interessant zu machen, vielleicht sind Fehler sogar auf igrendeine Weise notwendig für Vollkommenheit, Perfektion? Dass es Dir gelungen ist auch den Fehler, den Zufall, das Lebendige mit einzubegreifen in Deine Arbeit?

Gerade in umgekehrter Reihenfolge, dann umdrehen und Ungerade in korrekter Reihenfolge drucken.

It‘s too late: The poison of wanting to know the afterlife has already seeped into you.

4 Töchter! Sister Sledge

Ensembletheater: 1 + 1 + 4 bzw. 1 + 5

Aufgabe: Alles zusammenbringen. Gesagt ist da noch lange nicht getan. Von wegen Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Leider völliger Blödsinn.

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Still Life

Cigarettes
Liquor
Tea
Toffee

Man müsste im Prinzip mal nachfragen, ob das, was trist aussieht, auch wirklich trist ist. Logischerweise ist es trist, aber irgendwie ist es doch auch ein Triumpf, zumindest des Überlebens, aber nicht nur.

Die fliegende Untertasse verbindet. Das Raumschiff hebt ab.

Auch wenn‘s nervt, weil es zu gut aussieht und den Bildern zu viel Glanz gibt, ist es natürlich nur konsequent, dass mit der Modernisierung des Landes das körnige Filmmaterial dem HDTV weichen muss. Lustigerweise ist es jetzt wohl auch das billigste und am einfachsten zu handhabende Material, und daher unvermeidbar. Wahrscheinlich je körniger, desto teurer. Körnig is the new expensive. Ist aber trotzdem zu schön. Ist ein bisschen wie mit IRCAM-Elektronik: Wenn man es wirklich benutzen will, muss man den Lack irgendwie brechen, sonst geht es nicht.

Apropos Krieg: Du kannst Dich unmöglich auf die richtige Seite stellen, es gibt nichts Dooferes als das zu tun, auf der richtigen Seite sind ohnehin alle, zumindest so lange es um nichts geht. Du musst das Böse ernsthaft und ehrlich darstellen, quasi objektiv, aber ohne Distanzierung. Das ist die einzige Möglichkeit, damit umzugehen. Du darfst das Publikum auf keinen Fall schützen, indem Du deutlich machst, auf welcher Seite Du stehst. Genau das ist künstlerisch Lüge und deswegen ist gutgemeinte Kunst so irrsinnig langweilig.

M.B.R.M.M.P.P., Schlagzeug: Anschläge nur in den Nahtstellen, da auch schnelle Folgen, u.U. irrationale Unterteilungen, wahrscheinlich nur Stoppschläge. Ungedämpfte Schläge möglicherweise ganz auslassen. Coda nur Schleifen, auch als Solo, da dann wahrscheinlich durchlaufend, ohne Ansatz.

das Leben ein Fest – klingt doof, stimmt aber

Das allerletzte Lied

Yellow He

Brynych

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Alien

Haydn: schnelle Tonwiederholungen als Verzierung

Suche zu

Zweimal verkehrt rum

Opfer

zählen
berichten
beschreiben
sein

Schuhe

M.B.R.M.M.P.P.: Ziemlich gelungenes Bläsertrio, könnte man weiter dran arbeiten. Streichtrio dito. Aber nicht jetzt.

reden reden reden
denken
tun
träumen

Das Problem wird normalerweise einfach vermieden.

Gegenstandslosigkeit

einfach etwas tun

Regellosigkeit

Zwei isolierte Ereignisse, die unmittelbar aufeinander folgen, werden immer als Frage und Antwort, Eröffnung und Reaktion aufgefasst (Furrer, Sciarrino, Lachenmann).

Das Material kennen: Was willst Du hören?

unbegründete Entscheidungen

Kalkulus

Komisch, dass man nie erklären kann, was man macht. Oder kann man es doch? Wie komme ich wohin? Warum? Wie treffe ich meine Entscheidungen?

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Absicht und Nachvollziehbarkeit

Die Horizontale aus der Vertikalen konstruieren – was denn sonst? Aber eben nicht einfach die Vertikale in die Horizontale kippen, sondern die Horizontale aus einzelnen vertikalen Schnitten zusammensetzen.

Nicht gefühlt.

Not funny at all, but…

Frage wäre, ob Tränen nicht vielleicht doch lügen. Weil es ehrlicher wäre, sie zurückzuhalten, bis niemand zuschaut. Ich weiß es nicht.

It‘s a …

Statement

Lüge

Animatograph

Auf der Flucht: Eine Stufe überwinden, die sich im Sprung als unendlich tief herausstellt, vielleicht sogar mit dem Sprung immer tiefer wird. Fallen und aufgefangen werden.

Auch Stimmen wie Akkorde denken = Klang

Ich öffne: gedämpfte Gitarre simuliert defekte CD (Griots de Mauritanie)

Blind

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Les pauvres riches

You got a knife? Big deal … I‘m not scared!

Ganz interessant: extrem kurze Kapitel, drei bis vier Zeilen, ein einziges Bild. Wirkt wie eine extreme Annäherung an Film, ist aber die Frage, ob man das im Film wirklich so machen würde, ein einzelnes, aus dem Zusammenhang gerissenes, aber aussagekräftiges Bild, wie eine Parallelmontage, die aber gar nicht stattfindet, es sei denn, man versteht das ganze Buch als Parallelmontage. Aber erst da DENKT man, dass es wirklich wie im Film ist.

Der Höhepunkt dann als echte Parallelmontage – wahrscheinlich sehr effektiv, aber auch ein bisschen cheap, finde ich. Funktioniert im Film besser, weil man keine Zeit nachzudenken hat. Dito Musik?

kurz – kurz – kurz – extrem kurz – sehr lang – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem lang – extrem kurz – extrem kurz – kurz – extrem kurz – extrem kurz – extrem kurz – lang – extrem kurz – extrem lang usw., alles extrem laut. Wie eine Empfangsstörung. Trotzdem innere Bewegung. Verstecken.

Lärm in Oktaven

tonaler Lärm

Ozean

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Streichquartett 2010

Ist es befriedigender, Dinge einzuführen, oder sie nebeneinander zu stellen? Was ist schmerzhafter? In der aktuellen Situation würde ich sagen, sie miteinander zu verbinden.

Re: Eigenwerbung ist Schwachsinn, Polemik dito

Das einzige, was sinnvoll sein könnte, wäre Dinge genau zu beschreiben und sie damit zu zerstören – oder eben nicht. Was der genauen, interessenlosen Beschreibung standhält, hat gewonnen.

Eine feste Position, die im Voraus feststeht, ist der Gipfel des Schwachsinns, weil es sie nicht geben KANN. Dinge verändern sich ständig, eine feste Position kann nur auf INTERESSEN aufbauen, also Erkenntnis vernichten.

Auf der anderen Seite:

Moe
Moguillansky
Lachenmann
Sciarrino
Xenakis

Baby 1:1 transkribieren und Sänger mit vollem Ernst – nicht theatral! – vortragen lassen

Akzent durch Verdopplung (Joy Orbison) – Klangstärke und Klangtiefe

Untrust: laute Akorde mit gegenläufiger Dynamik, möglicherweise Instrumentengruppen gegeneinander ausspielen. Möglicherweise Akkordfolge als Eröffnungsgeste, z.B. aufsteigend/absteigend 1 2 3 4 5.

Alles aus sich heraus motivieren, nichts für etwas anderes tun.

Das so lange wie möglich herauszögern könnte die beste dramaturgische Strategie überhaupt sein. Könnte allerdings auch übereffektiv sein.

Streichquartett könnte auch einfach aus zwei Teilen bestehen: einer Pizzicato, gedämpft, leise, einer Arco, lärmig, sehr laut. Beide sehr lang.

Untrust: Differenztonakkorde wiederverwenden, daraus Material ableiten – muss aber nicht sein. Untrue vielleicht doch mit Oktaven anfangen lassen. Auf jeden Fall Dubstep-Aspekte verstärken.

Lange Zeitabschnitte dramaturgisch UND als reine Dauern verstehen.

Eigentumswohnung

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things shift

Und was passiert auf dem Weg? Das wäre dann das Stück – und ein echter Weg, wie eine Geschichte.

Höhepunkt einarbeiten oder damit abbrechen lassen? Ein Höhepunkt oder mehrere Höhepunkte? Alle Höhepunkte gleich, ähnlich oder verschieden? Wie würde das dann aussehen? Wie ist das bei Antichrist? Auf jeden Fall klare, eindeutige Höhe-/Wendepunkte. Prüfen, wie sie eingebaut/eingesetzt sind. Nochmal wehtun. Nochmal wehtun. Nochmal.

Einfache Rhythmen. Primitivität. M.I.A. Vernichtung. Zerstörung. Destruktion. Hässlichkeit. Konzept.

Was tut mehr weh: In die Geschichte einbinden oder alleine stehen lassen? Ehrlich gesagt: In die Geschichte einbinden. Siehe Porno. Bitte, nicht schon wieder! Au ja!

Nie über etwas lustig machen. Distanz veboten, es sei denn als Konzept.

Sind Höhepunkte immer laut? Müssen Höhepunkte immer laut sein? Irgendwie schon. Negative Höhepunkte sind ja bescheuert.

Was du zeigen willst, das ist dein Höhepunkt.

Entlarvung. Wohl eher doch nicht.

Was wolltest Du mir zeigen?

Protokoll von Erkenntnissen, die nichts wert sind – weil Erkenntnisse nie etwas wert sind – besonders, wenn sie aufgeschrieben sind.

In der Beschreibung schon Fassungen enthalten, die man voneinander trennen könnte.

Prioritäten

Form

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Melancholia II: Lav Diaz

Extreme Schnelligkeit: kann nur durch Detailarmut erreicht werden. Relativ absurd, was ich in Lichtblitz versucht habe. Gerade die Stimmen werden diese Form von Schnelligkeit und Detailreichtum nicht realisieren können. Und selbst wenn, wäre die Frage, ob man es hören kann.

Wobei da die Verdopplungen natürlich schon helfen. Interessant, dass Xenakis zu ähnlichen Schlüssen kommt.

Möglichkeit wären sehr kurze, dichte Phrasen, die durch deutliche Pausen voneinander getrennt sind. So, wie die Musik letztlich ja auch konstruiert ist. Hier könnte man auch Stimmen und Instrumente gegeneinander ausspielen, letztlich einen Schlagabtausch inszenieren. Was den notwendigerweise schnellen Dialogszenen wahrscheinlich sehr helfen würde. Das Gefühl von Schnelligkeit erzeugen. Aleatorio: Überfülle von Details in klarer Gliederung.

systematische, auf sich selbst bezogene Differenz

sie sind identisch, machen vielleicht auch das Gleiche, laufen aber nicht synchron

Gleichzeitig, don‘t forget, macht es natürlich nur Spaß, wenn es absurd ist. Was sollen die ganzen Praktiker, die einfach nur funktionieren. Wieder andererseits: Es wäre natürlich schön, wenn man beides zusammenbekommen würde, das Unmögliche und das Mögliche. Noch einmal andererseits: Dann wird aber wieder das Schwierige als Mögliches nur vorgeführt, das Staunen, die bequeme Sensation, und es ist genauso langweilig wie alles, was praktisch ist. Was praktisch ist, tut nicht weh: Davon kann man wahrscheinlich ausgehen. Any Gegenbeispiele? Gibt es eine nicht-spießige Musik, die praktisch ist?

Murnau: subtiles visuelles Genie

Miike, Third Yakuza: Standbilder, schnell geschnitten, alle Bewegung im Schnitt

Ist Sprechen etwas GANZ ANDERES als Singen und muss deshalb auch GANZ ANDERS behandelt werden, formal? Kontinuität vs. Diskontinuität? Let‘s see.

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Faith and Action

Was wäre wirklich eklig? Wo würdest Du kotzen?

Vom trockenen, gedämpften Pizzicato zum Glissando, per se ausgehalten, fortissimo, Doppelgriffe, Tonhöhenschleifen, sehr hohe Lage, Saite mit beiden Fingern fassen, sehr hoher Bogendruck, rhythmisch regelmäßige oder annähernd regelmäßige Figuren, quasi Motive, extrem laut, extrem hässlich, natürlich zum Steg hin, umschlagen in Tremolo, extrem laut, extrem penetrant, Figuren beibehalten, Wiederholen, Wiederholen, Wiederholen, aber keine echten Wiederholungen, sondern leichte Abwandlungen, die Idee der Figur wird wiederholt, tatsächlich etwas so doofes wie a-f-g-es-f-des (allerdings wahrscheinlich keine Tonwiederholung), stauchen, dehnen, aber diastematische Geste beibehalten, wie ein Gewitter, langanhaltend, schrecklich, so komponieren, dass es schrecklich bleibt, dass man sich nicht daran gewöhnen kann. Das als die beiden Extreme des Streichquartetts, dazwischen – vermitteln? Figur als Neudeutung von Untrue, vielleicht auch Möglichkeit, Untrue selbst umzudeuten.

M.B.R.M.M.P.P.: Schaben und dumpfes Klopfen im Hintergrund, alles Stoppschläge, auch Stoppschläge in Schaben übergehen lassen, kein neuer Ansatz (oder NUR so?), die wenigen ungedämpften Schläge als offensichtliche Ausnahmen, Ereignisse, Akzente, z.B. in Generalpausen plazieren, aber unauffällig, Rhythmus einfach halten, nicht zuviel machen wahrscheinlich nicht über die schon vorhandenen Unterteilungen hinausgehen, auf jeden Fall aber an sie anlehnen. Wahrscheinlich kleinste Notenwerte Achtel (für Schaben), vielleicht das schon zu kurz, also ziemlich entspannte, einfache Notation, insofern bestimmte (Sechzehntel-) Unterteilungen gar nicht möglich, es sei denn, es ist auch ein Sechzehntel-Anschlag im Takt vorhanden. Hier prüfen, ob Sechzehntel für Anschläge der richtige (und einzig mögliche) Wert, könnte auch zu schnell/zu langsam sein. Mit dem Ohr prüfen, rhythmische Gestik nachvollziehen.

Auch Hin-und-Her-Reiben! Aber kein Tremolo – oder doch? – wäre lustig.

OHM perfektes Beispiel – Partitur bestellen!

Tremolo – Schreddern – OHM

Tremolo als härtest mögliches Schreddern – muss möglich sein!

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Slide

Frage wäre, ob man davon ausgehen kann, dass bestimmte Dinge nicht mehr gehen (z.B. Wörter in Phoneme aufbrechen), dass die Verbrauchtheit dieser Mittel so offensichtlich ist, dass jeder, der sie dennoch einsetzt, automatisch als zurückgeblieben angesehen werden muss. Gegenposition dazu wäre, dass man ALLEM einen neuen Sinn geben kann, wenn man einen neuen Gebrauch dafür erfindet. Was dann allerdings immer noch heißen würde, dass der bisherige Gebrauch nicht mehr als künstlerisches Mittel ernstzunehmen ist.

Im täglichen Leben ständig der Glaube, dass man ewig lebt, versteckt. Implizit enthalten: Es wird immer so weiter gehen.

Risset-Glissandi innerhalb einer Oktave nach unten, fff, statisch, ausarbeiten, kein Prozess, aber Varianten

family values

begin to entwerf

Oedipus Schmoedipus: Soundtrack als Album, Album als Komposition?

Antivermittlung

Wer denkt, dass sich die Dinge von alleine fügen, träumt.

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Antiinformation

Naturalismus

Welterklärungsmodell

Can I have some Schrott, please?
Brother, you GOT some Schrott there.

Akzente platzieren: das soll dahin, das soll dort hin (Feldman über Xenakis), und dazwischen muss irgendetwas passieren. Frage: sind Abschnittsbildungen wirklich interessant?

Das könnte auch eine Art Storyline sein: von hier nach hier nach dort, etc.

Abschnitte: zur gleichen Zeit passierte dies, es hätte aber auch so sein können, viele Jahre später …

formale GESTIK

etwas anderes vermutlich, wenn zum Umschlag HINGELEITET wird

Momente oder Zustände

Verläufe/Prozesse oder Schnitte

enge, schnelle Schnitte, die Prozesse darstellen, oder weite, grobe Schnitte, die Zustände voneinander trennen

Was WILLST du hören?

Stasis vs. Prozess: Wenn eine Situation wiederkehrt, müsste sie sich verändert haben, sie müsste eine andere Qualität erreicht haben, auch wenn sie vordergründig (auf der Textebene) gleichgeblieben ist. Die Spannung müsste sich von Wiederholung zu Wiederholung steigern. Und dabei geht es nicht einfach nur um Varianten des gleichen, sondern um echte Qualitätsveränderungen.

z.B. Antichrist, Brücke: wenn du etwas vorher schon gezeigt hast, in einem anderen Zusammenhang (Traum), hat es bereits eine eigene Qualität, wenn du in einem neuen Zusammenhang (Realität) auf es stößt. Vorbereiten, Wiederkehren. Immer tiefer einsinken. Aber das ist nicht die richtige Metapher.

Was ist denn mit Stockhausen und Stammheimer, was passiert mit ihnen, während sie vor sich hin trinken und an Helga denken? Auf der anderen Seite: einen einfachen Prozess auf die offensichtliche Stasis des Textes zu legen, würde die Idee des Textes aufweichen und verfälschen. Es muss also um eine andere Qualität gehen. Schnittartig eine andere Qualität des gleichen entstehen lassen. Schalter.

Oder GEGEN den Text die reine Wiederholung. TEXT als Abweichung, nicht Musik.

Horrorfilm als Reise in die Depression. Macht Sinn: die dunkle Glocke senkt sich langsam über Dich, der Druck steigt. Nur: Antichrist ist wahrscheinlich der nüchternste, analytischste Horrorfilm ever. Vielleicht gerade darum: Er versucht, die Glocke zu zerstören, den Druck aufzuheben.

Angst
Fear
Despair
(Gynocide)

The Three Beggars
Grief
Pain
(Chaos Reigns)

The Three Beggars
Grief
Pain (Chaos Reigns)
Despair (Gynocide)

Untrue: mehr Atmosphäre, klanglich verdichten, schärfen, muss wehtun, muss die Stimmung von 2008 (Wire, Burial) besser wiedergeben

Streichquartett: vielleicht doch genauer überlegen, wo es hingehen soll, was der Plott sein könnte, vor allem, wie man VERLUST spürbar machen kann (Material).

Spielplan

Eisler – Weill – Xenakis

Wagner???

Was genau wäre ein künstlerischer IRRTUM?

Maurizio/Licht: Atmosphäre

Slow Motion – muss Slow Motion bleiben, andererseits, je mehr Vergrößerung, desto mehr Details. Bei realen Bildern aber Verhältnis zwischen Detail und Gegenstand klar, daher keine Überfüllung. Möglicherweise gilt das auch für tonale Musik. In atonaler Musik ist jedes Detail Gegenstand, daher bedeutet mehr Detail automatisch größere Dichte. Weiß nicht, ob man das dann leer lassen kann, oder ob man mit dem Dichtegrad leben muss. Dynamik könnte helfen, Dinge zusammenzufassen. Details leiser als Hauptimpulse, oder alles leise und so geeignete Atmosphäre/Stimmung erzeugen.

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The End of Shame and Sorrow

Maurizio: Vielleicht Cyrus und Clayton in Material einbinden, so unverbundene Kontraste entstehen lassen? Wäre eine Möglichkeit zu nicht gestrichenen, nicht Tonhöhen-zentrierten Klängen zu kommen. Warum muss, warum sollte Material in einem Stück miteinander verbunden sein? Warum wäre abgeleitetes Material besser als neues Material?

Warum können wir das Gelingen und Misslingen bei anderen selbst dann erkennen, wenn wir von der Sache wenig oder keine Ahnung haben, unsere eigene Arbeit aber so schwer beurteilen?

Streichquartett: nur kurze, perkussive Klänge, wenn gehaltene Klänge, ausschließlich aus kurzen Klängen entwickeln, natürlich auch Knarzen als kurzer Klang, aber vor allem verschiedene Arten von Pizzicati, col legno Schlagen und Streichen, eher schnell als langsam, viele Oktaven, Quinten, Oberton-Verbindungen, sonst aber Gegenteil von Frequenzanalysen, aggressiv, aber nicht laut, holzig. 14‘. Grundtempo Viertel = 132? Am liebsten alles oder fast alles homorhythmisch, vielleicht auch annähernd alles auf den Schlag, quasi Orchestrierungen eines Schlags.

Wo würde es eigentlich wirklich WEHTUN in der Musik? Antichrist. Gibt es das überhaupt/kann es das geben? Es geht ja nicht um Verfahrensweisen, sondern um das Resultat.

Tut es weh, wenn es laut wird? Einfache Extreme sind viel zu leicht umzusetzen um erschrecken zu können.

HOLZ

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Van Dyke Parks

Discover America
love it
groß

hat zum Teil auch etwas wie trockener, Hall-loser Dub
geil falsch

Streichquartett: Warum nicht mit einem Ton anfangen, ihn dann orchestrieren als Teil von verschiedenen Spektren? Könnte man auch als Witz behandeln, Vexierspiel.

Orchester als Ausdehnung der Stimme (Kolik)

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Was von Ihnen erwartet wird:

Cleanse the mind.

Maurizio mit LICHT/Aufblenden beginnen lassen. Erst wenn das Licht in einem stabilen Zustand ist, mit der Musik beginnen.

Würde tatsächlich gerne Lila/Violett/Rot für das Licht haben, auch wenn das ziemlich kitschig ist. Sanftes Glühen.

Kein Schwarzweiß, höchstens Annäherung an Schwarzweiß = Annäherung an Weißes Rauschen. Abstufungen von farbigem Rauschen.

Die Musik muss sich vom Text distanziere, aber der Text muss sich auch von der Musik distanzieren. Double-Unbind?

Das wäre dann tatsächlich eine wichtige Frage: Wie kriegen wir den Text aus der Musik raus?

Vielleicht eine gemeinsame Bindung, von der beide geplant abweichen?

Wir müssten eine Differenzmaschine erfinden. Eine Maschine um Differenz herzustellen. Eine Maschine zum Herstellen von Differenz. Eine Maschine zum Differenz herstellen. Maschine zum Herstellen von Differenz.

Oper ohne Text (Schumann)

Gut, dann muss man eben damit arbeiten, dass Sprache immer schon zusammen gesetzt ist, dann muss man betonen, dass es nicht zusammenpasst.

Yeah, fuck you too.

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Teenage Zombie

Tonerkennbarkeit als führender Parameter, vielleicht auch Tonkontrollierbarkeit (Maurizio, Streichquartett): Untersuchung

Mazzocchi: ziemlich tolle Klangflächen, die er immer wieder einbaut, fast so eine Art Überwältigungsstrategie, aber auch die Zeit, die er sich für bestimmte Harmoniewechsel lässt, dadurch extrem klare Gliederung möglich. Natürlich auch epochentypisch. Dürfte auch mit der Akustik der damaligen Kirchen zu tun haben, funktioniert aber eben auch losgelöst davon, vielleicht sogar besser, weil unbeabsichtigt deutlicher. Vielleicht wäre es gar nicht so toll, wenn es Absicht wäre.

Back to Absicht

Gelb auf Weiß: Spiel mit der nicht lesbaren Schrift, reveal and hide, tut tatsächlich weh in den Augen, statische Anstrengung. Besonders lustig, wenn es dann faktisch und endgültig nicht lesbar ist, aber eben doch da steht.

I was once

Beethoven op. 132, Zweiter Satz: Oktavbewegungen als Instrumentation eines stehenden Klangs

1. Wiederholung
2. Variation
3. Verschiedenheit
4. Kontrast
5. Beziehungslosigkeit

Michael Thalheimers Inszenierung Liliom (Hamburg 2000) beginnt damit, dass der Darsteller der Titelfigur, Peter Kurth, etliche Minuten lang seitlich vor dem Vorhang steht und mit neutralem Ausdruck ins Publikum schaut und schließlich einige Male wie eine leblose Puppe mit den Armen schlenkert.

Orchestrierung von Schlägen zwischen Tonhaltigkeit und Tonlosigkeit, absoluter Klanglosigkeit, Halt, und Nachklang: Inszenierung des Tempos

I was a

Walked

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Transkription

Streichorchester

Maurizio

Streichquartett extrem laut die ganze Zeit press. wäre eigentlich eine geile Idee dann ganz tief in die Geräusch-Varianten-Kiste greifen. Grind Grind Grind. Die Saiten auf dem Griffbrett zergrinden. Aber auch ganz kleine Geräusche verwenden. Scelsi 5.

Das ganze Quartett ein einziges asthmatisches röchelndes Atemgeräusch Ein Aus Ein Aus

Glissando: Länge – Strecke/Dauer – Entfernung

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Five Years of Pain

Technik/Konzept: Es ist unmöglich, über das Stück zu sprechen, weil die Idee des Stücks von vornherein alles ausschließt, worüber man sprechen könnte.

Oberstes Entscheidungskriterium: Alles, worüber man sprechen kann, wird ausgeschlossen.

Blogsolipsismus

Soziopathie

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Liebeslied

Metalllineale/platten, o.ä., verschiedene Größen, angerauhte Oberfläche.

Nicht zu schwer, nicht zu laut.

Quasi Schaben, Reiben, Schleifen.

Ein bisschen wie Tonscheiben.

Christian

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