Category Archives: Schlachten 1: Arie

hm, und dann?

Oder wirklich eingreifen, brutal eingreifen, etwas anderes daraus machen?

Durch Pausen die Linearität zerstören?
Mehr dynamische Wucht?
Mehr individuelle Gestik im Vergleich zu durchlaufender Erzählung?

Man könnte ja auch eine krasse Kratzstunde o.ä. veranstalten

Irgendeine formale Spannung/Entwicklung einbauen – nicht einfach nur gehorchen!

Die Schweller am Ende wären dann eine Art Scherzo zwischen Stimme und Instrumenten.

Vielleicht tendenziell in andere Register rutschen, damit die Gegenüberstellung Stimme-Instrument nicht zu offensichtlich ist. Allerdings ist Violine ohnehin andere Lage als Bariton – und eher würde ich die Baritonlage unterbrechen als die Violinlage, glaube ich.

Man könnte auch immer die gleichen Instrumentenkombinationen nehmen, egal, wie die Konstellation des jeweiligen Abschnitts aussieht. Weiß aber nicht, ob das wirklich was bringt.

Oder das Tempo plötzlich deutlich verlangsamen? Verdoppeln? Wie eine andere Welt? Ein Konzept für Melismen, ein Konzept für syllabische Passagen?

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all those people stopped to be honest long ago

Nah dranbleiben: Vielleicht so instrumentieren, wie das Hauptmaterial, also gar nicht monolithisch, sondern filigran/aufgebrochen/in Segmente aufgeteilt?

Bläser dann nur Extras/Hintergrund/Verstärkung?

dann alles nochmal anhören

Das würde dann aber auch heißen, dass die Streicher IMMER das Material definieren.

Versuch einfach, die beste Version zu finden, egal, was dabei herauskommt! Regeln helfen hier wahrscheinlich nicht wirklich weiter.

Wenn Streicher: Chorisch oder solistisch – wenn chorisch: Warum? Nur um eine Aneinanderreihung von Soli zu vermeiden? Vielleicht um eine Art Übergang zwischen Soli (Stimme) und Tutti (Ensemble) herzustellen? Allerdings gibt es ja sonst keine echten Tutti/Unisoni, nur synchronisierte Einzelstimmen.

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Distort Decay Sustain

Ok, zwei wesentliche Fragen:
Was für eine Funktion haben die Lücken in der Gesangsstimme?
Und was für eine Funktion haben die Bläser im Ensemble?
Hängt zusammen, ist aber nicht das Gleiche

Sollen die Lücken die Gesangsstimme fortsetzen/ergänzen?
Dann wären die ersten Einsätze mit den Klavierclustern ziemlich falsch gesetzt – es sei denn, man versteht die Modifikationen des Cluster-Nachklangs als sprachlich/stimmlich.

Auf jeden Fall zwei Typen, die ergänzt werden müssen: Kurze Takte (syllabisch) und lange Takte (melismatisch). Eindeutige Grundformen. Die melismatischen Takte kann man wahrscheinlich nur nachspielen und strukturieren, wenn man sie nicht durch etwas völlig anderes ersetzen will. Die syllabischen Takte lassen sich durch repetitive (Cluster-) Strukturen tatsächlich ganz gut nachbauen. Eine gewisse Rauheit wäre bei den syllabischen Passagen ganz schön, oder?

Im Prinzip würde man die instrumentalen Passagen gerne ein bisschen mechanisieren, formalisieren, damit sie nicht zu offensichtlich die Stimme imitieren/ersetzen. Das kann dann aber auch wieder sehr platt/künstlich wirken.

Im Prinzip können die melismatischen Passagen nur von den Streichern gespielt werden – bei den Bläsern wäre das unweigerlich extremer Kitsch – die instrumentale Linie – funktioniert überhaupt nicht.

Oder total, anschlagsmäßig die Stimme imitieren, vielleicht sogar zeigen, wie sie klingen SOLLTE? Das wäre aber dann definitiv ein Soloinstrument, und wahrscheinlich sogar immer die Geige.

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islamistische Vergeltungsreligiosität

Rückschläge – ziemlich bescheuerte Erzählung. Interessant, dass diese Art von Narrativ zumindest im Moment überhaupt nicht mehr funktioniert. Frage wäre, warum nicht. Weil die ganze Epoche ein gigantischer Rückschlag ist und es darum lächerlich ist, von einzelnen Rückschlägen zu sprechen? Weil auch die kleinen Fortschritte sich tatsächlich wie Rückschläge anfühlen, weil sie die Gesamtsituation noch mehr in den Lockdown fahren? Insgesamt jedenfalls extrem freudlos und hysterisch. Für welchen Fortschritt soll es da einen Rückschlag geben?

Klarheit. Ziemlich grauenhaftes Rumgedruckse überall. Man fragt sich, wo die eigentliche Arbeit getan wird. Wo sich tatsächlich etwas bewegt.

“The tenderness of a folk song does not arise only from nostalgia about how wonderful everything is back home,” the feminist theologian Wendy Farley once wrote. “Whatever the particularities from which this nostalgic longing arises, it continues to wound our hearts because it is also nostalgia for something no one has ever experienced.” In handed-down tunes, she recognized “desire’s refusal to accept the limitations of life.”

Taste/Saite: Stereoeffekt

Alles, alle Effekte, durchgehend total übersteuern, so dass die Instrumente nur noch der Auslöser von einem merkwürdigen Lärm sind, der rein optisch-zeitlich mit ihnen synchronisiert ist, aber sonst nicht mehr erahnen lässt, was seine akustische Grundlage ist. Vielleicht wie der Caretaker. Muss dann natürlich alles viel lauter sein als die akustischen Klänge. Dann könnte auch der Sänger singen wie er will, letztlich, eine gewisse Grobheit könnte dann sogar nützlich sein. Das wäre doch eigentlich Elektronik: Wenn die akustischen Klänge vernichtet würden. Fände ich viel interessanter, als ein vorsichtiges Zusammenspiel von Instrumenten und Elektronik. Wie eine dicke, undurchdringliche, schwarze Rauchwolke, die sich über die Instrumente legt.

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ein Zeichen des Himmels

Schlagen mit dem Bogen zwischen Steg und Griffbrett: Könnte man tatsächlich auch Figuren spielen, z.B. g-Saite greifen und klingen lassen, Quint-Figur/Quart-Figur, klingt ziemlich gut, weil es so zufällig wirkt, sehr roh, sehr Dorfmusikantenhaft, letztlich sehr punkig.

Bogenschläge nur in den Zwischenspielen, sonst zu sehr im Vordergrund und auch ein bisschen verschenkt, also wahrscheinlich alle Tanzrhythmen mit Bogenschlägen, das würde wohl Sinn machen.

some do the work
some make the money
maybe
some do both

Albträume: Ja nicht unbedingt immer, dass etwas Schreckliches passiert, sondern oft, das etwas ganz normales sich schrecklich anfühlt. The real world. Wahrscheinlich aber immer auf irgendeiner Ebene unerklärlich. Absonderlich.

Dass unsere Seelen den Moden ebenso unterworfen sind wie unsere Körper. Natürlich. Wie sollte es auch anders sein.

Ganzes Stück nur auf Fingerkuppengeräuschen aufbauen…

Mal ein Stück nur mit Terzen schreiben – wäre wahrscheinlich ernsthaft lustig/interessant. Im Prinzip völlig bizarre Klanglichkeit, wirklich ein bisschen wie ein Witz, jedenfalls für unsere heutigen Ohren.

They think it’s all Gucci but it’s 99 cents I swear.

The moment is Eternit: Vielleicht wirklich.

Eine durchwachte Nacht in einem vom Mond beleuchteten Garten: Wenn man das nicht als Metapher, als festes Bild, sondern als Realität versteht, kann das natürlich auch Schönheit der Natur, Ruhe der Nacht, Sicherheit des Beständigen bedeuten, aber eben auch unzählige Gedanken, Sorgen und Qualen, die der Mond nicht beruhigen kann. Die Grausamkeit eines Gedankensturms, den man nicht kontrollieren kann.

Let’s have some Angst for a change, will you?

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus. – Und wenn beide Seiten faschistisch denken? Was ja doch wahrscheinlich unsere heutige Situation ist.

never complain, never explain

– let me explain…

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HURT

2 falsche Taschen zusammensetzen, z.B. KKH und KDW in der Mitte durchschneiden und zusammennähen. Passen überhaupt nicht und könnten genau deswegen interessant sein.

Crescendi/Decrescendi auf einfachen Pulswiederholungen (Yssue, Doesn’t Mean Alive).

Morsen auf vollgedämpfter Saite, sehr schnell, sehr flexibel, letztlich ziemlich elegant, angenehm mechanisch.

Das totale Low-Fi-Stück, Tonhöhen spielen überhaupt keine Rolle, ein bisschen wie Saturn A: Bogen auf Griffbrett, oder zwischen Griffbrett und Steg schlagen, Instrument darf/kann kaputt gehen, einerseits Holz auf Holz/Helligkeit, andererseits Resttonhöhen zwischen Steg und Griffbrett, quasi Barre-Griff.

Dann wirklich alla chitarra, 4 Fingernägel oder Daumenfleisch, Fingernägel-Glissando (mit linker Hand), perfekter Ersatz für Tsuruta-Glissando.

Und natürlich alles krass perkussiv/brutal, und damit wirklich nahe an der Biwa.

Also ganz viel Geräusch, viel undefinierte, eher als Geräusch, als als Ton wahrgenommene Tonhöhe, und wenig echte Tonhöhe, bleibt quasi Ausnahme, meistens auf Es, die schweren Einleitungsakkorde.

Sowas wie rohe Energie, einerseits Körpereinsatz, andererseits Materialeinsatz (quasi breaking point, auch da wo das tatsächlich nicht der Fall ist).

Verstärkung/Tonabnehmer hilft da natürlich extrem, den Klang zu brutalisieren.

Bei Es-B-Verbindungen Bratsche/Violine abwechseln? Oder besser zwischen zwei Saiten wechseln?

Jetzt: Alles so roh wie möglich.

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plötzlich ganz still: komisch

Alles wie im Weichzeichner. Alle Töne bleiben länger liegen, als sie sollten. Fast alle. Alle Aktionen werden mit getragen, Akzente, Dynamik, etc. Homogene Masse. Ist dann eben auf jeden Fall eine liegende Quinte, auch wenn die Töne sich eigentlich abwechseln sollten. This won’t save us.

Triller, Vibrato, Schwebung: Was ist mit den Rhythmen? Zwerchfellakzente/Artikulation/Bogenwechsel?

Das muss viel klarer und schneller passieren: Instrumente auswählen, eintragen, ausarbeiten, fertig. Pausen sollten wahrscheinlich eingehalten werden, richtig? Ist auch irgendwie total langweilig, so ausdifferenziert, übrigens. Macht nicht richtig Spaß. Das heißt ja dann wahrscheinlich keine Versetzungen, alles synchron, oder?

Vielleicht nur alle pulsbetonten Passagen mit Liegetönen und dynamischen Überbetonungen verdecken? Weil die sonst so wahnsinnig bescheuert klingen? Wie ganz schwacher Bartók.

Gut, wir haben eine Besetzung und wir haben Material und das passt nicht zusammen und zwar überhaupt nicht. Was nun? Wer soll was spielen? Any ideas/tricks? Was wäre jetzt eine moderne, aufgeklärte Entscheidung? Eine schnelle Entscheidung, die Sinn macht? Wenn es falsch ist, dann noch falscher machen? Aber wie? Nur Geräusche? Quasi nur Geräusche? Also Timbres + Rhythmen, könnte es das sein? Verstärkt wäre das wahrscheinlich wirklich ein kontemporärer Sound. Und sehr impulsbetont, wie das Original. Ein bisschen wie eine Gespensterbegleitung.

So viel Geräusch wie möglich. So wenig Ton wie möglich. Das könnte möglicherweise funktionieren. Wie ein Schatten des Originals.

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man proposes, God disposes

Klöppeln in Es: Yeah, that’s my boy!  Vielleicht alles so geräuschhaft wie möglich, so dass die Tonalität nur angedeutet ist. Alle horizontalen Intervalle in vertikale Intervalle umwandeln, also Akkorde, Wiederholung statt Melodie, Motiv. Absolut keine Motive!

Das ist also das Ende. Das soll das Ende sein? Was würde X/Y tun in dieser Situation? Wie würde er/sie die Situation retten? Wie kann man sie retten? Geht wahrscheinlich nur durch einen Trick. Für alles andere ist es jetzt zu spät. Irgendetwas, wo man nicht so richtig zuhören muss. Unvernunft. Strafe. Hochmut. Es wird schon irgendwie gehen. Eben nicht! Wieviel Arbeit. Leider alles umsonst. Teppich. Atonaler fuckin’ Teppich. Muss einfach liegen bleiben, sonst nichts. Ist das so? Fuckin’ Liegetöne. Mit den Tönen, die da sind, etwas komplett neues, völlig formalisiertes schreiben. Im Prinzip halt immer Es, richtig? Können wir von Saturn was lernen? Oder irgendwelchen anderen Stücken, die funktionieren? Solange dies, solange das. Ich hätte gerne 30 Minuten von dem und 20 Minuten von dem.

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Death Cleaning Service

Die Bläser sind halt keine Schlaginstrumente, sondern eher Halteinstrumente – das ist ein Problem, wenn man sie so akzeptiert, wie sie sind – man muss sozusagen aus ihnen das Gegenteil machen von dem, was sie sind. Oder eine andere Lösung finden.

Und das nächste Problem: Es wird alles viel langsamer, weil man es auseinandernehmen muss, die Phrasierung zerstören muss.

Nicht ineinander laufen lassen, nicht einfach nur fortsetzen, leider.

Bläser ausschließlich Schläge, kurze Impulse? Wo könnte man den Halteklang da reinbringen, vielleicht als absoluten Gegensatz? Als den totalen Halteklang, der gar nicht mehr aufhört? Das könnte tatsächlich eine Möglichkeit sein.

Warum ist das Original eigentlich nicht peinlich? Nur aus Tradition? Wegen des spezifischen Klangs und der extremen Begrenztheit des Instruments?

Vorschläge immer nur 32tel, ausschließlich, es sei denn, sie werden durchdekliniert. D.h. der Doppelschlag und der Vorschlag sind nicht zu unterscheiden.

Das ist übrigens auch noch eine Option: Akkordpaare durchdeklinieren, die dann automatisch ihre Grammatik verlieren – ist aber ein bisschen zu sicher als Verfahren.

Nur Nachklang als Halteklang, sonst nichts.

Quint- und Oktavpaare sind nicht so eine gute Idee, sorry.

Auch in der Reihung vereinzeln. Leider wird es dadurch so wahnsinnig langsam. Aber der Bewegungsschwung ist natürlich auch das, was wirklich nicht funktioniert.

Verschiedene (rhythmisch/metrische) Tempi durchdeklinieren und jeweils gnadenlos durchziehen. Zur Maschine zurückkehren.

Akkumulieren, nicht ablösen. Keine anderen Töne, sondern zusätzliche Töne. Alles sehr durchschaubar, aber nicht anders machbar. Könnte man theoretisch dann auch mit der Elektronik reinfahren, in jeden einzelnen Klang. Vereinzelung/Isolierung.

Masse
Gruppe
Familie
Einzelperson

Vielleicht Vorschlag/Nachschlag dazukomponieren. Wie unterscheiden sich Vorschlag/Nachschlag und Hauptschlag? Wahrscheinlich ja nur durch die Masse, die Kraft. Das könnte man natürlich wirklich auskomponieren, macht total Sinn. Und wäre dann auch eine echte Vereinzelung, wahrscheinlich auch in der durchlaufenden Bewegung.

1 Schlag
2 Schläge
3 Schläge
4 Schläge
5 Schläge

Viele Schläge

Alles als Einzelschläge auffassen. 1-5 klingende Schläge. Alles andere kurz. Was machen wir mit den Schwellern?

Mit anderen Worten, das Metrum komplett zerstören, daran führt kein Weg vorbei. Es funktioniert überhaupt nicht. Klingt absurd. Gerade zusammen mit dem tonalen Zentrum.

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There’s no day I do not think of it.

Interessant, wie unangenehm und einschläfernd es ist, in die falsche Richtung zu gehen. Man spürt schon, dass es so nicht gehen wird, aber man denkt noch, dass es gehen muss.

Die zerstückelte Geste und die unendliche Geste sind die einzigen Formen, die funktionieren – also genau die Formen, die die Einzelgeste ad absurdum führen, die nicht mehr an die bedeutungsvolle Geste glauben.

Macht es Sinn, die Streicher als Folie, als übergreifendes Element, das die instrumentalen Gesten zusammenhält, zu behandeln, weil sie so flexibel sind? Schwer zu sagen, ob man diese Art von Hintergrund wirklich haben will.

und dann und dann und dann und dann und dann?

Nicht auf den nächsten Abschnitt, sondern auf den nächsten Takt konzentrieren (stimmt aber natürlich so auch nicht).

Die totale Es-Extase – wollen wir das wirklich? Können wir das?

Zitat – was bedeutet das dann? Was hilft das?

Oder einfach total klein machen? Total leise? Dass nichts übrig bleibt, nur ein leises Klickern und Knattern?

Geräusch statt Tonhöhe wäre auch ein Option – quasi Schattentanz.

Oder den punktierten Rhythmus nicht als Rhythmus, sondern als Rappeln, als Nachschlagen verstehen, dass er quasi zufällig so fällt, wie er fällt.

Das könnte dann aber nur Vereinzelung bedeuten, etwas anderes gibt es da nicht, glaube ich.

Jeden Schlag einzeln anschauen – und auf den nächsten Schlag konzentrieren.

Die Singstimme wäre dann sehr intakt, quasi komplett, die Begleitung aber völlig auseinandergenommen – macht das Sinn?

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It’s no fun any more, I’m sorry.

Transkriptionstechniken/Neue Musik

Elektronik: Sehr sparsam anfangen, kaum, vielleicht gar nicht hörbar, am Ende alles übertönend.

FRKWYS 15, Serenitatem: Einfache, aber ziemlich schöne Sprachverfremdung (minidelay + pitching)

style & fashion: wird uns leider auch nicht retten

Mixer/Ventilator/E-Bow etc.: Theoretisch für liegende Flächen ja tatsächlich eine interessante Option, sozusagen eine mechanische Form der Energieerhaltung. Ein entscheidender Punkt dabei wäre der Gegensatz zwischen der anstrengungsfreien und theoretisch unendlich lang laufenden Repetition der Maschine und der von Erschöpfung und Unregelmäßigkeit geprägten Repetition des menschlichen Körpers. Ein weiterer Punkt die Frage, ob es möglich ist, das Gimmick-artige dieser Idee verschwinden zu lassen. Und ein dritter, ob es nicht vielleicht sogar möglich ist, eine gewisse Körperlichkeit in diese mechanische Repetition zu bringen, z.b. mit Accelerando- oder Crescendo-Effekten (die natürlich auch rein mechanisch gesteuert würden, aber dennoch nachvollziehbar gesteuert, und nicht sich selbst überlassen). Doppelter E-Bow/doppelter Ventilator, oder virtuose Sequenzen könnten eine Möglichkeit sein, der mechanistischen Repetition Körperlichkeit zu geben. Was aber eben auch genau die falsche Strategie sein könnte. Vielleicht am besten: Winzige Manipulationen.

Unter Umständen alle melodischen Instrumentalklänge wegnehmen, wirklich nur andeuten, quasi zerstören. Problem: Dass ein großer Teil der Vibrati quasi mechanisch sind. Wie kriege ich das hin, wenn sie tatsächlich ausgespielt werden müssen?

Ist ein bisschen schade, weil leider sehr Neue Musik konform, aber eindeutig als Befund: Wenn das Ensemble als ein Instrument behandelt werden soll, kann man nicht alle parallel spielen lassen, also verdoppeln. Die instrumentalen Gesten können nicht intakt bleiben, sondern müssen aufgebrochen und neu zusammengesetzt werden. Nur absurde Aktionskombinationen lösen sich selbst als Geste auf bzw. werden zu einer neuen Geste, müssen also nicht von außen aufgebrochen werden. Verdopplung betont letztlich die Einzelstimmen.

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aufgesext

Das Harte ist, dass ganz normale Leute schon so extrem weird sind. Man muss gar nicht suchen, um von Freak zu Freak zu schauen. Echte Neurosen, oder einfach nur sehr sehr schlechte Gewohnheiten/Verwahrlosungen? Oder einfach nur Not. Hält gerade eben noch alles zusammen. Ein Pflaster hier, ein Pflaster dort, dann muss es weitergehen. Das war mein Leben. Nicht schön. Bin auch nicht sicher, ob es wirklich stressig ist. Eher allgemein ziellos anstrengend.

Das bin ich nicht. Das wäre ich nicht. Na und? Keine gute Idee so zu denken.

Eine Kröte: Interessantes Tier, auf seine Art sehr kräftig und selbstbewusst. Lustige Idee, über den gesamten Strand zu laufen, sich dann ins Wasser plumpsen zu lassen und unterzutauchen. Aufgesetzte Augen. Kräftige Krabbelbeine.

Eingebildetes Knacksen im Hinterkopf, als ob etwas brechen würde. Merkwürdiges Geräusch, gibt es wahrscheinlich so gar nicht in echt. Auf jeden Fall müsste man sehr nah dran sein, um das so zu hören.

Pervertierte Transkription: So nahe ran gehen, dass man das Bild (schon lange nicht mehr) sieht.

Neuer CD-Player läuft sich fest, CD dreht durch, zieht man den Stecker und steckt ihn wieder rein, dreht er unverändert weiter. Französische Familie, sehr merkwürdige Überreaktion der Mutter, als das sonst stille Kind auf sich aufmerksam macht. Ich kann mich nicht erinnern, wie es wirklich gewesen ist. Was genau passiert ist.

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Körper.

S1A: Streicher als Basis für Zwischenspiele, alle anderen Instrumente ganz wenig zu tun. Ausnahme/Spezialfall: Klavier und Janggu.

Unbedingt Viertelton-Tremolo einsetzen: Alles verstimmen!

Ensembleklang sehr geräuschhaft, viel Luft, Kompaktheit durch Mehrfachinstrumentierung erzeugen: Wenn alle den gleichen Ton extrem geräuschhaft, also undeutlich, spielen, steht am Ende der Ton doch deutlich im Raum, aber ohne einen klaren Träger/eine klare Herkunft.

Konzert in gewisser Weise eine perfekte Form, die nicht gezwungen ist, theatralisch zu sein, aber als Bühnenkunst (egal ob es wirklich ein Bühne gibt oder nicht) immer die Möglichkeit hat, das Theatrale anzudeuten oder tatsächlich ins Theatrale zu gehen. Insofern viel hybrider als das Theater selbst, ob Musik- oder Sprechtheater, wo das Theatrale schon immer vorausgesetzt und mitgedacht wird, und daher nur negiert werden kann – wovon heute sehr viele Regisseure und Theatergruppen leben.

Bitte keine Vermittlungsprojekte!

Lustige Idee, das Gesicht komplett hinter Haar zu verstecken (von der Seite). Man denkt tatsächlich darüber nach, was sich wohl hinter den Haaren verbirgt. Man könnte fast sagen: Man hält es kaum aus, es nicht sehen zu können.

Es ist nicht so, dass das Publikum wirklich verstehen will – es will eher Andeutungen haben, worum es sich handelt, als eindeutige Aufklärung – das ist letztlich genau so wie im Horrorfilm, wo der Schrecken nur so lange aufregend ist, wie man nicht weiß, was hinter der nächsten Ecke lauert. In dem Moment, in dem man das Monster kennt, wird der Schrecken banal. In dem Moment, in dem das Konzert erklärt/erklärbar ist, wird es langweilig, weil viel zu didaktisch.

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aufs Kreuz drücken und ja sagen

Oper: Montage von Musikstücken, die durch gemeinsame Themen oder gemeinsames Personal (oder deren gezielte Verweigerung) zusammengehalten werden.

Freudiges Wiedererkennen: Ja, genau so sieht unsere Welt aus. Freundliche Neutralität, objektivistische Selbstdarstellung. Keinerlei persönliche Mitteilung als größtmöglicher persönlicher Ausdruck. Ja, genau so sieht unsere Welt aus.

Metallplatte in Klavier verstecken. Sicher befestigen. Dann mit echtem Werkzeughammer mit voller Wucht anschlagen.

ANGST
GESANG
WOLKEN
SCHLAF
WASSER

männlicher Akt: vulgär vs. peinlich/lächerlich
weiblicher Akt: verführerisch vs. fragil

letztlich der weibliche Akt durch die Kunstgeschichte des männlichen Blicks wesentlich subtiler konotiert als der männliche; das wird erstmal abzuarbeiten sein, bevor man einen neutralen Standpunkt einnehmen kann

man darf auch nicht vergessen, dass dem männlichen Akt durch die Möglichkeit der Erektion immer eine gewisse implizite Dynamik, die an Lächerlichkeit grenzt, zu eigen ist

Eine Inszenierung, Präsentation. Kein Werk als etwas Festes, Wiederholbares. Und darüber sollten wir froh sein.

Krass, wie der Körper auf Stress reagiert – selbst, wenn es nur eine Möglichkeit in der Zukunft, also eine Gefahr, ist. Als ob man plötzlich einen anderen Körper hätte.

Und noch ein wichtiger Punkt: Es ist in diesem Zusammenhang nicht wirklich interessant, nur Neue Musik aufzuführen, weil sich hier in den meisten Fällen ein radikaler Eingriff allein aus dem Grund verbietet, dass dem Publikum in der Regel weder das Stück selbst, noch seine stilistische Haltung bekannt ist. Aber es ist auch nicht unbedingt interessant, nur historische Musik zu spielen, weil hier einerseits der Widerstand des Unbekannten fehlt und der Eingriff durchgehend radikal sein müsste, um Unsicherheit und Staunen zu erzeugen, und andererseits gerade in dem Zusammenhang eines szenisch-musikalisch kuratierten Konzertes die Konfrontation von historischer und Neuer Musik besonders gut funktioniert und ganz offensichtlich einen neuen Blick auf historische Musik erlaubt, was in konventionellen Konzerten sehr häufig didaktisches Wunschdenken bleibt.

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Einbauen.

Restive Plaggona, Ego Driven: Fies, dass Mollharmonien immer so gut klingen. Ansonsten ziemlicher Schrott.

Schlachten: Natürlich könnten auch die, die gerade nicht spielen, den Klang der Spielenden steuern.

S1A: Das kann man alles durchdrehen lassen. Und zwar total.

Graphik ist alles. Man kann nur visuell denken. Alles andere verschwimmt.

Dain Yoon: Ist ja eher Kunststück als Kunst, offensichtlich, aber ist auch ein Problem, dass sich die beiden Kategorien in den meisten Fällen so offensichtlich voneinander unterscheiden lassen. Kunst wäre dann nur für den Kenner auch als Kunststück erkennbar.

Bei allen, die mit klassischer Musik zu tun haben, gibt es immer den Reflex, dass sie um jeden Preis geschützt werden muss, was bestimmt in vieler Hinsicht richtig ist, aber auch sehr schädlich sein kann. Es macht einfach sehr unbeweglich.

S1A: Ich glaube, dass es tatsächlich nicht anders geht, als dass wir Zeilen einander zuordnen, auch dann, wenn es überhaupt nicht passt, und dann schauen, was wir damit machen können.

Katuchat, Bee Orchid: Ziemlich toll, wie die hochgepitcheten Stimmen kurz aufblitzen und sofort wieder weg sind.

Auch schön: OL, Saigon Special Room, wie das Hauptsample dumpf runtergedimmt ist und trotzdem im Vordergrund steht.

weil es funktioniert
weil es so gut funktioniert
weil es zu einfach ist
brutal, wenn etwas plötzlich funktioniert
kann ich jetzt gehen?

it’s always a good idea to sleep

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What the fuck are we doing here?

Eigentlich schade, dass man die Schwächen und Stärken einer Idee erst erkennt und versteht, wenn man sie ausformuliert. Das dürfte auch der Grund sein, dass man sich für eine nicht ausformulierte Idee so leicht begeistern kann: Man sieht vor allem das Potenzial, und weniger die Probleme, die erst bei der Ausformulierung deutlich werden. In gewisser Weise träumt man noch davon, dass sich die Idee genauso schnell und leicht verwirklichen lässt, wie sie aufgetaucht ist – das ist aber leider so gut wie nie der Fall. Im Gegensatz dazu ist dann die Arbeit an der Realisierung hölzern und langwierig. Auf der anderen Seite stellt sich in diesem langwierigen Prozess oft heraus, dass die ursprüngliche Idee gar nicht so gut war, und die neuen Ideen, die sich im Lauf der Realisierung ergeben, zu einem viel besseren und interessanteren Resultat führen.

Sie lachte leise, und eine einzelne Träne rollte aus ihrem lächelnden Auge.

Runaway: Schöne, sehr sparsame Verzerrung des Klaviertons innerhalb des Songs. Könnte man sich für S1A überlegen, als Gegensatz zu den extrem kurzen Akzenten.

Weltklugscheißer: Die Welt war damals nicht in Ordnung, aber sie schien es zu sein.

Dinge hinter Glas sehen deutlich besser aus als Dinge ohne Glas. Ein bisschen bestürzend. Glas als das erste Glorifizierungs-Medium.

Eben ganz klar viel mehr Nebentöne als Haupttöne. Auch wenn es nur einen Hauptton gibt, der nur ein einziges Mal angeschlagen wird, ganz viele Nebentöne. Z.B. auch im Klavier.

You’ll be silent forever, and I’ll be gone in the dark.

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Zungenvibrato

Der Schmerz, abwesend, nicht anwesend zu sein, ist vermutlich für alle Menschen gleich tief. Und zwar auf jeder Ebene, von banal bis endgültig.

Kleine Noten für Noten, die nur angedeutet werden sollen.

Dankbarkeit der abstrakten Zeit gegenüber, weil wir gar nicht anders können, als uns zu verändern, wenn sich um uns herum alles verändert.

Gleiche oder benachbarte Saiten gleichzeitig im Klavier und an den Tasten bearbeiten.

Wann ist eine Idee eine Idee (bzw. eine eigene Idee)? Ein Klavierton mehr oder weniger (Kanye) gibt dem Motiv sicher nicht eine neue Identität. Oder vielleicht doch? Wenn ich es richtig anstelle? Wenn ich den Taktschwerpunkt verschiebe? Ist das ursprüngliche Motiv überhaupt eine Idee oder wird es nur durch die Penetranz seiner Exposition zu einem wiedererkennbaren Komplex? Alles wahnsinnig interessant und ganz direkt ins Zentrum der kompositorischen Arbeit führend.

Abstraktion bedeutet auf jeden Fall auch: Nicht-Eindeutigkeit. Heißt das im Umkehrschluss, dass man über Nicht-Eindeutigkeit zur Abstraktion kommt? Dass man durch Nicht-Eindeutigkeit Abstraktion erzeugen kann (Chetouane/Licht)?

Donna Regina/I got carried away

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SHUNGA

Wenn man Musik vor allem als Körperaktivität, oder als Formalisierung von Körperaktivität betrachten würde, könnte man vielleicht sagen, das Instrumente besonders sensible Vergrößerer und Verstärker von Körperaktivität sind. Natürlich eine sehr spezialisierte Körperaktivität, aber definitiv Bewegungen des Körpers. Was wir körperliche Musik nennen, ist in dieser Hinsicht meistens eher uninteressant und vereinfachend. Auch die normale Popvirtuosität ist meistens so sehr auf einen bestimmten Aspekt der Bewegungsmuster reduziert, dass die Bewegungen selbst nur in ihrer Geschwindigkeit, aber nicht in ihrer Subtilität eine Rolle spielen. Bei klassischer Musik bin ich mir da nicht so sicher, weil die unverstärkten Instrumente die körperliche Anstrengung viel deutlicher machen. Und die Instrumente selbst so ausgelegt sind, dass sie im klanglichen Ergebnis eine extrem genaue Vorstellung von der Art ihrer Berührung vermitteln. In der elektronischen Musik fällt dieser Aspekt logischerweise komplett weg, in der elektronischen Popmusik wird er durch das Samplen oder Nachbauen von akustischen Instrumenten zumindest nachgebildet, in der elektronischen Neuen Musik findet er höchstens als musique concrete, also eigentlich gar nicht statt. Hier kann Körperlichkeit nur noch im Klang selbst liegen, nicht mehr im Nachvollzug der Bewegungen auf den Instrumenten.

Miguel Gomez, REDEMPTION

S1A: Ich denke, für die elektronische Fassung wird es absolut essentiell sein, Passagen zu haben, die auf nachvollziehbare Weise (entweder alle Parameter oder ein großer Teil der relevanten Parameter) völlig stabil sind, so dass das Eingreifen der Elektronik verständlich und sinnvoll wird. Letztlich, damit es auch Spaß macht, dem nerdigen Stöpseldrehen zuzuschauen. Im Grunde sehr lange Fermaten des Stillstands oder der Wiederholung, innerhalb derer alle Veränderung auf der Ebene der Elektronik stattfindet. 

Chicken Noodle Soup: Aint no fuckin’ composition…

Oper muss die Welt darstellen, wie sie zerplatzt.

Ritualmusik: Reine Zeitmessung, Zählen.

Den gesamten Bühnenapparat benutzen, um ins Publikum zu schauen. Oder die Bühne vom Publikum zu trennen. Das wäre definitiv eine interessante Oper. Untersuchung. Labor. Hermetik. Abgeschlossener Bereich.

PLAGIAT: Eigentlich superschön, diese Nachbauten, gerade, wenn man sie vom Original nicht unterscheiden kann und nur WEISS, dass sie nicht echt sind.

sehr laut gespielt, sehr leise abgespielt/
sehr leise gespielt, sehr laut abgespielt, obviously

alles wird geschlagen

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Der Erfinder der Gleichgültigkeit

Well, I failed.

Band laut gesungen, leise gestellt.
Live sehr leise gesungen, Dynamik nur angedeutet.

MM: Angenehm unsauber, z.T. sogar extrem unsauber. Was ja nur heißen kann, dass es nicht so wichtig ist, oder dass es sogar gewünscht ist. Kann mir nicht vorstellen, dass die Entfernungen so groß sind, dass die Spieler sich nicht gegenseitig hören können.

Dixie was as much a love machine as he was a forgetting machine.

Ich pervertiere die Realität dadurch, dass ich sie extrem ernst nehme.

Großer Zeh, aus dünnen, ineinanderliegenden Knochenschalen aufgebaut, Knorpelmasse, Fett, wenig Fleisch. Geschmorte Ochsenbrust. Merkwürdige Träume.

taumeln durch das Leben

Auch ein interessanter Typus: Der Lahmarsch, der sich überall vordrängelt. Gehört vielleicht wirklich zusammen. Nicht wirklich sympathisch. Aber wahrscheinlich normal.

Wann genau ist die Textsorte Interview eigentlich langweilig geworden? Als es zuviel davon gab, als man zuviel davon gelesen hatte, oder als die Inhalte verschwunden sind?

WHISTLE
TRILL
STROKE

Das kann ja wohl nicht Dein – wahr sein!

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Unstern

Musik hinter verschlossenem Fenster. Merkwürdige Intensität, wie Verwischungen, die überzeugender wirken als das scharfe Bild. Wäre naiv zu denken, dass das einfach nur als Kritik an der Gegenständlichkeit zu erklären ist. Eher als sehr direkte Metapher für etwas, was man nicht fassen kann, was einem durch die Finger rinnt. Ferne, natürlich. Ich vermute aber, dass bei Musik auch noch der Aspekt der Reduktion auf das wesentliche Signal, nicht nur klanglich, sondern auch strukturell, eine wichtige Rolle spielt. Jedenfalls eine sehr merkwürdige, fast automatisierte, weil nicht hinterfragbare Emotionalität, die dabei erzeugt wird. Könnte auch noch etwas mit Erinnerung, Unschärfe des Gedächtnisses zu tun haben, dass im Gedächtnis – möglicherweise – nur die groben Züge festgehalten werden. Dann wäre das eine Metapher für Vergangenheit – oder Gedächtnis – und könnte in seiner Emotionalität mit einer Art nostalgischen Wehmut verglichen werden.

Mit ihm über komplexe Sachverhalte zu sprechen ist kein Spaß. Ich hatte heute zweimal das Vergnügen.

Auf eine bestimmte Weise verzeiht Kunst Fehler, freut sich sogar über Fehler.

Fiorituren müssen ganz klar auseinandergenommen werden, sonst macht es überhaupt keinen Sinn – einfach komplett unverständlich als Notation. Sinneinheiten nicht erkennbar. Heißt aber auch: Alles nochmal anhören, wenn es ernst wird. Mit dem Ohr entscheiden.

Du redest noch mit dir, wenn niemand mehr mit dir redet. Du bist allein. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist das einfach so, dass du vor dich hin redest. Einfach so eben. Kein Grund. Außer dass du es eben tust. Minibeobachtungen, Nachjustierungen.

Eine komplette Hautschicht hing wie ein leerer Overall an meinem Körper. Ich schnitt sie an den Zehenspitzen mit einem Teppichmesser durch, um mich von ihr zu befreien.

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gespenstisch

Filtern: Z.B. Decke über den Lautsprecher legen – ganz dumpf. Wir müssen viel dumpfer werden. Könnte interessanter Gegensatz zu nicht filterbarem Liveklang sein.

Aufnehmen, wenn der Cursor das Signal glitchet? Könnte man an der betreffenden Stelle abspielen, klingt ziemlich super, muss man ehrlicherweise sagen, Aufwand extrem gering. Z.B. Dannorua 6, Biwa-Schlag.

Gewalt ist keine Meinung. Meinung ist auch keine Meinung, sorry.

Dumpf. Mhm, das wäre in jeder Hinsicht ein Thema, Dumpfheit. Grade von Dumpfheit. Kissen über Lautsprecher. Ist ja genau das, was wir gemacht haben. Passt auch zu Loft Music, by the way. Ende totale Dumpfheit. Wie konnte ich das nur vergessen. Grade von Dumpfheit, distinkt abgerufen, in Stufen vorprogrammiert. Eigentlich am liebsten mit Knacks, das dürfte aber wenig Sinn machen.

Lautsprecherüberlastung + Dumpfheit: Vielleicht reicht das doch? Alles andere zu showy?

Dumpfheits-Coda. Das geht dann aber nur noch über Lautsprecher. Vielleicht Mini-Bruchstücke live, um den dann extremen Unterschied zwischen realer Akustik und gedämpftem Lautsprecherklang deutlich zu machen?

Passt auch zu den merkwürdigen Akkordveränderungen im Instrumentalsatz.

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don’t sleep, work!

Mix/Verstärker: Möglichkeit im Auge behalten, die Dynamik sehr asymmetrisch anzuordnen, ein Instrument weit in den Vordergrund, ein anderes ganz in den Hintergrund zu stellen. Müsste bei Verstärkung besser funktionieren als bei akustischer Aufführung, weil alles, was über die Lautstärker kommt, erst einmal grundsätzlich präsent ist, theoretisch nicht völlig überhört werden kann. Auch der Aspekt laut gesungen, leise abgespielt, und umgekehrt könnte da wichtig sein. Wahrscheinlich besonders bei der Gesangsstimme. Yeah, King Tubby, of course…

Das würde dann definitiv besser funktionieren mit voraufgenommenen Tracks als mit live eingesungenen Tracks, weil man dann keine Rücksicht auf das Feedback nehmen müsste.

Fake Feedback?

Unterbrechungsknopf/Stummschalteknopf, der gehalten werden muss, um zu unterbrechen (d.h. durch kurzes Loslassen kannst du auch die Unterbrechung unterbrechen, vielleicht so etwas wie ein umgekehrter Monitor).

Der Sänger ist der einzige, der beide Hände frei hat (wenn er ein Standmikrophone hat), der also grundsätzlich auch ohne vorproduzierte Aufnahme seinen Einsatz frei manipulieren könnte. Trotzdem wahrscheinlich besser, ein vorproduziertes Band zu haben, um die gleichen Optionen wie die Instrumentalisten (z.B. duettieren mit sich selbst/mit sich selbst mitsingen) zu haben.

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UFSP: Unique Fucking Selling Point

Etwas hören, weil man denkt, dass man es hören müsste. Eine Flötenmelodie aus den Geräuschen heraushören, die gar nicht da ist. Denken, dass man einen Satz gehört hat, obwohl es nur Geräusche waren. Wahrscheinlich filtert man dann wirklich Signale aus einem breiten Geräuschband heraus.

Könnte auch sein, dass es gut wäre, wenn man Aufnahme und Liveklang unabhängig voneinander manipulieren könnte. Das würde dann heißen, dass man zwei getrennte Einheiten bräuchte.

Die Bühnentechniker und die Totenmeister.

S1A: Clicktrack für das komplette Stück als Synchronisationsmedium für vorproduziertes und live gespieltes Material

Silbe für Silbe, NICHT Wort für Wort transkribieren

King Tubby, z.B. Crescendo Sweeps, einer nach dem anderen, synchron und gegeneinander versetzt, dann mit extremem Hall, um auf die kurzen Töne Crescendo projizieren zu können.

Allerdings auch mit dem koreanischen Paradox arbeiten: Crescendo, Glissando, etc. auf Staccatissimo.

Ja, das könnte das Thema sein, letztlich auch für eine rein instrumentale Fassung.

Hilft aber nicht viel, ehrlich gesagt. Bleibt stumm.

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So sad, so sad.

S1A: Wäre wahrscheinlich wirklich gut, japanischen Text zu integrieren, einmal, um die Eindeutigkeit der Figur (und des Goetz-Textes) zu brechen, einmal, um die Herkunft des Materials durchscheinen zu lassen. Und, weil die Texte tatsächlich sich gegenseitig kommentieren könnten, der japanische Text betont den kriegerischen Aspekt, die historische Tragödie, der deutsche Text das individuelle Scheitern. Ist dann allerdings noch die Frage, wie sich die beiden voneinander unterscheiden, da nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass der deutsche Text so verständlich gesungen werden kann, dass man sofort merkt, wann er verlassen wird, wann der Sänger in eine andere Sprache fällt. Sehr primitive Lösung wäre Vollstimme vs. Falsett.

Interessant, wie schwierig es ist, etwas genau anzuschauen, ohne im entscheidenden Moment zu blinzeln. Man schaut immer weg, als ob man Angst hätte, dass in genau diesem Moment etwas passieren würde, das man lieber/besser nicht sieht. Auch wenn man ganz genau weiß, dass das nicht der Fall ist. Die Augen mit Gewalt aufzuhalten hilft zwar, sich zu versichern, dass da nichts ist, was weh tut, aber es ist natürlich dennoch nur eine Reaktion auf das Blinzeln, kein echtes Hinschauen. Muss man also üben, sich langsam daran gewöhnen, dass die Augen offen bleiben können – ohne sich dabei einfach nur abzuhärten, sondern wirklich mit Intensität und Offenheit hinschauen.

Frage wäre, ob die Schutzreflexe damit abgeschliffen werden oder sogar verschwinden – ob es vielleicht wichtig ist, so zwanghaft auf bestimmte Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung zu reagieren. Eindeutig ist aber, dass man bestimmte Handlungen nicht ausführen kann, wenn man sich im entscheidenden Augenblick immer wegduckt. Man kann wahrscheinlich einen Ersatz dafür finden, indem man sich z.B. voll auf den Bewegungsablauf konzentriert, aber ich glaube, es ist nicht das gleiche, wenn man nicht diese emotionale oder psychologische Hürde überwindet. Mit offenen Auge ins Schwarze treffen, das wäre die Aufgabe.

Ist Geld eigentlich immer prollig? Sieht jedenfalls in der Regel nicht sehr schön aus, wenn jemand welches hat.

Michele: something in the style of myself

Noah Klieger

Geomungo Sanjo: Chimsae mit verwenden, und zwar genau dort, wo sie auf der Aufnahme sind?

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nein, ich habe mich einfach umgebracht

S1A: Beziehung Stimme/1-x Schläge systematisieren, wahrscheinlich auch Geschwindigkeit der Schläge systematisieren, inklusive verschiedene Formen von Accelerando und Ritardando.

S2M: Möglicherweise gesamte Struktur nochmal ändern, zumindest für die Konzertfassung, häufigere Wechsel der Besetzung, damit wahrscheinlich auch Umstellungen des Textes. Unter Umständen mit den Textwiederholungen mehrere Binnenfassungen, nicht notwendigerweise immer vollständig, herstellen. Auf jeden Fall viel deutlichere Dramaturgie ausarbeiten. Vielleicht Soli einfügen – könnte man als Versionen innerhalb der Binnenfassungen ausarbeiten.

Warum stört es so, wenn aus Noten gespielt wird, warum stört es so, wenn Notenständer auf der Bühne stehen, warum macht es einen so großen Unterschied, ob man auswendig oder aus Noten spielt?

S1A: Watashi Dake

foto: mein kopf tut mir so weh

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Wir arbeiten weiter.

Japan, Shomyo Buddhist Ritual: Natürlich toll! Sollte man drüber nachdenken. Unbedingt Kratzen einbauen. Klingt extrem laut. Becken merkwürdigerweise exakt wie in S2M.

Streichquartett: Zahl der irrationalen Unterteilungen festlegen, 1-8, dann tatsächliche Unterteilungen festlegen, 1 kann auch eine Unterteilung sein. Binnenunterteilungen festlegen? Würde wahrscheinlich Sinn machen. Tonhöhenstruktur zu Ende führen. Dann Transpositionen einführen, um Grad der Veränderung zusätzlich zu steuern. Wahrscheinlich erst Grad der Veränderung (so wenig wie möglich-so viel wie möglich) innerhalb der festgelegten Tonhöhenstruktur, dann tatsächliche Transposition festlegen. Wenn die vielen Taktwechsel nerven, überlegen, verschieden lange Takte auf eine Länge zu bringen, aber die interne Struktur zu behalten, also z.B. 6er, 7er, 8er, 9er auf eine 5er- Länge zu bringen, aber die 6er, 7er, 8er, 9er-Struktur zu behalten. Mit allen zusätzlichen Unterteilungen. Überlegen, ob Nullstellen eingeführt werden sollen, z.B. leere Takte, wo wirklich nichts (oder fast nichts, abstufen/zwei verschiedene Ordnungen?) passiert. Bei den extremen Taktwechseln möglicherweise Muster anwenden, kurze Takte immer x, lange Takte immer y, dann vielleicht vermischen. Entwicklung ins statische System einbringen, zumindest andeuten? Mehr als nur die stufenweisen Veränderungen an den Strukturpunkten. Wäre wahrscheinlich keine schlechte Idee, um das ganze zusammenzuhalten. Winzige Veränderungen, die nicht nur statisch/statistisch sind, sondern eine minimale Prozesshaftigkeit einführen.

Sind die wirklich alle schon tot?
Kaum zu glauben, dass die alle schon tot sind.
Kann das sein, dass die alle schon tot sind?
Kann das sein, dass die wirklich alle schon tot sind?

Is it really possible that they are all dead?

Are they really dead?
All of them?

Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume,
Ich leb‘ in Euch und geh‘ durch eure Träume.

Ist komplett ok, aber eben auch total egal.

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Danke, liebes Wasser!

Junge stürzt über Friedhof ab:
Hello dead!
Hi dead!
Between us: I’m dead. But don’t tell anybody.
Oh, you’re dead! Don’t worry. We won’t tell.

New optimism: In Schönheit sterben. Haben wir eine andere Option?

Auch schlechte Ideen sind automatisch gute Ideen. Weil wirklich schlechte Ideen gar keine Ideen sind.

Die Stadt artikuliert die Menschen.

Disco, was ist das genau: Melancholische Begeisterung? Eindeutig lasziv, verhaltene Ekstase, irgendwo auch unverhohlene Trauer, gerade in seiner elegant-stampfenden Trägheit (Steve Monite, Only You).

Please eat
Without ne
Me
Meine ich

Schlachten 1: Arie: Japanischen Text englisch einsprechen.

Schneller Grundschlag, alles Bassdrum, quasi gabba, kurze Unterbrechungen, sonst einfach durchgezogen, was kann man damit machen?

Regelmäßiges Trap-Ticken, ab und zu auf Wirbel-Geschwindigkeit und darüberhinaus beschleunigt, aber absolut exakt, kann man das nachspielen?

Täuschung: Glanz auf Badezimmerboden wie dicker, klebriger Schleimfaden zwischen Hand und Brust.

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Filed under Material, Politik, Pop, Schlachten 1: Arie

indulge

Ich fürchte, die Nebennoten müssen alle als kurze Vorschläge notiert werden, sonst ist einfach nicht verständlich, wie die Musik funktioniert. Die Nebennoten geraten zu sehr auf die gleiche Ebene wie die Hauptnoten.

Problem Glissandi: Es gibt in Sibelius keine Glissandi zu einem Vorschlag hin, d.h. Vorschläge, die einen liegenden Ton unterbrechen, können nicht als durchlaufendes Glissando notiert werden. Das wäre vielleicht zu verschmerzen, aber noch größeres Problem: Es gibt in Sibelius keine Vorschläge am Taktende, sie werden immer in den nächsten Takt, vor die nächste Note oder die nächste Pause gezogen. D.h. man kann einen Ton nicht mit einer Art Endwischen abschließen. Echtes Problem, rhythmisch ausnotiert wird das überbetont und als eigener rhythmischer Wert tendenziell irreführend. Möglicherweise nicht lösbar.

Winziges, aber ernstzunehmendes Problem: Wenn es dann plötzlich ZU einfach aussieht, wenn die Notengraphik nicht mehr darstellt, was die Musik eigentlich leisten soll. Man könnte sagen, das ist genau richtig so, es kommt darauf, was in der Aufführung geschieht, nicht, was auf dem Papier steht. Man könnte aber auch sagen, dass die Notation in irgendeiner Weise die Expressivität der Musik darstellen muss, um als Notation zu funktionieren.

Silben immer trennen, in eigene Takte aufteilen: Hilft das? Für die kompositorische Arbeit bestimmt, für die Transkription wahrscheinlich eher nicht.

Oder die Taktschwerpunkte doch ausnotieren, z.B. als Akzente?

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Haben wir wenigstens gewonnen?

Chor der jungen schönen Mädchen: Le Mystère des Voix Bulgares, ist doch klar, oder?

Franz Erhard Walther: Sieht im nachhinein schön und gut und beeindruckend aus, war in der Realität aber sicherlich eher ärmlich und enttäuschend. Man muss sich sehr viel dazu denken, um daran etwas zu finden. Und: Das geschickte Dokufoto lässt letztlich fast alles interessant aussehen. Das Problem: Es ist das Foto, nicht der Gegenstand, das uns interessiert. Quasi ein fotografischer Heiligenschein um einen völlig banalen Gegenstand.

Transkription Dan-no-Ura:
– Keine irrationalen Takte, d.h. alles auf 16tel oder 32tel runterbrechen
– Konsonanten und Vokale je Silben zusammenhalten, d.h. keine Silben aufbrechen 
– Sehr kurze Silben zusammenfassen
– Nicht Betonung (Schlag), sondern Dauern (Silben) als eine Einheit
– Durchgehend Tempo 60 auch bei eindeutig anderem Tempo, um reale Zeitdauer ablesbar zu halten
– D.h. es geht nicht um die Idee des Materials, sondern um seine reale Ausführung 
– Im Nachhinein, bei der Neukomposition, können Konsonanten und Vokale getrennt werden, nicht aber bei der Transkription
– Alles auf 16tel unterbrechen, wird sonst einfach zu kompliziert/unlesbar, selbst bei langsamem Tempo

Im Prinzip wäre es natürlich schön (und dem Original angemessen), die Transkription nach Schlägen auszurichten. Das würde aber heißen, dass alle synkopenartigen Einsätze nicht mehr frei verschiebbar sind, sondern an einen bestimmten Ort im metrischen Gefüge gebunden sind. Was für das Arbeitsvorhaben keinen Sinn macht. Insofern müssen die Silben für sich genommen, ohne Rücksicht auf die Taktschwerpunkte, transkribiert werden. Was das Ergebnis ein bisschen unanschaulich, letztlich vielleicht sogar unverständlich macht.

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Abusus non tollit usum.

Yabby You bearbeiten, z.B. Life Money.

Schnabel: Etwas im richtigen Tempo spielen, egal, ob man es kann, oder nicht. Heute undenkbar. ernster Musikerwitz.

Schneller spielen als man’s kann und sich dabei verhaspeln.
Langsamer spielen als man’s kann und dabei den Faden verlieren.
Höher spielen als man’s kann und sich dabei ständig vergreifen.
Tiefer spielen als es geht und dabei Töne weglassen müssen.
Leiser spielen als man’s kann, so dass dann Töne wegbleiben.
Lauter spielen als man’s kann und dabei toll patzen.

Und so weiter. Musikerwitze. Meinen Sie höher oder tiefer?

– Chihei Hatakeyama, Mirage: Auch so was müsste man eigentlich einarbeiten können, und zwar nicht als Collage oder Parodie, sondern als ernstgemeinten Vorschlag.
– dito Jefre Cantu‐Ledesma, On the Echoing Green
– Schlagzeug (eigentlich drummachine?) wie von ganz weit weg aufgenommen
– Publikumsrufe fake?

ihr könnt schon Nachtwind spüren 

weiße, schnell ziehende Wolken in der frühen, dunkelbläulichen Morgendämmerung

wenn das ein Teller wäre, was würdest du tun?

jede Strophe in ihrem durchschnittlichen Tempo notieren

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Our Yearly Contest

Krasse Melancholie-Anfälle, sieht aus, als ob die ganze Welt traurig wäre. Alle bleich, alle niedergeschlagen. Was ist denn da bitte los – Kollektivdepression?

stimmt übrigens nicht (Pop/Diederichsen/Geräusche)

S1A, Runaway etc.: Scheint nicht mehr zu passen. Schadä, hattä michä vollä daraufä gefreutä.

Frank Kunert: Wenn es zu offensichtlich wird, ist es leider nicht nur nicht mehr lustig, sondern gar nicht mehr lustig, und nur noch doof. Und nicht doof genug, um geil doof zu sein.

so depressing

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Vollgefressene Laberheinis

Komata Kahori (Satsuma Biwa): Nasuno Yoichi
Ueno Koshuzan (Shakuhachi)

The Caretaker/Leyland Kirby, everywhere at the end of time: Natürlich eine perfekte Metapher für Demenz, aber in dem Augenblick, in dem die reale Krankheit mit dem Resultat gleichgesetzt wird, eigentlich nicht mehr nachvollziehbar – müsste am Ende nicht das unveränderte Original stehen, da der Künstler die Knöpfe gar nicht mehr bedienen kann? Bzw. muss man nicht davon ausgehen, dass die einzelnen Stadien im Voraus aufgenommen wurden und mit dem realen Fortschreiten der Krankheit nichts zu tun haben, da es extrem unwahrscheinlich ist, dass der Gesamtplan im weiteren Verlauf der Krankheit noch weiter ausgeführt werden kann? Insofern kein ganz glückliches Ineinssetzen von Krankheit und musikalischem Auflösungsprozess, weil die künstlerische Bewältigung die Beherrschung des Erinnerungs- und Verfallsprozesses voraussetzt, was aber mit fortschreitendem Gedächtnisverlust gerade nicht gegeben sein kann.

KLAGE: E-Gitarre, E-Bass, 2 Stimmen

Völlig bescheuerter Jahresanfang: Fast vier Monate für 45.000 Zeichen Analyse? Bisschen arg krass.

S1A:
The Rapture: Open Up Your Heart
Kanye West: Runaway
Arca: Piel

VVV, Fun in the Wonderland: Punktierten Rhythmus so spielen, dass er sich als Rhythmus ständig verändert. Z.B. jeden einzelnen Impuls auf ein anderes Instrument legen.

A aa ag fe d: Super einfache Basslinie, eher gesummt als gesungen, immer wieder wiederholen. Keine echten Variationen, eigentlich auch keine Varianten, eher, dass es so klingt, dass man es eben nicht absolut exakt wiederholen kann. Z.B. kleine dynamische Nuancen, Ansprache, winzige Tonhöhenabweichungen, fast nicht hörbare Andeutungen von Vibrato.

Langgezogenes, helles Räuspern.
Kurzes, tiefes Räuspern.
Z.B. Doppelakzent.
Tiefes, abfallendes Stöhnen: ieh, ieh, ieh.

as1
e3
a1

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Entkoppelung.

Arie: Samples auf Keyboard legen, stark geräuschhaft, tendenziell keine Popklänge. Eher impulshafte Klänge als gehaltene Klänge, kurze Crescendi und Decrescendi. Dementsprechend Ensemblestruktur kurze Einwürfe, starke dynamische Kurve, sofort wieder wegnehmen.

OHM: Wenn man nicht weiß, worum es geht, sitzt man vor einem undurchdringlichen Spektakel von lärmenden Obertonspektren und fragt sich, was der Unterschied zu einem dilettantischen Kratzen auf der Violine sein soll. Genau darin besteht aber ein wesentlicher Verdienst des Stückes: Bei größtmöglicher instrumentaltechnischer Differenzierung keine Rücksicht auf die reale Darstellbarkeit des Ergebnisses zu nehmen, sondern das Ergebnis als unerschütterliche Wand zu präsentieren, die nur dann durchsichtig wird, wenn es dem Hörer gelingt, sich von der Aggressivität des Primäreindrucks zu befreien. Diese Konstellation kann auch als kompositorische Ironie gedeutet werden: Dass die extreme instrumentaltechnische Differenzierung, die sich ja definitiv auch im klanglichen Resultat niederschlägt, aber eben nur als sekundärer Eindruck, zu einem groben Primäreindruck führt, der die meisten Hörern vermutlich zu dem Schluss bringt, dass es sich um ein undifferenziertes, eindimensionales Stück handelt.

Die Diskrepanz zwischen primärem und sekundärem akustischem Eindruck wäre mit einer größeren Besetzung oder einer elektroakustisch unterstützten Konstellation wesentlich einfacher zu produzieren, aber auch viel durchschaubarer und als technischer Verschleierungseffekt letztlich banal. Nur dadurch, dass es sich um ein einziges Instrument handelt, das mit exakt der gleichen Reihe von Aktionen sowohl Vordergrund, als auch Hintergrund produziert, kann das Verhältnis zwischen diesen beiden Schichten offen gehalten werden. Es ist eine wichtige Errungenschaft des Komponisten, dass er die eigentlich groteske Spannung zwischen einem lauten, aber undifferenzierten Vordergrund, und einem dagegen deutlich zurücktretenden, extrem differenzierten Hintergrund, zu keinem Zeitpunkt aufhebt, sondern als unaufgelöstes Rätsel in den Raum stellt.

Hörst Du, was ich höre? Keine Ahnung.
Hörst Du das auch, Schatz? Wieso, was denn?

Nebenbei wird mit diesem Stück auch ein perfekte Metapher für Anerkennung und Ablehnung etabliert: Es wird offensichtlich, wie verschieden wir real wahrnehmen, und wie sehr unsere psychologische Prädisposition unsere akustische Wahrnehmung beeinflusst.

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Durch den Schleim singen.

Keine Ahnung, was ich da tue. Ich organisiere es, und mache es dann. Aber es ist definitiv ein Stochern im Dunkeln.

Three Bedrooms: Stotternde, stolpernde, rasende Begleitfiguren – gute Idee, sollte man gleich mal anfangen zu üben!

If it is not subtle, it doesn’t exist, sorry.

We all hurt sometimes, don’t we?
We all get hurt sometimes, don’t we.
The shit is chaotic in disguise.
Let, let, let, let, let it go.

S1A: Alltagsgeräusche aufs Keyboard legen

M/L: Müsste gemein und gefährlich klingen, muskulös, kräftig, letztlich tatsächlich wie ein Monster.

Na ja – ich meine – dann texte ich Dich eben einfach zu.

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Telephones

Ruhe, in jeder Hinsicht: Angenehm, unangenehm, man ist dann natürlich schon komplett auf sich zurückgeworfen, das Hirn schaltet sich ein und denkt denkt denkt, was kann ich nur machen, was ist bloss los, was denke ich denn da. Absolute Nichtbeschäftigung als Ultrabeschäftigung.

Tonhöhen/Lautstärke/Glissando-Triller: Spricht nicht wirklich etwas dagegen, das systematisch anzuwenden. Außer die Ausführung. Glottistriller.

Krass: Gehaltener Ton, dann winzige Bewegung, dann wieder gehaltener Ton, dann gestische Bewegung aus dem Ton heraus. Super Material.

Gerade-Triller-Bewegung-Gerade, etc.

Hat ja auch etwas sautrauriges, plötzlich so konzentriert zu arbeiten. So anstrengend: Was passiert denn da mit mir? Und produziert dann ununterbrochen, kann gar nicht mehr aufhören.

So anstrengend: Kann ich jetzt endlich mal aufhören? Oder soll das immer so weiter gehen? Sturm im Kopf.

Irgendwann dann doch erschöpft, obwohl so viel noch zu tun/zu denken wäre.

Lustig, dass die Männerstimme dann so völlig anders, letztlich quälend hässlich wirkt.

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Wiedergabe

Maschine
Maschine

Wie ist das eigentlich mit drei Stimmen, ist die letzte Stimme dann um zwei Silben gegenüber ihrem eigentlichen Bezug versetzt, d.h. würden dann immer drei verschiedene Silben zeitlich aufeinander bezogen werden?

Und klar ist, dass zusammen mit den Instrumenten die Sache nochmal komplizierter wird.

Pausen/Zäsuren

verschieden bedeutet immer: länger

Echte, vollständige Verschiedenheit wäre wahrscheinlich das, was aus den systematischen Vorgaben komplett herausfallen würde: Wäre lustigerweise in der Konsequenz wahrscheinlich die statischste, am wenigsten bewegte Passage des Stücks

Männliche Gagok-Stimme: Wie kunstlos, schmucklos, tendenziell hässlich, sogar quälend, gar nicht mit weiblichem Gagok vergleichbar.

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Maurizio/Licht: Zustand II

To feel safe doesn’t mean you are safe.

Female Gagok: Hinkender Triller, quasi Punktierungen.

Arroganz entspringt direkt dem Bedürfnis, recht zu haben, sowohl intellektuell, als auch in Mikro- und Makro-Entscheidungen. Und wer möchte nicht recht haben, besonders, wenn es um das eigene Leben geht?

Wahrscheinlich Konsonanten tatsächlich mit relativ wenig Einfluss auf den eigentlichen Sprachklang. Man müsste also mit den Vokalen den Sprachklang wesentlich bestimmen können, einschließlich seiner expressiven Implikationen.

Bilder
Bileder
Bilederer

Charlottenburg, Hasskrämpfe, Verstörung: Bürgerlichkeit will eat us up. From both ends.

Was ist das eigentlich genau, wenn die Haare so auftoupiert sind, dass man nicht sieht, wie wenige es sind, und so locker gelegt werden, dass man nicht sieht, wie sie auftoupiert sind? Sieht man so oft, dass es kaum noch auffällt. Vielleicht einfach ein Fortschritt in der Haarpflege-Industrie? Oder haben wir uns tatsächlich geändert in unserer Vorstellung, wie Haare auszusehen haben? Betrifft vor allem Büroangestellte, und Leute, die aus irgendeinem Grund wie Büroangestellte aussehen wollen.

Übergriffigkeit: Eine Handlung kann übergriffig sein, eine Einladung zu einer Handlung bis zu einem gewissen Grade natürlich auch. Kommunikation ohne Übergriff ist fast unmöglich – oder zumindest extrem langweilig. Ein ständiges Spiel, was geht, und was nicht.

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